EA gibt der Branche Überlebenstipps

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Name 0 EXP - Neuling
21. Februar 2010 - 11:26

John Schappert kennt sich mit schwierigen Situationen aus. Der Mann ist COO - Leiter des operativen Geschäfts - von Electronic Arts und bekleidet somit eine führende Position in einem Unternehmen, welches seit 2008 Verluste macht. Auf der Industriekonferenz DICE gab er jetzt Überlebenstipps für die nächsten drei Jahre.  Seiner Ansicht nach befindet sich die Spielindustrie in einer besonders schwierigen Lage, die durch die Vielzahl an Plattformen verkompliziert wird. Dies würde jedoch auch neue Chancen mit sich bringen. Folgende Leitsätze erleichtern Schappert zufolge das Überleben in dieser Situation:

1. Ein klares Bekenntnis zur Qualität: Entwickler und Publisher müssen sich auf spielerisch hochwertige Titel konzentrieren. Ein Negativbeispiel ist in Schapperts Augen die FIFA-Serie. Diese verlor seiner Ansicht nach zeitweilig Marktanteile an Pro Evolution Soccer, da man sich mehr auf die Präsentation als auf das Gameplay konzentrierte.

2. Hervorragendes Marketing für herausragende Spiele:
Schlechte Spiele verkaufen sich auch mit aufwändigem Marketing nicht gut. Sehr gute Titel wie Dead Space und Mirror's Edge sind ohne gutes Marketing trotz ihrer Qualität kein Verkaufserfolg.

3. In die Zukunft investieren: Wer Kunden halten will, bietet diesen durch Online-DLC zusätzliche Anreize. Social Gaming hat Potential, steht aber möglicherweise erst einmal vor einer Konsolidierungsphase. Die Zukunft gehört Schappert zufolge auch dort wahrscheinlich bekannten Marken, die ihre Titel plattformübergreifend zugänglich machen.

4. Die Kundenbasis nicht aufgeben:
Wer angesichts der neuen Möglichkeiten das klassische Retail-Geschäft mit Datenträgern vernachlässigt, handelt übereilt.

5. Sich vom Pessimismus nicht anstecken lassen:
 Die Spieleindustrie ist nicht zum ersten Mal in  einer schwierigen Phase. Auch diesmal wird sie gestärkt daraus hervorgehen, wenn sie weiter hervorragende Produkte herstellt.

Loco 17 Shapeshifter - 8122 - 20. Februar 2010 - 20:28 #

Habe bei Punkt 1 Aufgehört zu lesen, Qualität ist bei EA garantiert NICHT groß geschrieben nur weil sie GRoßE Titel vermarkten. Die scheinen auch ganz schön Druck zu machen, immerhin leiden viele ihrer Titel an Bugs die mit etwas mehr Zeit nicht da wären.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 21. Februar 2010 - 10:16 #

Das ist aber der Stand von vor fünf Jahren oder so. EA hat seine Fehler doch längst eingestanden und versucht zumindest nun anders vorzugehen. Das ist aber offenbar immernoch nicht überall angekommen. Aber vielleicht haften griffige Vorurteile auch einfach so gut wie Sch***e. :)

Aladan 21 Motivator - - 30492 - 21. Februar 2010 - 13:52 #

Tut mir leid, aber viele der letzten EA Titel waren Qualitativ wirklich hervorragend, keine Ahnung warum dieses Vorurteil immer noch hier rumgeistert.

