Hardware-News KW 11: Fermi-Lowend, 3D per PC und TV
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29727 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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23. März 2010 - 23:10 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Diese Woche sind die Themen des Hardwareroundups unter anderem NVidias Pläne für preiswerte DX11-Grafikkarten, "echtes" 3D auf dem Fernseher und Grafikkarten mit mehr Speicher, als man benötigt. So langsam kommt die Hardwarewelt also wieder in Schwung, vor allem bei NVidia waren Neuerscheinungen in den letzten Wochen ja eher Mangelware. Die aktuellen News über die kalifornischen Grafikspezialisten sind allerdings auch nicht unbedingt perfekt für den ambitionierten Zocker:


NVidia arbeitet an abgespeckter Fermi-Grafik

Was Neuigkeiten von NVidia angeht, hat sich Charlie Demerjian von www.semiaccurate.com in den vergangenen Monaten als erstaunlich zuverlässige Quelle erwiesen. Seine oft eher skeptischen News über die Entwicklung der mittlerweile GTX480 genannten DX11-Spitzenklasse von NVidia trafen öfter ins Ziel, als der Name seiner Website vermuten lässt. Jetzt will semiaccurate.com erfahren haben, dass NVidia das sogenannte Tapeout weiterer Grafiklösungen aus dem DX11-Lager vollzogen hat. Mit dem Tapeout wird der Zeitpunkt beschrieben, an dem das fertige Chipdesign an die Fertigungsstätten (in diesem Falle TSMC) übergeben wird. Der Chip ist damit also in der Theorie fertig entwickelt, wobei Probleme, die sich erst in der Praxis ergeben, den Fertigungsprozess verzögern können. Allgemein dauert es vom Tapeout bis zur Massenfertigung eines Grafikchips gute sechs Monate. Bei den Topmodellen GTX480 und GTX470 traten allerdings diverse Probleme mit der neuen 40nm-Fertigung auf, weshalb diese Karten mittlerweile über ein halbes Jahr verspätet auf ihre Markteinführung Ende diesen Monats warten. 

Das aktuell an TSMC übergebene Produkt soll den Chipnamen GF108 tragen. GF100 bezeichnet die aktuell erwarteten Topmodelle. NVidia benennt die schnellsten Versionen mit x0, Performancemodelle mit ca. 90% der Leistung der Spitzenklasse mit x2, die Mittelklasse x4 und x6. Daraus folgt, dass es sich bei einem GF108 um die Einsteigerversionen der aktuellen GPUs handeln wird, welche meist durch niedrige Preise und geringe Leistungen auffällt. Auch ein Einsatz im Notebooksegment ist nicht undenkbar, unter Umständen ein Grund, weshalb NVidia nicht die bei vielen Kunden beliebte Mittelklasse bevorzugt. Da bislang offenbar noch kein Tapeout der Performance- oder Mittelklasse-GPUs von NVidia stattgefunden hat, werden preisbewusste NVidia-Fans wohl noch einige Zeit auf entsprechende Modelle warten müssen. Mit Lowendmodellen auf Basis des GF108 kann frühestens im Juli oder August diesen Jahres gerechnet werden.



