Spiele-Hardware: Newsroundup der KW 37
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29503 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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20. September 2009 - 20:45 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
Nachdem sich unsere Hardware-Nachrichten in der Vorwoche hauptsächlich um das Thema Grafikkarten gedreht haben, wird es in diesem Roundup etwas CPU-lastiger. Beginnen wir mit dem Hersteller, an den
wohl die meisten zuerst denken, wenn es um CPUs geht.

Intel steigert CPU-Marktanteile

Gute Laune dürfte im Hause Intel herrschen, wenn die aktuellen Quartalsergebnisse besprochen werden. Im zweiten Quartal des Jahres 2009 ist Intels Marktanteil auf 80,6% gestiegen, der höchste Wert seit vier Jahren. Verantwortlich für dieses sehr gute Ergebnis war der Notebookmarkt, den Intel mit seinen Core2Duo-Prozessoren dominiert. Wo sich im Desktopmarkt AMD als ernstzunehmender, wenn auch im Vergleich zu Intel sehr kleiner Konkurrent etabliert hat, fehlt Intels Mitbewerbern im Bereich der mobilen Prozessoren die passende Technik. AMDs Neo, Turion und mobile-Sempron-CPUs sind veraltet und keine Konkurrenz für Intels Atom, Pentium DualCore und Core2Duo. Und auch die neu vorgestellten Turion II werden einem mobilen i7 nichts entgegensetzen können, sodass AMD weiterhin nur über niedrige Preise im Gespräch bleiben wird. Dummerweise errechnet sich der Marktanteil über die Einnahmen, so dass AMD bei sinkenden Preisen keine erwähnenswerte Steigerung verbuchen können wird. Und jetzt plant Intel mit Larrabee auch noch den Einstieg in den Markt für flotte Grafikchips, siehe den nächsten Abschnitt.

x86-Grafikchip Larrabee – Neues und Gerüchte

Obwohl Intel bereits Marktführer im Bereich der Grafikchips ist -- natürlich nur was die Masse, nicht was die Klasse anbelangt --, arbeitet sie an einer vielleicht bahnbrechenden Neuerung: Larrabee. Dabei handelt es sich um einen Grafikprozessor, der anders als die Technologien von ATI und nVidia nicht auf Hunderte stark spezialisierte Miniprozessoren (Streamprozessoren), sondern auf vielen x86-kompatible CPU-Kerne. Diese basieren auf dem Design des Pentium 1, einer vor gut 10 Jahren recht populären CPU-Architektur. x86-CPUs sind sehr flexibel einsetzbar. Kritiker von Intels Ansatz halten die x86-Konstruktion allerdings für zu langsam, um auf Grafikchips akzeptable Leistungen erbringen zu können. Intel selbst möchte mit Larrabee auch nichts anderes, als die PC-Grafikberechnung grundlegend umzukrempeln. Statt wie bisher polygonbasiert und hochauflösend texturiert sollen Spiele in der Zukunft aus Intels Sicht auf komplexen Raytracinggrafiken basieren. Unter diesem Artikel ist ein Video zu sehen, in welchem die Engine von Quake Wars als Raytracingversion zu sehen ist. So sind extrem realistische Schattierungen und Spiegelungen machbar. Allerdings muss man wohl schon Entscheider in einem Unternehmen wie Intel sein, um überhaupt in Erwägung zu ziehen, im Alleingang die Arbeit aller Spielegrafiker derart radikal zu verändern.

Doch genug der Einleitung – bei Larrabee tut sich tatsächlich etwas, abseits von all den Versprechungen und Ankündigungen. Vor einigen Wochen erst wurde ein neues Stepping fertiggestellt, und es könnte bald der Zeitpunkt kommen, wo tatsächlich funktionsfähige Karten der Öffentlichkeit oder zumindest der Presse vorgestellt werden können. Allerdings wird man bei Intel wohl noch stark an der Leistung bei herkömmlichen Spieleengines schrauben müssen; der letzte Stand für das 2010 geplante Topmodell deutet gerade einmal auf die  Leistung einer ATI HD4870 hin, was in einem Jahr wohl nur noch für die dann aktuelle untere Mittelklasse reichen würde. Weiterhin sind Intel-Grafikchips berüchtigt für ihren schlechten Treibersupport.

