Spiele-Hardware: News-Roundup der KW 41
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29926 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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11. Oktober 2009 - 19:02 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Nachdem die vergangene Woche sehr arm war an CPU-News, gibt es in dieser etwas mehr zu berichten. Viel ist zwar nicht geschehen, trotzdem gibt es den einen oder anderen kleinen CPU-Abschnitt. Auch ein paar Neuigkeiten aus dem Segment "Infrastruktur" sind mit in den aktuellen Hardwareroundup gerutscht. Doch lest selbst.

nVidia produziert keine Chipsätze für Intels Core i5/i7-CPUs

Sonderlich viel hört man aktuell ja generell nicht von nVidia-Chipsätzen, sieht man von den ION-Chips im Netbookbereich einmal ab. Für AMDs AM2+/AM3-Plattformen existieren zwar ein paar nVidia-Chipsätze, welche aber auch schon etwas älteren Datums sind. Neue Chips sind hier auch nicht in Sicht, die Strategen bei nVidia machen lieber, was sie am besten können -- es werden alte Chipsätze umbenannt und ohne Leistungsverbesserung neu veröffentlicht.

Bei Intel-basierten Systemen schaut es für nVidia noch schlechter aus. Der aktuelle Sockel 1156 sowie die dazugehörigen Lynnfield- und Bloomfield-CPUs (im Volksmund als Core i5 und Core i7 bekannt) nutzen allerdings eine neue Chipsatzanbindung, für welche nVidia von Intel keine Lizenz erhalten hat. Da Intel und nVidia in diesem Punkt momentan wohl nur über ihre Anwälte und vor Gericht miteinander reden, sind nVidia-Mainboards für Intels aktuell populärste Plattform erst einmal gestrichen. Immerhin haben einige Boards mit Intels hauseigenem P55-Chipsatz eine SLI-Lizensierung bekommen, so dass wenigstens Multi-GPU-Systeme mit zwei nVidia-Grafikkarten realisierbar sind. ATIs Crossfire funktioniert übrigens mit jedem Intel-Mainboard, welches über eine ausreichende Menge an PEG-Steckplätzen verfügt. Für AMD-CPUs kommen passend dazu auch vorerst keine neuen Chipsätze mehr, das CPU-Chipsatzgeschäft scheint für nVidia also vorerst beendet zu sein. Apropos AMD, es gibt Neuigkeiten:

AMD veröffentlicht Roadmap für die kommenden Jahre

In dieser Übersicht (siehe Quellenangaben) sind die vom AMD geplanten CPU- und Chipsatzreihen bis 2011 zu sehen. In diesem Jahr dominiert die "Dragon"-Plattform den Markt für zahlungswillige Nutzer. Diese besteht aus einem AMD790FX/GX-Chipsatz und einer ATI HD4xx0-Grafikkarte sowie einer Phenom II CPU mit DDR2 oder DDR3-RAM. Für 2010 wird das Luxussegment mit der "Leo"-Plattform bedacht. Ein RD890-Chipsatz mit einer DX11-Grafikkarte sowie einer "Thuban" genannten CPU, welche bis zu 6 CPU-Kerne nutzen kann. Angeblich erscheint die Leo-Plattform bereits im Mai kommenden Jahres. Im Jahre 2011 dann steht die "Scorpius"-Plattform an, welche einen bislang unbenannten Chipsatz mit noch nicht offiziell angekündigter Grafikkarte nutzen soll. Die CPU soll aus der "Zambezi"-Reihe stammen, welche sich aktuell in Entwicklung befindet und mehr als 4 CPU-Kerne sowie einen überarbeiteten "AM3+" oder auch "AM3r2"-Sockel nutzen soll. Erfahrungsgemäß stehen die Chancen recht gut, dass auch aktuelle AM3-Mainboards weiter genutzt werden können.

Der Mainstream-Markt wird aktuell von Athlon II-CPUs mit DDR2/3-RAM und AMD785-Chipsatz sowie integrierter HD3x00-Grafik abgedeckt. Im kommenden Jahr steht dann die "Dorado"-Plattform an, welche weiterhin den Athlon II nutzt und die grafikfähigen RS880-Chipsätze vorsieht. DDR2 ist 2010 für AMD offenbar kein Thema mehr, es wird auch im Einsteigersegment auf DDR3 gesetzt. 2011 folgt dann  "Lynx" mitsamt der "Llano" APU. APU steht in diesem Falle für "Accelerated Processing Unit" und integriert bis zu vier CPU-Kerne mit einem GPU-Kern auf einem Chip. Der dazugehörige Sockel ist bislang noch unbekannt, als Arbeitsspeicher ist auch hier DDR3 vorgesehen.

