Rockstar antwortet auf Ehefrauen-Vorwürfe

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24. Januar 2010 - 23:28 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

In den vergangen Tagen wurde viel diskutiert über die Arbeitsbedingungen bei Rockstar, speziell bei dessen Ableger Rockstar San Diego, wo zurzeit Red Dead Redemption fertiggestellt wird. Die Ehefrauen von Studio-Mitarbeitern hatten sich anonym über den gesundheitsgefährdenden Stress und die Überstunden in einem Forumspost ausgelassen, auf einer bekannten Entwicklersite (wir berichteten).

Inzwischen hat sich Rockstar zu den erhobenen Vorwürfen geäußert. In einer Antwort auf eine Leserfrage auf Rockstargames.com erklärt die Firma:

Leider nehmen die Menschen die Meinungen von ein paar anonymen Schreibern in einem Forum für bare Münze. Keine Firma ist perfekt, aber Rockstar Games ist ein eng verbundenes Team von 900 überaus talentierten und motivierten Fachleuten, von denen viele schon eine sehr lange Zeit bei uns arbeiten. Wir bedauern es, wenn frühere Mitglieder eines [unserer] Studios ihre Zeit bei uns nicht genossen haben oder die Arbeit sie nicht ausgefüllt hat. Wir wünschen ihnen viel Glück dabei, eine Arbeitsumgebung zu finden, die besser zu ihrem Naturell und ihren Bedürfnissen passt [...]

Wir haben uns immer leidenschaftlich um unsere Mitarbeiter gekümmert und versucht, sie in ihrer Kreativität zu unterstützen. Sonst könnten wir gar nicht Spiele in diesem Maßstab und mit dieser Qualität produzieren.

Zuvor waren Stimmen laut geworden, wonach die Firmenzentrale in New York die Mitarbeiter in den verschiedenen Rockstar-Studios regelrecht überwachen würde. Ein Mitarbeiter verglich das Hauptquartier sogar mit dem "Auge von Sauron". Daraufhin ergänzte Rockstar die hauseigene Wallpaper-Kollektion um ein paar entsprechende Bilder (siehe Teaserbild und Quellenlink).

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1565 - 22. Januar 2010 - 15:09 #

"frühere Mitglieder "
sie sind also schon gefeuert...

bersi (unregistriert) 22. Januar 2010 - 15:24 #

Das Selbe hab ich mir auch gedacht. Dieser Post von Rockstar ist jetzt keine wirkliche Dementierung und vor allem Distanzierung dieser Vorwürfe. Ich glaube, an den Vorwürfen ist durchaus etwas wahres dran.

Die Frage ist allerdings, wie schwerwiegend ist das ganze wirklich. Ich kenne das selber aus privatem Bereich, dass bei ungerechter Behandlung gerne mal ein Ausnahmefall aufgebauscht wird und dann als kontinuierlicher Zustand angepriesen wird. Ich schätze die Zustände bei Rockstar sind etwas überdurchschnittlich anspruchsvoll. Gerade wenn Projekte sich dem Ende neigen werden da sicherlich ziemlich viele Überstunden geschoben. Wenn solche Situationen dann auf labile Charaktere treffen kann das verherende Auswirkungen haben. So als würden zwei Autos mit je 120 km/h aufeinander prallen. Da verdoppelt sich der Schaden zwangsläufig.

VanillaMike 14 Komm-Experte - 1875 - 22. Januar 2010 - 15:45 #

Aber ist das nicht normal, dass gegen Ende eines größeren Projektes der Stress immer größer wird? Das kennen wir doch alle aus der Schule oder von der Arbeit!
Ich weis nicht, wie genau die Arbeitsverhältnisse bei Rockstar sind, aber ich denke da haben sich die Frauen beschwehrt weil da viel los ist!
Sollen die sich nicht so anstellen!

ganga Community-Moderator - P - 15573 - 22. Januar 2010 - 16:16 #

Also den letzten Satz hättest du dir nun wirklich sparen können. Woher willst du denn bitte wissen, wieviel bei Rockstar gearbeitet wurde, über welchen Zeitraum und unter welchen Bedingungen? Du stellst das nun so dar als wären die Frauen kleine Dummchen die nicht kapieren, dass es zum Ende eines Projektes auch mal mehr zu tun gäbe und sich deshalb künstlich echauffieren würden.
Bitte in Zukunft mal ein bisschen mehr darüber nachdenken was du von dir gibst.

