Arcade-Check: Aven Colony – Aufbaustrategie in fremden Welten
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

PC XOne PS4
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6. August 2017 - 14:56 — vor 18 Wochen zuletzt aktualisiert
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Der Arcade-Check stellt jeweils ein interessantes Downloadspiel vom Xbox-Marktplatz vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Die Rubrik wird von unseren Usern mrkhfloppy und Old Lion betreut.

In der Aufbausimulation Aven Colony von Mothership Entertainment werden wir in eine ferne Galaxie entsandt, um der Menschheit eine neue Zuflucht zu errichten. Wie sich die Arbeiten in der Sternenkolonie vom bekannten Städtebau anderer Genrevertreter unterscheiden, und auf welche Probleme wir dabei stießen, erfahrt ihr im heutigen Arcade-Check.
Mitten im Dschungel erblüht die Kolonie am anderen Ende der Galaxie.
Das Babylon der Sterne
Die Chronisten werden unser Scheitern als unausweichliche Konsequenz vermerken und einen weiteren Narren in den Pergamenten der Zeit notieren. Eine neue, glanzvolle Wiege der Menschheit wollten wir errichten und doch schufen wir nur eine zweite Erde. Die Atemluft unter den gläsernen Kuppeln der Kolonie ist schwer gezeichnet vom sogenannten technischen Fortschritt, in den Straßen herrscht das Faustrecht und die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen. Am Ende haben wir auf ganzer Linie versagt und die Absetzung stoisch ertragen. Doch wir haben aus den Fehlern gelernt und wollen beim nächsten Versuch alles zum Guten wenden!

In Aven Colony mimen wir den Architekten und Bürgermeister einer menschlichen Enklave am anderen Ende der Galaxie. Zunächst gilt es die grundlegenden Bedürfnisse der Kolonie zu befriedigen, indem wir ausreichend Wasser, Strom und Nahrung produzieren. Die entsprechenden Gebäude selektieren wir im sinnvoll gruppierten Kreismenü und platzieren sie anschließend an Ort und Stelle. Bevor unsere Baudrohnen den Dienst verrichten, benötigen wir genügend Naniten. Den Baustoff der Zukunft gewinnen wir durch den Abbau und die Weiterverarbeitung von Metallen oder Mineralien.
Die höchste Zoom-Stufe offenbart viele Details der hübschen Grafik.
Schaffe, schaffe, Häusle baue
Genretypisch stehen je Baugruppe meist mehrere Optionen mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen zur Verfügung. Schicken wir etwa Kumpel in die Gruben, fördern wir die Erze langsam, aber ergiebig zu Tage. In der vollautomatisierten Lasermine hingegen schreitet der Prozess schneller voran, aber die Hälfte der Ausbeute geht verloren. Auch die Jahreszeit sollte berücksichtigt werden, denn Sonnenkollektoren arbeiten im Winter weniger effektiv. Und ohne stromfressende Gewächshäuser können die Landwirte zur kalten Jahreszeit keine Ernte einfahren. Eine Anzeigenleiste am unteren Bildschirmrand verrät uns stets auf einen Blick, wie es um die Versorgung der Kolonie steht.

Mit der Zeit bringen die Transportschiffe immer mehr Siedler auf die Oberfläche, die natürlich versorgt werden wollen. Nachdem wir den Neuankömmlingen Wohn- und Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt haben, gilt es ein Auge auf die individuellen Bedürfnisse zu werfen. Hoch im Kurs stehen zum Beispiel kurze Arbeitswege, ein abwechslungsreicher Ernährungsplan und Möglichkeiten zur geistigen Zerstreuung, etwa in Form einer Einkaufsmeile. Der Erhalt der medizinischen Infrastruktur, die Bekämpfung der Kriminalität und der Umweltschutz befinden sich ebenfalls auf unserer Agenda. Genügen wir den Ansprüchen unserer Schützlinge nicht, steigt deren Unzufriedenheit solange, bis wir unseres Amtes enthoben werden und das Spiel endet.
Auch unter den widrigsten äußeren Umständen kann unsere Kolonie gedeihen.
Geografisches Medley
Abseits des futuristischen Szenarios bietet Aven Colony klassische Aufbaukost. Ein paar Besonderheiten befinden sich doch im Spiel. Während die Kolonie selbst in einem etwas sterilen Look aus Glas und Stahl daherkommt, punktet die neue Heimat durch eine farbenfrohe Gestaltung und geografische Abwechslung. So siedeln wir etwa in der tiefsten Arktis, der Gluthitze einer Wüste oder mitten im dichten Regenwald. Die Wahl der Region beeinflusst neben der Optik vor allen die Landwirtschaft und Energieversorgung. Später im Spiel müssen wir uns zudem mit der wehrhaften Flora und Fauna des neuen Ökosystems auseinandersetzen, aber die Auswirkungen halten sich in Grenzen.

