Wochenend-Lesetipps KW28: Paywalls, Sexismus, Shooter
Teil der Exklusiv-Serie Lesetipps fürs Wochenende

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9. Juli 2016 - 10:14 — vor 21 Wochen zuletzt aktualisiert

Wie sich Journalismus im Zeitalter des Internets, in dem Nachrichten möglichst schnell und möglichst einfach verfügbar sein müssen, finanzieren kann,  ist eine Frage, mit der sich so ziemlich jedes Magazin früher oder später beschäftigen muss. Während manche Seiten ihren Usern Premium-Abos anbieten, verbergen andere inzwischen fast alle Inhalte hinter einer Paywall. Welche Effekte das haben kann, könnt ihr in den neuesten Lesetipps in Erfahrung bringen. Weitere Themen sind Sexismus in Spielen und die Stories moderner Shooter. 

"Von der Absicht, eine Paywall zu errichten"
Heise.de am 24. Juni, Markus Schwarze

Rund ein Drittel der Lokalzeitungen in Deutschland verstecken inzwischen zumindest einen Teil ihrer Inhalte hinter einer Paywall. Markus Schwarze von der Rhein-Zeitung schreibt in seinem Beitrag auf Heise.de über dieses Geschäftsmodell, seine Erfolgsaussichten und darüber, wie sich die Einführung der Paywall bei seinem Arbeitgeber ausgewirkt hat: "Unsere Kritiker halten diesen Zahlen entgegen, dass sie für sich genommen kaum das Personal einer kompletten Online-Redaktion gegenfinanzieren. Andererseits verbreitert so das klassische Abonnementgeschäft in der Verlagsbranche zumindest den Spalt in der Tür des Digitalen. Die Einnahmen durch Contentverkauf überflügeln inzwischen die Einnahmen durch verkaufte Werbung."

"Wer ist hier der Player?"
Taz.de am 7. Juli, Michael Gruber

Sexismus ist innerhalb von Videospielen nach wie vor ein Problem, stellt Michael Gruber auf Taz.de fest. In Frankreich werden derzeit Vorschläge für Gegenmaßnahmen diskutiert: "Axelle Lemaire, Staatssekretärin für digitale Ökonomie, schlägt vor, solche Games finanziell zu unterstützen, die ein positives Bild von Frauen und Vielfalt malen, berichtet Le Figaro. Außerdem werde ein Label zur Kennzeichnung von Inhalten erwogen, die den Respekt gegenüber Frauen propagieren."

"How to fix the shooter campaign? Dig in"
Eurogamer.net am 8. Juli, Edvin Evans-Thirlwell (Englisch)

Shooter mit starken Storys wie Bioshock oder Spec Ops sind heutzutage eher eine Seltenheit. Der Verfasser dieses Artikels meint, das viele Titel, insbesondere Battlefield und Call of Duty, zu oft innerhalb kurzer Zeit die Kulissen wechseln und ihre Settings dadurch nicht wirklich ausnutzen: "es gibt zu viele Jump-Cuts, zu viele ruckartige Wechsel des Szenarios und der Stimmung aus Angst, der Spieler könnte sich langweilen wenn er mehr als eine halbe Stunde in derselben Region verbringen muss."

Im heutigen Video: Wenn Rey am Ende von Episode 7 den Falschen getroffen hätte. 

Wenn ihr selbst interessante Links oder unterhaltsame Videos zum Thema Computerspiele entdeckt, freut sich der Autor über eine PN oder einen entsprechenden Kommentar. Dieses Mal bedanken wir uns bei GG-User joker0222!

Video:

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 9. Juli 2016 - 10:44 #

"Zukunft des Journalismus: Von der Absicht, eine Paywall zu errichten" ist eine hochinteressante Zusammenfassung der gegenwärtigen Situation im Netz und bestätigt meine persönliche Ansicht, dass man gratis keine qualitativ hochwertigen Inhalte beziehen kann.

tailssnake 12 Trollwächter - 1098 - 9. Juli 2016 - 11:14 #

Wait but why wiederlegt das, wobei die sich über Pateron finanzieren.

