Richard Garriott: "Ultima Facebook" geplant?

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Name 0 EXP - Neuling
26. Februar 2010 - 21:45 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Letzte Woche meldete sich Richard Garriott, Gründer des legendären Entwicklers Origin Systems und kreativer Kopf hinter Spielen wie der Ultima-Rollenspielreihe, mit seinem neuesten Projekt in der Spielebranche zurück. Zur Enttäuschung vieler Spieler will sich der von ihm mitgegründete Entwickler Portalarium jedoch auf den Bereich Social Gaming konzentrieren (wir berichteten). Die Idee des Portalarium Players, der Spiele auf diversen Internet-Plattformen lauffähig macht, löste wenig Begeisterung aus. Umso weniger, da der erste dafür entwickelte Titel ein typisches Onlinepokerspiel, Sweet @$! Poker, ist.

In Garriotts Augen ist dies jedoch nur ein erster Schritt. Wie er jetzt der Webseite Kotaku erklärte, sind seiner Ansicht nach Casual Games die Zukunft - wenn man darunter Spiele versteht, die jederzeit und überall spielbar sind. Casual Gamers seien Leute, die einfach unkompliziert spielen wollten, z. B. indem sie einfach auf einen Link klicken, den ihnen ein Freund schickt. Genau dies will Garriott auch für Spieler möglich machen, die an Titeln wie Farmville kein Interesse haben.

Wenn dein Lieblingsspiel auf eine Art geliefert werden könnte, die von dir keine Vorabzahlung fordert, wenn du keine Anleitung lesen müsstest, wenn du einfach losspielen könntest, wenn es einfach durch einen zugesendeten Link erhältlich wäre und wenn du erst dafür zahlen müsstest, nachdem du sicher bist, dass es dir gefällt, garantiere ich dir, dass dieses Spiel dir besser gefallen würde als dein aktueller Lieblingstitel. Und trotzdem würde es in die Rubrik Casual Games fallen.

Für Garriott definieren sich Casual Games also nicht über ein anspruchsloses Gameplay. Sweet @&! Poker, welches genau dieser negativen Definition entspricht, sieht Garriott scheinbar eher als Machbarkeitsstudie. Es sei vergleichbaren Spielen aufgrund der technischen Basis voraus. Anspruchsvolle Spieler sollten es eher unter diesem Blickwinkel betrachten.

Und dann könnt Ihr extrapolieren: Okay, ich weiß jetzt, dass ein hochwertiges Spiel auch über diese Online-Plattformen vertrieben werden kann. Nun, sobald sie anfangen MMO-artige Spiele zu machen, wird das auch für mich interessant.

Momentan ginge es eben darum, den Portalarium Player ins Gespräch zu bringen. "Garriotts Spiel" würde erst noch angekündigt werden.

Was mich motiviert, ist zurück zu kommen und Spiele zu entwickeln, die das vertraute Ultima-Gefühl wecken. Aber ich glaube, der richtige Platz dafür ist auf dieser Plattform.

maddccat 18 Doppel-Voter - 11745 - 24. Februar 2010 - 7:11 #

Da er vom vertrauten Ultima-Gefühl redet, bin ich schon gespannt, was draus wird. Ansonsten erinnert mich Herr Garriott gerad ein wenig an Metallica,- früher hammer und nach der "Neuausrichtung" nja..."casual" halt.

melone 06 Bewerter - 1512 - 24. Februar 2010 - 10:10 #

Das klingt für mich jetzt nicht nach Neuem.

Ich kann auch seiner Logik oder seiner Werbung nicht ganz folgen, denn alle Spieler die ich kenne, lesen seit jeher vorab keine Anleitungen, gibt's attraktive Onlineinhalte und -technologien bereits seit Jahren und ein Lieblingsspiel definiert sich für mich nach anderen Kriterien.

Er sollte sich lieber mit EA zusammensetzen und ein neues Ultima machen - EA wollte neulich doch erst wieder qualitativ hochwertige Inhalte produzieren, oder?! Von mir aus kann er auch eine neue Saga starten, aber ich find's peinlich, wenn einstige Entwicklerhelden lieber über das neue alte Land predigen, anstatt überzeugende Inhalte zu produzieren.

Uebelkraehe (unregistriert) 24. Februar 2010 - 10:27 #

Bin mir jetzt auch nicht sicher, ob das nicht letztlich eher PR-Nebelwände sind. Allerdings sehe ich durchaus die Lücke, welche er mit Portalarium zu füllen beansprucht, nämlich Spiele, welche über den spielerischen und technischen Anspruch von Framville und Co. hinausgehen, aber auf ähnlichen Wegen zugänglich sind.

melone 06 Bewerter - 1512 - 25. Februar 2010 - 15:35 #

Wenn ich aber ein Spiel mit spielerischer Tiefe habe, dann ist es herzlich egal, wie ich es präsentiere. Es interessiert sich auch keiner dafür, wie gute Musik oder Bücher konsumiert werden, hauptsache sie sind halt gut und genau da sehe ich das eigentliche Problem. Alle eiern um neue Wege drumherum und vergessen dabei überzeugende Inhalte zu produzieren, deshalb ist es meist ein Irrweg.