General_Kolenga 15 Kenner - 2862 - 20. Februar 2010 - 20:42 #

Naja wennd er COO eines Weltkonzerns das sagt wirds wohl nicht so falsch sein ;)
Das lässt sich übrigens auch toll auf andere Branchen übertragen:

-Klares Bekenntnis zur Qualität(damit wird in letzter Zeit ja eh viel geworben)
-Große Produkte mit gutem Marketing unterstützen
-Auf die Zukunft setzen
-Die Kunden nicht vergraulen
-Nach vorne sehen und sich von schlechten Zeiten nicht beeidnrucken lassen

Joehnsson 13 Koop-Gamer - 1382 - 20. Februar 2010 - 20:52 #

Es fehlt ein Bekenntnis dazu, den Wünschen der Verbraucher also den Spieler nachzukommen, zum Beispiel die ehrlichen Käufer nicht mit komplizierten Kopierschutzsystemen abzustrafen.

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 20. Februar 2010 - 21:18 #

Naja, also auf diese Punkte könnte man auch von allein kommen, aber nett dass sie mal aufgezählt wurden und sie jetzt jeder kennt ;).
Interessant finde ich jedoch seine Einsicht, dass die FIFA-Serie zu sehr stagniert hat (oder auch immer noch stagniert). Mal sehen ob sich daran was in Zunkunft ändern wird ;).

syL 13 Koop-Gamer - 1629 - 20. Februar 2010 - 21:26 #

Mit Punkt 1 zeigt EA aber echt Sinn für schwarzen Humor.

Uebelkraehe (unregistriert) 20. Februar 2010 - 21:33 #

Kann es sein, das manche Leute hier schon intensiv ihre EA-Klischees pflegen? Zumindest wenn es nicht um die Sportspiele geht (die mich nicht interessieren und zu denen ich deshalb keine Meinung habe) hat EA doch gerade auf dem PC in den letzten zwei ein erstaunlich gutes Lineup geboten und sich mit Titeln wie den den genannten Dead Space u. Mirror's Edge auch bemüht, neuen Konzepten eine Chance zu geben. Oder sinds die Bioware-Titel, welche hier mnachen so missfallen? Für mich steht EA jedenfalls nicht mehr in der Hitparade der unsympathischen Publkisher ganz vorne...

Grinzerator (unregistriert) 20. Februar 2010 - 22:24 #

Naja, ich habe EA in den letzten beiden Jahren auch zu schätzen gelernt, muss aber auch dazu sagen, dass ich ebenso wenig Interesse an EA Sports-Titeln habe wie du, sonst würde ich das angesichts der PC-Umsetzungen dieser Titel vielleicht anders sehen. Die Anti-EA-Einstellung betrachte ich als ein Relikt aus der Vergangenheit, dass allerdings in der Zukunft ein Revival feiern könnte, scheint EA doch plötzlich das Interesse am PC-Markt zu verlieren.
Den Platz als Bösewicht der Spielebranche scheinen aber auch andere wie Bobby Koticks Todesstern (so nenne ich Activision Blizzard seit seiner letzten Rede), Microsofts Molkerei oder (nur für PC) Ubisofts Saftladen gerne tragen zu wollen.

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 20. Februar 2010 - 23:41 #

Ganz ehrlich?
Wenn EA keine Qualitätsspiele ( Dead Space, Mirror's Edge, Battlefield Bad Company, Dragon Age, Mass Effect, Left 4 Dead, Fight Night 4, NFS Shift, Burnout Paradise und mit Abstrichen "Armee der Zwei" & Saboteur ... und das alles in den letzten zwei Jahren ) bringt, dann weiß Ich auch nicht.
Nennt mir nur noch einen Publisher der ein so ein Portfolio hochrangiger Titel aufweisen kann...

Grinzerator (unregistriert) 21. Februar 2010 - 0:19 #

Du hast Brütal Legend vergessen. Und du hast Recht, kein anderer Publisher außer vielleicht Nintendo hat in den letzten Jahren eine so große Anzahl von qualitativ hochwertigen Titeln herausgebracht. Auch wenn Left 4 Dead nicht von einem EA-Studio entwickelt wurde.

