Rockstar San Diego: Ehefrauen prangern an (2. Update)

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Florian Pfeffer 25273 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C4,A10,J10
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14. Januar 2010 - 12:57 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Update 14.1.:

Der offene Brief schlägt hohe Wellen: inzwischen haben sich drei weitere Parteien zu Wort gemeldet, unter anderem die International Game Developers Association (IGDA). Sie schreibt folgendes zum Thema:

"Die IGDA betrachtet Überstunden, die nicht öffentlich gemacht und zum Regelfall werden, als betrügerisch, ausbeuterisch und schädlich, nicht nur für die Entwickler, sondern auch für ihr Endprodukt und für die Industrie als Ganzes. Unsere Studien zeigen zwar, dass viele Studios auf einem guten Weg dabei sind, die Lebensqualität für ihre Angestellten sicherzustellen, dennoch kommen diese ungesunden Arbeitsmethoden noch viel zu häufig in unserem Gewerbe vor."

Auch Erin Hoffman, die bereits im Jahre 2004 die damaligen Zustände bei EA kritisiert hatte, gab einen unterstützenden Kommentar auf Gamasutra ab:

"Was Rockstar betrifft, wurde das auch Zeit. Schnappt sie Euch, Ladies. Diese Probleme lösen sich schließlich nicht von allein. [...] Veränderungen müssen von innerhalb der Firma kommen."

Außerdem gelangten Teile einer internen Email an die Öffentlichkeit, die von der Rockstar-Zentrale in New York herausgegeben wurde und ein ganz anderes Bild von der Lage zeichnet:

"Wir nehmen Probleme, die die Arbeitsbedingungen betreffen, außerordentlich ernst und werden den Bedenken sofort Rechnung tragen, sofern sie berechtigt sind. [...] Wir stimmen aber nicht mit den Anschuldigungen in dem Gamasutra-Posting überein (z.B. gab es keine Kürzung bei den Gesundheitsprogrammen oder den Nebenleistungen wie kostenlose Mahlzeiten und Massagen). Die Gehaltserhöhungen haben den gestiegenen Lebenshaltungskosten Rechnung getragen, und jeder, der sich dabei übergangen fühlt oder keinen Bonus für ein von ihm entwickeltes Spiel bekommen hat, möge sich bitte baldmöglichst an die Personalabteilung wenden."

Update 13.1.:


In einem neuen Kommentar im Original-Thread auf Gamasutra setzt ein Industrie-Insider einen Kontrapunkt zu dem Offenen Brief der Ehefrauen und den zahlreichen zustimmenden Kommentaren.

Demnach sollten die Spiele-Entwickler von Rockstar San Diego (oder anderer Studios) sich hüten, Internes auf einer Website auszuplaudern -- er habe schon zweimal erlebt, dass daraufhin Entwickler gefeuert wurden und nie wieder einen Job in der Spielebranche erhalten hätten. Weiter schreibt er, Beschwerden über 80 bis 90 wöchentliche Arbeitsstunden brächten nichts, da in den meisten Arbeitsverträgen nichts Gegenteiliges vereinbart sei. "Wenn du glaubst, dass du 150.000 Dollar im Jahr bekommst, und dafür nur 50 Stunden arbeiten musst, dann träumst du." Außerdem rät der anonyme Poster, der in den letzten 20 Jahren praktisch alle denkbaren Positionen in einer Spielefirma bekleidet haben will ("von ganz unten bis ganz oben"), von einer Sache ab: Mit einem Gewerkschaftsvertreter auch nur zu sprechen ("Das Management wirft dich sofort raus"). Er sieht die Verantwortung für zu großen Druck bei der Arbeit vor allem bei den Spiele-Entwicklern selbst: Entweder hätte ihr letztes Projekt kein Geld eingebracht, dann wäre der Druck natürlich größer, oder sie hätten keine realistische Planung betrieben, oder sie seien nicht gut genug, denn sonst könnten sie ja den Laden wechseln.

