OnLive: Spiele-Streaming-Service marktreif?

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Name 0 EXP - Neuling
19. Februar 2010 - 22:45 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Für viele Spieleentwickler ein Traum, für so manchen Spieler eher ein Albtraum: Der Streaming-Service OnLive will Spiele komplett auf Serverfarmen auslagern und die heimische Hardware praktisch zum reinen Eingabe- und Anzeigegerät degradieren. Bei Spieleentwicklern und Publishern stößt diese Perspektive zumeist auf ein positives Echo, unter anderem, da man sich so eine deutliche Eindämmung, wenn nicht gar das Ende der Raubkopiererei erhofft. Auf Spielerseite sind die Reaktionen deutlich zwiespältiger. Zwar sind Vorteile wie das Ende der Hardwareproblematik unbestreitbar, aber auf der anderen Seite stößt die völlige Kontrolle durch die Hersteller teils auf wenig Begeisterung. Und auch mögliche Perspektiven wie Pay-per-Play, dass heißt eine nutzungsabhängige Zahlung auch bei Sinlgeplayer-Titeln, lösen nur wenig Begeisterung aus.

Ein Hindernis für den Erfolg des Systems schien die technische Machbarkeit zu sein. Insbesondere das Problem des Lags bei Spielen, die schnelle Reaktionen fordern, wird als wahrscheinlicher Stolperstein für eine flächendeckende Umsetzung gehandelt. Auf der Entwicklerkonferenz DICE demonstrierte OnLive-Gründer und CEO Steve Perlman jetzt den aktuellen Stand der Technologie. Und sofern dabei nicht getrickst wurde, scheint OnLive den großen Versprechungen gerecht werden zu können. Unter Verwendung einer Verbindung, deren Geschwindigkeit laut Aussage Perlmans einem Kabelmodem entsprach, demonstrierte er, dass es ohne ersichtliche Schwierigkeiten möglich ist, auch Shooter über den Streaming-Service zu spielen.

Vorgeführt wurden Unreal Tournament und Burnout Paradise. Beide Titel waren problemlos spielbar. Perlmans Aussage zufolge stand der Server dabei in der Gegend von San Francisco. Die Entwicklerkonferenz findet in Las Vegas statt, was einer Entfernung von gut 600 Kilometern entspricht. OnLive erwartet, dass die gesamten Vereinigten Staaten mit fünf Servercentern abgedeckt werden können. Perlman zufolge ist für ein Spiel in "Standardauflösung" eine Verbindung mit einer Bandbreite von einem Megabit pro Sekunde erforderlich. Für Titel in "hoher Auflösung" würden Spieler eine Verbindung mit einer Geschwindigkeit von fünf Megabit pro Sekunde benötigen.

ganga Community-Moderator - P - 15576 - 20. Februar 2010 - 0:06 #

Ich glaube es immer noch erst wenn ich es sehe. Sie haben auch schon vor nem Jahre gesagt dass es funktionieren würde.

Deathlife 12 Trollwächter - 1168 - 20. Februar 2010 - 0:09 #

Man hat ja auch immer nur gehört das es funktioniert. Ic sehe auch keinen Grund warum es das nicht sollte. Nur ist halt auch klar für eine kleine Gruppe von Menschen kann und wird es nie funktionieren, weil sie ganz andere Anforderungen haben.

Denis Brown 16 Übertalent - 4925 - 20. Februar 2010 - 0:20 #

kommt mir nicht ins Haus. Ich will handfeste Ware, denn ich will auch sammeln können. Was, wenn ich mal kein Internet habe (Leitungsausfall beim ISP, Rechnung nicht bezahlt, was weiss ich...) Dann hab ich nichtmal Zugriff auf ein paar offline Games? Nö danke!

