InstantAction: Highend-Titel bereits beim Downloaden spielen

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Name 0 EXP - Neuling
17. März 2010 - 13:04 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Anspruchsvolle Spiele direkt im Browser per Klick auf einen Link oder eingebettet in beliebige Webseiten spielen -- diese Idee verfolgt unter anderem OnLive oder auch Dave Perry mit Gaikai. Auf der Games Developers Conference präsentierte InstantAction-CEO Louis Castle (der Westwood mitbegründete und die letzten Jahre als Vice President bei EA Los Angeles wirkte) nun einen anderen Ansatz: 

InstantAction will Spiele progressiv auf den PC laden und vom Browser aus spielen lassen. Das heißt, sie können bereits nach wenigen Minuten gespielt werden, während sie im Hintergrund weiter herunterladen. Diese Technik unterscheidet sich grundlegend von OnLive oder Gaikai, die nur die Grafik und den Sound übertragen, während das eigentliche Spiel auf einem fernen Server läuft. Völlig neu ist das Konzept von InstantAction zwar nicht; auch der Metaboli Player (unter anderem von Gamesload verwendet) kann teilweise nur partiell heruntergeladene Spiele bereits starten. Doch innerhalb weniger Minuten funktioniert das nicht.

InstantAction lässt das jeweilige Spiel im Browser oder im Vollbildmodus ablaifen und bietet grundsätzlich eine 20minütige kostenlose Testphase. Anschließend kann der User den Titel entweder vollständig erwerben oder zusätzliche Spielzeit mit Kleinstzahlungen kaufen. Obergrenze ist in letzterem Fall immer der Preis des vollständigen Spiels. Wenn dieser erreicht wird, hat der Spieler auf jeden Fall uneingeschränkten Zugriff auf das Programm. Mit InstantAction vetriebene Spiele können verlinkt oder in Webseiten eingebettet werden. Der Spieler hat von jedem PC-System aus Zugriff. Dies geschieht allerdings um den Preis des Speicherns der Spielstände auf dem Server, was mit Sicherheit nicht auf viel Gegenliebe bei der potentiellen Kundschaft stoßen wird.

Im Gegensatz zu dem reinen Streamingdienst OnLive nutzt InstantAction die auf Seiten der Spieler vorhandene Hardware. Vorteil dieser Methode: der Bandbreitenbedarf liegt Castle zufolge deutlich unter dem der Konkurrenz, was das System für eine wesentlich breitere Kundschaft interessant mache.

Es wird noch lange dauern, bis wir zuverlässig gute Bandbreiten haben. [OnLive] wird für eine Minderheit ein guter Ansatz sein, für die Mehrheit jedoch nicht die Lösung darstellen.

Dennoch bietet InstantAction in Zusammenarbeit mit dem Streamingservice Gaikai unter bestimmten Umständen auch eine OnLive sehr ähnliche Variante. So sei es möglich, ein Spiel auf diesem Weg sofort zu beginnen, bis der Download des Programms weit genug fortgeschritten ist. Wenn die Hardwareanforderungen eines Titels zu hoch sind, kann dieser auch vollständig per Streaming gespielt werden, was aber laut Castle ca. 5 Dollar pro Stunde kosten wird. Als einer der ersten Titel soll in Kürze The Secret of Monkey Island: Special Edition via InstantAction erhältlich sein.

Entreri (unregistriert) 14. März 2010 - 21:30 #

Hm ... bin ich gerade der einzige, der diesen Dienst nicht so besonders vorteilhaft findet?

Riot (unregistriert) 14. März 2010 - 21:44 #

Ich finde die Idee schon vorteilhaft.Wie viele Spiele hab ich mir die letzten 25 Jahre gekauft und gerade mal nur angespielt und dann nie wieder angeschaut.Da hätte ich mir viel Geld sparen können.
20 Minutern anspielen,vielleicht plus eine Stunde um ein paar Euro,dann weiss mann doch zu 99 % ob es einem zusagt.Und sollte mann es so lange spielen das der Kaufpreis erreicht ist gehört es einem.Wo ist der Nachteil ?

