Spiel klärt Kinder über Landminen auf (+Video)

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18. März 2010 - 16:00 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam wurden in den letzten 30 Jahren mehr als eine Million Menschen durch Landminen getötet oder verstümmelt. Bei jedem dritten bis vierten Opfer handelt es sich um ein Kind. Ein Projekt der Michigan State University will jetzt mittels des Computerspiels Undercover UXO Kindern in von den Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen betroffenen Ländern wie Kambodscha beibringen, die Gefahr zu erkennen und Minen zu vermeiden.

Laut Corey Bohil, Visitant Assistant Professor an der Universität und Leiter des Projekts, gab das Versagen herkömmlicher Aufklärungsmethoden den Anstoss für die Entwicklung des Programms.

Lokale Gemeinschaften versuchten jahrelang, den Leuten beizubringen, Minen zu vermeiden. Sie hielten Gemeindeältesten Vorträge, veröffentlichten Broschüren - nichts half.

In dem Spiel hat der Spieler die Aufgabe, sich auf der Suche nach Futter für ein Pokemon-ähnliches Tier durch ein Labyrinth zu bewegen. Dabei trifft er oder sie auf verschiedene Anzeichen für Minen wie tote Tiere, aufgewühlten Boden oder zerstörte Fahrzeuge und muss diesen ausweichen. Die Stimmung des Tiers verändert sich entsprechend dem Verhalten des Spielers.

Wenn der Spieler die Anzeichen erkennt und sie vermeidet, findet das Tier Futter und alle sind glücklich.

Bohil hofft darauf, dass Undercover UXO in Zusammenarbeit mit dem One-Laptop-per-Child-Programm zu den Kindern gelangt, die es vor den Gefahren von Minen warnen soll. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das durch sehr einfache, robuste und billige Notebooks Kindern in Entwicklungsländern Bildungschancen eröffnen soll.

Video:

ChrisL 30 Pro-Gamer - P - 140682 - 17. März 2010 - 9:09 #

Was hälst du vom neuen Teaserbild? Das vorherige hatte unschöne schwarze Rahmen links und rechts, das jetzige zeigt dafür nur einen Teil des Notebooks, aber - meiner Meinung nach - noch genug vom eigentlichen Thema der News, dem Spiel.

Uebelkraehe (unregistriert) 17. März 2010 - 11:41 #

Ich finde es bedeutend besser - vielen Dank!

Haroon (unregistriert) 17. März 2010 - 12:26 #

also ich finde es sollte noch dazu stehen wo die landmienen sind, den nach america sieht das bestimmt nicht aus, eher nach vietnam oder wo die amis auch immer zugeschlagen haben, würde mich auch wundern wenn die amis einfach so landmienen bei sich rumliegen lassen würden.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 17. März 2010 - 12:44 #

Hier wiedermal Anti-USA auspacken bringts auch nicht. Natürlich haben die Amis nen Haufen Minen in der Welt verstreut, aber sie sind beileibe nicht die Einzigen.
http://en.wikipedia.org/wiki/Land_mine#manufacturers

Wobei ich zugebe dass diese Liste da schwer nach Schurkenstaatsliste aussieht ;)

Haroon (unregistriert) 17. März 2010 - 12:57 #

Ich weiß das es nichts bringt, aber die waren bei weitem die mit den meisten mienen und ressourcen, da denke ich schon das man eine gewissen verantwortung an den tag legen sollte und, etwas unternehmen sollte um die mienen die man da rumschleudert auch wieder einzusammeln, ich würde es nämlich nicht lustig finden wenn mein kind beim spielen auf ne miene tritt und dann um nen paar körperteile erleichtert wird nur weil die amis ihren dreck nicht sauber machen wollen...

aufklärung ist gut, aber im falle der mienen würde ich es eher begrüßen, wenn die wieder wegeräumt werden würden..., man kann von kindern echt nicht erwarten, das sie ihre kindheit damit verbringen ausschau nach landmienen zu halten und wenn sie erwachsen sind hörts natürlich nicht auf...

@Uebelkraehe: könntest du bitte noch ergänzen um welches land es sich handelt. Danke.

Uebelkraehe (unregistriert) 17. März 2010 - 13:10 #

Es handelt sich nicht um ein einzelnes Land, sondern generell sollen von Kriegsfolgen betroffene Länder damit unterstützt werden. Spezifisch erwähnt wird Kambodscha. Ich habe das noch ergänzt.

