Wir sind noch nicht tot Meinung

Kein Nachruf von Mick Schnelle

Mick Schnelle / 19. Dezember 2015 - 10:15 — vor 50 Wochen aktualisiert
Anfuehrung
Es ist eins dieser Vorurteile, das beinahe so alt wie die Branche selbst ist. Nein, ich meine nicht das beliebte „Ihr seid doch alle von der Industrie bestochen“, sondern das andere. „Ihr seid doch viel zu alt, um noch neue Spiele richtig bewerten zu können.“ Gerade erst wieder im Forum der Spieleveteranen aufgewärmt. Und ja, ich ärgere mich darüber. So schnell gesagt das auch ist, und so logisch es zunächst mal klingen mag, so falsch ist das selbstverständlich auch.

Zuerst einmal eine Richtigstellung. Denn eigentlich gemeint ist ja nicht, dass wir Spieletester, die schon das eine oder andere Jahrzehnt mit dabei sind, wirklich zu alt wären. Was der postende Mensch im Forum (so hoffe ich zumindest!) meinte, war ja eher „Ihr macht den Beruf schon viel zu lange, als dass ihr euch noch für irgendetwas begeistern könntet.“ Die Motivation, die ich dahinter vermute, begründet sich meist auf unsere Einschätzungen neuer Trends. Etwa, wenn wir auch der neuen 3D-Brillen-Generation wenig Massentauglichkeit attestieren. Oder bezweifeln, dass die Steam Machines in absehbarer Zeit den Windows PC ablösen kann. Gerade jüngere Hörer und Leser, die sich für eins der Themen ereifern, fühlen sich dann bestätigt, dass wir älteren Herrschaften einfach nicht mehr die richtige Peilung haben und in unserer garantiert vorhandenen Bräsigkeit die Megatrends der nächsten Jahre glatt übersehen. Alt, träge, satt und unmotiviert. So sind wir Spielesenioren eben.

Alt, träge, satt und unmotiviert. So sind wir Spielesenioren eben.
Machen wir mal einen kurzen Schlenker in andere Branchen und Bereiche. Hat irgendjemand je an Marcel Reich-Ranickis Qualifikation gezweifelt, weil der ja alle 26 Buchstaben plus Umlaute und Sonderzeichen schon lange vorm Krieg kannte? Oder weniger hoch gegriffen: Kann sich ein Schokoladenfreund nicht an einer neuen Sorte erfreuen, auch wenn er seit 50 Jahren am liebsten Mokka-Sahne isst? Ich hoffe mal, beide Fragen werden von der überwältigenden Mehrheit mit „Nein!!!“ beantwortet. Warum sollte es dann bei uns Spieletestern anders sein?

Die meisten meiner Kollegen und Leidensgenossen kenne ich schon mehrere Jahrzehnte. Und allen, die seit so langer Zeit schon dabei sind ist eins gemein: Sie spielen gern. Altes, Neues, Mainstreamiges und auch Abseitiges. Wir haben den Beruf ja nicht ergriffen, weil uns das Arbeitsamt aus Verzweiflung einem Verlag zugeteilt hätte, sondern weil für uns Spiele, egal welcher Art und auf welchem System, Spaß machen. Dazu kommt eine ausgeprägte Neugier auf Neues und Spannendes. Aber auch Altes, das originell in Szene gesetzt wurde. Kaum etwas ist schöner, als wenn ein Entwickler von seinen Plänen fabuliert. Mögen die auch noch so fantastisch sein und letztlich gar nicht umgesetzt werden. Einige der herrlichsten Erlebnisse hatte ich etwa mit Peter Molyneux, wenn er im lauschigen Plausch mal wieder seine spieldesignerischen Weltbeherrschungspläne erläuterte. Oder wenn Richard Garriott mit der Begeisterung eines kleinen Jungen seine mit Buntstift gemalte Karte von Ultima 9 präsentierte. Und das viele Jahre vor Veröffentlichung!

Dieser Begeisterung steht aber auch eine gewisse Erfahrung gegenüber, die sich sowohl aus Spaß an der Freud und teilweise maßloser Enttäuschung nährt. Wir alle haben über die Jahrzehnte immer wieder miterlebt, wie allzu hoch gegriffene Projekte gescheitert sind. Manchmal am mangelnden Budget, an Selbstüberschätzung der Macher oder schlicht Desinteresse der potentiellen Käufer. Begeisterung und Enttäuschung bilden zusammen mit der Erfahrung das, was man Expertise nennt.

Niemand braucht zu glauben, ich hätte nicht auch gern ein hervorragend funktionierendes 3D-Brillensystem, mit dem ich endlich in die dritte Dimension eintauchen kann. Wieso auch? Was wäre das für ein Spaß! Nur haben wir diesen Hype über die Jahre schon x-mal mitgemacht. Tolle 3D-Brillen wurden in den letzten 15 Jahren mindestens dreimal angepriesen. Zu umständlich, zu teuer, zu wenig Spiele waren stets dieselben Gründe, die einen größeren Erfolg verhinderten. Wer kann sich noch an die fiesen VR Helme der 90ger Jahre erinnern? Damals auch bejubelt und als Zukunftstechnologie bezeichnet. Heute eine Fußnote der Geschichte.

Wie oft war der klassische PC schon totgesagt?
Anderes Beispiel: Wie oft war der klassische PC schon totgesagt? Von dem gerade neuesten Gadget oder der aktuellsten Konsole abgelöst? Da möge man es uns nachsehen, wenn wir bei der Steam Machine nicht gleich jubelnd Hurra brüllen. In fünf Jahren wird das irgendwas anderes sein, weswegen man uns mangelnde Flexibilität und Übersättigung vorwirft. Auch das können wir aus der Erfahrung heraus mit einer ziemlichen Sicherheit vorhersagen.

Apropos Übersättigung: Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem ich nicht vor PC, iPad oder Konsole sitze und mir nach und nach all die Spiele zu Gemüte führe, mit denen ich beruflich nichts zu tun hatte. Zugegeben, wirklich alle schaffe ich nicht. Aber ich gucke genauso gern ins neueste Need for Speed, wie in irgendwelche obskuren iPad Jump & Runs, obwohl ich beide Genres nicht ganz so dolle finde. Und ich weiß, meinen lieben Kollegen geht es nicht anders, obwohl so mancher ja auch noch Frau und Kinder hat, die ebenfalls ein gerüttelt Maß an Aufmerksamkeit erwarten. Doch wozu gibt’s die frühen Morgenstunden, in denen man via Facebook sieht, wer früh schon Maus und Gamepad malträtiert?

Ich hoffe, ich habe bei diesem pauschalen Missverständnis für ein wenig Erhellung sorgen können. Ich spreche jetzt mal ganz dreist für all meine langjährigen Kollegen. Niemand von uns würde unseren Beruf machen, wäre er nicht von Spielen und allem was dazu gehört gnadenlos begeistert. Niemand würde Dutzende Stunden in einen einzigen Spieletest stecken, hätte er das Thema über. Wir lassen uns nur nicht mehr so leicht ins Bockshorn jagen, versorgen unser Hörer und Leser dafür mit profunden Einschätzungen, die durchaus schon mal kontrovers unter den Kollegen diskutiert werden. Etwa im Fall von Starcraft 2: Legacy of  the Void, was eigentlich der Anlass für den kritischen Kommentar im Spieleveteranenforum war. Jörg fragte zu Recht, warum wir fünf Jahre auf den Abschluss der Starcraft 2-Sage warten mussten. Und ich war begeistert vom nach wie vor unglaublich motivierenden Missionsdesign. Darüber haben wir nicht nur vor der Kamera gekabbelt.

Und ja, wir Spieletester-Veteranen haben natürlich auch nicht immer  Recht. Aber tot (oder eben verbrämt, übersättigt, altersmüde) sind wir noch lange nicht!
 
Abfuehrung
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Mick Schnelle 19. Dezember 2015 - 10:15 — vor 50 Wochen aktualisiert
Jörg Langer Chefredakteur - P - 324138 - 19. Dezember 2015 - 10:16 #

Viel Spaß beim Lesen!

Triton 16 Übertalent - P - 5289 - 19. Dezember 2015 - 10:26 #

Sehr schöne Frühstückslektüre, danke dafür.
Solange der PC lebt ist mein Hobby nicht Tot.

Moriarty1779 15 Kenner - P - 3017 - 19. Dezember 2015 - 12:47 #

So lange irgendeine Technologie existiert, auf der ich Spiele spielen kann, die meinen Geschmack treffen - so lange ist mein Hobby nicht tot.

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61405 - 19. Dezember 2015 - 17:12 #

This !

DBGH SKuLL 12 Trollwächter - 1143 - 19. Dezember 2015 - 21:30 #

Word!!!

Nefenda 14 Komm-Experte - 1889 - 19. Dezember 2015 - 23:44 #

*augenroll
Liebe das gaming und nicht worauf. Den spielspaß.

Marulez 15 Kenner - 2737 - 20. Dezember 2015 - 11:39 #

Konsolen braucht der PC aber auch. Würde sonst düsterer auf dem PC aussehen im gaming Bereich mmn

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 20. Dezember 2015 - 12:01 #

Warum?

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 9879 - 20. Dezember 2015 - 12:23 #

nö, dann würde ja logischerweise jeder aufn PC spielen.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 20. Dezember 2015 - 12:41 #

Ich würde eher auf dem Handheld oder Smartphone spielen, bevor ich PC-Gamer werde. Meine PSP und Vita-Spiele sehen auch auf dem Fernseher noch klasse aus, ausserdem gibt es darauf mehr interessante Exklusivtitel nach meinem Geschmack.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6529 - 20. Dezember 2015 - 14:42 #

Exklusivtitel geben sich hier wie da nichts, es ist und bleibt bei der berühmten Genrefrage: Ich z.B. will Legend of Zelda, Civilization, Mario und WoW spielen, also bleiben mir nur U, ds und PC. Wer stattdessen lieber Uncharted, Halo, Final Fantasy und Gears of War zockt, der greift halt zu PS4 und Xbox Three. So oder so stirbt erstmal keine Plattform.

stylopath 16 Übertalent - 4053 - 22. Dezember 2015 - 18:46 #

...Aber lange nicht soviele. Und wohl auch nicht so hoch budgetierte Spiele.

xan 15 Kenner - P - 2958 - 19. Dezember 2015 - 10:28 #

Sehr schön geschrieben und gesagt. Klingt alles sehr plausibel. War selber früher auch überschwänglicher und intensiver begeistert von Spieleankündigungen und, wie man heute sagt, Hypes. Es ist eher einer objektiveren Distanz mit einer "Na, mal sehen"-Mentalität gewichen. Heißt aber ja keineswegs, dass nicht weiterhin begeistert werden kann. Es muss nur ein wirklicher Grund vorliegen und keine Ankündigung.

Ps: Freue mich auf mehr von Mick!

Mazrim_Taim 15 Kenner - 3109 - 19. Dezember 2015 - 12:11 #

Hat was aber Rückblickend war damals ggf. was dran an den "Hypes".
Wenn ich an System Shock, HL, OpFP, Total Annihilation oder sogar CC denke waren da schon...na ich sag mal spannende Momente ob das auch klappt was man da gelesen/gehört hatte.
Logisch das ist das nur ne kleine Auswahl an Spielen die dem Berg von 08-15 oder Massenware entgegenstehen.
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Ich sehe das mit den "Spieleveteranen" eher positiv (liegt ggf. daran das "Videogames" seit 25+ Jahren einer meiner Hobbys ist) da man weiß das viele der Fehler in Spielen schon vor X Jahren gemacht wurden und es deutlich bessere Lsg. gibt.
Man muß eben das Marketing BlahBlah von dem Produkt trennen.
Mag ja sein das z.B. Peter Molyneux ein super netter Mensch ist der auch extrem viele Ideen hat die sich gut anhören usw. usw. aber wenn die nicht im Produkt sind und oder einfach dort nur schlecht umgesetzt kann man dem Spiel keine Traumnoten geben.
Und da wären wir beim Thema "von der Industrie bestochen". GERADE weil so Test von "Spieleveteranen" kommt die es einfach besser wissen müssen / sollten kann man oft die Tests nicht nachvollziehen.
Die einfachste Lösung bzw. erste Gedanke ist das da mit ein paar DM / € nachgeholfgen wurde.
Es wird schon ein Grund geben warum das Sterben von Zeitschriften primär nur die Spieelbranche trifft.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324138 - 19. Dezember 2015 - 12:39 #

Weder ist es die einfachste Erklärung, von Bestechung auszugehen, wenn ein Spieleveteran ein Spiel anders einschätzt als man selbst, sondern das ist die abwegigste.

... noch ist das Sterben von Print primär ein Thema der Spielezeitschriften, das zieht sich vielmehr durch die gesamte Branche, mit einigen wenigen und immer wieder erwähnten Ausnahmen wie, Moment, welches Beispiel folgt nun in neun von zehn Fällen, richtig: Landlust. Besonders schwer trifft es Zeitschriften mit jüngerer und/oder technikaffiner Zielgruppe, wozu natürlich Spielezeitschriften gehören. Aber das ist eben auch schon der Grund (also dass just diese Zielgruppen verstärkt im Internet unterwegs sind), und nicht der von dir anscheinend vermutete.

Mazrim_Taim 15 Kenner - 3109 - 19. Dezember 2015 - 23:51 #

Genau da beist der Hund sich im Schwanz.
Was versteht man unter "einschätzt".
Schätzt der Tester das Spiel (für eine Zielgruppe?) ein oder wird versucht objektiv an eine Wertung ranzugehen?
.
Generell fand ich die Test in den Zeitungen nicht optimal.
Es wird viel zu viel Wert auf % gegeben. Der Unterschied zwischen 88% und 90% dürfte genauso aussagekräfdtig sein wie 144 FPS und 150 FPS.
Er ist da und das wars. Mir gefällt der Bewertungssystem der ct da sehr gut. Von -- über 0 bis hin zu ++.
.
Auch glaube ich nicht von einer Geiz-ist-geil Mentalität.
Die Leute sind bereit für Qualität zu zahlen.
Als Bsp. fällt mir zur akt. Stunde nur Nicht-Lustig ein.
Man kann alles gratis sich anschauen aber denoch werden seine Bücher gekauft.
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So genug rumgemoppert.
Wünsche allen eine fröhliche & ruhige Weihnachtszeit!

Zielgruppe? (unregistriert) 20. Dezember 2015 - 15:08 #

Jörg, ich habe Spielezeitungen schon vor Jahren beerdigt. Davor habe ich sie nur noch als Schutzhülle für die Datenträger wahrgenommen, d.h. DVDs raus und Heft im Papiermüll entsorgt.

Warum? Weil einfach zuviel Spiele hochgejubelt wurden/werden, wo ich mich dann schon gefragt habe, was die Herren Redakteure eigentlich getestet haben. Mein Spiel, das ich mir dann deswegen gekauft, mit Sicherheit nicht.

Inhaltlich haben sie dann auch nur noch den Eindruck eines Werbemagazins für die Spieleindustrie hinterlassen. Sorry, aber wozu soll ich mir dir Hefte kaufen?

GG ist mir auch zu sehr auf den Mainstream (BB-Games) fokusiert. Vom Rest geht hier verdammt viel unter, und wird so gut wie garnicht behandelt. Schade eigentlich, so rangiert deine Seite am Ende meiner Liste. Gut, GS & Konsorten sind noch garnicht mal drauf. Nur für ein Abo reichts halt nicht.

Toxe 21 Motivator - P - 26088 - 20. Dezember 2015 - 15:44 #

Ausserhalb der Zeitschriften werden Spiele nicht hochgejubelt? Im Internet, wo es nur "Das beste!" oder "Schrott!" gibt?

blobblond 19 Megatalent - 17761 - 20. Dezember 2015 - 16:27 #

Berühmest Beispiel dürfte "Command & Conquer: Tiberian Sun" sein.
Nur Screenshots vom Hersteller und die Loblieder in der Spielepresse ging los.

Punisher 19 Megatalent - P - 14035 - 19. Dezember 2015 - 14:48 #

Die "einfachste" Lösung kann ich nicht wirklich nachvollziehen - wenn du mit drei Freunden, die im Wesentlichen mit dir auf einer Linie liegen ins Kino gehst und zwei von euch fanden den Film saulangweilig, einer richtig gut, wieviel Geld hat er denn dafür kassiert? Oder wars doch nur einfach ein anderer Geschmack?

Mazrim_Taim 15 Kenner - 3109 - 19. Dezember 2015 - 23:31 #

Was hat Geschmack mit einer Bewertung zu tun?
Objektivität schon mal dran gedacht?
In Deinem Bsp.
z.B. hatte der Film eine Story und wenn ja war sie nachvollziebar?

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20288 - 20. Dezember 2015 - 0:07 #

Bei Filmen ist vieles Tagesform und Alkoholpegel. Letzteres gilt für mich beispielsweise für den Winnitouch-Film (Namen vergessen). Nach fünf Halben fing er an, Spaß zu machen.

Bei Spielen ist es auch oft so, dass es auf dem Papier total toll sein sollte, aber aus irgend einem Grund kein Spaß aufkommen will. Objektiv kommt da eine tolle Note raus, obwohl das Spiel keinen Spaß macht. Umgekehrte Fälle gibt es genauso. Genau deswegen ist der Begleittext zum Test auch wichtiger als die Endnote. Wenn ich den zu Grunde lege, habe ich noch nie falsch gelegen.

Fazit: Keiner bestochen.

jguillemont 21 Motivator - P - 26466 - 20. Dezember 2015 - 0:40 #

Doch, deine Leber.

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 20. Dezember 2015 - 2:20 #

Objektivität und Test bzw Wertung passte doch noch nie zusammen, sowas ist immer subjektiv. Wer das akzeptiert kann Tests komplett distanziert betrachten.

Nagrach 14 Komm-Experte - 2197 - 20. Dezember 2015 - 11:08 #

Die Sache mit der Objektivität war doch schon immer ziemlich Subjektiv...

ganga Community-Moderator - P - 15586 - 20. Dezember 2015 - 11:24 #

Schön umschrieben.

Stonecutter 19 Megatalent - - 15398 - 19. Dezember 2015 - 10:28 #

Juhu, mehr Mick Schnelle! Ich seh nix schlechtes daran, wenn ein Spieletester sich nicht von jedem Luftschloss hypen lässt, das da draussen so rumschwirrt.

BTW das Bild ist schon unheimlich...ich hoffe, hier noch lange keinen Nachruf lesen zu müssen!

Stephan Leichsenring 11 Forenversteher - 652 - 19. Dezember 2015 - 10:30 #

Guter Artikel. Gefällt mir.

Das lustige ist ja, das ich mit meinen mittlerweile 35 Jahren, Spieler seit 1986 als Kind, wenn überhaupt dann NUR auf die alten Haudegen höre, wenns um Spiele geht. Langer, Schnelle (auch wenn er wie alter, griesgrämiger Klotz rüberkommt *GG*), Gebauer, Schmidt meinetwegen auch Peschke und solche Leute.... da weiß ich einfach, dass da ein ähnliches Erfahungsspektrum vorhanden ist wie bei mir selbst.... hab ich wesentlich lieber als Gamestar Praktikant XY mit seinen 18 Jährchen, der mir was von Spielen erzählen will....

... letztens in nem Podcast, Herr Langer wars glaub ich, als der Name Winter Games fiel, da merkte man an seiner Stimme richtige Freude und Erfurcht. JA, JA und nochmals JA... das war mein allererstes Spiel überhaupt damals, im Rückblick einfach nur toll.... wie soll ein 20-Jähriger mir sowas erzählen wollen, käme es aus seinem Mund.. Langer war dabei damals, von daher unersetzbar ihr alten "Säcke".

GG-Moderation Community-Moderator - 158 - 19. Dezember 2015 - 10:56 #

Bitte Bearbeiten-Funktion nutzen, um Doppelposts zu vermeiden. Danke.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5167 - 19. Dezember 2015 - 13:08 #

Dass ein 18-Jähriger nicht wie Opa vom Krieg erzählen kann, liegt auf der Hand. Aber warum sollte er über aktuelle Titel nichts zu erzählen haben? Gerade die junge, unverbrauchte und auch mitunter unerfahrene Perspektive kann interessante Einblicke bieten. Solange sich der Bengel nicht hypen und vor den Karren der PR spannen lässt. Da haben die alten Hasen in der Redaktion ein Auge drauf zu werfen, damit das nicht passiert.

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 19. Dezember 2015 - 15:50 #

Der kann ja soviel erzählen wie der will, da bin ich auch eher verhalten. Mit 18 hat man doch ganz andere Lebenserfahrungen und Geschmäcker. Wenn ich sehe was ich mit 18 toll fand und wie ich das heute fände, da liegen schon ein paar Unterschiede zwischen. Oder was ich mit 18 an Musik gehört habe und was ich heute höre.

Das ist aber völlig ok, da ab einer bestimmten Erfahrung sich ältere Zocker auf das eigene Gespür verlassen und jüngere Zocker ja nachkommen die ihrer Altersklasse am besten vermitteln was gut oder schlecht ist. Früher hatten Tests auch einen anderen Stellenwert, da nur als Print zu lesen. Heute wirst du doch von "Tests" zugemüllt. Da ist es schön wenn namenhafte Branchengrößen mit denen man groß wurde ihre komplette Erfahrung einbringen können.

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20288 - 20. Dezember 2015 - 0:11 #

Ich höre noch immer die Musik von damals. Musik altert besser als Spiele, wo sich durch erhöhte Rechenleistung wesentlich mehr Möglichkeiten bieten als damals. Ist also ein schlechter Vergleich, obwohl ich verstehe, worauf Du hinaus willst. Wenn sich aber ein Jungspund für etwas begeistern kann oder fundiert berichten kann, höre ich ihm gerne zu.

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 20. Dezember 2015 - 2:31 #

Sicher kann ich auch noch einiges hören, spielen oder schauen was ich vir 30 Jahren toll fand, dennoch ist mein Horizont mit den Jahren breiter geworden.

Ob Spiele aufgrund mehr Power mehr Möglichkeiten bieten will ich gar nicht komplett zustimmen. Würde eher sagen das Spielerlebnis mag intensiver werden, richtig innovative Konzepte sucht man doch mit der Lupe.

Zuhören ja, das war nicht der Punkt. Aber ich nehme ihn wahrscheinlich nicht ernst wenn er etwas kritisiert was ich anders sehe. Dafür liegen einfach zuviele Spielejahre dazwischen. Vieles was von jüngeren kritisiert wird verstehe ich auch gar nicht mehr.

Miggl 12 Trollwächter - P - 1195 - 19. Dezember 2015 - 10:38 #

Geht es nicht jedem so, der länger mit einem Thema beschäftigt ist? Ob beruflich oder im Hobby - früher zeigte man sich für Neuentwicklungen begeisterungsfähiger, weil sie im Vergleich zu früher deutliche Verbesserungen brachten.

Heute hat man so viele "Neuerungen" gesehen, dass oft die ganz große Überraschung oder Zustimmung fehlt. Und aus Erfahrung weiß man eben auch, dass Neues oft erstmal mit Fehlern behaftet ist oder oft nicht das liefern kann, was einem da Versprochen wurde.