Sebastian Schäfer 16 Übertalent - 5550 - 14. März 2010 - 21:46 #

den riesen vorteil gegenüber steam sehe ich jetzt da irgendwie nicht, ausser dass man vorher spielen kann, bevor der dl abgeschlossen ist.
sehe den also auch nicht als sehr sinnig an.

edit: der große vorteil ist natürlich dieses "demo" system. so kann man auf jeden fall sicher gehen und keinen mist kaufen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 343066 - 14. März 2010 - 21:52 #

Eben! Das gibt's aber wie gesagt auch schon beim Metaboli Player bei manchen Spielen, ich erinnere mich Just Cause 1 so angetestet zu haben, bevor ich es *nicht* gekauft habe :-) Bei Just Cause 1 war es aber nicht in Verbindung mit einem partiellen Download möglich, das wiederum können andere Spiele auf der Metaboli-Plattform.

Entreri (unregistriert) 14. März 2010 - 22:03 #

Aber dafür gibt es doch Demoversionen. ;)
Da muss man dann auch keine x€ investieren nur um zu schauen, ob das Spiel gefällt (ok, 20 minuten hat man ja frei und über die Preise kann man bisher ja nur spekulieren ... wer weiß, was die unter "Kleinstzahlungen" verstehen).

Uebelkraehe (unregistriert) 14. März 2010 - 22:05 #

Musst du hier doch auch nicht. Zumindest die ersten 20 Minuten sollen vollkommen kostenfrei sein. Was im übrigen eben den Vorteil mit sich brächte, dass man nicht mehr darauf angewiesen ist, dass der Hersteller sich bequemt, extra eine Demo erstellen zu lassen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 343066 - 15. März 2010 - 15:52 #

Exakt. Außerdem erlebst du wirklich den Spielbeginn, nicht eine herausgerissene, vielleicht auf tolle Effekte getrimmte Demo, hinter der das Spiel dann unter Umständen zurückbleibt.

Uebelkraehe (unregistriert) 14. März 2010 - 22:02 #

Ein Vorteil ist mit Sicherheit auch, dass man ohne besonderen Aufwand, Player etc. pp das Ganze fast beliebig einbetten oder eben einfach als Link zugänglich machen kann. Jedenfalls aus Sicht der Entwickler/Publisher, denen sich so noch bedeutend flexiblere Möglichkeiten auftun, ihr Spiel an den Mann zu bringen. Metaboli ist da ja wohl doch ein ganzes Eckchen starrer.

Und von Kundenseite gesehen finde ich es eigentlich auch nicht übel, abgesehen von der Sache mit den Speicherständen. Leider wurde aus den Meldungen nicht klar, ob dies obligatorisch ist oder nur ein zusätzlicher Service, damit man AUCH von anderen Geräten auf die Spiele zugreifen kann.

Entreri (unregistriert) 14. März 2010 - 22:23 #

Schade, dass es noch keine Details zur Technik gibt.
Crysis zum Bleistift - per Browser (über Flash, oder wie?) ... ich glaub' nicht.

Uebelkraehe (unregistriert) 14. März 2010 - 22:30 #

Na ja, zumindest ein Monkey Island:SE ist ja offenbar kein Problem und das haben sie ja wohl auch nicht auf Flash umgetopft. Wie genau Instantaction die diversen Engines im Browser - wobei man ja laut deren Aussagen auch die Option hat, in Vollbild zu spielen - lauffähig macht, dürfte wohl einer der interessanteren Aspekte der Technik sein.

Entreri (unregistriert) 14. März 2010 - 22:54 #

Aber wie soll das denn funktionieren, wenn nicht mit Flash? So viele Möglichkeiten gibt es da ja nicht ...

Jetzt bin ich neugierig, die sollen mal Details rausrücken. :D

Joehnsson 13 Koop-Gamer - 1407 - 14. März 2010 - 22:38 #

Dafür braucht man auf jeden Fall eine gute Internet-Leitung und die ist in Deutschland zumindest im ländlichen Raum längst nicht überall verfügbar.

Uebelkraehe (unregistriert) 14. März 2010 - 22:53 #

Obwohl Instantaction ja ausdrücklich betont, dass die Anforderungen diesbezüglich deutlich unter denen von OnLive liegen - jedenfalls wenn es um das Modell mit progressivem Download geht und nicht die echte Streamingvariante in Kooperation mit Gaikai. Wobei man natürlich auf jeden Fall erst noch sehen muss, wie die Anforderungen im praktischen Einsatz den nun tatsächlich aussehen.

