Studien: Fördern Games Intelligenz und Arbeitseffizienz?

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15. Dezember 2009 - 9:22 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Dieser Tage sind zwei neue Studien veröffentlicht worden, die möglicherweise dazu beitragen können, dass Videospiele in einem anderen Licht gesehen werden:

Zum einen wurde in einem Test unter Leitung von Dr. Silvia Bunge an der Berkeley University of California mit Schulkindern der 2. bis 4. Klasse festgestellt, dass sich durch die Beschäftigung mit bestimmten Spielen der Intelligenzquotient erhöht. Es wurde dafür eine Gruppe Kinder untersucht, die sich über einen Zeitraum von 8 Wochen jeweils zweimal pro Woche für 75 Minuten mit 3 Karten- und Puzzlespielen, aber auch den Videospielen Picross und Big Brain Academy beschäftigten. Nach Abschluss des Versuchs war eine Steigerung des Intelligenzquotienten um 13 Punkte festzustellen -- was normalerweise dem Effekt eines ganzen Schuljahres entspricht. Außerdem konnte auch gezeigt werden, dass durch bestimmte Spiele die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei den Versuchspersonenanstieg.

In einer weiteren Studie wurden untersucht, welchen Effekt die Beschäftigung mit einem Spiel auf danach durchzuführende Tätigkeiten hat. Die Probanden spielten zum einen das Logik-Actionspiel Portal, zum anderen den First-Person-Shooter Unreal Tournament. Danach sollten sie eine Aufgabe lösen, bei der es zum einen auf Geschwindigkeit, zum anderen auf Konzentration ankam. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Versuchspersonen, die zuvor Portal gespielt hatten, langsamer aber konzentrierter an die Aufgabe herangingen, während diejenigen, die Unreal Tournament gespielt hatten, die Aufgaben schneller lösten, dabei jedoch unkonzentrierter waren.

Quintessenz der 2. Studie ist für den Leiter der Untersuchungen, Professor Rolf Nelson, dass Videospiele keinesfalls über einen Kamm geschoren werden dürfen, wenn man die Auswirkungen auf das Verhalten bzw. die Fähigkeiten der Spieler beurteilen will:

Um eine ernsthafte Anstrengung zu unternehmen, die Effekte von Videospielen auf Wahrnehmung und Erkenntnisfähigkeit zu verstehen, muss erkannt werden, dass die Vielfalt von Videospielen sehr groß ist.

Dieser eigentlich naheliegenden Erkenntnis wird kaum ein Spielefan widersprechen.

Blair 10 Kommunikator - 356 - 15. Dezember 2009 - 10:55 #

Haha, ich dachte beim ersten Mal lesen, dass da in einer Studie 2.-4.-Klässler dazu gebracht wurden, Portal und Unreal Tournament zu spielen.
Naja, jedenfalls erfreulich zu hören, dass eine solche Studie mal ein positives Ergebnis hat.

apoth (unregistriert) 15. Dezember 2009 - 11:56 #

wohl zuviel UT gespielt ^^

Cohen 16 Übertalent - 4491 - 15. Dezember 2009 - 11:44 #

Übung macht den Meister. Wer öfters Denksportaufgaben in "Big Brain Academy", "Gehirnjogging", "Professor Layton" und ähnliches löst, wird wohl zwangläufig besser in IQ-Tests zurecht kommen, in denen man ähnliche Aufgaben findet. Ob dadurch der Intelligenzgrad dauerhaft gestiegen ist, wage ich zu bezweifeln, aber zumindest ist man "im Training" und kann in Tests davon profitieren.

Genauso werden aktive Spieler auch im Straßenverkehr schnellere Reaktionen haben als Nichtspieler, da sie von Actionspielen auf schnelle Reaktionen gedrillt sind. Vielleicht lässt sich dadurch so mancher Autounfall vermeiden... andererseits wird man durch Rennspiele natürlich nicht zu einer rücksichtsvollen und gemächlichen Fahrweise erzogen ;)

Falconer 13 Koop-Gamer - 1500 - 15. Dezember 2009 - 11:53 #

Papperlapapp schnipp schnapp, diese ganzen Studien sind dermaßen langweilig. Jeder, der über ein bisschen Menschenverstand verfügt, weiß, dass Medien sowohl positive als auch negative Effekte auf den Konsumenten haben können. Immer abhängig von der Quantität und etlichen weiteren, insbesondere sozialen, Faktoren.

