eShop-Check: Don't Starve - Giant Edition
Teil der Exklusiv-Serie eShop-Check

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21. Juni 2015 - 21:06 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
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Jede Woche stellen wir euch ein interessantes eShop-Spiel (WiiU, 3DS oder Virtual Console) vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Um diese Rubrik kümmern sich unsere User CptnKewl und mrkhfloppy.

So finster die Nacht! Wir legen unser letztes Holzscheit auf das fast niedergebrannte Lagerfeuer und schauen sorgenvoll zum Horizont. Kein Anzeichen von den rettenden Strahlen der Morgenröte, um uns herum nur Finsternis und Grauen. Wir tanzen mit Gevatter Tod und die Chancen stehen wahrlich schlecht. Seine Handlanger Hunger, Wahnsinn und Schmerz sind uns unerbittliche Begleiter, die niemals ruhen. Eine letzte Handvoll Beeren vermag das Loch in unseren Bauch kaum zu stopfen,  Fleisch ist uns schon lange ausgegangen. Wenig später vergeht auch die letzte Glut der Feuerstelle und wir sind gefangen im Mantel der absoluten Dunkelheit. Unheilvolle Geräusche ertönen als Vorboten des Unausweichlichen: Der Sensenmann gewinnt – wie fast immer in Don‘t Starve.

Wir haben das ursprünglich 2013 erschienene Roguelike in der Giant Edition auf der WiiU getestet. Unsere Eindrücke lest ihr im heutigen eShop-Check.
Die skurrile Optik des Spiels erinnert an die Filme von Tim Burton
Roguelike-Moritat auf Defoes Insel
Don’t Starve katapultiert uns zu Beginn in eine zufallsgenerierte, einsame Ödnis, die auch der Feder von Tim Burton entstammen könnte. Die überwiegend gedeckten Erdtöne und das leicht skurrile Artdesign, gepaart mit einer Prise Morbidität, erinnern sofort an die Werke des Filmemachers. Weder haben wir eine Aufgabe, noch finden wir eine Menschenseele, die uns den ganzen Schlamassel erklärt. Zu allen Überfluss knurrt jetzt auch unser Magen. Leiden wir zu viel Hunger, schwindet auch die Lebensenergie im Sekundentakt, bis wir schließlich sterben. Da kommen die Strauchbeeren gerade recht, was aber unser letzter Gedanke in dieser Partie ist: Das Obstgestrüpp entpuppt sich als Monster mit stelzenlangen Beinen, dem wir nicht im Ansatz gewachsen sind. Wie so häufig endet unser Abenteuer, ohne dass es richtig begonnen hat.

Speicherstände gibt es nicht, denn der Überlebenstrip namens Don't Starve Giant Edition ist auch auf WiiU ein waschechtes Roguelike mit steiler Lernkurve. Eine narrative Verortung zur Motivation erfolgt im Spiel selbst kaum, das düstere Robinson Crusoe-Szenario muss Antrieb genug sein. Auf Kannibalen stoßen wir im Verlauf unseres Abenteuers nicht, aber garstige Spinnen, blutrünstige Hunde und weitere bizarre Bestien laden auch nicht zum Kaffeekränzchen. Wer mehr über die Welt von Don't Starve erfahren möchte, findet Hinweise in Videos, Texten und Bildern der Entwickler.
Dank Zufallsgenerator warten die Bestien schon zu Beginn. Bloß nicht wecken!
Des Glückes eigener Crafting-Schmied
Nach dem nächsten Spielstart sind wir vorsichtiger und haben die bösen von den guten Gebüschen zu unterscheiden gelernt. Wir haben uns einen kleinen Vorrat an Beeren gesammelt sowie aus Ästen und einem scharfkantigen Stein eine provisorische Axt gebaut. Jetzt fehlen nur noch ein paar Zweige für die Hasenfalle. Dann gibt es endlich wieder Fleisch! Das ständig wachsende Crafting-System ist eine Stärke des Titels, denn nahezu alles, was die Umwelt bietet, kann in irgendeiner Form verarbeitet werden.

