Goodgame Studios: Stellungnahme zu den Vorwürfen von Mitarbeitern und Gewerkschaft

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20. Dezember 2015 - 12:42 — vor 50 Wochen zuletzt aktualisiert

Nach den Vorwürfen seitens der Mitarbeiter und der Gewerkschaft Ver.di gegen Goodgame Studios, meldete sich das Unternehmen nun auf der eigenen Homepage zu Wort. Die Anschuldigungen, man hätte die Gründung eines Betriebsrates blockiert und die Mitarbeiter, die diesen Rat befürworteten, ohne Angabe von Gründen gefeuert, wollten die Hamburger nicht auf sich sitzen lassen. In der eigenen Stellungnahme geht man auf einzelne Punkte ein und stellt „[...] die falschen Behauptungen, die von der Gewerkschaft Ver.di und in der Presse erhoben wurden [...]“ aus der Sicht des Studios richtig.

Laut Goodgame Studios habe man nie irgendwelche Maßnahmen gegen die Gründung eines Betriebsrates eingeleitet. Man befürworte die Mitbestimmung der Mitarbeiter und habe gegen einen solchen Rat nichts einzuwenden. Den 28 entlassenen Angestellten habe man aus anderen Gründen wie etwa Abbau von Überkapazitäten, Fehlverhalten oder Leistungsdefizite gekündigt. Auch die Behauptung, man hätte die Leute ohne Angaben von Gründen entlassen, sei falsch. Es habe sehr wohl ausführliche Gespräche und Abmahnungen gegeben. Bei der Entlassung eines schwerbehinderten Mitarbeiters räumt das Studio allerdings Fehler ein und gibt zu, seinen Zustand bei der Kündigung nicht berücksichtigt zu haben. Hier verspricht man, den Fall einvernehmlich zu lösen.

Auf die Vorwürfe wegen schlechter Arbeitsbedingungen, die unter anderem in dem Artikel auf bento.de thematisiert wurden, ging das Studio in seinem Schreiben nicht ein. Die komplette Stellungnahme findet ihr unter dem Quellenlink.

azzii (unregistriert) 20. Dezember 2015 - 12:52 #

Haha das sind doch die typischen Rechtfertigungsfloskeln nach Aufdeckung von Missständen, glaub denen kein Wort. In Deutschland, wird mittlerweile in vielen Unternehmen jede Art von Organisation oder Gewerkschaft mehr oder weniger unverhohlen unterbunden, wer doch aktiv wird darf dann mit Repressalien bis zur Kündigung rechnen und findige Rechtsverdreher finden irgendwo immer einen Vorwand zur Kündigung, da brauch man sich gar nichts vormachen.

Allerdings sind die Angestellten dort teils selbst Schuld. Wer als studierter Informatiker für 2k im Monat arbeitet, der hat keine Ahnung von seinem Marktwert. Mit bissl Berufserfahrung kann man locker doppelt so viel verdienen und es ist im IT Sektor nicht so schwer nen Job zu bekommen. Ein seriöses Unternehmen legt dann oft noch ordentlichen Urlaub und Boni mit drauf, wenn man stattdessen für Sklaventreiber arbeiten will, bitte schön.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4610 - 20. Dezember 2015 - 12:53 #

bad Unternehmenskultur bei goodgame.

TSH-Lightning 17 Shapeshifter - P - 6921 - 20. Dezember 2015 - 13:29 #

Ja klar! Hat auch gar nix damit zu tun, dass es eine Straftat ist eine Betriebsratswahl zu verhindern. Leider wird die Geschäftsführung davon kommen, da die MA sich zu blöd angestellt haben.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4610 - 20. Dezember 2015 - 13:35 #

Inwiefern ist Machtlosigkeit gegenüber der Geschäftsführung Blödheit?

TSH-Lightning 17 Shapeshifter - P - 6921 - 20. Dezember 2015 - 13:50 #

Die MA haben im firmeneigenen Chatprogramm in einem eigenen Channel die Gründung des Betriebsrates geplant bzw. diskutiert. Hätten Sie einfach eine E-Mail an den Verteiler gesendet und ein Schreiben ans schwarze Brett gehängt; Inhalt: Gründung Wahlvorstand BS Wahl, wären sie geschützt gewesen.

