Gründet EA ein neues Studio?

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22. Dezember 2009 - 18:10

Der Publisher Electronic Arts sucht im Moment nach einem passendem Standort für ein neues, 300 Mitarbeiter beschäftigendes Studio. Konkret soll das neue Studio in Atlanta, Georgia gegründet werden. Wer jetzt etwas verwirrt ist, weil das Vorhaben das totale Gegenteil zu der jüngsten Schließung des Studios Pandemic darstellt, dem wird Antwort gegeben: Der US-Bundesstaat fördert die Ansiedelung neuer Unternehmen aus der Medienbranche mit Steuernachlässen, was das ausschlaggebende Argument sein wird.

rapidthor 14 Komm-Experte - 2668 - 22. Dezember 2009 - 15:52 #

Man hätte auch Pandemic umsiedeln können :D

EbonySoul 16 Übertalent - P - 4516 - 22. Dezember 2009 - 17:00 #

Was hätte ein Umzug gebracht? Pandemic hätte auch am neuen Ort keine besseren/erfolgreicheren Spiele entwickelt.

ichus 15 Kenner - 2987 - 22. Dezember 2009 - 18:10 #

Der EA_Chef hat selbst gesagt, dass die Spiele gut waren.
http://www.gamersglobal.de/news/14935

EbonySoul 16 Übertalent - P - 4516 - 23. Dezember 2009 - 0:14 #

Gut ist nun mal nicht gut genug wenn es bessere Spiele gibt. Und solange die Jungs von Pandemic nicht nur aus Leidenschaft arbeiten sondern zusätzlich noch ein Gehalt erwarten müssen die Spiele auch erfolgreich auf dem Markt sein und das war nie der Fall.

GamingHorror Game Designer - 968 - 22. Dezember 2009 - 19:44 #

Solche Steuerbegünstigungen für neue Firmen kriegen auch ausschliesslich neu gegründete Firmen, gerade um eine schmarotzerische Umsiedlung von bestehenden Firmen zu vermeiden.

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11214 - 22. Dezember 2009 - 20:08 #

Mit Saboteur haben sie jedenfalls bewiesen, dass sie es noch können bzw. konnten. :-/

thoret (unregistriert) 23. Dezember 2009 - 1:38 #

Klar, ein kleiner Umzug aller Beteiligten mit Familie von der West- an die Ostküste. Wer braucht schon ein soziales Umfeld, wenn es Facebook gibt.

AticAtac 14 Komm-Experte - 2127 - 22. Dezember 2009 - 16:13 #

Das ist ein alter Trick, der in den anderen Branchen wunderbar funktioneirt:
- vorhandene Firmen auflösen
- Neue Firmen gründen mit viel schlechteren Bedingungen für die "Belegschaft"

Wilkommen in der brutalen Welt des Kapitalismus

ganga Community-Moderator - P - 15573 - 22. Dezember 2009 - 16:20 #

Siehe beispielsweise "Schlecker", da ist das gang und gäbe.

tobzzzzn 11 Forenversteher - 795 - 22. Dezember 2009 - 16:56 #

Diese Vorhaben werden selbst ohne Firmenauflösung praktiziert, durch Umsiedlung, Verlagerung in Tochtergesellschaften und Co. werden auch in Deutschland Tausende Angestellte aus gut bezahlten Arbeitsverträgen in lächerlich bezahlte Auffangjobs gesondert. Ich weiß wie frustrierend so etwas ist, habe es am eigenen Leib zu spüren bekommen. (Aus 35-Stunden-Woche wurde 40-Stunden-Woche, aus Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurde 0,00 €, lukrative Gehaltsstufen auf Wiedersehen, Abrufbereitschaft, ...)

GamingHorror Game Designer - 968 - 22. Dezember 2009 - 19:54 #

Kommt auch immer auf die Branche an. Da, wo die Mitarbeiter eher ersetzbar sind (z.b. Einzelhandel, Spedition, Öffentlicher Dienst, Gastronomie) kommt das öfter vor bzw. wird "brutaler" vorgegangen als in Spezialberufen wie z.b. Spieleentwicklung, wo nicht selten gehöriges Know-how in ganz wenigen Personen vereint ist und/oder viele elementares Spezialwissen mitbringen.

Andererseits sind Spieleentwickler leidensfähig, nehmen von vornherein ein niedrigeres Lohnniveau in Kauf und verzichten auf Bonuszahlungen und Überstundenausgleich, die in anderen Branchen üblich sind. Insofern tut es besonders weh wenn die Mitarbeiter den Lohn ihrer Mühen nicht einfahren können.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 22. Dezember 2009 - 19:47 #

Das nennt sich Freiheit.

GamingHorror Game Designer - 968 - 22. Dezember 2009 - 20:02 #

@AticAtac: jeder der die Entwicklerseite kennt, weiss das das diese Rechnung bei Spieleentwicklern nicht aufgeht. Bei EA gibt es dieses Denken definitiv nicht.

