Google.cn: Geschäft in China vor dem Aus (Update)

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23. März 2010 - 22:11 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Update 23.3.2010:

Google macht seine Drohung wahr und leitet chinesische Besucher von google.cn seit gestern Abend auf google.hk um. Diese Site wird in Hongkong betrieben, das zwar seit 1997 wieder zu China gehört, aber den Status einer Sonderverwaltungszone mit liberaleren Gesetzen hat. Wie die Süddeutsche Zeitung ausführt, unterliegt Google.hk keiner Zensur, allerdings geht die Zeitung davon aus, dass die chinesischen Behörden google.hk für chinesische User außerhalb Hongkongs sperren lassen werden.

Ursprüngliche News vom 13.1.2010:

Bereits gestern wurde im offiziellen Google-Blog offengelegt, dass es eine Attacke auf Google China (www.google.cn) gab, mit dem offensichtlichen Ziel, an den E-Mail-Verkehr von chinesischen Menschenrechtsaktivisten heranzukommen. Doch nicht nur Google fiel den Attacken zum Opfer, angeblich sollen noch 20 weitere Konzerne aus dem Bereich Technologie, Finanzen, Medien oder Chemie von den Angriffen betroffen sein. Google gab die Untersuchungsergebnisse den jeweiligen Firmen weiter.

Außerdem sei, unabhängig von der aktuellen Attacke, regelmäßig "durch Dritte" auf Dutzende von G-Mail-Accounts von Menschenrechtsaktivisten aus den USA, Europa und China zugegriffen worden.

Das eigentlich Interessante ist aber die Folgerung, die das Unternehmen Google daraus zieht: Man habe seit dem Start von Google.cn im Januar 2006 zwar Zensur bei den Suchergebnissen inkauf genommen, aber mit der Einschränkung, dass Google "genau die Verhältnisse in China überwachen werde, die die eigenen Angebote betreffen". Nach den letzten Vorkommnissen ist Google nun nicht mehr länger bereit, Google.cn-Suchergebnisse zu zensieren -- und rechnet deshalb mit der Einstellung von Google.cn und möglicherweise der Schließung der Büros von Google China.

Was man dem "Geschäftspartner China" zutraut, offenbart zwischen den Zeilen der abschließende Part des Blog-Eintrags: "Wir wollen klarstellen, dass dieser Schritt von unseren Managern in den Vereinigten Staaten vorangetrieben worden ist, ohne das Wissen oder die Beteiligung unserer Angestellten in China."

Noch macht sich Google aber wohl Hoffnungen, mit der Chinesischen Regierung eine Lösung zu finden. Ob die chinesischen Führer aber tatsächlich der weltgrößten Suchmaschine (die jedoch in China nicht Marktführer ist) erlauben wird, in Zukunft unzensierte Ergebnisse zu Menschenrechtsverletzungen im Reich der Mitte, dem Tiananmen-Massaker oder tibetischen Autonomiebestrebungen zu erlauben, ist mehr als fraglich -- wenngleich ein solcher Schritt sicherlich große internationale Beachtung finden würde.

Tr1nity 27 Spiele-Experte - P - 79815 - 13. Januar 2010 - 15:49 #

Langsam aber sicher geht die chinesische Regierung wirklich zu weit.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12483 - 13. Januar 2010 - 16:00 #

naja und sie machens offen wenn man nach der eu geht kann man uns bald komplett durchleuchten und jeden schritt im internet überwachen da is so bisschen zensur nicht weiter schlimm

Tr1nity 27 Spiele-Experte - P - 79815 - 13. Januar 2010 - 16:05 #

Äh, hier geht's jetzt nicht um die Zensur ansich, sondern die (kriminellen) Hacker-Angriffe seitens der Regierung auf Google und den Unternehmen, woraufhin Google die Zensur aufgehoben hat.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 23. März 2010 - 11:28 #

das tun sie doch schon seit Jahren. Ohne irgendwas davon zu wissen gehe ich davon aus dass jedes Land hat seine Hacker hat und damit Informationen sammelt.

Larnak 21 Motivator - P - 25873 - 13. Januar 2010 - 20:54 #

Zwischen der wahrscheinlich gut gemeinten Absicht, uns zu durchleuchten und dem massiven Zensieren und Totschweigen von Ereignissen/ Dingen, ungerechtfertigten Aktionen gegen "Regimekritiker" sowie Hackerangriffe, die scheinbar von China kommen, besteht doch noch ein größerer Unterschied, finde ich.

Wir müssen nur darauf achten, dass das auch so bleibt ;)
Also, das mit dem Unterschied...

