Indie-Check: Deadly Profits
Teil der Exklusiv-Serie Indie-Check

PC
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Dominius 7006 EXP - 17 Shapeshifter,R7,S2,A2,J7
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9. Juni 2015 - 8:00 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
In unserer Rubrik Indie-Check stellen wir euch jede Woche ein interessantes PC-Spiel eines unabhängigen Entwicklerstudios vor. Die Rubrik wird von unseren Usern Der Marian, Zaunpfahl und Dominius betreut.

Deadly Profits ist ein First-Person-Dungeon-Crawler, der vom Entwickler als "Roguelike in 3D" bezeichnet wird. Man krieche (crawl) darin nicht durch Dungeons, sondern die Dungeons würden zu Schlachtfeldern!

Das klingt toll, doch unsere Vorfreude wird ein klein wenig vom Wissen gedämpft, dass das Werk von Digital Homicide stammt, ein Studio, dass bisher durch "Perlen" wie The Slauthering Grounds, Forsaken Uprising oder das grottenschlechte Temper Tantrum aufgefallen ist. Berüchtigt ist der kleine Entwickler vor allem dafür, sich Assets (Monster, Gebäude, Waffen und so weiter) aus dem Unity-Store zu kaufen, und die von teils völlig unterschiedlichen Personen nach unterschiedlichen Prinzipien gefertigten Grafikobjekte irgendwie zusammen zu basteln. Fragt sich, ob es bei Deadly Profits anders ist.
Auch diese Monster rennen bloß stumpf auf euch zu

Tödlich ist nur die Langeweile
Die Handlung des Spiels ist zumindest dem Steam-Store keine sonderliche Erwähnung wert, und eigentlich sagt es "Dungeon Crawler" ja schon: Ihr lauft in 3D durch Verließe und wehrt euch nach Kräften gegen angreifende Monster, um nützliche Items zu finden und immer stärker zu werden.

Überraschung: Deadly Profits wirkt auf den ersten Blick ganz passabel! Die Monster, die ihr beim Durchstreifen der Dungeons trefft, sind gut modelliert und schick animiert und auch die Zauber, mit denen ihr sie bekämpft, haben ansehnliche Effekte. Die Wände der Dungeons sind mit allerlei Zeugs dekoriert. In jedem Fall ein Lob für diejenigen, die die Monster gestaltet haben – allerdings waren das nicht die Devs von Digital Homicide, die Monster gibt es, wie schon angedeutet, als Pakete im Unity-Store zu kaufen.

Diese Von-der-Stange-Anmutung ist aber nicht etwa das größte Problem von Deadly Profits. Vielmehr ist das Spiel selbst äußert flach und repetitiv. Freut man sich im ersten Dungeon noch über die vielen Monstertypen und die Crafting-Optionen, muss man später feststellen, dass das gesamte Spiel nur eine Wiederholung des ersten Levels ist. Jeder Dungeon spielt sich absolut gleich, das Einzige, was sich verändert, sind die Modelle der Monster oder die Effekte eurer Zauber. Ansonsten gilt: Monster rennt auf euch zu, euer Zauber haut es um, nächstes Monster rennt auf euch zu. Ob eurer Zauber nun ein grüner Giftstrahl oder blauer Eiskeil sein soll, ist unerheblich.

Auch das Layout der Dungeons ist langweilig: Es werden immer dieselben Muster und Gänge wiederholt und dort stehen dann an denselben Stellen irgendwelche Monster, die auf ihr Ende warten. Dadurch, dass ihr wirklich meist nur einen Zauber braucht, wird das Spiel auch unglaublich einfach. Da ihr sofort wieder zaubern könnt, sobald euer Zauberprojektil irgendwo einschlägt, ist es ein leichtes, auch größere Monsterhorden in die ewigen Dungeongründe zu schicken.

Und so werden auch die nächsten zehn Dungeons aussehen

Abwechslung gesucht
Immerhin, die sekundären (und eher defensiven) Zauber versprechen Abwechslung: Ihr könnt Wesen beschwören, Fallen legen oder Monster lähmen. Angesichts des niedrigen Schwierigkeitsgrades ist dies aber nicht nötig, zumal beschworene Kreaturen dazu neigen, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen – die Wegfindung ist miserabel. Auch die Crafting-Optionen für den Gegenstandspool können das Spiel nicht retten: Im Endeffekt steigert ihr mit den Ausrüstungsgegenständen nur einige Statuswerte, besondere Effekte oder einzigartige Gegenstände gibt es nicht.

