Strategie-Podcast 3MA: Historische Genauigkeit in Wargames

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5. Juli 2015 - 18:41 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
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In Folge 312 des Strategiespiel-Podcasts Three Moves Ahead spricht Gastgeber Rob Zacny gemeinsam mit Bruce Geryk und Gamedesigner Ananda Gupta über historische Genauigkeit in Wargames. Um sich dem Thema anzunähern gehen sie zunächst auf verschiedene Definitionsmethoden ein. Als erstes Beispiel dient dann das in Folge 309 behandelte Hearts of Iron 4. Dort haben, Stand jetzt, alle Nationen je Technologielevel die gleichen Panzer, was Zacny sehr stört, auch wenn es unter Gamedesign-Gesichtspunkten sinnvoll sein kann.

Letztlich richten sich die Anforderungen an die historische Genauigkeit nach den Spielern aber auch den historischen Gegebenheiten, aus die Entwickler Spielmechaniken ableiten. So stelle sich beispielsweise die Frage, ob man die bei der Schlacht von Dien Bien Phu völlig wirkungslos eingesetzte französische Luftwaffe überhaupt in ein entsprechendes Spiel einbaut - und wenn ja, ob sie tatsächlich wirkungslos sein soll. Heiß diskutiert wird auch die Frage, welchen Spielraum die historische Genauigkeit haben soll, denn letztlich wolle man ja nicht nur das wirklich Geschehene nachspielen. Im Laufe des Gesprächs werden zahlreiche Spiele, auch Brettspiele, und historische Ergeignisse als Diskussionsgrundlage herangezogen. Den Link zu dem rund 80-minütigen Podcast findet ihr in den Quellen.

Claus 28 Endgamer - - 108731 - 5. Juli 2015 - 19:09 #

Historische Genauigkeit würde auch verlangen, dass man als Spieler (um beim Beispiel zu bleiben) mal einen Panzer entwickelt, der absolut bichts in der Wurst taugt. Für bekloppte bzw. nicht funktionierende technische Neuerungen gibt es historiscch ja einiges Material.

Vampiro 21 Motivator - P - 30538 - 5. Juli 2015 - 19:32 #

Das sehe ich auch so. Und fände es gar nichtmal schlecht, wenn das in einem Spiel umgesetzt würde. Was genau warum wie schiefgeht müsste allerdings dann schon eine Zufallskomponente haben - sonst würde es ja keiner entwickeln. Den Spieler würde es, wie auch in der Geschichte, vor die reizvolle Frage stellen auf nen Standardpanzer zu setzen (wie z.B. die Soviets) oder einen (wilden) Mix von Panzern zu haben, wo zwar viele was taugen oder absolut stark sind, manche Flops sind (Elefant?), aber im Ergebnis hat man eh zu wenig. Oder aber man setzt auf eine technische Neuerung mit Risiko, und der Plan geht auf - beispielsweise das in Kisten mit der Aufschrift "Tank" verschiffte Gefährt im 1. WK.

Letztlich wird man nicht alles abbilden können, aber die Möglichkeit des Fehlversuchs als Spielelement fände ich nicht schlecht.

Claus 28 Endgamer - - 108731 - 5. Juli 2015 - 19:48 #

In den moderneren Card-driven Boadgames wie zum Beispiel Twilight Struggle wird das in Ähnlicher Form damit gelöst, dass man mitunter ein Dilemma präsentiert bekommt. Um eine Karte zu spielen, muss dann mitunter eine Kröte geschluckt werden, die der gegnerischen Seite hilft bzw. der eigenen schadet. Strategic Command hat teilweise ähnliche, wenn doch sehr abgeschwächte Momente, wenn der Spieler Decision Events erhält (beispielsweise als Brite darüber zu entscheiden hat, ob der Singapur aufrüsten und damit besser gegen eine japanische Aggression unterstützen möchte. Das Dilemma: der Brite ist so knapp bei Kasse, dass die Aufrüstung der asiatischen Stützpunkte den europäischen Schauplatz in Nachschubprobleme stürzt.

Vampiro 21 Motivator - P - 30538 - 6. Juli 2015 - 1:37 #

Twilight Struggle ist ein ABSOLUT fantastisches Spiel, eines der Besten, das ich je spielte. Das ist echt klasse. Damage Mitigation, Kröte schlucken, auf der Hand halten, ins All schicken, ganz großes Kino!

Strategic Command für den PC oder ein Brettspiel? Habe die PC-Teile leider noch nie gespielt, ist da einer gut? Thx :)

Philley 16 Übertalent - 5356 - 6. Juli 2015 - 1:53 #

Ihr alten Geeks, hört auf mir den Mund wässrig zu schreiben! Während alle Welt über ihren virtuellen Pile-of-Shame jammert, habe ich einen ziemlich realen aus Pappkartons im Schrank.
Das wird durch euer Geschreibsel nicht besser!

