Arcade-Check: Flatout 4 - Total Insanity – Der Krawall-Racer geht in die nächste Runde
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

PC XOne PS4
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21. März 2017 - 12:00
Flatout 4 - Total Insanity ab 53,94 € bei Amazon.de kaufen.
Der Arcade-Check stellt jeweils ein interessantes Downloadspiel vom Xbox-Marktplatz vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Die Rubrik wird von unseren Usern mrkhfloppy, Vampiro und Old Lion betreut.

Nach zwei erfolgreichen Rennspielen wechselte 2010 der Besitzer der beliebten Flatout-Serie und mit ihm das Entwicklerteam. Während Flatout 3 - Chaos and Destruction bei Fans und Kritikern durchfiel, setzten die ursprünglichen Serienschöpfer Bugbear Entertainment mit Wreckfest die Tradition der Arcade-Reihe unbeirrt fort. Entsprechend niedrig waren die Erwartungen, als mit Flatout 4 - Total Insanity eine neuerliche Fortsetzung angekündigt wurde, zumal das verantwortliche Studio Kylotonn seine Meriten erst noch verdienen muss. Ob die Serie erneut den Totalschaden erleidet, verrät euch der Arcade-Check.
Die Rennpisten führen meist über Stock und Stein.
Es geht bergauf
Die gute Nachricht vorweg: Den erdrückenden Schatten des desaströsen Vorgängers verlässt Flatout 4 - Total Insanity bereits nach wenigen Streckenmetern und bietet von Beginn an leicht zugängliche Arcade-Action auf vier Rädern. Im Karrieremodus entscheiden wir uns zunächst für den schweren Straßenkreuzer und streiten in kurzen Rennserien mit aufgemotzten Jeeps, Buggys und Lieferwagen im bunt gemischten Fahrerfeld um die Plätze. Die Siegprämien investieren wir in mehrstufige Leistungsverbesserungen oder neue Rennboliden, die jedoch mangels Lizenz vollständig der Fantasie der Entwickler entsprungen sind. Aufgrund der gesalzenen Preise nehmen wir sehr lange mit dem vertrauten Erstwagen vorlieb und erhalten dessen Wettbewerbsfähigkeit mit kleinen Budget.

Auf der Strecke geht es ordentlich zur Sache. Die Boliden fahren sich angenehm wuchtig und vermitteln ein gutes Gefühl, wenn wir die Konkurrenz von der Piste drängen oder eine Scheune für eine der zahlreichen Gabelungen und Abkürzungen durchpflügen. Ob Telefonmasten, Rolltore oder das stille Örtchen – irgendwas geht bei den halsbrecherischen Rennen stets in die Brüche, sodass fliegende Holzsplitter und Funkenschlag uns bisweilen die Sicht auf die Strecke rauben. Mit Vollgas heizen wir durch eine alte Industrieanlage, beackern den roten Sand im Canyon und „schlittern“ durch frostige Gefilde. Optisch macht der Titel einen durch die Bank weg soliden Eindruck, die Licht- und Partikeleffekte sind sogar sehr hübsch geraten. Das Geschehen läuft nicht immer butterweich, aber Einschränkungen beim Absolvieren der Pisten oder Spielspaß dämpfende Ruckelorgien haben wir nicht erlebt.
Durch die Schockwelle entscheiden wir das Duel für uns.
Chaos und Bagatellschäden
Neben den obligatorischen Zeitrennen lockern spezielle Veranstaltungen mit erlaubter Waffengewalt den Saisonalltag auf. So entsenden wir auf Knopfdruck eine Schockwelle oder katapultieren eine magnetische Sprengladung in das vorauseilende Fahrerfeld. Die insgesamt vier zur Verfügung stehenden Gadgets können nicht verbessert oder getauscht werden und besitzen eine individuelle Abklingzeit. Mangels Abwehrmaßnahmen entgehen wir den Waffen nur, wenn wir uns vom Fahrerfeld absetzen. Im Pulk selbst verlaufen die Gefechte unkontrolliert und bisweilen frustrierend chaotisch. Hinzu kommen die wechselhaften Fahrkünste der Computergegner. Während wir zum Teil mit Leichtigkeit große Vorsprünge herausfahren, kämpfen wir an anderen Tagen um den Anschluss im Mittelfeld. Positiv ist dabei anzumerken, dass es keine Gummiband-KI gibt. Negativ wiederum, dass KI-Kontrahenten in Rennen durch seitliche Berührung viel zu leicht Dreher verursachen, die uns schnell eine gute Platzierung oder gar den Sieg kosten.

Trotz Massenkarambolagen, Waffengewalt und Tête-à-Têtes mit der Streckenbegrenzung zeigt sich unser Bolide ansonsten weitestgehend unbeeindruckt. Abgesehen von Nichtigkeiten wie einer hängenden Tür, leichten Dellen und Kratzern bleibt der Wagen optisch und technisch stets im Werkszustand. Nur eine kleine Anzeige am unteren Bildschirmrand verrät uns den Zustand der Karosse. Trotz des (Pseudo-)Krawall-Gescheppers unbekannter Rock- und Metall-Kapellen aus dem Autoradio bleibt das Spiel in dieser Hinsicht ein gemütlicher Sonntagsausflug, der hinter seinen und den technischen Möglichkeiten zurückbleibt.