Einzige Ausnahme: Der Multi-Online-Aspekt ist ein integraler Bestandteil; wobei ich hier sagen muß, daß ich bisher kein einziges Spiel gespielt habe, daß die besten Singleplayerspiele schlagen konnte.

Das beste Onlinespiel ist wohl Fritzschach, denn hier macht der Onlineaspekt wirklich Sinn.

Florian Pfeffer Freier Redakteur - P - 30012 - 25. Februar 2010 - 16:09 #

Für das breite Publikum ist die Präsentation schon wichtig. Wer spielerische Tiefe sagt, meint Dwarf Fortress ;-)

Reaktorblock 11 Forenversteher - 769 - 24. Februar 2010 - 13:16 #

Naja, ich denke, dass viele Publisher keinen Bock auf ihn haben, weil er sicher ne Menge Geld für eine Entwicklung haben will und weil ihm Tabula Rasa noch nachhängt. Also muss er selber eine Firma gründen, die nicht an die gängigen Publishing-Wege gebunden ist. Selbst MMOs laufen (meistens) erstmal über Boxenverkauf an. Da ist die Porta-dingsda-Firma sicher keine gaaanz blöde Idee.

Aber ich fand ja auch Tabula Rasa gut...

Marco Büttinghausen 20 Gold-Gamer - P - 20431 - 26. Februar 2010 - 2:50 #

Tabula Rasa war klasse, find es immer schade wenn es einfach als Flop abgetan wird. Ja am Ende hat der Content gefehlt und die Firma hat einige Fehlentscheidungen getroffen, aber die Story war super, es gab viele coole Ideen in dem Spiel die man so noch in keinem MMO zuvor gesehen hatte. Und zusätzlich hatte ich mit diesem MMO mehr Spass als mit allen anderen MMOs der letzten Jahre.

melone 06 Bewerter - 1512 - 26. Februar 2010 - 8:42 #

Ich mochte die Farben in Tabula Rasa.

Eugin (unregistriert) 24. Februar 2010 - 19:24 #

ouh ultima7 als Browsergame wäre doch ma wat geiles, darf gern so snafisnafig wie früher aussehen^^ mei wat wäre dat fein

Pro4you 19 Megatalent - 13042 - 24. Februar 2010 - 19:36 #

Am ende wird es nur so ein kleines Social Game. Eine Plattform wie Faceboock zu nehmen ist zwar nicht ganz so dumm, nur es mit der guten alten Ultima Reihe zu verknüpfen finde ich etwas schade.

Anonymous (unregistriert) 24. Februar 2010 - 22:50 #

Na na, er spricht vom Ultima-Gefühl. Die Rechte wird immer noch EA halten und die werden einen Teufel tun, die Marke derart zu verramschen.

Porter 05 Spieler - 2981 - 25. Februar 2010 - 9:54 #

ich frage mich nur weshalb er nicht einfach ein neues Ultima zaubert? wenn er mit sowas zu EA rennt wird er doch sicher wieder mit offenen Armen begrüßt...

ich würde gerne mal wieder eines der neueren Ultimas zocken aber selbst bei VI oder VII schreckt mich heute zu sehr die ruckel grafik ab...

melone 06 Bewerter - 1512 - 26. Februar 2010 - 8:44 #

Dann hast du ja noch Ultima IX - ein Pflichspiel für diejenigen die Ultima schätzen und ein wahres Meisterwerk.

Porter 05 Spieler - 2981 - 26. Februar 2010 - 10:13 #

an Ultima IX kommt man heutzutage nichtmehr ran...
zumindest nicht legal :)

melone 06 Bewerter - 1512 - 26. Februar 2010 - 10:15 #

http://www.amazon.de/Electronic-Arts-GmbH-Ultima-Ascension/dp/B00004TOSM/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=videogames&qid=1267175680&sr=1-1

Marco Büttinghausen 20 Gold-Gamer - P - 20431 - 26. Februar 2010 - 2:48 #

klingt eigentlich so als meine er gar nicht "Casual Games" sondern als suche er vielmehr verzweifelt nach einem Begriff wie "Mobile Gamer".

So traurig es klingt, aber irgendwie fühlt es sich trotzdem an als wäre die Glanzzeit von Garriott vorbei.

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