"Killerspiel"-Automaten: 1000 Euro Steuern pro Monat

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7. Dezember 2009 - 12:19

Wie die Ostfriesen-Zeitung berichtete, plant die norddeutsche Stadt Aurich eine Änderung der Steuersätze für Spielautomaten. Durch eine Neufassung der Vergnügungssteuersatzung muss die bisherige Regelung geändert werden. Bislang lag der Steuersatz bei allen Arten von Spielautomaten bei monatlich 184 Euro, in Kneipen und Kantinen 51 Euro. Im Zuge dieser Änderung soll der monatliche Steuersatz für Automaten mit kriegs- oder gewaltverherrlichenden Spielen auf 1000 Euro pro Monat angehoben werden. 

Mehreinnahmen hat die Stadt dadurch aber nicht zu erwarten, da es laut dem Fachdienstleiter Finanzen keine Automaten mit Killerspielen in der Stadt gibt. "Das soll auch so bleiben", sagte der CDU-Politiker Gerd Mayerholz, der diese Steueranhebung als Mittel zur Abschreckung sieht. Da die Stadt Aurich etwa 250.000 Euro an Vergnügungssteuer einnimmt (ein erheblicher Teil kommt von der Automatensteuer), ist es nicht verwunderlich, dass die Suchtgefahren der Glücksspielautomaten nicht zur Sprache kamen.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33915 - 6. Dezember 2009 - 20:46 #

Der letzte Satz zeigt sehr gut die Verlogenenheit der verantworlichen Politiker auf...

P.S.: Das Bild passt meiner Ansicht nach nicht. Mortal Combat oder Commando würde da besser passen...

Sven 18 Doppel-Voter - 9146 - 7. Dezember 2009 - 2:09 #

> Der letzte Satz zeigt sehr gut die Verlogenenheit der verantworlichen Politiker auf...

Du musst da allerdings zwischen Bund und Gemeinde unterscheiden. Der Bund könnte sich theoretisch auch ohne Tabaksteuer finanzieren, falls niemand mehr rauchen wollte: Er würde schlicht eine Gesundheitssteuer daraus machen. Eine Gemeinde kann das nicht, ganz im Gegenteil: Die hat einen (vom Bund!) fest vorgeschriebenen, ziemlich eingeschränkten Aktionsradius, um eigene Einnahmen zu generieren.

Macht die Sache mit der Doppelmoral an sich zwar nicht besser, rein qualitativ besteht da aber eben dennoch ein kleiner Unterschied: Ein Bürgermeister könnte wirklich kaum anders handeln, selbst wenn er es wollte.

Dass es dagegen reiner Unsinn ist, mit unterschiedlichen Pauschalabgaben das Angebot lenken zu wollen, sollte aber selbst bei Bürgermeistern mittlerweile angekommen sein - so macht man kurzsichtige Politik.

bam 15 Kenner - 2757 - 6. Dezember 2009 - 20:51 #

Grandios. Da wird Zeit und Geld in eine Steuer investiert, die keinerlei Auswirkungen hat. Die Leute haben anscheinend zu wenig Beschäftigung.

Die Formulierung "kriegs- oder gewaltverherrlichend" ist eh sehr schwammig. Ein Spiel das Krieg oder Gewalt darstellt ist ja nicht gleich verherrlichend. Letztendlich unterliegt wohl kein Spiel, welches nicht indiziert ist, dieser Formulierung.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33915 - 6. Dezember 2009 - 21:19 #

Ich denke, das es sich dabei um Prestigegründen handelt. Der Herr bzw. die damen und Herren von der CDU möchten eben gut da stehen indem sie etwas medienwirksam vermarkten, was keinen Einnahmeverlust bedeutet.

Aber die moralischen Gründe verschwinden sehr schnell wenn man Kohle kassieren kann, wie man an dem Beispiel von Niedersachsen mit deren Innenminister Schünemann erkennen kann.

Der fordet vehement das Verbot von Killerspielen, verkauft aber auch Polizeiwaffen, mit denen tatsächlich Menschen umgebracht werden können.

