Jüdische Proteste gegen iMussolini-App

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2. Februar 2010 - 11:21

Der amerikanische Konzernriese Apple hat sich mit der kürzlich getroffenen Entscheidung -- die App iMussolini für den App-Store freizugeben -- große Kritik einer jüdischen Gemeinschaft eingefangen. Die seit dem 21. Januar erhältliche App wird seither mehrere tausend Mal pro Tag heruntergeladen. In Italien, das der Faschist Benito Mussolini von 1925 bis 1943 als Diktator beherrschte und an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg führte, soll es sogar aktuell das meistverkaufte Programm im App Store sein.

Die US-amerikanische Vereinigung der Holocaust-Überlebenden und ihrer Nachkommen (The American Gathering of Jewish Holocaust Survivors & Their Descendants) wirft Apple vor, nur nach den reinen kommerziellen Interessen entschieden und gehandelt zu haben.

Elan Steinberg (Vize-Präsident der Vereinigung):

Es ist eine Schande und eine Unterwerfung der haarsträubenden Kommerzialisierung gegenüber, dass das Computerunternehmen Apple der Veröffentlichung dieser "App" in ihrem iTunes-Store zugestimmt hat. Wir protestieren gegen sie, da sie wegen ihrer strengen Regulierung und Kontrolle bei der Freigabe solcher Anwendungen verantwortlich zu machen sind.
Das ist eine Beleidigung für das Andenken an alle Opfer des Nationalsozialismus und Faschismus, Juden und Nicht-Juden, und sollte wegen der Kränkung von Anstand und Gewissen verurteilt werden.

iMussolini enthält 120 vollständige Reden von Benito Mussolini sowie rund 20 Minuten Audio- und Videomaterial. Der Entwickler Luigi Marino erklärt, dass iMussolini keinen politischen Hintergrund habe, sondern vielmehr ein historisches Dokument für das iPhone sei. Alle Nutzer fordert er zudem auf, keinerlei Kommentare zu hinterlassen, welche den Faschismus verherrlichen. Seine Bitte unterstützt er mit dem ergänzendem Hinweis, dass dies strafbar sei.

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 2. Februar 2010 - 12:05 #

Religion vs. Science... Science wins!
Mal ehrlich - das ist Dokumentation von Zeitgeschehen. Die Juden echaufrieren sich hier (mal wieder) unnötig. Ich seh an der App keinerlei Probleme.

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1626 - 2. Februar 2010 - 12:23 #

Es sind nicht "Die Juden" es ist die Vereinigung der Holocaust-Überlebenden und ihrer Nachkommen.

(...)

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 2. Februar 2010 - 12:38 #

"Die Juden" bringen aber sehr häufig solche Kritik, wenn ihnen was gegen den Strich geht.
Sei es eine iPhone-App, eine Aussage von Person X, oder um irgendwelche Schuldzahlungen. Ob es nun die jüdische Vereinigung A oder B ist, ist egal.

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1626 - 2. Februar 2010 - 12:58 #

Wer bringt keine Kritik, wenn ihm was gegen den Strich geht? Jeder hat das Recht Kritik zu üben.

Die eine Kritik ist berechtigter als die andere. Den Menschen jüdischen Glaubens ist genug geschehen, dass sie Kritik üben dürfen.

Das "Die Juden" (Nach deiner Bezeichnung hast du ja alle schön über einen Kamm geschert) sich durchaus selbst Kritik gefallen lassen müssen ist selbstverständlich (Wer muss das nicht).

Allerdings ist hier auch zwischen dem Staat Israel und allgemein zwischen Menschen jüdischen Glaubens zu unterscheiden.
(Was häufig unterlassen wird..)

Oder bist du als Deutscher zwangsläufig für Spieleverbote wie die deutsche Regierung.

Du solltest mit Verallgemeinerungen vorsichtiger sein, besonders bei einem so sensiblen Thema..

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 2. Februar 2010 - 13:10 #

Oh nein - Ben verallgemeinert! Hängt ihn!
Schonmal aufs Topic geschaut? Der selbe "Fehler".

