SZ zu Prof. Pfeiffer: "Alarmistischer Lautsprecher"

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26. März 2010 - 23:22 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Als hätten die Verantwortlichen die gestrige Kolumne ("Die hohe Kunst des Pfeifferns") von Heinrich Lenhardt über Prof. Christian Pfeiffer gelesen: Auf einer Panorama-Seite der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung wird der Kriminologe ebenfalls gewürdigt. Und zwar im satirischen Beitrag "Die Quasseltitanen" über ein volles Dutzend gefürchteter Talkshow- und TV-Zuspieler-Gäste, der allein den Kauf der heutigen SZ problemlos rechtfertigt.

Zu Pfeiffer heißt es dort:

Obwohl der gebürtige Brandenburger seit Jahren von Hannover aus operiert [...], hat er sich bis heute nicht von der leisen, zurückhaltenden Art der Stadt anstecken lassen. Das ist gut: fürs Fernsehen. Wenn ein Kind Amok läuft [...], dann ist Pfeiffer zur Stelle. Trotz akademischer Weihen [...] ist der dürre Herr mit dem dünnen Haupthaar ein Meister der telegenen Zuspitzung. Nachgewiesene Irrtümer, vermurkste Umfragen, populistischer Dünnpfiff? Egal, nächste Studie. Pfeiffers jüngste Idee: Brutale Computerspiele sind ein "ernsthafter Ursachenfaktor" für die Attraktivität von Rockerbanden. Genau. Und morgen mischen Brillenträger mit "Star Trek"-T-Shirts unter ihren Lederkutten die Rotlichtbezirke der Republik auf. Was bleibt: Ein penetrantes Pfeiffen in den Ohren.

Dass Pfeiffer jenseits von Fernsehkameras schlüssiger argumentieren kann, hat er unter anderem in einem Interview mit GamersGlobal bewiesen. Pfeiffer hat sich übrigens schon wieder zu Wort gemeldet, dieses Mal zum Vergewaltigungsvorwurf gegen den "Wetter-Mann" Jörg Kachelmann. Und dieses Mal nachvollziehbar und sinnvoll.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58800 - 25. März 2010 - 12:51 #

Klasse, endlich erkennt mal eine große Zeitung, dass da mehr heiße Luft rauskommt als fundierte Kenntnis. Zum Kachelmann: Der hat bestimmt auch Killerspiele gespielt... (ohne die Wortmeldung des Herrn Pfeiffer gelesen zu haben)

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10736 - 25. März 2010 - 13:01 #

Gerade die SZ - ich kann mich noch gut an diverse Counterstrike-Aufmacher erinnern. Aber immerhin ist es ein Anfang ;-)

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 26. März 2010 - 8:46 #

Stimmt! In der SZ wurde auch schon viel Murks veröffentlicht. Schön, dass sich die Berichterstattung auch dort langsam wandelt.

xPhil (unregistriert) 25. März 2010 - 13:07 #

"Ein penetrantes Pfeiffen in den Ohren."
Da muss ich einfach schmunzeln :)
Danke dafür an die SZ und auch an GamersGlobal für's drauf aufmerksam Machen.

Faxenmacher 15 Kenner - 3981 - 25. März 2010 - 14:14 #

Jo sehr lustig! ;) Gut geschriebener Text von der SZ!

The King 09 Triple-Talent - 282 - 25. März 2010 - 13:09 #

Danke für die Info, da bin ich doch noch mal schnell los, Zeitung Nummer 4 zu kaufen^^

Aber den Artikel will man sich dann doch nicht entgehen lassen.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6535 - 25. März 2010 - 13:28 #

Gute Artikel, endlich bringt es mal eine größere Zeitung auf den Punkt.

Anonymous (unregistriert) 25. März 2010 - 13:32 #

Mir fällt gerade auf, dass der Pfeiffer ein ganz ähnliches Gesicht wie von der Laien hat...