Gute Meinung, guter Artikel dazu. Und ich würde mal behaupten, denjenigen die diesen Vorwurf an euch Spieleveteranen gemacht haben fehlt es an Lebenserfahrung.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 19. Dezember 2015 - 10:43 #

Guter Artikel, dennoch lese ich lieber Tests von jüngeren Testern und bilde mir meine Meinung über die Spiele dann selber. Aber es wird immer irgendwo eine Nische geben, sogar für Spieletester-Veteranen und deren Fans. ;)

Pomme 16 Übertalent - P - 5959 - 19. Dezember 2015 - 10:50 #

Warum Tests lesen, wenn man sich seine Meinung dann eh selbst bildet?

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61405 - 19. Dezember 2015 - 11:00 #

Genau das frag ich mich auch.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 19. Dezember 2015 - 11:02 #

Um zu sehen wie jüngere Spieler, also die zukünftigen Spieletester-Veteranen, ein Spiel aufnehmen und es spielen. Mich alten exzentrischen Sack kann eh kein Tester mehr überzeugen, dazu habe ich schon zuviele Spiele gespielt und zuviele Tests gelesen. ;)

RavenS 07 Dual-Talent - 117 - 19. Dezember 2015 - 11:54 #

Weil ich der Auffassung bin, dass jeder seine eigene Meinung hat und sich diese auch bilden darf. Ein Test ist schön und gut, muss aber nicht die eigene Meinung wiederspiegeln. Mir ging es so bei Assassins Creed Syndicate. Hier bei GG eher mäßig ausgefallen für mich persönlich ein tolles Spiel und weitaus besser als Assassins Creed Unity, was hier hochgejubelt wurde. Selbst ist die Meinung ;)

Pomme 16 Übertalent - P - 5959 - 19. Dezember 2015 - 12:20 #

Eigene Meinung und so, stimmt ja alles! Aber wofür brauche ich dann einen Test, wenn mich die Meinung des Testers nicht wirklich interessiert, weil ich sie mir eh besser selbst bilden kann? So hatte ich den Eingangspost interpretiert.

Palladium 09 Triple-Talent - 339 - 19. Dezember 2015 - 12:56 #

Er bildet sich seine eigene Meinung, interessiert sich aber dennoch für die Tests der anderen (Jüngeren). So habe ich das interpretiert.

Ach ja...und ihr seid ja alles viel zu alt um in einem Forum überhaupt noch richtig kommentieren zu können! ;)

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 19. Dezember 2015 - 13:09 #

Weil es mich persönlich z.B. interessiert, wie die "Jugend" zu Titeln steht. Ein Assassins Creed wird, habe ich das Gefühl, von Jahr zu Jahr schlechter bewertet und verkauft sich wohl auch schlechter. Das hat bei den jungen Spieletestern noch nichts mit einer Übersättigung zu tun, sondern schlicht und einfach damit, dass andere Spiele es besser machen.

Ich spiele gerade ein richtig klassisches, rundenbasiertes Rogue-like, das ist vielen schon zu schwer, obwohl es einen permanenten Progress gibt. Ich als Rogue-Spieler damals auf dem C64 komme damit wunderbar klar, jüngere Spieler die das Spielprinzip nicht kennen, allerdings nicht, sie sind aber auch nicht die Zielgruppe.

Wer soll nun einen vernünftigen Test für mich schreiben? Der junge, der das Spiel zu schwer findet? Der alte, der nach heutigen Maßstäben bewerten muss ob es dem jungen und alten gefällt? Mick Schnelle, der Animal Crossing im Test quasi vernichtet hat, obwohl ich schon damals Little Computer People geliebt habe? Die Antwort lautet für mich der junge, weil der unvoreingenommen an das Spiel rangeht, ich aber weiß das seine Meinung garantiert nicht meine ist.

Es ist schön das einige noch auf die Meinung der Spieletester-Veteranen hören, meine vertreten sie aber so gut wie nie, da ich nicht gezwungen objektiv bewerten muss.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5167 - 19. Dezember 2015 - 13:17 #

Weil es bei aller Subjektivität doch eben auch objektive Elemente in einem Test geben kann. Wie sieht bspw. das Kampfsystem aus, das Inventar oder weiß der Geier was. Das kann schon unabhängig von der subjektiven Einschätzung des Testern dann eben doch dazu führen, sich für oder gegen ein Spiel zu entscheiden, weil man letztlich die Prioritäten anders setzt als der Tester.

Pomme 16 Übertalent - P - 5959 - 19. Dezember 2015 - 13:22 #

Für meinen Geschmack steckt zu wenig Subjektivität und zu viel "wir" statt "ich" in Texten zu Spielen. Aber das ist wohl ein anderes Thema.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5167 - 19. Dezember 2015 - 13:33 #

Ja gut, mag sein. Ich wollte nur darauf eingehen, wie es passieren kann, dass man zu einer anderen Meinung als der Tester kommen kann, weil es eben darauf annkommt, wie die zur Verfügung gestellten Informationen aus- und bewertet.

Hermann Nasenweier 14 Komm-Experte - P - 2616 - 19. Dezember 2015 - 13:15 #

Test bestehen ja normalerweise nicht nur aus Meinungen, sondern beschreiben auch das Spiel. Ich mache das genauso. Ich lese die Test, bewerte aber die Informationen oft anders wie der Tester.

Ansonsten ist es ein schoener Artikel geworden. Ich denke auch nicht dass es am Alter liegt wenn man Trends nicht erkennt. Auch die jungen Spieleveteranen haben damals manchen Klassiker verkannt, wie man auch oft im Podcast sieht. Hinterher ist man halt immer schlauer.

Und die ganzen jungen werden auch noch feststellen dass sie nicht immer recht behalten werden ;)

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 19. Dezember 2015 - 13:41 #

Ein Gameplayvideo reicht mir da schon aus, am besten eines von den Entwicklern kommentierten. Da weiß ich bereits, ob mir das Spiel zusagt oder nicht. Da brauche ich meinen Text der mir beschreibt, was ich im Video sehen kann.

Valeo 15 Kenner - 2743 - 19. Dezember 2015 - 10:45 #

Schön gesagt, Mick. Kenne Dich (& Jörg) schon seit der PC Joker Zeit und lese Deine Test/Kommentare immer wieder gern, auch wenn ich mit Simulationen eigentlich noch nie so richtig was anfangen konnte. Ich erinnere mich noch daran, dass ich mich sogar geärgert hab, dass ein Test nur eine Seite lang war, weil die eigene Kategorie der Simulationsspiele langsam ausstarb (glaube, das war in der Gamestar).

Freu mich immer wieder über Berichte "meiner" Spieleweisen :).

yesnocancel 06 Bewerter - 50 - 19. Dezember 2015 - 10:47 #

Naja, Mick... Ich kann jedem nur mal empfehlen, nochmal in die Spieleveteranen-Folge #15 reinzuhören, wo die Herren ratlos um das iPad standen wie die Neanderthaler aus "2001" um den schwarzen Monolithen. Inklusive Boris' albernem Windmühlenkampf um die korrrrekt-doitsche Schreibweise des Geräts im zugehörigen Webseitentext ("Ipad statt iPad").

q.e.d.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324138 - 19. Dezember 2015 - 11:02 #

Das ist ja mal eine Beweisführung! Empirische Argumentation par excellence...

yesnocancel 06 Bewerter - 50 - 19. Dezember 2015 - 11:48 #

Oh großer Jörg, tut mir leid, dass ich nicht auf Anhieb eine statistisch signifikante Auswahl aus -zig Jahrgängen eurer Spielepublikationen geliefert habe, wo ihr ins Klo gegriffen habt, sondern mich stattdessen auf ein äußerst plakatives Beispiel fokussierte, das mir a) from the top of my head einfiel und b) in meinen Augen besonders gut darstellt, was Mick (euch?) vorgeworfen wird und wogegen er sich wehrt. Das iPad war einerseits ein neuartiger Gamechanger, andererseits eine Evolution des schon bekannten iPhones und von daher schon in gewisser Weise einschätzbar. Da konnte man mit der Prognose ins Klo greifen, musste man aber nicht. Dass euch nichts besseres einfiel als "Was soll man bloß damit?! Naja, Omma kann Bilder gucken...", fand ich damals beim ersten Hören schon ideenarm bis schwach. Und heute spielt ihr Baldur's Gate auf dem Teil, DAS KONNTE DOCH NIEMAND AHNEN!!!

zuendy 14 Komm-Experte - 1852 - 19. Dezember 2015 - 12:37 #

Männergrippe? Oder unter***?
Ernstgemeinte Fragen.
IPad z. B. nutze ich z.B. nur als Monitor. Darauf surfen nervt mich, zocken darauf für mich indiskutabel, auch wenn ich es mehrere Stunden versucht habe. Bevor ich mich damit rumquäle mach ich lieber etwas anderes.
Und generell wer viel erzählt/macht, macht viel falsch. Was hast du so in deinem Leben getrieben?

ganga Community-Moderator - P - 15586 - 19. Dezember 2015 - 12:53 #

Naja also ich finde auch bis heute dass das mobile spielen auf iPad Smartphone und Co jetzt nicht so überragend ist. Klar ich spiele auch auf meinem Smartphone und es gibt auch coole spiele wie 80 Days oder new star soccer aber insgesamt hat es für mich das Spielen jetzt nicht revolutioniert. Mein Eindruck ist dass mobiles spielen hauptsächlich alte Spielkonzepte zurück gebracht hat und vor allen Dingen Frauen zum spielen gebracht hat. Anscheinend hast du da eine andere Wahrnehmung.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324138 - 19. Dezember 2015 - 12:55 #

Dass du nun einfach mit deinem singulär herausgegriffenen Beispiel fortfährst, finde ich schon ein wenig enttäuschend. Hast du keine Argumente? Und willst du ernsthaft sagen, das iPad wäre für Spieler wie uns heute ein Ersatz für Konsolen oder PC? Es ist schlicht eine Zweit- oder Drittplattform, mehr nicht.

An meine Gefühle dem ersten iPad gegenüber kann ich mich nicht erinnern, aber noch sehr gut an unseren Test des ersten iPhone im von mir verantworteten Heft PDA&Smartphone, der zu einem sehr mäßigen Urteil gelangte. Wieso? Weil das erste iPhone zum Erscheinen Mist war für jeden, der als Pionier schon seit Jahren auf Smartphones spielte, surfte oder arbeitete. Es konnte nicht mal copy-paste von Texten (und noch sehr lange nicht!), es bot noch keinen App-Store, es war einfach ein schön designtes, mit großer Marketing-Macht in den Markt gedrücktes Luxusobjekt.

Heute (und schon seit Jahren) ist mein iPhone unverzichtbar für mich. Aber *musste* man damals erkennen, wie erfolgreich und gut (in dieser Reihenfolge!) es werden würde? Mit Sicherheit nicht. Du unterliegst schlicht dem Irrtum aller Klugscheißer, die es hinterher schon immer gewusst haben wollen.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5167 - 19. Dezember 2015 - 13:28 #

Sich aber hinzustellen und auf seine Erfahrung berufen und was man schon alles hat kommen und gehen sehen ist irgendwie auch recht substanzlos und argumentativ eher schwach (muss nicht, kann aber). Die Erfahrung sollte einem vor allem eins lehren: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und, dass man gerade in Technikdingen ganz schlecht beurteilen kann, ob etwas zum Erfolg werden wird oder nicht. Die Rahmenbedingungen (gesellschaftlich, rechtlicht, etc.), die das beeinflussen, ändern sich ständig.

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 19. Dezember 2015 - 16:35 #

Den "Irrtum aller Klugscheißer" finde ich von außen schon hart. Man kann doch ruhig mal sagen "ja, das habe ich falsch eingeschätzt".
Ich musste aber auch gleich an den Podcast mit der iPad-Vorhersage denken. Und eigentlich hat er auch nur gedagt, dass man, nachdem man das iPhone ja nun schon kannte, da hätte zumindest ahnen können, dass es auch was mit dem iPad wird. Das war ja nun bei der Vorstellung des iPads keinen abstruse Einezelmeinung, dass das ein Renner wird.
Es reicht doch auch für seinen Punkt aus, wenn er ein Gegenbeispiel nennt, um der allgemein gehaltene Aussage etwas entgegen zu halten.
Ständig sprecht ihr bei den Veteranen von iPad- oder iPhonespielen, die ihr spielt. Durch Heinrichs Empfehlung habe ich Stunden in irgendwelchen Zugfahrsimulationen auf meinen Handy versenkt. Spieler wie ihr spielt auch ständig auf den mobilen Geräten. Und zwar da, wo es andere auch machen: Im Zug, im Bus, auf der Couch.
Ich verstehe nicht, warum das so einen harten Gegenwind gab. Man kann doch in der Sache miteinander reden.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324138 - 19. Dezember 2015 - 17:04 #

Du misst mit zweierlei Maß. Meine Antwort war freundlich angesichts des Ausgangsposts.

Deiner Argumentation kann ich nicht folgen: Der Vorposter ist es doch, der mit einem Einzelbeispiel eine generelle Aussage untermauern will. Wieso du dich überdies bemüßigt fühlst, mir zu erzählen, ich könne ruhig mal sagen, ich hätte etwas falsch eingeschätzt, nachdem ich just geschrieben habe, den Erfolg des iPhones nicht antizipiert zu haben, wirst du mir sicher noch erklären.

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 20. Dezember 2015 - 11:01 #

Stimmt, mit dem zweierlei Maß hast Du wohl recht. Der Kommentar von yesnocancel war provozierender, als ich ihn wahrgenommen habe ("ins Klo gegriffen" etc.). Da habe ich anscheinend einfach aufgrund des Punktes, den er gemacht hat, über den Tonfall hergelesen. Außerdem kam da ein bei mir typischer Reflex hoch: Ich frage mich so häufig in Foren, warum man von den beiden offen stehenden Wegen den des härteren als des weicheren Konters wählt, also den Säbel und nicht das Florett. Klar, wenn man da immer wieder was hört kann ich schon verstehen, dass man sich das nicht immer anhören will.
Zum Inhaltlichen:
- Ich hatte das jetzt auch beim zweiten Mal so gelesen, dass es bei ihm nicht um eine verallgemeinernde Aussage geht. Formal gesprochen: Da ist kein Wort, das durch einen Allquantor ausgedrückt gehört.
- Zwischen dem zu schreiben, dass man das nicht voraussehen musste und das erste iPhone auch eher mittelmäßig war und dem zu sagen, dass man etwas nicht richtig antizipiert oder eingeschätzt hat, ist zumindest in meinem Sprachverständnis noch ein Unterschied.
Letztendlich kommts doch auch nicht drauf an, denn wie Mick richtig schreibt, habt ihr Spieletester-Veteranen natürlich auch nicht immer Recht, aber tot seid ihr noch lange nicht - sonst wären wir ja auch nicht alle hier.

TheGood 14 Komm-Experte - 2327 - 20. Dezember 2015 - 13:18 #

Um gerade mal das Thema Smartphone aufzugreifen. Ich sehe das wie du. Ich war damals bereits langjähriger Besitzer eines "Smartphones" mit SymbianOS (seit 2005). Als ich dann 6 Jahre spaeter auf Android 2.X umgestiegen bin, war das der reinste Schock, da es nur einen minmimalen Bruchteil der Fähigkeiten des SymbianOS hatte und alles per "komische Apps" nachinstalliert werden musste.
Von dieser Ausgangslage kommend war das Testurteil über das IPhone vollkommend richtig.
Das Problem ist aber, dass genau nicht das der entscheidende Punkt an dem Gerät war, sondern die intuitive Bedienung, die die alteingesessenen "Smartphones mit Stick" in den Massenmarkt gebracht hat. Genau das hätte oder könnte man antizipieren und genau das ist der Punkt, wo ich meine ist man im Alter nicht mehr so flexibel.
Die Herangehensweise an ein neues Produkt ist eine andere. Durch mehr Erfahrung geht man leider nicht mehr so unvoreingenommen an neue Dinge heran. Da ist es egal, ob es neue Produkte oder neue/alte Computerspiele oder auch Ansätze sind. Die Schwierigkeit für mich ist es die Unbekümmertheit die man mit 20 hatte zu konservieren und Dinge auch noch mit diesen Augen (im gesetzteren Alter)geniessen/sehen/bewerten zu können. In dem Punkt bin ich schlichtweg der Meinung, je älter man wird desto schwieriger wird dies und es wird auch immer schwieriger sich dies selbst einzugestehen. Ausnahmen bestätigen natuerlich auch hier die Regel.

Shocked (unregistriert) 19. Dezember 2015 - 13:12 #

Alte irren manchmal, Mittelalte auch, und Junge vermutlich noch einen Tick öfter. Das ist doch wohl das Wesen, und irgendwie auch das Spannende an Vorhersagen. Man weiß es halt nicht.

Würde Mick hier z.B. bei seiner VR-Vorhersage widersprechen, zumindest teilweise. Meine Annahme ist, dass VR sich dieses Mal eine bleibende Nische erarbeiten wird ohne ein bleibendes Massenphänomen zu werden. Die Technik ist viel, viel besser als früher, und so ein Rift Devkit macht schon jetzt mehr Spaß als alle früheren VR-Helme zusammen.

Warum erzähle ich das? Weil ich Micks Meinung trotzdem für nachvollziehbar, gerechtfertigt und absolut OK halte. Allein schon deshalb, weil sie auf mehr beruht als jugendlicher Begeisterung für Neues. Die ist, er schreibt es selbst, sicher nicht verschwunden, aber ergänzt um die Erfahrung von Jahrzehnten - und das muss wirklich nichts Schlechtes sein.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 19. Dezember 2015 - 11:18 #

Und was ist jetzt dein Punkt?
Alles Neandertaler, bis auf Mutti?

yesnocancel 06 Bewerter - 50 - 19. Dezember 2015 - 12:00 #

Der Punkt ist, dass an den von Mick angesprochenen Vorwürfen durchaus ein Körnchen Wahrheit dran ist und die nicht aus dem luftleeren Raum kommen. Wäre auch jeder mit dem Leseverständnis eines homo sapiens selbst drauf gekommen, Claus.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58789 - 19. Dezember 2015 - 12:02 #

Keine persönlichen Angriffe, bitte.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 19. Dezember 2015 - 13:13 #

Lag ich also doch nicht so ganz falsch, als ich deine Aussage mit "Alles Neandertaler, bis auf Mutti" zusammengefasst hatte.
Beweisvortrag abgeschlossen.

DBGH SKuLL 12 Trollwächter - 1143 - 20. Dezember 2015 - 2:51 #

Naja, du hast wohl als erstes geschossen. Auch wenn dein Post subtiler war. Und jetzt legst du nach. Merkste jetzt auch, oder?

Asderan 14 Komm-Experte - 2321 - 19. Dezember 2015 - 16:44 #

Der Tonfall ist unnötig herablassend. Aber an die Ipad-Folge habe ich auch sofort gedacht und denke ich jedes Mal, wenn man hier über VR redet. Keiner kann hellsehen. Auch nicht mit viel Erfahrung. Dazu kann man aber auch stehen.

ponnekuche 12 Trollwächter - 866 - 19. Dezember 2015 - 10:48 #

Sehr guter Artikel. Ich spiele seit Ende der 70er (bin 51 Jahre) und habe in dieser Zeit vieles kommen und gehen gesehen. Darunter unzählige Ankündigungen und Hypes, die, wenn sie dann mal erschienen sind, sich als laues Lüftchen entpuppten. Von daher ist immer eine gewisse Skepsis angebracht. Das werden früher oder später auch die Jungen bemerken. Das nennt man Erfahrung.

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61405 - 19. Dezember 2015 - 11:01 #

Feiner Artikel. Danke Mick

Funatic 14 Komm-Experte - P - 2271 - 19. Dezember 2015 - 11:04 #

wirklich guter artikel ABER man muss sich auch eingestehen das (lebens)erfahrung durchaus begeisterung bremsen kann wo die bei jüngeren leuten voll einschlägt. beim neuen star wars film hatte ich die ganze zeit im kopf "

[SPOILER ENTFERNT. --RED.]

hinter mir ne gruppe "jugendlicher" deren einhelliger tenor "man war der gut und was für coole ideen". so geht es mir auch oft wenn ich musik höre oder spiele spiel. dieses "ja ganz nett aber kenn ich doch irgendwie schon in besser" kommt doch immer häufiger, wohingegen leute für die es wirklich "neu" ist natürlich nochmal mehr geflasht (muss mit diesem wort mal kurz beweisen das ich jungeblieben bin) sind.
von daher hast du auf der einen seite natürlich völlig recht aber man muss auch akzeptieren das man mit der zeit ewas abstumpft und das man nicht jedes phänomen/jede begeisterung nachvollziehen kann. das geht unserne eltern aber wohl nicht anders. lieblingszitat meines vaters wenn es um filme geht "...ja ganz nett aber hat hitchcock um einiges besser gemacht" :-)

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61405 - 19. Dezember 2015 - 11:09 #

Danke für den SW Spoiler :(

Lorin 15 Kenner - P - 3637 - 19. Dezember 2015 - 11:18 #

Gut dass du das geschrieben hast, so konnte ich das Lesen des über dir stehenden Kommentars komplett vermeiden!
Ich hoffe ich schaffe es bis zum 26.12. (da habe ich Karten) ohne in irgendeiner Form gespoilert zu werden!

Funatic 14 Komm-Experte - P - 2271 - 19. Dezember 2015 - 11:26 #

Welcher Spoiler?! Hab doch nix von der Handlung verraten! Hab nur gesagt das ich dasdie ganze zeitvdas Gefühl hatte es schonmal gesehen zu haben.

Tyrion 14 Komm-Experte - P - 2549 - 19. Dezember 2015 - 12:05 #

Das kommt halt dabei raus, wenn man einen trägen alten Sack das Drehbuch schreiben lässt ;-)

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 19. Dezember 2015 - 11:10 #

Weiser Mann dein Vater. Gerade heute habe ich mir bei der Reportage 50 Jahre WDR noch gedacht, dass alles nach Alles Nichts Oder, RTL Samstag Nacht und Ein Herz und eine Seele doch eh nur Mist war im deutschen Fernsehen. :D

Wortpirat 06 Bewerter - 56 - 19. Dezember 2015 - 11:38 #

Ein schöner Beitrag. Sicher das Alter und damit die Erfahrung helfen das ganze etwas nüchterner zu betrachten und vor allem Schlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen. Das ist alles andere als schlecht.

Andererseits kann man auch die jungen Leser verstehen die sich mit dieser Meinung nicht vertreten fühlen. Das ist neben bei bemerkt ein allgemeines Problem der Medien: Man liest das, wo man sich am besten in seiner eigenen Meinung vertreten fühlt.

Junge Spieler haben eben noch andere, teils geringere, Anspruchshaltung und Erwartung. Für einen Spielevetaranen ist es evtl. das 5 Spiel genau dieser Art - und die Spielmechanik war schon mal besser. Für den jungen Spieler der diese nicht kennt ist es eben der Wahnsinn - und dann auch noch in aktueller Grafik.

Wintergames ist ein sehr gutes beispiel: Setz ein paar Spieleveteranen vor den Amiga und sie werden viel Spaß haben. Setz zwei junge Spieler davor und sie werden von der Spielmechanik gelangweilt und genervt sein.