EVGA zeigt mit dem Super Record 2 was technisch machbar ist

Highend-Mainboard von EVGA - Classified Super Record 2

Wer kompromisslose Leistung zu kompromisslos überteuerten Preisen kaufen will, ist bei EVGA ab sofort richtig. Mit dem SR2 stellt EVGA eine Luxusplatine mit allen denkbaren Features vor - wer 599 Euro übrig hat sollte diesen Absatz lieber überspringen, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis bei solchen Spielereien ist natürlich absolut nicht gegeben. Dafür lesen sich die technischen Daten extrem nett. Zwei CPU-Sockel für Intels Core-i7-Topklasse (LGA1366), insgesamt zwölf Speicherbänke für bis zu 48 GB DDR3-RAM und satte sieben PCIe16x-Steckplätze für Grafikkarten bietet die Platine. Weil der Serverchipsatz Intel5520 nicht ausreichend PCIe-Bahnen bereit stellt, nutzt EVGA ganze zwei NVidia NF-200-Chips um dieses Manko zu umgehen. Damit lassen sich insgesamt vier Grafikkarten gleichzeitig betrieben, die dann auch mit jeweils 16 PCIe-Lanes angebunden werden. Wer alle sieben Ports bestückt, kann nur noch die erste Grafikkarte mit vollen 16 Bahnen anbinden, alle weiteren bekommen nur noch 8 Lanes zugeteilt. Da jeder PCIe-Slot auch 75 Watt Energie liefern muss, ist das Mainboard an jeder erdenklichen Stelle mit Stromanschlüssen versehen - so finden sich neben dem üblichen ATX-Stromstecker noch zwei 8-Pin- und drei 6-Pin-Stecker auf dem Board. Natürlich muss man auch nicht auf den neuen SATA-Standard mit bis zu 6 GBit/sek. verzichten, insgesamt zwei Mal ist dieser Anschluss für schnelle Festplatten vorhanden. Ebenso finden sich zwei USB3.0-Anschlüsse, zusätzlich zu zehn weiteren USB2.0-Steckern. Zweimal Gigabit-LAN, Messpunkte zum Auslesen der Spannung, CMOS-Clear-Taster und diverse Übertaktungstools runden das Angebot ab. Ein neues Gehäuse sollten die meisten Käufer dieses Boards auch gleich einplanen, es nutzt nämlich nicht das übliche ATX-Format sondern ein deutlich größeres namens HPTX. In Kürze werden dann wohl auch passende Tower auf den Markt kommen.


NVidia bringt 3D-TV-Geräten stereoskopische PC-Spiele bei

Einer der großen Trends in diesem Jahr ist offensichtlich stereoskopisches 3D - ob am PC, der Spielekonsole oder dem TV-Gerät. Fast jeder namhafte TV-Hersteller präsentiert dieser Tage neue Modelle mit Unterstützung für realistisch wirkende 3D-Welten, wie sie im Kino unter anderem der Film Avatar zeigte. Dafür nutzen diese Geräte nicht nur die bislang üblichen 50-60 hz Wiederholrate sondern 120 hz. Mittels einer sogenannten Shutterbrille, welche 60 mal in der Sekunde das Bild für jedes Auge ab- und wieder aufdeckt, entsteht so ein extrem räumlich wirkender Eindruck. Müssen Filme für diesen Effekt entweder direkt mit entsprechenden Kameras aufgezeichnet oder aufwändig nachbearbeitet werden, liefert der PC bei aktuellen Spielen von Haus aus bereits eine dreidimensionale Grafik. Nur leider eben auf zweidimensionalen Flächen, dem angeschlossenen Monitor oder Fernseher. Grafikspezialist NVidia bietet schon seit einigen Monaten mit der 3D-Vision eine Shutterbrille an, die in Verbindung mit aktuellen Geforce-Grafikkarten und 120-hz-Monitoren bereits für sehr ansprechende 3D-Erlebnisse sorgt. Der Effekt muss dabei übrigens gar nicht speziell von den Entwicklern ins Spiel programmiert werden, der Treiber rechnet jedes aktuelle 3D-Spiel mehr oder weniger überzeugend für die stereoskopische Darstellung um.


Stereoskopisches 3D-Gaming erobert dank NVidia auch die Wohnzimmer

Nun bringt NVidia mit der 3DTV-Play-Software auch den neuen 3D-Fernsehgeräten beliebiger Hersteller bei, mittels NVidia-Grafikkarte und Shutterbrille stereoskopisches 3D darzustellen. Der Fernseher muss dabei mittels HDMI1.4-Schnittstelle verbunden werden, wobei es reicht, wenn eine solche beim TV-Gerät vorhanden ist, am PC reicht auch HDMI1.3. Es muss nur eine 3D-Vision-taugliche Grafikkarte von NVidia vorhanden sein - wer damit Spielen möchte, sollte allerdings ein recht leistungsfähiges Modell nutzen, da die Umrechnung die Frameraten halbiert. Bei der 3DTV-Play-Software ist dann auch ein Betrachter für 3D-Fotos enthalten, ebenso ein Player für 3D-Videostreams aus dem Internet. Wer Bluray-3D-Filme schauen möchte, muss allerdings noch eine entsprechende Software zur Wiedergabe dazu kaufen. Preise für die 3DTV-Play-Lösung bleibt NVidia vorerst schuldig, sie soll allerdings künftig den 3D-Vision-Brillen beiliegen und für bestehende Besitzer als kostenloser Download angeboten werden.