Viel bleibt nicht mehr zu sagen: Ab und zu mal lässt sich die Maus nicht mehr bewegen, was aber durch ein Öffnen und wieder Schließen des Inventars zu beheben ist. Hintergrundmusik gibt es nicht; die Geräusche der Monster und Zauber vermischen sich zu einem undurchschaubaren Wirrwarr, das man bald ignoriert. Die Bosskämpfe am Ende eines jeden Dungeons haben faktisch keine Bedeutung und finden auch immer in demselben Raum statt, besondere Gegenstände oder Belohungen erhaltet ihr dort nicht.

Einer der monotonen Bosskämpfe

Fazit
Deadly Profits ist ein schlechtes Spiel. Und das liegt nicht daran, dass die meisten Assets vermutlich einfach zusammengekauft wurden. Das liegt vielmehr daran, dass das Spielprinzip bereits im ersten Level seinen Höhepunkt überschreitet, danach gibt's nicht Neues mehr. Wenn ihr unbedingt einen First-Person-Dungeon-Crawler sucht, seid ihr bei anderen Titeln wesentlich besser aufgehoben.

  • Dungeon-Crawler
  • Einzelspieler
  • Für Einsteiger
  • Preis: 10 Euro
  • In einem Satz: Langweilig, repetitiv, zu einfach: Finger weg!
Kirkegard 19 Megatalent - P - 15258 - 9. Juni 2015 - 8:08 #

Erinnert mich ein bissel an Stonekeep. Wobei das cool war.

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20457 - 9. Juni 2015 - 10:22 #

Leider gab es da den Plot Stopper auf etwa der zehnten Ebene. Wenn Du im Feenreich nicht sämtliche Quests erledigt hattest, ist das Spiel auf der nächsten Ebene nach einiger Zeit abgestürzt. Es gab aber auch kein zurück, um die Quests noch zu erledigen. Durch das "nach einiger Zeit abgestürzt" hatte ich meine Spielstände bereits allesamt überschrieben.
Danach konnte ich mich nie wieder aufraffen, das Spiel zu spielen, um es doch noch zu beenden. Ein bereit gestellter fremder Spielstand ohne diesen Fehler kam für mich natürlich nicht in Frage.

Ja, ich habe Stonekeep leider nicht in bester Erinnerung. Die beiliegende Kurzgeschichte war zwar auch nett, hatte aber mit dem Spiel so gar nichts zu tun.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15258 - 9. Juni 2015 - 10:50 #

Da hatte ich ja Glück.
Kann mich kaum noch dran erinnern, ist aber auch schon knapp 20 Jahre her ;-)

Magnum2014 16 Übertalent - 4735 - 9. Juni 2015 - 8:19 #

Ja Stonekeep war cool. War ja auch von Brian Fargo...vielleicht machen die ja dazu einen Kickstarter und einen 2.Teil

Da spielt man wohl lieber Legend of Grimrock 1+2 anstatt diesem Game.
Beide sind um Welten besser.

Schade dass es keinen Kickstarter gibt zu Dungeon Master.
Das wäre cool. Ein echtes neues Dungeon Master mit dem Feeling von damals. Aber nicht wie im 2.Teil...wie im ersten Teil oder bei Chaos strikes back.

hmm. Vielleicht sollte ich meinen Amiga wieder auspacken und DM1 spielen...aber es gibt so viele andere Spiele die ich noch nicht durch habe....

Nudeldampfhirn 14 Komm-Experte - P - 2352 - 9. Juni 2015 - 8:36 #

Hehe, Story of my life :D

RoT 17 Shapeshifter - 8692 - 9. Juni 2015 - 10:29 #

wäre schön, wenn ein zwei der alternativen auch im indie check erwähnt würden...

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30946 - 9. Juni 2015 - 8:44 #

Schöner Verriss. Für Freunde des Genres gibt es wohl aber ein paar bereits genannte Alternativen. Ich würde The Keep für den 3DS hinzufügen wollen. Nicht die frei von Fehlern, aber für Unterwegs eine Runde Sache die mich seinerzeit doch überraschte.

euph 23 Langzeituser - P - 39134 - 9. Juni 2015 - 9:12 #

Klingt nicht nach einem Must-Have-Titel ;-)

Der Marian 19 Megatalent - P - 17462 - 9. Juni 2015 - 11:40 #

Auch mal erfrischend einen kleinen Verriss als Indie-Check zu lesen ;).

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 34527 - 27. Juli 2015 - 10:56 #

Warum nicht auch mal ein Verriss als Check-Artikel? Liest sich nett, danke dafür. :-)

Btw: "The Slauthering Grounds" sollte vielleicht "Slaughtering" heißen?

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Action
3D-Action
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Digital Homicide Studios
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29.05.2015
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