PSN-Check: Hyper Light Drifter
Teil der Exklusiv-Serie PSN-Check

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4. August 2016 - 14:53 — vor 41 Wochen zuletzt aktualisiert

Jede Woche stellt der PSN-Check ein interessantes Spiel aus dem PSN-Store vor. Die Rubrik wird aktuell von unserem User Old Lion betreut.

Nachdem die Kickstarter-Finanzierung des Hack-and-Slay-Rollenspiels Hyper Light Drifter bereits Ende März dieses Jahres der PC-Fassung zur Veröffentlichung verhalf, folgen nun die Konsolenversionen. Wir klären anhand der PSN-Version, ob sich ein Kauf des pittoresk-grotesken Pixelgrafikmonsters lohnt und weshalb ihr im Spiel gute Nerven und eine gehörige Portion Eigeninitiative benötigt.

Keine Angst, so ist der Look des Spiels. Ed Hardy hatte nix damit zu tun.

Stille
Zu Beginn der Geschichte, die von einem namenlosen Drifter handelt, der in einer postapokaylptischen Umgebung nach einer Heilung für seine lebensgefährliche Krankheit sucht, bemerken wir, dass uns Stille umgibt. Keine Stimme aus dem Off, kein brabbelnder Protagonist stört den Aufbau des sehr schön und perfekt passenden Retro-Soundtracks, der sich leicht im Hintergrund aufbaut und unterstützend zur Atmosphäre beiträgt. Das mag einem zunächst merkwürdig vorkommen, passt aber zur klaren Linie, die das Spiel verfolgt: denn auch in Sachen Spielmechanik hält es sich nicht mit langatmigen Erklärungen auf, sondern weist nur hier und dort auf ein paar wichtige Kleinigkeiten hin.

Per Minimap folgen wir Symbolen, die uns den Weg zu einen der vier Boss-Dungeons weisen, und auf dessen Pfaden sich zahlreiche Gegner tummeln, die uns an den pixeligen Kragen wollen. Mit Schwert und Pistole kämpfen wir uns durch die Massen, die im Verlauf des Spiels zur knackigen Herausforderung werden. Nebenbei bewältigen wir kleine Geschicklichkeitsdreingaben und begeben uns auf die Suche nach Geheimnissen, die abseits des Weges meist in Form von Medikits oder seltenen Energiewürfeln zu finden sind. Die Würfel dienen in Geschäften als Währung und lassen uns neue Angriffsfähigkeiten oder mehr Platz für Medikits erwerben.

Hier zeigt uns der Frosch, wo er die Locken hat.

Gegnermassen und knallharte Bossgegner
Besagte Gesundheitsbooster sind übrigens enorm wichtig. Nicht zuletzt wenn der Schwierigkeitsgrad nach gut einer Stunde Hyper Light Drifter enorm anzieht und uns in wuselige und aufgrund der Enge fast schon klaustrophobische Kämpfe verwickelt, in denen die Gegner blitzschnell auf uns einschlagen und mit komplexen Angriffsvarianten glänzen, denen wir nur mithilfe des Dashes, eine Art Ausweichmanöver, entkommen können. Wenn dann gleichzeitig noch Schüsse aus der Ferne auf uns niederregnen, sind wir froh, wenn wir die schmale Lebensleiste mit den helfenden Medipacks wieder auffüllen und uns so gerade eben retten können.

In den Bosskämpfen erwartet uns das gleiche Spielchen, allerdings noch eine Spur härter. Da unser zartes Lebenslicht eh nur auf kleiner Stufe leuchtet, sind hier ebenso blitzschnelle Reaktionen und eine gehörige Nervenstärke von Nöten, wenn wir unzählige Tode sterben und uns immer wieder dem übermächtigen Gegner stellen, bis dieser endlich zu Fall gebracht worden ist. Das euphorische Triumphgefühl entschädigt aber am Ende für die Qualen, die dafür durchgestanden wurden und lassen auch die Mengen an Medizin vergessen, die wir während des Kampfes einnehmen mussten.

Angriff von allen Seiten. Zum Glück wissen wir uns zu wehren.

Grafik und Fazit
Der mitunter surreale Pixellook (oder die Pixelkunst, wie sie heutzutage gern genannt wird) ist nicht jedermanns Sache und erweist sich auch im Falle von Hyper Light Drifter als eher suboptimal. Darunter profitiert die Atmophäre nämlich weniger, als die Übersicht darunter leidet. Dennoch fügt sich die Welt mit all ihren bizarren Bestandteilen wunderschön ein und verhilft der Geschichte somit zu einem ganz eigenem Charme. Der zuvor erwähnte Soundtrack tut sein übriges, um in der Spielwelt voll und ganz versinken zu können.

