Fundstück am Kiosk: Pädagogisch wertvolles DS-Imitat?

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5. März 2010 - 21:51 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Bereits seit 1966 erscheinen nun schon regelmäßig neue Abenteuer von Bussi Bär, dessen optisches Erscheinungsbild nur bedingt Rückschlüsse auf das angedachte Geschlecht des Tieres zulässt, und seinem Freund Bello, der sich seit Jahrzehnten weigert, die Tolle vom Hundefriseur entfernen zu lassen. Aber knuffig sind die beiden zugegeben auch so -- also nur das Beste für unsere Jüngsten: Das Magazin rühmt sich, die größte und erste wissenschaftlich empfohlene Spiel- und Vorschule zu sein und verweist auf über 90.000 zufriedene Kunden.

Wo selbst der Laie den gedruckten Inhalten -- einfache Prosa, Malbilder, Rätsel, Bastelanleitungen und Kochrezepte -- gewisse Qualitäten zusprechen dürfte, rücken diese zumindest in der derzeit aktuellen Ausgabe Nr. 3 (März 2010) deutlich in den Hintergrund: Als Extra liegt eine Zaubertafel samt zugehörigen Stift und Wackelbild bei, die in Form eines Nintendo DS ausgeliefert werden. Die klapprige Imitation verzichtet dabei weder auf die oberflächlichen Bedienelemente noch auf den seitlichen Schacht, in den der Stift geschoben werden kann. Wer am Kiosk ein bisschen stöbert, kann sogar zwischen farblich verschiedenen Ausführungen des Plastikgehäuses wählen. Und das alles noch bis einschließlich 8. März 2010 für rezessionsfreundliche 2,99 Euro -- nicht jeder wird sich derzeit das teure Original leisten können. Nur was tun, wenn das Kind eher früher als später danach verlangt?

Ob mangelnde Medienkompetenz oder schlicht Marketing-Gag: Videospiele sind in der gesellschaftlichen Mitte längst angekommen, so wie die Dekadenz viele, viele Jahre zuvor. Nur daran, dass deswegen auch die Pädagogik zunehmend zu einer Kunst verkommt, deren Schönheit einzig im Auge des Betrachters liegt, wird man sich wohl erst gewöhnen müssen.

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 4. März 2010 - 8:53 #

schöner Artikel :)

Uebelkraehe (unregistriert) 4. März 2010 - 11:34 #

Das Abendland geht unter! Schon seit mindestens 2000 Jahren...

PumpkinStrikes (unregistriert) 4. März 2010 - 12:50 #

Auf jeden Fall garantiert das Teil mehr Langzeitspielspass als so manches DS-Spiel ;)

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11076 - 4. März 2010 - 13:33 #

Bestimmt hat das Teil in 30 Jahren etliche Tausend Euro Sammlerwert. Also unbedingt zuschlagen!

the G.O.D. 09 Triple-Talent - 242 - 4. März 2010 - 15:28 #

Ich hab so ein Ding schon vor einigen Monaten gesehen, muss dann wohl eine andere Zeitschrift gewesen sein...

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 1951 - 4. März 2010 - 15:56 #

Und was will uns der Autor nun sagen? Das die Welt ein schlechter Ort ist und alles (natürlich) den Bach runtergeht? Diese Plastikspielkonsolennachbauten gibt´s doch schon ewig.

Meine Tochter ist fünf und bekommt die Bussi Baer immer von ihrem Opa. Ich hab die in den 70ern übrigens schon von meinem Papa bekommen. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass der Plastiktinnef vorne drauf zumindest meine Kinder für so ziemlich genau 30 Sekunden beschäftigt und danach uninteressant ist. Der Rest der Zeitung ist dafür sehr kindgerecht und nett und wird gerne gelesen. Diese Plastikbeigaben hängen doch mittlerweile an jeder Kinderzeitung dran. Das ist nämlich genau wie bei Spielezeitschriften ein hart umkämpfter und schrumpfender Markt. Also auch nichts anderes wie bei den Spielevollversionen auf den Heft-DVDs.

Oh Mann, das hätte ich jetzt auch nie gedacht, dass ich mal bei GG in einer flammnden Rede Bussi Baer verteidige ;)

DE I Dexter 05 Spieler - 49 - 4. März 2010 - 16:14 #

Ausschneiden, Basteln, Spielen! BussiBär war "damals" schon toll! Kann mich da noch schwach an verspielte Nachmittage noch vor der Grundschulzeit erinnern...

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 4. März 2010 - 17:53 #

Wiegesagt toller Artikel, aber wieso ist es eine Top-news dass in einer Kinderzeitschrift ein Plastik-DS liegt?! Früher waren das diese Spiel-Handys, na und?

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