Einigung über Urheberrechtsabgabe auf PCs - Update

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14. Januar 2010 - 11:14 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Wie der Branchenverband der Computerhersteller (BCH) heute in einer Presserklärung mitteilte, haben sich die 'Zentralstelle für Private Überspielrechte' (ZPÜ) und der BCH schon am 23.12.2009 auf die Urheberrechtsabgaben auf PCs für die Jahre 2002 bis 2010 geeinigt.

Die Höhe der Abgabe ist  davon abhängig, ob ein Brenner im PC verbaut ist oder nicht und betragen für 2010 13,65 Euro pro PC mit Brenner und 12,15 Euro pro PC ohne Brenner. Für die vergangenen Jahre wurden niedrigere Beträge vereinbart, die die PC-Hersteller nun nachzuzahlen haben.

Mit dieser Einigung werden die gerichtlichen Auseinandersetzungen, in denen die ZPÜ für den Zeitraum 2002 - 2010 eine Abgabe von 18 Euro pro PC gefordert hatte, für erledigt erklärt.

Mitglieder im BCH sind HP, Acer, IBM, Medion, Samsung, Sony und Fujitsu. Dort ist man froh über geschaffene Fakten und die neue Rechtssicherheit, auch wenn die Abgabe mehrere Millionen Euro kostet. Zahlen muss aber letztendlich der Kunde -- und zwar in Form von teureren Computern.

Update 14.01.01
Wie Golem berichtet führte die Einigung zu Ärger beim Branchenverband Bitkom, dem die Gründer des BCH eigentlich auch angehören.
Aus Ärger darüber, daß im Bitkom Arbeitskreis zur Urheberrechtsabgabe die dort nötige Zweidrittelmehrheit nicht zustande kam gründeten die 7 größten PC Hersteller im Bitkom einen eigenen Verband, den BCH.

Die kleineren im Bitkom organisierten PC Hersteller, allen voran Belinea, kritisieren dieses Vorgehen als undemokratisch, ob das allerdings zu einem Einlenken der Top 7 führen wird bleibt abzuwarten.
Als eine Reaktion auf dieses Vorgehen kündigte der Bitkom Geschäftsführer Berhnahrd Rohleder an, die Bitkom Satzung so abzuändern, daß eine einfache Mehrheit bei derartigen Abstimmungen ausreicht.

B0rnX 08 Versteher - 210 - 12. Januar 2010 - 23:04 #

Interessant, hab durch diesen Artikel zum ersten mal von den Urheberrechtsabgaben gehört ^^ ;)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29622 - 12. Januar 2010 - 23:45 #

Das perverse an diesen Abgaben ist doch, dass man doppelt und dreifach zur Kasse gebeten wird. Für etwas, was in vielen Fällen sowieso nicht mehr erlaubt ist. Die "Privatkopie" hat die Industrie doch durch immer nettere Kopierschutzmaßnahmen effektiv verboten, Abgaben für das theoretische Recht auf diese Kopie dürfen wir aber dennoch massenweise bezahlen.

Da geht es ja nicht nur um die Kosten, die auf die einzelnen Rechner aufgeschlagen werden (die Hersteller werden sich jetzt die nachzuzahlenden Gebühren für die letzten 8 Jahre in Form von Aufschlägen auf die aktuellen Rechner holen). Nein, man zahlt ja ZUSÄTZLICH noch für jeden gekauften Rohling. Für jeden einzeln gekauften Brenner. Sogar für Multifunktionsdrucker zahlt man mittlerweile recht viel Geld für eine unsinnige Kopierabgabe, die vor dreißig Jahren für Laserkopierer eingeführt wurde. Dieses System ist krank. Und es tut niemand etwas dagegen, weil kaum jemand davon weiß.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11130 - 13. Januar 2010 - 0:37 #

Wer bekommt denn diese Kohle überhaupt?

Was hab ich davon? Ist doch bitte nicht so ein GEZ/GEMA-Verfahren, oder?

bam 15 Kenner - 2757 - 13. Januar 2010 - 1:33 #

"Die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) ist die älteste (gegründet 1963) und aus wirtschaftlicher Sicht bedeutendste Form der Zusammenarbeit der deutschen Verwertungsgesellschaften. Die ZPÜ hat die Aufgabe, die Vergütungsansprüche gegenüber den Geräteherstellern und -importeuren und gegenüber den Leermedienherstellern und -importeuren geltend zu machen und das Vergütungsaufkommen an ihre Gesellschafter zu verteilen."

Gesellschafter sind hier aufgelistet: http://www.gema.de/musiknutzer/leermedien-geraete/gesellschafter-zpue/
(Darunter natürlich auch die GEMA.)

Anonymous (unregistriert) 13. Januar 2010 - 16:03 #

Ich hoffe Künstler wie Grönemeyer mit seiner kopiergeschützten
Mensch gehen dann aber auch leer aus!

Ich finde die ZPÜ sollte mal dazu verdonnert werden, einen klaren
Katalog zu erstellen, welche Formen der Kopie damit jetzt legalisiert
sind, gerade bei Geräten ohne Brenner (!).
Abfilmen einer Blu-Ray mit HD-Recorder in HD-Qualität vom
HD-Fernseher für Mama und Papa, Oma und Opa, alle in meiner Klasse,
alle 10 000 Arbeitskollegen in meiner Firma?
Aufnehmen einer Musik-CD über mein HighEnd Stereomikrophone?

Oder zahlen wir die 12 Euro nur für den Web-Cache?

Was bekomme ich eigentlich ausbezahlt, schliesslich ist dieser
Beitrag eine kreative schriftstellerische Arbeit, die sie
die Leute ja vielleicht auch ausdrucken und laminieren und
im Goldrahmen an die Wand hängen - wo ist mein Geld?
In diesem Beitrag steckt mehr Arbeit als in jeder Best of-CD !
Ich will meine Kohle!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29622 - 13. Januar 2010 - 20:36 #

Ich habe da einen guten Bekannten, der selbst mit seiner Band bei der GEMA gemeldet ist. Als seine Band einige Lieder kostenfrei auf ihrer Internetseite veröffentlichen wollten, wollte die GEMA plötzlich sehr viel Geld für die öffentliche Aufführung urheberrechtlich geschützter Inhalte. Krank? Ja.

Ein anderer Bekannter war mit einem selbstgeschriebenen Lied, das er selbst produziert und auch gesunden und eingespielt hat, auf einem Sampler, der sich mehrere tausend male verkauft hat und auf dem auch Musik von Chartsgrößen zu hören war. Für diesen Beitrag gab es insgesamt keine 20 Euro von der GEMA. Soviel zu den tollen Urheber-Aussschüttungen. Eine Institution, die kein Mensch braucht, ernsthaft.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29622 - 13. Januar 2010 - 22:24 #

Und, fügt DAS http://www.golem.de/1001/72382.html noch jemand in die News ein und packt sie dann als Update wieder nach oben in die Liste? Ich finde diese Kommentare, die Golem.de von den Bitkom-Mitgliedern veröffentlicht schon sehr prägnant..

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