US-Wettbewerbsbehörde vs. Intel: Verfahren eröffnet

Bild von Dennis Ziesecke
Dennis Ziesecke 29501 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
Dieser User unterstützt GG mit einem Abonnement oder nutzt Freimonate via GG-Gulden.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!Gold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtFROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.GG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertReportage-Guru: Hat 10 Reportagen oder FAQ-Previews geschriebenDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhaltenIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtSilber-Schreiber: Hat Stufe 10 der Schreiber-Klasse erreicht

17. Dezember 2009 - 13:52 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Nach monatelangen Vorbereitungen hat die US-Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trading Commission) jetzt das Verfahren gegen Intel eröffnet. Dem Chipgiganten mit dem Spitznamen "Chipzilla" wird vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung missbraucht zu haben. Dass Intel zu wettbewerbsfeindlichem Verhalten neigt, ist unter der Hand zwar schon lange gemunkelt worden, erst jetzt ist es aber zu einem offiziellen Verfahren gekommen.

Vor einigen Wochen hat sich Intel bereits außergerichtlich mit Mitbewerber AMD geeinigt - AMD hat im Zuge der Einigung eine einmalige Zahlung von 1,25 Milliarden US-Dollar erhalten und darf weiterhin x86-kompatible CPUs fertigen, nachdem Intel bereits drohte, AMD die entsprechende Lizenz nicht zu verlängern. Im Rahmen dieser Einigung stellte sich heraus, dass Intel offenbar PC-Hersteller bezahlt hat, um primär Intel-CPUs einzusetzen sowie Konkurrenzprodukte erst später anzubieten. Auch in Deutschland sind Absprachen zum Beispiel mit der Metro-Gruppe (zu der unter anderem MediaMarkt, Saturn, Real oder Kaufhof gehören) in der Kritik.

Beim aktuellen Verfahren der FTC werden Intel aber auch deutlich weniger auffällige Punkte angesprochen. So sollen Compiler so geändert worden sein, damit die damit übersetzte Software auf einigen Intel-Chips performanter läuft als bei Produkten der Mitbewerber. Auch der Bereich der GPUs soll von Intel ausgebremst worden sein, zu diesem Thema äußerte sich auch nVidias CEO Jen-Hsun Huang kürzlich kritisch. Laut Huang könnte dieses Verfahren die CPU- und GPU-Landschaft maßgeblich beeinflussen. Intel möchte den Kartellwächtern jetzt unter anderem seine Preisstruktur nahe bringen und die Vorwürfe entkräften um einer drohenden Zerschlagung, wie sie die einst marktbeherrschende Telekommunikationskette AT&T nach einem ähnlichen Verfahren hinnehmen musste, zu entgehen. Eine mündliche Verhandlung wurde von der FTC für den 15. September 2010 festgelegt. Der Prozess kann sich also durchaus über die nächsten Jahre hinziehen.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)