US-Pfadfinder verleihen Videospielabzeichen

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29. April 2010 - 12:09 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Die Boy Scouts of America, also die amerikanischen Pfadfinder, haben zwei Videospielabzeichen in ihr Repertoire aufgenommen. Doch wer jetzt denkt, dass es dafür erforderlich ist, in Mass Effect den Omas über die Straße zu helfen ("Jeden Tag eine gute Tat“) oder Halo 3 auf dem Schwierigkeitsgrad "Legendär" zu bewältigen, liegt falsch. So fordern die Boy Scouts eher eine Vorbildfunktion ganz im Sinne des Jugendschutzes und der Medienkompetenz, denn für den Erhalt der Abzeichen muss der Pfadfinder folgende Kriterien erfüllen:

Gürtelabzeichen (alle drei Anforderungen müssen erfüllt sein)

  • Erkläre, warum ein Altersfreigeabesystem für Videospiele wichtig ist. Überprüfe, ob deine Videospiele für dein Alter geeignet sind.
  • Erstelle mit einem Erwachsenen einen Zeitplan für deinen Tagesablauf, welcher deine Hausaufgaben und dein Videospielen enthält, und versuche, dich daran zu halten.
  • Lerne ein neues Videospiel zu spielen, welches von deinen Eltern, deinem Erziehungsberechtigten oder deinem Lehrer empfohlen wurde.

Anstecker (nach dem Gürtelabzeichen müssen noch fünf der folgenden Anforderungen erfüllt werden)

  • Plane mit deinen Eltern den Kauf eines, für dein Alter angemessenen Videospiels.
  • Vergleiche zwei Spieleplatformen (z.B. Xbox 360 , PlayStation 3, Wii usw.). Erkläre einige Unterschiede zwischen den beiden. Liste gute Gründe für den Kauf und den Nutzen einer Platform auf.
  • Spiele ein Videospiel mit deinen Familienmitgliedern in einem Familienturnier.
  • Bringe einem Erwachsenen oder einem Freund bei, wie man ein Videospiel spielt.
  • Liste mindestens fünf Tipps auf, die jemanden helfen können, dein Lieblingsspiel zu spielen.
  • Spiele ein angemessenes Videospiel mit einem Freund für eine Stunde.
  • Spiele ein Videospiel, das deine Fähigkeiten in Mathematik, Rechtschreibung oder einer anderen Fähigkeit, die dir bei deinen Hausaufgaben helfen kann, verbessert.
  • Suche dir ein Spiel, dass du gerne kaufen möchtest aus. Vergleiche den Preis für dieses Spiel in drei verschiedenen Läden. Entscheide, welcher Laden das beste Angebot hat. Beachte bei deiner Entscheidung auch Dinge wie Rückgaberechte und Herstellergarantien.
  • Installiere unter der Aufsicht eines Erwachsenen ein Videospielsystem.
duloque 04 Talent - 38 - 29. April 2010 - 12:51 #

Das sind wirklich sinnvolle Kriterien. Ich bin wirklich beeindruckt! 8-)

Keine Flax, echt cool.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8038 - 29. April 2010 - 12:54 #

Gibbet eigentlich bei uns Pfadfinder? Ich find das ganze System sehr schick. ;)

KompostMaster 08 Versteher - 207 - 29. April 2010 - 13:03 #

Ja gibt es allerdings in viele Vereine gesplittet.

McSpain 21 Motivator - 27019 - 29. April 2010 - 13:05 #

Also es gibt laut Wikipedia ca. 260.000 aktive Pfadfinder in Deutschland. Dafür gibt es soweit ich weiß in Deutschland dieses Abzeichensystem (Achievements lassen grüßen) nicht.

Ich persönlich finde die Idee gerade im Bezug auf Medienkompetenz auch sehr gut. Wobei ich den Boy Scouts aufgrund ihrer von Rassismus, Homophobie und fundamentalistischen Auffassungen des Christentums geprägten Führung kritisch gegenüberstehe.

Anonymous (unregistriert) 29. April 2010 - 19:24 #

Die deutsche Jugendbewegung ist älter als die Pfadfinderbewegung. Die Wandervögel wurden bereits im 19. Jahrhundert gegründet und waren relativ bald zersplittert. Sie hatten andere Schwerpunkte, nämlich Wanderung in der Natur, Besinnen auf die Traditionen, Abgrenzung vom Muff des preußischen Elternhauses, trotzdem sehr hierarchisch. Es waren überwiegend Gymnasiasten und Studenten. Britische Pfadfinder waren dagegen eher gesellschaftlich-sozial gedacht. Die Kinder von der Straße holen, einen Lebenssinn geben, Verhaltensregeln fürs Leben vermitteln, Gleichheit, Kameradschaft. Britische Pfadfinder machen auch hauptsächlich Lager, keine Wanderungen. Die deutschen Pfadfinder, die es dann kurz vorm ersten WK gab, sind dazu im CVJM entstanden, haben also eine christliche Komponenten. Das ganze war von Anfang an zersplittert, es gab auch noch die Arbeiterjugend, und alle hatten irgendwie andere Schwerpunkte und Ansichten, vieles Traditionen der einzelnen Gruppierungen haben sich unterschiedlich vermischt. Und die HJ hat die gesamte Arbeit der Jugendbewegung für eigene Zwecke kopiert und missbraucht, genauso wie die FDJ nach dem Krieg in der DDR. In Westdeutschland kamen dann noch die Segnungen oder Nicht-Segnungen der 68er dazu. Heute haben wir ein Potpourri an unterschiedlichsten Gruppierungen mit unterschiedlichsten Arbeitsweisen. DIE Pfadfinderarbeit gibts in Deutschland gar nicht. Das meiste ist ein Mix aus Wandervogel, Bündischer Jugend, britischen Pfadfindern und Hippie-Idealen.

