eShop-Check: Chase - Cold Case Investigations - Distant Memories
Teil der Exklusiv-Serie eShop-Check

3DS
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19. Oktober 2016 - 10:06 — vor 12 Wochen zuletzt aktualisiert
Jede Woche stellen wir euch ein interessantes eShop-Spiel für WiiU, 3DS oder Virtual Console vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Um diese Rubrik kümmern sich unsere User mrkhfloppy und Vampiro.

Auf dem Nintendo DS erfreuen sich Visual Novels einer hohen Beliebtheit. Mitverantwortlich für diesen Erfolg ist Taisuke Kanasaki, der bis zur Insolvenz des Studios CING für Titel wie Hotel Dusk - Room 215 oder Last Window - Das Geheimnis von Cape West verantwortlich zeichnete. Mit seinem neuen Arbeitgeber Arc System Works und einstigen Weggefährten will der Japaner nun mit Chase - Cold Case Investigations - Distant Memories auf dem 3DS an alte Erfolge anknüpfen. Ob ihm dies gelingt, erfahrt ihr im heuten eShop-Check.
Shounosuke Nanase ist ein erfahrener, aber eigenwilliger Detective.
Mord verjährt nicht
Die Cold Case Unit rollt alte Kriminalfälle auf, die mangels Beweise unlängst in den Kellerarchiven der Ermittlungsbehörden verstauben. Die trockene Polizeiarbeit der Abteilung ist nicht jedermanns Sache, und auch der etwas mürrische, aber erfahrene Detective Shounosuke Nanase kann sich für seine Anstellung nicht so recht begeistern – sehr zum Leidwesen seiner Kollegin Koto Amekura. Die junge Beamtin geht neuen Hinweisen stets akribisch nach, selbst wenn ihr Enthusiasmus auf die tauben Ohren ihres Partners stößt.

Ganz in ihrem Naturell notiert sie auch jetzt den Hinweis eines anonymen Anrufers, der Zweifel an einem sieben Jahre zurückliegenden Fall hegt. Damals starb ein Mann infolge eines Brandunfalls im hiesigen Krankenhaus. Die unbekannte Stimme am Telefon glaubt jedoch an einen Mord. Entgegen der Beweislast nimmt Amekura die Ermittlungen auf und sucht in den Akten nach einstigen Zeugen und eventuellen Widersprüchen.
Polizistin Koto Amekura steht noch am Anfang ihrer Karriere.
Gebundene Hände
Bis zum Ermittlungsbeginn haben wir nur Bildschirmtexte gelesen, und das wird auch bis zur Auflösung des Falls nach etwa zwei bis drei Stunden unsere Haupttätigkeit bleiben. Chase - Cold Case Investigations - Distant Memories ist eine klassische Visual Novel, die nur ein Minimum an Interaktivität bietet. Abseits der Befragung von Zeugen und der Untersuchung von Tatortbildern dürfen wir nur ganz selten in den linear dargelegten Fall eingreifen.

Unsere "Entscheidungen" für bestimmte Dialogoptionen haben keinen Einfluss auf den Ausgang der Geschichte. Im Gegenteil: Die Verhöre stellen nur unser Gedächtnis auf die Probe. Können wir einzelne Details wie Namen oder Motive den Befragten richtig zuordnen, gehen die Ermittlungen weiter. Andernfalls sammeln wir einen Strafpunkt, deren Häufung zum Neustart des Kapitels führt – mehr aber auch nicht. Die freie Speicherfunktion hebelt den Mechanismus ohnehin aus.
Gemeinsam kommt das Ermittlerduo der Wahrheit auf die Spur.
Die inneren Werte stimmen
Technisch schlägt sich die Visual Novel mit ansprechend gezeichneten Charakteren und passender Mimik gut, aber gegenüber den DS-Klassikern der Macher fällt der Titel deutlich ab. Die gesamte Ermittlung ist als Kammerspiel im Büro der Protagonisten inszeniert, andere Schauplätze suchen wir vergeblich. Auch die musikalische Untermalung erinnerte uns eher an einen Fahrstuhl als ein Grafik-Adventure.

Abseits der puristischen Präsentation punktet die Kriminalgeschichte. Der Fall ist interessant gestaltet, die Texte kommen ohne künstliche Längen und affektierte Monologe aus, und auch das Ermittlerduo gewinnt zunehmend an Profil. Eine deutsche Übersetzung liegt unterdessen nicht vor, aber für das Verständnis genügt einfaches Schulenglisch. Die Ace Attorney-Serie zum Vergleich verlangt dem Leser deutlich mehr Vokabeln ab.

Fazit
Nach dem Spielstart von Chase - Cold Case Investigations - Distant Memories haben wir unseren Nintendo 3DS erst nach dem Abspann wieder ausgeschaltet. Dies mag in der kurzen Spielzeit begründet liegen, aber in erster Linie beschwört die Visual Novel den Geist alter CING-Klassiker. Man merkt dem Titel das geringe Budget an, aber Taisuke Kanasaki hat mit der spannenden Geschichte und dem offenen Ende den narrativen Grundstein für weitere Episoden gelegt. Die Zukunft der Serie liegt jetzt vermutlich in den Händen der Käufer. Wir würden jedenfalls gerne erfahren, wie die Geschichte um Shounosuke Nanase und Koto Amekura weiter geht.
  • Visual Novel
  • Solospiel
  • Für Einsteiger
  • Erhältlich seit dem 13.10.2016 für 5,99 Euro
  • In einem Satz: Spannender Krimiauftakt der Hotel-Dusk-Macher.