Abseits des Karrieremodus' bietet Flatout 4 - Total Insanity die serientypischen Geschicklichkeitsaufgaben. Wir sausen dazu eine Rampe hinab und schleudern per Knopfdruck den Fahrer aus dem Cockpit, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Das richtige Timing und den entsprechenden Winkel vorausgesetzt, dient die arme Seele als Abrissbirne, Golfball oder anderweitig eingesetztes Flugobjekt, um möglichst viele Punkte zu sammeln. Anders als die Rennen, kann diese Variante auch lokal mit Freunden auf der Couch angegangen werden. Die merkwürdige Objektphysik verleidet den Spielspaß jedoch. Mehr Freude versprechen die Online-Duelle, zumal alle Fahrzeuge bereits freigeschaltet sind. Auch der Arena-Modus, eine Art "Last Men Standing" auf vier Rädern, steht zur Verfügung. Während unserer Testphase blieben die Server jedoch verdächtig leer. Selbst bei unspezifischer Match-Suche, landen wir am Ende in einer eigenen Lobby, zu der niemand hinzustößt.
Der letzte, noch selbstständig fahrende Untersatz gewinnt den Arena-Modus.
Fazit
Flatout 4 - Total Insanity ist alles andere als eine Enttäuschung und stellt eine solide Fortsetzung dar. Auf der Strecke glänzt der Titel durch das griffige, wenn auch sehr arcadige,  Fahrverhalten und die gute Präsentation. Das Spiel bietet auf lange Sicht jedoch zu wenig Abwechslung. Die Mini-Spiele sind von der Grundidee her ein nettes Feature, aber die träge, bisweilen eigensinnige Objektphysik erstickt aufkommenden Spielspaß im Keim. Gleiches gilt für die (im Moment) wenigstens auf Xbox One leeren Online-Server.
  • Arcade-Rennspiel
  • Solo- und Online-Spiel
  • Für Anhänger und Fortgeschrittene
  • Erhältlich seit 17.3.2017 für 59,99 Euro
  • In einem Satz: Kurzweiliger Arcade-Racer ohne hohe Langzeitmotivation.

Video:

Marulez 15 Kenner - 3205 - 21. März 2017 - 12:09 #

Wird später nachgeholt das Spiel. War auf PC damals schon klasse

Old Lion 26 Spiele-Kenner - P - 68407 - 21. März 2017 - 12:22 #

Schöner Check. Vielleicht der beste den ich je gelesen hab! Danke

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14785 - 21. März 2017 - 13:12 #

Klingt ja ganz okay, aber sicher nicht für 60€

mrkhfloppy 22 AAA-Gamer - P - 31272 - 21. März 2017 - 13:51 #

Den Gedanken teile ich, der Preis ist sehr hoch angesetzt. Für Berichte im Allgemeinen denke ich, sollte dieser keine Rolle spielen, aber natürlich habe ich eine Meinung dazu.

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14785 - 21. März 2017 - 16:16 #

Klar, sollte für den Test erstmal keine Rolle spielen, im Fazit hättest du es aber vielleicht unterbringen können. Zum Beispiel mit einem Vergleich zu Forza, was bietet mehr fürs Geld.
Aber man merkt dem Test deinen Gedanken durchaus an, an manchen Stellen. Gut geschrieben! :)

mrkhfloppy 22 AAA-Gamer - P - 31272 - 21. März 2017 - 16:45 #

Schön, dass meine Gedanken durchschimmern:) Auch im Fazit will ich die ohnehin schwierige Preisdebatte nicht eröffnen, das sieht ohnehin jeder anders. Ich versuche die Argumente zu liefern, damit jeder den Preis im Bestfall selbst ins Verhältnis setzen kann. Meiner Meinung nach soll der Text die Arbeit der Entwickler, nicht die des Vetriebs wiedergeben.

Mädchen 16 Übertalent - P - 4610 - 21. März 2017 - 14:42 #

Also mit Rennspielen kann ich ja (seit Micro Machines auf dem Sega Mega Drive) nix anfangen, aber den Check zu lesen hat richtig Spaß gemacht. Vielen Dank dafür :)

mrkhfloppy 22 AAA-Gamer - P - 31272 - 21. März 2017 - 14:52 #

Dankeschön.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21677 - 21. März 2017 - 16:13 #

Mir reichen die ersten zwei Teile völlig aus, mehr wird nicht benötigt. Da ich max eine Stunde im Spiel bin, lohnt sich der Kauf von diesem teuren Spiel nicht.

Aladan 22 AAA-Gamer - - 32562 - 22. März 2017 - 9:34 #

Irgendwann werde ich da auf jeden Fall mal rein schauen :-)

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17.03.2017 ()
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