Geforce GT220 mit 2048 MB Grafikspeicher vorgestellt

Besonders im Einsteigersegment der preiswerten Grafikkarten versuchen viele Hersteller mit beeindruckend klingenden Zahlen unbedarfte Kunden anzulocken. So bietet Sparkle ab sofort eine für Spiele eher weniger geeignete Geforce GT220 an, welche anstatt den üblichen 1024 MB DDR2-RAM gleich die doppelte Menge Speicher einsetzt. Ansonsten bleiben bei dieser Grafiklösung alle technischen Daten identisch, die Karte nutzt also NVidias GF216-GPU mit 48 Shadereinheiten, 16 TMUs und 8 ROPs. Der Speicher ist weiterhin nur mit langsamen 128 Bit angebunden und besteht aus preiswerten DDR2-Modulen. Wer durch den großen Videospeicher jetzt eine grandiose Spieleperformance erwartet, liest zu selten bei GamersGlobal mit. In dieser Leistungsklasse kann die Karte von den Unmengen an RAM absolut nicht profitieren, so dass der Leistungsunterschied zu einem preiswerteren Modell mit "nur" 1GB Speicher nicht vorhanden ist. Aber im Werbeprospekt der Elektronikmärkte schaut eine solch beeindruckende Zahl natürlich beeindruckend aus, weshalb sich diese Grafikkarte wohl leider sehr gut verkaufen wird - vor allem, wenn man bedenkt, dass diese GT220 damit mehr Grafikspeicher verbaut hat, als das kommende Spitzenmodell GTX480.
Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29727 - 21. März 2010 - 19:00 #

An Spiele in stereoskopischem 3D gewöhnt man sich übrigens verdammt schnell. Zu schnell ;) .

Faxenmacher 16 Übertalent - 4008 - 21. März 2010 - 19:14 #

Allerdings hehe ;D!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29727 - 21. März 2010 - 23:32 #

Ist schon gemein, habe Modern Warfare 2 jetzt in 3D gespielt, sogar nur auf einem 15,6" kleinem Bildschirm. Beeindruckendes "Mittendrin". Dann auf nem 26"-er TFT in Full-HD am leistungsstarken PC aber eben ohne Raumeffekt. Langweilig! Wenn der Kostenfaktor und der Punkt mit der störenden Brille nicht wäre, stereoskopisches 3D könnte der größte Renner nach hardwarebeschleunigter PC-Grafik werden.

Faxenmacher 16 Übertalent - 4008 - 21. März 2010 - 19:13 #

Ich besitze das 3D Vision Kit und einen 120Hz Monitor. Es ist einfach genial so zu spielen! =)

Nur für ganz neue Titel reicht die Leistung meiner GraKa (GTX 8800/ 768MB) nicht mehr aus! Nvidea soll jetzt mal hin machen mit den neuen Modellen! Bräuchte Sie dann demnächst mal ;)!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29727 - 21. März 2010 - 19:16 #

Wie neulich berichtet - erste Stückzahlen ab 6. April.. Schade, dass man mit 3D-Vision auf nVidia angewiesen ist, so berauschend wirkt Fermi auf mich nicht, vor allem nicht zu den angepeilten Preisen.

Faxenmacher 16 Übertalent - 4008 - 21. März 2010 - 19:19 #

Na mir bleibt wohl nix anderes übrig als darauf zu hoffen das Sie zumindest so schnell wie die ATI 5850/70 sind! Aber bei 400€ ist bei mir schluss mit lustig!

Hoffentlich pendeln sich die Preise durch neu belebte Konkurrenz schnell ein! :)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29727 - 21. März 2010 - 19:20 #

Für ne GTX470 und damit nach ersten Erkenntnissen etwas mehr Leistung als bei einer 5850 für 350 Euro wirds reichen müssen. Mittelklasse und Performance gibts ja erst einmal nicht, sie ersten Teil der News..