Verzeih, ich kann deinen Einwand nicht wirklich nachvollziehen. Hier ist es die jüdische Gruppe B, die gegen Sache A vorgeht und woanders ist es die jüdische Gruppe A, die gegen Sache B vorgeht. So what? Dass Jude X sich daraus hält, sollte wohl klar sein. Soviel Kompetenz spreche ich jedem zu, dass er differenzieren kann, wenn man von "der Gruppe/dem Volk/whatever XY" spricht.

Danke fürs zuhören.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 2. Februar 2010 - 22:07 #

"Die Juden" gibt es nicht. Ich kenne persönlich einige Juden, die sich beispielsweise ganz und garnicht von den diversen jüdischen Organisationen vertreten fühlen.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 14531 - 2. Februar 2010 - 14:29 #

Es heißt "echauffieren" - mit zwei "f", dafür ohne "r" ;-)

Anonymous (unregistriert) 2. Februar 2010 - 18:36 #

Wiso Religion?
Die Juden musst du auch als Volk sehen.

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 2. Februar 2010 - 20:01 #

Muss ich dann auch die Christen/die Moslems/die Buddhisten/whatever als Volk sehen? Das Judentum ist eine Religion, kein Staat.

Ganesh 16 Übertalent - 5032 - 3. Februar 2010 - 16:14 #

Das ist falsch. Das Judentum ist beides, eine ethnische und eine religiöse Gruppe.

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 3. Februar 2010 - 16:51 #

Einspruch! Das Judentum ist eine Religion, es ist aber kein Volk. Als Volk meinst du vielleicht die Israelis. Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe: Ich kann genau so gut Jude und Deutscher wie Israeli und Christ sein.

Ganesh 16 Übertalent - 5032 - 3. Februar 2010 - 16:57 #

'Das Judentum' mag eine Religion sein – die Juden sind aber nach gängigen Maßstäben auch eine ethnische Gruppe. Beispielsweise gibt es so etwas wie säkulare Juden, da gibt es historisch ausreichend Beispiele, z.B. Freud kann man mit seiner Religionskritik sicherlich nicht als 'religiös' bezeichnen, trotzdem ist er ein Jude. Marx ist noch so ein Beispiel. Aus einem nicht religionskritischen Bereich ist auch noch Hannah Arendt zu nennen, die sich – obwohl nicht sonderlich religiös – sich mehrfach mit den Juden bzw. dem Staat Israel beschäftigt hat.

Du verwechselst Staatsangehörigkeit mit ethnischer Zugehörigkeit.

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1626 - 2. Februar 2010 - 12:20 #

Na super.. wie wäre es es mit iAdolf für die heimischen Hohlköpfe.

*kopfschüttel*

prax 11 Forenversteher - 575 - 2. Februar 2010 - 12:34 #

Warum nicht? Oder willst du den Mann etwa totschweigen, so wie viele Hohlköpfe den Holocaust?

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1626 - 2. Februar 2010 - 12:48 #

Es ist ein (ziemlich großer) Unterschied zwischen totschweigen und aktiv Verbreiten.

Natürlich ist auch "Mein Kampf" ein historisches Dokument. Aber bedeutet das auch gleich, dass es weiterhin unter die Leute gebracht werden muss?

Aufrufe zu Hass und Mord auf dem iPhone?

Das Zeitgeschehen des dritten Reichs darf nicht vergessen werden und muss selbstverständlich den Leuten auch weiterhin nahegebracht werden, aber die Schriften / Reden Mussolinis (Oder eben Hitler's) sind mit Vorsicht zu genießen.

Wie wäre es denn mit einem App, dass die historische Figur Mussolinis beinhaltet, mit Fakten und einer kritischen Auseinandersetzung?
Das würde höchstwahrscheinlich kaum jemand kaufen..

Die Frage ist wofür soll dieses App verwendet werden? Sicherlich nicht für historische (wissenschaftliche) Recherche.

