Arcade-Check: Dungeon of the Endless
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

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Vampiro 29350 EXP - 21 Motivator,R10,S9,C5,A7,J10
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15. März 2016 - 10:45 — vor 25 Wochen zuletzt aktualisiert
Jede Woche stellt der Arcade-Check ein interessantes Downloadspiel vom Xbox-Marktplatz vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Die Rubrik wird von unseren Usern mrkhfloppy und Old Lion betreut.

2014 erschien mit Endless Legend ein 4X-Spiel, das nicht nur ästhetische Maßstäbe setzte und international hohe Wertungen einheimste. Parallel werkelte ein kleines Team der Franzosen von Amplitude Studios an einem wilden Genremix aus Roguelike, Tower-Defense und RPG, dessen Konzept an einem "Saufabend" geboren wurde – wie die Macher selbst sagen. Das Ergebnis, Dungeon of the Endless (Test), erschien dann ebenfalls 2014 für den PC, 2015 folgte eine Umsetzung für iOS. Jetzt schafft es der Titel im Pixel-Art-Design auch auf die Xbox One. Wir haben uns hinters Gamepad geklemmt um herauszufinden, ob uns die Flucht aus dem Dungeon mit den Überlebenden eines abgeschossenen interstellaren Gefangenentransportschiffs auf der Konsole begeistern kann.

Die Optik ist Geschmackssache, aber funktional. Oben links unsere Ressourcen, rechts die Helden und ihre aktivierbaren Skills.
Wo geht es hier zum Lift?
Die Aufgabe ist klar: Mit euren Überlebenden und weiteren anheuerbaren Recken, insgesamt bis zu vier zeitgleich (dabei gilt: einmal tot, immer tot!), müsst ihr in jeder Ebene eines zwölfstöckigen Dungeons den Aufzug finden und euch so Stück für Stück Richtung Freiheit vorarbeiten. Nicht vergessen dürft ihr den Energiekristall des Raumschiffs, den ihr auch benötigt, um Räume mit Strom zu versorgen und dort Module zu bauen.

Auf dem Weg zum nächsten Level seht ihr nicht nur eine Statistik, sondern bekommt auch teils amüsante Dialoge und Storyelemente präsentiert, die auch je nach Heldenkombination variieren können.
Wie in allen Endless-Spielen gibt es als Ressourcen FIDS (Food, Industry, Dust, Science). Dust benötigt ihr als Energiequelle. Industry braucht ihr, um Module zu bauen (die "Major Modules" produzieren beispielsweise Ressourcen oder versorgen einen Raum mit Energie, die "Minor Modules" schießen etwa auf Monster, geben den Helden im Raum Kampfboni oder heilen sie). Food benötigt ihr um eure Helden in den Echtzeitphasen, dazu gleich mehr, zu heilen und um sie aufzuleveln (bis auf Level 15; es gibt heldenspezifische aktive und passive Skills, die ihr nach und nach freischaltet). Science könnt ihr an manchen Kristallen in Forschung investieren und viele Module bis auf Stufe vier verbessern. Je nach Händler, ihr könnt Items für eure Helden finden, kaufen, aber auch verkaufen, dient eine der Ressourcen auch als Währung.

Das Aufleveln der Figuren spielt eine große Rolle. Je nach Partykombination könnt ihr auch völlig unterschiedliche Runs spielen. Welche Werte bei einem Levelaufstieg gesteigert werden, ist vorgegeben. Alle Charaktere haben auch eine Hintergrundgeschichte.
Tür um Tür statt Zug um Zug
Rundentaktik oder Echtzeit? Grundsätzlich bewegt ihr eure Figuren von Raum zu Raum in Echtzeit. Wenn ihr eine Tür öffnet, geht das Spiel einen Tick weiter. Das hat gleich mehrere Folgen: Erstens bekommt ihr, abhängig von euren Helden und Modulen (deren Effektivität ihr mit bestimmten Helden auch steigern könnt) Ressourcen. Zweitens besteht die Gefahr dass in den Räumen, die nicht mit Energie versorgt werden oder in denen kein Held steht, Monster spawnen. Diese attackieren dann, je nach Monstertyp, bevorzugt eure Helden oder Module oder machen sich schnurstracks Richtung Kristall auf, um euch Dust zu entziehen. Das ist besonders gefährlich, denn ohne Dust könnt ihr keine Räume mehr versorgen - beim nächsten Tick spawnen also womöglich mehr Monster, ihr bekommt weniger Ressourcen und habt weniger Verteidigungsanlagen. Auch die Kämpfe laufen in stets pausierbarer Echtzeit ab.

