Neustrukturierung bei Activision Blizzard

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Florian Pfeffer 25273 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C4,A10,J10
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31. März 2010 - 11:16

Activision Blizzard, größter Spielepublisher der Welt, organisiert sich neu. Nach internen Memos, die der L. A.Times vorliegen und inzwischen von Activision Blizzard bestätigt wurden, wird die Firma in vier separate Geschäftseinheiten gegliedert:

  • eine Abteilung für die Marke Call of Duty,
  • eine Abteilung für interne Marken wie Tony Hawk oder Guitar Hero,
  • eine Abteilung für lizenzierte Marken externer Firmen
  • Blizzard Entertainment

Mike Griffith, bislang für jene Spiele von Activision Blizzard zuständig, die nicht von Blizzard kamen, wurde im Zuge der Umstrukturierung zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt und ist damit nun direkter Berater von CEO Bobby Kotick (siehe Foto). Der frühere Finanzchef Thomas Tippl wird in Zukunft die neu geschaffene Stelle des Chief Operating Officer (COO) ausfüllen und ist damit Mike Morhaime vorgesetzt, dem Vorsitzenden der Blizzard-Sparte.

Die Neugliederung ist die erste große Veränderung in der Firmenstruktur, seit Activision 2008 mit Vivendi Games fusionierte und daraus Activision Blizzard entstand. In den letzten Monaten profitierte der Konzern vor allem von Call of Duty - Modern Warfare 2, das über eine Milliarde US-Dollar in die Kassen spülte. Auf der anderen Seite gab es massive Einbrüche beim Geschäft mit der Guitar-Hero-Serie, die durch immer neue Ableger die Gunst des Publikums zu verlieren scheint.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33721 - 31. März 2010 - 9:40 #

Eine eigene Abteilung für Call of Duty??! Ist das nicht ein wenig übertrieben? Sicher ist die Marke momentan erfolgreich, aber sollten sie nicht aus dem Guitar-Hero-Debakel gelernt haben, dass die Übersättigung des Marktes mit zu vielen Ablegern einer Marke keine so gute Idee ist?

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6525 - 31. März 2010 - 9:47 #

Damit kann die Fließbandproduktion loslegen. CoD 2011, CoD 2012, CoD 2013, etc.pp, dazu eine stärkere Kontrolle bei Blizzard, um wohl gerade bei WoW noch mehr Geld herauszuziehen sowie zu verhindern, dass die Entwickler zuviel Spielspaß bringen. Gerade bei WoW merkt man Activisions Handschrift ja schon heute, mal schauen, wann ich für einen Fuffie mein T 12 in Cataclysm kaufen kann. Bleibt zu hoffen, dass Amazon & Co. wenigstens beim Verkaufspreis von SC 2 und D 3 die Preise im Normalbereich lassen und nicht auf die gewünschten 60 €uro erhöhen.

Hm, hoffentlich kommt meine PS 3 ganz schnell.

PS: Und da wird noch über EA gemeckert. Die sind gegen Ubisoft und ActiBlizz richtige Waisenkinder geworden.

derDomino 12 Trollwächter - 1137 - 31. März 2010 - 10:03 #

Hmm Voltago, bei dir liest sich das ja, als dürfte Blizzard gar keine neue IPs angehen, sondern nur noch die *craft/Diablo-Kühe melken.
Aus dem dem L.A. Times-Artikel konnte ich das so nicht rauslesen.
Zu hoffen ist natürlich, dass Blizzard da zumindest ein bisschen Freiraum behält, wobei mich das Gegenteil auch nicht wundern würde.

Florian Pfeffer Freier Redakteur - 25273 - 31. März 2010 - 10:05 #

Naja, dafür gibts ja die Abteilungen 2 und 3, die "alles außer CoD und WoW" regeln....

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6525 - 31. März 2010 - 10:18 #

Davon kann man eh ausgehen. Zuerst mal wird WoW weiter durchgemolken und danach Diablo 3 mit massig DLCs. Bei SC 2 bin ich mir nicht sicher, ob da Activision wirklich Konflikte mit der Spielerschaft gerade in Südkorea riskiert.