Ike 14 Komm-Experte - P - 1860 - 20. Februar 2010 - 1:47 #

Mein 24" ist wohl hohe Auflösung. Meine DSL-Leitung/Vertrag hat hier 4Mbit. Hmm, zu den Kosten des Services käme also auch ein teurerer DSL-Vertrag... nö danke. :)

Vidar 18 Doppel-Voter - 12257 - 20. Februar 2010 - 8:11 #

ja klar funktioniert es bei ner kleinen gruppe, mein wenn ich zmit 5 leuten auf nen mmo server spatziere hab ich auch keine lag probleme -.-
bei 5000 sieht die sache aber schon wieder anders aus....

zumal ist die angebotene auflösung eh mist und abhängig vom inet sein stört mich schon am ubi kopierschutz und hier nochmehr da ich keine daten verändern kann stichwort...fanfiles

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 20. Februar 2010 - 9:13 #

Wenn sich das durchsetzt (was ich mal nicht glaube, aber auch nicht hoffe) kann Ich mein Hobby an den Nagel hängen. Hier in dem schönen Niemandsland wo Ich wohne ist "schnelles DSL" ein Fremdwort, und so würde Ich wohl auf der Strecke bleiben...
Mal ganz von der Tatsache abgesehen das mit der Einführung dieser Technik jegliche Freiheit an der Tür abgegeben wird.
Nie wieder Importe, nie wieder selbst entscheiden ob man ein Spiel geschnitten spielt oder nicht (Problem natürlich vor allem hier in DE), absolute Abhängigkeit, man bekommt nur das was einem zugeteilt wird.
Das Ding wäre vor allem ein feuchter Traum für Jugendschützer aller Art. Von der Problematik ganz abgesehen das wenn ein Spiel nicht gut läuft, es vom Server genommen wird und das war's dann.
Allerdings sollten die Boykott-Rufer vorsichtig sein... ich erinnere nur an Half-Life², da wurde auch zuerst gerufen das man Steam nicht annehmen würde. Das Ergebnis heute spricht für sich.
Einzig positiver Aspekt. Wenn das kommt hab ich den Rest meines Lebens Zeit die Spiele zu spielen für dich Ich heute keine Zeit habe...

Grinzerator (unregistriert) 20. Februar 2010 - 9:43 #

Also ich habe nie gesagt, dass ich Steam boykottieren würde, obwohl ich von der zwangsweisen Online-Aktivierung wusste, als ich es mir damals gekauft habe. Aber man musste sein Spiel ja nur einmal aktivieren und konnte danach wieder gemütlich offline zocken. Zudem kam Steam von Valve und...naja, ich will nicht übertreiben, aber...Valve = Gott. Also war ein gewisses Grundvertrauen da, um eine solche Innovation anzunehmen. Und ich muss sagen, dass ich in den letzten 3 Monaten PC-Spiele nur über Steam gekauft habe und völlig zufrieden bin. Naja, die Multilingualität der Titel könnte besser sein, aber sonst bin ich zufrieden.
Dieses OnLive und auch Ubisofts neuer DRM gehen mir aber zu weit, ich will mich nicht in einem solchen Maße von einem Publisher abhängig machen, dessen Interesse es ist die Spieler zum Kaufen immer neuer Titel zu treiben und der wohl dementsprechend viel Wert auf Server-Laufzeiten legt. Außerdem kriege ich in meiner Gegend gerade mal DSL 2000. Und OnLive wäre ja zudem der Tod des Moddings und das kann und will ich nicht akzeptieren. OnLive am A....!

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 20. Februar 2010 - 10:14 #

DSL 2000... "Eines Tages mein Junge, wenn das alles dir gehört... dann wirst auch du DSL 2000 haben!" Ein feuchter Traum!
Scheiße, manchmal hasse Ich es hier zu wohnen...

Uebelkraehe (unregistriert) 20. Februar 2010 - 10:15 #

Nun ja, man kann sich natürlich einreden, dass das ganze technisch nach wie vor nicht machbar wäre. Aber es sagt ja auch keiner, dass es auf einen Schlag ausschließlich eingeführt wird. Selbst wenn es andere Möglichkeiten wie Retail und Digitale Distribution (noch) gibt, unterschätzt so mancher vielleicht doch die Attraktivität des Angebots, praktisch nur noch eine brauchbare Breitbandverbindung bereithalten zu müssen.