Bei den Entwicklerlegenden sieht man das die wenigsten den Wandel in der Spieleindustrie überstanden haben. Die Spiele sind schneller geworden, mehr Casual, mehr Belohnungen ... Die neuen Spielmechaniken waren einfach nicht ihre, sie steckten noch in ihrer alten Philosophie. Diese Gefahr besteht eben potentiell auch bei Veteranen.

Hermann Nasenweier 14 Komm-Experte - P - 2616 - 19. Dezember 2015 - 13:21 #

Ich glaube viele werden dem Spiel garkeine Chance geben, einfach weil die Grafik schlecht ist und es keine Anbindung an Facebook gibt. Damit ist es doch kaum noch spielbar ;)

Dabei ist das Spielprinzip immer noch genial, eigentlich sollte ich es auch mal wieder rauskramen.

Ardrianer 19 Megatalent - P - 18204 - 19. Dezember 2015 - 11:56 #

Schöner Artikel. Die Jugend ist in der Tat emotionaler, irrationaler und respektlos. War allerdings schon immer so. ^^
Die Ansprüche zwischen den Generationen sind eben verschieden. Es haben trotzdem alle ihre Daseinsberechtigung. Tod sind wir noch nicht, obwohl: was Tod ist, kann niemals sterben! ;)

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 19. Dezember 2015 - 12:02 #

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."
Sokrates - * um 469 vChr, † 399 vChr

Rogaa 15 Kenner - - 3845 - 19. Dezember 2015 - 12:00 #

Schön geschrieben, danke dafür

Tyrion 14 Komm-Experte - P - 2549 - 19. Dezember 2015 - 12:09 #

Beim lesen der Überschrift dachte ich sofort an: "Wir sind noch nicht tot, wir riechen nur komisch." :-)

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1479 - 19. Dezember 2015 - 12:14 #

Auch bei Computer- und Videospielen gilt: wer jung ist, ist tendenziell unerfahren, unbedarft und doof und hält respektvoll den Mund, wenn Menschen, die doppelt so alt sind, ein aktuelles Spiel rezensieren und dieses mit einem Dutzend anderer Spiele der letzten Jahrzehnte vergleichen können.

So einfach ist das.

iUser -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 62922 - 19. Dezember 2015 - 12:17 #

Davon lese und höre ich zum ersten Mal. Aber so wie es auf mich wirkt, ist das der übliche Generationenkonflikt auf ein anderes Thema runtergebrochen.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 19. Dezember 2015 - 12:31 #

Das das mit "Into the Void" ein Wortwitz, den ich nicht kapiere oder eher ein Vertipper?

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11672 - 19. Dezember 2015 - 12:37 #

Wer macht denn solche Vorwürfe? Ich sehe es ja genau umgekehrt und verdrehe tendenziell eher bei jüngeren Kollegen die Augen, da die sehr oft weniger Ahnung und Erfahrung mit der Materie haben als ich selbst. Mit deren Einschätzungen kann ich meist wenig anfangen. Da habe ich vor den "Veteranen" mehr Respekt.

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 19. Dezember 2015 - 12:48 #

Ihr seid nicht zu alt, sondern ihr deckt durch euer Alter gewisse Bereiche nicht mehr ab. Es fehlen auf GG etliche Bereiche (z.B. Mobas,Indies, F2P), die einfach übersehen oder aufgrund von "Desinteresse" nicht als wichtig wahrgenommen werden. Daher verwende ich es nicht als einzige Website (aber die Wichtigste!), sondern nutze noch eine Zweite um das Spielespektrum besser abzudecken.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324138 - 19. Dezember 2015 - 13:01 #

Also bei den Indies möchte ich dir widersprechen, schau dir doch mal an, wie viele Indiespiele auf GG vorgestellt wurden im letzten Jahr – insbesondere in den Indie-Checks, die ja mit Billigung und Überarbeitung der Redaktion erscheinen.

Bei MOBAs und F2Ps hast du Recht.

DerLaxx (unregistriert) 19. Dezember 2015 - 13:44 #

Indiecheck /= Test
Indiespeile werden immernoch stiefmütterlich behandelt, auch wenn ihr euch in der Frequenz der Checks besser geworden seid, ihr behandelt die Spiele nicht gleich, wie ein Spiel eines größeren Publishers. Jetzt wirst du wieder sagen, dass die meisten schlecht sind und es zu aufwendig ist die guten zu finden und damit hast du Recht. Aber was ist verkehrt daran Indies nach ein paar Monaten zu testen, wenn man bereits weiß das das Spiel was taugt?
Wo ist der Test von Banished oder The Beginners Guide bspw.? Ihr habt im Sommer meist massive Content-Ebbe, warum geht ihr da nicht hin und testet "Die Indie-Spiele die wir die letzten Jahre ignoriert haben". Wobei einige greße Löcher durch User-Artikel in den letzten Wochen gestopft wurden, was gut war aber auch wieder keine equivalente Behandlung.

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20288 - 20. Dezember 2015 - 0:23 #

Für mich kommt der Indiecheck inhaltlich einem (Kurz-)Test gleich. Die Länge finde ich sogar optimal für die meisten Indiespiele, da sie oft lediglich auf einer netten Idee beruhen, um die es im gesamten Spiel geht. Viel mehr ist da oft nicht zu erzählen. Viele der hier im Indiecheck vorgestellten Spiele habe ich gespielt und wüsste nicht, was ich dem Check hätte zufügen sollen (Zuletzt bei Never Alone, welches ich beim Userwettbewerb einreichen wollte und genau wegen des sehr guten Checks gelassen habe.).

DerLaxx (unregistriert) 20. Dezember 2015 - 16:00 #

Ja warum heiß es dann nicht Kurztest? Mit eigenem Vorschaubild etc. Jörg beschwert sich gerne, das die Indiesachen nicht gut klicken, aber warum die Indie-Sachen dann nicht genauso präsentieren wie die anderen (Kurz)Tests auch? Schon die Erwähnung des Wortes Indie führt bei gewissen Lesern schon alleine dazu, dass sie nicht klicken, während sie einen normalen Test zu einem ihnen unbekannten Spiel, dann evtl. eher anklicken und überfliegen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324138 - 20. Dezember 2015 - 18:42 #

Weil ausschließlich die Redaktion eine Note unter Tests schreibt. Was gewisse Leser tun, ist die Entscheidung gewisser Leser, ich würde jederzeit einen Indie-Check zur Entscheidungsfindung hernehmen, bevor ich auf gut Glück kaufe.

DerLaxx (unregistriert) 20. Dezember 2015 - 19:01 #

Du setzt voraus, dass der Leser das Spiel kennt und sich überlegt es zu kaufen. Ich vermute eher, grade bei den Indie-Sachen ist es vermutlich der erste Kontakt mit einem Spiel und der gelingt evtl. leichter wenn es nicht den Mallus "ist ja nur son Indie" hat.
Mit der Note ja, da wollt ihr eure redaktionelle Herrschaft behalten, das ist verständlich. Ohne Note willst du es auch nicht Test nennen?

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 19. Dezember 2015 - 13:44 #

Ja, natürlich. Leider gehen die in meiner persönlichen Wahrnehmung immer unter. Ich erachte als vollwertigen Test eine abschließende Beurteilung mit einer numerischen Bewertung. Die fehlt mir bei den Indiechecks.

Grohal 13 Koop-Gamer - P - 1658 - 19. Dezember 2015 - 12:57 #

Sehr schöner Artikel, Herr Schnelle. Da darf gerne mehr kommen. :D

DerLaxx (unregistriert) 19. Dezember 2015 - 13:27 #

Ich möchte aber nochmal auf eine andere Seite der selben Medallie eingehen. Einerseits habt ihr (Spieleveteranen und älteren Leser) mehr Erfahrung, aber mit dieser Erfahrung kommt auch immer dieser verklärte Blick auf die Vergangenheit. Das fällt mir immer wieder beim Veteranen-Podcast auf. Da wird geschwärmt von irgendwelchen alten Spieleerlebnissen bei denen ein heutiger Spieler sich nur fragt warum zur Hölle wurdes dieses Spiel so designed.
Nehemen wir bei Shooter die Quicksave/Quickload-Mechanik: Spieler von damals sagen gerne das die Spiele damals anspruchsvoller waren, dabei ist es nur eine Mechanik um schlechtes Gamedisign zu flicken und zerstört das Spielerlebnis durch Frust und Verlust der Immersion.
Oder das Beispiel aus dem letzten Podcast: Siedler und ihr "Wuselfaktor" (wer das Wort geprägt hat möge sich bitte in die Ecke zum Wortschöüfer von "Wimmelbild" stellen). Das Spiel macht einen unglaublich schlechten Job seine Mechanik zu erklären, es hat keine Story und man fragt sich (wie bei allen Aufbauspielen im Endlosmodus) warum man das eigentlich spielen soll, wenn es nichts zu erzählen hat und einen kreativ durch ein einen sehr kleinen Rahmen einspert. Heutige Spieler kennen Minecraft inklusive unzähligen Mods, bei denen man tatsächlich frei(er) aufbauen kann.
Auch wenn das so rüber kommt, ich will weder sagen früher war alles schlecht noch heute ist alles gut. Die Spiele sind in ihrer Zeit natürlich gut, nur wenn man heute auf gog.com gehe und diese alten Spiele spiele dann merkt man schnell das sich nicht nur Grafik weiter entwickelt hat.
Das bringt mich zum Grund des Kommentar zurück. Ältere Spieler haben diese alten aus heutiger Sicht schlechten Spielmechaniken in wohliger Erinnerung und projezieren das oft auf heutige Spiele bei denen sie dieses Gefühl nicht mehr haben. Vielleicht haben sie das Gefühl auch damals nicht gehabt und haben es sich nur retrospektiv schön gedacht, weil man das schlechte, das frustrierende nicht erinnert.
Infofern ist ein frischer Blick des 19-Jährigen Praktikanten gar nicht so verkehrt, denn er kann persé unvoreingenommener an ein Spiel herangehen. Klar ist er anfälliger für die Marketingmechanismen als der Veteran, dem schon 100mal das beste Spiel der letzen Zehn Jahre versprochen wurde. Im Idealfall sollten sich aber beide ergänzen der Veteran und der Praktikant.

Achja und nochmal ein Wort zu einem Vorredner ein paar Comments über mir. Verbieten sie der Jugend niemals ihren Mund. Es ist das Privileg der Jugend lauthals Sachen zu brüllen, die sie evtl. ein paar Jahre später revidieren müssen. Die Jugend rüttelt dadurch an festgefahrenen Strukturen und das tut jedem System gut, wenn es jedes mal wieder auf Tauglichkeit abgeklopft wird und dan reformiert oder ersätzt wird (oder weiß das es immer noch gut ist). Man muss immer den Dialog führen auch wenn man bei einigen Punkten die Augen rollt.

Myxim 15 Kenner - P - 2745 - 20. Dezember 2015 - 8:16 #

Grundsätzlich möchte ich Dir jetzt - obwohl ich schon in Amiga 500 Zeiten und MSX Zeiten spielte - erst einmal nicht widersprechen, allerdings zu behaupten das damals "eine Mechanik.." dazu diente "..um schlechtes Gamedisign zu flicken" ist meiner Meinung nach schlicht falsch. Grundsätzlich sollte man bei alter Software immer daran denken auf was für Rechnern die Software lief, also welche Resourcen überhaupt vorhanden waren.

Und da ist gerade Siedler - denke ich - ein Spiel das doch viel neues brachte, oder auch Popolous. Theme Hospital lade ich ab und an heute noch gerne auf meinen Rechner. Eine Freiheit wie in Minecraft wäre damals schlicht unmöglich gewesen.

Ich finde schon, dass heutzutage doch viele Spiele viel zu glattgebügelt sind, das soll heisen die Schwierigkeit ist geringer als dies vor 20 Jahren der Fall gewesen wäre. Was sicherlich auch einfach an den notwendigen Verkaufszahlen liegt.

Nehmen wir aktuell Fallout 4, das mir wirklich gut gefällt (man schaue auf mein Steam Profil), aber die Begleiter können nicht sterben. Würden Sie sterben würde es mich wirklich ärgern, aber ich würde halt wieder laden. Jüngere Spieler sind mitlerweile von der Spielindustrie so erzogen, dass ein solcher Fall gleich richtig Frust erzeugt.

Oder nicht ganz so frisch - die ganzen Schwarze Augen Spiele. Im ersten Spiel ging noch ziemlich fiel Zeugs kaputt, man stand auf einmal ohne Schuhe im Schee rum. Die Folge war mindestens eine Dumpfschäden Erkrankung. Bei den neueren Spielen auf dem Rollenspiel beruhend kommt dies meines Wissens nach gar nicht mehr vor. Auch weil es sicher Frust erzeugen kann wenn die Party wegen solch einer Krankheit ein wenig ausgedünnt wird. Mir als Schwarze Auge Spieler hat es damals keinerlei Frust besorgt (ich hatte halt sicherlich 1 Paar Extra Stiefel dabei), heute würde sicherlich viel böses Blut in den Foren stehen.

Heute hat man natürlich die alten Spielmechaniken in wohliger Erinnerung weil es was neues war und Minecraft war in dieser Beziehung auch was neues und hat seinen Erfolg verdient. Früher war man meiner Meinung nach als Spieler einfach belastbarer was Frustmomente angegeht.

Lorion 17 Shapeshifter - 7535 - 20. Dezember 2015 - 14:34 #

"Würden Sie sterben würde es mich wirklich ärgern, aber ich würde halt wieder laden. Jüngere Spieler sind mitlerweile von der Spielindustrie so erzogen, dass ein solcher Fall gleich richtig Frust erzeugt."

Liegt wohl eher daran, das die meissten Entwickler mitlerweile erkannt haben, das solche Spielelemente in Kombination mit einer Quicksave/-loadfunktion keinen Sinn machen, da der negative Effekt mit einem Tastendruck rückgängig gemacht werden kann und der überwiegende Anteil der Spieler davon auch Gebrauch macht. Mit dem bewusstlos werden hast du wenigstens eine temporäre Strafe, nämlich das der Gefährte für den aktuellen Kampf nicht mehr zur Verfügung steht, anstatt gar keine Strafe.

Bei den Bethesdaspielen kommt dann noch hinzu, das sie sich selbst wohl sehr bewusst sind, das ihre Gefährten-KI maximal zweckmässig ist, sie also primär sterben, weil sie sich total dämlich verhalten und die Spieler die Gefährten nach dem 20sten Mal neuladen, weil der Gefährte mal wieder sinnlos vor den Gegnern rumstand, nicht mehr mitnehmen würden. Sie also Zeit und Geld in Gefährtendialoge und -quests investiert hätten, von denen nur ein Bruchteil der Spieler was mitbekommt, weil alle anderen sie zwischenzeitlich schon permanent irgendwo abgestellt haben.

"Früher war man meiner Meinung nach als Spieler einfach belastbarer was Frustmomente angegeht."

Heute weiss man halt, das es auch besser geht und will das alte, mit dem man früher zwecks Alternativlosigkeit leben musste, natürlich nicht mehr wieder haben.

Ne Bettpfanne nutzt heute ja auch keiner mehr freiwillig, wenn er auch ne Toilette direkt im Haus haben kann. ^^

DerLaxx (unregistriert) 20. Dezember 2015 - 14:34 #

Ja das mit der hardwareseitigen Limitierung zur jeweiligen Zeit habe ich am Ende auch versucht anzusprechen. Das kann man natürlich nicht weg diskutieren. Das macht es auch immer schwer über alte Spiele zu diskutieren.
Zu dem geringeren Anspruch und glatt gebügelt:
Nja ich glaube da muss man stark unterteilen in erzählende Spiele und Spielmechanik-Spiele.
Zu Spielmechanik-Spielen würde ich jetzt die ganzen kompettitiven Multiplayer-Spiele (Starcraft2, Dota, CS) oder viele Arcade- und Puzzle-Spiele zählen. Diese sind auch heute noch unglaublich anspruchsvoll und fordern den Spieler aufs äußerste. Das ist natürlich logisch denn man zieht den Spaß aus der Spielmechanik und daraus diese so gut es geht zu meistern (um den Level oder den menschlichen Gegner zu schlagen).
Bei erzählenden Spielen und das sind heutzutage die meisten AAA-Produktionen, geht es nicht darum den Spieler vor riesige Herausforderungen zu stellen, sondern eher darum ihn an die Hand zu nehmen und ihn mit der Geschichte zu überzeugen. Klar ist es schön und gut wenn der Spieler auch herausgefordert wird, aber nichts tötet Immersion (und das ist das wichtigste Feature von erzählenden Spielen) als ein Game-Over-Screen. In sofern ist der geringere Anspruch da vollkommen in Ordnung wenn es dazu führt das ich tiefer in der Spielwelt und in der Geschichte bleibe.
Beim von dir angesprochenen Fallout4 haben wir es mit einer Mischung aus beiden zu tun und das macht die ganze Sache wieder schwierig. Jemand wie ich, möchte einfach nur durch diese Spielwelt reisen und coole Geschichten erleben, sprich ich brauche Immersion, gute Quests und mir ist es relativ egal ob ich jetzt x Schaden mache oder x+2 Schaden mache mit meiner Waffe, denn ich will nur wissen wie es weiter geht, nachdem ich einen Gegner getötet habe. Dh für mich als Spieler sind auch diese Rollenspiele erzählende Spiele.
Andere Leute spielen diese Spiele aber natürlich ganz anders (aus ihrer Sicht richtig^^). Da geht es um Spielmechnik und das ist im Grunde die Formel Looten und Leveln. Diese Spieler brauchen die Herausforderung und denen ist auch egal ob der Begleiter stirbt, weil dan laden sie neu, wie du sagst.
Wenn das Spiel gut ist, weißt es daruf direkt beim Schwierigkeitsgrad hin und bietet für die Spielmechanik-Leute gute fordernde hohe Schwirigkeiten an und für Story-Leute dann den einen einfacheren. Dort könnte man dann auch sowas wie das Verhalten der Begleiter regeln. Ich weiß jetzt nicht wie Fallout4 das handhabt da ich es noch nicht gespielt habe (hab nur die F3 und Skyrim gespielt). Was ich aber höre ist, dass es auf Spielemechaniker irgendwann zu einfach wird, auch auf den hohem Schwierigkeiten. Falls dem so ist, ist das natürluich sehr schlecht.
Da kommt dann die finanzielle Komponente rein. Denn Story-Spieler musst du beim Gamedesign ja eh zufrieden stellen (ohne Quests und Spielwelt gehts ja nicht) und die kriegen es nie mit wenn das Spiel für die Spielemechaniker unbalanciert ist. Die Spielemechaniker aber zufrieden zu stellen, ist sehr schwer und erfordert viel Play-testing und das oft nachdem das Spiel eigentlich schon fertig ist (@Jörg: darum hat SC2 Lotv auch so lang gedauert, weil man lange eine Beta gemacht hat, da es wichtig ist die Mechanik für den MP so gut es geht hinzubekommen [Überlebenswichtig für SC2]). Das ist teuer und dann ist es die Frage wie Groß diese Spielerschaft ist, die das mitbekommt. Sprich wenn ich als Publisher abwegen muss diese Spielemechaniker zufrieden stellen oder zum Weihnachtsgeschäft im Regal stehen, dann wird vermutlich meist zweiteres gewinnen (keine Ahnung ob das bei F4 jetzt wirklich so war).

warum sind meine Comments eigentlich immer so lang.... Schwafelkopp...

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 21. Dezember 2015 - 2:00 #

Ähm, gerade die ersten beiden Schwarzes Auge Spiele sind Paradebeispiele für das Eingangs erwähnte völlig kaputte Spieldesign und völlig bescheuerte Spieldesignentscheidungen.

Despair 16 Übertalent - 4436 - 21. Dezember 2015 - 12:45 #

Eigenwillig und nicht frei von Fehlern? Ja. Völlig kaputt und völlig bescheuert? Mit Verlaub, nein. Die Nordlandtrilogie war sperrig, keine Frage. Man musste sich richtig reinfuchsen und scheiterte manchmal trotzdem grandios. War man aber erstmal drin im Geschehen, entwickelte sich ein Sog, dem man sich kaum entziehen konnte. Bei heutigen RPGs besteht ja oftmals die einzige richtige Herausforderung darin, mit einem verkorksten Interface klar zu kommen oder den Überblick über alle DLCs zu behalten. ;)

Ich bin sicherlich nicht mehr so leidensfähig wie früher, aber etwas weniger "Komfortfunktionen" könnten nicht schaden. Es ist halt irgendwie sinnlos, eine "Suche Person X"-Quest durch einen Punkt auf der Minimap quasi mit einem Tastendruck lösen zu können. Wo man früher noch aus Frust in die Tastatur biss, bleibt heute nur noch ein gleichgültiges Schulterzucken aufgrund der spielerischen Belanglosigkeit. Muss aber jeder selbst wissen, was ihm lieber ist.

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 21. Dezember 2015 - 13:16 #

Ach die schöne Verklärung... ;)
Ich habe die Dinger selbst gerne ge- und mehrfach durchgespielt und kenne sie daher und auch die Mängel. Henkel und Co. hatten eigentlich keine Ahnung was sie tun und haben mal eben ein Pen&Paper für den Rechner geschrieben ohne auch nur ein Jota Zeit zu investieren und zu schauen was davon sinnvoll ist und gebraucht wird. Die waren nicht sperrig, die waren für Einsteiger schlicht völlig unverständlich. Ist es sperrig wenn es Talente (reiten!)gibt, die im Spiel nie genutzt werden oder schlechtes Spieldesign? Zauber die nicht funktionieren oder überhaupt im Spiel je anwendbar sind? Steigerungen, die eigentlich ein vorheriges speichern zwingend erfordern, da sie reines Glücksspiel sind? Oder die beabsichtigten(!) Plotstopper. Wie du hast in der Höhle Gold eingesteckt? Das war verflucht und Stunden später merkst du, dass du die Höhle nicht mehr verlassen kannst... Ne, die Spiele waren wirklich fesselnd, das Spieldesign aber schon damals aus der Hölle... Hat man nun in Deutschland nie wahrhaben wollen. Aber wie lautete schon damals eines der Reviews aus den USA:
“I would not recommend Arkania to any game player, but I do recommend it to game designers as an example of what to avoid in their own products. Let us all hope we don't see another one like this any time soon.”

Spaß hat es trotzdem gemacht - zumindest mit etwas Masochismus und Käsetoast...

Despair 16 Übertalent - 4436 - 21. Dezember 2015 - 13:28 #

Nix Verklärung, ich hatte mit den drei Spielen wirklich mehr Lust als Frust. Aber wie gesagt, früher war man härter im Nehmen. :D

Ich hab' damals gleich im Fortgeschrittenenmodus losgelegt, obwohl ich von DSA wenig Ahnung hatte. Ich habe allerdings vorher die umfangreichen Handbücher ausgiebig durchgeackert. Die vielfältigen Tode und Plotstopper waren natürlich böse, aber dafür hatte man ja unzählige Spielstände. Den Zufallsfaktor bei Stufenaufstiegen habe ich zähneknirschend hingenommen - das war eben so, und wenn's ganz dumm gelaufen ist -> alten Spielstand laden.

