Wochenend-Lesetipps KW36: Serious Games, Politiker, Skill
Teil der Exklusiv-Serie Lesetipps fürs Wochenende

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Johannes 39072 EXP - 23 Langzeituser,R10,S3,A8,J10
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9. September 2017 - 18:35

Eine neue Ausgabe unserer Wochenend-Lesetipps ist fertig und bereit, von euch verschlungen zu werden. Die verlinkten Artikel beschäftigen sich mit der Darstellung realer Probleme in Serious Games, Politikern und ihrem Verhältnis zu Videospielen sowie mit der Frage, wie viel Skill ein Spieletester haben sollte.

"Die Leiden der anderen"
Sueddeutsche.de am 23. August, Michael Moorstedt

Im ersten Beitrag unserer Lesetipps geht es um Serious Games, wie diese wirken und wie ernst genau sie sein sollten. Michael Moorstedt von der Online-Ausgabe der SZ fragt im Bezug auf den im Anime-Look gehaltenen Titel Path out, in dem es um den syrischen Bürgerkrieg geht, wie passend dieser Stil ist: "Wäre es nicht viel angemessener, die fürchterlichen Geschehnisse der Realität, die hier den "Plot" bilden, so lebensnah wie möglich zu zeigen? Doch scheint gerade die Verfremdung der richtige Weg zu sein, um zu verstören, eine andere Bildsprache für die Realität zu finden, in Zeiten, in denen Mainstream-Titel wie "Call of Duty" [...] sich in fast fotorealistischen Surrogaten von Wirklichkeit und der Ästhetisierung von Krieg und Gewalt von Jahr zu Jahr übertreffen."

"Kulturgut des 21. Jahrhunderts"
Freitag.de, Annika Kremer

Eine Erkenntnis, die Freitag-Kolumnistin Annika Kremer bei der diesjährigen Gamescom gewonnen hat, ist die, dass Politiker Computerspiele inzwischen nicht mehr nur als vermeintliche Amoklauf-Ursache oder Wirtschaftsfaktor wahrnehmen, sondern zunehmend auch als Kulturgut. Sie kommentiert: "Nach eigenen Angaben spielen mittlerweile 42 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen irgendeine Form von Computerspielen. Das ist eine zu wichtige Zielgruppe, um sie zu ignorieren oder vor den Kopf zu stoßen. Die Motive der Politik dürften also zumindest teilweise opportunistisch sein. Dennoch ist die Anerkennung von Computerspielen als Kulturgut ein erfreuliches Signal."

"Videogame Culture Needs to Stop Fetishizing Skill"
Pastemagazine.com am 7. September, Dante Douglas (Englisch)

Nachdem ein Venturebeat-Redakteur in einem Video kürzlich Schwierigkeiten mit dem ersten Level von Cuphead hatte, hagelte es Kommentare á la "Wenn du kein guter Spieler bist, warum bist du dann Spielejournalist?". Dante Douglas hält das für ein unsinniges Argument: "[Skill] ist in keinster Weise ein gutes Maß für eine kritische Meinung. Videospiele sind, vor allem in der modernen Ära [...], nicht mehr einfach nur Puzzles, die es zu lösen gilt. Spiele sind Geschichten, Konversationen zwischen dem Spieler und der Welt und Konversationen zwischen Designern und ihrem Publikum. Der Akt des Spielens selbst ist hauptsächlich die Methode des Erfahrens dessen, was wir heutzutage "Videospiel" nennen."

Im heutigen Video: Sonic reist zurück in die 90er und versucht, seinen Niedergang zu verhindern.

Wenn ihr selbst interessante Links oder unterhaltsame Videos zum Thema Computerspiele entdeckt, freut sich der Autor über eine PN oder einen entsprechenden Kommentar!

Video:

Jonas -ZG- 18 Doppel-Voter - P - 10820 - 9. September 2017 - 22:10 #

Klasse Video. :-)

Wieder mal ein großes Danke für die Linkzusammenstellung.

Aladan 23 Langzeituser - - 38202 - 9. September 2017 - 22:44 #

Das Video ist der Hammer :-D

Harry67 16 Übertalent - P - 4161 - 10. September 2017 - 9:44 #

Herrliches Video! Danke!