Dazu kommt, dass die GF bestimmt trotzdem so blöd gewesen wäre und sie raus geschmissen hätten. Die GF hat mit der Kündigung des Schwerbehinderten gezeigt, dass sie keine Ahnung hatten wie man in so einer Situation handelt. Dann wäre auch die GF vor Gericht gelandet.

In der jetzigen Situation können die sagen, wir wussten ja von nix.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4610 - 20. Dezember 2015 - 14:48 #

Na gut, das hätte ich so oder so nicht im Intranet getan. Und per E-Mail wäre das ok gewesen? (Verständnisfrage).

TSH-Lightning 17 Shapeshifter - P - 6921 - 20. Dezember 2015 - 17:34 #

Nagel mich bitte nicht drauf fest, aber es braucht eine öffentliche Bekanntmachung innerhalb der Firma. Daher Schwarzes Brett, Stechuhr, E-Mail-Verteiler Ja!

Über einen BR diskutieren... Niemals in der Firma; schon gar nicht im internen Chatsystem. Immer außerhalb und 3 Leute reichen. Im Zweifel vorher, alleine, erst mal bei der Gewerkschaft schlau machen, die helfen dir dann.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4610 - 20. Dezember 2015 - 17:47 #

Na, da bin ich froh, dass es bei uns längst einen fähigen Betriebsrat gibt. Ich arbeite aber auch nicht in der Industrie. Da verdient man zwar weniger, dafür ist alles ein wenig sicherer für die AN.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 20. Dezember 2015 - 18:11 #

Die Betonung liegt auf faehig, nicht auf BR.
Der kann naemlich auch ein echter Klotz am Bein sein

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4610 - 21. Dezember 2015 - 11:52 #

Ach, Du meinst die "wir sind aus Prinzip dagegen"-Fraktion?

Rene Bales (unregistriert) 20. Dezember 2015 - 22:52 #

Moinsen,

Goodgames hat kein internes Chattool. Sie benutzen für die gesamte interne Kommunikation Skype in der kostenlosen Variante.

- Kein Witz.

Daher kann ich mich nicht vorstellen, wie das gelaufen sein soll.

Zur Info: Ich habe noch bis vor Kurzem dort gearbeitet und kann sagen, dass die meisten Vorwürfen gegen die Firma der Wahrheit entsprechen.

Allerdings ist es auch so, dass es sehr von der Abteilung und dem Vorgesetztem abhängt, was dort wie und gegen wen unternommen wird.

Beste Grüße,

Rene

RoT 17 Shapeshifter - 8560 - 21. Dezember 2015 - 5:34 #

kurz noch geht um goodgame und nicht um gameforge oder ?? ;)

akoehn 14 Komm-Experte - P - 2572 - 22. Dezember 2015 - 7:40 #

Ja, GF = GeschäftFührung (denke ich mal)

blobblond 19 Megatalent - 17759 - 20. Dezember 2015 - 13:57 #

Und das hat Ver.di auch erfunden?

""Mit brüchiger Stimme habe Kai Wawrzinek [Gründer, Geschäftsführer und Chief Executive Officer von Goodgame Studios] der Gewerkschaft Verdi vorgeworfen, die Firma auseinandernehmen zu wollen, berichten Anwesende. Man solle gezwungen werden, eine Betriebsratswahl abzuhalten. Entweder ihr seid für uns oder gegen uns, das sei die Botschaft gewesen. (...) Hinter den Kulissen wird anscheinend weiter mit harten Bandagen gekämpft: Eine Einladung von Verdi zu einer Betriebsversammlung, bei der die Wahl eines Betriebsrates vorbereitet werden könnte, leitete die Firma nicht an ihre Angestellten weiter, weil die Einladung nicht auf Englisch vorliege.""
http://www.4players.de/4players.php/spielinfonews/Allgemein/37343/2155010/Goodgame_Studios-Gruendung_eines_Betriebsrats_blockiert_Schwerbehinderter_entlassen_verdi_schaltet_sich_ein.html
"Der zunächst geplante Termin Ende 2015 habe nicht stattfinden können, berichtet die Gewerkschaftern – das Unternehmen konnte keine ausreichend großen Räumlichkeiten zur Verfügung stellen."
http://www.taz.de/!5258829/

iUser -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 62922 - 20. Dezember 2015 - 14:18 #

Wie immer wird die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen.