Anonymous (unregistriert) 13. Januar 2010 - 21:53 #

Es ist ja nicht so, dass Ziele wie ein starkes, geeintes China, das Verhindern von Unruhen und Aufständen oder das Stärken des Wohlfühlfaktors der Bürger nicht gut gemeint wären.
Es dürfte wohl kaum der Fall sein, dass sich in China irgendwelche Parteikader zusammensetzen und überlegen "Wie können wir unseren Bürgern heute den Tag vermiesen?"

P.S.: Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint".

Apokalypse 17 Shapeshifter - 6613 - 13. Januar 2010 - 19:44 #

Die Regierung ist schon vor Jahren zu weit gegangen, hat nur niemanden außerhalb Chinas gejuckt. Erst wenn solche Giganten wie Google radikale Schritte einleiten oder sich die Regierung Chinas sich international stark macht wacht der Rest der Welt auf.Wenn auch langsam.

vitzi 11 Forenversteher - 602 - 13. Januar 2010 - 20:06 #

Viel darf die restliche Welt meiner Ansich dort nicht machen.
Bei diesem Thema ist das chinesische Volk gefordert.
Es geht für sie um etwas das wir als "Menschenrecht" über die Jahre im westlichen Denken verankert haben.
In China gibt es dieses Recht nicht und wird wenn es gefordert wird unterdrückt.
Dies ist ein vorerst kleiner Schritt, aus dem die Chinesen hoffentlich in ein paar Jahren bereits Profit ziehen könnten wenn sie selber den Druck auf die Regierung erhöhen.
Dies wird allerdings dauern und kann nur von innen passieren.

Wie, wann und mit welchem Erfolg zeigt die Zeit.

Um größere Diskussionen zu vermeiden die am Ende in geflame enden könnten:
Meine Ansicht dieses Themas übrings^^ Also wenn jetzt hier Leute laut aufschreiben und sagen WIR müssen dort helfen, okay aber ich denke das soetwas einzig und allein durch die betroffene Bevölkerung entwickelt und einverleibt werden kann.

Larnak 21 Motivator - P - 25873 - 13. Januar 2010 - 20:57 #

Das ist schon richtig, aber trotzdem sollte "unsere" westliche Welt nicht ständig dort hin laufen und alles mit sich machen lassen, nur um an günstige Arbeitskräfte zu kommen.
Nicht nur, dass sie damit den Druck auf China verringern, sie schaden sich auch selbst stark damit.

Ich finde es gut, dass Google darunter jetzt einen Schlussstrich gesetzt hat. Sicher nicht, weil Google die Wohlfahrt wäre, sondern wohl einfach aus dem Grunde, dass das Management keine Lust mehr hat, sich ständig solche Dinge gefallen zu lassen. Aber das hat hier doch auch sein Gutes.

Anonymous (unregistriert) 23. März 2010 - 16:24 #

Aufwachen? Welch quatsch. Die westliche Welt will seit Jahrzehnten nicht gegen China oder NordKorea aufwachen und jetzt rate mal warum...?

Wir sind unfassbar abhängig von den Ländern (okay NordKorea nicht, aber China) und außerdem sind diese Länder auch schlicht und ergreifend eine Gefahr für den Weltfrieden...

mik 12 Trollwächter - 991 - 13. Januar 2010 - 15:51 #

Das juckt die chinesische Regierung aber überhaupt nicht!

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1741 - 13. Januar 2010 - 16:52 #

Wenn andere dem Beispiel von Google folgen (und das sollten sie sich gut überlegen, da sonst nur Google mit weißer Weste da steht), dann juckt sie das aber schon!

Sheak 13 Koop-Gamer - 1626 - 13. Januar 2010 - 16:51 #

Find ich gut, dass Google nicht alles mit sich machen lässt. Wobei man aber auch sehen muss, dass Googles Geschäftsmodell auf dem Vertrauen der User in die Unantastbarkeit ihrer Daten bei Google basiert. Insofern ist dieser Schritt nur konsequent für Google.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 13. Januar 2010 - 18:42 #

Ich schlage vor, die Freunde, die sonst so bequem in Hamburg oder Berlin gegen staatliche Repression und Polizeiterror demonstrieren um danach entspannt die halbe Stadt abzufackeln, machen mit ihrem Aktionsbündnis mal einen Ausflug in die Volksrepublik um sich an einem würdigen Gegner zu beweisen. :)
Aber ernsthaft: Ich finde es einen beachtlichen Schritt und Google sollte sich da nicht ins Bockshorn jagen lassen. Google und das unzensierte Internet könnten mächtige Werkzeuge zur Befreiung des chinesischen Volkes sein.

vitzi 11 Forenversteher - 602 - 13. Januar 2010 - 20:01 #

Ein Schritt der hoffentlich dazu führt das in China Meinungsfreiheit im Verständniss aller verankert wird und die Regierung gezwungen wird soetwas zu akzeptieren.
Aber das ist eine Sache um die sich die westloche Welt nicht direkt kümmern darf.
Wir können den Chinesen den Prozess ein "Menschenrecht" für sich zu entwickeln nicht vorweg nehmen.
Man sollte gespannt sein was in den nächsten Jahren in China in diesem Bezug noch passieren wird.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 24031 - 13. Januar 2010 - 22:50 #

Google hatte eh nur 13% Marktanteil in China, das war die globalen Imageverluste nicht wert.
Eine rein ökonomische Entscheidung und kein Aufbäumen gegen China, dessen Zensurwunsche man jahrelang bedingungslos erfüllte.

