GC15: Black Ops 3 im Koop-Modus angespielt // Weshalb es Spaß macht, aber bei der Story schwächeln könnte

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Benjamin Braun 281310 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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9. August 2015 - 18:59 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
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40 Jahre sind seit den Ereignissen in Black Ops 2 vergangen. Der ehemalige Drogenbaron und Superterrorist Raul Menendez lebt immer noch, nachdem er Los Angeles in Schutt und Asche gelegt hat. Doch seitdem hat sich vieles getan. Drohnen sind nicht das einzige Element der modernen Kriegsführung. Mittlerweile greifen auch vollkommen autonom agierende Kampfroboter ins Geschehen ein, menschliche Soldaten erhalten durch den Einsatz von Augmentierungen Kampfwertsteigerungen, die selbst Adam Jensen aus Deus Ex - Human Revolution neidisch machen würden.

Mit Science-Fiction hat das aber nur begrenzt etwas zu tun, wenn es nach Entwickler Treyarch geht. Vielmehr soll es ein realistisches Zukunftsszenario sein, in dem die aktuellen Probleme der Welt, also etwa Klimawandel und Ressourcenknappheit eine zentrale Rolle spielen. Gut und Böse gibt es natürlich auch hier, wobei die Konflikte im Wesentlichen zwischen zwei, an den Kalten Krieg erinnernden Parteien ausgetragen wird.

Die Macher versprechen eine intensive Storyline für die Kampagne. Für uns klingt das bisher berichtete zwar eher nach 08/15, nachdem die ersten beiden Teile aber deutlich mehr Tiefgang zu bieten hatten als manch anderes Call of Duty, sind wir dazu geneigt, dieses Versprechen nicht in Abrede zu stellen. Ein wenig skeptisch sind wir allerdings noch in Bezug auf die Hauptfigur, in dessen Rolle wir schlüpfen werden. Nicht etwa, weil wir unseren Charakter selbst erstellen, Aussehen und Geschlecht festlegen, sondern vielmehr aufgrund einer längeren Zwischensequenz, die uns Activision zeigte. Dabei folgen wir zwei anderen Soldaten zu Menendez, der irgendwo nahe Kairo festgehalten wird. Geredet wird in dieser interaktiven Sequenz viel, unser Held allerdings scheint nicht ein einziges Mal das Wort zu ergreifen. Er wird nicht mal direkt von den anderen angesprochen. Wir sind hier also mehr als ein einfacher Mitläufer und werden auf andere Weise ins Geschehen eingebunden – ein anderer Soldat gibt uns mit einem Kopfnicken beispielsweise das Zeichen, den Verhörraum mit Menendez zu verlassen, den der Soldat mit ein direktem Zwang ein paar Informationen entlocken will.
 
Aber wirklich bedeutend wirkte unsere Rolle dort letztlich nicht. Die Entwickler wollen unseren Eindruck, dass unsere Spielfigur stumm bleibt und womöglich nie mit Namen angesprochen wird, weder bestätigen noch dementieren, versprechen aber, dass diese Figur der bislang stärkste Hauptcharakter in einem Black Ops sein wird.  Wie es tatsächlich ist, wird erst ein ausführlicherer eigener Spieleindruck klarstellen können.
 
Vier gewinnt
Sobald es richtig ans Eingemachte geht, fällt die womöglich austauschbar wirkende Spielfigur aber eh nicht mehr ins Gewicht. In einem Spielabschnitt in Nordafrika, der etwa in der Mitte der Kampagne liegen soll, greifen wir gleich mit drei Mitspielern im Koop-Modus ins Geschehen ein. Unser Ziel besteht in der Zerstörung eines großen Platzes, für den wir zunächst mehrere Schwachpunkte mit unserem Sprengequipment lahmlegen müssen. Gewählt hat Activision diese Sequenz nicht zuletzt, um die andersartige Levelstruktur zu zeigen. Größer und weitläufiger sollen die Umgebungen ausfallen und nicht so schlauchig, wie das im einen oder anderen Vorgänger der Fall war. Das führt in unserem Fall dazu, dass wir etwa umsichtiger vorgehen müssen, vor allem da im Rahmen geskripteter Ereignisse immer wieder neue Soldaten und Roboter-Einheiten aus verschiedenen Richtungen angreifen. Die KI soll komplett neu sein, viel hat sich unseren Eindrücken nach zum Rudelverhalten der Gegner aber nicht getan. Erkennbar ist aber zumindest, dass es Unterschiede zwischen den einzelnen Gegnertypen gibt. Wo in frühen Serieniterationen auch menschliche Gegner immer wieder in selbstmörderischer Manier vor unsere Flinte laufen, suchen sie besser Deckung, während die Roboter furcht- und schutzlos auf dem Kampffeld agieren. Gerade die Roboter nutzen dabei auch stärker die verschiedenen Wege, um sich uns anzunähern. Dass sie uns hier und dort dann auch mal förmlich in die Zange nehmen, schreiben wir aber eher ihrer Masse als ihre KI-Klasse zu.
 
