Spiele-Hardware: News-Roundup der KW 43
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29911 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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25. Oktober 2009 - 10:51 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Die großen vorweihnachtlichen Hardwareüberraschungen haben uns in den letzten Wochen ja bereits ereilt. Grafikkarten wie ATIs HD5870 oder HD5770 mischen den Markt für rasante 3D-Beschleunigung auf, nVidias GT300-Präsentation war amüsant aber nichtssagend, CPUs sind für die kommenden Tage auch genug auf dem Markt. Kümmern wir uns also diesen Sonntag um die Reste. Übrig gebliebene Hardware, frisch garniert mit einem Schuss Notebookvorschau.

nVidia wills wissen - neue Dual-GPU-Grafikkarte  angekündigt

Bislang nutzen Grafikkarten mit mehreren Grafikchips auf einer Platine entweder nVidias SLI-Technik oder ATIs Crossfire um zwei identische GPUs zu einem leistungssteigernden Gespann zu vereinen. Einige sehr einsame Menschen kombinieren sogar zwei Dual-GPU-Karten zu Quad-SLI oder Quad-Crossfire, um so das letzte Prozent Leistung aus dem Rechner zu kitzeln.
Zusammen mit Boardpartner EVGA geht nVidia offenbar bereits in der kommenden Woche einen anderen Weg. Die offiziell leider noch nicht angekündigte Karte setzt nicht auf zwei identische GPUs und wird auch weder DirectX10.1 noch DirectX11 unterstützen. Geplant ist stattdessen ein Modell mit einem GTX275-Chip und einer GTS250-GPU, welche als Zusatzprozessor für Physikberechnungen dienen soll. Genutzt wird die Platine der GTX295, das Lüftungssystem dürfte allerdings etwas weniger hart arbeiten müssen als bei der GTX295.

Der GTX275-Teil der Karte wird über 896MB GDDR3-RAM verfügen können, die GTS250-GPU auf Basis des alten G92b-Chips adressiert 512MB GDDR3. Die Taktraten sind noch unbekannt, werden aber wohl auf dem Niveau der jeweiligen Einzelmodelle liegen. Preislich munkelt man bei der Internetseite Bright Side Of News von 349 bis 419 US-Dollar. Einen Namen hat die seltsame Hardwaremischung noch nicht.

Stellt sich die Frage - braucht das jemand? Wohl eher nicht, vor allem in Bezug auf die recht vielversprechenden Ankündigungen im Bereich DirectX11 wird eine solche Karte eher überflüssig sein. Und auch der Preis klingt nicht nach einem fairen Angebot, bekommt man doch für das gleiche Geld eine HD5870 oder eine GTX285 mit 2GB VRAM, welche nebenbei PhysX-Effekte auch ausreichend schnell berechnet. Interessanter für den gut betuchten Grafikfetischisten sollte dann wohl eher die kommenden Monat erscheinende Dual-GPU-Karte von ATI werden.

Beinahe-Hardware-News: Microsoft gibt Hardwarebegrenzungen für Win7-Starter bekannt

Den nach niedrigsten Preisen dürstenden Netbookherstellern versprach Microsoft mit Windows7 Starter-Edition ein preislich interessantes Windows 7 mit geringen Einschränkungen im Funktionsumfang. Anfangs sollten bei dieser nicht frei im Handel zu erwerbenden Version gar nur drei gleichzeitig laufende Programme erlaubt sein, diese Beschränkung wurde mittlerweile aufgehoben. Eingespart wird aber die Unterstützung für Multitouch-Displays. Die jetzt bekannt gegebenen Hardware-Grenzwerte werden aber wohl für eine eher zögerliche Verbreitung der Starter-Edition sorgen:

  • Display: maximal 10,2" Diagonale
  • Prozessor: Single-Core, maximal 2,0 GHz und 15 Watt TDP
  • Arbeitsspeicher: maximal 1 GB

Die Festplattengröße ist allerdings jetzt frei wählbar, bei der ULCPC (ultra low-cost PC)-Lizenz von XP lag diese noch bei maximal 160 GB.

Besonders die recht geringe Displaydiagonale dürfte einigen Herstellern schwer im Magen liegen. Samsung wollte sein N510-Netbook mit nVidia ION-Chipsatz und 11,6" Diagonale ursprünglich mit Starter herausbringen, jetzt wird es wohl auf Home Premium und einen höheren Verkaufspreis hinauslaufen. Auch die maximale Arbeitsspeichergröße von einem Gigabyte mutet etwas mager an, immerhin lässt sich der Speicher vom Käufer aber meist sehr schnell und preiswert selbst aufrüsten.
Die CPU-Limitierung sorgt für geringere Vielfalt im Netbookmarkt als erhofft. AMDs kommende NeoX2-CPUs mit zwei Rechenkernen bleiben so schon einmal außen vor, ebenso Intels Atom DualCore. Immerhin erlaubt die Windows7 Starter-Edition endlich 3D-Beschleunigung nach DX10. Windows XP ULCPC wurde den Herstellern verweigert, wenn nVidias ION-Chipsatz mit Geforce9400-Grafik mit DX10-Support verbaut wurde. Alles in allem werden die Limitierungen der Starter-Edition wohl für eine nur geringe Verbreitung dieser preiswerten Windows7-Variante sorgen. 