Ein anderer Kommentar, laut Header von einer gewissen Samantha Wikan, bekräftigt hingegen den Offenen Brief der Ehefrauen: Sie sei seit 15 Jahren mit einem Spieledesigner verheiratet, und die nun bei RockStar San Diego angeprangerten Zustände seien keinesfalls selten in der Spiele-Industrie. Sie sei überglücklich, dass das Studio, in dem ihr Mann arbeite, von Nintendo aufgekauft worden sei (vielleicht handelt es sich dabei um Monolith). Seitdem hätte sich die Qualität des Studio-Managements spürbar verbessert, ihr Mann käme gut gelaunt von der Arbeit nach Hause und habe Zeit für Ausflüge am Wochenende -- auch wenn es nach wie vor Nachtarbeit gäbe. Die aber würde später ausgeglichen. Die verbesserten Zustände führt sie darauf zurück, dass es mittlerweile eine Personalabteilung gäbe, die sich um die Mitarbeiter kümmere, und Vorgesetzte, die der Personalabteilung auch zuhörten.

Wenn ihr des Englischen mächtig seid, solltet ihr euch die Diskussion (siehe Gamasutra-Link unten) anschauen, sie ist beinahe interessanter als der eigentliche Offene Brief.

Original-News vom 11.1.:

In einem Offenen Brief auf der Spieleseite Gamasutra erhebt ein anonymer Poster schwere Vorwürfe gegen Rockstar San Diego, den Entwickler von Red Dead Redemption.

Der Schreiber wirft dem Studio vor, dass die Arbeitsbedingungen für die Mtarbeiter sich seit März 2009 stark verschlechtert hätten. Unterzeichnet ist der Eintrag mit "Determined Devoted Wives of Rockstar San Diego employees" ("Entschlossene liebende Ehefrauen von Rockstar-San-Diego-Angestellten").

In dem Blogeintrag (siehe Quellenlinks) wird behauptet, die Mitarbeiter seien verpflichtet worden, an sechs Tagen pro Woche einen 12-Stunden-Tag zu absolvieren. Darüber hinaus sei das Gehalt gekürzt und Urlaubstage gestrichen worden. Unter dem Stress litten einige Mitarbeiter so sehr, dass deren Gesundheit gefährdet sei und das Familienleben stark in Mitleidenschaft gezogen würde. Es ist die Rede von psychischen Erkrankungen bis hin zur Suizidgefahr bei einem Angestellten.

Ursache der Mehrbelastungen sei der "Machthunger" von Rockstars Management. Wenn die Bedingungen sich in den nächsten Wochen nicht verbessern würden, würden rechtliche Schritte gegen Rockstar eingeleitet. Die Aktion erinnert an die Erin Hoffmans, die 2004 als eine gewisse "EA Spouse" die Zustände bei Electronic Arts angeprangert und viel Aufsehen erregt hatte. Daraufhin wurden die Arbeitsbedingungen bei Electronic Arts laut Hoffman tatsächlich verbessert.

Gleiches wollen wohl die Ehefrauen erreichen, die hinter dem Brief stehen.

Mitarbeit: Däif

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 11. Januar 2010 - 18:53 #

Wärs andersrum würden die Männer um 21 Uhr mit n paar Bier und der XBox aufm Sofa sitzen "Du bist schon daheim, Schatz?"

Anonymous (unregistriert) 11. Januar 2010 - 19:29 #

Wow, ein/e Sexist/in mit über 2000 EXP.
Gratuliere, dass du solange durchgehalten hast ohne gebannt zu werden.

ganga Community-Moderator - P - 15588 - 11. Januar 2010 - 19:40 #

Wow, Ironieresistent?

tobzzzzn 11 Forenversteher - 795 - 11. Januar 2010 - 21:37 #

pwned! ^^

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 11. Januar 2010 - 22:44 #

Bin Student, meine Freundin arbeitet. Ganz so schlimm ists nicht. Nur ein bisschen :)

Lorolux (unregistriert) 11. Januar 2010 - 19:17 #

Unter den Bedinungen ist so eine Reaktion nur verständlich.
Was mich wundert ist nur das die Frauen jetzt da eingreifen, können die Angestellten da selbst nicht was machen, mit einem Streik zum Beispiel?

