IGN: Mediengigant kürzt flächendeckend Stellen (2. Update)

Bild von Philipp Spilker
Philipp Spilker 22468 EXP - 20 Gold-Gamer,R10,S10,C10,A10,J5
Dieser User unterstützt GG seit drei Jahren mit einem Abonnement.Betatester: War bei der Closed Beta von GamersGlobal (März bis Mai 2009) dabeiAlter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtArtikel-Schreiber: Hat 15 redaktionelle Artikel geschriebenAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertMeister-Tester: Hat 10 Spiele-/Technik-Tests veröffentlichtIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Archivar: Hat Stufe 10 der Archivar-Klasse erreichtSilber-Cutter: Hat Stufe 10 der Cutter-Klasse erreichtSilber-Schreiber: Hat Stufe 10 der Schreiber-Klasse erreichtSilber-Reporter: Hat Stufe 10 der Reporter-Klasse erreicht

18. März 2010 - 15:00 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Update 17.3., 12:30 Uhr:

Hilary Goldstein, Redakteur bei IGN, hat inzwischen über seinen Twitter-Account die Namen von vier von den Kürzungen Betroffenen gepostet. Neben Chris Roper haben demnach auch Andy Eddy und Tom Price ihren Job verloren. Beide hatten führende Positionen bei der Website TeamXbox inne, womit sich das gestern bereits kursierende Gerücht bestätigt. Der Vierte im Bunde ist Gerald Villoria von GameSpy (ebenfalls zur IGN-"Familie" zugehörig). Damit verlassen vier Branchen-Veteranen IGN.

Update 17.3., 1:49 Uhr:

Über Twitter hat sich inzwischen Chris Roper als einer der von den Kürzungen Betroffenen zu Wort gemeldet. Er arbeitete seit 2003 bei IGN und war zuletzt Chefredakteur der PS3-Redaktion und Moderator des IGN Beyond Podcast. Außerdem machen Spekulationen die Runde, dass die ebenfalls zu IGN gehörende Website TeamXbox von den Kürzungen in großem Ausmaß betroffen sein könnte. Bisher ist nichts offiziell, aber die letzten drei Tweets von Redakteur Arthur Gies lesen sich wie folgt und lassen vermuten, dass das Gerücht wahr ist, auch wenn er selbst nicht betroffen zu sein scheint.

Mist. Ich brauche einen Drink. Nicht dass ich mir einen genehmigen werde, aber ich bräuchte dringend einen. Mitleidsbekundungen brauchen aber andere als ich.

Wir werden euch, sobald sich der Schleier der Gerüchte gelegt hat, weiter auf dem Laufenden halten.

Originalmeldung 17.3., 0:21 Uhr:

Die letzten Monate hielten speziell für Spiele-Entwickler die ein oder andere Hiobsbotschaft parat. Das gesamte Jahr 2009 wird hierbei insbesondere als Jahr der Stellenkürzungen in die Geschichte der Gamesbranche eingehen. Im Bereich des Spielejournalismus aber waren seit der so genannten 1Upocalypse im Januar des letzten Jahres keine besonders großen Kürzungen mehr aufgetreten. Unserer Meinung nach hätte das auch ruhig noch ein bisschen so weitergehen können, weder wir noch die Journalistenkollegen hätten sich darüber beklagt. Aber einer Meldung der Website Joystiq zu Folge stört nun Roy Bahat, seines Zeichens Oberhaupt des Medienriesen IGN, die Idylle.

Er schickte vor wenigen Stunden eine interne Memo an alle Angestellten, in der er umfassende Kürzungen in allen Abteilungen (IGN berichtet nicht nur über Computerspiele auf allen Plattformen, sondern auch über andere Bereiche wie beispielsweise Fernsehserien) ankündigt. Im Schlusssatz bittet er darum, dass diese Meldung bitte streng geheim gehalten werden und nicht an die Außenwelt dringen soll. Nun: einem der gefeuerten Angestellten scheint diese Bitte herzlich egal gewesen zu sein.

Deswegen können wir nun folgende Passagen der internen Memo lesen:

Heute ist ein schwarzer Tag für IGN. Wir mussten die Größe unserer Organisation mindern und eliminieren Stellen in jeder Abteilung. Wir bemühen uns sehr, einfühlsam und fair mit den betroffenen Leuten umzugehen. Wir gehen diesen Schritt, um Kosten zu reduzieren. Wir stehen zwar ganz gut da -- wir machen Profit und unser Publikum wächst stetig -- aber wir spüren dennoch die Krise der Wirtschaft und müssen sicherstellen, dass wir dort investieren können, wo sich die Gelegenheit ergibt. [...] Wir verlieren Kollegen, die uns überhaupt erst dorthin gebracht haben, wo wir jetzt sind. [...] Wir sind ihnen von ganzem Herzen sehr dankbar für alles, was sie in den letzten Jahren für uns getan haben.

Was sich die heute Gefeuerten mit dieser Dankbarkeit kaufen können, sei an dieser Stelle mal in den Raum gestellt. Wen es alles getroffen hat und ob sich dadurch Podcasts, ganze Rubriken und Teams auflösen werden oder zumindest neu formieren müssen, ist bisher nicht bekannt. Aber wie auch schon die Memo von Bahat dürfte auch dies in naher Zukunft an die Öffentlichkeit dringen.