Dr.Danny (unregistriert) 15. Dezember 2009 - 12:07 #

Was für eine Geldverschleuderei solche Studien sind - wenn man eine blödsinnige Frage stellt ist ziemlich egal, was am Ende an Daten dabei rauskommen (arbeite selbst in der Wissenschaft).

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2206 - 15. Dezember 2009 - 12:50 #

Antwort auf die Überschrift: Nein, das Zocken hat mich einen Haufen schlechte Noten gekostet und ist eine prima Ablenkung vom Lernen gewesen.

Knight 13 Koop-Gamer - 1307 - 15. Dezember 2009 - 14:32 #

Antwort auf das Thema:

Klar tun sie es. Aber nicht jeder mag Games wie Civilization, die einen ernsthaften Lerneffekt mit sich bringen (wenn man etwas Interesse für die Civilopädie hat).

Allerdings kann man eine Studie auch so verdrehen, dass das gewünschte Ergebnis zu Tage kommt.

Tchibo 13 Koop-Gamer - 1448 - 15. Dezember 2009 - 18:03 #

THUMP UP!
Also Civ... muss ich schon sagen hat meinen Allgemeinwissensgrad SEHR erhöht.
Und wenns nur die Weltwunder sind, WO sie stehen usw.

@Topic
KEINER der Herrschaften, welche gegen unser schönes Hobby ist, wird auch die genannten Spiele als "Games" bezeichnen.

Aber Civilization ist ein Spiel, und hier kann man wirklich VIEL über Geschichte und Allgemeinwissen lernen

Lexx 15 Kenner - 3496 - 16. Dezember 2009 - 14:49 #

Also Civilization hat mir beigebracht, dass eine Diktatur die beste Regierungsform ist. :p

Knight 13 Koop-Gamer - 1307 - 16. Dezember 2009 - 15:28 #

...wenn du noch jung und unerfahren bist ;)

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13403 - 15. Dezember 2009 - 15:18 #

Wir können natürlich auch bei jeder News zu einer Studie die Grundsatzdiskussion wieder anfangen, dass jeder herausliest, was er herauslesen will und dass der Blick auf den Auftraggeber oft einen Hinweis auf das Ergebnis liefert usw. usf.

Reiz-Reaktions-Schema, Pawlow lässt grüßen. Aber dann braucht man über solche Studien eigentlich gar nichts mehr zu berichten.

Ist auch OK, schreib ich halt eine News über die Spiele-Verkaufscharts in Timbuktu. Ist dann bestimmt für mehr Leute relevant.

Knight 13 Koop-Gamer - 1307 - 15. Dezember 2009 - 18:44 #

Und wieder mal gilt, das was ich hier zum Besten gebe dient nicht dazu den Autoren diverser News zwischen die Kronjuwelen zu treten weil es mir Freude bereitet alles erst mal zu kritisieren oder ich sonst gerne einen auf Schlaubi mache, sondern das alles spiegelt ganz nüchtern das wider was mir beim Lesen in den Sinn kommt.

Nüchtern heisst in diesem Fall wertneutral. Du solltest daher nicht mehr hineininterpretieren. Im Gegenteil, ich finde das sogar gut dass es Studien gibt die sich ernsthaft mit der Materie beschäftigen, so dass man die Erkenntnisse durchaus auch im Lernprozess "spielerisch" im Schulunterricht einbringen mag, eines Tages... Und da du Pawlow erwähnst ist dir die Materie ja auch nicht fremd. Davon kann eher ich noch viel lernen ;)

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13403 - 15. Dezember 2009 - 19:12 #

Ich fand jetzt auch deinen Kommentar speziell nicht so schlimm, mich hat nur der allgemeine Tenor genervt: "Studie? Kann ich alles Mögliche reininterpretieren, also (implizit) sinnlos." Das lese nämlich ich immer wieder, wenn von derartigen Untersuchungen berichtet wird. Und die meisten knallen es als Killerargument hin und verabschieden sich dann wieder aus der Diskussion.