Vanguard 13 Koop-Gamer - 1264 - 13. Januar 2010 - 23:49 #

Das trifft es am ehesten. Google hatte schon als sie damals der Zensur zugestimmt haben, ihr tolles "Don't be evil" Motto befleckt. Das ist jetzt nur eine geschickte Methode das wieder aufzupolieren und als Ritter in strahlender Rüstung dazustehen.
Oder wieso hat sie der Aufschrei als sie der Zensur zugestimmt haben nicht gestört und es jahrelang weiter laufen lassen?

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1597 - 14. Januar 2010 - 10:17 #

Bedenke: 13 % von einem Milliardenvolk. Das "Eh nur" ist da nicht unbedingt angebracht..

In China gibt es ca 300 Millionen Internetnutzer (Tendez steigend). Also 39 Mio für Google. In Deutschland sind es 53 Millionen (Google Marktanteil in D ca 90% also 47,7 Mio).

Google würde also Marktanteile aufgeben, die absolut bereits fast so groß sind wie ihr deutscher Marktanteil am Internet. Zusätzlich hat das chinesische Internet sicherlich noch viel mehr Wachstumschancen als das deutsche.

Wirtschaftlich wäre das eine harte Entscheidung..

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 14. Januar 2010 - 20:42 #

Zumal viele Behörden zu den Nutzern gehören dürften.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 14. Januar 2010 - 20:41 #

Mich würde mal interessieren, ob mir in Deutschland die Ergebnisse von google.cn gefiltert oder ungefiltert angezeigt werden.

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1597 - 14. Januar 2010 - 21:18 #

war bisher gefiltert, soweit ich weiß.

Anonymous (unregistriert) 23. März 2010 - 12:09 #

Warum in die Ferne schweifen? Zensur gibts auch auf google.de

Tr1nity 27 Spiele-Experte - P - 79815 - 23. März 2010 - 11:27 #

Heute morgen im Radio auf dem Weg zur Arbeit wurde berichtet, daß die Suchanfragen nach Hongkong zwar umgeleitet werden, die chinesische Regierung jedoch ihren (Sperr-)Filter aktualisiert hat und somit die User aus China die Seiten der Google-Ergebnisse nicht aufrufen können. Also Such-Ergebnisse gehen, aber die entsprechenden Webseiten aufrufen nicht. Weiß allerdings nicht, ab dem tatsächlich so ist.

Haroon (unregistriert) 23. März 2010 - 11:59 #

die welt befindet sich in einem latergischem zustand... leider...

John of Gaunt Community-Moderator - P - 59382 - 23. März 2010 - 12:22 #

Was bitte bedeutet latergisch?

Haroon (unregistriert) 23. März 2010 - 13:32 #

tut mir leid ein schreibfehler ich meine lethargisch...

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 23. März 2010 - 12:30 #

letargisch? Und du sitzt am PC. Änder es halt.

Haroon (unregistriert) 23. März 2010 - 13:30 #

ich glaube kaum das ein mensch allein das schaffen kann dafür braucht es schon massen-demos wie vor dem mauerfall...

und ich denke die menschen haben im moment ein zu bequemes leben um die probleme im gesamten zu erkennen...

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 23. März 2010 - 17:14 #

http://xkcd.com/610/

Und ich hab 610 Stück durchgeklickt um den zu finden :)

Robert Stiehl 17 Shapeshifter - 6035 - 23. März 2010 - 13:13 #

Damit hat Google den Weg frei gemacht für die chinesische Suchmaschine Baidu. Wenn sich das mal nicht rächen wird...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 335714 - 23. März 2010 - 14:00 #

Die hatte eh schon etwa zwei Drittel Marktanteil, Google nur etwa ein Drittel.

McStroke 14 Komm-Experte - 2276 - 23. März 2010 - 14:31 #

Wenn man sich Baidu mal anschaut sieht man ja eh das wieder alles kopiert wurde ;)

Mh ist eigentlich jemandem aufgefallen, das am selben Tag der MSN-Messenger in ganz Taiwan nciht funktioniert....Verschwörung...anyone? :)

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