Farang 14 Komm-Experte - 2356 - 22. Januar 2010 - 17:12 #

Hi ja aber mit einem haben sie recht. wenn an den vorwürfen wirklich was dranne wäre , würden sie kaum spiele herstellen mit solch einer qualität. nichts ist unproduktiver als unzurfriedene mitarbeiter.....

ich bin da wirklich geteilter meinung und weiß nicht so recht was ich glauben soll. auf der einen seite kann ich mir nicht vorstellen das die vorwürfe aus den fingern gezogen sind auf der anderen seite sagt die qualität der produkte etwas anderes aus.

GamingHorror Game Designer - 968 - 23. Januar 2010 - 10:55 #

Die Qualität welcher Produkte bitteschön?

R* SD arbeitet seit 4 Jahren an Red Dead Redemption. Davon gibts bisher nur Videos zu sehen. Die sehen zwar toll aus, nur sagt das nichts aus. Da kann auch vieles geschönigt sein.

Farang 14 Komm-Experte - 2356 - 23. Januar 2010 - 15:08 #

GTA IV hatte die gewohnte Qualität , wäre es in der Firma gang und gebe das die Mitarbeiter wie "Schlachtvieh" behandelt werden würde, hätte sich das meiner Meinung nach auch auf ihre Blockbuster wie GTA IV ausgewirkt.

GamingHorror Game Designer - 968 - 23. Januar 2010 - 22:55 #

Argh! Das ist genau das wovor ich in meinem Post weiter unten warne.

GTA IV wurde von "Rockstar North" entwickelt. Hier geht es aber *nur* um "Rockstar San Diego"! Und vielleicht noch deren Zwist mit dem Rockstar Management mit Sitz in New York.

Zwar gehören beide Studios der Rockstar Marke an, arbeiten aber weitgehend getrennt wie das auch z.b. bei den vielen internen EA Studios der Fall ist.

Dann muss man auch bedenken, das Rockstar u.a. von den Houser-Brüdern mitgegründet wurde. Selbst wenn Rockstar NY inzwischen das Zepter in der Hand hat und sie so schlimm handeln würden wie man ihnen vorwirft, so wird es ihnen weitaus schwerer bis unmöglich fallen ihre Sichtweisen dem Rockstar North Studio aufzuzwingen. Erstens sitzen da zwei ganz gewichtige Mitinhaber, zweitens entwickeln die an der bei weitestem stärksten Marke von Rockstar. Also kann und sollte man bei dieser Sache Rockstar North und somit GTA getrost rauslassen.

Goldfinger72 15 Kenner - 3092 - 22. Januar 2010 - 15:55 #

Ich denke, so etwas muss man auch immer mit einem nötigen Abstand betrachten. Gerade in der Spielbranche dürfte -vermute ich- meist sehr viel Stress herrschen. Termindruck eben. Nun gibt es positiven Stress und negativen. Und jeder Mensch wiederum geht anders mit Stress um. Wo der eine erst zur Höchstform aufläuft, ist der andere kurz vor einem Nervenzusammenbruch, wo dann auch mal das eine oder andere böse Wort fallen kann.

Wenn man nicht selbst dabei ist/war, ist so etwas immer schwer zu beurteilen.

Ich persönlich denke jedoch nicht, dass das Klima bei Rockstar wirklich so extrem schlecht sein kann. Denn wie sie schreiben sind solche hochwertigen Games mit einem demotivierten Team kaum möglich.

mik 12 Trollwächter - 938 - 22. Januar 2010 - 16:44 #

Du glaubst garnicht was Angst um den Arbeitsplatz bewirken kann, es muss nicht immer Motivation sein!

thomas95 06 Bewerter - 68 - 22. Januar 2010 - 18:48 #

Gute Antwort
Es ist falsch Vorwürfe gegen Rockstars in den Raum zu werfen weil man nicht weiß welche Leute sich beschwert haben

Alric 10 Kommunikator - 445 - 23. Januar 2010 - 2:49 #

Jo, ist doch eh immer das Gleiche.
Wenn eine große böse Kapitalistenfirma was sagt, lügt sie.. Wenn irgenden armer kleiner Mitarbeiter was behauptet, hat er automatisch Recht. So (primitiv) sind nunmal die Menschen gestrickt.