Aber das kann im Solomodus auch schon wieder anders sein. Denn in einer Koop-Partie mit vier Spielern, es sind natürlich auch Spiele mit nur einem oder zwei Mitstreitern möglich, treten mehr Gegner auf als das im Solospiel der Fall ist. Das Design des Spiels ist, wie Treyarch betont, klar auf den Koop-Modus ausgelegt, es handelt sich also nicht um ein Solospiel, dem man einen Koop-Modus verpasst hat. Untermauert wird das durch taktische Optionen, die im Koop-Modus möglich sind. Nutzt einer der Spieler etwa sein Umgebungsanalyse-Tool, dann werden Gegner auch für die Mitspieler markiert, auf dem Boden sorgen farbliche Markierungen vor potenziell gefährlichen Arealen, zum Beispiel dort, wo wir ins Kreuzfeuer von Gegnern laufen oder gerade eine Granate liegt, dessen tödlicher (tatsächlich könnt ihr nach einem Abschuss vom Kameraden wiederbelebt werden) Detonationskreis entsprechend rot hervorgehoben wird. Grundsätzlich spielt sich das neue Call of Duty trotz der Parallelen bei der KI und dem umfassenden Einsatz von Skriptsequenzen aber dennoch erstaunlich frisch im Kairo-Abschnitt. Besonders erstaunlich ist, mit welch bedächtigem Tempo die Story teilweise erzählt wird oder gar das Gameplay mitunter ausfällt. Klar wird immer wieder der Schießprügel ausgepackt und ein Magazin nach dem anderen durchgerotzt. Aber in einem anderen Kapitel des Spiels, das wir nur sehen, aber noch nicht selbst spielen konnten, gilt das auch für weniger storylastige Abschnitte. Hier fegt ein Wirbelsturm durch eine Stadt, der so stark bläst, dass Autos durch die Gegend fliegen. Ein Annährungsmodul warnt uns vor einer erneuten Blechlawine, der wir dann durch Abwarten in geduckter Haltung entgehen.

Alles im Safe-House
Das Loadout für die einzelnen Missionen vor dem Beginn wählen zu können, ist für die Black-Ops-Reihe keine Neuheit. Das sogenannte Safe-House allerdings schon. Dort bestimmt ihr nicht bloß die Ausrüstung eures Charakters, habt Schränke oder Truhen für Ausrüstungen und Waffen. Sehr schön ist die Idee, die Leute auf eurer Freundesliste an einem Terminal praktisch in einem Livestream zu beobachten, wenn sie gerade im Spiel unterwegs sind. Insofern ein Platz frei ist, springt ihr darüber sofort ins Spiel rein. Wer die angeblich so komplexe Story nicht ganz kapiert hat, kann dort auch gesammelte Informationen einsehen oder bestimmte Hintergrundinformationen nachlesen.

Das Safe-House hat aber natürlich auch für den Mehrspieler- und den Koop-Modus eine wichtige Bedeutung. So könnt ihr auch dafür das Safe-House als Zuschauersaal nutzen und Replays eurer Partien speichern und abrufen. Stolze Soldaten dürfen sich hier auch die Vitrine mit den im Online-Modus gesammelten Medaillen ansehen. Ein bisschen wie bei Destiny kommt hier auch MMO-Feeling auf, da das Safe-House auch wie ein Art Lobby für eure Freunde funktioniert. Es kreuzen also auch die Charaktere andere Spieler in einem bestimmten Bereich euren Weg und ihr könnt direkt dort mit ihnen die Kommunikation starten. Versprochen sind nicht nur für den Mehrspieler-Modus sehr umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten für die jeweiligen Schießprügel. Verschiedene Griffe und Visiere, Scharfschützenaufsätze, und eben alles, was das CoD-Spielerherz begehrt – nur noch ein bisschen mehr als bislang.
 
