Wochenend-Lesetipps KW29: Europa, Spieler mit Behinderungen
Teil der Exklusiv-Serie Lesetipps fürs Wochenende

Bild von Johannes
Johannes 39186 EXP - 23 Langzeituser,R10,S3,A8,J10
News-Redaktion: Hat von der Redaktion weitere Rechte für das News-Redigieren erhaltenAlter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!Gold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtDieser User hat uns an Weihnachten 2017 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns zur TGS 2017 Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Idol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenTop-News-Meister: Hat mindestens 500 Top-News geschriebenSilber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtDieser User hat uns an Weihnachten 2016 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Silber-Reporter: Hat Stufe 10 der Reporter-Klasse erreicht

22. Juli 2017 - 9:30 — vor 30 Wochen zuletzt aktualisiert

Wenn Spiele in Europa angesiedelt sind, dient der Schauplatz bis auf wenige Ausnahmen eher als Kulisse. Dabei könnten sie davon profitieren, sich auch mit europäischer Geschichte und Kultur auseinanderzusetzen – meint zumindest einer der Autoren in unseren heutigen Wochenend-Lesetipps. Außerdem geht es noch um Videospielpreise früher und heute sowie darum, wie Games für Spieler mit Behinderungen zugänglicher werden können.

"Ihr wisst gar nicht, wie gut ihr es habt"
Eurogamer.de am 14. Juli, Martin Woger

Viele Menschen finden heutige Videospiele zu teuer und warten gerne, bis sie im Sale sind, beobachtet Martin Woger von Eurogamer. Er findet das wohlfeil und sucht in seinem Artikel den Vergleich mit seiner eigenen Jugend vor 25 Jahren: "Die Erkenntnis ist, dass nicht nur gefühlt seit 2017 in der Gaming-Welt alles deutlich günstiger, verfügbarer und simpler wurde. Es lässt sich aus meiner Sicht nicht mal anführen, dass Spiele primitiver wurden. Das fühlt sich nur so an, weil keiner Prey kaufte und somit keiner weiß, dass es auch im Triple-A-Bereich Komplexität geben kann."

"Es herrscht zu wenig Europa in Videospielen"
Videospielgeschichten.de am 15. Juli, Yannic Hertel

Europa und seine Geschichte würden in Spielen viel zu selten als Setting verwendet, meint Yannic Hertel. Dabei hätten gerade Titel wie Assassin's Creed und Total War gezeigt, was der Schauplatz hergeben kann, wenn man ihn wirklich auskostet: "Europa ist mit seiner unterschiedlichen kulturellen Prägung, seiner bewegten Geschichte und seinen abwechslungsreichen Landschaften für Videospiele sehr spannend. Amerikanische Entwickler müssten nur versuchen mehr zu sehen als die Weltkriege. Deutschland hat in den wenigsten Spielen eine andere Rolle als das Dritte Reich."

"How Games Can Better Accommodate Disabled Players"
Vice.com am 20. Juli, Mike Diver (Englisch)

Während der Develop-Tagung in Brighton führte Mike Diver von Vice ein Interview mit Ian Hamilton, Betreiber der Seite gameaccessibilityguidelines.com, über Barrierefreiheit in Spielen. Auf die Frage, welche Punkte Hersteller am dringendsten angehen sollten, antwortete er: "Die Themen, über die sich am häufigsten beschwert wird, sind nicht veränderbare Steuerungen, Textgrößen, Farbdarstellungen [für Menschen mit Farbenblindheit] und Untertitel. [...] Wenn Entwickler mit denen anfangen würden, würde das schon einen großen Unterschied machen – und wie ihr seht, ist nichts davon besonders schwierig."

Im heutigen Video: Eine Szene aus Star Wars, bei der die Lichtschwert-Geräusche durch Owen Wilson ersetzt wurden.

Wenn ihr selbst interessante Links oder unterhaltsame Videos zum Thema Computerspiele entdeckt, freut sich der Autor über eine PN oder einen entsprechenden Kommentar!

Video:

Harry67 16 Übertalent - P - 5105 - 22. Juli 2017 - 10:42 #

Martin Wogers Artikel bringt es sehr gut auf den Punkt. Gut gewählt Johannes, gerade nach den XCOM 2 Addon und Ark Debatten.