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 2. Februar 2010 - 12:53 #

"Wie wäre es denn mit einem App, dass die historische Figur Mussolinis beinhaltet, mit Fakten und einer kritischen Auseinandersetzung?
Das würde höchstwahrscheinlich kaum jemand kaufen.. "
Kommt via Update! :D
*SCNR*

prax 11 Forenversteher - 575 - 2. Februar 2010 - 12:59 #

Ist doch egal wer das kauft oder eben nicht kauft? Man ist doch nicht gezwungen es sich zu kaufen, oder hast du da andere Informationen als ich? Außerdem, woher nimmst du das Wissen für was es verwendet wird. Oder vielmehr, woher nimmst du dir das Recht dazu dies zu behaupten.
Es gibt halt viele Dinge in dieser Welt die sie nicht braucht. Trotzdem sind sie da. Ein einfachen "Finde ich nicht gut" hätte es doch auch getan...

Leider geht jetzt die wehleidige Diskussion, frei nach Godwins Law von vorne los. Lässt sich sowas eigentlich irgendwie mal verhindern? Anscheinend nicht, das hat wohl auch Godwin gewusst ;)

PS: Mir geht das Ding völlig am Allerwertesten vorbei. Ich finds nur immerwieder lustig wie die Menschen sich bei solch einem Thema verhalten :D

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1626 - 2. Februar 2010 - 13:56 #

Für den Übergang von Mussolini zu Hitler brauchst du keinen Godwin..

Woher ich das Wissen nehme? Gesunder Menschenverstand. Das Recht mich zu äußern habe ich zum Glück, danke sehr.

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 2. Februar 2010 - 14:51 #

Wenns mit Kommentaren begleitet werden würde, fänd ich das ja noch nachvollziehbar. Aber einfach so die Aussagen im Raum stehen lassen? Das halte ich für gefährlich.

Das kann man auch gut mit "Mein Kampf" vergleichen. Leider ist dieses Machwerk in Deutschland nicht erhältlich. Und ich sage nicht leider, weil ich hier mit Glatze und Bomberjacke von dem Monitor sitze, sondern weil ich darin eine Gefahr der Mystifizierung sehe. Dadurch, dass es nicht erwerbbar ist, wächst die Neugier, was denn da so schlimmes drinsteht. Dann holt sich Hohlbirne xy das von einem "Bekannten" oder aus dem Netz, liest darin und glaubt wohl möglich noch, was da drinsteht. Eine mit Kommentaren versehene Ausgabe, die Hitlers Argumente entkräftet, fände ich viel sinnvoller als die jetzige Lage. Meinetwegen dann auch für das iPhone.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 2. Februar 2010 - 22:08 #

Es gab doch angeblich schon "Mein Kampf" als App. War kurzzeitig wie es heißt weltweit ein echter Renner, bevor es Apple wieder aus dem Sortiment genommen hat.

Porter 05 Spieler - 2981 - 2. Februar 2010 - 14:08 #

"Die US-amerikanische Vereinigung der Holocaust-Überlebenden und ihrer Nachkommen (The American Gathering of Jewish Holocaust Survivors & Their Descendants) wirft Apple vor, nur nach den reinen kommerziellen Interessen entschieden und gehandelt zu haben."

sicherlich nicht minder kommerziell sind die Intressen von Apple als die welche diese "Vereinigung" vertritt.
Ist ja nicht so als ob die nicht immernoch nach Schadenersatzansprüchen geiern, wobei es da weniger um die Überlebende als um die Nachkommen geht...

Ganon 23 Langzeituser - P - 39085 - 2. Februar 2010 - 15:26 #

Ich sehe dass wie Ben im ersten Beitrag hier. Die Proteste sind übertrieben. Es geht hier ja nicht um die Verbreitung faschistischer Denkweisen, sondern um Dokumentation der Zeitgeschichte. Die Idee von Däif, solche Dokumente in kommentierter Form zu veröffentlichen, statt sie zu verbieten, finde ich auch gut.

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 2. Februar 2010 - 19:01 #

Bessere Werbung für die App gibts nirgends. Jetzt wird sie jeder holen zum schauen was da so schlimm sei. In Italien dagegen schätze ich, dass die App nur mangels Alternativen an Politikern so beliebt ist.

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