Inhalte hinter einer Paywall zu verstecken ist denkbar schlecht, da so die mit weniger Geld ausgeschlossen werden und es ohne freie Inhalte schwierig wird mir zu erklären, wieso ich ausgerechnet für dieses Angebot zahlen soll.
Wobei ich in Deutschland, unabhängig davon ob man zahlen soll oder nicht kein Angebot kenne für das es Wert ist zu bezahlen.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 9. Juli 2016 - 12:19 #

Zeitungen und Zeitschriften haben sich über viele Jahrzehnte hinweg prima verkauft, auch ohne dass man vorher haarklein sehen musste, warum man es kaufen sollte.
Und wenn du nichts kennst, was den Kauf lohnt, kannst du ja getrost auf alles verzichten.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6560 - 9. Juli 2016 - 12:52 #

Guter Journalismus kostet nun mal Geld. Das ist ein Fakt.

Wie der genau finanziert wird und wem die Ergebnisse zugänglich sind, kann einen großen Einfluss auf die Gesellschaft haben.

Wenn man möchte, dass die gesamte Bevölkerung mit objektiven, kritischen und tiefgreifenden Informationen versorgt wird, dann landet man am Ende bei so etwas wie dem öffentlichen Rundfunk. Für alle verfügbar, von allen Zwangsfinanziert. Leider wird der eigentliche Zweck der ÖR gerade durch hohe Ausgaben für nichtinformative Unterhaltungsangebote pervertiert. Und schwächt damit unsere Demokratie und Gesellschaft.

Was darüber hinaus gehende Angebote angeht, so gab und gibt es diese natürlich. Und jeder intelligente Mensch weis, das verlässliche und gute Informationsquellen wirklich wertvoll sind. Das ist ja auch einer der Gründe, weshalb es im hochpreisigen Bereich sogar private Geheimdienste gibt (Stratfor z.B.).

Hat man übrigens früher auch schon gemerkt, den Unterschied zwischen der kostenlosen lokalen Wochenzeitung und z.B. einer Papierausgabe der Süddeutschen Zeitung. Ich denke, das Internet wird sich in diese Richtung entwickeln. Aber ich hoffe, dass sich auf mittlere Sicht so Aboplattformen etablieren werden, wo man ein mal bezahlt und dann Zugriff auf alle Angebote bekommt. Wie es bei Filmen und Musik schon etabliert ist.

blobblond 19 Megatalent - 17763 - 9. Juli 2016 - 14:22 #

"Wenn man möchte, dass die gesamte Bevölkerung mit objektiven, kritischen und tiefgreifenden Informationen versorgt wird, dann landet man am Ende bei so etwas wie dem öffentlichen Rundfunk."

Objektive, kritische und tiefgreifende Informationen bei den ÖR.
Aja und den Weihnachtsmann gibt es auch?^^

Der ÖR und "Qualitätsmedien" sind eher regierungsfromm, tendenziös, defizitär, agitatorisch, propagandistisch und desinformativ
Siehe das russisches U-Boote vor Schweden, as kein russisches U-Boot war.
Oder frag mal die ehemaligen NDR-Mitarbeiter Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.
Auch die Berichterstattung zum Brexit kann man in die Tonne tretten.
"Bleiben Sie ARD-aktuell gewogen"
Marcus Klöckner 03.04.2016
http://www.heise.de/tp/artikel/47/47821/1.html
Medienfront hält U-Boot unter der Wasseroberfläche
Markus Kompa 09.07.2016
http://heise.de/-3262727
ARD-Magazin Fakt und das Schattenfechten gegen den Kreml
Katrin McClean 05.07.2016
http://www.heise.de/tp/artikel/48/48739/1.html
Der Führer, der anscheinend doch keiner sein wollte
Paulette Gensler 05.07.2016
http://www.heise.de/tp/artikel/48/48738/1.html

Pomme 16 Übertalent - P - 5964 - 9. Juli 2016 - 15:20 #

Die ÖR machen Fehler. Und natürlich gibt es Fälle, in denen Sendungen, Sender, Moderatoren (aus Mediensicht) sogar katastrophale Fehler machen. Aber "die" ÖR und "die" Qualitätsmedien in einen Hut zu stopfen, scheint mit zu kurz gegriffen. Unser Mediensystem ist so vielfältig, dass sich das nicht halten lässt - und die guten, sauberen, korrekten, neutralen Inhalte überwiegen die Fehler im überwältigenden Maß. Das ist mein Bauchgefühl, versteht sich. Das Interesse, spannende, originelle, richtige und informative Infos zu liefern, überwiegt.