Trotz zahlreicher Grafikdetails und kleiner Animationen fehlt dem Spiel der berühmte Wuselfaktor. Es gibt keine emsigen Fahrzeugkolonnen, die sich durch enge Straßenschluchten schlängeln, die wenigen Bewohner marschieren durch die immer gleichen Glasröhren und jemanden bei der Arbeit über die Schulter schauen, können wir auch nicht. Dem futuristischen Setting ist es zudem geschuldet, dass wir den meisten Bauwerken nicht intuitiv eine Funktion zuordnen können. So klicken wir uns oftmals müßig durch die stählernen Straßenzüge, bis wir etwa das unscheinbare Warenlager gefunden haben. Dabei fällt auch auf, dass die Schriftgrößen nicht durchgehend wohnzimmertauglich sind. Sprich: Sie sind teils zu klein.
Der gläserne Koloss rechts im Bild zeigt  das Wohnhaus der Zukunft.
Fazit
Aven Colony ist ein klassisches Aufbauspiel, das trotz der futuristischen Verortung nach den bekannten Regeln des Genres funktioniert. Mit einem Auge auf die Grundversorgung der Kolonie müssen wir die Bewohner bei Laune halten und schalten peu à peu alle Bauoptionen frei. Dem Spiel fehlt der Wuselfaktor anderer digitaler Miniaturwelten, hübsch schauen die Strukturen aus Glas und Stahl vor toller Naturkulisse dennoch aus. Anspruchsvolle Architekten werden zudem ob der übersichtlichen Anzahl an Spielsystemen die Nase rümpfen, aber amitionierten Häusle-Bauern bietet das Spiel genügend Stellschrauben.
  • Aufbausimulation
  • Solospiel
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Erhältlich seit 25.7.2017 für 29,99 Euro
  • In einem Satz: Klassische Aufbaustrategie im frischen Science-Fiction-Gewand.

Video:

Jörg Langer Chefredakteur - P - 354919 - 6. August 2017 - 14:56 #

Viel Spaß beim Lesen!

Lencer 15 Kenner - P - 3374 - 6. August 2017 - 15:39 #

Laut Hinweisen der Entwickler soll in den kommenden Wochen noch zahlreicher weiterer Content ergänzt weden. Bei mir bleibt es erstmal auf der Wunschliste. SciFi+Aufbau ist einfach zu verlockend.

EddieDean 15 Kenner - P - 2703 - 6. August 2017 - 15:52 #

Sehr ansprechend geschriebener Check. Das Spiel selbst könnte mich auch bald interessieren.

mrkhfloppy 22 AAA-Gamer - P - 32276 - 6. August 2017 - 22:28 #

Vielen Dank.

Der Marian 20 Gold-Gamer - P - 20121 - 6. August 2017 - 16:01 #

Das könnte was für mich sein, aber so ganz ohne Wuselfaktor bin ich mir nicht sicher. Ich schaue bei solchen Spielen schon ganz gerne der SImulation einfach zwishendurch eifnach nur ein bisschen zu.

Ocejanus 09 Triple-Talent - P - 276 - 6. August 2017 - 17:25 #

Habe das Spiel bereits in der Beta-Phase gezockt, wo es praktisch schon bugfrei war.

Es erinnert durch seine Features mehr an Tropico als an Anno, der berühmte "Wuselfaktor" ist wirklich nicht unbedingt vorhanden.

Man darf bei Aven Colony kein Anno (und auch kein Cities Skylines) erwarten, wo man weit über hundert Stunden reinsteckt...es taugt eher für vier, fünf Abende guter Unterhaltung.

- solide und ambitioniert, aber (noch) ohne die Komplexität, die hartgesottene Aufbauspieler erwarten.

Würde es mit 8/10 bewerten.

Aladan 23 Langzeituser - - 39954 - 6. August 2017 - 18:39 #

Danke für den Check :-)

DRE1Z3HN TV 12 Trollwächter - 855 - 7. August 2017 - 5:10 #

Danke für den Test. Gerade weil es wohl nicht so komplex ist, reizt es mich.

endymi0n 17 Shapeshifter - P - 6332 - 7. August 2017 - 8:58 #

Ich habe das Spiel nach 47 Minuten refundet. Es wirkte leider einfach zu "aufgeräumt", di4e Gebäude zu wenig unterscheidbar, zu lieblos. Das Gefühl von "Das habe ich gebaut" fehlte einfach.

TheRaffer 16 Übertalent - - 5484 - 7. August 2017 - 17:39 #

Ähm...Verständnisfrage oder ich habe es einfach überlesen: Nur XBox? Klingt nämlich ganz putzig :)

mrkhfloppy 22 AAA-Gamer - P - 32276 - 7. August 2017 - 17:59 #

Nein, nein. Das Spiel gibt es auch für den PC und die PS4.

TheRaffer 16 Übertalent - - 5484 - 7. August 2017 - 19:06 #

Cool, danke :)

Maverick 30 Pro-Gamer - - 283678 - 7. August 2017 - 19:13 #

Ein klasse Text mal wieder, mrkhfloppy. :-)

mrkhfloppy 22 AAA-Gamer - P - 32276 - 7. August 2017 - 22:57 #

Dankeschön.

Kirkegard 19 Megatalent - 15931 - 8. August 2017 - 13:23 #

Danke für die Mühe :-)
Habe das Teil schon länger auf meiner Steam Wunschliste. Denkdenkdenk...kaufen!?

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