CH64 13 Koop-Gamer - 1665 - 6. Dezember 2009 - 21:31 #

Was für einen Unterschied macht es, ob ein Schütze sich eine neue Waffe kauft oder eine alte Polizeiwaffe?
Eigentlich doch keinen, außer das Niedersachsen seine Waffen nicht Teuer entsorgen muss. Die Schützen dürfen sich so oder so Waffen kaufen.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33915 - 6. Dezember 2009 - 22:38 #

Darum geht es mir gar nicht. Ich bin nicht dagegen, das die Waffen verkauft werden. Mir geht es vielmehr um den moralischen und fiskalischen Aspekt, d.h. wenn die Polzeiwaffen verkauft werden, dann sollte man sich dort auch nicht so stark um das Verbot von gewaltverherrlichenden Medien bemühen.

Das ist für mich scheinheiig...

CH64 13 Koop-Gamer - 1665 - 6. Dezember 2009 - 21:16 #

Kriegs- oder gewaltverherrlichenden Medien sind in Deutschland verboten, ist aber auch egal. Die wollen ja sowieso keine Mehreinnahmen.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 6. Dezember 2009 - 22:58 #

*resignier*

Stefan1904 30 Pro-Gamer - P - 128500 - 6. Dezember 2009 - 23:58 #

Die Videospielautomaten sind doch in Deutschland schon lange ziemlich tot.

Porter 05 Spieler - 2981 - 7. Dezember 2009 - 12:37 #

haha ja als ob es solche "arcades" überhaupt noch gibt, mag ja sein das so mancher Kneipengänger noch hier und da ein paar Groschen in die Glückspielautomaten wirft aber einen Videospiel automaten hab ich schon ewig nimmer gesehen.

Populismus at its best, mit heisser Luft die Wähler verdummen.

Quin 12 Trollwächter - 1150 - 7. Dezember 2009 - 12:53 #

Reiner Populismus. Ist bald wieder Kommunalwahl da oben? ...

Gecko 13 Koop-Gamer - 1518 - 7. Dezember 2009 - 12:56 #

Da fragt man sich doch, wo wir eigentlich sind..eine total sinnvolle Aktion.
Ach ja einen Videospielautomaten habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen.

Scorp.ius 17 Shapeshifter - P - 8029 - 7. Dezember 2009 - 14:45 #

aber erstaunlich, dass man für nen Automaten eh gleich mal 51€ abdrücken muss... ich kann mir kaum vorstellen, dass son automat da überhaupt drüber kommt. da isses ja kein wunder, neben der ab 18 geschichte für spielhallen und sonen hohen steuern, dass das bei uns nie groß was war mit Automaten

Anonymous (unregistriert) 7. Dezember 2009 - 15:22 #

Zum Glück wohne ich nicht in Aurich, 184 pro Monat
für jeden PC mit Internet-Zugang finde ich schon happig.

Gilt das auch für private Spielautomaten?
Und wenn ich meinen PC in die Küche stelle, ist das
dann billiger - 51 Euro pro Monat?

Übrigens hätte gamersglobal ruhig erwähnen können, das
Aurich zum 1.1.2010 auch die Tiberium-Steuer erhöht.
10 000 Euro pro Kilo Tiberium. Fahrzeuge mit Tiberium-Antrieb
müssen jetzt alle 4 Monate zum TÜV.

Anonymous (unregistriert) 7. Dezember 2009 - 15:23 #

Und hoffentlich besteuern die keine überflüssigen
Binde-striche. Ich liebe überflüssige Binde-striche ;-)

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11329 - 7. Dezember 2009 - 16:31 #

Ich finds lustig wie Politiker versuchen ihre Streotype von "Killerspielen" so zum ausdruck zu bringen.

bersi (unregistriert) 8. Dezember 2009 - 1:45 #

Tja, da sieht man mal wieder, dass die Politiker dieses Landes zu großen Teilen in den 80ern hängen geblieben sind. Mal ehrlich ... "Killerspielautomaten" oO

Das Bild des geneigten BILD-Lesers dürfte in etwa einen 8-jährigen Jungen mit einer Plastik MP5 vor einem "Crisis Zone"-Automaten darstellen.

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