WoW-Maus bekommt In-Game-Update

Steelseries produziert seit einiger Zeit eine speziell für World of Warcraft zugeschnittene Maus, die WoW-Maus. Der sehr kriegerisch aussehende Kampfnager ist zwar recht teuer und nur sehr bedingt ergonomisch, erfreut sich aber trotzdem großer Beliebtheit. Jetzt hat Steelseries ein Update für die Konfigurationssoftware der Maus herausgebracht, mit welchem die 15 Knöpfe des Eingabegerätes auch ohne das Spiel zu verlassen konfiguriert werden können. Ein In-Game-Optionsmenü erlaubt dem Spieler, den einzelnen Buttons zum Beispiel Zaubersprüche, Gegenstände oder komplette Befehlsketten zuzuweisen. Download und Anleitung zum Update finden sich in den Quellenangaben dieser News.

HP Envy13 - Luxusnotebook genau angeschaut

Bereits vor einiger Zeit kündigte der Hardwarehersteller Hewlett-Packard an, seine in den USA bereits erhältliche Luxusserie "Envy" auch in Deutschland anzubieten. Das kleinere der beiden Geräte, das Envy13, konnte jetzt von Gamersglobal unter die Lupe genommen werden. Envy, englisch für "Neid", steht für eindrucksvolle Geräte mit eindrucksvollen Preisen. Beim Envy13 handelt es sich um Subnotebook, welches sicherlich nicht gänzlich unbeabsichtigt dem Apple MacBook Pro ähnelt. 

Doch beginnen wir mit den handfesten technischen Daten. Für ausreichende Rechenleistung sorgt ein 1,86GHz schneller Intel Core2Duo SL9400. Diese CPU verfügt über zwei Rechenkerne, 6MB L2-Cache, einen FSB von 1066MHz und wird in 45nm gefertigt. Der Energiebedarf liegt bei nur maximal 17 Watt, vergleichbare Core2Duo-CPUs wie der verbreitete T6400 benötigen maximal 35 Watt.
Dieser sehr selten anzutreffenden und teuren CPU stehen 3 Gigabyte DDR3-RAM gegenüber, die Grafik wird von einer ATI HD4330 berechnet, welcher 512MB VRAM zur Verfügung stehen. Bei einem Preis von 1699 Euro hätte man sich anstatt der 250 GB Festplatte sicherlich eine flotte SSD gewünscht, so verschenkt HP leider einen Pluspunkt. Interessant wird es dann wieder beim Akku, hier nutzt HP wie schon Apple Lithium-Polymer-Akkus, welche sich sehr flach fertigen lassen und weniger altersbedingte Abnutzungserscheinungen zeigen als Lithium-Ionen-Akkus.

Das Envy13 nutzt ein Aluminium/Magnesium-Gehäuse, welches zwar etwas schwerer ist als die üblichen Plastikgehäuse, aber einen sehr wertigen und robusten Eindruck macht. Mit einem Gewicht von 1,7 kg ist das Envy13 auch trotzdem sehr mobil. Das 13,1" Display spiegelt leider stark, zeigt aber sehr gute Kontraste und leuchtende Farben. Die Auflösung beträgt 1366x768 Bildpunkte, beleuchtet wird der Bildschirm von LEDs, was für eine sehr geringe Bauhöhe des Envy sorgt: nur 2 cm ist das Notebook mit dem 4-Zellen Akku dick.

HP liefert das Envy13 mit zwei Akkus aus. Einem 4-Zellen Akku, welcher traditionell im Gerät verbaut wird und einem sehr flachen 6-Zellen Akku, der unter das Notebook gesteckt wird und die volle Gerätebreite nutzt. Die beiden Akkus können gleichzeitig eingesetzt werden und sorgen für eine Betriebszeit von über 10 Stunden. Allerdings muss für diese hohe Laufzeit die ATI-Grafiklösung deaktiviert werden. Per Knopfdruck kann auf die Intel GMA4500 Onboardgrafik umschalten.