Wenn's dich interessiert, lies mal hier: htt p:/ /de.wikipedia.org/wiki/Jugendbewegung

SirDalamar 14 Komm-Experte - 2035 - 30. April 2010 - 9:03 #

Jap, ich war 8 Jahre bei den Pfadfindern als ich noch (deutlich) jünger war. Solche Abzeichen oder Anstecker hatten wir hier nicht, aber dafür konnte man sich Halstücher verdienen oder Aufnäher für die Kluft. Seht das ganze als eine Art Rang. Bei uns z.B. (das ist oft unterschiedlich) war das blaue Halstuch für "ausgewachsene" Pfadfinder, Kinder konnten sich dagegen das weisse oder grüne verdienen etc.
Und Rassismus, Homophobie, etc. kann man den deutschen Pfadfindern auf keinen Fall unterstellen. Im Gegenteil, es wurde ständig Toleranz gepredigt (mit Recht), und als Kind habe ich dort praktische Dinge wie Karten lesen (auch gut für den Straßenverkehr), Zelte bauen, nähen(kann's nicht mehr, aber für Knöpfe annähen reicht's noch :P) oder auch wie man ein kontrolliertes Lagerfeuer macht gelernt. Außerdem wurde viel Sport gemacht - alles absolut sinnvolle Beschäftigungen für Kinder. Ich weiss, dass du das jetzt nicht auf Deutschland bezogen hast, aber ich wollte es einfach nur erwähnen.

McSpain 21 Motivator - 27019 - 30. April 2010 - 10:42 #

Dann betone ich auch nochmal das ich explizit nicht die deutschen Pfadfinder gemeint habe ;)

Die amerikanischen "Boy Scouts" haben in den letzten Jährichen den ein oder anderen Skandal in dieser Richtung.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8038 - 30. April 2010 - 12:32 #

Wer hat nicht irgendwo, irgendwelche Leichen im Keller verscharrt? Ich halte so ein "Archivment" System bei Kids für Klasse.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73398 - 29. April 2010 - 13:13 #

Ich kann mir nicht helfen, aber ich muß da immer an Bruce Willis denken ;).

bam 15 Kenner - 2757 - 29. April 2010 - 16:21 #

Gerade solchen Aufgaben wie: "Erkläre, warum ein Altersfreigeabesystem für Videospiele wichtig ist. Überprüfe, ob deine Videospiele für dein Alter geeignet sind." stehe ich eher kritisch gegenüber. Ich vermute hier, dass man ja die wirkliche Meinung für sich behalten soll und das ganze nach allgemeiner Auffassung beantworten soll. Bloß nicht selber denken, sondern das nachbrabbeln was die offiziellen Stellen als Begründung hernehmen.

Kann mich natürlich auch irren, aber gewöhnlich läuft das überall so ab wo Schülern oder hier Pfadfindern Aufgaben zum "nachdenken" gestellt werden.

Anonymous (unregistriert) 29. April 2010 - 19:42 #

Das ist sicher nicht ganz falsch, aber Pfadfinder umfasst von 11 bis 25 Jahren so ziemlich alle Altersklassen. 11jährige spielen durchaus schon Computer, haben aber nicht den Intellekt und Reflektionsfähigkeit ein Erwachsenen. Für die sind diese Regeln auch und wahrscheinlich in erster Linie gemacht. Bei Kindern wird oft auch eben noch nachgebrabbelt, was prinzipiell nicht schlimm ist, weil bei irgendeiner Position muss man schließlich mal anfangen, schließlich wollen die Kinder sowas auch wissen. Kinder sind nur eben keine kleinen Erwachsene, sondern entwickeln sich erst dahin. Eine gewisse Zeit lang brauchen sie dazu Anleitung. Der geistige Widerstand kommt schon noch früh genug, dafür sorgt schon das restliche Umfeld (Schule, Freunde, andere Vereine, etc.), wo sie sich dann mit Gegenmeinungen auseinandersetzen müssen. Unterschätze nicht die Fähigkeiten von Heranwachsenden.

Ansonsten ist es wie bei allen Anleitungen und Regelwerken: Es kommt darauf an wie man es vermittelt. Der Lehrplan an Schulen schreibt auch weitestgehend nur vor, was vermittelt werden muss und nicht wie es zu geschehen hat. Ist auch sinnvoll, weil nicht jede Klasse und jeder Schüler gleich ist und man auf Stärken und Schwächen eingehen muss. Daher sind die Formulierungen auch eher knapp und der Rest obliegt dann dem Lehrer. Da gibt es wie überall gute und schlechte.

Mox 07 Dual-Talent - 109 - 29. April 2010 - 23:40 #

Bischen mehr Medienkompetenz und durchaus kritischer Umgang mit Spielen könnte der hiesigen Jugend sicherlich nicht schaden.

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