Alric 10 Kommunikator - 445 - 21. Februar 2010 - 11:54 #

L4D ist ja auch nicht qualitativ hochwertig

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 21. Februar 2010 - 11:59 #

Ahh ja und woher nimmst du diese Information bzw. auf was stützt sich deine Behauptung?
Das Spiel ist sehr wohl hochwertig und nur weil es dir nicht gefällt, heißt das nicht, dass das auf alle zutrifft!

syL 13 Koop-Gamer - 1629 - 21. Februar 2010 - 12:30 #

Vom Spielspass her vllt schon, aber released wurde das Spiel definitiv nicht qualitativ hochwertig, es hatte jede Menge Bugs.

GrayFox 11 Forenversteher - 648 - 21. Februar 2010 - 12:12 #

Mit welchen Fakten begründest du deine Aussage?
----
Verrückt - BiGLo0seR Post war nocht nicht da, als ich eben auf Antworten geklickt habe..

Rechen 19 Megatalent - 16014 - 24. Februar 2010 - 2:06 #

alric braucht keine begründung. alric braucht nur alrics meinung.

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 24. Februar 2010 - 8:00 #

Das habe ich inzwischen auch gemerkt und zudem wird er auch nie antworten. Er schreibt seinen Kommentar und damit hat es sich....basta!

Anonymous (unregistriert) 21. Februar 2010 - 23:36 #

Die meisten guten Spiele die Du aufzählst, wurden nicht von EA produziert, sondern nur vertieben. Mirror's Edge und Battlefield Bad Company sind von DICE. Dragon Age und Mass Effect von BioWare. L4D von EA?!, da wird Valve aber bestimmt blöd schauen. Burnout Paradise ist von CRITERION GAMES. Wie Du schon selber schreibst, EA ist der Publisher und nicht der Entwickler der Spiele.

Komisch ist nur, dass alle guten Entwickler die EA aufgekauft hat, mit samt ihren guten Spielereihen mittlerweile zugrunde gegangen sind.

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 23. Februar 2010 - 11:34 #

Es wird ja oben auch ganz klar vom Portfolio des Publishers EA gesprochen, von Entwicklern spricht hier ja auch keiner. Es geht lediglich darum Marken voranzutreiben oder nicht, wie Marken beworben werden usw. das ist alles Aufgabe des Publishers.

Ditze 13 Koop-Gamer - 1255 - 21. Februar 2010 - 7:33 #

Man sollte als Produzent immer die Spiele heraus bringen, welche man auch selber gerne spielen würde. So entsteht auch Qualität und Identifikation mit den Produkten.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 21. Februar 2010 - 10:18 #

Ich stimme dem Mann zu. Und beteilige mich nicht an anachronistischem EA-Bashing.

melone 06 Bewerter - 1512 - 21. Februar 2010 - 11:20 #

Echt? Mist verkauft sich nicht gut auf Dauer? Produkte müssen beworben werden? Und man sollte auf mehr als ein Standbein setzen? Sowas von Neuigkeiten; Wer weiß, ob in ein paar Jahren EA nicht vielleicht sogar noch die Kundenfreundlichkeit entdeckt.

Sephix 13 Koop-Gamer - 1452 - 21. Februar 2010 - 11:56 #

"Sehr gute Titel wie Dead Space und Mirror's Edge sind ohne gutes Marketing trotz ihrer Qualität kein Verkaufserfolg."
Und das haben die erst erkannt, nachdem sie Dead Space Extraction veröffentlicht und da keinerlei Werbung gemacht haben?

dummyuser 05 Spieler - 42 - 21. Februar 2010 - 12:08 #

>> 4. Die Kundenbasis nicht aufgeben: Wer angesichts der neuen Möglichkeiten das klassische Retail-Geschäft mit Datenträgern vernachlässigt, handelt übereilt. <<

Das klingt für mich mehr nach einer Entschuldigung das eigene Versäumnis im Bezug auf digital distribution nicht wahrhaben/nehmen zu wollen, und gleichzeitig natürlich die Händler wohlwollend zu stimmen.