Aber wenn die Ursache wirklich Machthunger sein soll für die Umstände, dann muss man sich ernsthaft Gedanken machen, wie es in zukunft weitergehen soll....

Punisher 19 Megatalent - P - 14037 - 11. Januar 2010 - 19:43 #

Man mag mich korrigieren, aber ich glaube bei den Amerikanern ist "Streik" nicht besonders verbreitet, genauso wie "Arbeitnehmerschutz". ;-)

monokit 14 Komm-Experte - 2099 - 12. Januar 2010 - 0:35 #

In den USA sind die Gewerkschaften sehr zersplittert und liberaler Kapitlismus sei dank, haben so gut wie nichts zu melden. Druck machen können nur die Medien und die Käufer der Produkte von Rockstar.

GamingHorror Game Designer - 968 - 13. Januar 2010 - 10:29 #

Warum sie selber nichts unternehmen? Das ist "sägen am Ast auf dem man sitzt".

Aber das geht noch weiter. Die Jungs und Mädels haben kräftig investiert. Sie haben ein Bewußtsein für das Projekt entwickelt, und erleben wie sich alle den Arsch aufreissen dafür. Selbst wenn die Bedingungen extrem sind und forciert wurden: letztlich bringt dich die menschliche Psyche dazu diesem Projekt irgendwas gutes abringen zu wollen, gar zu müssen! Also will man es noch so gut wie möglich machen, es wäre ja schade drum. Und um Himmels willen bloss nicht das Projekt boykottieren, sonst wäre ja die ganze Arbeit umsonst gewesen. Wie absurd die Leute klingen die mit dabei sind und das noch rechtfertigen werden sie selbst wohl erst viele Jahre später realisieren - wenn überhaupt.

Ich glaub da gibts auch ein sehr passendes Sprichwort für, fällt mir aber grad nicht ein. Irgendwas mit "wer schon in der Scheiße sitzt ..." oder so. Wem es bekannt vorkommt bitte aushelfen. Ich komm einfach nicht drauf.

Auf jeden Fall, wen die Psyche hinter solchen Verhaltensweisen interessiert kann ich u.a. das Buch "Influence - psychology of persuasion" empfehlen. Gibts glaub ich auch auf deutsch (Psychologie des Überzeugens). Dort wird beschrieben wie Menschen plötzlich Dinge tun die sie im Grunde gar nicht wollen. Im Buch gehts zwar vorwiegend um Konsum und Spenden, das Prinzip lässt sich aber übertragen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324282 - 13. Januar 2010 - 10:47 #

Es ist sicher kein Zufall, dass diese offenen Briefe dann immer von einigen Ehefrauen kommen (dass dem wirklich so ist, daran habe ich keinen Zweifel).

GamingHorror Game Designer - 968 - 13. Januar 2010 - 11:36 #

Nein das ist kein Zufall, denn die Ehefrauen (vielleicht ist auch der ein oder andere Ehemann darunter, definitiv ganze Familien) leiden am meisten, am spürbarsten darunter. Dazu haben sie den "Blick von aussen" der vieles sehr viel klarer erscheinen lässt. Müssen aber mit der defensiven, verteidigenden Haltung ihrer Partner auseinandersetzen. Das bringt Krisenstimmung mit sich bis hin zur Trennung (oder Suizid, wenn dieser Konflikt nach innen ausgetragen wird). Der, der drin sitzt versteht meist die Welt (seinen Partner oder sich selbst) nicht mehr, die Sache erscheint einem ja gar nicht so schlimm.

Das kann im übrigen auch bei einer regulären 40h Woche, die man mit einfachen, überschaubaren Aufgaben verbringt, vorkommen. Und natürlich in praktisch jedem Berufsumfeld.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 13. Januar 2010 - 19:39 #

Da frag mal einer die abraxa, die schon unter der Arbeitszeit eines im Einzelhandel arbeitenden Ehemannes leidet. Wobei, 60 Stunden die Woche sind auch da in Stoßzeiten normal. In Zeiten, wo der Chef stolz darauf ist, das Unternehmen gut im Griff zu haben, weil rechtzeitig vor der Weihnachtszeit 30% der Belegschaft entlassen wurde.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 11. Januar 2010 - 19:41 #

Erinnert mich an die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel zum Weihnachtsgeschäft. Regt mich auch immer wieder auf, dummerweise kommt man selten drum herum. Ich kann die Ehefrauen (und auch die genervten Mitarbeiter) voll und ganz verstehen.