Nee, nee, die Nordlandtriloge war hart, aber herzlich. "Drakensang" war dagegen fast schon zu glatt. :D

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1740 - 21. Dezember 2015 - 15:17 #

Hmm, ich hab ja die Nordlandtriologie auch gern gespielt, aber auf Features wie

* Speichern vor dem Stufenaufstieg, weil das Ergebnis arg zufällig ist und halt gegebenenfalls Laden und nochmal aufsteigen
* Tausende von Charakteren auswürfeln, weil ich irgendwann mal super geniale Startwerte in allen Attributen habe
* Plotstopper, wenn ich eine falsche Entscheidung treffe

kann ich gern verzichten und hätte ich auch damals nicht gebraucht.

Damals war man härter im Nehmen, weil die Alternativen auch nicht besser waren.

Despair 16 Übertalent - 4436 - 19. Dezember 2015 - 13:38 #

Sicherlich können sich Vorlieben und Interessen mit fortschreitendem Alter ändern. Und möglicherweise nimmt auch die Begeisterungsfähigkeit ab. Dem Beruf des Kritikers sollten diese Umstände aber eigentlich entgegenkommen. Stichwort: Erfahrung. Wer viel gesehen hat, springt nicht direkt auf den nächsten Hype-Train auf. Und wenn man doch mal mit drinsitzen sollte, kann man immerhin den Mitreisenden - wie Oppa, wenn er vom Krieg faselt - erzählen, warum das Spiel trotzdem nicht perfekt ist. Weil der Vorgänger vor 20 Jahren dieses und jenes besser (oder einfach nur anders) gemacht hat. Außerdem: Nicht nur Spieletester altern. Ich habe das Gerücht gehört, dass soll auch auf Spieler zutreffen. Ein Blick in den Spiegel hat das leider bestätigt...

Nach über dreißig Jahren Zockererfahrung lese ich nicht mehr allzuviele Tests. Mir reichen normalerweise die Meinungskästen. Von mir aus könnte man den klassischen Spieletest in Rente schicken und stattdessen zwei, drei Kolumnen von Alt- und Jungredakteuren zu einem neuen Spiel bringen.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 19. Dezember 2015 - 13:52 #

Mir ist da noch viel zu wenig Altherrenweisheit vorhanden. Ich wundere mich, woher Ihr überhaupt die Motivation nehmt, den 123. Aufguss eines Ego-Shooters oder OW-RPGs zu spielen. Die klonen sich ja selbst schon dadurch, dass jährlich ein "neuer" Teil rauskommt.

In einem gebe ich den jungen Gamern recht:

die Szene, wie wir sie als Kinder und Jugendliche erlebt haben, gibt es so nicht mehr. Und zwar nicht nur, weil sich der Markt kommerzialisiert hat, sondern auch, weil wir erwachsen geworden sind. Wir haben keine Zeit und wir beurteilen auch einiges anders als früher. Wäre ja schlimm, wenn das nicht so wäre. Spielen ist für uns also ein gänzlich anderes Erlebnis als für Heranwachsende. Wie könnten wir es ihnen also übelnehmen, dass sie sich von Trends leichter blenden lassen als wir? Zumal wir alten Recken auch schon oft ganz schön daneben gelegen haben.

´89: ich las in der Power Play vom Gameboy, sah Mini-Screenshots einer monochromen Grafik. Und ich fragte mich, was daran toll sein sollte, bis ich das Ding in der Hand hatte.
Mitte 90er: RPGs sind tot. Denkste. Erst Diablo, dann Baldurs Gate, und der Rest ist Geschichte.
´06: Nur ein Wort: Wii.

Es ist gut, dass es diesen Bruch zwischen den Generationen gibt und dass sich die Jungen bewußt von den Alten absetzen, um abseits unserer Besserwisserei, in Kellern, Garagen oder unter der Schulbank den neuen heißen Scheiss von morgen zu produzieren. Denn dazu sind wir tatsächlich nicht mehr in der Lage. Wir hatten unsere Zeit. No regrets aber auch no Vorwürfe.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5167 - 19. Dezember 2015 - 14:36 #

Dein letzter Absatz bringt es auf den Punkt.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 19. Dezember 2015 - 15:22 #

Jeder Generation ist es zueigen, auf die Leistungen ihrer Vorgänger mit einer gewissen Art von Verachtung oder Geringschätzung herabzublicken.
Bis dann wieder die nächste Generation folgt, die dann wiederum selber nichts mehr auf ihre Vorgängergeneration gibt. Gehr Arm im Arm einher mit dem hier schon gebrachten Zitat, welches über die nichtsnutzige Jugend herzieht.

Der heiße Scheiss von morgen trägt in den Genen bereits das Erbgut "äääh, was ist dass denn bloß für ein schlecht gealteter Müll" mit sich. Genau wie es auch die Personen zu einen gewissen Grad in Verzückung setzten wird, die damit ihre Jugend verbracht haben (erst recht in der Retrospektive).

Grundsätzlich ist Berufserfahrung (gleich wo) eine gute Sache, sofern sie in hoher Qualität, und nicht im "das haben wir immer schon so gemacht" endet.

Stillstand ist auf der anderen Seite irgendwann tödlich (langweilig). Die Frage ist, was lernen wir aus unseren Jahren (falls wir denn etwas gelernt haben). Solange man immer auch offen für neue Entwicklungen ist, besteht eigentlich eine gesunde wie gute Voraussetzung, auch bis ins höchste Alter einen wertvollen Beitrag leisten zu können.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 19. Dezember 2015 - 16:04 #

Also ich habe nicht das Gefühl, dass die "Jugend" die Errungenschaften der Vorgänger mit Verachtung, sondern eher mit Respekt aber dennoch Abstand begegnet. Wir haben Respekt davor, was die Generation Langer/Lenhard/Schnelle geschaffen hat, genauso wie unsere Nachfolger Respekt davor haben, was wir geschaffen haben. Aber diese Errungenschaften sind nunmal irgendwann veraltet und müssen überholt werden. Das hat aber nichts mit einer Verachtung oder Geringschätzung zu tun, sondern einfach mit einer Aussage die einst ein weiser Mann tätigte: "Das gehört in ein Museum."

zfpru 15 Kenner - P - 2970 - 19. Dezember 2015 - 19:26 #

Langer/Lenhard/Schnelle sind Journalisten. Die haben im eigentlichen Sinne nichts geschaffen. Die haben darüber berichtet was andere geschaffen haben. Und so ist es heute noch.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9242 - 19. Dezember 2015 - 19:33 #

Also ich zahle für deren Arbeit bzw. habe dafür gezahlt. Und sie haben ein Produkt geschaffen, welches ich gelesen habe/lese.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13879 - 19. Dezember 2015 - 19:35 #

Kann man auch anders sehen.

ganga Community-Moderator - P - 15586 - 19. Dezember 2015 - 19:44 #

Finde ich ne komische Auslegung. Regisseure oder Buchautoren schaffen doch auch ein Werk und bei Journalisten oder Redakteuren ist das genauso, auch wenn die natürlich eher kleinere "Werke" schaffen.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 19. Dezember 2015 - 17:42 #

Es ist ein wenig wie in der Popmusik. Bands vergangener Zeiten können noch so rebellisch gewesen sein, heutigen Kids bedeuten sie nichts. Das ist völlig normal. Deswegen ist es nicht unmöglich, junge Leute auf den Geschmack älterer Pop-Perlen zu bringen, aber man muss sich eben reinhören, evtl. den Kontext kennenlernen.
So geht es mir auch mit der Beurteilung von Games vergangener Tage. Die Grafik sieht doch eigentlich immer schlecht aus, wenn man sie an der heutigen misst. Deswegen sollte man das auch nicht tun, denn Anno 1982 waren 16 Farben außerhalb von Spielhallen (das waren so größere Räume, in denen standen...) einfach noch ein Phänomen.
Es ist also so, dass ich kein Problem habe, wenn junge Leute alte Spiele sehen und aus dem Bauch heraus sagen "hässlich". Aber wenn ich an den unsäglichen Stay-Forever-Podcast denke, wo sich zwei Veteranen das Maul zerrissen haben ob der schlecht gealterten Grafik von Baldurs Gate, welches sie damals SELBST gespielt haben, habe ich ein Problem damit. Denn die wissen genau, dass das damals gute Grafik war und die haben auch die eine oder andere Grafikkarten-Generation kommen un gehen sehen.
Also auch hier: die reine, offene, ehrliche Subjektivität des jungen Menschen ist nicht nur erlaubt, sondern auch erfrischend. Wenn aber Veteranen versuchen, Scheincoolheit dadurch herzustellen, indem sie die Grafik von damals runtermachen, empfinde ich das als Anbiederung an die Jugend.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324138 - 19. Dezember 2015 - 18:17 #

Hmmm. Dann bin ich mal gespannt, wie du meinen Part der System-Shock-SdK erleben wirst. Ich nehme mir nämlich grundsätzlich das Recht heraus, heutzutage Grafik als unansehnlich zu empfinden, die ich früher klasse fand. Das hat nichts mit Anbiederung an die Jugend zu tun, sondern mit gewachsenen Ansprüchen bei mir. Und die Stunde der Kritiker will ja auch bei einem Klassiker nicht der eigenen Nostalgie nachspüren, sondern just herausfinden, ob er uns heute noch Spaß macht.

Übrigens finde ich zwar einige Aspekte der System-Shock-Grafik echt schlimm (mitdrehende Objekte, gleitende Mutanten), aber sie hat für mich mehr Charme als die von System Shock 2, eben weil sie älter ist und noch auf Pixel- statt Polygonbasis funkioniert...

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 19. Dezember 2015 - 20:33 #

Dass bspw. die Renderszenen aus den 90ern heutzutage nur noch schrecklich aussehen, ist schon klar, damals war es aber schön. Die beiden Podcaster beim BG-Rückblick klangen so, als wäre BG seinerzeit zu Unrecht gefeiert worden. Das mag man einem jungen Kerl von heute noch verzeihen, bei einem Veteranen rufts bei mir nur Kopfschütteln hervor.

Diese Diskussion gibts immer wieder, ich erinnere an Boris Schneiders leicht genervten Einwurf aus einem Spieleveteranen-Podcast angesichts mangelnden Verständnisses für die Auszeichnung der Loom-Grafik: "Leute, das ist EGA, EEEGAAAAAA!".

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6529 - 19. Dezember 2015 - 23:02 #

Was mich stört: Bei alten Spielen sehe ich über die Grafik und Bedienung hinweg, aber heute kaufe ich kein Spiel mehr, das neu so aussieht und sich teilweise spielt wie 1993.

Lorion 17 Shapeshifter - 7535 - 19. Dezember 2015 - 19:39 #

Wieso sollte man Grafik, die man seinerzeit als toll empfand, heute denn nicht als hässlich empfinden dürfen?

Entsinne mich bspw. noch, wie ich damals einem Kumpel vorgeschwärmt hatte, wie hervorragend Ultima 9 aussieht, mit seinen ganzen Magieeffekten und PiPaPo. Hatte das vor ein paar Jahren mal wieder installiert... furchtbar!! Kann ich heute nicht mehr spielen, weil ich das einfach nur noch hässlich finde.

Oder son Vampire: Bloodlines. Dachte ich damals noch "So, nu ist der Punkt erreicht, an dem die Grafik nicht mehr besser wird." ... letztens mal wieder installiert und erstmal einen Schreck bekommen. Geht zwar noch, da es noch nicht ganz so alt ist, schön ist aber auch anders.

Vor allem die 3D-Grafik ist, wie ich finde, unglaublich schlecht gealtert und Spiele, die man noch als ganz toll in Erinnerung hat, sehen heute grösstenteils nur noch grässlich aus.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 19. Dezember 2015 - 20:41 #

Wie ich schon sagte, natürlich kann man die Grafik von damals hässlich finden, weil sie auch hässlich ist. Aber man sollte nicht vergessen, dass das damals andere technische Möglichkeiten waren.
Insofern steht Uridium für mich auf einer Stufe mit einem x-beliebigen 3D-Shooter von heute. Nicht, weil die Grafik gleich aussieht, sondern weil sie, im historischen Kontext betrachtet, gleich gut war / ist.

Mike H. 14 Komm-Experte - P - 2244 - 19. Dezember 2015 - 19:46 #

Ich würde mal sagen, wenn es zwei Veteranen gibt, die der "Anbiederung an die Jugend" gänzlich unverdächtig sind, sind das Christian Schmidt und Gunnar Lott. :-) Und im übrigen war ihr Hauptproblem mit Baldur's Gate 1 auch keineswegs die Grafik...

Pomme 16 Übertalent - P - 5959 - 19. Dezember 2015 - 20:15 #

Gebauer und Pechke haben es auch nicht so sehr mit Anbiederung... ;-)

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 21. Dezember 2015 - 2:02 #

Übrigens ein toller Podcast, besonders Gebauer der ohne Rücksicht seine Meinung rauskloppen kann und auch mal kontrovers ist.

ganga Community-Moderator - P - 15586 - 21. Dezember 2015 - 9:50 #

Geschmackssache. Da er sich dabei auch selber häufig widerspricht finde ich dass inzwischen häufig zu viel und auch einfach nur unfair was er da von sich gibt. Und in diesen Momenten ist Peschke leider häufig zu passiv.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 19. Dezember 2015 - 20:37 #

Auch die anderen Probleme waren keine wahren, denn was für Grafik gilt, gilt auch für Interface, KI usw.
Das waren einfach andere technische Möglichkeiten und innerhalb des in jener Zeit Machbaren war BG 2 verdammt gut gemacht.
Das einzig Nachvollziehbare waren die nervigen Rückmeldungen der Charaktere, aber das hat meines Wissens auch damals schon jeden genervt, weswegen es Patches und Mods zur Abhilfe gab.

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20288 - 20. Dezember 2015 - 0:29 #

Sächselnde Elfen!

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32786 - 20. Dezember 2015 - 1:43 #

Das waren doch die Zwerge! ;)

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 20. Dezember 2015 - 8:50 #

Ond no hab erm uff dor Kopf gschlaaga bissr doot war, a ha ha ha ha!
Kleinscheissmodus an:
"War" hätte eigentlich heissen müssen "gwääsa isch". Im Schwäbischen ist das Imperfekt verpönt.
Bonus Content: weiter im Süden hätte es geheißen " gwäsa isch" (also schnell gesprochen) oder gar "isch gsi". Letzteres verliert sich dann aber im Alemannischen Richtung Schweiz. Wobei eben nicht Schweiz, sondern Richtung Stockach,südliches Tuttlingen, Ostwestliches Donaueschingen und natürlich Bodensee.
Noch da?

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 20. Dezember 2015 - 10:42 #

Im Schweizer Fernsehen werden die Untertitel automatisch eingeblendet J

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32786 - 20. Dezember 2015 - 10:48 #

Ich habe irgendwo im Süden die Ausfahrt verpasst. ;)

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73396 - 20. Dezember 2015 - 12:08 #

Dabei sind auch unsere Straßenschilder in hochdeutsch :).

Wunderheiler 19 Megatalent - 18998 - 20. Dezember 2015 - 9:57 #

Kannst du mir den Link zum BG2 Podcast schicken?

In der Baldurs Gate Folge ging es nur um den ersten Teil...

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 20. Dezember 2015 - 11:57 #

Oha. Na gut, aber tut das etwas zur Sache? Auch BG (1) muss ja aus irgendeinem Grund gefallen haben, oder wir wurden Zeugen eines der größten kollektiven Irrtümer der Games-Historie.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6529 - 19. Dezember 2015 - 22:59 #

Das Traurige ist, dass nach meinem Dafürhalten in den letzten bald 20 Jahren keine neue Musik auf kam. Das Letzte war irgendwie Hiphop in den mittleren 90ern.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9242 - 19. Dezember 2015 - 23:01 #

Dubstep.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 19. Dezember 2015 - 23:52 #

Ich finde schon, dass es massig gute neue Musik gab (Arcade Fire, Mumford & Sons, Foals, Electric Six und nun die ganzen Rock-Duos, aber auch Alt-J oder Death Cab for Cutie und und und...), nur kam die nie aus dem Mainstream.
So ähnlich geht es mir mit AAA-Titeln, allerdings habe ich bei Games nicht so sehr den Anspruch, unbedingt etwas Neues zu sehen.
Im Racer-Genre gibts ja eigentlich nix Neues mehr zu entdecken, aber das muss auch nicht sein - Mario Kart 8 oder jüngst Fast Racing Neo machen genauso Spaß wie innovative Indie-Titel (wobei FRN eig. ja ein Indie ist).

Maik 20 Gold-Gamer - - 21503 - 20. Dezember 2015 - 1:19 #

Du vergisst die ganze Technogeschichte und deren musikalischen Richtungen in den 20 Jahren. Und Rap/HipHop gabe es schon in den 80ern.

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 19. Dezember 2015 - 13:54 #

Ich mache mich jetzt mal richtig unbeliebt!

Mick hat in allen Punkten recht. Da ist kein falsches Wort in der Kolumne. Aber es ist mMn nur die halbe Wahrheit. Der beschriebene Gegenwind, den die Spieleveteranen vom Durchschnittsspieler bekommen, rührt nicht vom Altersunterschied her, oder wer wie lange schon spielt. Es ist vielmehr so, daß die Schere der Summe von IQ, Bildungsstand und Sozialkompetenz zwischen den Parteien in den letzten 20 Jahren immer weiter auseinander gegangen ist.

Wer heute altgediente Spieletester als korrupten Haufen von Nixcheckern bezeichnet, ergözte sich anno dazumal noch am nachmittäglichen Sorgerechtsstreit zwischen Kevin und Chayenne bei Richter Pimpelmoser auf RTL2. Gut für uns Spieler, blieben uns deswegen doch ihre geistigen Ergüsse erpart, die maximal dafür taugen, in den Redaktionen von Duden und Langenscheidt für den ein oder anderen Schenkelklopfer zu sorgen.
Irgendwann - es mag so um die Jahrtausendwende herum gewesen sein - fingen die ISPs an, es für eine gute Idee zu halten, den Zugang zum Netz für eine breitere Öffentlichkeit erschwinglich zu machen (Ihr wollt nicht wissen, welche Formulierung hier ursprünglich von mir angedacht war). Ja, schönen Dank auch! Diesem Umstand ist es geschuldet, daß heutzutage auch der letzte Burgerflipper nach der Schicht meint, sich zu Hause erstmal internetmäßig auskotzen zu müssen, egal wievielen Leuten er dabei mit seinem dummdreisten Gefasel auf die Gehwerkzeuge tritt.

Nun ist es ja nicht so, daß es früher keine Kritik an Spieletests gegeben hätte. Das war in der Tat schon immer so. Nur die Form und Heftigkeit haben sich geändert. Früher hat es nicht an Spielekritikerkritik (was für ein Wort) gemangelt, weil die Spielekritiker jünger und damit bei einem jüngeren Publikum noch akzeptierter waren, sondern weil das Publikum einfach noch nicht dumm genug war, um eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht zu stellen.

Hey, ich habe doch gesagt, ich mache ich jetzt unbeliebt - und ich werde gerade erst richtig warm.

Interessant wird es, wenn man sich anschaut, wem denn heute Vertrauen geschenkt wird, wenn es um Spielekritik geht. Die alte Garde ist ja wie gesagt total korrupt und out-of-date.
Nun, offensichtlich stehen hier diese Hanseln auf YouTube und Twitch ganz hoch im Kurs. Ihr wisst schon ... jene achso authentischen, coolen Leute, die diese unglaublich glaubwürdige "Von Spielern für Spieler"-Monstranz vor sich hertragen.
Naja, persönlich würde ich ja mein Vertrauen eher einer echten Spieleredaktion schenken, als jemandem, den man als Großkonzern der Spielebranche vermutlich mit einer Palette Red Bull plus 'nem Monatsvorrat Pringles von der Klasse eines Produktes überzeugen könnte, aber das muß ja jeder selber wissen.
Und ja, das war jetzt natürlich ein bißchen sehr pauschal und unfair. Natürlich gibt es auch Spieletester in den sozialen Medien, die man nicht einfach so kaufen kann. Die würden nie von EA und UBI eine Kiste Pringles nehmen. Die bekommen ihre Pringles nämlich von riesigen Netzwerken, für die sie tätig sind, die wiederum Disney und Konsorten gehören, und was die auf ihrer Agenda haben, will ich gar nicht wissen.

Ich merke gerade, wie ich richtig böse werde. Von daher lasse ich es lieber mal gut sein. Viel Spaß beim Spielen allerseits ... und wenn sich mal ein Spiel als Fehlinvestition herausstellt ... einfach mal jemanden fragen, der sich damit auskennt ... schon länger! ;)

Hermann Nasenweier 14 Komm-Experte - P - 2616 - 19. Dezember 2015 - 14:36 #

Wobei Du schon ehrlich zugeben musst, dass teures Internet nicht unbedingt einherging mit qualitativem Internet. Idioten und Trolle gab es schon immer. Intelligenz oder angemesses Verhalten hat ja nicht mit materiellem Besitz zu tun.

Nicht umsonst gab es Seiten wie "you might be a llama ..." ;)

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 19. Dezember 2015 - 18:22 #

Natürlich habe ich den Kommentar absichtlich ein bißchen provokant geschrieben. Und ebenso natürlich hast du recht damit, daß angemessenes Verhalten nichts mit materiellem Besitz zu tun hat. Aber angemessenes Verhalten und soziale Kompetenz haben was mit Bildung und vielleicht auch mit Intelligenz zu tun. Selbstmurmelnd gibt es aber auch brilliante Arschlöcher, keine Frage.

Hermann Nasenweier 14 Komm-Experte - P - 2616 - 19. Dezember 2015 - 22:27 #

Sagen wir mal so, Intelligenz und Bildung sind sicherlich nichts schlechtes und helfen bei gutem Benehmen :)
Ich ertappe mich aber selbst oft dabei wie ich denke frueher war das inet besser, aber dann denke ich immer an meine CS 5.2 Und TFC Zeiten. Und naja, soviel besser wars dann nicht. Man hat halt auch nicht soviel mitbekommen, weils einfach zu teuer war den ganzen Tag Online zu sein und den ganzen Bloedfug anzuschauen.

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 20. Dezember 2015 - 11:08 #

"Aber angemessenes Verhalten und soziale Kompetenz haben was mit Bildung und vielleicht auch mit Intelligenz zu tun."
Da bin ich ehrlich gesagt skeptisch und hätte dazu gerne mal ein paar empirische Belege. Es ist ja schon erstaunlich, welche große Masse an anscheinend nicht sozial kompetenten, sondern auf Kosten der Allgemeinheit lebenden Wohlgebildeten aus den Eliteunis der Welt geworfen werden. Ich habe selten Menschen gehört, die mit solcher Verachtung über einen Großteil der Bevölkerung geredet haben. Die sind leider oft nicht brilliant, sondern einfach aufgrund der besseren Startposition durch das System gekommen. Gebildet sind die sicherlich, oftmals auch intelleigent, aber angemessenes Verhalten und soziale Kompetenz würde ich da jetzt nicht stärker verorten. Das gibt's glaube ich durch die Bank überall und überall fehlt's auch mal.