Gulu 10 Kommunikator - 543 - 21. Dezember 2015 - 9:13 #

Die Wahrheit liegt nicht immer in der Mitte.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 21. Dezember 2015 - 9:37 #

Die Wahrheit wird noetigenfalls ein Gericht feststellen, nicht die Bauern mit den Mistgabeln

Punisher 19 Megatalent - P - 13381 - 21. Dezember 2015 - 14:50 #

Das Gericht stellt oder legt die rechtliche Situation fest, wie sie sich aus seiner Sicht darstellt. Das ist sicher oft die Wahrheit, aber nicht zwangsläufig.

Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte ist eines der wahrscheinlichsten Szenarien bei solchen Auseinandersetzungen. Geschäftsleute sind nicht die einzigen, die etwas falsch machen können. Es ist mir ein Rätsel, wieso grundsätzlich dem Unternehmen pauschal die Schuld an allem gegeben wird. Was sich Mitarbeiter zum Teil überlegen und zusammenreimen, aus Gesprächsfetzen und dem "Flurfunk" ist teilweise auch echt abenteuerlich. Da man persönlich nicht beteiligt war (und selbst dann hätte man kaum eine neutrale Sicht der Dinge) kann man sich denke ich kaum ein Urteil erlauben. Abmahnungen etc. im Vorfeld lassen sich ja jederzeit nachweisen, insofern dürfte das eingangs erwähnte Gericht schon zu einem vernünftigen Urteil kommen, auch wenn die festgestellte Situation nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 21. Dezember 2015 - 15:56 #

Bis auf das nitpicking im ersten Satz sollte das wohl nicht an mich gehen

Lorion 17 Shapeshifter - 7535 - 20. Dezember 2015 - 14:51 #

"Den 28 entlassenen Angestellten habe man aus anderen Gründen, wie etwa Abbau von Überkapazitäten, Fehlverhalten oder Leistungsdefizite gekündigt."

Mit solch fadenscheiningen Gründen hatten sie bei einem meiner letzten Arbeitgeber, ne ganz bekannte Bude, auch die Leute gekündigt, die einen Betriebsrat gründen wollten. War natürlich komplett an den Haaren herbeigezogen, hatte mit den Leuten teilweise direkt zusammen gearbeitet.

Lorin 15 Kenner - P - 3636 - 20. Dezember 2015 - 15:57 #

So läuft das leider tatsächlich und die "Stellungnahme" seitens des Arbeitgebers klingt genau so wie man es halt nach raten seines Anwalts formulieren würde.... Da wollte wohl jemand ziemlich dringend keinen Betriebsrat haben.

Wrongfifty 12 Trollwächter - 1074 - 20. Dezember 2015 - 16:52 #

" Bei der Entlassung eines schwerbehinderten Mitarbeiters räumt das Studio allerdings Fehler ein und gibt zu, seinen Zustand bei der Kündigung nicht berücksichtigt zu haben."

Noch Fragen?

blobblond 19 Megatalent - 17759 - 20. Dezember 2015 - 17:06 #

Lies dir mal die Antwort dazu auf dem Blog durch!^^

"Bedauerlicherweise ist beim Ausspruch einer Kündigung gegenüber einem schwerbehinderten Arbeitnehmer dessen Schwerbehinderteneigenschaft übersehen worden."
http://www.goodgamestudios.com/de/blog/stellungnahme-zu-kundigungen/2015/12/18/

Da stellt sich eher die Frage nach der Kompetenz des Personalers, aber vielleicht hatte der eine "Sehschwäche"!^^

Wobei diese Aussage der anderen Aussage wiederspreche über die im Vorfeld "leistungsbewertenden Gespräche"...

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20661 - 20. Dezember 2015 - 20:04 #

Auch mit einer starken Sehschwäche kannst Du "schwerbehindert" sein, was aber nicht zwingend sofort auffällt. Brillen tragen schließlich Millionen Menschen, die eben nicht "schwerbehindert" sind.

Desweiteren gibt es in meinem Bekanntenkreis auch eine Frau mit Behindertenausweis, der siehst Du es aber optisch überhaupt nicht an. Die ist einfach "nur" geistig ausreichend eingeschränkt, was Du aber im Gespräch mit ihr auch nicht sofort in dem Maße erkennst, dass Du von einem Behindertenausweis bei ihr ausgehst.