Aber wie gesagt, gerade WoW dürfte zuerst leiden.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33721 - 31. März 2010 - 15:56 #

Ich kann da auch nichts davon erkennen, dass Blizzard weniger unabhängig wird. Sie gelten als eigene Abteilung, die von den anderen unabhängig ist, und das waren sie auch schon vorher.

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2391 - 31. März 2010 - 10:06 #

Die COD Entwickler sehen ihren ehrenwerten Call of Duty bestimmt dann nur noch als Heavy Duty an, wenn sie jeden Morgen in die Folterk.....ähh...zur Arbeit schreiten.
Vorbei an Bobby Koticks Büro um zu salutieren. Und Abend auch wieder, weil Kotick dann kontrolliert, ob die auch ja keinen Bleistift geklaut haben^^

fragpad 13 Koop-Gamer - P - 1459 - 31. März 2010 - 10:14 #

Tja, so kommts wenn überall nur noch Rendite und BWL das Zepter schwingen. Dann wird aus Inovation und Kreativität eine Investitionsgefährdung. Schließlich geht es nicht um die Spiele, sondern um die Gewinne...

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73381 - 31. März 2010 - 11:03 #

Ich sagte es ja schon öfter: Man kann auch eine Kuh zu Tode melken. Eine ganze Abteilung nur für CoD finde ich auch fraglich. Ich ahne jetzt schon eine Verheizung lá lá Singstar-Gedöns voraus.

bam 15 Kenner - 2757 - 31. März 2010 - 12:32 #

Frag mich warum hier schon wieder gemeckert wird. Im Grunde ändert sich nur eins: Call of Duty bekommt eine eigene Abteilung auf Grund des Erfolgs des Franchises. Letztendlich ist das aber nur eine strukturelle Änderung, nichts weiter.

Wenn ich schon was von "melken" höre wird mir schlecht. Natürlich bringt Activision Blizzard weitere CoDs raus, wenn sie sich gut verkaufen! Man hat auch zahlreiche Guitar Heros rausgebracht, weil sich die Software verkauft hat. Gehen die Verkäufe zurück, dann bringt man weniger Titel raus. Wo ist denn nun hier das Problem? Das ist reine Markt- bzw. Kundenorientierung.

Im übrigen muss man bei der Bewertung der großen Publisher auch mal ein wenig realitätsnah denken. Ein solch großes Unternehmen kann einfach nicht 80% auf neue Titel setzen die unter Umständen floppen. Schließlich soll das Unternehmen am Leben bleiben und der Großteil der Arbeitsplätze gesichert sein. Das geht einfach nur, wenn die meisten Produkte relativ sichere Gewinne versprechen. Diese sicheren Gewinne ermöglichen dann auch Innovationen und auch diese gibt es bei Activision Blizzard.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73381 - 31. März 2010 - 13:50 #

Genau das wird aber das Problem werden: Je mehr man von dem Zeug auf den Markt wirft, desto übersättigt wird er und dementsprechend läßt auch die Qualität nach. Genau das sieht man an Deinem Beispiel von Guitar Hereo. Da ja anscheinend auch noch ein CoD-Adventure geplant ist (und wer weiß was noch), kann man schon von melken sprechen. Quantität ist nicht gleich Qualität :).

GamingHorror Game Designer - 968 - 31. März 2010 - 15:23 #

Zumal die Marke "CoD" darunter leidet. Ist halt die Frage was einem auf Dauer mehr Wert ist:

Jedes Jahr 1 Million Käufer, Tendenz sinkend.

Oder alle 5 Jahre 5 Millionen Käufer, Tendenz steigend.

Rarität und Novelty Faktor gehören auch mit zur Produktqualität. Starcraft 2 wird einschlagen wie eine Bombe, Diablo 3 auch. Dabei können und werden sie zusätzlich die gesamte Konkurrenz des Feldes verweisen. Klar könnte man die Marken auch melken, aber sobald das beginnt, beginnt der Untergang der Marke als etwas qualitativ herausragendes.

