Videospiele hilfreich bei Rekrutierung der US-Armee

Bild von ChrisL
ChrisL 137366 EXP - 30 Pro-Gamer,R10,S9,C10,A10,J10
Pro-Gamer: Hat den ultimativen GamersGlobal-Rang 30 erreichtPlatin-Gamer: Hat den sehr hohen GamersGlobal-Rang 25 erreichtNews-Redaktion: Hat von der Redaktion weitere Rechte für das News-Redigieren erhaltenDieser User unterstützt GG seit vier Jahren mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!Gold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtGold-Cutter: Hat 100 Videos gepostetGG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertScreenshot-Meister: Hat 5000 Screenshots hochgeladenDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhalten

23. November 2009 - 0:00 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Fiktive Militär-Shooter wie das aktuelle Call of Duty - Modern Warfare 2 oder der eher taktische Titel Operation Flashpoint - Dragon Rising sind derzeit sehr beliebt und verkaufen sich enorm gut. So wurden laut Herstellerangaben allein von Modern Warfare 2 am ersten Verkaufstag 4,7 Millionen Kopien verkauft, womit es sich dabei um die erfolgreichste Neuerscheinung eines Computerspiels in der bisherigen Geschichte handelt.
Und auch die mit einem hohen Realismusgrad versehene und von der US-Armee entwickelte offizielle Militärsimulation America's Army bzw. deren jeweiligen Nachfolger und Addons werden von den Spielern angenommen – auch wenn es sich beim Letztgenannten um ein Spiel handelt, mit dem vornehmlich junge Amerikaner für das US-Militär angeworben werden sollen (das Spiel kann beispielsweise erst gespielt werden, nachdem man sich auf der Rekrutierungs-Website der US-Armee registriert hat).

Eine politische Kolumne im The Washington Examiner vom 17. November (siehe Quellenangabe) beschäftigt sich mit diesem Thema und zitiert eine Studie aus dem Jahr 2008. Demnach sollen zwei Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) herausgefunden haben, dass „30 Prozent der Amerikaner zwischen 16 und 24 Jahren aufgrund des Spiels America's Army einen positiveren Eindruck von der Armee hatten, und – was noch mehr verblüfft – das Spiel hat größere Auswirkungen auf die Rekrutierung als alle anderen Werbemaßnahmen der US-Armee zusammen.
Und nicht nur die Studie kommt zu diesem Ergebnis, auch die Armee selbst legte laut dem Autor der Kolumne dem amerikanischem Kongress eine Untersuchung vor, in der es heißt, dass das Rekrutieren mithilfe von Videospielen deutlich effektiver sei als „jede andere Methode des Kontaktes.

Des Weiteren wird in der Kolumne ein Oberst der Luftwaffe – ehemaliger F-15-Pilot und jetziger Kommandeur einer Dronen-Staffel – zitiert. Nach seiner Aussage habe die junge Generation der fernsteuernden Dronen-Piloten zwar weniger Training und Erfahrung als er, seien aber durch das jahrelange Videospielen zu „Naturtalenten“ bezüglich der heutigen modernen Kriegsführung geworden.
Jener Oberst hat allerdings auch Bedenken und findet Worte für das, was selbstverständlich sein und jeder Spieler wissen sollte: „Die Videospiel-Generation kennt nicht die Realität des Krieges. Die Spieler haben nicht das Gefühl für das, was [im Krieg] tatsächlich passiert.“ Auch ist er der Meinung, dass durch das Spielen zwar gewisse Fertigkeiten erlangt werden können, aber es für Viele sehr viel schwieriger wird, die Konsequenzen ihres Handelns abzuwägen.

Der Kolumnist schließt mit der Überlegung, dass die Hinweise auf den Verpackungen noch etwas anderes als Warnungen vor Gewalt, Kraftausdrücken und ähnlichem enthalten sollten. Nur wie könnte so eine Mahnung aussehen? Etwa „Achtung, Ihr Kind könnte Interesse an der Armee oder dem Krieg bekommen!“ ...?

Sollte es tatsächlich stimmen, dass Videospiele für mehr Erfolg bei den Rekrutierungen sorgen, wäre es interessant zu erfahren, was die Gründe dafür sind. Oder anders formuliert: Was macht junge (US-)Spieler zu jungen (US-)Soldaten?
Sind die First-Person-Shooter zumindest technisch tatsächlich so realistisch, dass die Grenzen zwischen Spiel und Realität fließend sind? Und auch wenn Teile der amerikanischen Gesellschaft eventuell anders über den Dienst an der Waffe denken, als es möglicherweise in Deutschland der Fall ist: Was treibt Spieler letztendlich dazu, sich aufgrund eines Spieles als Rekrut zu melden? Ist es vorstellbar, dass ein Spiel dafür ausschlaggebend sein kann? Welche (falschen) Vorstellungen und/oder Hoffnungen gehen den jeweiligen Videospielern dabei durch den Kopf ...?

Vidar 18 Doppel-Voter - 12273 - 23. November 2009 - 0:09 #

komisch das die army selbst teilweise das gegenteil gesagt und deswegen auch fast das ganze entwicklerteam aufgelöst hat! (oder wars soagr das ganze?)

Liam 13 Koop-Gamer - 1222 - 23. November 2009 - 16:17 #

Verwechsel nicht ein "wir haben die Entwicklung des Spiels übernommen, damit wir die komplette Kontrolle haben" mit einem "wir haben das Dev Team aufgelöst, weil das Spiel keinen Erfolg hatte".

Soweit ich das mitbekommen hab damals, war die Auflösung nicht basiert auf der Qualität des Produkts oder seiner schwachen Wirkung, sondern Folge diverser Unstimmigkeiten zwischen den Vorstellungen des Militär und dem Entwickler. Sie haben das ganze nur nach intern verlagert, aber die Weiterentwicklung nicht eingestellt, was bei einer Nutzlosigkeit des Spiels als Rekrutierungsmittel wohl der Fall gewesen wäre.

Gamer18 08 Versteher - 223 - 23. November 2009 - 8:24 #

Ja da könte schon etwas dran sein!

Gruß

Gamer18

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)