Die Sache ist nämlich, das eine Firma nur so gut ist wie das Team. Selbst wenn du zwei Drittel der Belegschaft beibehalten kannst, bei einer Standortverlegung geht trotzdem einiges an Know-how verloren, sowie viel Zeit wird verwendet um sich an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen. Solch eine Disruption ist extrem störend in einem Berufszweig der kreativ-erfinderisch arbeitet, wo es auch sehr wichtig ist ein allgemeines Wohlbefinden der Belegschaft zu erreichen/erhalten. Unzufriedene oder nicht motivierte Mitarbeiter machen keine guten Spiele. In anderen Berufen gibt es eine wesentlich weniger starke Verkopplung von persönlicher Zufriedenheit zu geleisteter Arbeit - ergo gibt es da auch meist einen der den Leuten einfach öfter mal in den Arsch tritt, im Baugewerbe oder Meisterberufen reicht das oft aus um von den Leuten die geforderte Arbeit abzurufen (was nicht heissen soll das es mit einem gesunden Arbeitsverhältnis nicht noch besser ginge).

bam 15 Kenner - 2757 - 22. Dezember 2009 - 17:38 #

Hier konkret geht es ja eher darum, dass der neue Standort durch Steuernachlässe attraktiv gemacht wird. In dem Fall ist sicherlich vorrangig nicht EA der Schuldige, sondern die Politker machen da Mist. Diese ganzen Steuervergünstigungen und Förderungsgelder bewirken wie hier nicht das gewünschte Ziel. Anstatt Unternehmensgründungen oder Standortzuwächse zu erreichen sorgt man für Schließungen und Umsiedlungen.

Suzume 14 Komm-Experte - 1810 - 22. Dezember 2009 - 17:58 #

Ist ein echtes Problem, ja. Unternehmensmigration ... wer Familie oder ein Haus hat, kann nicht mitziehen oder muss waghalsige Entscheidungen treffen. Nicht selten auf Kosten der Beziehungen (Familie, Partner/in und Freunde) oder der eigenen Finanzlage und Absicherung.
Und dann sage mal einer, unsere Gesellschaft dürfe nicht so kalt sein ...

Ich drücke den Pandemic-Mitarbeitern die Daumen, vielleicht kann der eine oder andere ja dort unterkommen.

ichus 15 Kenner - 2987 - 22. Dezember 2009 - 18:09 #

Vllt. heisst das Studio Pandemic 2?

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 22. Dezember 2009 - 19:45 #

Das Problem hier besteht vor allem in der vollkommenen Ignoranz der verantwortlichen Politiker und- und das finde ich viel erschütternder- der mitgehenden Unternehmen gegenüber der Tatsache, daß kreative Strukturen auch in der Industrie in der Regel organisch wachsen und sich nicht a la Konserve aus dem Boden stampfen lassen.
Es gibt niemals eine Garantie dafür, daß ein neu gegründetes Studio mit einem neu zusdammengewürfelten Mitarbeiterstamm vergleichbare Resultate liefern wird wie ein beliebiges gewachsenes Unternehmen wie- ich sage mal- Westwood Studios.

GamingHorror Game Designer - 968 - 22. Dezember 2009 - 20:12 #

Das stimmt, oftmals erreichen die sogar bessere Ergebnisse, weil sie ihr Know-how ausserhalb der festgefahrenen Strukturen mit einem grösseren Engagement erledigen. Das passiert meines Erachtens häufiger, allerdings scheitern eben nicht wenige auch eben an den nicht vorhandenen Strukturen, weil sie zu spät lernen welche Dinge, die man für selbstverständlich hielt, erstmal selber entwickeln oder erfahren muss.

Wie ihr meinen könnt, das die Politiker eine Schuld trifft, ist mir schleierhaft. Die Steuervergünstigungen (die, die ich hier aus Deutschland kenne) sind selten attraktiv genug das man guten Gewissens sein bestehendes Unternehmen von A nach B verlegt, können aber ein guter Grund sein für eine Neugründung den Standort entsprechend zu wählen.

Oder Beispiel Gewerbesteuer die ja ohnehin von jeder Stadt über den Hebesatz frei festgelegt wird, bei richtiger Wahl des Standorts spart man bis zu 10.000€ pro 100.000€ Umsatz, also rund 10%. So beispielsweise Frankfurt/Main zum Vorort Eschborn in bester Stadtrandlage. Trotzdem zieht Crytek nicht da raus und zahlt lieber die höheren Steuern in Frankfurt. Denn der Standort bietet mehr als nur Steuervergünstigungen, auch ein Image, Infrastruktur und das lockt eher gute Mitarbeiter an.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 23. Dezember 2009 - 16:14 #

Das sehe ich genauso. Es gibt definitiv andere Branchen, in denen solche Ansiedlungspolitik tendenziell eher glückt als ausgerechnet in dieser Sparte des kreativen Gewerbes. Deine Erklärung dazu finde ich sehr gut.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 23. Dezember 2009 - 12:53 #

Auch wenn das "Heuschrecken" Verhalten etwas anderes bezeichnet, kann man hier Paralleln draus ziehen. Mal schauen, wielange dieses Studio hält.

Loco 17 Shapeshifter - 8085 - 23. Dezember 2009 - 22:27 #

Hoffentlich nicht, nachdem EA vor kurzem so tat als würden sie sich wieder Mühe geben sind sie für mich wieder am Tiefpunkt angekommen. EA ist für mich ein absoluter Schandfleck und sorgt mit ihrem MArketing für Killerspiel Futter (schlecht für uns) und... ach EA ist einfach ein Schandfleck für de Gaming Brache *vor ekel schüttel*

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 25. Dezember 2009 - 1:37 #

Was soll man dazu groß sagen außer "EA"......verstehen kann das wohl so gut wie keiner (höchstens die Verantwortlichen bei EA), aber nach den paar positiven letzten Meldungen zu EA, passt das wieder zu deren undurchsichtigen und unfreundlichen Politik.

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