Barrierefreiheit ist eigentlich ein Thema über die immer noch vorherrschende Ignoranz, gerade der gro0en Spieleentwickler aber auch Hardwareentwickler , die es sich leisten könnten, da mal etwas aufzupassen.

Ich habe beruflich einiges mit dem Klientel zu tun und kann nur immer wieder feststellen, wie primitiv gesellschaftliche Erwartungen auch 2017 ablaufen: Ein Behinderter hat nicht politisch zu sein, auf keinen Fall sexuelle Intentionen zu haben, hat Pazifist zu sein und Computerspiele "braucht der nicht".

Aladan 23 Langzeituser - - 41067 - 22. Juli 2017 - 10:49 #

Der erste Artikel und das Video sind mal wieder meine Highlights. :-)

Harry67 16 Übertalent - P - 5105 - 22. Juli 2017 - 11:03 #

Wow! ;)

Aladan 23 Langzeituser - - 41067 - 22. Juli 2017 - 11:12 #

Ich schwelge gerade in Erinnerungen :-D

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeiten, als wir Spiele importieren mussten, um einen Großteil davon überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Preise von 150 bis 200 Mark waren da echt keine Seltenheit. Überhaupt war die Preisspanne von 80 bis 120 Mark völlig normal.

Oder beim N64 die Third-Party-Titel, die teilweise 189 Mark gekostet haben. Ja, mein Hobby ist definitiv günstiger geworden. :-)

Harry67 16 Übertalent - P - 5105 - 22. Juli 2017 - 11:39 #

Ha, hatte auch erst letztens wieder ganz fasziniert die Preisschilder auf den alten Konsolenspielen angeschaut. Importieren war ganz normal, sonst kam man ja an die Japanperlen kaum ran. Und es gab noch Hinterzimmer bei den Händlern des Vertrauens wo man sich zu später Stunde zum Zocken traf und das eine oder andere gute Stück ergatterte :)

Hermann Nasenweier 15 Kenner - P - 3376 - 22. Juli 2017 - 19:10 #

Importieren war ja schon Luxus. Als Landei galt es eine Stunde zur nächsten Quelle zu fahren, natürlich mit den Eltern was einen öden Einkaufstag bedeutete. Dann aus den wenigen Spielen die Entscheidung treffen wofür man sein Taschengeld eines halben Jahres investiert. 30DM für Kasette oder 60 für Disk ;)

1992/93 war schon fast Luxus, Postkarte an Wial "Bitte senden Sie mir Lemmings für Amiga per Nachnahme" :)

Achja, wie im wilden Westen ;)

euph 24 Trolljäger - P - 51187 - 22. Juli 2017 - 11:10 #

Dem kann ich mich nur anschließen.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 15967 - 22. Juli 2017 - 12:23 #

Wow! Und das, beim wohl schwächsten Kampf der Trilogie!

Cohen 16 Übertalent - 4589 - 22. Juli 2017 - 12:50 #

Sehr schöner Artikel über Hardware- und Spiele-Preise im Wandel der Zeit.

Mein erster PC hatte 1993 auch über 3000 DM gekostet und bereits 14 Monate später konnte ich die CPU wechseln (486er DX 33 -> DX4/100), da einige fordernde Spiele sonst keinen Spaß gemacht hätten (z.B. Magic Carpet + Wing Commander 3). Zwischendurch war natürlich auch noch ein CD-ROM für ca. 500 DM inklusive Rebel Assault fällig.

Und damals reichte es nicht aus, einfach ein paar Regler runterzudrehen und notfalls die Auflösung etwas zu verringern.

Epic Fail X 15 Kenner - P - 3888 - 22. Juli 2017 - 15:27 #

Mein erster PC hat Ende der 90er mit allem drum und dran 5500 DM gekostet. Nach Abzug von Monitor und Drucker waren es immerhin noch knapp 3500 DM. Alleine die CPU hat mit nem Tausender zu Buche geschlagen. Und das war zu der Zeit noch nicht einmal das Intel-Topmodell.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30046 - 22. Juli 2017 - 22:38 #

Ich musste mit einem gebrauchten PC für 2200 DM leben. 386SX25, 4MB RAM, 80 MB HDD und eine Trident-ISA-Karte. WC3 konnte ich später nur spielen weil mir ein Kumpel nach dem Umrüsten seines PCs sein altes Board mit CPU - 486SX33 - geschenkt hat.