Video:

Old Lion 26 Spiele-Kenner - P - 65258 - 19. Oktober 2016 - 10:10 #

Hmmm, dafür würde ich mir sogar nochmal ein Handheld zulegen. Klasse beschrieben, da muss man einfach zuschlagen! Danke schön dafür!

Olphas 24 Trolljäger - - 47168 - 19. Oktober 2016 - 11:39 #

Ich trau mich ja kaum es zu sagen, aber ich hab Hotel Dusk und Last Window noch nicht gespielt! Skandal! Und jetzt gibt es auch noch ein neues. Ich muss mich langsam wirklich mal damit beschäftigen. Die sollten eigentlich genau auf meiner Wellenlänge liegen.

Wobei ich eventuell gleich mit Chase anfange. Das ist im eShop ja ein Schnapper. Und Ace Attorney sollte heute oder morgen durch sein. Da wäre das doch eine gute Ablöse!

EDIT: Ach, war solls. Gekauft!

Juuunior 11 Forenversteher - P - 792 - 19. Oktober 2016 - 11:48 #

Gestern drüber gestolpert im eShop und dachte mir, sieht interessant aus, aber für den Preis kanns nix taugen. Wäre super wenn es Rezensionen dazu gäbe. Und wups, heute gibts hier nen wirklich schönen Test. Vielen Dank dafür!

Desotho 15 Kenner - 3356 - 19. Oktober 2016 - 13:36 #

Soll angeblich mit einem fiesen Cliffhanger enden.

falc410 14 Komm-Experte - 2367 - 19. Oktober 2016 - 19:45 #

Der Umfang und der Cliffhanger schrecken mich schon ab. Aber da es meiner Meinung nach viel zu wenig Visual Novels gibt werde ich zuschlagen. Was gibt es denn bitte noch ausser Phoenix Wright und Zero Escape Serie auf dem 3DS?

Olphas 24 Trolljäger - - 47168 - 19. Oktober 2016 - 20:14 #

Da gibt es zum Beispiel noch die in diesem Artikel ganz vorne genannten. Oder Ghost Trick. Sind allerdings alles DS-Titel. Insgesamt ist der 3DS für Visual Novels nicht die beste Plattform, von wenigen Reihen/Titeln abgesehen. Da ist die Vita sehr viel besser bestückt. Da gibt es dann z.B. noch die Danganronpa-Reihe, die eine relativ hohe Interaktivität hat. Oder das brillante Steins;Gate. Vieles davon gibt es mittlerweile auch auf Steam, allerdings ist das ein ziemlicher Dschungel geworden. Einige Perlen unter viel Müll und Mittelmäßigkeit. Und ich mag sowas sowieso lieber auf einem Handheld.

Desotho 15 Kenner - 3356 - 20. Oktober 2016 - 19:06 #

Hotel Dusk: Room 215 wäre hier ev. noch eine Idee. Außer man hat es schon gespielt natürlich.

Olphas 24 Trolljäger - - 47168 - 20. Oktober 2016 - 19:16 #

Das meinte ich ja unter anderem mit "die in diesem Artikel ganz vorne genannten".

falc410 14 Komm-Experte - 2367 - 20. Oktober 2016 - 21:34 #

Danke für die Antwort - aber wie du selber schon gesehen hast, sind das DS Titel und nicht 3DS. Also schon vor 10 Jahren gespielt. Danganronpa fand ich auch richtig gut. Gefällt sicherlich nicht jedem. Steins:Gate ist das einzige was auf meiner Liste steht und noch nicht gespielt ist.

Nichtsdestotrotz gibt es leider echt nur am PC viel Auswahl - nicht einmal auf iOS gibt es gute Visual Novels - leider. Dabei wäre das iPad im Bett perfekt geeignet! Naja ich kauf jetzt mal schnell Chase :)

Juuunior 11 Forenversteher - P - 792 - 20. Oktober 2016 - 6:31 #

Habe es mir aufgrund des Tests gekauft und finde es bisher richtig toll!

Weryx 18 Doppel-Voter - P - 10100 - 21. Oktober 2016 - 1:54 #

Cliffhanger ist natürlich böse :(, das Spiel war mir schon im eShop aufgefallen.

Olphas 24 Trolljäger - - 47168 - 26. Oktober 2016 - 10:54 #

Ich hab es neulich auch gespielt und bin eher unterwältigt. Zum einen ist es wirklich sehr kurz. Ich hab ca. 1h45 gebraucht. Der Fall ist zwar interessant und generell gefällt mir, wie das erzählt wird, aber das Ende war dann schon sehr fragwürdig. Das Problem daran ist nicht, dass es einen Anknüpfpunkt für weitere Episoden bietet. Das neben dem eigentlichen Fall noch mehr hinter allem steckt, dass in weiteren Episoden weiter beleuchtet wird ist okay. Aber in diesem Fall wurde zum Ende schlicht die Lösung des konkreten Einzelfalls, der ja nun eigentlich abgeschlossen war, über den Haufen geworfen. Und das fand ich richtig dämlich :( Im Prinzip fühlt es sich so an, als wäre alles was man da in den zwei Stunden gemacht hat völlig wertlos gewesen.

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