Wir rüsten uns mit einer stachelbesetzen Keule, stellen ein Zelt auf und legen Beete an. Jedes Rezept listet genau auf, welche Zutaten noch fehlen. Gutes Englisch ist hierbei von Vorteil, denn die Piktogramme der Ingredienzien sind sehr schlecht deutbar. Statt die Möglichkeiten des Touchpads der WiiU zu nutzen, müssen wir zudem umständlich über die Schultertasten den Baukasten aufrufen oder das Inventar verwalten. Hier hat der Entwickler Komfort verschenkt. Darüber kann auch die scroll- und zoombare Karte nicht hinwegtäuschen.
Das WiiU-Gamepad zeigt die Karte. Ein Touch-Bedienung für das Crafting-System wäre uns aber lieber gewesen. 
Nicht den Verstand verlieren
Mit den Erfahrungen aus einigen Partien haben wir es bis ans abendliche Lagerfeuer geschafft und das Fleisch brutzelt am Spieß. Don’t Starve besitzt einen stetigen Tag-Nacht-Rhythmus, der auch Auswirkungen auf das Gameplay hat. Ist die Sonne erst am Horizont verschwunden, wird die gesamte Welt in Finsternis getaucht. Für unseren Protagonisten ist das die schwerste Zeit, denn neben den körperlichen Bedürfnissen müssen wir auch für unser Seelenheil sorgen. Kümmern wir uns nicht um Licht, gute Nahrung oder Verletzungen, betäubt der Wahnsinn unsere Sinne. Wir erliegen dann optischen und visuellen Halluzinationen, deren Endstadium zum erneuten Tête-à-Tête mit dem Sensenmann und dessen Schattenkreaturen führt. Geruhsamer Schlaf oder warme Kleidung senken, neben anderen Tricks, euren Stresspegel.

Echte Quests bietet Don't Starve nicht. Ihr müsst am Leben bleiben und auf eigene Faust die Welt erkunden. Dafür gibt es auch viel zu entdecken und noch mehr zu bauen, wenn man das nötige Durchhaltevermögen und ein Quäntchen Glück auf seiner Seite hat. Mit jedem Tag sammelt ihr zudem Erfahrungspunkte und schaltet damit weitere Charaktere mit speziellen Fähigkeiten frei. Ein echtes Ende bietet Don't Starve übrigens auch. Aber das liegt – typisch Roguelike – in weiter Ferne.

Die Giant Edition
Vielleicht fragt ihre euch als etwaige Besitzer des normalen Don't Starve, was eigentlich neu ist an der Giant Edition. Sie enthält die Inhalte der Reign of Giants-Expansion und damit elf statt neun Charaktere. Die Bühnenschauspielerin Wifgrid startet mit Helm und Schild (sie spielte eine Walküre...), was euch das Leben zu Beginn sehr erleichtert. Der zweite neue Charakter ist Webber, ein Junge, der im Inneren einer Spinne lebt, die ihn einst verspeisen wollte. Zudem gibt's neue Herausforderungen durch Jahreszeiten-Auswirkungen wie Sommerhitze und Monsunregen. Dazu gibt's neue Biome mit weiteren Monstern und Sammelgegenständen.

Fazit
Wer sich schon immer als Robinson Crusoe in einer brettharten Schauermär fühlen wollte, macht mit Don’t Starve Giant Edition für WiiU wenig falsch. Ihr werdet nicht an der Hand genommen, müsst eine steile Lernkurve meistern und könnt euch am schaurigen Artdesign erfreuen. Weniger leidensfähige Spieler sollten wahrscheinlich einen Bogen um den Titel machen. Tag für Tag müsst ihr Nahrung sammeln und Vorbereitungen für die Nacht treffen. Auf Dauer kann dies ermüden, zumal der Tod euer ständiger Begleiter sein wird. Sind die Rohstoffe auf der zufallsgenerierten Karte ungünstig verteilt, geraten die ersten Tage zudem zur spielerischen Durststrecke.