Ich denke, wer jetzt nicht schon den Schritt macht in naher Zukunft (< 5 Jahre) mit beiden Beinen fest im digital distribution Kanal zu stehen, handelt fahrlässig.

SocialHazard 14 Komm-Experte - 2258 - 21. Februar 2010 - 12:30 #

EA? Überlebenstipps? geiler Witz xD

Wenn die so weitermachen überleben die nicht lange... xD

Entreri (unregistriert) 21. Februar 2010 - 13:39 #

Genau!
Die Klitsche gibts ja auch erst seit 1982!

....

*facepalm* :P

uLu_MuLu 14 Komm-Experte - 1904 - 21. Februar 2010 - 15:43 #

@Entreri:
Viele Traditionsunternehmen gehen irgendwann einmal pleite. Ganz gleich wie, wann, weshalb und wo sie gegründet wurden.

EA schreibt seit längerem rote Zahlen. Das verkraftet kein Unternehmen ewig.

Hier ist schon der nächste Klopps im Anmarsch:
http://www.gamestar.de/news/pc/strategie/echtzeit/2312861/cc_4.html

Entreri (unregistriert) 21. Februar 2010 - 16:30 #

Das ist mir bewusst, aber EA ist WEIT davon entfernt pleite zu sein.
Und bei einer so langjährigen Firmengeschichte, denke ich, darf man sich schon erlauben ein paar "Überlebenstipps" zum besten zu geben. ;)

uLu_MuLu 14 Komm-Experte - 1904 - 21. Februar 2010 - 13:22 #

Dann wollen wir mal hoffen, dass sich EA an die eigenen Vorsätze hält. Die Liste kann nämlich noch massiv erweitert werden. Dazu böten sich noch etliche andere Beispiele...

Mein aktuelles Paradebeispiel:
Habe soeben Mirror's Edge durchgespielt. 4 1/2 Stunden für den Storymode. Das gesamte Spiel ist nur Trial&Error. Wenn ich dafür den vollen Preis gezahlt hätte (und nicht nur 5 Euro bei Steam), würde ich kein Spiel mehr von Dice bei Release erstehen...

Grinzerator (unregistriert) 21. Februar 2010 - 18:10 #

Die Länge von Mirror's Edge ist ja auch oft kritisiert worden, obwohl man schon noch einige Stunden mehr mit Speedruns in den Rennen und im Storymode verbringen kann. Und das es nur Trial & Error gibt stimmt, aber darum gehts nun mal beim Free Running, wenn auch eher nicht in so großen Höhen. Und genau darum ist das Spiel ja auch oft gelobt worden, es vermittelt das Gefühl dieses Sports fast perfekt und ebenso wie in der Realität wirst du irgendwann so gut, dass du (fast) jeden Sprung schaffst und in einen Flow gerätst.
Sich über Trial & Error bei einem Free Running-Spiel aufzuregen ist also so, als würdest du dich bei "Die Sims" über zu viele alltägliche Belanglosigkeiten aufregen oder bei Call of Duty über zu viele Schießereien. Das kann man machen, aber nur, wenn man sich vor dem Spielkauf keine Trailer ansieht, keine Demo anspielt und auch sonst sämtliche Informationen samt denen auf der Verpackungsrückseite bzw. in deinem Fall den Text unter dem Kauf-Button nicht anschaut.

uLu_MuLu 14 Komm-Experte - 1904 - 21. Februar 2010 - 22:52 #

Es gibt aber auch diverse andere Spiele in der Art von Mirrors Edge die wesentlich intuitiver von der Hand gehen und die eher Fehler verzeihen. Prince of Persia, Assassins Creed, etc.

Mirrors Edge ist definitiv nicht schlecht, allerdings erwarte ich für einen Nachfolger (der ja sehr wahrscheinlich ist) diverse Verbesserungen und eine länger Spielzeit.

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