Wobei ich vielleicht auch zu hohe Ansprüche habe, vielleicht sollte ich mich davon verabschieden, in den Kommentaren eine ernsthafte Diskussion zu erwarten. (Wobei der letzte Satz allgemein zu verstehen und nicht auf deinen Post gemünzt ist.)

Knight 13 Koop-Gamer - 1307 - 16. Dezember 2009 - 11:09 #

das würde mich auch nerven wenn Dinge nur hingerotzt kommentiert werden, idealerweise noch gepaart mit ner Prise Sarkasmus die ein deutliches Desinteresse widerspiegelt.

An Ansprüchen sollte man nicht runterschreiben, und wenn diese nicht erfüllt werden liegt es sicherlich auch nicht unbedingt nur an einem selber... aber man kann natürlich auch nicht zwingend eine Podiumsdiskussion auf hohem Niveau erwarten wenn ein Thema ein implizit hohes Fachwissen erfordert auf dass man sich in Tiefe auskennen muss um für/wider-Argumente sachlich korrekt anbringen zu können. Speziell in einem Forum, das eine gewisse Bandbreite an Themen abdeckt und daher Fachthemen immer nur in einem für den allgemeinen Bildungsgrad annehmbarem anreissen kann (dafür allerdings in einer erklecklichen Vielzahl, die Ihresgleichen sucht). Und dazu besonders noch im Bereich der Psychologie, wo ich das Thema jetzt persönlich einordnen würde. Da es hier einfach sehr viele Denkansätze gibt und noch viele weitere geben wird. Daher ist die Gefahr zu gross, in eine am Ende konfuse Diskussion zu gelangen die für keine der Parteien, die mit unterschiedlichen "Lösungsansätzen" oder "Wahrheiten" argumentieren, einen Lerneffekt vermitteln kann.

Und berücksichtige dabei, dass man keiner Statistik glauben sollte die man nicht selber gefälscht hat ;)

Würd mich aber trotzdem freuen wenn meine Kids später mal tatsächlich so was wie Civilization in der Schule lernen und daraus viel Allgemeinwissen ziehen und nicht den drögen einseitigen Stoff der damals noch usus war. Mit Fu und Fara in der Fibel ;)

melone 06 Bewerter - 1512 - 15. Dezember 2009 - 15:45 #

Das hängt halt vom Spiel ab; manche fördern die Reflexe, andere das Denkvermögen, andere was weiß ich was, manche auch nix.

Ich sag mal: Spiele programmieren fördert das Denkvermögen auf alle Fälle! :O)

Anonymous (unregistriert) 15. Dezember 2009 - 21:25 #

Das hier auf Gamersglobal von einseitige Studien mit bestimmten Aussagen berichtet wird, ist einfach nur langweilig. Wer Objektivität sucht, sollte Seiten wie Gamersglobal meiden.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13403 - 16. Dezember 2009 - 3:07 #

Hier wird genauso über Studien berichtet, die etwas Gegenteiliges aussagen bzw. dem Gaming kritisch oder ablehnend gegenüberstehen. Und das auch in der gebotenen Sachlichkeit. Meiner Meinung nach ergibt sich der interessante Part sowieso erst nach der News in der Diskussion. Eine News kann überhaupt nicht abschließend über ein Thema informieren, dafür ist sie viel zu kurz. Es ist der News immanent, dass sie nur einen Ausschnitt eines Themas beleuchten kann, aber das wird man in keinem Medium anders finden - egal ob Print, Fernsehen oder Internet. Wenn ein Beitrag den Anspruch erhebt, umfassend und möglichst objektiv über ein Thema zu informieren, dann ist es ein Artikel, Essay oder etwas Ähnliches, aber nie eine News.

melone 06 Bewerter - 1512 - 16. Dezember 2009 - 13:36 #

Du wirst höchstwahrscheinlich eine mehr oder minder durch die Spielefanbrille gefärbte objekive Meinung zu den Themen bekommen - es ist halt doch ne Spielefanseite und nicht ein Rathaus.

bam 15 Kenner - 2757 - 17. Dezember 2009 - 4:45 #

Der Spruch "traue keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast" ist so ja auch nicht korrekt. Statistiken kann man durchaus trauen, man muss aber wissen nach welcher Methodik eine Untersuchung stattfand. Wie wurde gemessen? Die Zahlen selbst sind nicht der kritische Punkt, sondern die Art und Weise wie untersucht worden ist.