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 20. Dezember 2015 - 12:35 #

Hui, du hast mich aber gründlich mißverstanden.

>>>Da bin ich ehrlich gesagt skeptisch und hätte dazu gerne mal ein paar empirische Belege.<<<
Geh' mal raus und frag 100 Passanten nach dem Weg zum Bahnhof. Ich wette, 95 werden dir diesen nett und freundlich erklären, 3 oder 4 werden dir nicht helfen können, weil sie den Weg selbst nicht kennen und 1 oder 2 werden dich mit einem gepflegten "Mach's dir selber, Spast!" stehen lassen. Letztgenannte schaue dir mal genauer an. Da hast du deinen empirischen Beleg. ;)

>>>Ich habe selten Menschen gehört, die mit solcher Verachtung über einen Großteil der Bevölkerung geredet haben.<<<
Ich glaube ja noch immer an das Gute in der Welt und hoffe doch sehr, daß ich nur über einen verschwindend kleinen Bruchteil der Bevölkerung mit großer Verachtung geredet habe.

Schätzungsweise hast du das, was ich mit Bildung und Intelligenz meine, in den flaschen Hals bekommen. Mit Bildung meine ich nicht einen summa cum laude Abschluß einer Eliteuni. Es reicht einfach mal eine Schule von innen gesehen zu haben. Ich muß auch nicht die Kubikwurzel aus einer zehnstelligen Zahl ziehen können, um intelligent zu sein. Es reicht, an einer vierspurigen Stadtstraße zu erkennen, daß der ältere Mensch mit Rollator am Fahrbahnrand Hilfe beim Überqueren braucht, um als halbwegs intelligent durchzugehen. Diese Voraussetzungen sollte jeder in unserem Land erfüllen können. Das hat auch nichts mit der Startposition zu tun. Wer sich dennoch als asozialer Drecksack hervortut, der muß schon eine gehörige Portion Eigeninitiative mitbringen, oder eben wirklich strunzdumm sein. Und der darf sich dann auch nicht beschweren, wenn er von mir mit großer Verachtung gestraft wird. Aber das ist, wie gesagt, doch hoffentlich nur ein ganz kleiner, wenn auch ganz lauter, Teil der Bevölkerung.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas klarer machen , was ich meinte. :)

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4614 - 20. Dezember 2015 - 12:49 #

Sozialer Status und Exklusion, das sind so zwei ganz wichtige Faktoren für die Identifikation mit sozialen Normen. Wenn Du nix zu fressen hast, was kümmert Dich da der Knigge?

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 21. Dezember 2015 - 10:31 #

Vorab: "Ich habe selten Menschen gehört, die mit solcher Verachtung über einen Großteil der Bevölkerung geredet haben." Das hast Du hoffentlich nicht auf Dich bezogen. Das steht in einem argumentativen Zusammenhang, bezieht sich also auf die Leute, von denen ich im Satz vorher sprach. Ich bin eigentlich der eher brave und nicht provozierende Typ :-).

"Es reicht, an einer vierspurigen Stadtstraße zu erkennen, daß der ältere Mensch mit Rollator am Fahrbahnrand Hilfe beim Überqueren braucht, um als halbwegs intelligent durchzugehen."
Okay, da habe ich Dich wirklich anders verstanden. Wobei Du hier jetzt andersherum schließt: Zuerst ging es darum, dass diejenigen, die über ein wenig Bildung und Intelligenz verfügen, i.d.R. sozial kompetenter sind, nun zeigt sich an der sozialen Kompetenz deren Intelligenz. Dann stimmt das ja auch, was Du sagen willst.

DerLaxx (unregistriert) 19. Dezember 2015 - 14:51 #

"mähh ich will mein Internet wieder für mich haben"
ganz schön viel Sozialverachtung kommt da in deinem Kommentar durch. Aber guess what: Die Leute werden nicht wieder weg gehen, die bleiben im Internet (wenn wir Glück haben bleiben die auf Facebook kleben und denken, das wäre das Internet).
Dieses YT/Twitch gebashe ist genau der selbe Blödsinn wie die traditionelle Spielepresse unter Generalverdacht zu stellen. Der Unterschied in der Wahrnehmung ist, dass der Youtuber/Streamer von vornherein sagt, dass das seine subjektive Meinung ist und er mit mir seine Spielerfahrung (meist in Echtzeit) teilt. Dadurch lerne ich ihn kennen und kann einschätzen, ob seine Spielerfahrung sich mit meiner potenziellen Spielerfahrung hinreichend überschneiden kann. Den selben Effekt hast du bei altgediehnten Redakteueren, die man länger kennt und einschätzen kann, ob deren Wahrnehmung mit der eigenen kompatibel ist. Bei der traditionellen Spielepresse, wie bei der normalen Presse auch, hast du diesen seltsamen Anspruch an "Objektivität" (zumindest im deutschen Sprachraum, bei den Anglo-Amerikanern ist das traditionell ein wenig anders). Dieser Anspruch objektiv zu sein ist, war und wird immer zu hochgegriffen sein. Jeder Versuch der Objektivierung und damit Allgemeingütigkeit kann nur eine Annährung an genau das sein. Wenn sich also Journalisten hinstellen und sagen, sie berichten aber objektiv laufen sie genau in die Falle, denn genau das tuen sie nicht, sie berichten objektivER als der YTer/Streamer/Blogger/FB-Kommentator -*innen.
Letztendlich ist es eine Frage des Vertrauens und da kann ich die junge Generation verstehen. Wem vertraue ich mehr, dem Let's-Player dem ich 10+ Std dabei zugesehen habe, wie er spielt, dessen Emotionen ich wahrgenommen habe, dessen Fehler ich gesehen habe und dessen Subjektivität vollkommen offensichtlich ist oder dem Redakteuer der im Zweifel nur der Name unter einem Text ist und von diesem Text behautet das wäre eine objektive Einschätzung eines Spiels?
Was die Kritik an Spieletest anbelangt, da hast du oft das Filter-Bubble-Phänomen. Ich, meine Freunde und meine Timeline finden das Spiel toll, also ist es wohl auch toll. Jetzt kommt aber Redakteur XY und will mir erzählen, dass das Spiel schlecht ist und wagt dann auch noch den Anspruch zu erheben allgemeingültig ein Urteil fällen zu können, wenn doch schon meine Wahrnehmung, die meiner Freunde und Timeline genau beweißt das sein Urteil keine Allgemeingültigkeit hat.
Bei Tonfall und Orthographie würde ich das ganze auch nicht so ernst nehmen, denn grade Comments sind meistens impulsiv und nicht sehr reflektiert (genau wie deiner das grade zum Teil zeigt).
Grade beim geschribenen Wort hast du es oft, dass die Komentator*innen sich im Ton vergreifen, weil das gegenüber nicht unbedingt als Mensch, sondern als nur als Screenname wahrgenommen wird. Bei Podcasts bspw. sind die Kommentare meist viel sanfter, weil man durch das gesprochene Wort den Menschen mehr wahrnimmt.

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 19. Dezember 2015 - 18:44 #

Ja ja, ist ja gut! ;) Bitte nicht mehr Ernsthaftigkeit in mein Posting interpretieren als drinsteckt. Ich habe absichtlich ein bißchen getrollt, weil es mir gegen den Strich geht, daß hier (wie man auch an vielen Kommentaren sieht) wieder der Jugend der schwarze Peter zugeschoben wird.
Was ich ausdrücken wollte ist, daß es nicht zwangsläufig etwas mit dem Alter zu tun hat, wenn sich jemand in unangemessener Weise mit einem Text im Internet auseinandersetzt.
"Die Jugend versteht das nicht" oder "die Jugend zündelt verbal rum" ist doch Mumpitz. Ich kann mich mit den meisten 16-jährigen prima über Spiele austauschen, während der 40er vielleicht nach zwei Sätzen schon die Anatomie meiner Mutter ins Spiel bringt. Wenn wirklich mal ein Pubertierender über die Stränge schlägt, dann nehme ich das a) ihm nicht krumm und b) nicht ernst. In *dem* Alter waren wir doch alle mal. Wem ich hingegen gerne mal verbal-virtuell auf das Maul gebe, ist der, der in einem Alter ist, in dem er es eigentlich besser wissen müßte (also wie man sich einem Anderen gegenüber verhält).

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32786 - 19. Dezember 2015 - 19:28 #

He, keinen Altersdiskriminierung hier. ;)

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 19. Dezember 2015 - 19:56 #

Husch husch, geh' du mal lieber noch ein paar Hard West Screenshots machen, bevor die Nachtschwester mit der Abendinjektion kommt! :D

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32786 - 19. Dezember 2015 - 20:33 #

Jetzt weiss ich wieder auf was ich mich heute Abend freue. ;)

blobblond 19 Megatalent - 17761 - 19. Dezember 2015 - 21:06 #

Auf die Happyend-Massage?!

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32786 - 19. Dezember 2015 - 22:11 #

Irgendwie muss..., nee das wird jetzt zu schmutzig. ;)

DerLaxx (unregistriert) 19. Dezember 2015 - 19:42 #

Hehe schon alles gut. Ich überinterpretiere sehr gerne...
Zu deinem letzten Punkt "verbal-virtuell auf das Maul", das ist das Ding mit dem Internet, du kannst ja nicht in voller Gewissheit wissen, wer hinter dem bescheidenen Comment sitzt. Jemand der im Internet sinnlos rumflamed hat (vermutlich) im richtigen Leben (TM) ein paar ernsthaftere Probleme, die er dann im Internet auslassen kann und will. Grade bei weicheren Themen wie Games, würde ich der Person dann nicht unbedingt "verbal-virtuell auf das Maul" geben. Solange es zumindest nicht rassistisch und hart unter der Gürtelline beleidigend wird (wobei das dann schon Thema für die Mods wird). Aber jeder hat seine eigenen Wege mit der Kommentarfunktion umzugehen. Das ist nur meine Herangehensweise.

Lorin 15 Kenner - P - 3637 - 20. Dezember 2015 - 7:45 #

Na ja, wenn der Youtuber 1000€ bekommen hat dafür dass er nur gutes über ein Spiel sagt, und dies nicht vorher mitteilt, dann ist seinen Emotionen usw wohl eher kaum vertrauen zu schenken egal ob bei 100 Spielen vorher tatsächlich seine ehrliche Meinung zum besten gegeben hat.

Am Ende bleibt eigentlich immer nur die Macht des Konsumenten... Konsumieren oder nicht. Und mit NICHT bei yt und ja bei Print/Redaktion gehöre ich wohl wirklich mit vielen hier zu einer aussterbenden Gruppe.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1479 - 20. Dezember 2015 - 10:20 #

Das unterschreibe ich. Sehe ich genau so. > 25 Jahre privates Trash-TV mit Youtube als (vorläufiges) Endstadium, und > 20 Jahre World Wide Web, gepaart mit einem minderwertigen Bildungssystem in einigen nördlichen / westlichen Bundesländern haben ihre Wirkung nicht verfehlt.

Das merkt man in jeder Hinsicht, natürlich und vor allem auch in Webforen.

Ernie76 12 Trollwächter - 963 - 19. Dezember 2015 - 14:15 #

Für mich ist das alter eines Redakteurs und seine "Berufserfahrung" kein makel, sondern eingarant für Qualität und weitsicht.
Aber vielleicht ist das auch einfach nur so, weil ich selber mit Happy Computer und 64er Groß geworden bin und mein erstes je gespieltes "Telespiel" ein Pong klon namens Teletennis auf einem der unzähligen QUELLE geräte war.
Ich habe eher die Erfahrung gemacht das jüngere Redakteure schnell mal mit auf den Hypetrain Springen, ohne objektiv zu bewerten.

zfpru 15 Kenner - P - 2970 - 19. Dezember 2015 - 14:52 #

Das liegt daran, dass man in jungen Jahren begeisterungsfaehiger ist. Das zunehmende Alter eines Redakteurs bringt zwar mehr Erfahrung, aber das ist nicht gleichbedeutend mit mehr Qualität. Siehe z.B die Nachtwache, wo nur was gutes kommt wenn Heinrich einen Glückstreffer landet. Aber wenn die richtigen Knöpfe gedrückt werden, lässt sich auch ein Veteran hypen. Gut zu erkennen an Fallout 4. Man gebe in der ersten Stunde eine Powerruestung und schon ist der Veteran hin und weg

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6529 - 19. Dezember 2015 - 17:21 #

Mehr Begeisterung in jungen Jahren ist ja normal. Wo ein Kleinkind drei Stunden mit einem Blatt verbringen kann, bleibt unsereins keine Minute stehen.

Tyntose 13 Koop-Gamer - 1677 - 19. Dezember 2015 - 14:53 #

Ich lese ausschließlich Tests von Redakteuren auf LSD oder Koks. Das Alter spielt da keine Rolle.

BigBS 15 Kenner - P - 2766 - 19. Dezember 2015 - 15:20 #

So ist es richtig, that's the spirit.

Dre 13 Koop-Gamer - 1438 - 19. Dezember 2015 - 15:59 #

Und ich dachte erst, dass es hierbei um Gamersglobal geht :P

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 19. Dezember 2015 - 16:58 #

So sehr ich dem Artikel in Teilen auch zustimmen mag, ich wundere mich doch etwas, dass auch von altgedienten Profis der potentielle Erfolg heutiger VR-Geräte mit dem Misserfolg früherer Versuche angezweifelt wird - bei einer Technologie, deren Erfolg maßgeblich vom technischen Fortschritt abhängig sein dürfte. Wer möchte sich denn gerne in einer schwarzroten 3D-Welt wie beim Virtua Boy von anno dazumal verlieren? Eben, keiner. In einer Spielwelt, die optisch den heutigen Standards klassischer Spiele jedoch durchaus nahekommt, dürfte die Bereitschaft dazu schon deutlich höher sein.
Viel wichtiger für den Erfolg von VR anno heute ist die Auswahl von motivierenden Spiel(konzept)en, nicht so sehr die bisherigen Erahrungen der Industrie mit der Technologie.

Zugegeben, die für den damaligen Misserfolg genannten Gründe im Artikel sind andere, welche mit denen ich durchaus konform gehe. Aber der technische Fortschritt von VR kann eben auch nicht einfach bei der Erfolgseinschätzung ignoriert werden.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 19. Dezember 2015 - 17:27 #

Der Vortschritt ist da, der Durchbruch aber meiner Meinung nach noch nicht.
Dafür ist das Ding einfach noch zu klobig, letzlich ähnlich wie all seine Vorgänger.
Wenn es irgendwann VR-Räume gibt (VR-Tapete), dann wird der Erfolg nicht mehr zu bremsen sein. Vorher bleibe ich skeptisch.

Warwick 17 Shapeshifter - 6391 - 19. Dezember 2015 - 20:58 #

sowas nennt sich dann übrigens Holodeck ;-)

Hermann Nasenweier 14 Komm-Experte - P - 2616 - 19. Dezember 2015 - 22:33 #

Sagen wir mal so, zumindest heute duerfte VR eine gute Chance auf Erfolg haben. Manche Spiele bzw. Demos sind schon mit einer DK2 genial.

Ob der Durchbruch gelingt laesst sich wirklich schwer sagen, ich persoenlich glaube nicht dran. Aber ich denke dass VR sich eine Nische erobern wird und nicht mehr von der Bildflaeche verschwindet.

Ich haette uebrigens gerne ein Legend of Grimrock VR. Das ist zwar die Nische einer Nische, aber ich waere bereit diese zu foerdern ;)

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 20. Dezember 2015 - 1:03 #

Oh Gott, bei Grimrock VR wäre ich definitiv raus. Das würde mein Herz nicht mitmachen. Ich mache mir beim normalen Grimrock spielen ja schon fast in die Hose. :)

Hermann Nasenweier 14 Komm-Experte - P - 2616 - 20. Dezember 2015 - 10:09 #

Neulich hat mich ne Spinne angefallen als ich mit meiner Freundin gequatscht hatte, da waere ich fast gestorben vor Schreck. Sowas in VR waere bestimmt cool ... also ein einziges Mal ... ;)

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 20. Dezember 2015 - 2:38 #

Das wird sich nie durchsetzen wie Eye Toy, Singstar oder Wii, dafür glaube ich aber dass es wie Lenkräder einen festen Platz für eine andere Spiele Erfahrung wird.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 20. Dezember 2015 - 10:49 #

Am Beispiel Playstation VR: die PS4-Hardware ist zu schwach fuer FullHD/4K@FPSofyourchoice - die Grafik muss im Rahmen schon konventieller Technik ebenbuertig sein.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 20. Dezember 2015 - 15:37 #

Die PlayStation 4 soll VR ja auch nicht alleine stemmen:
https://www.vg247.com/2015/11/02/playstation-vr-comes-with-external-processing-unit/

Auflösung und hohe FPS-Zahlen sollen dadurch gesichert werden.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 20. Dezember 2015 - 17:50 #

Wenn man sich (zwar closed) noch einen PC daneben stellen muss, wird das ganze doch noch abstruser :-)

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 20. Dezember 2015 - 19:56 #

PU, nicht PC :P
Und nein, ich finde das nicht abstrus, sondern die logische Schlussfolgerung, wenn man mit der PS4 als "Haupteinheit" VR-Spiele in einigermaßen zeitgemäßer Optik spielen will :)

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 20. Dezember 2015 - 20:52 #

Vor allem ist das nun auch nichts neues bei Konsolen. Der NES hatte einen Expansionport, an das Famicom 3D System wodurch die Leistung gesteigert und kompatible Spiele mit 3D Brille gespielt werden konnten. Auf dem SNES wurden in die Module teilweise Chips verbaut die leistungsstärker waren als die des SNES selbst, der Mega Drive hatte den 32X, N64 das Expansion Pak und auch andere Konsolen hatten zumindest immer irgendwelche Ports, um die Möglichkeit zu haben leistungsstärkende Hardware anzuschließen.

Ich würde so eine PU begrüßen und hoffen, dass sie Entwickler von nicht-VR Spielen diese auch nutzen können, um aus der PS4 noch mehr Leistung rauszuholen.

Ausserdem stört so eine kleine PU nicht wenn man sie auf die PS4 stellt, bei mir fühlt sich dann meine Playstation TV dann auch nicht mehr so alleine. ;)

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 21. Dezember 2015 - 9:25 #

PU oder PC - das ist dann Sache des Marketing :)

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 21. Dezember 2015 - 2:16 #

"Wer möchte sich denn gerne in einer schwarzroten 3D-Welt wie beim Virtua Boy von anno dazumal verlieren? Eben, keiner. In einer Spielwelt, die optisch den heutigen Standards klassischer Spiele jedoch durchaus nahekommt, dürfte die Bereitschaft dazu schon deutlich höher sein."

Und in zwanzig Jahren heißt es dann rückblickend und verklärt, wer wollte sich schon in verpixelte 720 oder 1080p Bilder mit 30fps verlieren... Ne anno dazumals war eine schwarzrote Welt cool und Leute genauso begeistert wie heute. Hey wir haben die Grafik von Rebel Assault für unglaublich gehalten und wer "damals" das erste mal Rebel Assault gesehen hat, saß mit offenem Mund da und dachte, sowas wäre garnicht möglich - von daher haben wir heute auch mit Sicherheit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 21. Dezember 2015 - 8:36 #

"wer wollte sich schon in verpixelte 720 oder 1080p Bilder mit 30fps verlieren"

-> Wo hast Du das denn her?

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 21. Dezember 2015 - 9:51 #

Ausgedacht in Ableitung von deinem Kommentar - ich dachte das wird durch die Einleitung "und in zwanzig Jahren heißt es" deutlich.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 21. Dezember 2015 - 10:47 #

VR soll aber nicht in 30fps laufen, daher bin ich etwas verwundert über Deinen Konter.

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 21. Dezember 2015 - 11:43 #

Ja, was sie sollen und letztlich tun ist zweierlei. Ja, 30fps sind spitz formuliert. Aber statt 60fps bei FullHD bekommen wir ja jetzt auch 30fps mit teils auch darunter liegenden fps und/oder wechselnde Auflösung oder 900/7xxp. Wir werden sehen...

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 21. Dezember 2015 - 11:59 #

Weiter oben habe ich ja schon die "Processing Unit" angesprochen, die zumindest Sony mit seiner VR-Brille wohl ausliefern will. Ich gehe stark davon aus, dass diese tatsächlich nur für die notwendigerweise zu erreichende FPS-Zahl von ich glaube mindestens 90 nutzbar sein soll und von Sony auch entsprechend eingeschränkt wird (so das denn überhaupt technisch machbar ist), damit Entwickler nicht in Versuchung kommen, die Framerates für bessere Graphikeffekte zu opfern.
Irgendwie muss der flüssige Spielablauf ja gewährleistet werden, sonst wird zumindest Sony mit dem Projekt sang- und klanglos untergehen aufgrund gesundheitlicher Beschwerden seitens der Kunden.

Toxe 21 Motivator - P - 26088 - 21. Dezember 2015 - 12:17 #

Soweit ich weiss ist diese ominöse Box im Prinzip nichts weiter als ein etwas komplexerer HDMI-Splitter und hat nichts mit der Berechnung der Bilder zu tun.

Die Box hat wohl einen HDMI Eingang (und damit bekommt sie die fertig gerenderten Bilder) und zwei Ausgänge, damit das Bild gleichzeitig auf den Fernseher und die Brille ausgegeben werden kann.

Aber die komplette Berechnung der Bilder passiert allein auf der PS4.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Dezember 2015 - 13:13 #

Das glaube ich nicht, Tim!

3 Ampere, 36 Watt, grosser Luefter

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6529 - 19. Dezember 2015 - 17:17 #

Ja, ich bin mit Anfang 30 weniger zu begeistern und ja, ich verstehe nicht, wie auch Teenager von hyperaktiven Gleichaltrigen bei YouTube begast werden können, aber wenn man mich packt, dann zahle ich auch gerne 20 Euro mehr für einen Titel.

Mir fehlt aber mal der nächste Sprung beim Hobby, aber ich denke nicht, dass VR dieser sein wird.

DocRock 13 Koop-Gamer - 1215 - 19. Dezember 2015 - 17:36 #

Weiss nicht, halte ich für etwas gewagt die Aussage. Also ich treffe nächstes Jahr die 40 und zocke seit der 2. Klasse auf meinem Vectrex. Ich hab also auch ein paar Jahre auf dem Buckel.

Und ich kann nur von mir sagen, dass mir der Geschmack der 16-20 jährigen Actionfanatiker ziemlich auf die Nerven geht. ^^ Ich hab halt z.B. lieber ein Story New Vegas als ein Shoot Em Up Fallout. Ist sicherlich nicht nur eine Frage des Alters, aber auch eine. Lieber ein Paradox Game, als ein hyperaktives Flachshooter a la Star Wars. Ich mein, Wolfenstein, Quake, Doom etc.. alle gezockt. Natürlich. Welcher 16jährige spielt sowas auch nicht. Aber mit dem Alter entfernt man sich automatisch etwas von dem Kram für die Jugend.

Da GG ja eine Seite für die etwas gesetzteren Leute sein soll, seh ich da kein großes Problem. Für eine Zeitschrift mit Zielgruppe 16 würde ich das etwas deplatziert ansehen.