Ein Problem ist vielleicht, dass Medien berichten müssen. Seiten und Minuten wollen gefüllt werden und zwar nicht immer mit tief recherchierten Hintergrundgeschichten, sondern auch mit aktueller Berichterstattung. Die basiert dann oft auf Hörensagen. Polizei sagt dieses, Experte erklärt jenes und so weiter.

Stichwort Meinungsinterviews. Das klingt dann auch mal nach: "Politiker XY sagt irgendwas.", der ÖR berichtet darüber. Das hat dann nichts mit der Meinung der berichtetenden Anstalt zu tun, mangels Medienkompetenz glauben das dann aber manche Rezipienten.

Und im Sinne der Offenlegung: Ich arbeite auch für ÖR.

Hohlfrucht 14 Komm-Experte - 2680 - 10. Juli 2016 - 21:40 #

"Und im Sinne der Offenlegung: Ich arbeite auch für ÖR"

Das war nach dem Kommentar schon recht offensichtlich, aber trotzdem danke ;o)

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6560 - 9. Juli 2016 - 16:14 #

Es war mir klar, das jemand da Einspruch erheben würde, deshalb habe ich auch extra "so etwas wie dem öffentlichen Rundfunk" geschrieben. Du verwechselst hier in deiner Argumentation den aktuell stattfindenden ÖR mit der eigentlichen Gründungsidee und ursprünglichen Intention.

Über die offensichtlichen und weniger offensichtlichen Schwächen, Fehlentwicklungen und Fehlentscheidungen brauchen wir hier glaube ich nicht zu reden, das würde eine sehr lange Diskussion geben, bei der wir aber am Ende genau so schlau wären wie vorher.

Aber die eigentliche Intention, eine von der Politik und der Werbeindustrie UNABHÄNGIGE Versorgung mit Informationen, finanziert durch Rundfunkbeiträge von jedem zu haben, finde ich extrem wichtig und gut. Und ich würde mir wünschen, wenn sich der ÖR auch wieder mehr in diese Richtung bewegen würde, z.B. indem beim Rundfunkrat darauf geachtet würde, keine Personen darin sitzen zu lassen, die einen Interessenkonflikt mit ihrer Tätigkeit haben könnten (z.B. keine Politiker).

Der Knackpunkt ist einfach der, dass sich die Intention eines Journalistischen Angebots immer nach der Geldquelle richtet. Eine Website auf der Werbung läuft, wird immer versucht sein, über die Anzeigenkunden nicht kritisch zu berichten. Einige bekommen das zwar trotzdem hin, aber die meisten eben nicht.

Und ich besorg mir meine Informationen lieber aus vielen verschiedenen Quellen und benutz dann mein Gehirn. Natürlich sind die ÖR leider sehr nah an der Politik und es hat mich, vor allem im Ukraine-Konflik, sehr stark irritiert, wie propagandistisch da teilweise berichtet wurde. Aber das zeigt mir nur, wie wichtig es ist, den ÖR noch unabhängiger von der Politik und anderen Einflussquellen zu machen.

Und so gerne man über die ÖR jammert; für mich sind viele der Sendungen auch raus geschmissenes Geld (Fußball z.B.), aber dann gibt es auch so Glanzpunkte, bei denen ich mir sicher wäre, dass sie niemals bei Privaten entstehen würden und die für mich den Rundfunktbeitrag rechtfertigen: Sendung mit der Maus, Neo Magazin Royale, Die Anstalt, Leschs Kosmos, 37 Grad etc.

Im Rahmen der Transparenz: Ich arbeite NICHT beim ÖR und habe ansonsten auch nix mit denen zu tun.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 10. Juli 2016 - 0:47 #

Echt ma Lügenpresse! Lieber RT Deutsch, die zeigen nicht nur diesen Mainstreambrei!

blobblond 19 Megatalent - 17763 - 10. Juli 2016 - 14:09 #

Schon komisch, ein Kommentar der nur der der Provokation und der Bedienung einer Privatfehde dienten bleibt stehen und mein "imaginärer Comment" wird gelöscht.

