Lenhardts Nachtwache: Neue Spiele-Services, die keiner braucht
Teil der Exklusiv-Serie Lenhardts Nachtwache

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Heinrich Lenhardt 9103 EXP - Freier Redakteur,R8,S3,A1
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18. März 2010 - 16:00 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Es liegt in der menschlichen Natur, Dinge zu sammeln und horten. Doch müssen sich Liebhaber von luxuriös ausgestatteten Collector’s Editions und Umverpackungen im allgemeinen langsam nach zukunftsträchtigeren Hobbys wie dem Sammeln von Bierdeckeln umsehen? Denn Steam & Co. waren nur der Anfang: Eines der großen Themen der Game Developers Conference in San Francisco letzte Woche waren neue Online-Services, bei denen Spiele aus der Ferne gestreamt werden. Ob das jemand braucht, ist eine andere Frage.
 
Die Grundidee: Das Spiel ist gar nicht mehr auf dem heimischen Computer, sondern wird quasi ferngesteuert. Es läuft eigentlich auf einem PC im Rechenzentrum und das Spielgeschehen wird – ähnlich wie ein Video, aber halt interaktiv -  auf die heimische Kiste zurückgestreamt. Dadurch soll auch auf Billig-Computern mit Auslach-Grafikchip ordentliche Grafikqualität möglich sein.
 
Selbst wenn man unterstellt, dass die Online-Daten stets so ungestört flutschen, dass keine großen Ruckel-Lags aufkommen, wirken einige angekündigte Geschäftsmodelle wenig attraktiv. So will OnLive rund 15 Dollar im Monat dafür haben, dass man überhaupt Zugriff aufs Netzwerk hat; die Spiele kosten dann extra. Da freut sich David „Shiny“ Perry, denn Earthworm Jims Papa ist beim Konkurrenten Gaikai engagiert. Dessen Technologie soll das kostenlose Ausprobieren von Spielen bis zu einem gewissen Zeitpunkt erlauben, ganz ohne Grundgebühr. Und die Firma InstantAction, bei der Westwood-Urgestein Louis Castle als CEO aufgetaucht ist, hat folgende Idee: Durch Anklicken eines Links in einem Web-Browser kann man schon nach einigen Sekunden oder zumindest Minuten ein PC-Spiel zu starten, möglich macht’s  „progressive Download-Technologie“.
 
Auch wenn das alles in der Praxis toll funktionieren sollte, befürchte ich einen Denkfehler. Wenn ich auf spontanen, schnellen Zeitvertreib aus bin, werde ich auf dem PC mit „kleinen“ Browser-Games und Facebook-Spielen schon gut (und kostenlos) bedient. Wer das nötige Zeit- und Geld-Investment für „richtige“ komplexe Spiele wie Modern Warfare 2 oder Mass Effect 2 aufbringen möchte, ist meist ganz gut informiert und hat einen anständigen PC. Aber dass diese ganzen Online-Stream-Technologien auf einmal FarmVille- und Bejeweled-Gelegenheitsspieler zu Core-Gamer-Titeln locken, das sehe ich einfach nicht. Da haben manche Technologie-Propheten nicht mehr alle Spielepackungen im Schrank.
 
 
Schweres Molyneux-Lob für Heavy Rain
 
Es ist sicher nicht immer leicht, für Microsoft zu arbeiten. Eigentlich müsste man Windows-Mobile-Telefone eifrig verteidigen, auch wenn man lieber auf einem iPhone rumspielen würde. Und wenn die Sony-Konsole PS3 ausnahmsweise mal ein tolles Exklusivspiel abkriegt, schweigt man das besser tot und rückt lieber die Vorzüge der Xbox 360 in den Vordergrund. Es sei denn, man ist Peter Molyneux, seines Zeichens Creative Director of Microsoft Game Studios -- und eine ehrliche Haut. In einem neuen Interview preist Molyneux den PS3-Exklusivtitel Heavy Rain als „absolut brillant“: „Ich empfehle jeden, der einen Blick auf die Zukunft der Videospiele werfen will, sich das zu kaufen“. Heavy Rain zeige „den Weg zu einer neuen Form von Entertainment“ durch die Qualität von Story, Entscheidungen und Konsequenzen. Hey, das könnte fast schon ein GamersGlobal-Testkasten sein. Aber was erwartet uns als nächstes aus der Lobeshymnenküche Microsoft? Schwärmt Steve Ballmer womöglich für God of War 3?