GamingHorror Game Designer - 968 - 23. Januar 2010 - 11:33 #

Also ich hab zwar keine Insiderkenntnisse, ich denke aber schon das an der Sache was dran ist. Einerseits schreiben "ehemalige Mitarbeiter" nicht so einen langen Brief nur um ihrem ehemaligen Arbeitgeber eins auszuwischen. Das ist aus meiner Sicht die aktuelle Wahrnehmnung einzelner Betroffener. Ob diese Wahrnehmung nun begründet ist, ist von aussen schwer zu beurteilen.

Dann melden sich auf Gamasutra zu dem Brief immer mehr (angebliche) aktuelle und ehemalige Mitarbeiter zu Wort die das bestätigen. Selbst wenn die alle nur ihrem Arbeitgeber eins auswischen wollten, dürfte man erwarten das der ein oder andere ehrbewusste Mitarbeiter in der Diskussion einen Gegendarstellung schreibt. Das blieb bislang aus.

Zuletzt ist es nichts unbekanntes wie extrem Rockstar Management vorgeht, ich erinnere nur an die Schließung von Rockstar Vienna, bei der eines morgens die Mitarbeiter von Security Personal am Zugang zu den Büros gehindert wurden. Das Studio wurde über nacht geschlossen ohne auch nur eine einzige Mitteilung.

Was die Qualität der Rockstar Spiele angeht glaube ich das GTA alles überschattet und sich natürlich positiv auf den Brand "Rockstar" überträgt. Dabei ist anderen Rockstar Games bislang der große Durchbruch verwehrt geblieben, ich wüsste keines das entweder kommerziell besonders erfolgreich war oder besonders gute Wertungen erhielt.

Von R* SD kennen wir übrigens diese Titel:
- Red Dead Revolver
- Midnight Club 2 und 3 (plus 1 addon & 1 Portierung)
- Table Tennis
- Red Dead Redemption

Hier die gesamte Gameographie:
http://en.wikipedia.org/wiki/Rockstar_San_Diego

Interessant ist auch - wobei ich nicht weiss was es zu bedeuten hat - das R* SD von 1998 bis 2002 insgesamt 14 Titel in 4 Jahren rausgebracht hat, während es unter dem Rockstar label nur 8 Titel in 7 Jahren waren. Dabei sind 2 Titel "nur" ein Midnight Club addon und eine PSP Portierung und Red Dead Revolver war schon für Capcom in Entwicklung bevor die es gecancelled haben und das Studio letztlich von Rockstar gekauft wurde.

Man merkt also definitiv den Einfluss von Rockstar, augenscheinlich zielt es auf längere Entwicklungszeiten für AAA Titel, was bisher nicht besonders gut hingehauen hat, sowie dem ausquetschen der Midnight Club Serie die ja inzwischen eingestellt ist.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23149 - 23. Januar 2010 - 15:07 #

Ein Dementi sieht anders aus.
Aber immerhin hat Rockstar mal wieder bewiesen wie man mit vielen schönen Worten möglichst wenig sagen kann.
Passt zum Unternehmen, die Mitarbeiter von Rockstar Vienna (ehemals neo Software ("Rent a Hero", "Die Völker")) standen irgendwann vor einem abgeschlossen Gebäude, es hatte ihnen keiner gesagt, dass das Studio dichtgemacht wird.
Ich bin mir sicher, dass die Arbeitsbedingungen im Rockstar Hauptstudio in Schottland anders aussehen, in Europa gibts ja einen besser funktinierenden Arbeitsschutz.
Rockstar San Diego sind die ehemaligen Angel Studios, möglich dass die Arbeitsbedingungen schon immer mies waren.

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