Selbstverständlich wird ein System wie OnLive nicht von heute auf morgen den gesamten Markt aufrollen, aber momentan sieht es durchaus danach aus, dass es für eine bestimmte Zielgruppe attraktiv sien könnte. Langfristig werden die Publisher natürlich hoffen, dass sie zumindest ihre 'Triple-A-Titel' ausschließlich auf einem derartigen Weg anbieten können. Nicht, dass mich diese Aussichten persönlich begeistern würden - für mich sind ja gerade schon AC2 und alle zukünftigen Ubisoft-Titel gestorben...

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 20. Februar 2010 - 10:29 #

Für Publisher ist es ganz sicher Ihr persönliches Mekka. Aber doch frage Ich mich welcher Spieler freiwillig auf diesen Karren springt und diesen dann einer anderen Fassung vorzieht???

Aber auch hier wird das Angebot entscheiden... Vielleicht Half-Life³ oder WarCraft IV EXCLUSIV für OnLive und Konsorten? Mal sehen wie stark das Fleisch der Spieler dann noch ist...

Grinzerator (unregistriert) 20. Februar 2010 - 10:37 #

Lustig, dass du gerade diese beiden Spiele erwähnst. Valve würde niemals den PC im Stich lassen, denn Gabe Newell, Chef von Valve, ist so ziemlich der größte PC-Fanboy auf der ganzen Welt (wenn man seinen Körperumfang und seine Körpergröße betrachtet vielleicht sogar in mehrfacher Hinsicht). Und Blizzard ist doch erst jüngst in ihrer Entscheidung Starcraft ohne LAN-Modus herauszubringen ins Schwanken geraten, da ihre Fans zu einem nicht unerheblichen, wenn auch in der Minderheit befindlichen Teil angaben über keine oder nur sehr langsame Internetzugänge zu verfügen.

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 20. Februar 2010 - 10:46 #

Du weißt auf was Ich hinaus wollte. Es braucht vielleicht nur ein exclusives Spiel, was sagen wir mal so unglaublich Ubergut und Süpertoll ist und vielen Leuten wird die Akzeptanz dieses neuen Vertriebsweges wesentlich leichter fallen...

Grinzerator (unregistriert) 20. Februar 2010 - 10:55 #

Sicher weiß ich das, deine Beispiele waren nur sehr ungünstig gewählt, weil just Valve und Blizzard die größten Unterstützer der PC-Plattform sind. Ich denke sowieso, dass OnLive 1. noch viel Zeit braucht, bis es gewinnbringend einsetzbar wird und 2. zunächst den Konsolenmarkt angreifen wird, da der gewinnträchtiger und die Kundschaft toleranter ist.

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 20. Februar 2010 - 11:04 #

Hoffen wir einfach mal das das Ganze nur ne Luftnummer wird und sich nicht durchsetzt.
Nirgendwo.

Wi5in 14 Komm-Experte - 2682 - 20. Februar 2010 - 14:20 #

Mal eine Frage: Mit diesem OnLive bräuchte ich mir also nie mehr Sorgen machen zu müssen, dass mein PC zu schwach ist, weshalb das Spiel nicht läuft oder sehr ruckelt? Ich könnte einfach so spielen?

Apokalypse 17 Shapeshifter - 6613 - 20. Februar 2010 - 16:28 #

Jo

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2511 - 20. Februar 2010 - 17:59 #

Das stimmt, aber du darfst auch nur die Spiele spielen die man dir zugesteht, in den Fassungen die dich der Publisher spielen lässt.
Spiele wie AvP die nicht in DE erscheinen dürftest du dann auch nicht spielen. Der Weg des Imports wäre dann auch nicht möglich.

Wi5in 14 Komm-Experte - 2682 - 22. Februar 2010 - 14:32 #

Ach das ist doch sch***e....Naja, muss wohl ein neuer PC her

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