Solltet ihr keine Herausforderung scheuen und sowieso lieber auf eigene Faust unterwegs sein, bietet euch Hyper Light Drifter eine hervorragende Gelegenheit, euch auszutoben. Gemeinsam mit dem erhöht angesetzten Schwierigkeitsgrad, der nicht veränderbar ist, erlebt ihr eine tolle Inszenierung des Indie-Titels, der definitiv einen längeren Blick wert ist.

  • Hack-and-Slay-Rollenspiel
  • Einzelspieler
  • Für fortgeschrittene Spieler
  • Preis am 4.8.2016: 15,99 Euro
  • In einem Satz: Auch für Pixel-Look-Hasser ein kleines Kunstwerk
Toxe 21 Motivator - P - 28344 - 4. August 2016 - 15:00 #

Habe durchaus einige Zeit auf die PS4 Version hiervon gewartet. Werde ich mir bei Zeiten kaufen.

endymi0n 16 Übertalent - P - 5940 - 4. August 2016 - 15:08 #

Das sieht interessant aus, auch wenn das der PSN-Check ist kommt das Spiel auf die Steam-Wunschliste.

Ghusk 15 Kenner - P - 2946 - 4. August 2016 - 15:17 #

Fehler:
Darunter leidet profitiert die Atmophäre nämlich weniger

maenckman 09 Triple-Talent - P - 281 - 5. August 2016 - 6:59 #

Die Korrektur ("Darunter profitiert...") ist immer noch holprig. "Davon profitiert..." klingt besser ;-).

Maik 20 Gold-Gamer - - 21699 - 4. August 2016 - 15:19 #

Ich habe keinen Bock mehr, bei neuen Spielen diese Pixelhaufen anzusehen. Damit schließe ich dann zwar 95% aller Indietitel aus, aber soll mir recht sein.

TSH-Lightning 17 Shapeshifter - P - 7606 - 4. August 2016 - 19:40 #

Amen! Das oben gezeigte finde ich besonders schlimm. Danke fürs checken.

Ghusk 15 Kenner - P - 2946 - 4. August 2016 - 15:29 #

Screenshots wirken bei dem Spiel vielleicht etwas abschreckend, aber in Bewegung sieht es richtig gut aus. Jeder der am Spielprinzip interesse hat (Dark Souls anyone?) sollte sich mal ein paar Videos ansehen.

Hohlfrucht 15 Kenner - 2862 - 5. August 2016 - 10:30 #

So sehe ich das auch. Das Spiel wirkt in Bewegung einfach sehr stimmig und auf eine künstlerische Art schön. Und das sage ich als Jemand, der diese Pixeloptik normalerweise meidet.

Aladan 22 AAA-Gamer - - 33142 - 4. August 2016 - 15:43 #

Tolles Spiel, hab es gerne gespielt. Danke für den Check :-)

v3to^Oxyron/PriorArt (unregistriert) 4. August 2016 - 17:59 #

Die Randbemerkung zu Pixellook bzw Pixelkunst empfinde ich als etwas befremdlich. Die Verwendung des Begriffs 'Pixellook' ist für mich mittlerweile zu einem Synonym geworden, wenn der Betrachter die Einordnung schwerfällt, was er vor Augen hat. Wenn es weder Retro im klassischen Sinne ist, bzw nach Grundsätzen der Pixelgrafik erstellt wurde.

Pixelart ist kein neuer Begriff, sondern bezieht sich innerhalb der Pixelartist-Szene 'eigentlich' auf Grafik, die nach sehr puristischen Grundsätzen erstellt wurde: Feste Paletten, vorgegebene Auflösung, die Grafik wird punktweise gesetzt. Die Definition, die man zb auf Seiten wie Pixeljoint oder Pixellation nachlesen kann, legen btw Grenzen fest, dass selbst manche Retro-Games da nicht mehr reinpassen. Beispielsweise sind Dinge, wie Rotoscoping oder Umwandlung/Nachbearbeitung von Scans, weitgehend verpönt (anders gesagt: Monkey Island 1 ist danach Pixelart, bei Teil 2 die Hintergrundgrafik schon nicht mehr).