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2468 - 15. März 2010 - 0:21 #

Ich möchte meine Spiele immer noch als "Hardware" im Regal stehen haben.
Okay, Monkey Island S.E. habe ich mir runtergeladen, aber nur weil es das (meines Wissens) nicht als Retailprodukt gibt.

Aber generell bin ich gegen Spielestreaming. Das gejammer wird groß sein, wenn die Server überlastet sind, oder gar gänzlich ausfallen. Dann steht/sitzt man da und kann nichtmal mehr Singleplayer spielen^^

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 15. März 2010 - 8:52 #

Ich hoffe das Leute wie wir die auf "Spiele-Hardware" stehen nicht zu einer aussterbenden Rasse wie die Dinosaurier gehören...
Ich mag halt meine Boxen... und unabhängigkeit...

Uebelkraehe (unregistriert) 15. März 2010 - 11:34 #

Ich auch - aber irgendwie glaube ich nicht (mehr) daran, dass die Kunden so etwas in der Masse wirklich ernsthaft einfordern. Für die Mehrheit ist das wahrscheinlich auch durchaus rational - da sind Computer- und Videospiele nunmal einfach nur ein Mittel, um 'abzuschalten'. Und unter diesen Voraussetzungen ist dann so etwas wie OnLive sogar ziemlich attraktiv. Je weniger Aufwand, desto besser...

Billy (unregistriert) 15. März 2010 - 18:53 #

Naja, ich kann drauf verzichten, hab mich immer wie der letzte Geek gefühlt wenn ich zu so einer riesigen Schachtel gegriffen habe. Außerdem sind die Packungen am Ende eh immer in den Müll geflogen, bin ja nicht grade ein Sammler davon.

Steam sei Dank muss ich mich jetzt nicht mehr schämen :o

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 15. März 2010 - 19:28 #

Stell dich mal gerade hin. Kopf hoch! So und jetzt stell dich deinem Hobby mal wie ein Mann... und nicht wie eine Memme!!!

Ohne Flax, sowas zu lesen macht mich traurig.

Anonymous (unregistriert) 15. März 2010 - 2:49 #

Es wäre schon nett, wenn man Level 1 schon spielen kann,
während die nächsten Level noch aus dem Netz gesaugt
werden, aber wenn ich während der Wartezeit überhaupt
zocken will - statt zu schlafen, oder so -, dann doch
was aus meinem eigenen Regal und nicht irgendein
mieses Download-Spielchen.

Meiner Meinung wird so ein Zeug wie OnLive nie
funktionieren. Klappt doch selbst in schnellen lokalen
Netzwerken nicht. Mahjongg, okay, das geht. Bard's Tale
auch, aber schon die Animationen von Freecell oder Hearts
ruckeln wie die Pest.
Oder ein anderes Beispiel: selbst pixelige Videos
werden noch lokal zwischengespeichert. Und da gibt
es keinen Spieler der frei entscheiden kann, wie
die nächste Aktion aussieht. "Möchtest Du Dich nicht
lieber rechts rum drehen, die Texturen für links sind
leider noch nicht im Speicher ...".

Selbst pixelige Videos müssen doch noch immer zwische

Gecko 13 Koop-Gamer - 1518 - 16. März 2010 - 10:05 #

Nett ist auf jeden Fall die Sache, grundsätzlich jedes Spiel ohne Demos anspielen zu können und sich dann entscheiden zu können.
Der Ansatz ist ja nun neu, auch das beinahe sofort mögliche "losspielen" ist ein netter Ansatz.
Darüberhinaus sehe ich dann aber auch keine Vorteile mehr gegenüber Steam.
Valve könnte sowas ohne weiteres dann auch übernehmen, bzw. gibt es ja jetzt auch schon das "Preloading".

Egal was man davon abgesehen von dem digitalem Vertrieb hält - für den PC-Spielesektor sind solche Konzepte jetzt sehr wichtig und lohnenswert.
Es hat halt seine Vor- und Nachteile.

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