Bernd Wener 19 Megatalent - 13733 - 17. März 2010 - 8:29 #

Herrlich ;)

Ich gehe da mit Heinrich vollkommen konform, diese OnLive und Co. Angebote kann ich nicht 100% nachvollziehen. Allerdings eher aus dem Grund, dass ich nicht glaube, dass in den nächsten 5-10 Jahren die Netze soweit ausgebaut sind, dass das auch wirklich gut funktioniert.

Aber Steve Ballmer, der God of War 3 lobt? Wenn ich mich da an bestimmte Videos von dem guten Mann erinnere, könnte man stellenweise meinen, er IST der God of War ;-)

Tr1nity 28 Endgamer - 101133 - 17. März 2010 - 9:06 #

Wieder eine schöne Nachtwache. Vielen Dank.

Anonymous (unregistriert) 17. März 2010 - 10:30 #

Schöne Kolummne :-)

Anonymous (unregistriert) 17. März 2010 - 10:59 #

Schade, ich habe im Artikel die Info-Datenbank "sc2data.com" von Playata vermisst, sowas braucht auch kein Mensch ...

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 17. März 2010 - 12:00 #

Ich überlege langsam, ob du von einer Konkurrenzseite bist ;)

Anonymous (unregistriert) 17. März 2010 - 14:14 #

nee, ich liebe GG eigentlich, aber das mit der Datenbank macht mich sauer ...

p.s. den H. L. kann ich eigentlich auch gut leiden, schließlich "kenne" ich ihn sei den seeligen Zeiten noch vor der Power Play

floppi 22 AAA-Gamer - P - 34359 - 17. März 2010 - 13:03 #

Das war irgendwie auch mein erster Gedanke als ich die Headline gelesen habe. ;)

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 2031 - 17. März 2010 - 10:57 #

Ich glaube auch nicht so recht an Onlive un Co. Auf der anderen Seite habe ich allerdings in der Vergangenheit auch das Verschicken von kleinen Textnachrichten auf dem Handy für eine Schnappsidee gehalten. Und wer braucht schon herunterladbare Klingeltöne? Ach ja, bei Twitter war ich mir auch ganz sicher, dass das keine Sau braucht...

Vielleicht sollte man als Investor immer bei den Ideen einsteigen, die ich für Unsinn halte...

Fozzie 12 Trollwächter - 1015 - 17. März 2010 - 11:09 #

Naja, das schließt sich ja nicht gegenseitig aus.
Nur weil abertausende von Leuten fleißig nervige Klingeltöne kaufen, die sie nie als solche einsetzen werden, oder belanglose Konversationen per SMS führen, die (wenn überhaupt nötig) in einem Bruchteil der Zeit und für einen Bruchteil der Kosten mittels eines Old-School-Telefongespräches zu erledigen wären, heißt das ja nicht, dass es plötzlich *sinnvoll* wäre, so etwas zu tun... ;-)

roshi 13 Koop-Gamer - 1610 - 17. März 2010 - 11:09 #

hm wäre es dann eigentlich auch möglich jedliche konsoletitel auf dem pc zu zocken? ich meine das kann das Problem doch dann nich mehr sein oder?

Die Idee ansich wird schon klappen denke ich. Es muss sich etablieren. Wenns um neues geht is der Mensch meist träge vor allem hier zu Lande.
Ich bin auf jeden Fall auf diese neue Technik gespannt. Onlive ist da mit abstand das uninteressanteste Angebot. Das werden die aber selbst merken, sollten die anderen Anbieter mehr Erfolg haben

Gecko 13 Koop-Gamer - 1518 - 17. März 2010 - 11:11 #

War wieder nett zu lesen. :)
Die Meinung über die kommenden Streaming Dienste ist nachvollziehbar.
Ich kann mir allerdings vorstellen, dass sich das früher oder später recht stark durchsetzen wird wenn flächendeckend Highspeed Anschlüsse vorhanden sind.
Das ist schon ein Zukunftsmarkt einfach, auch wenn dann leider die normale Distribution weiter zurückgehen wird.

