Oculus entfernt Hardware-DRM aus seiner Software

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Qualimiox 1555 EXP - 13 Koop-Gamer,R2,S1,J5
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24. Juni 2016 - 19:56

In einem überraschenden Schritt hat Oculus heute eine Abfrage aus seiner Software entfernt, die bisher dafür sorgte, dass Spiele nur gestartet werden konnten, wenn eine Oculus Rift am Rechner angeschlossen war.

In den vergangenen Monaten hatte sich Oculus ein Katz- und Mausspiel mit den Entwicklern von ReVive geliefert. Diese Software übersetzt Oculus-SDK-Befehle in die von Valves OpenVR und macht somit Oculus-exklusive Titel auch auf der HTC Vive spielbar. Die erste Version von ReVive war bereits Anfang April veröffentlicht worden, doch Oculus veröffentlichte Mitte Mai ein Update, das die Headset-Überprüfung einführte. Dieser Schritt stieß auf massive Ablehnung, vor allem, weil Oculus-Gründer Palmer Luckey noch im Dezember gesagt hatte, dass es ihm "egal wäre, wenn Kunden die Spiele so modifizieren, dass sie auf anderen Brillen laufen". Der Hauptentwickler von ReVive, der sich LibreVR nennt, konnte die Headset-Abfrage schnell umgehen, allerdings nicht, ohne damit sämtliches DRM zu entfernen. Damit konnte ReVive, entgegen seinem Willen auch verwendet werden, um Raubkopien spielbar zu machen.

Heute bemerkte LibreVR, dass Oculus sämtliche Headset-Überprüfungen aus seiner Software entfernt hatte. Daraufhin veröffentlichte er eine neue Version von ReVive, die die Store-bezogenen DRM-Maßnahmen wiederherstellt, Raubkopien sind damit also nicht mehr spielbar. Da auch der Entwickler nicht wusste, ob dies ein Versehen war, oder Oculus seine Position geändert hatte, fragte Ars Technica bei Oculus-Vertretern an, worauf diese folgende Stellungnahme abgaben:

Wir werden in der Zukunft keine Hardware-Überprüfungen als Form von DRM auf dem PC mehr durchführen. Wir glauben der Schutz von Entwickler-Inhalten ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der VR-Industrie und wir werden weitere Schritte unternehmen, damit VR-Entwickler weiter in neue VR-Erfahrungen investieren können.

ReVive stellt allerdings weiterhin eine nicht offiziell durch Oculus unterstütze Modifikation dar. Zum einen werden noch nicht alle Oculus-exklusiven Titel durch die Software unterstützt, zum anderen ist es weiterhin möglich, dass die Software durch weitere Updates von Oculus funktionsunfähig wird.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 24. Juni 2016 - 21:25 #

Alle Gaga.... Verstand ist gerade auf Urlaub.

burdy 14 Komm-Experte - 2688 - 24. Juni 2016 - 22:23 #

Man kann jetzt also Raubkopien abspielen. Mission accomplished. Da freuen sich die Entwickler, dass soll ja angeblich die Verkäufe fördern.

Qualimiox 13 Koop-Gamer - P - 1555 - 24. Juni 2016 - 22:33 #

Eben nicht mehr, ich dachte eigentlich "Raubkopien sind damit also nicht mehr spielbar" war eindeutig genug formuliert? Das ging im vergangenen Monat, weil Oculus dem ReVive-Entwickler keine andere Wahl gelassen hatte, die Headset-Abfrage war quasi ein Teil der üblichen DRM-Abfrage, deshalb konnte die nur umgangen werden, indem das komplette DRM ausgeschaltet wurde. Der Schritt war auch in der Vive-Community umstritten, aber es ging eben nicht anders. Scheinbar hat Oculus nun eingesehen, dass man den Entwicklern durch den Schritt geschadet hat, eben weil dadurch die Motivation zum Brechen des DRM geliefert wurde. Also haben sie die Abfrage entfernt, worauf der ReVive-Entwickler die DRM-Abfrage sofort wieder eingefügt hat.
Nun können Vive-Nutzer durch ReVive auch Rift-Titel spielen, es geht aber nur mit legal erworbenen Titeln, also bekommen auch die Entwickler wieder ihr Geld.

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32804 - 24. Juni 2016 - 22:36 #

Das kapiert er nicht, nicht drum kümmern.

burdy 14 Komm-Experte - 2688 - 24. Juni 2016 - 22:37 #

"weil Oculus dem ReVive-Entwickler keine andere Wahl gelassen hatte"
Die Armen, Notwehr also.

"worauf der ReVive-Entwickler die DRM-Abfrage sofort wieder eingefügt hat."
Und daraufhin konnte niemals jemand anders wieder die DRM-Abfrage entfernen und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Qualimiox 13 Koop-Gamer - P - 1555 - 25. Juni 2016 - 0:28 #

ReVive ist Open Source, also ja, theoretisch ist das mit den alten Versionen noch möglich. Allerdings wird es schon schwer gemacht, denn alle früheren kompilierten Versionen wurden von gitHub gelöscht. Im Übrigen habe ich in der News nicht das komplette Zitat von Oculus eingefügt, Oculus hat auch erwähnt, dass sie ihr DRM-System kontinuierlich überarbeiten. Damit dürfte der ReVive-Workaround früher oder später nicht mehr funktionieren, ist sogar möglich, dass das jetzt schon der Fall ist.

Zur Motivation: Die Frage ist nunmal, wie man zu Exklusiv-Deals auf dem PC steht. PC-Spieler sind es gewohnt, dass Spiele nicht an Hardware-Produkte eines Herstellers gebunden sind. Klar kommt es vor, dass ein Rennspiel nur gewisse Lenkrad unterstützt, die anderen werden aber nicht absichtlich ausgesperrt. Die meisten Vive-Spieler haben auch kein Problem damit, wenn Oculus ihre exklusiven Spiele nur in ihrem Store verkauft, so war es auch ursprünglich angekündigt und wird jetzt eben auch so gemacht.

burdy 14 Komm-Experte - 2688 - 25. Juni 2016 - 7:22 #

Dateien verschwinden nicht einfach aus dem Internet, nur weil man eine neue Version veröffentlicht. Und mit dem Quellcode des Cracks hat jeder mit Ahnung von der Materie den Ansatz, um auf jedwede Änderungen zu Reagieren. Der Geist kommt nicht mehr zurück in die Flasche.

Punisher 19 Megatalent - P - 14041 - 25. Juni 2016 - 18:54 #

Also für die Rechtmäßigkeit spielt es eigentlich keine Rolle, wie man zu exklusiven Deals steht. :) Raubkopie bleibt Raubkopie und dabei zu helfen, diese zu nutzen, ist zumindest hochgradig fragwürdig, v.a. aus dem Gedanken heraus irgendeinen niemals von einem Anbieter zugesagten Anspruch auf irgendwas haben zu wollen.

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