Macht Spaß, kann kommen
Uns hat das Spielen des Koop-Modus in Call of Duty - Black Ops 3 viel Spaß gemacht. Gewiss setzt die Reihe wie gehabt mehr auf Masse an Gegnern statt auf KI-Klasse, geht aber gleichzeitig auch ein bisschen mehr in Richtung Realismus. Wer blind ins Gegnerfeuer rennt, liegt zumindest schnell am Boden, was in den letzten Serienteilen doch an den meisten Stellen noch nicht der Fall war. Wir hoffen sehr, dass der gespielte Abschnitt diesbezüglich repräsentativ ist. Skeptisch sind wir vor allem aufgrund des hohen Fokus auf den Koop-Modus in Verbindung mit der Story. Der gesehene Abschnitt, in dem wir in der Koop-Kampagne gemeinsam minutenlang den NPCs folgen müssen, scheint uns nicht so recht mit einem Koop-Modus sinnvoll vereinbar zu sein.
 
Überrascht hat uns auch die grafische Qualität. Während die vorgeführten Videos aus der Kampagne wirklich gut aussahen, insbesondere der Nachtabschnitt, in dem auch einige hübsche Licht-, Regen- und Spiegeleffekte auftauchten, so konnte die Grafik im eigenen Koop-Spiel damit nicht mithalten, obwohl beides von derselben Plattform (PS4) stammen soll. Das könnte auch an den Einstellungen der Fernseher oder dem beim Hands-on vergleichsweise geringen Abstand zum Bildschirm gelegen haben. Denkbar, wenn auch eher unwahrscheinlich, ist aber auch, dass die Grafikqualität in der Koop-Kampagne warum auch immer reduziert wird. So oder so: Das Koop-Spiel sah im Gegensatz zu den präsentierten Szenen teilweise deutlich schwächer aus als Advanced Warfare.
 
Die Inszenierung allerdings ist wie gehabt stark, der Sound überwältigend. Uns hat Black Ops 3 im Koop viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass es im Solospiel nicht weniger Laune macht.
Maryn 12 Trollwächter - 1110 - 9. August 2015 - 20:19 #

Das wäre ja nun wirklich nichts Neues, wenn ein CoD-Part im Einzelspieler schwächeln würde.

Marulez 15 Kenner - 2735 - 9. August 2015 - 20:32 #

Sollen ja einige Leute Cod kaufen für den Single Player, was ich auch nicht verstehen kann

Galford 12 Trollwächter - 1117 - 9. August 2015 - 21:14 #

Ich kaufe CoD wegen dem Singleplayer. Wieso auch nicht? Natürlich sind die Kampagnen nicht alle gut, aber zu sagen, ich hätte dabei keinen Spaß, wäre gelogen und unehrlich. Man muss sich die Spiele ja auch nicht zu Vollpreis kaufen. Ghosts habe ich erst nach ca 10 Monaten gekauft.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11667 - 14. August 2015 - 10:51 #

Finde den SP wesentlich spaßiger als den MP, der hat mir viel zu kleine Karten und ist insgesamt zu schnell und untaktisch für meinen Geschmack. Im SP gibt es immer bombastische Inszenierung und sehr gutes Gunplay.

XmeSSiah666X 16 Übertalent - 5785 - 9. August 2015 - 21:30 #

Ich bin zwar nicht der größte Call of Duty Fan doch wegen der breiten Splitscreen-unterstützung werde ich es mir auf jeden Fall kaufen.
Leider sind Splitscreen Spiele ja mittlerweile sehr sehr rar gesät, da muss man es der Call of Duty Reihe wirklich zugute halten, dass sie nach wie vor daran fest halten.

casiragi 10 Kommunikator - 404 - 10. August 2015 - 10:00 #

Endlich ein Grund CoD zu kaufen. Ein echter Splitscreen Koop. Ein Traum!

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