Tchibo 13 Koop-Gamer - 1450 - 17. März 2010 - 11:30 #

aber 15$ sind doch billig Leute.....

Wie oft kauft sich der "normale" Hardcorezocker neue Hardware?
Jedes Jahr?
Alle zwei Jahre?

Gut... sagen wir mal Alle zwei Jahre ein neues Grafikflaggschiff, das liegt dann in Preisregionen von 400€?

Rechnen wir hier einfachkeitshalber mal mit $ == €
24 x 15€ = 360€

OK.. also ist es prinzipiell egal ob ich mir ein neues Grafikwunder kaufe oder den Service buche. Nur ist es ja mit Grafikupgrades allein nicht getan, dann und wann muss auch mal ein neuer Prozessor/Speicher/HDDs usw her.

Wärend ich auch einem Streamingclient "ALLES" so lange spielen kann, bis dieser Client einen Hardwaredefekt hat!

Schade is nur, das die Gaminghardwarebranche dann total den Bach runter geht.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29859 - 17. März 2010 - 11:33 #

Momentan reicht es, alle 1,5-2 Jahre für gerade 130-160 Euro eine neue Grafikkarte zu kaufen. Wenn die CPU zumindest brauchbare Taktraten und zwei Kerne hat, der RAM nicht unter 2 GB angesiedelt ist - dann passt das. Und jetzt sind wir schon wieder in ganz anderen Regionen. PC-Spielen ist preiswert geworden, die ab und an fällige Grafikkarte ist auch nicht teurer, als der Aufpreis, den man in den Nutzungszeit z.b. für teurere Konsolenspiele oder eben Onlive bezahlt.

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 17. März 2010 - 12:01 #

Ich hab eine fast 2 Jahre alte 3850 drin und die hält sich tapfer :)

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 17. März 2010 - 12:28 #

Die Rechnung geht auch für mich nicht auf, durch die vielen Multiplattform-Titel ist es in den letzten Jahren immer weniger notwendig geworden, regelmäßig für viel Geld aufzurüsten. Mein PC ist jetzt drei Jahre als und hat in dieser Zeit nur einmal eine neue Grafikkarte für 150 Euro bekommen. Und ich kann alle Spiele in guter Qualität spielen (zuletzt Dragon Age in 1920x1080). Diese Qualität kann mir Onlive mit Sicherheit nicht liefern, die Datenmengen alleine für die Bilder wären astronomisch.

Das Problem bei den Streaminganbietern ist auch, dass man alles mietet, selbst wenn man ein Spiel 'kauft'. Gibt es den Dienst einmal nicht mehr, sind alle Einkäufe verschwunden. Und diese Hürde (von den technischen Hürden, was die Übertragung via Internet angeht) ist für mich viel zu hoch.

BrentCent (unregistriert) 19. März 2010 - 17:28 #

Geforce 8800 von 2005
Zocke alles in 1650er Auflösung in Max!

Take that unwissende Wiispieler!!

Uebelkraehe (unregistriert) 17. März 2010 - 11:54 #

Ich stimme da nicht ganz überein. Auch unter Zockern, die nicht unbedingt auf ein Farmville stehen, dürfte es genügend geben, denen es bei der Beschaffung des Spiels vor allem auf Bequemlichkeit ankommt. Und selbstverständlich machen reine Streamingservices bei den momentanen Anbindungen noch lange nicht für die Mehrheit Sinn. Aber wer sagt denn, dass sie das müssen? Man kann auch in kleineren Schritten voran schreiten. So etwas etabliert man doch nicht von heute auf morgen...

Riot073 13 Koop-Gamer - 1444 - 17. März 2010 - 12:14 #

Ich weiss auch nicht Recht was ich davon halten soll.Ich kauf mir die Spiele zwar lieber,aber kostengünstiger ist es glaub ich schon mit so einem Service.Ich will gar nicht zusammenrechnen wie viel Geld ich schon für Spiele ausgegeben habe die im nachhinein einfach nur schlecht waren.Und wenn mann immer "aktuell" bleiben will braucht mann fast alle 2 Jahre einen neuen Rechner.Ich lass mich mal überaschen wie das ganze weitergehen wird.