Habt ihr alle Monster besiegt, heilen eure Helden automatisch und ihr könnt euch überlegen, wie ihr weiter vorgeht, was ihr wo baut, ob ihr vielleicht andere Räume mit Strom versorgt als bislang oder wo ihr eure Figuren am besten positioniert. Im späteren Spielverlauf werden die Kämpfe natürlich immer knackiger, teils besetzen besonders fette Monster ganze Räume, und ihr habt dann hoffentlich nicht vergessen, eure Helden aufzuleveln und gut auszurüsten, aber auch die Forschung nicht aus den Augen verloren. Während eurer Flucht werden euch ständig spannende Entscheidungen abverlangt: Welche und wieviele Module baue ich? Was erforsche ich? Soll ich etwas beim Händler kaufen? Einen Helden austauschen? Soll ich wirklich alle Türen einer Ebene öffnen oder so schnell wie möglich entkommen?

Bevor ihr den Kristall zum Lift transportiert, bietet sich an, neu zu überlegen welche Räume mit Energie versorgt werden und welche ihr mit Helden absichert, um einen möglichst sicheren Transport sicherzustellen.
Fazit
Dungeon of the Endless ist nicht nur ein wilder Genremix, sondern auch ein brillanter. Auf den ersten Blick mag vieles zufällig oder unfair erscheinen, denn das Dungeonlayout ist zufallsbasiert. Tatsächlich werdet ihr aber schnell merken, dass durch steigende Spielerfahrung und sehr taktisches Vorgehen eure Möglichkeiten zur Damage Mitigation, und damit auch eure Siegchancen, immer größer werden. Der Spielmodus "Too Easy" ist für Einsteiger bereits eine große Herausforderung, "Easy" dann ein echter Euphemismus.

Grafik und akustische Untermalung sind stimmig, der Wiederspielfaktor aufgrund der zahlreichen Helden mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten (ihr schaltet weitere Figuren frei, wenn ihr sie anheuert und mit ihnen drei Ebenen übersteht oder das Spiel beendet) und hinzukommenden Fluchtkapseln (vergleichbar den Raumschiffen in FTL - Faster than light) hoch. Faktoren wie (zerfallende) Kristalle, die Boni oder Mali bringen, und auslösbare Zufallsevents in Räumen würzen jede Partie zusätzlich an.

Die Umsetzung auf Gamepadsteuerung ist hervorragend gelungen. Allerdings könnt ihr Helden nicht gruppieren, so dass ihr immer nur einen oder alle anwählen könnt; letzteres benötigt ihr zumindest dann nie, wenn ihr befähigte Helden verwendet, um den Output eines Moduls steigern. Abgesehen davon ist die Steuerung sehr innovativ und die Inventarverwaltung sogar besser gelöst als zum PC-Release. Das spätestens auf "Easy" erforderliche, extrem taktische Denken auf Raumebene, die vielfältigen Optionen beim Vorgehen und die, je nach Geschmack, ansprechende Präsentation machen Dungeon of the Endless zum Pflichtkauf für Taktiker auf der Xbox One.

  • Roguelike
  • Einzel- und Mehrspieler
  • Für Anfänger bis Profis (je nach Schwierigkeitsgrad und Startvoraussetzungen)
  • Release am 16.3.2016
  • In einem Satz: Eine gelungene Umsetzung des Taktik-Genremixes für Xbox One.