Der Marian 19 Megatalent - P - 19400 - 10. September 2017 - 11:00 #

Danke für die interessante Artikelauswahl.
Und ja, gutes Video.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29785 - 10. September 2017 - 13:59 #

Zum Freitag-Artikel: In Augsburg würde ein Unternehmer gerade eine VR-Arcade eröffnen und wird vom Landratsamt boykottiert. Er möchte neben Spielen auch Schulungen und ähnliches anbieten, das Amt ist aber der Meinung, Computerspiele gehören nicht "zu unserer Kultur". Hier ein offener Brief des Unternehmers an Frau Merkel, die ja auf der Gamescom genau das Gegenteil behauptet hat:

Sehr geehrte Frau Merkel,

am Montag haben Sie die Gamescom 2017 eröffnet, ich konnte aus der Presse entnehmen das Sie den „Landwirtschaftssimulator“ ausprobiert haben. Bestimmt konnten Sie auch die VR Technologie ausprobieren, denn hier sind wir schon eine Stufe höher, das ist mehr als ein Spielzeug.

Wissen Sie, was am Freitag davor passiert ist? Ich habe für meine VR Arcade die Ankündigung auf eine Ablehnung erhalten. Man möchte zwar nochmals nachrechnen, aber der letzte Satz lautet:

Wir werden damit die Angelegenheit nun mit einem versagenden Bescheid abschließen.

Frau Merkel, Sie haben es selbst gesehen, welche Möglichkeiten diese Technologie bietet. Meine Tochter Jennifer und ich haben ein Unternehmen gegründet, welches sich mit Virtueller Realität befasst. Wir möchten Firmen und den Bürgern diese Technologie verkaufen und in 7 Räumen die Möglichkeit zu bieten, diese Anwendungen zu benutzen und auszuprobieren. Mein Bauamt hat meine Geschäftsidee wohl gar nicht verstanden, ein paar Mal durfte ich anrücken und herumdiskutieren. Dort wurde mir gesagt, Computerspiele würden nicht zu unserer Kultur gehören …

Wir befinden uns an der Hauptstraße des Stadtteils Göggingen, links von mir ist eine Pizzeria mit Abholservice, rechts von mir ein Döner Laden. Beide Geschäfte haben bis 23 Uhr geöffnet.

Ich habe am 10.01.2017 eine Nutzungsänderung von einem Schönheitsstudio zu einer „VR Arcade“ abgegeben. Seit 227. Tagen nun warte ich auf einen Bescheid, hatte einige Gespräche mit diversen Ansprechpartnern bei der Stadt, mit folgendem Ergebnis:

- Computerspiele werden hier nicht als Kulturgut anerkannt

- Wir werden mit dem Maßstab von Swinger Clubs, Sexkino´s und Geldspielhallen verglichen

Warum eröffnet unsere Kanzlerin die Gamescom und ich erhalte die Ankündigung auf eine Absage für meine VR Arcade? Ich will bitte aufwachen nach einem monatelangem Genehmigungsprozess, jetzt sofort!! Ich bin definitiv im falschen Film. Digitale Weltspitze? Beschreiten wir wirklich gerade den falschen Weg? Muss ich das über ein Gericht klären lassen oder bekommen wir das auch so hin? Auf einen langwierigen Gerichtsprozess habe ich ehrlich gesagt keine Lust, ich möchte nur endlich starten und die Zukunft zeigen. Auch meinen Mitmenschen!

Frau Merkel, ich bin seit 15 Jahren Ausbilder und habe lange Jahre im Auftrag der IHK Prüfungen für Lagerlogistik vorgenommen. Ebenfalls war ich Ausbilder und weiß, was die Wirtschaft braucht:

Wir brauchen keine Kinder, die mit Klötzen und Steinen spielen, denn wir müssen uns international behaupten. Bauklötze haben Ihre Berechtigung, aber als Vater weiß ich: Das ist irgendwann nicht genug Wenn meine Stadt es nun schafft, unsere kleine, innovative Firma abzulehnen weil wir uns „im Mischgebiet“ befinden, dann läuft in unserem Land irgendwas verkehrt.

Ich könnte alternativ die VR Anlage gegen Bräunungsgeräte austauschen, dann darf man braun werden aber nicht schlau? Jetzt muss ich selbst lachen, ich glaube es geht ihnen genauso.