Ganon 23 Langzeituser - P - 39091 - 17. März 2010 - 12:44 #

Ich hab auch gerade erst mit einer GraKa für 130 € aufgerüstet (mehr ist eigentlich nicht nötig), allerdings gibt es ja noch ein paar Hardware-Komponenten mehr. Der Witz bei OnLive/Gaikai ist ja, dass man, sobald man HD-vieos flüssig abspielen kann, theoretisch nie wieder aufrüsten muss. Deswegen finde ich Heinrichs Argument, der ernsthafte Spieler habe eh schon einen anständigen PC, nicht ganz sinnvoll. Dennoch stehe ich dem ganzen nch skeptisch gegenüber. Die Online-Verbindung muss nahezu perfekt sein, man zahlt monatliche Gebühren plus Spielepreise und die Spile "gehören" einem noch weniger als bei einem Steam-Download. Ich glaube nicht, dass sich das momentan durchsetzen wird, vielleicht in 5-10 Jahren. Wer weiß, vielleicht belebt es in USA den dort derzeit sehr schwachen PC-Spielemarkt neu.

Fyyff (unregistriert) 17. März 2010 - 13:44 #

Und HD-Videos haben welche Auflösung? 720p? 1080i...p? Dafür braucht man ne sehr dicke Leitung um das flüssig (also ohne merkliches Lag zwischen Eingabe und Ausführung) zu sehen.
Im Übrigen müßte das ganze quasi in Echtzeit in ein HD-Video konvertiert werden, wenn ich das richtig sehe. Das wird mit den heutigen Codecs nicht gehen ohne Artefakte, Schlieren etc.
Es sei denn OnLive und Co. haben da eine ganz neue tolle Technologie erfunden, und das ist unwahrscheinlich.
Wenn man eine solche revolutionäre Streamingtechnologie hat braucht man keinen Quark mit gestreamten Spielen machen, dann kann man sich auch gleich ohne größere Arbeit die Millionen von Youtube und Co. holen.

Pusteblume (unregistriert) 17. März 2010 - 14:17 #

Aber genau das ist der Fall. Neuer Kompressionsalgorithmus, der direkt in einen selbst entwickelten Chip integriert ist. Dauer für die Kompression laut Onlive 1 ms. So hab ich das jedenfalls aus den bei youtube zu findenden Videos in Erinnerung.

Fyyff (unregistriert) 17. März 2010 - 19:08 #

Warum dann mit popeligen Games abgeben? Viel mehr leistungsloses Einkommen gäbs ja wohl wenn man diese Supergeheimtechnologie einfach an die gefühlt 10 Fantastilliarden Videostreamingportale lizensieren würde. Die würden das doch wie geschnitten Brot kaufen.

Pusteblume (unregistriert) 17. März 2010 - 19:58 #

Darauf kann ich dir leider keine vernünftige Antwort geben. Kann sein das es irgendwo in den Videos auf youtube erklärt wird, aber der eine Vortrag auf den ich mich beziehe dauert fast eine Stunde und das hab ich nicht alles im Kopf. Was aber dort definitiv gesagt wird ist das was ich oben schon sagte. Wenns dich ineterssiert schau dir den Videovortrag auf youtube an. Einfach nach Steve Perlman the process of invention suchen.

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 17. März 2010 - 21:56 #

Die ganzen Theorien von Steve Perlman habe ich auch schon gehört / gelesen. Ich stimme aber den meisten hier zu, wenn es für sie möglich ist, innerhalb von 1ms HD-Qualität zu erzeugen, wäre das absolut revolutionär und jenseits von allem, was es jetzt gibt. Wer mehr dazu wissen, sollte sich auch einmal die Digital Foundry Artikel zu dem Thema bei eurogamer.net ansehen.

Ich habe auch viele Artikel und Meinungen gelesen, die davon ausgehen, dass OnLive sehr stark im Bereich Videokonferenzen aktiv sein wird. Dafür klingt das Ganze auch sinnvoller als für Spiele...