Sheak 13 Koop-Gamer - 1625 - 11. Januar 2010 - 19:50 #

Ich befürchte das war der Preis des Erfolgs der GTA-Serie.

Florian Pfeffer Freier Redakteur - 25273 - 11. Januar 2010 - 20:02 #

Rockstar San Diego nicht verwechseln mit Rockstar North!

ping 11 Forenversteher - 638 - 11. Januar 2010 - 20:30 #

Es ist schon klar, dass sowas wohl (leider) nicht selten ist, dennoch schmerzt es, in die Realität geholt zu werden und gezeigt zu bekommen, dass ein Arbeitsplatz in einer Branche, deren Produkt einzig und allein digitaler Spaß ist, derart pervertieren kann.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23298 - 11. Januar 2010 - 21:50 #

Erinnert mich an ein Interview in der M!Games mit dem Bionic Commando Projektleiter.
Typisch Spielebranche oder typisch USA?
Gerade bei kreativen Werken kann zu viel Druck schädlich sein. Wenn das ganze Team gute Laune hat und mit Begeisterung bei der Sache ist profitiert auch das Spiel davon.

Stefan1904 30 Pro-Gamer - P - 128500 - 11. Januar 2010 - 23:16 #

Fragt mal die Japaner: Bei Polyphony Digital übernachten die Mitarbeiter sogar in der Firma.

Gadeiros 15 Kenner - 3062 - 11. Januar 2010 - 23:43 #

"kein spaß" gibts ja auch bei activision, wie wir ja wissen ;)

ist die frage, was bei unseren nachbarn auf der insel los ist?
regiert peter molyneux seine angestellten von seinem olymp aus mit eiserner faust?

oder wie sich crytek in deutschland so anstellt, was arbeitsbedingungen angeht?
wurden für das virtuelle blut in crysis die tränen der angestellten vergossen?

was wird im osten europas so alles gemacht?
müssen angestellte, die nicht spuren stalker ohne schutzkleidung real nachspielen?

kurze antwort: ich denke, das sind die exrembeispiele, die wir da mit rockstar und einigen japanischen firmen sehen

monokit 14 Komm-Experte - 2099 - 12. Januar 2010 - 0:37 #

Sind es nicht. Auch in anderen Branchen wird extrem viel gearbeitet.

Bitte mal lesen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31750/1.html

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 12. Januar 2010 - 0:16 #

Das machen Japaner doch in jeder Firma?

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 12. Januar 2010 - 1:48 #

Ob ich zu Hause arbeite oder in der Firma lebe... hauptsache Freude an dem was man tut.

Suzume 14 Komm-Experte - 1810 - 12. Januar 2010 - 7:14 #

Ein bisschen zu einfach macht man es sich mit solch einer Antwort nicht?
Deine Familie, die dir vielleicht auch etwas bedeutet, und in die Zeit investiert werden muss, damit sie eine Chance hat, kann möglicherweise deinen Enthusiasmus für Schlafsackübernachtungen unter einem Schreibtisch nicht ganz nachvollziehen geschweige denn mitmachen?

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 12. Januar 2010 - 8:55 #

Mir gehts abseits davon, ob das nun gängige Praxis ist, ob das mal wieder Amerika oder der Kapitalismus ist, ob das die Spieleindustrie ist, darum was in dem Absatz steht. Mir macht dieser Teil hier Bauchschmerzen:

"Unter dem Stress litten einige Mitarbeiter so sehr, dass deren Gesundheit gefährdet sei und das Familienleben stark in Mitleidenschaft gezogen würde. Es ist die Rede von psychischen Erkrankungen bis hin zur Suizidgefahr bei einem Angestellten."