Call of Duty wird in 3-5 Jahren nur noch ein shooter unter vielen sein, ja vermutlich noch nicht mal das - Call of Duty Facebook, iPhone, DS und die Action-Adventure und On-Rail Shooter sowie der geplante Film (ich spekulier jetzt) werden die Marke eher ins Grab tragen. Vermutlich werden Medal of Honor und Battlefield (auch die wurden gemelkt) davon profitieren.

Das absurde: die Fans wünschen sich meist mehr vom selben (bzw. schneller, weiter, höher, mehr), werden dem dann aber sehr schnell überdrüssig und überkritisch wenn es zu häufig Neuauflagen gibt.

Ich prophezeie Acti-Blizz in ca. 4-6 Jahren eine ähnliche Situation wie sie EA heute und in den letzten 2-3 Jahren hatte. Ausgepowerete Lizenzen, ständig sinkende Umsatzzahlen, und verschlafen neuer Märkte.

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1740 - 31. März 2010 - 15:14 #

Kann ich nur zustimmen.

Letztlich hat der Kunde doch selbst das Zepter in der Hand. Wenn keiner Modern Warfare 2 gekauft hätte, dann würde es keine Abteilung geben, wohl auch keinen Nachfolger.

Wenn man sieht, wieviel innovative Neuschöpfungen finanziell scheitern, dann ist es doch völlig logisch, eine funktionierende Marke weiter auszuschlachten. Wir Kunden bekommen die Spiele, die wir haben wollen also kaufen. :-)

Z 12 Trollwächter - 1009 - 31. März 2010 - 15:22 #

Und damit du das richtige haben willst, ergo kaufst, gibt es das Marketing. Ganz so einfach, wie du es siehst, ist es nicht.

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1740 - 31. März 2010 - 17:00 #

Marketing allein ist es aber auch nicht. Selbst die größte Werbekampagne kann keinen kompletten Müll retten.

Ich behaupte mal, eine große Marketingkampagne macht erst mit einer etablierten Marke wirklich Sinn. (Aber ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung von Werbung ;-) )

Z 12 Trollwächter - 1009 - 31. März 2010 - 15:16 #

Also die Firmenpolitik hast du treffend formuliert. Man flutet den Markt mit Titeln, die sich gut verkaufen und wenn sie sich nicht mehr verkaufen, sucht man sich andere und tut damit dasselbe. Die reine Marktorientierung kann ich durchaus darin erkennen. Andere nennen diese Taktik eben Melken, was es doch treffend beschreibt. Darf man doch beim Namen nennen, oder? Das heisst ja nicht, dass es aus ökonomischer Sicht nicht legitim ist. Aber wo zum Teufel siehst du darin die Kundenorientierung?

Aber du schreibst ja auch von der Sicherung der Arbeitsplätze als Unternehmensziel. Was kommt als nächstes? Investitionen, die die Nachhaltigkeit unserer Umwelt fördern? Eine verantwortungsvolle Vision für die Zukunft der Spieleindustrie? Der Weihnachtsmann?

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8028 - 31. März 2010 - 16:20 #

Z, der letzte Abschnitt von Dir ist wirklich Herrlich, zu schade das man für Kommentare keine Kudos verteilen kann - bzw. eigene Kudos übertragen. (Ehy Jörg, mach da mal was!) :) PreKudo hier: *

@Topic: Große Firmen haben das selbe Problem wie Imperien, irgendwann gehen sie an sich selbst Kaputt, ausnahmen wie Blizzard bestätigen das. Manchmal scheints mir so, als wenn Blizz ein paar der wenigen sind, die Ihre Spiele auch in Jahren noch spielen wollen und deshalb diesen Spiel-Geist konsequent die Jahre über in einer Flasche aufbewahren.

I hope they don't drop it.

/salute

bam 15 Kenner - 2757 - 31. März 2010 - 18:18 #

Ziel Nummer 1 jedes Unternehmens ist der Selbsterhalt. Damit einher geht nunmal die Sicherung von Arbeitsplätzen. Diese Negativhaltung gegenüber den ach so bösen Unternehmen ist nunmal Stammtischniveau.