Cohen 16 Übertalent - 4575 - 18. März 2010 - 0:57 #

"Der Witz bei OnLive/Gaikai ist ja, dass man, sobald man HD-Videos flüssig abspielen kann, theoretisch nie wieder aufrüsten muss."

Du schreibst es ja schon selbst: theoretisch.

Denn bei jedem Spiel, das man per OnLive bekommt, wird es etliche geben, die man dort nicht bekommt. Und für diese Fälle brauchen Spieler, die auf diese Titel nicht verzichten wollen, eh wieder einen eigenen flotten PC. Natürlich wird sich (bei Erfolg des Geschäftsmodells) im Laufe der Jahre die Spieleauswahl ständig vergrößern, aber eine 100%ige Abdeckung des Spielemarktes wird man nie erreichen.

Falls OnLive ein Erfolg wird, werden die großen Publisher ihr eigenen Streamingservice aufziehen und ihre Toptitel exklusiv anbieten... und plötzlich muss man sich bei einem Dutzend unterschiedlicher Anbieter anmelden, um keinen interessanten Titel zu verpassen.

Falls man dann noch Spiele abseits des Mainstreams sucht, hat man vermutlich bei sämtlichen Streaming-Anbietern Pech.

robsetabse 10 Kommunikator - 440 - 17. März 2010 - 14:05 #

"Billig-Computern mit Auslach-Grafikchip"

haha, sehr lustige formulierung!

Anonymous (unregistriert) 17. März 2010 - 15:38 #

Ich kann den OnLive-Käse nicht mehr hören!

Das ist meiner Meinung nach technisch unmöglich.
Ethernet-Verkabelung und schon gar nicht DSL können die
hochperformante Grafikverbindung von PC zum Monitor ersetzen,
aber das ist doch die Idee dahinter!

Liebe GamersGlobal-Redakteure, kann das nicht einmal jemand
ausrechnen und einen Artikel dazu schreiben.
Bis zu welcher Displayauflösung bei welcher Framerate
ist OnLive realistisch?
Unter welchen Einschränkungen könnte das funktionieren?
(Spezielle Streaming-Protokolle für 2D-Scrolling, Sprites, usw,
die doch wieder eine lokale "Game-Engine" voraussetzen?).

Ich behaupte einfach mal, dass die technologisch nicht mit
lokal ablaufenden Flash-Spielen im Browser mithalten können.
Schon Canabalt lebt von einer flüssiger Framerate.
Spielt das einmal in einem Gigabit-Netzwerk mit über Remote Desktop
auf einem zweiten PC, der mit einer Full-Duplex Leitung als Server
direkt neben euch steht. Ich denke das wird nix ...

Pusteblume (unregistriert) 17. März 2010 - 18:47 #

Du hast aber schon verstanden, dass das eigentliche Spiel nicht mehr auf deinem Rechner läuft und du eigentlich nichts anderes als einen Videostream auf deinem Monitor siehst?

Anonymous (unregistriert) 18. März 2010 - 4:23 #

Das hat er. Mein anonymer Kollege spielt, denke ich, darauf an, dass, um die zu übertragenden Daten auf ein handhabbares Maß zu begrenzen, ähnlich wie z.B. bei P-Frames in MPEG4-Videos keine vollständigen Bilder übertragen werden, sondern nur die Veränderungen im Vergleich zum vorangegangenen Bild. Und dass es für verschiedene Grafikaspekte (Scrolling, Sprites) unterschiedliche Kodierungsmöglichkeiten geben könnte.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 17. März 2010 - 15:40 #

Unterhaltsamer und zugleich fundierter Beitrag. Vielen Dank! :)

Guldan 17 Shapeshifter - P - 8355 - 17. März 2010 - 17:16 #

SchöneKolumne und stimme da auch zu.

The King 09 Triple-Talent - 282 - 17. März 2010 - 19:22 #

Eigendlich sollte man den Leuten, die versuchen diese Technik durchzusetzen, nur mal bei Ubisoft vorbei schicken^^

Da sieht man ja, wie zuverlässig so etwas läuft, wenn es mehr als 3 Leute gleichzeitig nutzen wollen.

dummyuser 05 Spieler - 42 - 17. März 2010 - 21:28 #

Über Onlive zu sagen das brauche keiner ist wie in den 50ern gesagt zu haben: "Fernsehen? Das braucht doch keiner."