Bis 2011 will AMD also neue CPU-Serien zur Marktreife bringen. Für Spieler ist der "Llano" sicherlich weniger interessant, da in das CPU-Package keine leistungsfähige Gamer-Grafiklösung gebastelt werden wird. Der Mainstream-Anwender bekommt so allerdings ein kompaktes System ohne zusätzliche Grafikeinheit und mit voraussichtlich geringem Energiebedarf geboten. Dafür kauft man sich bei einem Wechsel der CPU dummerweise auch immer eine neue Grafiklösung dazu. Da in einem Mainstream-PC aber recht selten Komponenten gewechselt werden dürften, sollte das kein Hindernis für die angestrebte Zielgruppe sein. Intel plant übrigens mit der Core i3-Reihe ein ähnliches Prinzip. Vorerst bekommt dort aber die Notebooksparte Verstärkung:

Termine und Daten zu Intels kommenden 32nm-Notebookprozessoren

Nachdem vor kurzem die ersten mobilen Core i7-CPUs im Notebooksegment vorgestellt und eingeführt wurden, folgen bereits im Januar 2010 neue Modelle mit verbesserter Fertigungsstruktur. Bei den aktuellen Highend-Notebookprozessoren ist der Energiebedarf noch ein Problem. Das soll sich mit der Umstellung auf die 32nm Fertigung ändern. Verbrauchen die aktuellen Core i7 noch bis zu 55 Watt, wird der Energiebedarf bei den neuen Serien auf maximal 35 Watt gesenkt. Übrigens der gleiche Maximalverbrauch, den auch die momentan bevorzugt eingesetzten Core2Duo-CPUs aufweisen. Dafür verfügen die Core i7 aus der kommenden 500/600-Reihe auch nur über maximal zwei CPU-Kerne. Eine ULV-Version mit nur 1,06 bis 1,2 GHz soll einen Maximalverbrauch von 18 Watt haben, dank Turbomodus auf über 2GHz hochtakten dürfen und wie alle anderen Modelle über Hyperthreading verfügen. Genutzt wird bei allen neuen CPUs ausschließlich DDR3-RAM.

Die Core2Duo-Reihe scheint also einen Nachfolger gefunden zu haben. Auch wenn noch die maximale Taktrate des Topmodelles Core i7 620M bei nur 2,66GHz liegen soll, per Turbomodus können die neuen CPUs unter gewissen Umständen auf bis zu 3,33GHz hochtakten. Preise allerdings stehen noch nicht fest. Im Notebookbereich bereits seit einiger Zeit bekannt sind übrigens die neuen 40nm-Grafikchips von nVidia:

GT240 von nVidia feiert Premiere

Neue Grafikkarten! Na, das hatten wir lange nicht mehr - diese Woche gibt es ein neues Modell von nVidia. GT240 ist der Name, produziert wird der Chip im modernen 40nm-Prozess. Klingt alles schon einmal sehr gut und neu. Allerdings ist der GT240 nicht für DX11 ausgelegt sondern unterstützt nur DX10.1. Diese Schnittstelle war eigentlich die Spezialität von ATI und sorgt bei diversen und entsprechend angepassten Spielen wie HawX für einen gewissen Leistungsschub. Ob auch Assassins Creed sich in Zukunft wieder an den aus der Ursprungsversion per Patch entfernten DX10.1-Renderpfad erinnern darf?

Karten mit nVidias neuem Chip können wahlweise DDR3-RAM mit 900MHz oder GDDR5 mit 1800MHz nutzen. Da das Speicherinterface in beiden Fällen nur 128 Bit breit ist, verdoppelt sich im Falle von GDDR5 die effektive Speicherbandbreite, was zu deutlich mehr Leistung führen sollte. Der Chiptakt ist bei beiden Modellen mit 550MHz identisch, auch die Shaderdomäne wird in beiden Fällen mit 1340MHz getaktet. Shadereinheiten bietet der neue Chip 96 an der Zahl, TMUs sind es 32. Die betagte 9800GT kann übrigens auf 112 Shader und 56 TMUs zugreifen. Die Leistung der beiden Karten dürfte je nach Modell zwischen der 9600GT und GTS250 liegen. Nichts für die Leistungskrone -- aber preiswert herzustellen. Eine Kaufempfehlung sollte man sich für diese Modelle aber sparen, da der Preis wahrscheinlich nicht unter 100 Euro liegen wird. Die Leistung und der Funktionsumfang werden aber nicht mit ATIs HD5750 vergleichbar sein, welcher schneller rechnet und zusätzlich DX11 beherrscht. Der GT240 nutzt übrigens nVidias GT215-Kern, eine Weiterentwicklung der bereits im Lowend-Segment erfolglos agierenden GT218 und GT216.

Das war es dann auch schon wieder für diese Woche. Mehr News aus dem Hardwaresektor gibt es dann am kommenden Sonntag, wie immer hier - bei GamersGlobal.de.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29926 - 11. Oktober 2009 - 17:34 #

Übrigens, die G210 und G220, also die beiden kleinen Versionen der neu vorgestellten GT240, sind schon länger in Komplettrechnern von Acer, PackardBell oder Medion zu finden. UND sie sind grottenlangsam und nutzen oft trotzdem laute Lüfter.

Irgendwie verstehe ich nicht mehr so recht, welches Konzept nVidia verfolgt. Haben die noch eines?

CH64 13 Koop-Gamer - 1716 - 11. Oktober 2009 - 19:59 #

Für mich sieht es so aus, als ob sie sich auf Nischen konzentrieren wollen. Ohne Konkurrenten sind die Margen dort natürlich höher. Sie lassen viele größere Märkte immer mehr der Konkurrenz und machen sich von den Nischen abhängig. Wenn ATI, Intel oder ein anderer Konzern, der in anderen Bereichen sein Geld verdient, dort später einsteigt wird es ganz enge für nVidia.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29926 - 11. Oktober 2009 - 22:58 #

Offenbar hat es den Verantwortlichen dort ja das GP-Zeugs besonders angetan. Nun gut, im Supercomputerbereich ist sicher noch Geld zu verdienen. Obs reicht? Kann dem Gamer dann ja egal sein, wenn die entsprechenden Bereiche auf lange Sicht eh vernachlässigt werden (müssen).

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