UncleHo74 (unregistriert) 22. Dezember 2015 - 16:46 #

Nun ja, ich bin über 40 und hab trotzdem mit "Flachshootern" kein Problem... Battlefront finde ich für das, was es meines Erachtens sein will (zugänglicher Shooter mit Star-Wars-Atmosphäre) brilliant.

Also das rein am Alter festzumachen halte ich für gewagt.

Harry67 13 Koop-Gamer - P - 1640 - 19. Dezember 2015 - 18:02 #

Ob eine so allgemein geführte Kompetenzdiskussion wirklich was bringt?
Mir ist sowohl Alter als auch Berufserfahrung - nicht nur - aber relativ egal.
Entscheidender finde ich, ob ein Spieletester meinen subjektiven Nerv für den Spielspaß einigermaßen verlässlich trifft.
Jörg und Heinrich waren damals schon für mich auf dem Punkt, während andere es damals schon nicht waren und auch heute weiterhin nicht sind.

Ich denke schon dass analytisches und vergleichendes Fachwissen gut und wichtig für Redakteure ist, aber ehrlich gesagt: Das Spielerische darf ruhig im Vordergrund stehen, und es kommt mir in dieser Diskussion und trotz aller Beteuerungen auch gerade in Micks Artikel etwas zu kurz.

Ob z.B. 3D Brillen ein Hype sind oder angesagt, ist für mich eine von Grund auf langweilige Diskussion ohne wirkliche Bedeutung. Wenn der geschätzte GG Redakteur auf der Messe aber mit der HTC durch die Gegend schwitzt und was damit erlebt, Spaß hat oder nicht, dann hilft mir das tatsächlich langfristig bei der Kaufentscheidung.

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6437 - 19. Dezember 2015 - 19:16 #

"Ich war schon mal jung, aber ihr noch nie alt."

Die jungen Schlaubischlümpfe können bestimmt googeln, von wem der Spruch stammt. ;)

McNapp64 17 Shapeshifter - P - 6389 - 19. Dezember 2015 - 19:50 #

"Das Alter ist für mich kein Kerker, sondern ein Balkon, von dem man zugleich weiter und genauer sieht."

Hab ich gefunden, als ich deins gegoogelt habe. ;)

Palladium 09 Triple-Talent - 339 - 19. Dezember 2015 - 21:28 #

Dummerweise sind meine Augen mit dem Alter schlechter geworden! :(

pbay 16 Übertalent - P - 5804 - 20. Dezember 2015 - 1:07 #

Der Spruch ist gut. Den lege ich mir für den Fall der Fälle mal auf die Gedächtniskante. Zum Googeln war ich allerdings zu faul - ja, soweit ist es schon gekommen.

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 20. Dezember 2015 - 1:28 #

"So, we all get old and we can't hack it anymore, and that's it?" - "Yeah!" - "That's your theory?" - "Yeah!"
:-)

T_Prime 13 Koop-Gamer - 1454 - 19. Dezember 2015 - 22:00 #

Guter Artikel, gefällt mir. :)
In der Tat sind es gerade die erfahrenen Redakteure gewesen, die mich vor ca. 6 Jahren dazu bewogen haben mich bei GamersGlobal anzumelden.

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32786 - 19. Dezember 2015 - 22:09 #

Ohne die alten Rochen wäre ich auch nicht hier. ;)

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73396 - 19. Dezember 2015 - 22:34 #

Totgesagte leben immer länger. Darauf ein Bier, Prost :).

DBGH SKuLL 12 Trollwächter - 1143 - 20. Dezember 2015 - 2:58 #

Ich kann mich mit 30 Jahren immer noch so begeistern. Bin total Star Wars gehyptet und finde den Film wirklich Hammer. Und Zuhause Spiel ich infinity und freue mich über jede neue Figur. Bin immer noch Kind. Meine Frau würde sagen ich habe mich nicht weiterentwickelt :d

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13879 - 20. Dezember 2015 - 11:29 #

Erhalte den Zustand solange du kannst!

Lorin 15 Kenner - P - 3637 - 20. Dezember 2015 - 7:47 #

Alt ja, tot nein. :)

Ach ja: die Redaktionen sehen das mit VR wirklich zu negativ. Aber ich kanns verstehen, wenn das einschlägt, dann arbeiten die Damen und Herren in Zukunft mit Helm.... Da wäre ich auch skeptisch ;)

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 20. Dezember 2015 - 12:53 #

Ach, was da alles noch auf uns zukommt ... die Nasenbeinversicherung wird die Haftpflicht als wichtigste Must-Have-Versicherung ablösen. Myriaden von Schreibtischen müssen an den Kanten mit Schaumstoff gepolstert werden ("Oh, mein Kuli ist runtergefallen!" - BUMMS! - "AUA!"). Die Liste ist endlos. :D

elltee 09 Triple-Talent - - 258 - 20. Dezember 2015 - 12:01 #

Das war einer der Gründe, mich bei GamersGlobal anzumelden: Erfahrung (die ich selber mitbekommen habe aus den unzähligen Spielezeitschriften, die das Team hier schon gestaltet hat) und Unabhängigkeit im Urteil. Und dieser Meinungskasten von Mick Schnelle gibt mir recht.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6683 - 20. Dezember 2015 - 13:59 #

Ich finde die Frage tatsächlich sehr legitim. Jemand der berufsbedingt viele bis alle Spiele spielt hat nicht den selben Blick wie jemand, der seit Jahren keinen Shooter gespielt hat und beeindruckt von der Entwicklung der letzten 5 Jahre ist. Oder vielleicht sogar noch nie einen gespielt hat. Ist man "Profi" dann würde man ein Spiel, das alle guten Sachen von anderen Spielen abgekupfert hat und nichts Eigenes hinzufügt nicht besonders gut bewerten. Hat man all diese Inspirationsquellen nicht gespielt gefällt einem das Amalgam aus Abgekupfertem möglicherweise richtig gut.

Ich selbst gehe jetzt auch auf die 40 zu und bin wahnsinnig froh, dass ich mir meine Begeisterungsfähigkeit und mein Interesse an Neuem erhalten habe. Ich freue mich sehr darauf VR auszuprobieren und Microsofts Holobrille irgendwann hoffentlich zu testen; ich bin gespannt was uns die Technik noch so alles bringt und werde es alles antesten.

Jetzt mag es für manchen hier böse werden, aber: ich finde dass "Ich bin zu alt dafür" eine billige Ausrede ist, vor sich selbst und anderen, um sich nicht mehr dem Aufwand aussetzen zu müssen dazuzulernen.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73396 - 20. Dezember 2015 - 14:42 #

"Jetzt mag es für manchen hier böse werden, aber: ich finde dass "Ich bin zu alt dafür" eine billige Ausrede ist, vor sich selbst und anderen, um sich nicht mehr dem Aufwand aussetzen zu müssen dazuzulernen."

Dem möchte ich zustimmen. Ich bin jetzt auch so Mitte 40 und liebe mein Hobby seit über 30 Jahren nach wie vor immer noch. Manchmal wird man da im Internet schon mal schräg angeschaut, weil man (als Frau auch noch) in "dem Alter noch spielt". Was ich mit dem Älterwerden nur feststelle ist, daß ich sehr wählerisch wurde, was die Spielauswahl angeht. Ich muß nicht jeden "neuen Shit" gespielt haben, geschweige denn sofort bei Release, dafür die Spiele, die mich wirklich ansprechen, diese entsprechend ausgiebig und auch lange oder auch mal einen 2 Durchgang. Ergo, mich können 3-4 Spiele das ganze Jahr über beschäftigen ohne das Gefühl zu haben, ich verpasse was. Und mit dem Alter weiß man, welche Art von Spiel einem liegt und was nicht. Da muß man nicht mehr alles anzocken, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, um das festzustellen (und Zeit und Geld verschwenden). Das erfahre ich u.a. aus Tests/Videos und ob das Interesse am Spiel lohnt oder nicht. Drum mag ich in meinem Alter auch über das Gezeter von Wertungen unter den Tests eher belächeln, weil das für mich total relativ ist :).

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 20. Dezember 2015 - 14:46 #

Falls es dich tröstet, ich kenne mittlerweile einige Frauen um die 40 die noch gerne zocken. Sie sind allesamt verdammt cool drauf und eignen sich hervorragend als Clan-Leader für jüngere Spieler, weil alle ruhig sind wenn Mami etwas sagt. ;)

Harry67 13 Koop-Gamer - P - 1640 - 20. Dezember 2015 - 16:14 #

Tatsache ;-)
Letztens bei der 71 jährigen Mutter zu Besuch und was sehe ich so nebenbei auf ihrem Bildschirm? Wie sie die Jungs bei Goodgame Empire in die Schlacht führt ...

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 20. Dezember 2015 - 16:32 #

Na ja, habe da auch schon andere Dinge im TS erleben dürfen, nämlich dass da 14-Jährige so eine Frau ohne Ende anbaggern, selbst wenn die älter als ihre eigene Mutter ist. Zum Glück ging besagte Frau sehr souverän damit um.

Das Ganze fand im Chat einer befreundeten Gilde statt, in der halt komplette Familien zockten. Und als der Sohn der Frau mal nicht dabei war, sind die anderne Kinder gleich "mutig" geworden.

Es war jedenfalls das erste und letzte Mal, dass meine Frau und ich dort in den TS gegangen sind. Meine Frau hat komplett nichts gesagt und ihr Mikro sicherheitshalber ausgeschaltet, sie meinte anschließend nur, sie hätte die Gören ja sowas von zusammengefaltet und dann aus der Gilde geworfen (was aber bei Familien eher schlecht möglich ist). Jedenfalls, wenn unsere Gilde mit dieser Gilde gespielt hat, haben wir uns danach immer ausgeklingt und sind alleine losgezogen.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 20. Dezember 2015 - 14:42 #

Sehe ich ganz genau so. Ich freue mich trotz meiner 35 Jahre tierisch auf VR, bin gerne bereit dazu Veränderungen in Kauf zu nehmen damit sich mein Hobby weiterentwickelt und habe schon damals den allerersten iPod Touch gehabt, weil ich ahnte dass das der nächste große Shit wird.

Jüngere Tester bringen frische Ideen und auch Begeisterungsfähigkeit rein, während die alten weiterhin alles nach Schema F testen und bewerten.

Um mal noch eine Spur böser zu sein: Spieletester-Veteranen sind tot und können sich nur noch durch Artikel als Spieleveteranen über Wasser halten, weil eh kaum noch jemand ihre Tests lesen will.

Fr4nkt4stic 07 Dual-Talent - P - 124 - 20. Dezember 2015 - 15:44 #

Ist umgekehrt. Je älter je besser. :)

Arno Nühm 15 Kenner - P - 2753 - 20. Dezember 2015 - 21:23 #

Sehr schöner Beitrag, Recht hat der Mick.
Seiner Meinung kann ich als aktiver Computerspieler des Baujahrs 1975 in vollem Umfang zustimmen :-)

Tomate79 16 Übertalent - P - 4098 - 20. Dezember 2015 - 22:53 #

Also ist doch ein "RiP for VR" nicht möglich, weil die Logik sagt: Wenn nicht jetzt, dann vielleicht in x Jahren ;0)

Janosch 21 Motivator - P - 26108 - 21. Dezember 2015 - 0:25 #

Mick Schnelle kann ohne Frage gut schreiben und ich lese ihn gerne. Aber dennoch bin ich (Jahrgang 1978) mir nicht sicher, ob das mit der Begeisterungsfähigkeit und der Objektivität unabhängig vom Alter so richtig ist. Ich denke schon, dass unser Alter bei Beurteilungsprozessen eine enorme Rolle spielt. Sicher galt Marcel Reich Ranicki bis zu seinem Tod oder besser bis er sich offiziell zu Büchern geäußert hat als Koryphäe der Literaturkritik. Aber wer hat die von ihm empfohlenen Novellen von Kleist außerhalb der Schule noch gelesen? Jegliche menschlliche Kulturleistung unterliegt Trends und Moden und sind damit generationsabhängig und die wenigsten haben Bestand. Gerade wenn ich mit meinem 20 jährigen Neffen rede, fällt mir immer wieder auf, dass ihm aus meiner Sicht die Präsentation und die Zugänglichkeit von Spielen wichtiger sind als der Inhalt, die Geschichte. Sicher ist das nicht repräsentativ, aber zu denken gibt mir das schon. Genauso wie die unterschiedliche Bewertung von AC Syndicate diverser Kritiker. Und hier scheint mir aufgefallen zu sein, dass das Spiel von jüngeren Kritikern überwiegend positiv gewertet wurde, während es von gesetzteren Kritikern eher abgestraft wurde. Ich will damit weder Mick Schnelle oder sonst jemanden zum alten Eisen erklären. Aber hat nicht jede Generation ihr Recht auf ihre eigene Ästhetik, die unter Umständen nicht für andere Generationen nachvollziehbar ist? Und krankt nicht die ganze Spielekritik an ihrem Objektivitätswahn? Wir behaupten immer, dass Spiele Kunst sind, aber gerade bei der Kunstkritik spielt das subjektive Kunsterlebnis eine viel grössere Rolle. Kann man Spiele wirklich mechanisch abklopfen ohne Berücksichtigung der eigenen Spielebiografie? Kann man wirklich objektiv, auch im Redaktionsgespräch, einen Punktwert vergeben, der für alle Leser uneingeschränkt gültig ist? Ach, da steh ich nun ich armer Tor... Auch wenn es so klingt, ich will keine überflüssige Wertungsdebatte einläuten. Aber darf man nicht gerade wegen seines Alters und der individuellen Erfahrungen zu anderen Meinungen kommen, gehört es nicht gerade zu unserer persönlichen Heldenreise dazu, dass durch zwangsläufige Wiederholungen Wertungen im Laufe des Lebens zum Teil kritischer ausfallen, eben weil man das zu beurteilende Objekt meint zu kennen, da einem schon ähnliches serviert wurde? Wie oft hat Ranicki Bücher in Grund und Boden gestampft, weil der Autor nichts neues zu sagen hatte? Hieße das zum alten Eisen zu gehören? Nein, aber ich glaube schon, dass man gerade durch zunehmendes Alter das Recht hat manche Dinge distanzierter und manchmal eben auch abgeklärter und damit kritischer zu betrachten ohne dabei zwangsläufig weniger Spaß am Leben und in diesem Fall an seinem Hobby zu haben.

Chakoray 12 Trollwächter - P - 1188 - 21. Dezember 2015 - 9:06 #

Es tut mir leid wenn ich mich erst jetzt in diese Unterhaltung einmische, aber meine Meinung dazu ist wirklich einfach und schnell erklärt:

"Sollte es so wie jetzt weiterlaufen, und ich immer wieder bemerken wie sehr unsere Veteranen ihren Job lieben und zelebrieren, solange werde ich euch weiterhin treu ergeben sein. Selbst wenn ihr irgendwann alte Opas seid. Natürlich ändert sich eure Meinung je Älter ihr werdet. Aber das ängstigt mich nicht. Ich werde auch nicht jünger."

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 21. Dezember 2015 - 9:36 #

Die Steam Machines als Beispiel anzuführen, ist der Botschaft dieses Artikels nicht unbedingt dienlich - denn *niemand*, außer vielleicht Valves PR-Mannschaft, hat je ernsthaft daran geglaubt, dass sie den PC ablösen würden.

wizace 12 Trollwächter - 964 - 21. Dezember 2015 - 10:14 #

Hi Mick,
ich kann Deine Entscheidung nachvollziehen, Dich um ein "früher war alles besser" weit herum geschrieben zu haben. Ich will es Mal so sagen: Gute Spiele sind heute mindestens genau so selten wie früher. Das Grundrauschen ist aber heute viel höher. Mit Hilfe von Spielengines und Tools für Entwickler kommen heute gefühlt am Tag so viele Spiele heraus, wie früher in einem Jahr. Sehr viele gleichen sich im Design. Das Meiste ist einfach flacher, halbherziger, auf Markterfolg gebürsteter Einheitsbrei. Das heißt nicht, das heute nicht auch Spielspaßperlen wie Hearthstone, FTL oder Legend of Grimrock entwickelt würden. Sogar von großen Studios. Aber die Anzahl solcher Perlen ist eben relativ konstant, während das Grundrauschen immer höher wird.
Ich finde ihr Alten solltet viel selbstbewusster Eure Erfahrung nutzen, um die Spreu vom Weizen zu trennen und beides eben auch als solches zu benennen. Nur weil die ganze Spreu vom Großherstelleroligopol massiv gehyped und vermarktet wird, als sei eben dieser Mist die Definition von Computerspiel, muss man diese Meinung nicht übernehmen. Und da hat der gesetzte Spielekritiker vielleicht ein paar Körner mehr altersbedingte Souveränität als mancher Junger. Wobei das nicht pauschal heißen soll, dass alle Jungkritiker geblendet von Marketingdezibel ihre eigene Urteilsfähigkeit verlieren. Ein guter Kritiker benennt imho aber auch den zehnten Shooter, der mit Engine xyz nach "Schema F" gebastelt wurde als den Mist, der er ist, während ein schlechter Kritiker nach Shooter Nummer 5, der ihm keinen rechten Spaß machen will, anfängt Selbstzweifel zu bekommen. Erst recht, wenn doch bei der Präsentation alle um ihn herum so sehr jubeln. Genau da hilft Souveränität, selbst wenn sie nur altersbedingt erworben ist, weil man eben mehr Vergleichsmöglichkeiten hat. Wer heute 18 ist, hat eben im Zweifelsfall noch nie ein gutes Echtzeitstrategiespiel gespielt.
Ich würde mir übrigens ein Printmagazin kaufen, das von derart souveränen Redakteuren geschrieben würde. Mich würde es auch nicht stören, wenn statt "Metal Theft Creed 15741" ein "FTL" auf der Titelseite wäre. Diejenigen, die sich für "Metal Theft Creed" interessieren, gucken sowieso eher bei Metacritics und kaufen keine Magazine.

Beste Weihnachtsgrüße
Wizace

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 21. Dezember 2015 - 12:46 #

Ich bin selbst Altzocker und habe in meiner 30-jährigen Spielekarriere so ziemlich alles von Rang und Namen zumindest angespielt oder wenigstens gesehen - und auch jede Menge Schrott - zu allen Zeiten.

Tatsache ist, der Markt ist viel größer als früher und es gibt viel mehr Spiele, den Überblick zu wahren fällt selbst Profis schwer und wirklich alle Spiele kennt niemand mehr. Soweit sind wir uns einig.

Danach aber trennen sich unsere Ansichten. Meiner Einschätzung nach verfällst du dem gleichen "Fehler" wie sehr viele Altspieler: Alles schon mal dagewesen und früher war alles besser. Hier gehe ich mit meinen Altzockerkollegen absolut nicht konform. Ja, vieles war schon mal da (war es früher aber auch, wieviele Shooter, Jump & Runs oder Prügelspiele gab es auf dem C64, die sich faktisch kaum voneinander unterschieden!?). Ich denke aber, dass heutige Spiele weitaus spielbarer und abwechslungsreicher sind als damals sowie weitaus bessere Mechaniken haben - jedenfalls wenn es um teurere Produktionen geht.

Zunächst gab es damals drei Leben, wer starb musste den selben Level noch und nochmals zocken. Ich habe das gehasst! Es war mir schlicht irgendwann zu viel und zu langweilig. Wenn ich dann mal ein Spiel mit Cheat doch durchgespielt habe entpuppte sich so manches J&R als nur zwei Stunden lang, so mancher Shooter bot nicht einmal Umfang für eine Stunde. Zwar haben einige Zocker sich damals wirklich Wochen und Monate in einen Titel verbissen und ihn "perfektioniert". Letztlich war das aber nur stupides Auswendiglernen. Klingt so betrachtet gar nicht mehr so toll, nicht wahr!?

Dann kann die Quicksave-Phase. Man konnte bei jedem zweiten Schritt sterben aber der Spieler war ja "schlau" und hat fleißig gespeichert. So musste nur ein winziger Teil noch einmal gespielt werden. Das ist die Ära ab Mitte der 90er, wo das PC Gaming langsam durchstartete und auch die Ära auf die viele heute noch gerne verweisen. Aber ist Quicksave jetzt wirklich das Nonplusultra? Es ist eine klare Verbesserung zu den drei Leben vorher gewesen. Aber im Vergleich zu heute?

Was ist mit der Linearität, die es früher angeblich nicht so gab? Damals hatte man eine Art Map, die war meist rechteckig und verzweigt aber es war letztlich eine durch Wände abgetrennte Arena. Wenn man da durch war, dann kam die nächste Map. D.h. auch hier viel sinnloses teilweise stupides absuchen, wirklich erforschen und was erkunden konnte man da nicht, denn es gab ja außer mal irgend ein Healthpack oder neue Waffen / Rüstungen nichts in diesen Räumen. Heute wird der Spieler halt von A nach B geführt. Das "erkunden" fällt zwar weg aber dafür gibt es wesentlich mehr zu sehen, da die Level weitaus stärker mit "Spielereien" ausstaffiert wurden. Die Linearität sorgt außerdem dafür, dass der Spieler von A nach B zu C kommt und nicht von A nach C zu B und sich bei C wundert, dass da inhaltlich bzw. storytechnisch irgendwas fehlen muss oder dann bei B feststellt, "was soll das, ich bin doch schon viel weiter".

Spieldesigner haben gelernt, dass es der Immersion enorm schadet, wenn Teile noch einmal gespielt werden müssen oder Spieler zuerst an eine spätere Stelle gelangen. Also weg mit Quicksave, die Energie erholt sich automatisch wenn der Spieler rechtzeitig in Deckung geht. Weg mit den breiten Maps wo es ohnehin keine alternativen Wege oder Verzweigungen gab sondern die man nur stupide abgeklappert hat und dadurch auch viele doppelte Laufwege hatte, wo es nichts zu sehen gab und man stur durchrannte.

Gerade weil heutige Titel wesentlich storylastiger sind ist es auch einfach eine Notwendigkeit.
Und wenn du genau schaust, der angeprangerte "Einheitsbrei" ist gar nicht so einheitlich. Gerade die Geschichten sind heute viel differenzierter, wendungsreicher, Heldencharaktere sind IMMER Stereotypen aber sie sind heute weitaus tiefgründiger als damals und nicht mehr reine Satire und Abziehbilder.
Beim vielgeliebten Zelda hat Link die Tiefe eines Mauspads, ein kleiner Junge mit grüner Zipfelmütze der stupide seinen Job erledigt. Da kann die Welt noch so phantastisch designt und spielbar sein, die Story leidet einfach enorm darunter. Solch einen minimalistischen Helden wirst du heute kaum irgendwo finden, abseits von reinen kleinen Indie-Games vielleicht.

Und da kommen wir zu einem weiteren Punkt. Indie-Games, der Liebling der Nerd-Zocker. In Wahrheit machen die meisten Indie-Games nichts anderes als die meisten Spiele damals auf dem C64. Kurzweilige, simple Unterhaltung für zwischendurch. Kein Problem! Ich verstehe, wenn ältere Spieler sie lieben. Die haben nicht mehr soviel Zeit zum Zocken und diese Games erinnern sie an ihre Jugend. Aber mehr ist da halt in der Regel wirklich nicht hinter! Die meisten dieser kleinen Games sind nicht nur grafisch spartanisch (was okay ist, wenn sie einen coolen Artstyle haben) sondern auch spielerisch sehr beschränkt. Sie konzentrieren sich halt auf eine spezielle Mechanik und das war's dann. Diese Mechanik kann total super sein. Hey, Tetris hat eine super simple Mechanik und macht auch nach 27 Jahren immer noch ordentlich Laune - aber eben halt nur besagte fünf Minuten zwischendurch.