Im übrigen kann ich deine Kritik nachvollziehen - auch wenn sie etwas einseitig US-fixiert ist - aber ich denke, man darf nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Klar sollte man darauf hin arbeiten, solche Probleme erst gar nicht entstehen zu lassen. Das hilft jedoch den Menschen, welche jetzt davon betroffen sind, nicht weiter. Das eine tun ohne das andere zu lassen kann da eigentlich nur das Motto sein, weshalb dieses Projekt im speziellen imo durchaus Beachtung und Anerkennung finden sollte.

Juls2k1 10 Kommunikator - 460 - 17. März 2010 - 13:20 #

ähhm, ich weiß zwar nicht in was für einer Welt du lebst, aber ich kann dir aus eigener Erfahrung (befinde mich derzeit im Kosovo) sagen, dass Staaten wie die USA nicht daran schuld sind, dass hier nach wie vor, vor allem an den Grenzübergängen und auf den Bauernhöfen sehr viele Mienen liegen. Das waren unter anderem die UCK (K.Albanische Befreiungsarmee) und auf der anderen Seite die Serben, die nicht dokumentierte Mienensperren anlegten. Die Amerikaner legen selten Antipersonenmienen irgendwo hin und schon gar nicht, ohne diese entsprechend zu kennzeichnen, bzw. zu dokumentieren, so das sie später wieder eingesammelt werden können. Arbeite selber mit dem amerikanischen EOD (Sprengräumkommando) zusammen und begleite sie oft dabei, wie sie sogenannte UXO´s vernichten. Die "bösen" sind also nicht immer die USA... Wobei bei einer Sache hast du sicherlich recht, sie besitzen die meisten Ressourcen und was man ihnen wirklich zum Vorwurf machen kann, ist das sie bis heute nicht das internationale Abkommen zum Herstellungsverbot von Antipersonenmienen unterzeichnet haben.

floppi 22 AAA-Gamer - P - 33839 - 17. März 2010 - 13:38 #

Die Anti-USA Schiene ist in diesem Falle sogar völlig unangebracht. Die meisten verlegten Minen, welche auch heute noch liegen, wurden zumeist in Bürgerkriegen oder Scharmützeln von irregulären Kräften -- sprich Rebellengruppen, illegal bewaffneten Gruppen usw. -- verlegt. Ganz vorne dabei ist übrigens Kolumbien.

Die von modernen Armeen verlegten Minen wurden zumeist kartografiert und wieder entfernt, was auf die "irregulären" Minen nicht zutrifft.

Nicht abzustreiten ist jedoch, dass die USA neben China, Russland und Indien, die größten Minenproduzenten sind. Doch auch hier gilt zu beachten - wer soll bestraft werden, derjenige, der die Waffe produziert und verkauft oder derjenige, der sie einsetzt und damit verletzt und tötet?

PS: Mine, nicht MiEne.

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 17. März 2010 - 18:30 #

Deutschland gehört mit Thyssen&Krupp immer noch zu den größten Kriegstreibern...

Zum Thema: Finde ich super solche Aufklärungsspiele. Gabs doch letztens schon eins für Kinder die in afrikanischen Ghettos aufwachsen über HIV, Gewalt, Drogen etc.

Dragor 14 Komm-Experte - 2161 - 17. März 2010 - 18:56 #

Nur das bei Thyssen&Krupp keine Anti-Personenminen hergestellt werden.

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 17. März 2010 - 19:57 #

OK. Trotzdem verabscheue ich es dass sich deutsche Firmen mit Waffen goldene Nasen verdienen. Dass ist einfach ekelhaft. Vorallem wenn man sich die Kunden mal so ansieht.

Juls2k1 10 Kommunikator - 460 - 17. März 2010 - 20:51 #

stimmt, böser Fehler ;)

und zum Verlegen, hier in Ex-Jugoslawien wurde auch ein Großteil der Minen (meist russischer Bauart nicht US) von einfachen Bauern verlegt, um z.B. privates Gut zu schützen. Teilweise sind diese Bauern dann geflohen oder verschwunden, die Minen aber blieben zurück.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 17. März 2010 - 12:28 #

"Schöner" Artikel! Danke, sehr interessant!

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 35891 - 17. März 2010 - 13:04 #

Im Video ist von Kamodscha und anderen Gebieten die Rede. Es spielt ja eigentlich keine Rolle, wer die Minen wo verstreut hat. Nur dass sie da sind und Kinder lernen sollen, sie zu erkennen. Und eine spielerische Herangehensweise ist da immer gut, denke ich.

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