Ein weiteres Gerücht besagt, dass der jüngst bekannt gegebene Weggang von Pat Gelsinger bei Intel mit eher frustrierenden Ergebnissen bei Gelsingers „Baby“, dem Larrabee, zu tun haben könnte. Dazu muss man wissen: Pat Gelsinger war nicht nur seit 1979 bei Intel als Entwickler beschäftigt, sondern gilt auch als absolute Koryphäe im CPU-Bereich. Einst wurde der 486er unter seiner Federführung entwickelt und der Posten des CTO (Chief Technology Officer) extra für ihn geschaffen. Bis der Energiefresser Larrabee allerdings in die momentan beliebteste PC-Geräteklasse einzieht, wird es wohl noch länger dauern – Notebooks verdrängen die Desktoprechner momentan auf allen Fronten:

Neue Luxusnotebooks von HP

Wurden Hewlett-Packards Envy-Notebooks bislang nur in Amerika über die Marke Voodoo-PC vertrieben, kommen einige Modelle jetzt auch nach Deutschland. Damit man auch unterwegs nicht auf Rechenpower und flotte Spielegrafik verzichten muss, stellt HP mit dem Envy15 ein handliches aber extrem leistungsfähiges Gerät vor. Das Display misst 15,6 Zoll und stellt seine Grafiken im momentan sehr beliebten 16:9-Format dar. Die Auflösung beträgt dabei vergleichsweise niedrige 1366x768 Pixel, was aber immerhin ruckelnde Spiele durch zu hohe Auflösungseinstellungen verhindern wird. Als CPU kommt ein im Notebooksegment noch komplett unbekannter Chip zum Einsatz – der mittlerweile mobil gewordene Core i7 namens 720QM mit 1,6 Ghz Taktfrequenz und vier Rechenkernen.

Der Grafikchip mobility HD4830 kommt von ATI und ist bis auf wenige Prozente Leistungsunterschied seinem gleichnamigen Desktopbruder ebenbürtig, was bedeutet, dass hier eine der aktuell schnellsten Notebookgrafiklösungen verbaut wurde. 1GB GDDR3 unterstützen den Chip bei seiner Rechenarbeit, am Hauptspeicher des Notebooks hat HP auch nicht gespart, hier kommen 8 GB DDR3 zum Einsatz. Insgesamt fasst das Envy15 maximal 16 GB RAM und bietet, im Notebookbereich ungewöhnlich, 4 Speicherbänke. Das Gewicht dieser mobilen Höllenmaschine beträgt nur knappe 2,4 kg, was unter anderem durch den Verzicht auf ein eingebautes DVD-Laufwerk erreicht wird. Praktisch: ein externer DVD Brenner liegt bei, ebenso wie insgesamt zwei Akkus für bis zu 7 Stunden Gesamtlaufzeit. Eine Erwähnung wert ist dieses Gerät unter anderem auch deshalb, weil es massive Rechenpower in einem recht kleinem Gehäuse unterbringt und trotz offenbar uneingeschränkter Spieletauglichkeit mobil bleibt und dazu noch (mit den zwei Akkus allerdings etwas dahergetrickste) gute Akkulaufzeiten bietet. Bisherige Spielenotebooks, zum Beispiel aus Toshibas Qosmio-Serie oder die ROG-Reihe von Asus, hatten meist große Gehäuse, da bislang immer massiver Lüftereinsatz gefordert war. Apropos – wie laut das Envy15 letztendlich sein wird, ist noch unbekannt. Wer jetzt also Interesse bekommen hat, darf anfangen zu sparen, bescheidene 2.000 Euro sind für diese Ausstattung fällig. Doch kommen wir zum Schluss noch kurz zu AMD zurück.

Desktop Oktacore von AMD kommt 2011

Acht Rechenkerne auf einer CPU verspricht AMD mit der aktuell bereits im Serverbereich eingesetzten „Istanbul“ bereits jetzt schon. Doch für den Desktopeinsatz soll bereits Anfang 2011 eine komplett neuentwickelte Architektur mit acht Rechenkernen starten. Der kraftvolle Codename dafür lautet „Bulldozer“. Wie sich das neue Design dann in der Realität schlägt wird sich zeigen müssen, ein Debakel wie bei den ersten Phenoms wird AMD aber hoffentlich zu vermeiden wissen. Allerdings werden wir bis dahin auch noch mit dem Phenom II in diversen Entwicklungsstufen leben müssen, AMD hat aktuell keinen Konkurrenten für Intels starke Core i5 und Core i7 in der Hinterhand.