Lassen Sie uns bitte gemeinsam durchsetzen, das diese Form der Bildung auch in einem Mischgebiet möglich ist, bitte unterstützen Sie mich bei der thematischen Trennung.

Herr Seehofer fand den Ausdruck „Digitale Flachwurzler“ wohl sehr lustig schrieb die Presse, es wurde wohl Minutenlang gelacht. Ich gestehe, ich muss heute noch lachen, bei mir ist es wohl aber eher der Galgenhumor, wohl verständlich wenn man monatelang auf einen Fetzen Papier wartet.

Für mich habe ich auch schon eine Beschreibung gefunden, ich habe es mir so erklärt: Digitale Flachwurzler = Ein Land, das an die Digitale Weltspitze aufsteigen möchte, die Kultur Computerspiel nicht anerkennt und die Unternehmen einer Geldspielhalle gleichstellt. Somit landen diese Unternehmen als Vergnügungsstätten nicht dort wo es sein sollte.

Wir sehen uns jedoch auf der Seite von Fortschritt, Bildung und Kultur – bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, ich würde Ihnen gerne im Gespräch erläutern, was aus meinen Augen ganz besonders wichtig ist, diese Bewegung nicht in die Leere laufen zu lassen. Wenn wir die Virtuelle Realität nicht im Mischgebiet zulassen, werden die Menschen diese Technologie zu langsam kennenlernen und wir werden international verlieren.

Frau Merkel, bitte helfen Sie uns damit wir keine Absage von unserer Stadt erhalten. Virtuelle Realität muss möglich sein – 7 Räume – 98 qm – im Mischgebiet!

Wir sind doch nicht weniger wert als eine Geldspielhalle, die im Mischgebiet mit 8 Automaten und 100 qm Spielfläche eröffnen darf? Ebenfalls haben wir eine völlig andere Klientel als Geldspielhallen, zu uns kommen Menschen nicht wegen der Spielsucht, sondern weil sie die Zukunft sehen möchten.In diesem Zuge wird immer „Downgrading“ genannt. Wir sehen uns eher als ein „Update“ für unser Viertel!

Der Digitale Wandel ist nur gemeinsam möglich – Die Politik muss Hand in Hand mit den Unternehmern gehen und darf sie nicht behandeln wie Atomkraftwerke, denn die haben Zeit und Geld für monatelange Genehmigungsverfahren. Der Mittelstand hat das nicht!

Deshalb bitten wir um Ihre Unterstützung, sollte Ihnen das Thema wirklich am Herzen liegen wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt, denn ich fahre jetzt nach Hause, um wohl die angedrohte Ablehnung im Postkasten vorzufinden, denn die Hoffnung verliere ich hier langsam …

Beate Uhse wurde damals auch mit Steinen beworfen, heute profitieren wir von einer niedrigen HIV Rate. Jeder erhält wohl im Leben eine Aufgabe, vielleicht ist es meine, sinnvolle VR Arcades von den Vergnügungsstätten abzukoppeln. Hier wäre Ihre Unterstützung echt hilfreich – schaffen wir es gemeinsam, die Trennung zwischen einem Sex Kino und einer VR Arcade?

Vor ein paar Wochen durften wir ein staatlich gefördertes VR Projekt besuchen (Hochschule Heilbronn, Projekt Evelyn) – hier erwarten uns in Zukunft viele Anwendungen für den Alltag, hier am Beispiel „Angstforschung“. Wir möchten ein Landeplatz sein für sinnvolle VR Anwendungen, viel mehr als eine „Spielhalle“. Ebenfalls haben wir einen Fahrsimulator, hier entstand die Idee, Fahranfängern analog zu der richtigen „gefährlichen“ Fahrschule die Möglichkeit zum „Virtuellen Training“ zu geben. Ebenso kann ein Rollstuhlfahrer fliegen – oder auf den Mount Everest. Es gibt beispielsweise eine Anwendung, hier kann man virtuell ein komplettes Auto zusammen bauen. Für einen KFZ Lehrling wahrscheinlich sehr interessant – das wird ihm helfen, sein Wissen nachhaltig zu vertiefen. Virtuelle Realität ist ein immersives Instrument, die gelernten Inhalte „bleiben viel besser hängen“.