Das viel größere Problem und der Grund warum auf so vielen Studien rumgehackt wird ist die Interpretation der Ergebnisse. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Dient eine Studie lediglich dazu eine These zu unterstützen und will sie gar nicht die "Wahrheit" aufdecken, dann ist die Studie unbrauchbar. Denn dann wählt man eine Methodik die ungenügend ist und interpretiert ein Ergebnis, welches niemals die urpsrüngliche These bestätigen kann. Versucht wird es trotzdem und dann kommt Murks dabei raus.

Die erste falsche Annahme bei der 1. Studie ist, dass IQ-Tests die Intelligenz nachweisen. Dem ist nicht so. Es ist faktisch bewiesen, dass man für Intelligenztests lernen kann. Jemand der ein paar Wochen für IQ-Tests lernt wird (unter sonst gleichen Umständen) ein höheres Ergebnis haben als zuvor.
Genau das ist hier eben auch der Fall: Spiele wie Big Brain Academy und Co. trainieren ganz bestimmte Fähigkeiten die in ganz ähnlicher Form in Intelligenztests abgefragt werden.

Bedeutet also: Spiele fördern nicht die Intelligenz.
Richtig ist aber: Spiele können als Training dienen um Konzentration und Geschwindigkeit bei bestimmten Aufgaben erhöhen. Genau das hat die Studie gezeigt. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Ich halte übrigends die erste Studie wesentlich sinnvoller, da man hier eher längerfristige Umstände untersucht hat. Die zweite Studie untersucht Effekte unmittelbar nach Videospielen, was so ein Ergebnis letztendlich Aussagen soll ist fraglich, weil eben langfristige Effekte gar nicht untersucht werden.

Knight 13 Koop-Gamer - 1307 - 17. Dezember 2009 - 11:08 #

Hi Bam, im Grundtenor stimmen wir überein. Erwähnensweit sei zudem, dass in Hinsicht von Intelligenztests ganz gewisse Areale im Gehirn aktiviert und "abgerufen" werden, die auf spezielle nützliche Fähigkeiten zeigen.

Die Frage die man sich aber stellen muss ist, wofür nützlich? Es gibt Intelligenztest verschiedener Couleur, für verschiedene Zwecke. Tests mathematischer Natur haben andere Fokusse als Test sozialwissenschaftlicher oder gar ökonomischer Natur. Da gibt es also unterschiedliche Lernmethoden genau diese Hirnareale zu trainieren. Aber dann sind auch nur diese trainiert - allzu schnell spricht man dann von Fachidioten. Ich für meinen Teil möchte es mir jedoch nicht herausnehmen zu sagen, dass eine darauf jeweils angewandte Methodik tatsächlich besser ist als eine andere, das liegt aber auch daran dass ich mich schlichtweg mit der Materie nicht gut genug auskenne.

Davon ab, Spiele wie eben Civilization decken eine Bandbreite an Allgemeinwissen ab, was meines Erachtens als Lernmethoden in Schulen wesentlich empfehlenswerter ist als spezialisiertere Lernmethoden die für die jeweils individuelle Berufsfindung/-ausübung wichtig sind. Und letztere sehe ich nicht in Schulen, sondern auf dem jeweils individuellen Bildungsweg (gut evtl. ab Oberstufe - aber selbst da wissen viele noch gar nicht, welchen Beruf sie mal ergreifen möchten).

melone 06 Bewerter - 1512 - 17. Dezember 2009 - 12:09 #

"Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast."

Da steckt in der Praxis aber oftmals leider viel Wahrheit dahinter, da die Attributauswahl, die Skalierung, die Veranschaulichungsmethoden usw., die Aussagen eines Ergebnisses sehr stark beeinflussen können.

Ein Kritikpunkt von meiner Seite ist die allgemeine Effektivität.

Reflexe lassen sich auch bei diversen Sportarten verbessern und Lerninhalte werden in Spielen, Serious Games oder Multimedia CDs nicht immer so effektiv vermittelt, wie dies bei anderen Medien der Fall ist. Bis ich mich durch ein Lerne-was-über-den-Nahostkonflikt-Spiel geklickt habe, kann ich dieses Wissen weitaus schneller über andere Medien gewinnen.

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