- Totale Bauchschmerzen, wenn man bedenkt, dass viele doch den 'Traumberuf' ergriffen haben, dann aber auch nur zu Gunsten der Sicherung der eigenen Familie. Ich finde die Aktion der Ehefrauen daher ~drastisch genug, um mir zu sagen, dass das nur die angemessene Reaktion eigentlich ist, auf das was wirklich hier vorfällt.

CrEEp3r 10 Kommunikator - 407 - 12. Januar 2010 - 9:34 #

Geliebtes Rockstar, was tust du? ;(

Alric 10 Kommunikator - 445 - 13. Januar 2010 - 12:32 #

hö? was soll es tun? Super Spiele entwickeln hald.
Wer mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden ist, geht wo anders hin.

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 12. Januar 2010 - 13:59 #

Find ich gut - und bis nix gegenteiliges kommt, wurde Red Dead Redemption ersatzlos von der Liste gestrichen.

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 12. Januar 2010 - 14:12 #

Wenn nicht sowieso schon die Qualität des Spiels unter solchen Bedingungen leidet...

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23298 - 12. Januar 2010 - 16:18 #

Das Spiel macht bisher einen extrem guten Eindruck.

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 12. Januar 2010 - 19:36 #

Nicht unter den Rahmenbedingungen!

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 13. Januar 2010 - 17:39 #

Aber damit bestraftst Du doch nicht das Management sondern die kleinen Arbeiter!

GamingHorror Game Designer - 968 - 13. Januar 2010 - 20:34 #

Sehe ich nicht (unbedingt) so. Ist das Spiel erfolgreich (wirtschaftlich gesehen) hat der "kleine Arbeiter" davon erstmal nichts. Er kriegt keine Gewinnbeteiligung und hat auch sonst keine Vorteile davon, ausser vielleicht einem gesteigerten Selbstwertgefühl. Doch das würde geradezu das falsche Signal liefern: wenigstens hat sich die Rackerei gelohnt!

Nun könnte man argumentieren das sein Arbeitsplatz dadurch gesicherter wäre ... aber ist das unter den Bedingungen noch so eine rosige Aussicht? Selbstverständlich würde bei einem Erfolg auch in Zukunft so weitergearbeitet, es sei denn die schlechte PR zwingt die Firma zum umdenken. Und jetzt grade in der Wirtschaftskrise wurden auch schon Entwickler verkleinert oder dicht gemacht, die ansonsten recht erfolgreich waren, insofern ist nichts garantiert.

In letzter Instanz sollte weiterhin den Kaufausschlag geben, ob einem das Spiel gefällt oder nicht. Boykott oder "jetzt erst recht" Käufe sind das schlechteste was man dem Spiel und sich selbst antun kann.

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 13. Januar 2010 - 21:56 #

Eben nicht - gerade hier nicht. Denn die "kleinen Mitarbeiter" werden solange weiter so behandelt, bis man merkt, dass es sich nicht auszahlt. Und gerade über einen Nicht-Support (lads dir meinetwegen runter, wenn du es so unglaublich unbedingt spielen willst oder leih's dir höchstens aus der Videothek aus) setzt du ein sehr deutliches Exzempel, da dieser Missstand an die breite Öffentlichkeit getragen wurde!

Kust my 2 Cents ...

faldnd 12 Trollwächter - 971 - 15. Januar 2010 - 11:50 #

Wird eh nix ändern. Bei Joystiq war nen Artikel darüber das des Spiel schon viel zu lange 'in Development' ist und das die 5 Millionen Kopien verkaufen müssten damit sich die fast 6 Jahre Entwicklungszeit rechnen. Die Jungs werden eh vor die Tür gesetzt wenn der Titel durch ist. Nicht kaufen würde die Jungs also doppelt bestrafen. Kein Job und noch schlechte Verkaufszahlen oben drauf.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23298 - 14. Januar 2010 - 1:50 #

Natürlich können solche Rahmenbedingungen das Spiel schlechter machen, aber das Spiel wird nicht automatisch schlechter nur weil es unter solchen Arbeitsbedingungen erstellt wurde.