TSH-Lightning 18 Doppel-Voter - P - 9755 - 22. März 2010 - 21:11 #

Das mit den günstigeren Preisen wird wohl nichts werden, da nicht sehr viele Fermi GPUs hergestellt werden können. Obwohl lt. diversen Gerüchten NVidia den Chip beschnitten hat wird der Start wohl kaum besser als bei AMD/ATI laufen. Zu große Probleme der Chips in Zusammenhang mit dem 40nm Prozess beim Hersteller TSMC. Ich orakele folgendes: Besserung erst in Q4 2010 - Q1 2011, da dann bei TSMC neue Kapazitäten aufgebaut werden. Die schlechte Yieldrate der aktuellen GPU wir wohl weder AMD noch Nvidia so schnell ändern können. TSMC kann auch nicht zaubern...

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29727 - 22. März 2010 - 21:22 #

Wenn jetzt jemand die Ausbeute bei den nVidia-Chips kennen würde, könnte man den Preis der einzelnen GPU errechnen. Wird aber aktuell wohl zwischen 100 und 200 Euro liegen. Minimum.

Ike 14 Komm-Experte - P - 1860 - 21. März 2010 - 23:47 #

Welche Monitore gibt es denn da? Ich habe bisher nur zwei Modelle gefunden, Viewsonic und Acer, glaube ich.
Und kommt so eine Art Technik vielleicht auch mal bei ATI? Sonst müsste ich mir seit Jahren mal wieder eine Nvidia-Grafikkarte kaufen, was ich eigentlich nicht will...

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29727 - 22. März 2010 - 0:05 #

Für die 3D-Vision-Technik von nVidia gibts bisher nur ein paar wenige Monitore. Die beiden von dir genannten und ein Modell von Samsung, das als erstes auf dem Markt war und immer noch gerne mit den Brillen gebundelt wird.

ATI hat eine vergleichbare Technik in der Hinterhand, will aber die Brillen nicht selbst vertreiben sondern das Industriepartner machen lassen. 120 hz wird ein dazu gehöriger Monitor aber auch haben müssen. Das besondere der neuen nVidia-Software ist auch, dass sie jetzt mit den kommenden 120hz-TV-Geräten arbeitet. Ob und wie ATI da einsteigt ist noch unbekannt, den Markt entgehen lassen werden die sich aber wohl nicht.

Andere Technik, weniger toll vom Blickwinkel aber dafür preiswerter in der Anschaffung: Polfilter wie im Kino. Da sind die Brillen mit 10-20 Euro (oder 2 Euro wenn man sie im Kino mitnimmt :D) deutlich preiswerter. Zalman hat hier einen Monitor im Angebot, der hat 22" Diagonale, ist SEHR blickwinkelabhängig und kostet ca. 220 Euro. Dazu braucht man dann noch eine Software wie TriDef3D für ca. 50 Euro, damit Spiele auch umgerechnet werden. Das funktioniert dann auch mit ATI.

Ike 14 Komm-Experte - P - 1860 - 22. März 2010 - 1:39 #

Die Polfilterbrille habe ich, dank Avatar. :) Aber ich werde lieber auf richtige Monitore in 24" warten, bevor ich mir das überlege. Ich hänge so an meinem Dell mit 1920x1200... als early adopter tauge ich einfach nicht.
Und dann kann ich auch gleich noch auf die ATI-Technik warten, denke ich mal. *hmmm*

Anonymous (unregistriert) 23. März 2010 - 17:52 #

Iz3D - Monitore gehen mit jedem 3d Spiel mittels doppeltem hintereinander gesetztem Bildschirm und Polarisation - sehr ansprechendes Bild mit voller Framerate.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29727 - 23. März 2010 - 18:12 #

Nur arbeiten kann man mit den Dingern nicht mehr. Leider.

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 1985 - 22. März 2010 - 10:24 #

Hi Dod,

klasse News, wie immer eigentlich. Ich wollte eigentlich nur mal ein Lob aussprechen: Imho gehören deine Hardware News (die ja oft schon fast als Reports durchgehen) zum besten hier auf GamersGlobal. Weiter so!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29727 - 22. März 2010 - 13:57 #

Da bedanke ich mich doch mal herzlich :) . Übrigens, für Report-schreiben habe ich momentan sogar ernsthaft Zeit, kannst dich also auch in diesem Punkt auf Lesestoff freuen.

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