Allerdings: Mit einem simplen Blick in die Personalakte, der einer Kündigung üblicherweise voraus gehen sollte, sollte ein solches Detail beim Arbeitnehmer nicht zu übersehen sein.

blobblond 19 Megatalent - 17759 - 20. Dezember 2015 - 21:00 #

Ich meinte damit nicht das man es optisch ansehen müsste, sondern das, wenn schon im Vorfeld Gespräche bzw. Abmahungen gab, man üblicherweise in die Personalakte schaut und die "Sehschwäche" beim Personalers bezieht sich eher darauf.
Abmahungen und dergleichen werden ja in der Personalakte vermerkt, gerade bei einen Betrieb von der Größe mit 1200 Mitarbeitern.
Wenn es eine geistige Behinderung ist, müsste ja auch der gesetliche Vormund bei den Gesprächen zugegen gewesen sein.
Aber der Arbeitgeber muß bei allen Belangen die schwerbehinderte Menschen betreffen vor der Aktion die Schwerbehindertenvertretung informieren.
Abmahnungen unterliegen selbstverständlich auch dem § 95 Abs.2 SGB IX. Das bedeutet die SchwbV ist vorher vom AG zu hören. Abmahnungen fallen weiter auch noch unter den § 84 Abs. 1 SGB IX.

§ 84 Prävention
(1) Der Arbeitgeber schaltet bei Eintreten von personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Schwierigkeiten im Arbeits- oder sonstigen Beschäftigungsverhältnis, die zur Gefährdung dieses Verhältnisses führen können, möglichst frühzeitig die Schwerbehindertenvertretung und die in § 93 genannten Vertretungen sowie das Integrationsamt ein,.......

Entweder ist die Führungsebene/Management inkompetenten oder es ist eine billige Ausrede um dem Kopf noch aus der Schlinge zuziehen...

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20661 - 20. Dezember 2015 - 23:14 #

"Ich meinte damit nicht das man es optisch ansehen müsste, sondern das, wenn schon im Vorfeld Gespräche bzw. Abmahungen gab, man üblicherweise in die Personalakte schaut und die "Sehschwäche" beim Personalers bezieht sich eher darauf."
-> Okay. Ich war mir nicht sicher, wie Du es gemeint hast, daher wollte ich das nicht unerwähnt lassen :)

"Wenn es eine geistige Behinderung ist, müsste ja auch der gesetliche Vormund bei den Gesprächen zugegen gewesen sein."
-> Nur, wenn die geistig eingeschränkte Person entmündigt ist.

iUser -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 62922 - 20. Dezember 2015 - 20:12 #

Viele Schwerbehinderungen sieht man äußerlich gar nicht.

Hanseat 13 Koop-Gamer - P - 1423 - 20. Dezember 2015 - 17:56 #

Kann mir mal jemand helfen: Welche Spiele sind denn von Goodgame?

Denis Michel Freier Redakteur - 107726 - 20. Dezember 2015 - 18:03 #

Online-Spiele: https://en.wikipedia.org/wiki/Goodgame_Studios

schlammonster 26 Spiele-Kenner - P - 71338 - 20. Dezember 2015 - 18:05 #

Ich zitier mal aus der vorangegangenen News: "Bekanntestes Produkt ist das Free2Play-Aufbauspiel Goodgame Empire". Dürfte also eher in der Casual-/Facebook-Ecke zu verorten sein.

Fabowski 13 Koop-Gamer - 1678 - 20. Dezember 2015 - 21:11 #

Einem Schwerbehinderten rücksichtslos zu kündigen und erst im Nachhinein Fehler diesbzgl. einzugestehen zeigt mehr als deutlich, wie mit dem Personal in dem Saftladen umgegangen wird. Den Grad der Behinderung war der Firma sicher bereits vor de Anstellung der geschädigten Person bekannt. Schließlich ist es so gut wie immer eine Win-Win-Situation und für alles andere gibt es die berechtigterweise die Probezeit.
Ich hoffe das Verhalten und die getroffenen Entscheidungen rechen sich. Unglücklicherweise befürchte ich, bei den mir nicht bekannten Spielen des Entwicklers, dass die Zielgruppen die Schlagzeilen nicht großartig anklang finden werden.

timb-o-mat 15 Kenner - P - 3071 - 21. Dezember 2015 - 10:18 #

"Den Grad der Behinderung war der Firma sicher bereits vor de Anstellung der geschädigten Person bekannt"

