ATI präsentiert HD5970

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Dennis Ziesecke 29504 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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18. November 2009 - 10:05

Nach dem Erscheinen der sehr überzeugenden Grafikkarten aus der HD5000-Serie fehlte AMD/ATI nur noch ein Spitzenmodell um nVidia auch im Spitzensegment Konkurrenz zu machen. Auch wenn die HD5870 bereits sehr schnell rechnet und in einigen Szenarien gar vor nVidias Topmodell, der Dual-GPU-Grafikkarte Geforce GTX295, liegt, den Titel "schnellste Grafikkarte der Welt" konnte weiterhin die 295 halten.
 
Um auch in diesem prestigeträchtigen Bereich punkten zu können, entwickelten die Techniker bei ATI aus zwei HD5870-Grafikkernen eine monströse Grafikkarte namens HD5970, welche heute der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. Mit 33 cm Baulänge ist die Karte wahrlich gigantisch und wird in einige beengte Computergehäuse nicht hineinpassen. Auch der Energiebedarf liegt mit maximal 294 Watt unter Last sehr hoch. Im Idle-Modus, also bei normalem Arbeiten unter Windows ohne 3D-Last, benötigt die Karte immer noch 42 Watt. Allerdings ist dieser Wert schon sehr beachtlich, nVidias langsamere GTX295 benötigt unter Last zwar etwas weniger Energie, im Idle allerdings über 60 Watt.

Der geringe Energiebedarf im Idle sorgt im Desktopbetrieb auch für recht geringe Lautstärken, laut c't liegen diese nur bei knapp 0,5 Sone und damit auf dem recht niedrigen Niveau der Single-GPU-Karten der HD5000-Reihe. Aus einem geschlossenen Gehäuse ist die HD5970 also so gut wie nicht heraus zuhören. Unter Last messen die Kollegen bei heise.de dann durchschnittlich 1,7 Sone, nur im sehr anspruchsvollen Furmark erreicht die Karte extrem störende 2,7 Sone. Dennoch gibt es für die Lautstärken ein Lob, im Vergleich zur HD4870 X2, dem direkten Dual-GPU-Vorgänger ist die HD5970 nämlich recht leise.

Bei den verbauten Grafikchips hat ATI sich nicht groß eingeschränkt. Zwei vollwertig bestückte und nur im Takt etwas limitierte HD5870-GPUs sind auf der Platine verbaut worden. Die GPUs sind jeweils mit 725MHz getaktet, was dem Niveau der HD5850 (HD5879 : 850 MHz) entspricht. Dafür sind alle 1600 Shaderprozessoren pro GPU aktiv und auch bei TMUs und ROPs wurde nicht gespart. Die Taktraten wurden offenbar beschnitten, um den maximalen Energiebedarf unter die "magischen" 300 Watt zu bringen, die mit laut Spezifikation maximal genutzt werden dürfen. Dafür sind auch je ein 6-Pin und ein 8-Pin-Stromanschluss auf der Karte vorhanden. Die Kühlung der Karte würde auch 400 Watt bewältigen, eventuell erscheinen in Zukunft noch OC-Versionen der Karte mit 2x8-Pin-Stromversorgung, was allerdings der PCIe-Norm widersprechen würde.

Interessanter als die reinen technischen Daten ist aber sicher die Leistung der Karte. Und hier punktet die HD5970 in allen Bereichen. Laut Computerbase.de, welche einen sehr umfangreichen Test veröffentlicht haben, liegt die Karte im schlechtesten Fall (1680x1050, Mittelwert diverser Benchmarks, keine Kantenglättung) 15% über der GTX295, wobei hier eher die CPU limitiert haben wird. Mit qualitätsverbessernden Einstellungen wie AA/AF und höheren Auflösungen wie 1920x1200 oder gar 2560x1600 schlägt die HD5970 die GTX295 gar um über 50% . In den Quellenangaben findet sich der Link zum umfassenden Test mit allen Benchmarkergebnissen.

Als Fazit bleibt nur zu sagen: gut gemacht ATI. Die Performancekrone ist zurückerobert, der Preis für die teuerste Spielergrafikkarte geht mit 599 Dollar allerdings auch an ATI. Kühlung und Energiebedarf sind der Leistung angemessen und gut gelöst. Wer plant, die Karte einzusetzen, sollte aber viel Platz im Gehäuse haben, ein leistungsstarkes Netzteil besitzen und nebenbei auf einen 30" Monitor sparen um die Leistung überhaupt nutzen zu können. Zeit dafür wird noch bleiben, momentan herrscht immer noch eine sehr anspannte Liefersituation bei den Grafikchips, auch die HD5970 wird wohl vorerst nur in sehr geringen Mengen auf den Markt gelangen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 18. November 2009 - 12:54 #

Wer übrigens tatsächlich knapp 600 Euro übrig hat und meint, eine solche Karte zu benötigen - momentan sind ein paar Exemplare bei den gängigen Hardwareshops verfügbar oder in absehbarer Zeit lieferbar.

Christoph Hofmann Redakteur - 55130 - 18. November 2009 - 12:59 #

Schon ne nette Karte , aber 560 Euro sind halt schon viel Holz für nur durchschnittlich 30% mehr Leistung (im Vergleich zu meiner 4870x2 für die ich damals 360 bezahlt habe).

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 18. November 2009 - 13:00 #

Wow...die Leistungsaufnahme ist ja der Wahnsinn. 420W für das gesamte System unter Last...ganz schön heftig.

Wann kommt die Trendwende? Wann kommt eine Technologie, die die Grafikkarten mit 40W unter Last versorgt?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 18. November 2009 - 13:05 #

Gibt es doch schon. Nur eben nicht in DIESEM Bereich. Die gesamte 5000er-Serie ist deine erwünschte Trendwende. Halbierte Leistungsaufnahme bei gleicher Performance ist doch verdammt gut oder nicht? Nur bei einem Prestigeprojekt wie der 5970 wird halt nicht mehr groß auf die Energieeffizienz geschielt. Warum auch, wer fast 600 Euro für eine Grafikkarte hinlegen kann und mag, der fährt auch SUV und nutzt 1000-Watt-Deckenfluter ;) ..

Rondrer (unregistriert) 18. November 2009 - 13:46 #

420W find ich nicht wirklich übertrieben viel. Klar für nen PC ne Menge aber das braucht er ja nur unter Vollast beim zocken. Aber um das mal ins Verhätlnis zu setzen: Wenn du 2 Stunden an dem PC zockst und dir nebenbei im Ofen ne Pizza machst (20min backzeit oder so) dann wird der Ofen idR mehr Strom verbrauchen als der PC.
Deshalb finde ich den idle-Stromverbrauch VIEL wichtiger. Denn für jede Minute zocken kommt bei mir ein vielfaches davon an "idle"-Zeit dazu (beim surfen, arbeiten etc.).

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 18. November 2009 - 19:14 #

Und im Idle hat ATI wirklich dazugelernt. Knapp über 40 Watt ist zwar immer noch zu viel für Alltagsgeräte, als Zockerhardware gehts aber durch. Die Jungs können eine GPU komplett schlafen legen und die andere sehr niedrig takten und dabei die Spannung massiv senken. Schon sehr fein gelöst.

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