Ein kleiner Trost für die Betroffenen dürfte vielleicht ein Blick auf das sein, was nach anderthalb Jahren aus den Betroffenen der Kürzungen bei 1Up Anfang 2009 geworden ist: sie sind längst wieder zurück im Geschäft und beispielsweise mit der weltweit unter Gamern beliebten CO-OP-Show auch sehr erfolgreich.

Dennoch: seinen Job zu verlieren macht nie Freude. Wir wünschen den Kollegen alles Gute.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 17. März 2010 - 1:27 #

Das ist hart. Mal abwarten wie sich das auswirkt. :(

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6673 - 17. März 2010 - 1:27 #

"Was sich die heute Gefeuerten mit dieser Dankbarkeit kaufen können, sei an dieser Stelle mal in den Raum gestellt."

Also das finde ich irgendwie unangebracht, weil wertend. Wenn es Firmen gut geht stellen sie ein, und die Jobs will dann natürlich jeder. Wenn es ihnen schlechter geht müssen sie nunmal entlassen, so ist das in der Wirtschaft. Heutzutage scheint jeder davon auszugehen dass Firmen irgendeine Verpflichtung haben auch wenn sie Verlust machen alle Leute zu behalten, die man in guten Zeiten angeheuert hat...

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 17. März 2010 - 1:47 #

In einem anderen Teil der Memo wird als Erfolg der letzten Zeit ein Zuwachs des Publikums um 40% genannt. Das liest sich jetzt nicht unbedingt so, als ob es IGN unglaublich schlecht gehen würde. Wieso also die Stellenkürzungen auf so breiter Basis? Die Prinzipien der Marktwirtschaft sind mir schon klar. Aber wenn jemand in einer Memo, in der es um Stellenkürzungen geht, zunächst von der Notwendigkeit dessen spricht und dann lauter "good news" für den Konzern genannt werden, dann gehe ich auch auf diesen Widerspruch ein.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6673 - 17. März 2010 - 10:36 #

Das ist grundsätzlich richtig, aber wenn ich feststelle wie ich mit meiner Firma mit halb so vielen Leuten doppelt so viel Gewinn machen kann dann ist es trotzdem mein Recht das so zu machen. Wobei ich dir zustimme, dass das von der moralischen Seite aus durchaus hinterfragt werden sollte. Aber jeder Unternehmer hat dieses Recht in den meisten westlichen Ländern.

Spitter 12 Trollwächter - 1180 - 17. März 2010 - 2:26 #

Faerwynn beispiel :

"wir machen Profit und unser Publikum wächst stetig"

Natürlich möchte heutzutage jeder seinen job behalten , aber dieser obere Satz aus der Memo wiederlegt deine aussage mit den Verlusten ! Wenns der Firma ja nun wirklich dreckig gehen würde , hätte ich ja auch noch verständniss dafür , aber nach so einem Satz , dann auch noch den gefeuerten zu danken , welch ein wiederspruch . Ist wie bei den Ölkonzernen oder allgemein , es kann nie genug sein :)

Starslammer 15 Kenner - P - 2745 - 17. März 2010 - 6:07 #

Dies ist nicht nur bei den Ölkonzernen so, mit der "Finanzkrise" hat man immer eine gute Ausrede Mitarbeiter zu entlassen, weil man "nur" über 10 % Gewinne in 2009 gemacht hat und man Nummer 1 als Global Player sein möchte und man deswegen so schlank wie möglich sein will. Mitarbeiter haben nicht viel davon und Aktionäre, wie auch die Manager ziehen sich hohe Dividenden und Bonuszahlungen aus der Aktion.

Und bei der nächsten Krise geht es denen wieder so schlecht, weil sie mal wieder keine Rücklagen für schlechte Zeiten angelegt haben !

Wird irgendwie von Jahr zu Jahr schwieriger, bis es auch dort mal endgültig kracht !

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73393 - 17. März 2010 - 8:02 #

Das ist bitter.

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 17. März 2010 - 8:13 #

Alter...

Das ist doch nicht Ihr ernst. Mal die ganzen wirtschaftlichen Aspekte etc. beiseite, Ich schalt jetzt mal den rationellen Modus ab... Moment...

DIESE BL%§)N AR"=(*'#+-., DAS KÖNNEN DIE DOCH NICHT MACHEN!!! MEINE LIEBLINGSSEITE!!!! MEINE PODCASTs, MEINE GELIEBTEN GEHALTLOSEN ABER WITZIGEN VIDEOS!!!!

Ich bin sonst ein absolut friedlicher Mensch, aber ICH KÖNNTE DEN VERANWORTLICHEN UND DEN AKTIONÄREN IH") "?(_;*/&%$§§""! IN DEN HALS SCHIEBEN!!!!

So, mpfff... sorry. Aber es überkam mich gerade. Ernsthaft, das tut mir mehr als im Herz weh. Ich höre Ihre Podcast's mehr als nur regelmäßig und kenne deshalb die Redakteure ziemlich gut und mir tut das so unfassbar leid für Sie...