Nur das Image des Spiels und Publishers leidet auf jeden Fall unter solchen Meldungen.

GamingHorror Game Designer - 968 - 13. Januar 2010 - 10:32 #

Übrigens: wer erinnert sich noch an die Story zur Schliessung von Rockstar Vienna?

http://en.wikipedia.org/wiki/Rockstar_Vienna
On May 11, 2006, Take-Two Interactive closed their Rockstar Vienna office without any previous announcement, and employees were denied access to their workplace by security personnel in the morning.

Das ist nur die Kurzfassung. Einem Management, das so vorgeht, traue ich vieles zu.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 13. Januar 2010 - 11:04 #

Vielleicht sollten sich auch all diejenigen mal an die eigene Nase fassen, die immer jammern, wenn sich ein Spiel mal wieder verzögert...

Was das Update betrifft: Ich wage zu bezweifeln, dass ein durchschnittlicher Spiele-Entwickler 150k $ Jahresgehalt bekommt. Erscheint mir ein wenig hoch geschätzt von diesem angeblichen Brancheninsider...

Auxan 11 Forenversteher - 786 - 13. Januar 2010 - 12:19 #

über diese Zahl habe ich mich auch gewundert. Ich denke da muß man für den Durchschnittsprogrammierer einige 10k abziehen.

GamingHorror Game Designer - 968 - 13. Januar 2010 - 15:35 #

Der Brancheninsider meinte ja auch sinngemäß: "du träumst wohl, wenn du $150.000 im Jahr für 50h pro Woche erwartest":

"If you think management is going to pay you $150K a year and you think your only going to work 50 hrs a week, you're dreaming."

Ein realistisches Jahresgehalt für einen Spieleentwickler im deutschen Raum wäre eher €30.000 bis €50.000 in Euro, umgerechnet etwa $44.000 bis $73.000 in US Dollar. Ausnahmen bestätigen den Tarif.

faldnd 12 Trollwächter - 971 - 15. Januar 2010 - 11:54 #

Jupp. Das kommt auch mit anderen Jobs im IT Umfeld hin.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73397 - 13. Januar 2010 - 12:29 #

Es ist zwar nicht schön, aber sowas ist ja nun wirklich kein Einzelfall. In anderen Jobs kann es sowas auch geben, besonders wenn z.B. ein Projekt zu einem Fixtermin fertiggestellt werden muß, da ansonsten Konventionalstrafen drohen. Oder in diversen Dienstleistungsberufen, die auch noch unterbezahlt sind.

Anonymous (unregistriert) 13. Januar 2010 - 13:51 #

Solche Zustände sind überall dort, wo die Selbstorganisation der Angestellten nicht realisierbar oder verpönt ist, zwangsläufig (abgesehen vielleicht von dem Ausnahmefall extrem seltener und gesuchter Qualifikationen - nicht gerade typisch). Ein einzelner Arbeitnehmer hat nunmal sehr geringen bis gar keinen Einfluss - aber man kann sich natürlich trotzdem fröhlich einreden, dass die Verhältnisse unter denen man arbeitet, vom eigenen Handeln bestimmt werden. Jedenfalls solange, bis dann eben nicht mehr reicht...

GamingHorror Game Designer - 968 - 13. Januar 2010 - 20:37 #

Dem kann ich zustimmen. Sag mal, kenn ich dich zufällig? ;)

GamingHorror Game Designer - 968 - 14. Januar 2010 - 22:20 #

"... möge sich bitte baldmöglichst an die Personalabteilung wenden."

Wenn man davon ausgeht, das die Situation tatsächlich wie sie von den Lebenspartnern und (angeblichen) Mitarbeitern beschrieben wird, Realität ist - dann klingt dies mehr wie eine Drohung. Man könnte auch schreiben:

"... und wer sich an die Personalabteilung wendet, darf mit Konsequenzen rechnen."

Die Frage ist eben inwiefern die Personalabteilung tatsächlich im Sinne der Mitarbeiter handelt und berichtet, oder selbst Betroffene sind.