Gadeiros 15 Kenner - 3062 - 25. März 2010 - 13:36 #

da wird ja der hund in der pfanne verrückt...
es geschehen noch zeichen und wunder

aber eines will mir irgendwie doch ein augenrollen entlocken.
denn obwohl das dargestellte bild der computerspieler aus humoristischen gründen und zur darstellung der dummheit von pfeiffers aussagen übertrieben und unrealistisch ist, muss ich es nicht mögen. tatsächlich wird dieses bild von der allgemeinheit genauso angenommen wie sämtliche andere stereotypen zu computerspielern- zur selben zeit und ohne zu merken, daß die ganzen vorurteile sich gegenseitig ausschließen!
man muss halt den jeweiligen leuten sagen und zeigen, daß der typ am nächsten bürotisch schon der hardcorezocker sein kann. daß weder kleinkriminelle noch supernerds und trekkies wirklich das bild des computerspielers widerspiegeln, da es schlichtweg keinen 08/15 computerspieler gibt.

aber das beiseite ein schönes zitat und schöne news :)

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 25. März 2010 - 17:30 #

Ich glaube eher, die Medien glauben, dass IHRE Klientel so eine "kritische" Berichterstattung über "Killerspiele" usw. erwünschen. Meiner Erfahrung nach ist dies aber i. d. R. gar nicht der Fall. Die (älteren) Leser oder Zuhörer und -seher interessieren sich schlicht gar nicht für das Thema, ihnen ist es schlicht egal. Dafür haben die verbreitenden Medien ein Thema, über das sie gefahrlos "ablästern" und sich selbst als "wir sind so kritisch" in den Mittelpunkt rücken können.

KenchU 06 Bewerter - 78 - 25. März 2010 - 13:40 #

Es ist ja nicht so, daß Prof. Pfeiffer dumm, beschränkt oder sonst irgendwie partiell unzurechnungsfähig wäre; auch sein Interview bezüglich Rockerbanden ist zum grösstenteil durchaus sachlich, fundiert und schlüssig - bis er zum Ende hin aus unerfindlichen Gründen Computerspiele ins Interview pfe(i)ffert.
Er scheint zu diesem Thema eine ziemlich traumatischer Erfahrung gemacht zu haben...

bender79 13 Koop-Gamer - 1380 - 25. März 2010 - 13:45 #

Bestimmt ein Kindheitstrauma...
Immer Pacman verloren und nun auf einem globalen Rachefeldzug gegen Computerspiele.
;-)

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6535 - 25. März 2010 - 17:08 #

Ich verstehe diesen krankhaften Hass auch nicht. Leute wie Herr Pfeiffer sind doch schlaue und studierte Leute. Oder ist die Angst vor neuen Dingen wirklich so groß bei manchem? Wahrscheinlich muss man ein gewisses Alter überschreiten, um diese Angst nachvollziehen zu können - kann ja mal einer Heinrich & Konsorten fragen, die sind doch schon alle zwischen 40 und 50.

Florian Pfeffer Freier Redakteur - 25273 - 25. März 2010 - 13:59 #

Mich würde interessieren, wer die anderen "Quasseltitanen" sind. Vielleicht hole ich mir die SZ heute mal..

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 25. März 2010 - 14:55 #

Habe ich heute früh nach einer Woche im Ausland im Flugzeug gelesen - vor der GamersGlobal-Kolumne - und dachte mir noch, "was ist denn hier schon wieder los..." ;)
Sehr gut!

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 26. März 2010 - 0:40 #

Das in der News als fundiert angepriesene GG-Interview fand ich lediglich in Bezug auf Pfeiffers Anmerkungen zu mangelhaften Möglichkeiten der Männlichkeits-Erfahrung unter Jugendlichen schlüssig. Grad in den ersten Abschnitten finde ich das was er sagt hochgradig subjektiv.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324509 - 26. März 2010 - 11:49 #

Stopp, "schlüssiger argumentieren" steht in der News, nicht "fundiert". Pfeiffers Position ist auch im Interview meiner Meinung nach nicht haltbar, aber wenigstens argumentiert er statt nur aus der blauen Luft Dinge zu erfinden.

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