Ich kaufe mir gerne Bundles und da sind häufig als Füllmaterial Klassiker oder Indie-Games bei. Soll ich mal ehrlich sein, 99,9 Prozent dieser Games ist einfach nur Schrott! Wirklich kompletter Schrott! Und ja, kleine Perlen wie Unepic, To the Moon, Braid usw. sind gut, aber sind sie wirklich so innovativ und besonders wie behauptet? Ich sage nein! Sie machen ihr Ding und haben das perfektioniert, indem sie sich Klassiker angeschaut haben, mehr aber letztlich nicht. Sie unterscheiden sich von früheren Vertretern ihrer Art halt in einem speziellen Aspekt, und stellen diesen als Abgrenzung, als Besonderheit heraus. Das unterhält für ein paar Stündchen ist aber nicht wirklich abendfüllend oder gar sättigend.

Vielen scheint es dennoch zu reichen, es ist halt das gleiche wie in ihrer Kindheit, wo sie auch 100 Stunden in Giana Sisters versenkt haben. Das macht ihnen Spaß. Wie angeführt, ich habe das damals schon gehasst und sehe das deswegen wahrscheinlich genau andersrum.

Ich hingegen liebe die neuen Spiele, die mich 20 Stunden durchgängig fesseln und mir während ihrer Laufzeit immer etwas neues bieten. Wo ich vielleicht durchrenne ohne große Herausforderung (noch einmal, stupides Auswendiglernen ist für mich keine Herausforderung sondern Tierquälerei) aber ich dafür prächtig unterhalten werde, immer wieder Kleinigkeiten entdecke (die es früher nicht gab).

Nein, im Vergleich zu früher haben wir heute das Paradies, was Vielfalt bei Spielen angeht. Und es muss jeder die Games zocken, die ihm gefallen. Was mich nur annervt ist das Hinstellen und sagen Mainstream-Einheitsbrei ist dumm, Innovation gibt es nur noch bei den Indies. Das ist einfach falsch! Es fällt nur bei den Indies auf, weil ein Spiel halt eine Sache nimmt und in den Vordergrund rückt. Bei einem großen Titel wäre das nur ein Element und würde wahrscheinlich gar keine Beachtung finden, bzw. kann auch nicht so herausgestellt werden, da es nicht Spielinhalt ist sondern nur ein kleines Nebending.

Toxe 21 Motivator - P - 26088 - 21. Dezember 2015 - 14:28 #

Guter Beitrag, sehe ich in den meisten Punkten auch so.

Das Spektrum an Spielen ist heute so immens gross, da sollte wohl für jeden was dabei sein. Und das gleiche gilt für die Qualität. Das Durchschnittsniveau der normalen Spiele ist heute schon verdammt hoch, auch im Vergleich zu früher.

Und was ich generell nicht verstehen kann ist, wenn Leute ernsthaft erzählen daß früher die Spiele ja alle so viel besser gewesen wären. Das ist dann echt nur historische Verklärung. Ja, damals wie heute gab es einige, die sehr stark herausstachen, aber damals gab es auch sooo viel Schrott. Diesen Schrott gibt es natürlich auch heute noch, nur damals kam auch viel davon von grösseren Software-Häusern.

Heute kann der unwissende Kunde relativ unbesorgt ein Spiel der grossen Publisher kaufen und bekommt am Ende eigentlich immer ein ganz ordentliches Spiel.

Wir mögen uns hier ja immer gerne hitzige Diskussionen über diverse Spiele um die Ohren hauen, aber mal ernsthaft: Wenn ein komplett unwissender Kunde zum Regal geht und sich das neueste CoD, AssCreed, FIFA, Dragon Age, Mass Effect, Fallout, Battlefront oder was auch immer kauft, dann bekommt er da schon ein im Vergleich zu früheren Spielen verdammt gutes Spiel.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 21. Dezember 2015 - 14:48 #

Auch wenn ich nicht in allen Punkten (aber den meisten) überein stimme: Ein beeindruckend gehaltvoller, schöner Beitrag. Chapeau!

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 21. Dezember 2015 - 15:45 #

Vieles von dem kann ich unterschreiben. Den Wechsel von QuickSave zur automatischen Erholung finde ich jedoch zum Beispiel nicht so gelungen. Autoheal ist jetzt nicht gerade ein besonders für Immersion sprechender Faktor in Spielen - denn wo gibt's denn sowas?

Davon mal ab, wollte ich einfach mal ausdrücken, dass ich GG für solche Beiträge mag - lang und argumentativ und differenziert.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 21. Dezember 2015 - 16:04 #

Heute ist es häufig so, dass wenn man stirbt, man danach einfach an der gleichen Stelle weiterspielen kann. Das mag für die einen zu wenig Bestrafung für Versagen sein, die anderen freut es, weil sie genau diese Stelle noch einmal versuchen können, ohne minutenlang altbekannte Gebiete noch einmal abklappern zu müssen.

Das Autoheal ist nur ein Aspekt davon. Der Spieler kann sterben, wenn er nicht aufpasst oder zu schlecht ist, muss es aber nicht, wenn er sich rechtzeitig zurückzieht und nach der kurzen Erholungspause es dann noch einmal versucht (ohne lästiges Laden). Das "wo gibt's denn sowas" sehe ich da ziemlich relativ, ich meine in welchem Kontext soll das stehen? Drei Leben gibt es auch nicht in echt, Quicksave gibt es nicht in echt, das wäre ja so, als ob ich nach einem Fehler einfach die Zeit zurückdrehe. Spiele erheben keinen Anspruch in irgendeiner Art realistisch zu sein, sie dienen letztlich nur der Unterhaltung.

Diese modernen Speicherfunktionen erlauben es jedenfalls ohne Bruch weiterzuzocken und erhöhen meiner Ansicht nach dadurch eher die Immersion, während ein Neuladen einen immer aus dem Geschehen reißt.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 21. Dezember 2015 - 16:31 #

"Autoheal ist jetzt nicht gerade ein besonders für Immersion sprechender Faktor in Spielen - denn wo gibt's denn sowas?"

-> Ich laufe über ein Medikit und schon geht's mir blendend. Wo gibt's denn sowas?

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 21. Dezember 2015 - 17:40 #

In der Charité? :-)
Ihr habt natürlich beide recht! Ich fand nur Autoheal im Zusammenhang mit Immersion recht lustig, weil es eine von den Neuerungen der auch für mich schon langen Zockhistorie ist, die ich nicht so mag und die mich immer wieder nervt. Aber natürlich, auch die Alternativen taugen für Immersion nicht mehr. Nix von über's Medikit laufen, wenn gestorben einfach neu laden, Autoheal, mehrere Leben etc. gibt's.
Dass es den Spielspaß steigert, ohne Bruch weiterzuzocken, wie Spiritogre schrieb, leuchtet mir aber natürlich ein.

Despair 16 Übertalent - 4436 - 21. Dezember 2015 - 17:45 #

Immerhin haben die Medipacks einen höheren Spaßfaktor als Autoheal. Wenn man mit den letzten Lebenspünktchen panisch auf ein Medipack zusprintet, steigt der Adrenalinspiegel mehr, als wenn man hinter der obligatorischen Kiste in Deckung geht. :D

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 22. Dezember 2015 - 7:50 #

Allerdings muss auch die Kiste gegebenenfalls erst panisch mit einem blutroten Bildschirm erreicht werden ;)

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 22. Dezember 2015 - 10:47 #

Finde ich auch. Wobei ich zugegebenermaßen bei "Uncharted" auch das ein oder andere Mal hinter einer Kiste saß und hoffte, dass ich heile, bevor der Typ mit der dicken Wumme um die Ecke biegt und mich sieht.

wizace 12 Trollwächter - 964 - 21. Dezember 2015 - 16:49 #

Sorry, aber wenn heutige Spieldesigner denken wie Du hier schreibst, kann ich mir vorstellen, wo das Problem herkommt. Erst einmal, ich finde alles was Du schreibst logisch und nachvollziehbar. Wahrscheinlich gibt es wirklich keinen besseren Weg ein Spiel zu machen als in 3D, mit Storyline, ein paar Nebenquests, in einer Open World, mit Ballerelementen und rollenspielartiger Charakterentwicklung. An alle Punkte setzen wir ein Team aus Spezialisten, die ihren Teil schon in fünf anderen Spielen implementiert haben und daher genau über Details Bescheid wissen, wie, dass eben Quicksave schlechter als regenerierende Lebensenergie ist. Das ist ja auch in zahlreichen Spielspaß- und Motivationsstudien nachgewiesen, wie man auf der Gamesakademie lernen kann.
Wenn man nach dem "perfekten" Spielerlebins jagt, müssen sich die Produkte mehr und mehr angleichen, man lernt ja aus den eigenen Fehlern und denen der anderen Hersteller. Das Ende ist dann immer das gleiche Spiel, je nach Geschmack im Fantasy, Science Fiction oder Alltagsweltszenario.
Das ist das Gegenteil von einem guten Spiel. Ein gutes Spiel hat Charakter, Eigenheiten und eine einzigartige Idee. Es reicht weder im Leben noch bei einem Spiel einfach nur zu versuchen, alles "richtig" zu machen. Denn je mehr das gelingt, um so langweiliger, stromlinienförmiger und berechenbarer wird es. Das ist nicht unterhaltsam sondern langweilig.
Alte Spiele hatten unendlich viele Eigenheiten und aus heutiger Sicht wohl "Designmängel", aber jedes für sich war eine eigene Welt mit eigenem Charakter und eigenen Regeln und das macht für mich den Spaß bei einem Spiel aus. Es reicht nicht Story, Protagonist und Szenario zu variieren und ansonsten alles gleich zu lassen.
Ich kann aber auch nachvollziehen, dass das bei den heutigen Budgets viel zu riskant ist, denn vieles endet eben als unspielbarer Schrott. Aber aus manchem wird ein geniales und einzigartiges Produkt, dessen Name noch Jahrzehnte später ein Begriff ist - und dann leider dazu verwendet wird, als Szenario fürs "Durchschnittsspiel" herzuhalten.
Einen solchen Durchschnittsnenner gibt es mittlerweile für jedes bekannte und erfolgreiche Genre und das ist es, was für mich als Altgamer so langweilig wird. Ein neues Rollenspiel/Shooter/Strategiespiel ist irgendwie wie ein neues iPhone. Das alte geht irgebdwann nicht mehr richtig, weil man zu einem neuen Betriebsystem gezwungen wurde, also muss ein neues her. Das ist bis auf ein paar Details dann genau wie das Alte. Es ist immer nur das ewig Gleiche immer nochmal und nochmal und das ist langweilig und dient letztlich nur dazu, Geld zu machen ohne wirklich etwas neues, innovatives und überraschendes schaffen zu müssen, bzw. irgendein Risiko eingehen zu müssen.
Deshalb ein Hoch auf alle Ausnahmen von diesem Einheitsbrei und genau diese gehören in die erste Reihe der Kritiken und auf Herz und Nieren geprüft. Und wenn dann Mal eine Perle dabei ist, ist es ein Gewinn für alle. Und wenn man Mal an die ganzen Perlen von früher denkt, muss man gar nicht so viel Angst als Entwickler haben. Ein gutes Spiel ist kein Jahrhundertereignis, aber ein bisschen Anstrengung und Innovationsfreude oder zumindest eine Idee braucht es eben schon.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 21. Dezember 2015 - 18:00 #

Dein Problem ist nicht das Spieldesign sondern schlicht die Übersättigung. Du zockst halt seit ewigen Zeiten und kennst deswegen alles irgendwie schon. Es wird halt nicht ständig das Rad neu erfunden, das wurde es eben damals aber auch nicht, auch damals gab es 1000 Klone von erfolgreichen Games und Konzepten.

Was am Glattbügeln schlecht sein soll entzieht sich mir komplett. Die Ecken und Kanten und insbesondere klaren Mängel, die damals angeblich(!) so zum Charme beigetragen haben, was soll daran toll sein? Also mich haben die auch damals genervt. Ich war aber damals auch schon Vielzocker und habe oft gedacht, "verdammt, Titel X hat diesen Teil doch auch vernünftig hinbekommen, wieso geht das hier nicht richtig?".

Technische Limitierungen hin oder her, das oben oft als Beispiel genannte Baldur's Gate hat eine Inventarverwaltung und eine Steuerung aus der Hölle. Da sehe ich keinen Charme dran. Das war halt so, weil man es nicht besser hinbekam. Im Vergleich zu heutigen Titeln ist das ein schlechter Scherz und ich würde jedes neue Game das mit so einem Konzept um die Ecke kommt zum Teufel jagen.

Viele Retrofans werden vehement in ihrer Verklärung widersprechen, aber Dragon Age: Origins, sicher nicht 100 Prozent perfekt, wischt mit den beiden Baldur's Gate's in allen(!) Bereichen den Boden auf, egal ob Charaktertiefe (Morrigan ... ) oder Steuerung und Kampfsystem.
Ich mochte insbesondere BG 2 damals sehr gerne, habe es mir direkt zum Erscheinen gekauft aber ich musste es über viele Wochen spielen, weil es mich einfach auch oft genervt und frustriert hat. DA:O hingegen habe ich erst lange nach Erscheinen gespielt und es hat mich sofort in seinen Bann gezogen und nicht wieder losgelassen, ich habe es jeden Tag stundenlang gezockt und war frustiert, wenn ich aufhören musste, weil ich ins Bett gehen musste und konnte nicht erwarten es weiter zu spielen, es hat einfach durchgehend geflutscht.

Ich habe ein wenig das Gefühl, du bist einfach einer dieser verbitterten Altzocker, die den alten Zeiten wo alles noch neu und unbekannt war hinterher trauert und in fantastischer Verklärung deswegen vergöttert. Du bist halt einfach gesättigt und schwelgst in Jugenderinnerungen, weil das für dich eine schöne Zeit war. Mit der Qualität der Titel der damaligen und insbesondere auch heutigen Zeit hat das aber nichts zu tun.

Ich denke die Kritik an Mick oben kommt genau aus dieser Richtung. Dass so viele Altzocker eben gesättigt sind und ihre Kindheitserinnerung verklären und deswegen dem Neuen nicht mehr so aufgeschlossen gegenüber sind.

Ich habe heute bei der Spielmechanik weitaus mehr Möglichkeiten - hey, der C64 hatte einen Joystick mit einem Feuerknopf, das SNES hatte dann immerhin sechs Knöpfe. Heute habe ich Gamepads mit 10 - 12 Knöpfen, zwei Analogsticks und Steuerkreuz oder halt Maus und Tastatur.
Damals war dann auch der Arbeitsspeicher begrenzt, Areale konnten nur eine bestimmte Größe haben und nur eine bestimmte Anzahl an Gegenständen und / oder Ereignissen. Heute gibt es da quasi keine Limitierungen mehr.

Verfolge mal heute noch existierende Serien wie sie sich von den 90ern bis jetzt entwickelt haben, etwa GTA oder Elder Scrolls. Und dann vergleiche mal, was damals wirklich machbar war und was du heute dort alles tun kannst und um wie viel besser sie sich heute bedienen lassen, trotz erheblich mehr Inhalt und Möglichkeiten.

Toxe 21 Motivator - P - 26088 - 21. Dezember 2015 - 19:05 #

"Ich habe ein wenig das Gefühl, du bist einfach einer dieser verbitterten Altzocker, die den alten Zeiten wo alles noch neu und unbekannt war hinterher trauert und in fantastischer Verklärung deswegen vergöttert. Du bist halt einfach gesättigt und schwelgst in Jugenderinnerungen, weil das für dich eine schöne Zeit war. Mit der Qualität der Titel der damaligen und insbesondere auch heutigen Zeit hat das aber nichts zu tun."

Den Eindruck habe ich auch bei vielen Leuten. Und daß einige wirklich Angst haben, sich auch mal auf Änderungen oder andere Spiele oder Plattformen einzulassen. Ich war bis 2013 auch eingebildeter PC Spieler und habe dann vor knapp drei Jahren angefangen, mir Konsolen zu kaufen und dort zu spielen. Und das war eine der besten Entscheidungen meiner Spielerkarriere. Sooo viele gute Spiele, die man dort nachholen kann bzw. auch viele neue gute Sachen, die man dort entdecken kann.

Aber wenn man den Kopf in den Sand steckt und alles neue ignoriert und von Anfang an schlecht redet, naja, dann muss man sich nicht wundern, wenn man nichts gutes mehr findet.

Und was Baldur's Gate angeht: Pillars of Eternity ist zwar ein sehr gutes Spiel, gleichzeitig aber auch meine Enttäuschung des Jahres. Die Spieler (mich eingeschlossen) wollten ein Spiel im Stile der alten D&D Infinity Engine Spiele und Obsidian hat genau das, mit einigen Komfortfunktionen, geliefert. Und heute muss ich feststellen, daß ich sowas heute echt nicht mehr will. Das Spiel ist so gut, wird aber von seinem Kampfsystem total runtergezogen.

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 22. Dezember 2015 - 10:44 #

"Ich war bis 2013 auch eingebildeter PC Spieler und habe dann vor knapp drei Jahren angefangen, mir Konsolen zu kaufen und dort zu spielen. Und das war eine der besten Entscheidungen meiner Spielerkarriere. Sooo viele gute Spiele, die man dort nachholen kann bzw. auch viele neue gute Sachen, die man dort entdecken kann."

Ich war zwar kein "Konsoleros sind doof"-Spieler, aber war bis vor drei Jahren auch über fast drei Jahrzehnte reiner C64:-)/PC-Spieler. Mir geht es wie Dir: Sooo viele Spiele, die man nachholen kann. Ich sitze immer noch (bis Uncharted 4, wahrscheinlich) glücklich vor meiner PS3.

wizace 12 Trollwächter - 964 - 22. Dezember 2015 - 7:30 #

Ich gebe Dir schon ein bisschen Recht. Sicher kann sich niemand über eine optimierte Steuerung beschweren und das Rad muss sicher auch nicht ständig neu erfunden werden. Eine gute Story mit Standardspieldesign kann sehr unterhaltsam und immersiv sein und hat wie bei GTA V als Gesamtpaket sicher auch seine Berechtigung.
Es wird wirklich schwer zu argumentieren, wenn man sich erst einmal auf diese Denke einlässt, da es ja in sich alles logisch und richtig ist. Aber ich bleib trotzdem dabei, ein Spiel braucht immer irgendetwas, was es zu etwas besonderem macht. Ich kann es irgendwie nur über einen Vergleich erklären. Nimm Popmusik. Die meisten Lieder basieren auf einer bestimmten Akkordfolge. Google einmal nach Popkadenz bzw. guck bei Youtube nach Pop cadence. Weil unser Gehirn gebaut ist, wie es gebaut ist, funktioniert es eben und wird auch in 500 Jahren noch funktionieren. Bei Youtube gibt es Videos, die das veranschaulichen, z.B.: http://youtu.be/oOlDewpCfZQ "4 Chords".
Ist das innovativ? Ist das wirklich gute Musik? Wäre es wirklich wünschenswert, wenn es nur noch solche Lieder gäbe? Klar, ein Lied besteht nicht nur aus einer Harmonie sondern vor allem macht es ja die Melodie aus. Vielleicht vergleichbar mit der Gameengine und der Handlungsfolge bei einem Spiel. Der Text wäre dann die Story. Es gibt aber genug Künstler, die nicht nur bowlen sondern auch seit Jahrzehnten immer wieder das gleiche Lied heraus bringen - es verkauft sich prima. Gleicher Rhythmus, gefälliger Refrain, grottige Strophen und grottige Bridge. Bei einem Computerspiel wäre das Standardgameengine mit aufregender Grafik bei mieser Story und stundenlangem Standardgeshoote. Obs vom bowlen kommt? Jedenfalls verkaufen bestimmte Künstler über Jahrzehnte im Prinzip immer das gleiche Lied und geben sich nicht einmal bei Text und Strophe große Mühe. Und das finanziell wahnsinnig erfolgreich. Millionen von Menschen kriegen es nicht einmal mit und halten diesen Retortenscheiss für den Inbegriff von Musik.
Ich bleibe dabei, Cut 'n Paste kann eingängige Resultate bringen und es wird immer wieder ein Ohrwurm dabei sein. Kleine Abweichungen wirken dann auch immer Mal wieder originell. Vermissen tut man aber trotzdem etwas. Man muss nicht immer ein komplett neues Grundgerüst machen, aber wenn man schon den Standard verwendet, dann wenigstens mit guten und ideenreichen Elementen gewürzt. Und ab und an auch Mal kein 4/4-Takt oder eine andere Grundharmonie sind auch nicht schlecht. Oder auch einmal ein Lied ohne Text? Es gäbe so viele Möglichkeiten...

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 22. Dezember 2015 - 8:16 #

"Aber ich bleib trotzdem dabei, ein Spiel braucht immer irgendetwas, was es zu etwas besonderem macht."

-> Entschuldige bitte, dass ich mir nur einen einzigen Satz aus Deinem Beitrag filter, aber hier möchte ich Dir klar widersprechen, auch wenn ich tendenziell ähnlicher Meinung bin. Nur: Ein Spiel braucht nicht IMMER irgendetwas, was es zu etwas besonderem macht. Es ist jedoch das i-Tüpfelchen, wenn es so ist.
Für mich macht es die Mischung, die ich in der heutigen Spielelandschaft habe. "Nier" und "Dragon Age: Origins" sind für mich Beispiele für Games, die mit ihren Ecken und Kanten sowie Eigenwilligkeiten genau das repräsentieren, was Du generell für Dich von Spielen forderst, damit sie Dich unterhalten und nicht langweilen. Es ist auch gut, dass es solche Spiele gibt und ich möchte sie nicht missen. Die beiden genannten Beispiele gehören in meiner Gamerhistorie klar zu den Favoriten. Zu meinen Lieblingen gehört allerdings auch ein ultra-mainstreamiges und glattgebügeltes "Uncharted" oder ein sich jedes Jahr auf's Neue selbst inkarnierende "Assassin's Creed". Warum? Weil ich auch in solchen Spielen Elemente habe, die mich schwer begeistern können. Allen voran die Spielwelt. Ich liebe es, mir alles genau anzuschauen, Architektur und Landschaften zu betrachten. Ganz egal ob nun Fantasy bzw. Science Fiction oder Echtwelt: Es sind immer Welten, die ich so oder so ähnlich nie im Leben selbst erforschen könnte und deshalb haben auch die "durchschnittlichen" und polierten Spiele ihre Daseinsberechtigung.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 22. Dezember 2015 - 10:19 #

Aber welche Spiele bleiben denn da noch? Es ist doch praktisch alles schon einmal dagewesen und wir bekommen nur neue Inkarnationen. Der Fortschritt verläuft dort fließend. Irgend ein Spiel entwickelt ein eigenständiges Detail oder eine neue Mechanik um sich abzusetzen. Aber benutzt gleichzeitig eben auch 1000 altbekannte Dinge. Wenn das, was das Spiel neu gemacht hat gut war, dann übernehmen wiederum andere Titel dies.