Claus 28 Endgamer - - 108731 - 6. Juli 2015 - 23:06 #

Lass alles stehen und liegen und lern endlich Twilight Struggle!
You will say thank you.

Ganesh 16 Übertalent - 4870 - 6. Juli 2015 - 21:12 #

Das ist ein PC-Spiel.

Claus 28 Endgamer - - 108731 - 6. Juli 2015 - 23:05 #

Strategic Command ist eine PC-Spiel-Reihe, die in den späteren Versionen mehr und mehr Entscheidungssituationen eingeführt hat.

Muss man sich als eine Art Panzer General vorstellen, bei dem man nicht einzelne Szenarien spielt, sondern halte den gesamten Konflikt, ohne Unterbrechungen.

Dazu kommt ein gewisser Civilization-Einschlag, da man auch noch Diplomatie und Forschung betreiben kann.

Für mich persönlich zählen dabei die Versionen Strategic Command - The Great War 1914-1918 mit dem Add-on Breakthrough installiert (Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, alternativ auch Russischer Bürgerkrieg oder Preussisch-Französischer Krieg von 1870, alles auf Europakarten) bzw. alternativ Strategic Command - Global Conflict mit dem installierten Gold Add-on (Zweiter Weltkrieg auf einer Weltkarte) zu den besten Vertretern der Reihe. Die späteren Global Conflict Add-ons Attack on Democracy oder Attack on Communism sind meiner Meinung nach nicht mehr so gut.

Ich muss dazu sagen, dass ich ab Global Conflict Gold zu den Beta-Testern gehört hatte, so dass ich da nicht unvoreingenommen bin.

Zu Twilight Struggle kann es keine zwei Meinungen geben, dass hat mich wirklich weggeblasen, als ich es das erste Mal mit meinem Bruder gespielt hatte. 1989 ist übrigens ebenfalls gut, kommt aber nicht ganz an TS heran.

Zu Strategic Command: einfach mal die Demo runterladen uns schauen, ob es dir grundsätzlich zusagt. Hinweis: die Strategic Command spiele machen am meisten Spaß, wenn man sie via Email gegen einen menschlichen Mitspieler spielt. Am besten gegen gleichstarke.

Alles keine Spiel, die man an einem Abend durchspielen kann. Aber Spiele, die man in einer halben Stunde intuitiv verstanden hat.

Die älteren Versionen sind ok, aber schon ein wenige outdated.

Ganesh 16 Übertalent - 4870 - 6. Juli 2015 - 21:19 #

Deswegen fand ich den Hinweis so toll, dass die Spieler halt mit ihren Spielzeugen spielen wollen. Wenn der Panzer nix taugt, wär man halt sauer.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21510 - 6. Juli 2015 - 10:22 #

Ich bin froh, das es nicht immer so genau in den Spielen umgesetzt wird. Kann mich noch gut an Penzer General erinnern, als dr Panzerjäger 1 kaufbar war. Kostete nur 32 Prestige und war hervorragend, um billig viele Panzer zu haben. Die haben selbst noch später paar Angriffe abgewehrt und dadurch viel Erfahrung bekommen. So konnte schnell auf paar gute Jagdpanzer aufgerüstet werden.

Claus 28 Endgamer - - 108731 - 6. Juli 2015 - 23:07 #

In dem Norwegen-Szenario konnte man die aber in der Pfeife rauchen, da die gegen die Matildas nicht wirklich geholfen und eher nur die Wege blockiert hatten.
:)

Maik 20 Gold-Gamer - - 21510 - 7. Juli 2015 - 7:34 #

zenario Norwegen habe ich meist ausgelassen. Die Karte war echt nervig, da man sehr hoch in den Norden musste und ich irgendwie nie die richtige Taktik gefunden hatte. Die Panzerjäger warten eben nur dazu da, den Gegner zu schwächen, um dann mit den guten Einheiten ohne Verluste den gegnerische Einheiut zu vernichten. Die sind eben nur noch in Afrika sinnvoll, weil dann schon die guten Stugs kommen.

Claus 28 Endgamer - - 108731 - 7. Juli 2015 - 17:53 #

Ich glaube, da gab es sehr viele weiche Ziele und einige wenige schwergewichtige Panzer. Dazu ein paar Flieger.
Daher waren die Panzerjäger da relativ wertlos, man brauchte ich glaube ich gute Infantristen, Artillerie und Panzer mit hohen Werten gegen Infantristen (Panzer 4).
Fand das Szenario interessant, aber nicht besonders spaßig. Da war Norwegen in Panzer General 2 (Deutsch: Panzer General 3D) doch besser.

Ganesh 16 Übertalent - 4870 - 6. Juli 2015 - 21:13 #

Ich fand den Podcast super. Was aber vor allem an Gupta lag. Der Typ ist halt nicht nur ein super Spieldesigner, sondern auch ein toller Podcast-Gast.

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