Ob sich in den kommenden Tagen bahnbrechende Neuerungen auf dem Hardwaremarkt ergeben? Am 23.09.2009 werden erst einmal die neuen DX11-Karten von ATI der Öffentlichkeit präsentiert, Gamersglobal wird natürlich ausführlich darüber berichten. Was ansonsten passiert, könnt ihr dann im Spielehardware Newsroundup pünktlich am kommenden Sonntag lesen.
 

Video:

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 20. September 2009 - 20:43 #

Huh, ist irgendwie länger geworden. Hatte viel Stau als Beifahrer im Auto und der Akku war so schön voll.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324125 - 20. September 2009 - 20:46 #

Hi Dod, tolle Leistung!

Abraxa 09 Triple-Talent - 297 - 20. September 2009 - 21:36 #

ich mag das neue Header-Bild :)

Wie immer, sehr informativ

BolleY2K 08 Versteher - 221 - 21. September 2009 - 1:50 #

Was ist mit Eyefinity sowie den ersten geleakten Werten der Radeon 5850 und 5870?

Kurz: 5850 ist grob auf GTX 285 Niveau, die 5870 grob auf GTX 295 Niveau. Besonderheit der neuen ATI Karten schon mit den Beta-Treibern ist die sehr gute Skalierung der Leistung bei sehr hohen Auflösungen jenseits der 1920 x 1200 bzw. beim Sprung von 4x AA zu 8x AA.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 21. September 2009 - 6:02 #

Hatten wir entweder schon im letzten Roundup (recht ausführlich sogar) vorigen Sonntag oder als News zwischendurch. Ausserdem wird es zum offiziellen Release der Karten einen "echten" Bericht geben, in dem alle Infos zu den Karten zu finden sind.

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 21. September 2009 - 10:03 #

Wie jede Woche... schöne News und ich habe nicht mal die Hälfte verstanden. ^^ PC Hardware, das sind böhmische Dörfer für mich.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 21. September 2009 - 10:26 #

Dabei habe ich schon versucht, einigermaßen einsteigerfreundlich zu bleiben. Hatte auch eine Version fertig, wo wirklich alles erklärt wurde, das hättest du dann auch verstanden. Das wäre aber gut viermal so viel Text geworden und erschien mir etwas zu übertrieben.

Tchibo 13 Koop-Gamer - 1448 - 21. September 2009 - 10:42 #

hmm..
dann könnte man ja eventuell eine Art Glossar im Forum machen.
Das wiederum könnte man dann evtl verlinken.

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 21. September 2009 - 11:35 #

An Deinen Ausführungen liegt es nicht, den Eindruck wollte ich nicht vermitteln.

Nur bin ich, was PC Hardware angeht seit Jahren überhaupt nicht mehr auf dem Laufenden und angesichts meiner Konsolenaffinität habe ich auch momentan keinen Anreiz, dies zu ändern. Meine Motivation, mich in Sachen Hardware auf dem neuesten Stand zu halten, ist eher gering. Daher würde auch ein absolut idiotensicherer Text wenig dazu beitragen, mir das Thema näher zu bringen.

Der "Fehler" liegt bei mir, nicht an Deinen Texten. ;-)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 21. September 2009 - 11:01 #

Ich könnte mir vorstellen, im Forum z.b. zu fragen, bei welchen Begriffen Erklärungsbedarf besteht.

Im Bericht über ATIs Neulinge wollte ich allerdings schon etwas intensiver auf Begriffe wie Shader, Polygone, Streamprozessoren, Tesselation, etc. eingehen, hoffentlich auch für Einsteiger verständlich genug.

Liam 13 Koop-Gamer - 1222 - 21. September 2009 - 15:09 #

Wäre es nicht vielleicht auch eine Überlegung wert, zumindest falls Dod das weiterhin machen will, das ganze als eigene Artikelserie für Hardwarebereich oder so zu werten?
Weil bei der Länge und Qualität die er bisher abgeliefert hat, halte ich es eigentlich schon für ein wenig mehr als eine simple News.
Abgesehen davon, wären dann auch genauere Erläuterungen passender, die vielleicht nicht direkt in einen Newstext reingehören würden.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 21. September 2009 - 18:46 #

Theoretisch könnte ich das Ding jetzt schon regelmässig als Report schreiben (würde auch bedeuten, dass mehr Bilder eingebunden wären), den Level hätte ich (würde aber die Idee der Reportage aufweichen). Bislang mag ich aber die Idee der regelmäßigen News. Quasi als Kolumne, nur anders ;) .

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