Anonymous (unregistriert) 15. Januar 2010 - 1:29 #

Wow, der Typ, der den Beitrag geschrieben hat, der im Update vom 13. zitiert wird, muss ja das Paradebeispiel von einem Manager à l'americaine sein. Ja, die Softwarebranche hat, soweit ich dies bisher miterlebt habe (bin erst 26) definitiv dringenden Aufholbedarf, was die Arbeitsbedingungen angeht, aber so ein menschenverachtender Arbeitstreiber ist mir noch nie untergekommen. Ist wohl einer der Manager von Rockstar xD

Gaminghorror: Danke für deinen Hinweis bezüglich Rockstar Vienna. Solche Zustände müssten deutlich weiter publik gemacht werden.

faldnd 12 Trollwächter - 971 - 15. Januar 2010 - 11:53 #

Das gibts überall auf der Welt. Hat nix mit den USA allein zu tun und auch nicht mit der Softwarebranche. Überall wo es keinen Gewerkschaftseinfluss gibt wird so gearbeitet (mal mehr, mal weniger - gibt ja auch nette Manager).

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 15. Januar 2010 - 14:33 #

Eben! Ich kenne genug Firmen in denen es keinen Betriebsrat gibt. Erreicht wird dies dadurch, dass jede Abteilung eine eigene Firma darstellt und so nie die minimal nötige Mitarbeiterzahl erreicht wird. Außerdem habe ich auch schon in Firmen Nächte und Wochenende durchgearbeitet und habe das in keinster Form vergütet bekommen. War halt Voraussetzung wenn man da arbeiten wollte. Heute würde ich das nicht mehr mitmachen sondern dann lieber auf den Job verzichten!

melone 06 Bewerter - 1512 - 15. Januar 2010 - 8:42 #

In der Spieleindustrie gibt's einige böse Beispiele wie Menschen verheizt werden; es gibt aber auch ein paar gute Arbeitgeber. Generell sollte man sich aber vorneweg schon darüber bewußt sein, daß dies keine Sparte für Menschen ist, die gerne weniger arbeiten oder auf geregelte Zeiten Wert legen.

GamingHorror Game Designer - 968 - 15. Januar 2010 - 14:58 #

Im übrigen gibts dieselben Fälle auch bei Publishern.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23298 - 15. Januar 2010 - 20:34 #

Hängt auch immer davon ab, was die Aufgabe im Unternehmen ist und ob man in den letzten Monaten des Projektes noch voll in diese involviert ist oder schon mit dem nächsten anfängt.

melone 06 Bewerter - 1512 - 16. Januar 2010 - 9:34 #

Das ist sicherlich richtig. Für einige sind die Crunch Times aber auch sehr lang und crunchy geworden; nicht immer was für Menschen, die auch Wert auf Freizeit und Familie legen.

Anonymous (unregistriert) 19. Januar 2010 - 20:14 #

Ein anonymer Mitarbeiter bestätigt gegenüber Joystiq die Angaben der Ehepartner und beschreibt, wie das menschenverachtende Management zu einigen Fehlentscheidungen in der Entwicklung von Max Payne 3 geführt hat: httx:// wwx.joystiq.com/2010/01/14/source-max-payne-3-development-allegedly-also-suffering-from-mi/

(Bitte die "x" im Link durch "w" ersetzen - bin unangemeldet hier)

Was Max Payne 3 angeht bin ich sowieso sehr pessimistisch (das wird garantiert was anderes als ein Spiel, das den Namen "Max Payne" tragen dürfte), aber das steht auf einem anderen Blatt...

GamingHorror Game Designer - 968 - 19. Januar 2010 - 23:06 #

Die Story geht weiter:

Hier:
http://www.joystiq.com/2010/01/11/sources-rockstar-san-diego-not-working-on-more-midnight-club-ga/

Hier:
http://www.joystiq.com/2010/01/12/sources-red-dead-redemption-development-in-trouble/

... und hier der Artikel mit den tiefsten Einblicken:
http://multiplayerblog.mtv.com/2010/01/12/former-rockstar-games-nyc-staffer-confirms-rockstar-san-diego-statements/

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