John of Gaunt Community-Moderator - P - 57255 - 15. März 2016 - 11:17 #

Spannend, dass der Check zu einer gänzlich anderen Einschätzung gelangt als der Test damals. Scheint für mich allerdings näher an dem zu sein, was das Spiel ist und sein will. Schön :)

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6390 - 15. März 2016 - 11:44 #

Whoa, der Test ging an mir damals völlig vorbei. Wie kann man so einem tollen Spiel nur eine 5.0 geben?! Das ist ja mal eine totale Fehlwertung... Ich spiele das Spiel jetzt seit 2 Jahren immer wieder und merke dabei immer wieder wie gut designt es ist.

Vampiro 21 Motivator - P - 29350 - 15. März 2016 - 20:05 #

Ich finde es auch gut designed. Es ist eines der wenigen spiele bei denen ich sagen würde, dass alles was die Designer wollten, auch erfolgreich umgesetzt wurde (ob man das mag oder nicht sei dahingestellt).

Vampiro 21 Motivator - P - 29350 - 15. März 2016 - 20:01 #

Ja, ist schon abweichend :) finde das Spiel tatsächlich sehr gelungen. Freue mich, dass dir der Check gefällt :)

xan 15 Kenner - P - 2883 - 15. März 2016 - 11:48 #

Klingt ja wirklich gut, aber ist wohl leider nix für mich. Scheint aber ein richtiges Kleinod an Videospiel zu sein.

Vampiro 21 Motivator - P - 29350 - 15. März 2016 - 20:06 #

Dem kann ich nur zustimmen :)

endymi0n 16 Übertalent - P - 4331 - 15. März 2016 - 12:10 #

Ich speile es immer wieder gern (auf dem PC) – mindestens ne 8.

Würde es auch gerne auf meinem (Android)-Tablet spielen.

Jörgs Fazit (sinngemäß: "Wer sowas spielt ist Masochist, zu viel Zufall") konnte ich auch nicht nachvollziehen.

1000dinge 15 Kenner - P - 2735 - 15. März 2016 - 13:58 #

Ich habe es mir letztens auf iOS angeschaut und fand die Steuerung gruselig. Nach Level-1 gelöscht.

Vampiro 21 Motivator - P - 29350 - 15. März 2016 - 20:06 #

Dann hol es dir evtl für PC oder xbox ;)

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14225 - 15. März 2016 - 16:46 #

"Damage Mitigation" mal im Wörterbuch nachgucken ... Aha. Bedeutet Schadensverminderung. Ich finde da hätte es der deutsche Begriff auch getan ;)

Ansonsten schöner Check, nach dem was ich anderswo über das Spiel zum PC-Release gelesen hatte konnte ich den hiesigen Test auch nicht so ganz nachvollziehen, würde es aber vermutlich nicht selber spielen wollen.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 155459 - 15. März 2016 - 17:46 #

Danke für den informativen Check, Vampiro. :)

Korrekturhinweis: um den Output eines Moduls steigern= um den Output eines Moduls zu steigern

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 31955 - 30. März 2016 - 11:34 #

brillianter = brillanter
akkustisch = akustisch

Vampiro 21 Motivator - P - 29350 - 30. März 2016 - 15:49 #

Vielen Dank :-)

Toxe 20 Gold-Gamer - P - 22409 - 15. März 2016 - 18:37 #

Dann sollte ich mir das vielleicht doch nochmal auf die gedankliche Liste nehmen.

Ist irgendwas bekannt ob es davon auch eine PS4 Version geben soll?

Der Marian 19 Megatalent - P - 16276 - 15. März 2016 - 22:18 #

Vielen Dank für den tollen Check. Deckt sich mit meinen Eindrücken. Mich hat das Spiel auch echt begeistert. Hast ja für die Screenshots fast die Startercombo gespielt ;). Und den Koch gefunden. Den hab ich auch gerne im Team.

Vampiro 21 Motivator - P - 29350 - 30. März 2016 - 15:50 #

Vielen Dank :-)

Haha, ja, das stimmt :-D

Xcom wird jetzt immer wieder rausgekramt, macht echt Spaß, auch auf der Vita.

Vampiro 21 Motivator - P - 29350 - 16. März 2016 - 0:33 #

Danke übrigens an floppy und old lion, dass ich einen Gastbeitrag schreiben durfte. Und das gerade bei einem so schönen Spiel.

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