Eher unwahrscheinlich. Ich hatte das in meiner alten Firma auch mal (auch Gaming). Eine Kündigungswelle und alle Mitarbeiter eines Teams wurden entlassen bis auf einen. Er war schwerbehindert (Rücken). Das hat man ihm aber keineswegs angesehen und hätte er es der Firma beim Einstellungsgespräch gesagt, hätten sie ihn niemals eingestellt, denn dann kann man ihn ja nicht mehr einfach so loswerden, wenn die Aufträge einbrechen. Wenn du schwerbehindert bist, und man es dir offensichtlich nicht ansehen kann, dann bist du gut beraten, es dem Arbeitgeber nicht mitzuteilen.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 21. Dezember 2015 - 10:35 #

Das kann ein Arbeitsgericht durchaus als arglistige Taeuschung werten - einher mit Verlust des erweiterten Kuendigungsschutz.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20661 - 21. Dezember 2015 - 10:42 #

Kommt auf die näheren Umstände an. Ein Schwerbehinderter muss dies dem Arbeitgeber nicht von sich aus mitteilen. Wird er allerdings danach gefragt, muss die Frage jedoch klar beantwortet werden. Derzeit darf die Frage nur im bestehenden Arbeitsverhältnis gestellt werden, während des Bewerbungsverfahrens gibt es noch keine Einigung von Rechts wegen.

http://talentplus.de/arbeitnehmer-bewerber/bestehende-arbeitsverhaeltnisse/Behindert_was_nun/Information_Arbeitgeber/index.html

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 21. Dezember 2015 - 10:51 #

Ja es haengt vom Einzelfall ab, daher sollte man die Aufforderung des Vorposters fuer sich selbst sorgsam pruefen!

[Bundesarbeitsgericht, 2012, AZ: 6 AZR 553/10]

timb-o-mat 15 Kenner - P - 3071 - 21. Dezember 2015 - 11:00 #

Natürlich muss das jeder selbst wissen. Ich kann auch nur auf dieses eine Beispiel zurückgreifen, doch da war es eindeutig. Der erwähnt Mitarbeiter wäre nie eingestellt worden. In Branchen wie dem Gaming, wo vieles projektbezogen läuft, müssen die Firmen eben darauf achten, dass die Mitarbeiter auch schnell wieder entlassen werden können. das Ende der Geschichte war dann übrigens, dass der Mitarbeiter eine riesige Abfindung erhalten hat.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20661 - 21. Dezember 2015 - 11:54 #

Da hast Du völlig recht.

Roboterpunk 16 Übertalent - P - 4273 - 21. Dezember 2015 - 10:39 #

Ob sich die Firma mit ihrem Verhalten strafbar gemacht hat (muss ein Gericht entscheiden) oder ob Goodgame tatsächlich gute Spiele macht (muss letztlich jede und jeder selbst wissen), darüber erlaube ich mir kein Urteil. Was mich aber völlig verblüfft zurück lässt, ist einerseits, wie eine Spielebude so schnell auf eine solche Grösse anwachsen kann und andererseits, was deren Auffassung von Games sein soll.
Wenn ich mir das von bento verlinkte Firmenvideo anschaue, habe ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, da würden Spiele entwickelt. Vor lauter Buzzwords und PR verstehe ich überhaupt nicht mehr, was da eigentlich gewirtschaftet wird. Das Management scheint von Videospielkultur ein sehr eingeschränktes Verständnis zu haben, was sie auch offen zugeben. Und dann werfen sie den etablierten "Games Companies" auch noch Versagen vor. Wie kann eine Hand voll Produkte, für die meiner Meinung nach schon vor 20 Jahren 5 Leute als Team gereicht hätten, weit mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigen? Welcher Fortschritt wird dafür für die Industrie, die Spieler und das Medium generiert? Ich weiss es nicht.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 21. Dezember 2015 - 11:20 #

Ich denke auch, dass die Programmierteams dort nicht die größten sind. Allerdings brauchen solche F2P-Abzockgames kontinuierliche Weiterentwicklung, um die Spieler bei der Stange zu halten.
Ansonsten werden die größten Abteilungen dort wahrscheinlich Marketing und auch Support sein, da anders als bei normalen Games eben riesige Menschenmassen dauerhaft angesprochen werden müssen.

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