Leider ist die Schnittstellenvielfalt dem flachen Design zum Opfer gefallen. Nur zwei USB-Schnittstellen und ein HDMI-Anschluss sind neben dem Audiostecker und einem Kartenleser vorhanden. Für eine kabelgebundene Netzwerkschnittstelle hat es nicht mehr gereicht, ein entsprechender Anschluss befindet sich allerdings sehr ungewöhnlich im Ladegerät und separat als USB/LAN-Adapter im Lieferumfang. Ein optisches Laufwerk ist nicht vorgesehen und muss extern angeschlossen werden, als kleine Entschädigung liegt eine 2GB SD-Speicherkarte im Karton. Dafür ist neben einem Bluetoothadapter natürlich auch ein WLAN-Modul eingebaut, welches mit maximal 300 MBit/sek. nach 802.11n funken kann. Das Touchpad ist für Multitouch ausgelegt, so dass man mehrere Finger gleichzeitig zur einfacheren Bedienung einsetzen kann. Als Betriebssystem ist Windows 7 Home Premium 64 Bit vorinstalliert. 

Für ein Subnotebook ist das Envy13 extrem flott und besticht durch eine grandiose Akkulaufzeit. Selbst mit dem kleineren Akku hält das Notebook immer noch drei bis vier Stunden durch, für längere Unternehmungen schnallt man sich einfach den großen Akku unter das Gerät - sehr pfiffig und elegant gelöst. Die Bildqualität des Displays ist hervorragend, leider stören die mittlerweile allgemein üblichen Spiegelungen beim Einsatz im Freien stark. Im Gegensatz zur sehr guten Gehäusequalität und den hochwertigen Displayscharnieren fällt die Qualität der Tastatur leider etwas ab und auch das Touchpad ist für längere Arbeitseinsätze nur bedingt geeignet. Die Multitouchfunktionen sind leider so gut wie unbrauchbar. Dank der zuschaltbaren und für diese Geräteklasse recht flotten ATI HD4330 kann man das Envy13 auch für ein paar Spielchen nutzen (CoD4 läuft in niedrigen, Need for Speed Shift sogar in mittleren Details),  und auch bei professionellen Anwendungen wie Photoshop CS4 sorgt die Grafiklösung für Beschleunigung.

Für den schnellen Einsatz sorgt ein Instant-On Betriebssystem auf Basis von Linux. Dieses Minimalsystem ist unabhängig von Windows nach wenigen Sekunden einsatzbereit und ermöglicht schnellen Musikgenuss, die Wiedergabe von Fotos, Internetsurfen und Skype. So lässt sich immerhin schnell im Internet nach Hilfe suchen, wenn das Windows einmal nicht mehr starten möchte.

Alles in allem wirkt das Envy13 zwar wie ein recht dreister MacBook-Klon, ist aber auch sehr gut verarbeitet und glänzt mit einer grandiosen Akkulaufzeit sowie für diese Geräteklasse  überdurchschnittlich hoher Grafikleistung. Neidische Blicke wird man sicherlich ernten, wenn man mit diesem Gerät unterwegs arbeitet. Dafür sorgt der hohe Preis von 1699 Euro allerdings für schnelle Ernüchterung.

Sebastian Schäfer 16 Übertalent - 5551 - 25. Oktober 2009 - 11:44 #

Wollte sich Nvidia nicht vorerst komplett aus dem Mittel und High End Segment bei Grafikkarten raushalten ?
Ich hab das jetzt nicht so genau verfolgt aber für mich hat es sich so angehört dass ATI vorerst Monopol Stellung hat bei Grafikkarten.
Vielleicht könnte man das nochmal alles in eine News packen.
Wie würde das dann mit der Treiber und Physx Unterstützung aussehen?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29911 - 25. Oktober 2009 - 11:58 #

Wie es mit der EVGA-Karte genau aussieht, wird der Release zeigen müssen. An sich sollte der Treibersupport kein Problem sein, da hier ja nicht einmal SLI sondern schlichtes Multi-GPU genutzt wird. Jedes Board mit zwei Grafiksteckplätzen könnte das mit zwei einzelnen Karten (sogar preiswerter unter Umständen).

nVidia hat fast alle HighEnd-Karten aufgekündigt. Da die EVGA-Karte eh nur eine Nischenlösung darstellen dürfte, wird hier kein großer Bedarf vorhanden sein, EVGA dürfte sogar ausreichend GPUs auf Lager haben.

CH64 13 Koop-Gamer - 1715 - 25. Oktober 2009 - 13:35 #

"Das 13,1" Display ist leider verspiegelt, ..."
Die Aussage ist leider etwas missverständlich. Das Display spiegelt ja nicht weil es extra behandelt wurde. Es spiegelt weil dieses nicht Beschichtet wurde um das zu verhindern.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29911 - 25. Oktober 2009 - 16:24 #

Habs jetzt mal geändert.

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