Vielleicht profitieren wir dann bald von einer breiteren Bildung in diesem Thema, die Arbeitgeber in verschiedensten Bereichen warten auf Menschen mit diesen Fähigkeiten. Nur dann müssen wir die Menschen damit in Kontakt bringen, wir möchten nicht „Im Gewerbegebiet versteckt werden“. Wir fühlen uns als VR Dienstleister im Mischgebiet sehr wohl! Bei uns kann man nicht nur spielen, sondern auch Kurse besuchen, wie man diese virtuellen Welten selbst erstellt. Das verkraftet sogar ein Mischgebiet, 7 Menschen mit einer Brille auf dem Kopf. Bei uns gibt es keinen Alkohol und keine pornografischen Inhalte!

Mehr Informationen erhalten Sie hier: facebook.com/virtuisaugsburg/ oder auf www.virtuis.de

Bitte unterstützen Sie uns im Thema, das es anders kommt! Bildung und Kultur im Mischgebiet im ganz kleinen Rahmen – das muss wohl an einer Hauptstraße möglich sein, oder finden Sie nicht? Dafür lohnt es sich zu kämpfen, denn wir stehen jetzt nicht nur auf für unsere Firma, sondern für uns alle! Wenn man in ein paar Jahren einen „gebildeten Menschen“ beschreiben wird, dann gehört die VR Technologie mit Sicherheit dazu, vor allem wenn man zur „Digitalen Weltspitze“ gehören möchte.

Vor einigen Monaten durfte ich in einer BR - Sendung bereits ein paar Worte mit Hr. Dr. Ulrich, Frau Kohnen und Frau Bahr wechseln. Leider war die Zeit zu knapp, das Thema der Sendung war „Arm trotz Arbeit“. Vielleicht finden wir ja mal ein anderes Format um hier ein wenig in die Tiefe zu gehen, um mit diesen Themen in Zukunft auch richtig umgehen zu können. Für meinen „Aktionismus“ bin ich schon getadelt worden, aber wenn man etwas erreichen will dann muss man sich bemühen und dazu stehe ich auch. Gerne würde ich Herrn Seehofer erklären, was ich unter „Digitale Flachwurzler“ verstehe: In meinem Verständnis wäre das ein Land, das Digitale Projekte fördert um sie im Anschluss den Wettbüro´s gleichstellen die somit im Gewerbegebiet versteckt werden müssen und auf der Abschussliste der „Vergnügungsstätten“ gelistet werden. Geboren um vernichtet zu werden, mit dieser Technik darf uns das nicht passieren. Sollten Sie mal in Augsburg sein, sind Sie natürlich gerne eingeladen

Frau Merkel eröffnet die Gamescom und unsere VR Arcade in Augsburg erhält eine Absage – das wäre schon der Knaller …. Bitte unterstützen Sie uns, wir benötigen Ihre Hilfe. Nicht morgen sondern vorgestern J Sollte Ihnen dieses Thema wirklich für uns alle am Herzen liegen erwarten wir gerne Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen aus dem schönen Digitalen Flachwurzler Land,

Hochachtungsvoll

Thomas und Jennifer Neumann

Der Marian 19 Megatalent - P - 19400 - 10. September 2017 - 14:03 #

Ein Link hätte es wohl auch getan. Trotzdem interessant.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29785 - 10. September 2017 - 14:15 #

Habs als Mail erhalten, die ließ sich nicht verlinken :P .

Der Marian 19 Megatalent - P - 19400 - 10. September 2017 - 14:16 #

Ist ein Argument. ;)

joker0222 28 Endgamer - - 100699 - 10. September 2017 - 18:36 #

Hoffnung in Merkel? Da kann ich nur mitleidig lächeln.

Sebastian -ZG- 27 Spiele-Experte - P - 77675 - 10. September 2017 - 20:19 #

Du kannst wenigstens noch lächeln.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29785 - 14. September 2017 - 11:31 #

Übrigens, wenn man dem Bauordnungsamt der Stadt Augsburg eine Presseanfrage schickt bekommt man von einem komplett anderen, staatlichen und nicht städtischen, Amt eine Antwort, man solle gefälligst an das Bauordnungsamt Augsburg schreiben und nicht an das staatlich-bayerische Bauamt. ARGH.

Johannes 23 Langzeituser - P - 39072 - 15. September 2017 - 8:27 #

Aber den Passierschein A 38 hast du bekommen?

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