Etwas enttäuscht sind wir von der Portierung des Spiels auf die WiiU, da das Touch-Gamepad nur teilweise genutzt wird – die Übersichtskarte auf dem Gamepad zu haben, ist zwar schön, aber wichtiger wären Baumenü und Inventarverwaltung gewesen. Den Off-TV-Modus können wir zudem wegen der kleinen Schriftgröße nur bedingt empfehlen. Die WiiU-Fassung hätte die definitive Version von Don't Starve werden können, so ist es nur eine gute Umsetzung geworden, die das Addon bereits enthält. Dem eigentlichen Kernerlebnis tut das aber natürlich keinen Abbruch.
  • Einzelspiel
  • Survival-Roguelike
  • Für Profis
  • Off-TV-Feature
  • Erhältlich seit 4.6.2015 für 13,99 Euro
  • In einem Satz: Harter Überlebenskampf mit tollem Crafting-System in Tim-Burton-Optik.

Video:

TheEdge 14 Komm-Experte - 2383 - 21. Juni 2015 - 22:06 #

Lohnt sich das spiel für Besitzer einer anderen Version? Habs für die Vita und fand es zu klein auf dem Bildschirm. War aber eh die gratis plus Version und das abo läuft bald aus .

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30852 - 21. Juni 2015 - 22:15 #

Wenn du auch die DLCs schon besitzt, lohnt es sich nur, wenn du es auf dem großen TV spielen willst. Inhaltlich ist sonst alles beim alten geblieben und die WiiU-Extra-Features halten sich in Grenzen. Wenn du noch nen Bekannten hast, der es auch möchte, lohnt der Kauf bis zum 4. Juli, weil es dann einen Extra-Key gibt und der Preis sich somit auf 7 Euro halbiert.

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64882 - 21. Juni 2015 - 23:10 #

Sehr, sehr schöner Check.

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30852 - 22. Juni 2015 - 5:28 #

Dankeschön

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32803 - 21. Juni 2015 - 23:46 #

Ich musste Moritat erstmal googeln, das Ergebnis hat mir aber auch nicht sonderlich geholfen. ;)

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30852 - 22. Juni 2015 - 5:27 #

Eine schaurige Begebenheit/Erzählung. Bekannt ist die Moritat von Macky Messer.

Xentor 14 Komm-Experte - 2164 - 22. Juni 2015 - 3:59 #

Naja ganz korrekt ist der Artikel nicht.
Es gibt ja immernoch Maxwell, der einen am Anfang begrüsst.
(Und der ja für all das Verantwortlich ist).
Ich weiss immernochnicht warum die Macher die Introvideos nicht ins SPiel eingebaut haben.
(Wo Wilson die "Infernal Maschine" baut, die ihn in die DS Welt katapultiert, oder was es mit Maxwell auf sich hat....)
Sehr schade, aber diese Videos gibt es.
https://www.youtube.com/watch?v=fXP4_2qRHng
https://www.youtube.com/watch?v=oo6o52C58as

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30852 - 22. Juni 2015 - 5:12 #

Auch das Spielintro zeigt, wie Maxwell den armen Wilson in die Spielwelt katapultiert. Aber im Prinzip ist das alles irrelevant und mehr ein Notnagel als Aufhänger denn echte Story.

Xentor 14 Komm-Experte - 2164 - 22. Juni 2015 - 7:25 #

eigentlich hat das Spiel recht viel Story, nur die ist irgendwie nicht "im Spiel" :-)
Wie nennt man das Hintergrund"lore" ?

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30852 - 22. Juni 2015 - 8:09 #

Hmmm .. Roman zum Spiel :) Ich habe auf deine Hinweise hin aber die entsprechende Passage im Text abgeändert. Dankeschön.

euph 23 Langzeituser - P - 38747 - 22. Juni 2015 - 7:37 #

Schöner Check - hat Spaß gemacht ihn zu lesen. Danke dafür.

Muffinmann 15 Kenner - - 3591 - 22. Juni 2015 - 8:45 #

Danke! Schön geschrieben... Glaube ich hol die PC Version nochmal hervor :)

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