Ich sehe services wie Onlive in frühestens 10, eher 20 Jahren als die Möglichkeit, Spiele auf den Fernseher zu bringen und Konsolen zu verdrängen, dafür die "GameStreaming" SettopBoxen zu ubiquitären Geräten zu machen wie es heute DVD Player sind: sie kosten dann deutlich unter 30€ und jedes Gerät funktioniert - man muss nicht lange rätseln welches man nimmt, es sei denn sie sind auf einen bestimmten GameStreaming service optimiert. Wobei ich denke bis dahin gibts nur 2-3 global player dessen streams von jedem Gerät einheitlich verarbeitet werden kann, analog zu den Steckkarten die Bezahlfernsehen entschlüsseln, unabhängig welchen SAT/Kabel Receiver man besitzt.

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 17. März 2010 - 22:00 #

Das Problem wird aber mehr und mehr die mangelnde Qualität des Internets selbst sein. Die jetzige, gewachsene Struktur ist nicht dafür ausgelegt, in konstanter Qualität Datenmengen durch die Gegend zu schieben, die für HD-Video notwendig sind. Dafür bräuchte es eine strukturelle Reform der Netz-Infrastruktur, und die wird es in meinen Augen nie geben, weil niemand bereit ist, diese zu bezahlen.

OnLive fabuliert im Moment von HD-Videos in 720p, eine Auflösung, die für PCs doch lächerlich ist. Aber selbst für 720p braucht man eine irrsinnige Bandbreite, um einen flüssigen Videostrom zu gewährleisten.

Ich halte das System lange nicht so revolutionär wie das Fernsehen vor 50 Jahren, der Vergleich passt nicht. Für mich sieht OnLive als Spieleplattform wie der feuchte Traum der großen Publisher aus, nie wieder ein Spiel ausliefern zu müssen und die volle Kontrolle darüber zu haben, wer wann was spielt. Und die Kontrolle darüber, jederzeit den Stecker ziehen zu können.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29859 - 17. März 2010 - 23:30 #

Es gibt Streamingmöglichkeiten, die man daheim testen kann. Server auf dem PC aufsetzen, Client auf dem Zweitrechner oder Notebook, LAN- oder WLAN-Verbindung, fertig. Dummerweise ist Spielen damit selbst in 640x480 mit einer nur durchschnittlichen WLAN-Verbindung nicht möglich...

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9413 - 18. März 2010 - 2:37 #

Abgesehen davon denk mal an die Latenz. Ich krieg ein Bild und beweg meine Maus. Das Signal muss durch die Leitung zum Server und von dort als Bild wieder zu mir. Da kann man einen Shooter doch vergessen. Kanns mir nicht vorstellen dass das geht. Selbst wenn die Bandbreite reicht.

Warwick (unregistriert) 18. März 2010 - 10:19 #

Und ein Internetausfall zuhause (aus welchen Gründen auch immer), und ich kann das niedliche OnLine-Gerät nur noch als Briefbeschwerer benutzen.

Dann kann man vermutlich noch nichtmal irgendwelche Ausfallentschädigungen bei einem aktiven OnLive-Abo geltend machen, weil sich die Betreiber in den AGB´s da vorher ziemlich heftig absichern werden und im Falle eines Ausfalls des Internetanbieters die Verantwortung dann eh nicht beim OnLive-Betreiber liegt.

Im Bekanntenkreis erlebe ich es regelmäßig, dass Leute Ausfälle oder Verbindungsschwierigkeiten haben - mal ganz davon abgesehen dass es noch genügend Regionen gibt, die nicht über 6000er Leitungen hinauskommen.

Konsolenhardware ist doch mittlerweile total erschwinglich - und wer sich keine Konsole leisten kann, der wird auch mit den monatlichen OnLive-Gebühren Probleme haben (alternativ kann man sich ne normale Konsole auch in Raten kaufen).

Außerdem wird mit Sicherheit auch soetwas wie Serverwartung hinzukommen, "Hackerangriffe" a la Ubisoft-Starter und am Ende ist der Kunde der Dumme.

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