Clash of Realities 2010: Polemik oder Objektivität?

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1. Februar 2010 - 11:01 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Vom 21. bis 23. April 2010 findet in Köln die dritte internationale Computerspiele-Konferenz unter dem Titel Clash of Realities statt. Wissenschaftler aus den Fachrichtungen Psychologie, Medizin, Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Medienpädagogik und Kunst berichten über neueste Forschungsergebnisse zu interaktiver Unterhaltungssoftware und der Wirkung von virtuellen Welten. Ausrichter der Tagung sind die Fachhochschule Köln und Electronic Arts.

Im Vergleich zu den ersten beiden Konferenzen 2006 und 2008 konnte der Anteil an internationalen Referenten erneut gesteigert werden. Zu den Gästen gehören zum Beispiel die Medienforscherin und Gamedesignerin Tracy Fullerton (USA), die Medizinerin Cheryl K. Olson (USA) und der Kognitionspsychologe Professor Dr. Dietrich Dörner (Bamberg). Tagungsleiter Professor Dr. Winfred Kaminski, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medienforschung und Medienpädagogik (IMM) der Fachhochschule Köln ist von der Wichtigkeit der Veranstaltung überzeugt:

„Die Konferenz Clash of Realities hat sich als eine der wichtigsten Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch über Computer- und Videospiele etabliert. Vor allem unser interdisziplinärer Ansatz hat sich bewährt. Wir haben daher dieses Mal noch weitere Themenfelder in den Blick genommen und Wissenschaftler aus den Bereichen Gamedesign und Kognitionswissenschaften eingeladen.“

In Deutschland werden Diskussionen zu dem Thema Computer- und Videospiele selten sachlich geführt. Zahlreiche Beispiele aus der Politik und des Journalismus nehmen sich der Thematik eher polemisch und einseitig an um Aufmerksamkeit oder Quote zu erzielen. Ursachenforschung und pädagogische Interventionsmöglichkeiten werden leider nur selten zum Ausdruck gebracht. Diese Befürchtung brauchen Spieler bei der Clash of Realities wohl kaum zu haben, denn Professor Dr. Winfred Kaminski ist für seine differenzierte Meinung zu dem Thema bekannt, was seine Aussage zu dem vielfach kritisierten Taktik-Shooter Counterstrike beweist:

„Und selbst das vieldiskutierte "Counterstrike", das martialisch daherkommt, ist zuerst einmal ein Teamspiel und es geht vor allem um Verabredungen, Planungen, Überlegungen und das Zusammenspiel. Das heißt, die Spieler bringen nicht nur ihre Rahmungskompetenz ein, sondern im Spiel selbst sind wichtige intermittierende und moderierende Faktoren enthalten. So wenig wie die Millionen Krimileser durch einen Kriminalroman das Morden erlernen wollen, so wenig wollen die Spieler eines Egoshooters lernen, ihr reales Gegenüber, ihren Mitspieler zu töten. Auf LAN-Parties geht es, etwa im Vergleich mit manchen Fußballstadien, überraschend gesittet zu.“

Wer von euch Herrn Professor Dr. Winfried Kaminski in Bild und Ton betrachten möchte, kann ihn in einer Diskussionsrunde von Giga eSports unter dem Titel Shooter im Fadenkreuz sehen und hören.

Video:

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 28. Januar 2010 - 19:22 #

Bei der Veranstaltung wäre ich sehr gerne dabei.

Dergon 09 Triple-Talent - 303 - 28. Januar 2010 - 22:08 #

Ich war bei den ersten beiden Veranstaltungen 2006 und 2008 dabei. Diese Tagungen lohnen sich wirklich, wenn man sich wissenschaftlich mit unserem liebsten Hobby auseinandersetzen möchte.
Leider muss sich der Clash immer wieder gegenüber Kritikern (v.a. aus Hannover) verteidigen, da Electronic Arts diese Veranstaltung nicht unerheblich fördert. Allerdings ist ein solcher Kongress ohne Hilfe nicht finanzierbar und die Kölner schaffen es so auch immer wieder, dass der Eintritt frei ist und auch mal Schüler oder Studenten reinschauen können.
Ich freu mich auf jeden Fall wieder auf die 3 Tage in Köln!

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 29. Januar 2010 - 10:24 #

Ich werde da wohl auch mal vorbeischauen.
Sehr interessant. Das u.a. EA diesen Event fördert, finde ich nicht schlimm. Da sich die Bildungslandschaft erst langsam für die Computerspielforschung öffnet, müssen andere Geldquellen angezapft werden. Ich glaube nicht, dass die Industrie diesen Event nur unterstützt um Inhalte zu propagieren oder Meinungen zu kaufen. Dies würde genauso nach hinten losgehen wie die plumpen Versuchsanordungen von Pfeiffer und Co.

Dr.Danny (unregistriert) 29. Januar 2010 - 10:47 #

Prof. Kaminski kenne ich persönlich. Ist sehr kompetent und dazu auch sehr umgänglich.

Dr.Danny (unregistriert) 29. Januar 2010 - 10:52 #

@Basti51,
nein, Inhalte propagieren sie nicht und Meinungen kaufen sie erst recht nicht. Ich denke allerdings, dass die Finanzierung durchaus in den Bereich Marketing gehört, weil EA dadurch versucht, die Gamestudies zu fördern, um computerspiele als ernstzunehmendes Produkt der Popularkultur zur profilieren. Für verwerflich halte ich das aber auch nicht.
Gruß,D

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 29. Januar 2010 - 11:35 #

Den Krimi-Vergleich finde ich sehr treffend. Immer wird Gewalt in den Medien verpönt, aber Krimis sind gsellschaftlich anerkannt und da geht es oft auch heftig zur Sache. Komischerweise stehen da dann oft besonders Frauen drauf, die Gewaltfilme usw. sonst gar nicht mögen...

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