Musste dann ewig sparen um mir eine Soundblaster leisten zu können. So lange, dass nicht mal Geld für vernünftige Lautsprecher blieb. Aber besser als PC-Speaker.

gamalala2017 (unregistriert) 22. Juli 2017 - 16:41 #

""Das fühlt sich nur so an, weil keiner Prey kaufte""
Jemand sollte ausrichten das sich Prey ja gar nicht mal schlecht verkauft hat und eigentlich auch nicht schlecht ist.

Viele sind halt angepisst dass dahinter nicht ein echtes Prey 2 steckt und obendrauf die kreative Arbeit hinter dem Original-Prey kaputt gemacht worden ist.

Solche Fehler sollten in einer etablierten Entwicklergemeinschaft nicht geschehen.

Zum Vergleich: Deutschland hat es richtig gemacht und bis jetzt einfach kein weiteres Gothic produziert. Danke!

Janosch 21 Motivator - - 30300 - 22. Juli 2017 - 21:25 #

Wow, letzte Woche eine so magere Ausbeute und diese Woche nur interessante Empfehlungen, vielen Dank für die Arbeit und Mühe!

Jürgen -ZG- 22 AAA-Gamer - P - 37560 - 25. Juli 2017 - 16:40 #

Danke für die Liste! Sehr interessante Sachen dabei.

-Stephan- 13 Koop-Gamer - P - 1352 - 29. Juli 2017 - 8:42 #

Der "Ihr wisst gar nicht, wie gut ihr es habt" Artikel ist wirklich interessant. Prinzipiell hat der Autor schon recht, allerdings sehe ich ein paar Punkte doch anders.

Spieleverpackungen beispielsweise. Die Lucas Arts und Microprose Verpackungen hatten neben dem Spiel immer ordentlich was zu bieten. Gut geschriebene Anleitungen mit Hintergrundinfos gerade bei denen von Microprose oder die Beilagen bei Zak McKraken. Natürlich gibt es heutzutage alle möglichen Special Editions mit Zusatzinhalten..aber die Kosten halt dann auch mehr, damals war das alles die Standardversion.

Sonderangebote gabs freilich damals auch, wenn auch schon richtig gesagt meist im Computersektor. Da hat sich in der Tat viel getan, heute gibt es ja fast täglich irgendwo einen Sale..aber meist halt auch nur digital. Wer die Spiele im Regal stehen haben will, der hats da schon schwerer. Klar haben Saturn & Co. auch mal Spezialangebote, aber da ist der digitale Markt inzwischen einiges weiter.

Und so schlecht war das Gaming vor 25 Jahren auch nicht. Die Spiele von damals hat man als Endprodukt erworben. Wer einen Amiga oder ein Mega Drive/Super Nintendo hatte, der hat die Diskette oder das Modul ins Laufwerk gesteckt und gut wars. Heutzutage lädt man erstmal Day-One Patches, Updates und schlägt sich mit viel zu kleinen Festplatten im Konsolensektor rum. Und wenns ganz blöd läuft und die Internetverbindug streikt (Hallo Ubisoft), spielt man im Zweifel gar nicht.

Auch was die Spiele angeht, sollte man differenzieren. Klar, die Spiel von damals waren einiges einfacher gestrickt. Trotz allem habe ich nächtelang an Civilization und Pirates! gesessen. Oder bin dem Charme eines Monkey Islands erlegen..da kommt für mich bis heute kein noch so gut durchgestyltes Adventure mit. Und noch kein so gutes und inhaltlich ausgefülltes Fussballspiel hat mir so viel Spielfreude bereitet wie das auf kleinen Pixelmännchen bestehende Sensible (World of Soccer). Oder die tollen atmosphärischen Spiele von Cinemaware oder Origin.

Kurz gesagt, jede Spielegeneration hat so ihre Vor- und Nachteile. So schlecht wird die damalige Spielezeit nicht gewesen sein, dass zeigt ja auch die Nachfrage nach Retroartikeln wie dem Mini-NES, etc.

Ich hatte es also auch damals schon gut in meiner Spielezeit..und auch wenn ich heutzutage von einer wundervoll dargestellten Welt alá The Witcher 3 oder Fallout 4 begeistert bin, so kehre ich auch gerne jedes Jahr nach Monkey Island zurück :)

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)