Scheiß-Tages-Anfang ... ich leg mich wohl wieder hin...

Loco 17 Shapeshifter - 8090 - 17. März 2010 - 8:25 #

@Philipp Spilker
Hast du das Memo von Jörg noch gar nicht bekommen, oder warum schreibst du noch News? *grins*

Ansonsten wundert mich das nicht, Ist halt vieles nicht so wie es sein sollte mit Geld verdienen im Internet. Außerdem waren einige Sachen viel zu Professionell realisiert worden, das war kein Niveau für eine Gaming Website... egal wie groß.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 17. März 2010 - 8:36 #

Ach wieso, Philipp bezahlt Jörg doch dafür, dass er schreiben darf ;) ..

Loco 17 Shapeshifter - 8090 - 17. März 2010 - 13:49 #

;) auchn guter Witz

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 17. März 2010 - 8:53 #

Twitter Eintrag von Hilary Goldstein:

"No one was fired. Lay offs are rough. Roper, Andy Eddy, Tom Price and Gerald Villoria were the writers who had t be let go. :/"

Vidar 18 Doppel-Voter - 12265 - 17. März 2010 - 10:01 #

naja IGN vermisse ich eigentlich nicht zumindest die tests denn diese sind zu 90% nicht zu gebrauchen!
aber dennoch keine schöne meldung vorallem der satz ihnen würde es gut gehn aber wir entlassen dennoch ärgert mich...

Creasy (unregistriert) 17. März 2010 - 12:27 #

Mist, und ich arbeite bei IGN als Freelancer.. Oh oh :(
Und bidde was, Chris Roper ist jetzt weg? Oder wie? Der Hauptguy von Beyond?! Oder hab ich was falsch verstanden...
Jesus, die einzig wirklich gute Spieleseite... Tests sind zwar überall sinnlos und lächerlich aber hier auch noch als einzige Stelle einigermaßen richtig..die lustigsten Redakteure überhaupt.. Naja, gibt sie ja natürlich weiterhin, aber trotzdem. :(

Stefan Schmitt 12 Trollwächter - 984 - 17. März 2010 - 14:03 #

Auf was für einer Lohnbasis? Ich denke fast, dass, wenn du nicht sonderlich viel verdienst, dein Job recht sicher ist. (Davon ausgehend, dass andere für deine Arbeit mehr Geld bekommen würden)

bersi (unregistriert) 17. März 2010 - 14:20 #

Musst nicht alles glauben, was der Creasy schreibt. Das ist auch nur eine von vielen Attention-Whores :)

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 17. März 2010 - 14:14 #

Leider gilt heutzutage eine Firma schon als gefährdet wenn sie nicht mehr Profit gemacht als im vorigen Jahr. Die Manager haben leider noch nicht begriffen das ewiges Wachstum nicht funktionieren kann.
Die Leittragenden von Missmanagement sind immer die kleinen Angestellten, die sich viel mehr mit der Firma identifizieren können, als die Manager die meist nur ein paar Jahre in dem Unternehmen verweilen.

Stefan Schmitt 12 Trollwächter - 984 - 17. März 2010 - 14:30 #

Sehe ich in dem Fall anders. Wahrscheinlich gab es entweder noch interne Konflikte, weshalb diese Leute ihre Führungspositionen räumen mussten, oder aber, sie waren für ihre Arbeit schlicht zu teuer und IGN wird auf billigere Kräfte setzen. Außerdem sehe ich es zumindest bei Websites auch so, dass man ein Wachstum von einem Jahr zum nächsten sehen sollte - und zwar am besten ein Fettes. Andernfalls gibt es Mitbewerber, die ihren Job besser machen und dir die Kohle nehmen.

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 1939 - 17. März 2010 - 14:38 #

Full Ack.

Mal abgesehen davon, dass ich persönlich von dieser Theorie vom Ende des gesamtwirtschaftlichen Wachstum nicht viel halte (das wird von einigen Apologeten ja schon seit mindestens 50 Jahren diagnostiziert), gibt´s ja wohl Teilbereiche, die immer noch wachsen können.

Das Internet als ein Teilbereich der Wirtschaft ist ja nun mal nachwievor ein Wachstummarkt und wenn man da nicht kräftig mitwächst, heisst das eben langfristig nichts anderes als dass man Marktanteile verliert.

Stefan Schmitt 12 Trollwächter - 984 - 17. März 2010 - 14:44 #

Meistens noch mit der Folge: Die guten Mitarbeiter wechseln zur Konkurrenz, die ihnen mehr bieten + Sponsoren springen ab. Es folgt: Qualitäts- und Einnahmeverlust. Da dann wieder herauszukommen, ist nicht ganz einfach. Ich glaube, da muss jeder nachvollziehen, dass man da lieber rechtzeitig einlenkt und das verfügbare Geld umverteilt, um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein.

Das ist allerdings eine sehr allgemeine Aussage, die ich nicht auf IGN beziehen möchte. Dafür kenn ich mich viel zu wenig mit dem Unternehmen aus.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)