Natürlich sind Unternehmen bzw. ihre Vorsitzenden keine Samariter, aber genausowenig sind es geldgeile unmenschliche Tyrannen. Natürlich will auch ein Bobby Kotick Arbeitsplätze sichern, solange es wirtschaftlich tragbar ist.

Genau darum geht es aber: Was immer so einseitig negativ dargestellt wird ist es überhaupt nicht. Ja Unternehmen wollen Gewinne machen, aber nicht weil da nur geldgeile Heinis im Vorstand sitzen, sondern weil ein Unternehmen sonst nicht überlebensfähig ist. Macht man weniger Gewinn als die Konkurrenz, verliert man an Marktanteilen, der Aktienkurs sinkt, das Unternehmen hat weniger Geld/Ressourcen zur Verfügung und muss Unternehmensanteile verkaufen und Angestellte kündigen. Die Franchisepolitik ist definitiv auch im Sinne der Angestellten eine gute Strategie.

Wo ich Kundenorientierung sehe? Die Leute kaufen die Guitar Heros und die Call of Dutys. Es mag hier viel Gejammer in Foren und in der Fachpresse geben, aber wenn sich die Franchises super verkaufen, dann handelt man Kundenorientiert. Das Guitar Hero Franchise hat das doch deutlich gemacht. Man "flutet" den Markt mit Software um möglichst viele Geschmäcker zu treffen!
Die Nachfrage ist nun bis zu einem gewissen Grad gesättigt und genau darauf reagiert man dann mit weniger aber innovativeren Titeln.

Joehnsson 13 Koop-Gamer - 1382 - 31. März 2010 - 12:45 #

Das sieht auf jeden Fall danach aus, als ob Fortsetzungen von Spielen demnächst noch häufiger werden und Neuheiten eher seltener werden...

Anonymous (unregistriert) 31. März 2010 - 13:04 #

...was ja so ziemlich genau dem entspricht was Bobby Kotick schon vor einiger Zeit angekündigt hat.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23149 - 31. März 2010 - 12:53 #

Kein Wunder, dass die Bosse von IW den Absprung gemacht haben, nach dieser Neustruktierung hätten sie nicht mehr viel zu sagen gehabt.
Wenn sie clever sind, nehmen sie ihre besten Leute mit und suchen sich einen neuen Publisher, z.B. Square Enix.

Anonymous (unregistriert) 31. März 2010 - 16:10 #

Eigentlich sind sie doch weniger gesprungen als vielmehr gestoßen worden.

Porter 05 Spieler - 2981 - 31. März 2010 - 13:16 #

die sollten die ganze alt, eingesessene Blizzard Riege kündigen, denn Neueinstellungen sind günstiger als alte Hasen zu behalten...
"Qualitätsverlust in der Zukunft? EGAL, hauptsache Personalkosten gesenkt!"

haha würd mich nichtmal wundern wenn es so noch kommt.

Guldan 17 Shapeshifter - P - 8309 - 31. März 2010 - 14:00 #

Ne ganze Sparte für CoD find ich auch etwas übertrieben aber wenn man die Marke wirklich erweitern will wohl sinnvoll.

Und das Blizzard ne eigene Sparte hat verdeutlicht einmal mehr das Activision hier kaum was zu melden hat da Blizzard immernoch unabhänig ist und Vivendi gehört, die die Mehrheit an AB halten und somit muss sich Blizzard wohl gar nichts sagen lassen von Activision.
Deren guter Name wird nur für den Firmennamen ausgenutzt.

Ansonsten mach ich mir da keine Sorgen das Blizzard beeinträchtigt wird ändert sich daa ja nichts. Beim Rest ist es mir erstmal egal.

Faxenmacher 15 Kenner - 3981 - 31. März 2010 - 14:53 #

Hoffentlich leiden SC2 und D3 jetzt nicht noch mehr nach dieser Entscheidung! Wer weiß was uns da noch erwartet...

ronnymiller 12 Trollwächter - 858 - 31. März 2010 - 23:55 #

Das erklärt ja jetzt wohl auch die Differenzen mit den beiden Infinity Ward Chefs...

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