Jonas -ZG- 17 Shapeshifter - - 6919 - 9. Juli 2016 - 13:22 #

Selbst ohne Paywall ist der Inhalt nicht gratis sondern wird mit Werbung finanziert.
Wirklich gratis wäre es ja nur wenn der Betreiber keine Werbung schaltet und auch kein Geld verlangt.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23300 - 9. Juli 2016 - 15:51 #

Ich bin mal gespannt was "Auf ein Bier" wird, die haben ziemlich ehrgeizige Pläne für die kommenden Monate:

http://www.gamespodcast.de/2016/07/08/weltherrschaftspodcast-2-erste-formate-zaghafte-schritte-leichte-aengste/

Hyperbolic 15 Kenner - P - 3935 - 9. Juli 2016 - 20:02 #

Die Rhein-Zeitung ist meine Heimatzeitung und ich bin Online Abonnent.

Jürgen -ZG- 21 Motivator - 28282 - 10. Juli 2016 - 7:12 #

Meine auch.

iUser -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 63116 - 9. Juli 2016 - 11:28 #

"Wer ist hier der Player"
Der Ausriss bezieht sich leider nur auf den letzten Absatz des Quellartikels.

Die französischen Bemühungen offenbaren aber nichtsdestotrotz das zeitgenössische Denken in dieser Thematik: Double Standards.

Janosch 21 Motivator - P - 26110 - 9. Juli 2016 - 12:08 #

Dein Thema... ;)

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61449 - 9. Juli 2016 - 16:15 #

"Frauen werden meist auf die Figur der „hilflosen junge Maid“ oder der halbnackten, drallbusigen Kämpferin im Stil von Tomb Raider reduziert."

Wann hat der Autor das letzte mal TR gespielt ?

Janosch 21 Motivator - P - 26110 - 9. Juli 2016 - 16:25 #

Ich war beim Thema Pressefreiheit, die uns etwas wert sein sollte zu Gange. Aber um auf Deine Frage zu antworten, wahrscheinlich hat er keines der TR Spiele je gespielt geschweige denn mit anderen Genrevertretern verglichen, sonst käme er nicht auf diese abstruse Idee... (Ich hoffe, dass hier nicht auch wieder verbotene Adjektive ihren Weg in meine polemische Äusserung gefunden haben...)

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61449 - 9. Juli 2016 - 16:28 #

Hast du den Artikel eigentlich gelesen ? Oder wie kommst du auf Pressefreiheit ?
Was nun Lara angeht, sicher, früher träfe die Aussage zu als sie noch in Top und Hotpants durch die welt hopste. Aber seit dem Reboot das ja nun passe.

Janosch 21 Motivator - P - 26110 - 9. Juli 2016 - 16:37 #

Auch da war Lara eine der ersten emanzipierten Frauenfiguren in Computerspielen und ich war beim Artikel mit der Paywall und dem Recht für seine Arbeit auch bezahlt zu werden, was letztlich auch etwas mit der Freiheit der Presse zu tun hat... Denn nur der ist emanzipiert und frei, der für seine Arbeit auch entlohnt wird...

Aladan 21 Motivator - - 28706 - 9. Juli 2016 - 12:18 #

Schöne Themenzusammenstellung und wieder mal ein grandioses Video :-)

euph 23 Langzeituser - P - 38747 - 9. Juli 2016 - 18:54 #

Dem kann ich mich nur anschließen.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4617 - 10. Juli 2016 - 10:52 #

Man muss unterscheiden zwischen politischem und zielgruppenorientiertem Journalismus. Letzterer versteht sich selbst als Dienstleistung und darf selbstverständlich wirtschaftlichen Interessen folgen.

Politischer Journalismus sollte sich prioritär der Wahrheit verpflichtet fühlen, was in der Realität kaum der Fall ist. Allerdings besteht ein riesiger Unterschied zwischen der Kritik Adornos am Journalismus der Kulturindustrie und dem ahnungslos in der Meute skandierten Vorwurf einer "Lügenpresse", wie wir sie seitens nationalistischer Dumpfbacken ertragen müssen.

Was Computerspiele-Journalismus angeht, ist klar, dass hier keine Freiheit herrschen muss, denn der Konsument selbst willigt von vornherein ein in die gesteuerte Verklärung industriell vermarkteter Produkte. Einfacher: wer sich für AAA-Produkte interessiert, kann nicht erwarten, wahre Innovation und Risikobereitschaft vorzufinden. Vielmehr erhält er ein am Gusto des Mainstream orientiertes Massenprodukt, dessen Rezension in der Fachpresse mit quasi-kritischen Anstrich nicht getestet, sondern beworben wird.

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