Grafik, wie bei Hyper Light Drifter, hängt aktuell etwas in der Luft. Die Urheber selbst bezeichnen diese Richtung auch als Pixelart. An sich ist das allerdings ein handwerklicher Freestyle aus gepixelten Grafiken, 2D-Vektoren, Photoshop-Techniken und allem Möglichen anderen Kram. Ich bezeichne das mittlerweile als Newschool-Pixeln, da die meisten Artists, die mir auf Facebook in der Richtung begegnet sind, im Schnitt wesentlich jünger sind als zb Pixeljoint-User und sich einfach nicht mehr um Beschränkungen scheren. Dort werden auch ganz andere Tools benutzt.

endymi0n 16 Übertalent - P - 5940 - 5. August 2016 - 8:46 #

Sehr interessant. Danke.

defndrs Game Designer - - 769 - 5. August 2016 - 22:08 #

Kann man eigentlich unterstreichen. Generell ist der Begriff "Pixelart" im klassischen Sinne wirklich etwas ganz anderes als die (wie im Post so schön beschrieben) "Newschool Pixelart", die die heutigen Indies verwenden. Auch da gibt es natürlich sehr gut gepixelte Spiele. Ein komplettes Spiel auf dem Niveau der Pixeljoint-Community oder ähnlich "Metal Slug" zu pixeln ist oft eine Frage der Resourcen. Es kostet weitaus mehr Zeit und ist schwieriger zu erstellen, viele Indies wählen ja "Newschool Pixelart" weil sie ein stilisiertes Spiel machen wollen und Geld, Know-How oder Manpower für 3D-Grafik mit aufwändigen Animationen und Shadern fehlt. Und manchmal gibt es auch ein Spiel, bei dem sogar schlechte Pixelgrafik, wenn sie konsequent durchgezogen ist und zumindest einigen wichtigen Standards folgt, zusammen mit dem Rest ein richtig gutes Gesamtbild abgibt, ich sage nur "Hotline Miami". Eigentlich müssten sich sämtliche Haare aufstellen bei dieser Form der "Pixelkunst" gemischt mit modernen Effekten. Jedoch macht es im Kontext, mit dem Gameplay, der Musik und den abgefahrenen Figuren einfach vollkommen Sinn. Das Spiel würde (gewagte These!) mit den von mir so geliebten detaillierteren und Grafiken eines Dan Malone (The Chaos Engine) oder Nazca Corp. (Metal Slug) vielleicht gar nicht funktionieren (!). Der freakige, punkig-anarchistische Hippie-pseudo-8-Bit-80s-Touch (ist natürlich nicht ansatzweise echter 8-Bit Style) kommt so genau richtig rüber :D Mann das nervt immer wenn ich 8-Bit lese und es sind eigentlich Sprites, die auf 16-Bit geschweige 32-Bit nichtmal angezeigt hätten werden können, weil sie in 32-Bit Farbtiefe mit verrücktesten Transparenzeffekten und non-integer Pixelscaling in unbegrenzer Anzahl und Geschwindigkeit über den Bildschirm zuckeln... damn ich muss aufhören, so lange Posts zu schreiben, schade um die Zeit wer bis hier gekommen ist ;)

mrkhfloppy 22 AAA-Gamer - P - 31341 - 4. August 2016 - 19:50 #

Der Stil erinnert mich im Positiven an Superbrothers Sword & Scorcery. Eigentlich völlig pixelig, aber doch irgendwie 'real' anmutent. Weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. V.a.in Bewegung.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8188 - 4. August 2016 - 22:19 #

Lesen den Titel, denke: "Hey, vielleicht so ne art Wipeout verschnitt!".
Klicke, schaue, renne. :(

shazed88 11 Forenversteher - 647 - 5. August 2016 - 6:41 #

Persönlich kann ich mich an Pixellook gar nicht satt sehen, weiß auch nicht warum. Schlecht gemachte 3D Spiele finde ich viel viel schlimmer.

Pro4you 18 Doppel-Voter - 12619 - 5. August 2016 - 7:39 #

Hey nichts gegen Nintendo!

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 36210 - 15. August 2016 - 9:52 #

Buuuuuh!

Tasmanius 16 Übertalent - P - 4807 - 5. August 2016 - 7:05 #

Ich finde den Look dieses Spiels wunderschön. Leider sieht es auf Screenshots sehr viel hässlicher aus, als es eigentlich ist. In Bewegeung wirkt es nochmal ganz anders und sieht sehr viel besser aus.

Aladan 22 AAA-Gamer - - 33142 - 5. August 2016 - 7:56 #

Jo, da hast du Recht. Erst in Bewegung sieht es so aus, wie es aussehen sollte.

Toxe 21 Motivator - P - 28344 - 5. August 2016 - 11:43 #

Ja ich finde das auch sehr hübsch.

Pro4you 18 Doppel-Voter - 12619 - 5. August 2016 - 7:40 #

Tolles Spiel, auch wenn ich es als zu einfach und zu unübersichtlich empfinde.

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