Nenne mir mal ein Beispiel, egal ob Indie oder Großproduktion, wo wirklich zu 100 Prozent etwas völlig neues und Eigenständiges geschaffen wurde. Mir fällt da wirklich kein einziges Spiel in den letzten zehn Jahren ein.

wizace 12 Trollwächter - 964 - 22. Dezember 2015 - 11:03 #

Du merkst schon, ich lerne dazu, während ich darüber schreibe. Was unterscheidet ein gutes Poplied also von 0815-Liedern? Vielleicht ist es der Ansatz? Habe ich eine Idee und setze sie um oder setze ich fertige Fragmente zusammen, je nachdem, was mir meine Einschätzung und die der Marketingabteilung vorgibt? Habe ich eine eigene Idee oder nehme ich die erfolgreiche Idee eines Anderen und verschlimmere sie gerade so weit, dass sie sich wieder verkauft, mir aber niemand ein Plagiat vorwerfen kann?
Auch da gibt es natürlich wieder Ausnahmen. "Legend of Grimrock" finde ich super, obwohl es einfach eine alte Spielidee in neuen Kleidern ist. Ich finde es aber gut, obwohl mehr Wandtexturen sicherlich mehr Abwechslung gegegeben hätten. Aber für mich ist die Entscheidung richtig, weil es Teil des Charmes des Titels für mich ausmacht. Das gilt für den ersten Teil und muss nicht für Teil 5 auch noch gelten.
Bei einem guten Spiel muss eben zum richtigen Zeitpunkt in möglichst allen Bereichen die richtige Entscheidung getroffen sein, damit es den Nerv trifft. Wie bei einem Popsong. Mit Retorte kommt man weit, ein einzigartiges Erlebnis, das hängen bleibt, wird es aber nicht. Das hat glaube ich mehr mit Intuition zu tun, als mit der Analyse, dass Dies, Jenes oder Drittes dort so ist und da anders. Frei nach Goethe: "Wers nicht erfühlt, wirds nicht erjagen." - Spiele sind wohl tatsächlich Kunst :)

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 22. Dezember 2015 - 22:19 #

Siehst du ... und diese kleinen aber feinen Innovationen in Zusammenhang mit dem Gesamtpaket sind letztlich was ein gutes Spiel ausmacht, unabhängig ob es ein kleines oder ein großes Spiel ist.

Nehmen wir z.B. die Assassin's Creed Serie als Beispiel. Das klettern in einer belebten "Open World"-Stadt gab es so vorher nicht und das historische Setting mit den Assassinen war auch sehr frisch. Der erste Teil war noch nicht sehr ausgereift und hat das Konzept dann im zweiten Teil perfektioniert. Der dritte war dann nur noch mehr von allem, alles noch größer und gewaltiger. Zur "Auflockerung" gab es dann Tower-Defence-Einlagen. Im vierten Teil kam dann der "Pirates"-Teil mit Schiffahrt und Seegefechten hinzu, der alleine ein eigenes Spiel hätte sein können.
Man kann also meckern, dass Ubi die Serie melkt aber man kann nicht sagen, dass sie zumindest bis Teil 4 nicht innovativ waren und mal eher nicht so tolle Dinge aber auch wirklich geniale eingebaut haben. (Die letzten beiden Teile sind dann zugegeben allerdings eher wieder ein Rückschritt, die neuen Kutschenfahrten und -Kämpfe sind da einfach zu wenig).

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20686 - 23. Dezember 2015 - 7:40 #

"Der dritte war dann nur noch mehr von allem, alles noch größer und gewaltiger. Zur "Auflockerung" gab es dann Tower-Defence-Einlagen."

-> Hinweis: Die Tower-Defencen-Einlagen gab es nur in einem der Ableger zum dritten Teil, ich glaube es war "Revelations".

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 23. Dezember 2015 - 20:40 #

Ah, okay, erwischt, ich habe zwar Teil 1 - 4 undzwar jeweils nur das Hauptspiel, habe aber bisher nur tatsächlich 1 und 4 etwas länger gespielt ... meine Aussagen stammen also aus der Erinnerung vom Höhrensagen ...

wizace 12 Trollwächter - 964 - 23. Dezember 2015 - 8:07 #

Mag ja sein. Kenne mich bei Assassins Creed nicht so aus, habe dafür aber mehrere Teile von GTA gespielt inkl. dem ersten und dem letzten. Dazwischen habe ich aber noch zwei Teile gespielt.
Gerade gestern hab ich den ganzen Tag GTA V gespielt. Klar hat das Spiel durch die Story seinen Sog. Aber ich muss Dir sagen, die Steuerung ist total nervig. Für mich fühlen sich die eigentlichen Spieleinlagen eher an wie Arbeit. Als hätte jemand am Reißbrett dagestanden und wie ein Regisseur bestimmt: 10 Minuten Story, jetzt wieder 20 Minuten ballern, Autoverfolgungsjad, Option auf Open World Erlebnis. Bis auf die Story sind alle Elemente ziemlich flach. Ich meine, toll, Du kannst in der Open World eine Bar kaufen. Das heißt, Du gehst an Punkt xyz, drückst das rechte Steuerkreuz - und das war es. Nein, natürlich nicht. Es gibt ja jetzt neue Facilityaufgaben. Genau, ballern und Verfolgungsjagd. Letztlich immer die gleichen, überschaubaren Spielelemente mit wenig Spaßfaktor, die man übrigens zur genüge aus x anderen Spielen kennt, aneinandergereiht. Von der Steuerung her sind sie übrigens nicht so super wie es nach 30 Jahren der Steuerungsoptimierung eigentlich zu erwarten wäre.
Aber es gibt da ja noch die epische Story. Zugegeben, nach den Langweilelementen ohne Spieltiefe freue ich mich darauf. Aber, würde ich diese Story als Buch lesen? Eher nicht. Das Spiel ist einfach geschickt darin, letztlich lieblose und "billige" Elemente so zu kombinieren, dass man am Ball bleibt. Genau wie Diablo. Und wenn einer kommt und was sagt, kann man immer argumentieren: "Hey, was ist denn an einer xy qkm Spielwelt mit 100.000.0000 Details billig?" Klar ist das nicht billig und ein Verkaufsargument. Auf den 32x32 Kästchen von Legend of Grimrock kommt aber einfach mehr Freude auf - man verzeihe mir die groben Schätzungen.
Was helfen mir denn 100 Arten Mülltonnen in 10 verschiedenen Farben die neben tausenden anderen Objekten in einer riesengroßen Spielwelt verteilt sind, in der ich nur Schießen darf und mit dem Auto Verfolgungsjagden machen. Stimmt ja garnicht, ich darf ja sogar auch ins Bordell. Das ist aber nicht anders als die Hausbar oder der Immobilienkauf. Richtig, ich gehe an Punkt xyz der Spielwelt und drücke nach rechts auf dem Steuerkreuz. Mittlerweile ist man dann so abgestumpft, dass man sich freut, wenn die langeweile durch eine Animation unterbrochen wird, während der man eigentlich nur wartet, bis man wieder steuern darf. Auf zur nächsten Schießerei/Verfolgungsjagd/Gelegenheit nach rechts auf dem Steuerkreuz zu drücken. Was wurde dieses "Spiel" in den Kritiken gefeiert. Hearthstone, das auf den ersten Blick wesentlich überschaubarer wirkt, hat da z.B. deutlich mehr Spieltiefe.
Und so ist es bei vielen modernen Spielen. Sie kommen wie Riesen der Spieltiefe und Möglichkeiten daher, hinter der Fassade ist es aber mehr als überschaubar und das Überschaubare ist dann sogar noch teils schlecht umgesetzt. Beim ersten Teil hat das subjektiv übrigens noch mehr Spaß gemacht als später. Es war deutlich arcadiger und hat sich als Spiel verstanden und nicht als episches Immersionsprodukt. Irgendwie hatte es es auch noch nicht nötig, durch "Epischkeit" bei allen buzzwordfähigen Elementen vom mageren Inhalt abzulenken. Es war ein Spiel. GTA V ist der Versuch eine riesige Spielweltimmersion zu liefern, die dann auf Krampf mit drei immer gleichen Spielelementen bevölkert wird. Allein schon das Wort Immersion lässt sich bei mir mittlerweile gefühlt die Zehennägel hochrollen...

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 23. Dezember 2015 - 20:38 #

Also mit GTA als Beispiel kannst du mich jagen, ich kann mit der Serie so überhaupt nichts anfangen. Fand das erste schon "überschätzt" und thematisch sprach mich bisher nur Vice City an, den ich aber irgendwie dennoch "verpasst" habe. Ich bin hingegen großer Anhänger von der Yakuza Serie.

Man muss sich bei solchen Sandbox-Werken aber auch schon drauf einlassen wollen. Just Cause ist ja das Extrembeispiel dafür, wer keinen Bock hat einfach "sinnlos" irgendwelchen Blödsinn zu veranstalten, der ist wahrscheinlich schnell gelangweilt. GTA bietet halt etwas mehr "Fleisch" aber das muss einem auch gefallen (was bei mir eben bei GTA praktisch nicht der Fall ist).

Apropos, das erste GTA war jetzt auch keine absolut neue Spielidee, auf dem C64 gab es da z.B. Miami Vice ...

Man muss als Spieler auch einfach klar beachten, was für eine Art Spielertyp man ist. Ich lege etwa recht großen Wert auf eine spannende Geschichte. Die kann klischeehaft sein und dünner als in einem Buch aber sollte zumindest mit im Vordergrund stehen. Die einzigen Ausnahmen, wo ich die Hauptstory nicht so im Vordergrund brauche, sind die Elder Scrolls und Fallout Reihen von Bethesda, weil es da aber wiederum unglaublich viele tolle Nebengeschichten gibt.

Legend of Grimrock ist auch so ein Ding. Eigentlich gefällt es mir aber irgendwie fehlt mir da halt dann ein wenig die Geschichte, sodass ich es leider seit ewigen Zeiten nur angespielt rumliegen habe.

"Und so ist es bei vielen modernen Spielen. Sie kommen wie Riesen der Spieltiefe und Möglichkeiten daher, hinter der Fassade ist es aber mehr als überschaubar und das Überschaubare ist dann sogar noch teils schlecht umgesetzt."

Auf diese Kernaussage möchte ich dann noch einmal eingehen. Die hat nämlich auch erst einmal überhaupt nichts mit dem Budget zu tun. Tatsache ist jedoch, dass zumindest die schlechte Umsetzung bei großen Produktionen NICHT vorhanden ist. Die sind quasi immer gut gemacht. Und auch was die Spieltiefe angeht, im Vergleich zu früheren Titeln ist die heute enorm. Es sei denn, man meint Paradox Simulationen, für die benötigt man ein eigenes Studium ...

Auch hier an dich die bitte, vergleiche doch einfach mal alte Spiele und schaue dir an, wieviel mehr die heutigen Games bieten. Schauen wir beispielsweise bei den Wirtschaftssimulationen, der Unterschied zwischen Hanse, Vermeer und Kaiser auf dem C64 in den 80ern zu Patrizier und Siedler auf Amiga ist deutlich merkbar. Und im Vergleich zu Siedler, Tropico und Anno heute, wirken die Titel aus den späten 90ern wiederum wie abgespeckte Demos.

Theoretisch war es früher möglich, Handlungsstränge zu verzweigen und somit völlig unterschiedliche Spielerfahrungen und Inhalte(!) zu liefern. In der Praxis haben das damals nicht mal Textadventures wirklich gemacht. Und heute wäre der Aufwand einfach zu gewaltig da etwas zu produzieren, wenn ein Großteil der Spieler das ohnehin nicht zu Gesicht bekommen würde. Deswegen tricksen da selbst Telltale Adventures. Aber das war wie gesagt niemals anders.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 21. Dezember 2015 - 18:04 #

Sehr schön zusammengefasst - und ganz nebenher erklärt dein Beitrag auch, warum ich noch nie derart wenig Geld für Spiele ausgegeben habe wie in den letzten Jahren.

Toxe 21 Motivator - P - 26088 - 21. Dezember 2015 - 18:56 #

Geht mir genau andersrum. Gerade dieses Jahr war verdammt gut, wenn man den Mut hat, auch mal über den Tellerrand zu schauen und sich nicht einredet, zu alt zu sein.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 21. Dezember 2015 - 19:52 #

Ich weiß nicht, ob der Tellerrand da viel mit zu tun hat. Ich betrachte beispielsweise QTEs ganz schlicht als Störung, die mich immer nervt, völlig unabhängig vom Genre oder anderen Eigenschaften. Ich kann es auch absolut nicht leiden, wenn mir das Spiel mitten in der Handlung die Steuerung aus der Hand nimmt (The Order ist der schlimmste mir bekannte Vertreter dieser Untugend). Und ständige Cutscenes sind für meinen Geschmack eine wirkliche hervorragende Methode, mir den Spielspaß gründlich zu verderben.
Insofern bin ich also wenig geneigt, mich mit Spielen zu beschäftigen, die mir ständig mit solchen Dingen die Laune verderben. Das wäre für meinen Geschmack so, als würde ich Bücher kaufen, von denen ich genau weiß, dass sie sich einen Dreck um korrekte Grammatik scheren.

Toxe 21 Motivator - P - 26088 - 21. Dezember 2015 - 20:03 #

Alle von Dir genannten Beispiel mag ich auch nicht so. ;-)

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73396 - 21. Dezember 2015 - 20:12 #

Und da denke ich haben wir sozusagen unterm Strich, daß wir alten Säcke den "neuen" Spielmechanismen etc. nicht verschlossen sind, wir müssen von denen nur nicht alle mögen und toll finden, genauso wie die Dreikäsehochs von 5 Jahre alter Grafik schon Augenkrebs bekommen :). Auch ich schließe mich z.B. bei den QTEs an, die schlimmste Erfahrung und Spaß-/Spielverderber seit es Spiele gibt ^^.

Toxe 21 Motivator - P - 26088 - 21. Dezember 2015 - 20:32 #

Sagen wir so: Ganz so drastisch sehe ich das weder mit QTEs noch mit zB. automatisch regenerierenden Lebenspunkten in einem Shooter. Wie immer kommt es auf das Spiel und den Einzelfall an. Sinnvoll eingesetzt kann das alles funktionieren. Dummerweise werden halt immer nur die negativen Beispiele betrachtet und dann gleich allen zB. QTEs dieser Stempel aufgedrückt.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1479 - 22. Dezember 2015 - 9:29 #

Designfehler bleibt Designfehler, das gilt sowohl für QTE-Klickereien als auch für die sich selbst auffüllende Lebensenergie.

Toxe 21 Motivator - P - 26088 - 22. Dezember 2015 - 10:08 #

Nein, so einer allgemeinen Aussage kann ich auch nur ganz allgemein widersprechen. Weder QTEs noch regenerierende Lebensenergie sind Design-Fehler sondern können sinnvoll sein, wenn richtig eingesetzt.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73396 - 22. Dezember 2015 - 12:30 #

Buttonbashing/Kombo ist nie sinnvoll. Einmal draufdrücken reicht. Oder wenn ich ausweichen soll, will ich das mit den stinknormalen WSAD-Tasten oder der Maus, und mir nicht die Finger auf unlogisch platzierten Tasten verbiegen.

Auch bei den Telltale-Spielen nervte mich das extrem, gerade bei Kombos, bis du rechtzeitig reagieren konntest, weil nicht damit gerechnet und zwangsweise erstmal den Einsatz verpaßt hast, um die Szene nochmal zu spielen zu dürfen. Diese Art von aus dem Spielfluß rausreißen ist auch nicht sinnvoll. Es nervt schlichtweg.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1479 - 22. Dezember 2015 - 14:33 #

Ich empfinde das Einblenden eines grünen Playstation-Dreiecks bei diversen Naughty-Dog-Spielen im Sinne von "bitte hauen Sie JETZT" / "bitte betätigen Sie JETZT die Reißleine des Generators" als spielerisch sinnlos, und die wundersame Selbstheilung bei Halo und Destiny als eine ärgerliche Simplifizierung eines ohnehin schon dünnen Spielprinzips. Aber wie immer gilt auch hier "YMMV".

Lorion 17 Shapeshifter - 7535 - 23. Dezember 2015 - 16:22 #

Wobei ich mich bei der ganzen QTE-Kritik, vornehmlich durch ältere Spieler, eh immer wundern muss, denn genau die Leute haben früher Spiele wie Summer/Winter/California Games, Decathlon & Co. unter Garantie bis zum Umfallen gezockt und die Spiele waren ja nun wirklich nur ein einziges QTE, bei dem am Competition Pro gerüttelt werden musste, bis das Material aufgibt und der Arm erste Lähmungserscheinungen aufwies.

Aber sich heute aufregen, wenn sie bei 50 Stunden Spielzeit 3 Mal für 5 Sekunden auf nem Button rumhämmern müssen. ^^

Despair 16 Übertalent - 4436 - 23. Dezember 2015 - 17:05 #

Hat ein Tomb Raider QTEs wirklich nötig? Man hat doch mit Klettern und Ballern genug Action. Die QTEs wirken da für mich eher wie Zwischensequenzen, die krampfhaft interaktiv gemacht werden.

Bei Telltale wiederum sehe ich QTEs als ein legitimes Mittel, dem erzähllastigen und daher behäbigen Spielverlauf ein wenig Dramatik zu verleihen. Die meisten anderen Versuche, Action in ein Adventure zu kriegen, scheitern ja oftmals an einer suboptimalen Umsetzung.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 26. Dezember 2015 - 14:11 #

Faszinierend, was du dir da so alles aus den Fingern saugst...

Despair 16 Übertalent - 4436 - 21. Dezember 2015 - 21:25 #

Ausnahme: Telltale. Da schaffen es die QTEs tatsächlich, ein wenig Action und Anspannung zu erzeugen. Was bei einem Adventure ja nicht gerade einfach ist. Gleichzeitig sind sie relativ leicht und spätestens beim dritten Versuch schaffbar.

QTEs wie beispielsweise bei "Tomb Raider" (womöglich noch in Bosskämpfen) sind aber tatsächlich die Pest.^^

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 22. Dezember 2015 - 15:27 #

Bei Telltale? Ich muss sagen, dass ich die da schon recht nervig finde. Besonders dann, wenn Aktionen, die man mehrmals hintereinander durchführen muss, mit verschiedenen Knöpfen zu bedienen sind, also z.B. bei einer PS-Version 3x das 3-Eck zu drücken ist und dann beim vierten Mal der Kreis, obwohl es um aufeinander folgende Sprünge geht. Den Unterschied zu denen bei TR oder Uncharted sehe ich da nicht.

Despair 16 Übertalent - 4436 - 22. Dezember 2015 - 20:12 #

Also am PC habe ich bei den Telltale-Adventures keinerlei Probleme, die richtige Taste zur richtigen Zeit zu drücken und gleichzeitig noch das Geschehen zu verfolgen. Bei Tomb Raider fiel mir das schwerer, insbesondere bei den längeren Sequenzen. Womöglich wegen der Daueraction.

Noodles 21 Motivator - P - 30182 - 22. Dezember 2015 - 21:54 #

War es bei Tomb Raider nicht so, dass irgendwelche Symbole eingeblendet wurden und nicht einfach E oder so? Das machts dann immer noch schwerer und nerviger, wenn man im Kopf erstmal noch schnell das Symbol in die richtige Taste übersetzen muss. Aber trotzdem muss ich auch wieder mal betonen, dass die QTEs bei Tomb Raider gar nicht so schlimm und oft waren, wie es von vielen immer dargestellt wird.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73396 - 22. Dezember 2015 - 22:25 #

Bei TB waren es schon Buchstaben, aber nicht die naheliegendsten wie z.B. A und D für links/rechts ausweichen, wenn wir anfangs dieses im Wasser durch die Höhlen rutschen als Beispiel nehmen.

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 23. Dezember 2015 - 9:18 #

Ich fand die bei TR (aber auf der Konsole) auch nicht so schlimm, wie oft geschrieben.
Mir ist aber in keinem Spiel bisher ganz klar, warum es die braucht - bei TR und Uncharted gibt's auch so genug Aktion, bei den Telltales will ich ein Adventure spielen und kein Buttonmashing betreiben (wie bei den Szenen, in denen Du einem dich würgenden Charakter entkommen musst o.Ä.).

Noodles 21 Motivator - P - 30182 - 23. Dezember 2015 - 13:59 #

Das Buttonmashing soll halt die Anstrengung des Spielcharakters auf dich übertragen. ;)

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 22. Dezember 2015 - 13:05 #

Schöner Beitrag, aber ich als Altzocker muss sagen, dass ich es geliebt habe 100 Stunden in Giana Sisters zu investieren, genauso wie ich es heute liebe 100 Stunden in Indie-Spiele zu investieren. Aber gerade aufgrunddessen bin ich jedes mal wieder erneut darüber geflasht, wie heutige Spiele aussehen, selbst bei einem Fallout 4 ist mir teilweise die Kinnlade runtergeklappt. Deswegen stellen Indie- und japanische Spiele für mich das größte dar, sie bieten mir genau denselben Spaß wie früher die C64, Amiga und SNES Spiele, während ein AAA-Spiele so unglaublich atemberaubend sind.

Wo ich dir aber absolut zustimmen muss ist, dass wir in der heutigen Zeit in einem Paradies leben was Spiele angeht, jeder kann sich Spiele nach seinen Vorlieben kaufen und seine komplette Freizeit da rein investieren, hat dann aber niemals wirklich alles gesehen, weil die Spielelandschaft dafür einfach zu paradiesisch groß ist und überall leckere Äpfel hängen. ;)

Tetris konnte ich übrigens damals, problemlos 2 Stunden am Stück spielen. ;)

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 22. Dezember 2015 - 22:26 #

Ich gebe zu, ich habe keine Ahnung, wieviele Stunden ich in Giana Sisters versenkt habe. Aber mehr als 20 waren es in jedem Fall auch, eher mehr.
Und Tetris, ja, das habe ich damals auf dem Game Boy auch manchmal stundenlang am Stück gespielt. Und als dann Lumines für die PSP kam ging die Sucht sehr überraschend noch einmal von vorne los, wobei ich damals, muss ja so bald auch schon wieder zehn Jahre her sein, nicht geglaubt hätte, dass mich ein Tetris-Klon da noch mal so packen konnte.

Carasusan (unregistriert) 15. Januar 2016 - 15:15 #

Schöner Kommentar - danke Mick. Mit meinen 35 bin ich nun auch nicht mehr der jüngste und an den Kindern von meiner Schwester merke ich auch wie die neue Generation spielt. Wie Kinder mit iPad, Smartphones überall fast Bockbuster Games spielen können - wo wir früher geweint haben wenn wir keinen Gameboy hatten.
Allerdings eine grosse Sache habe ich mit meinem Alter und den Jahren als leidenschaftlicher Gamer auch gemerkt - online spielen. Ich kenne den NES oder Netzwerkpartys im Keller von Freunden, heute kann jedes Spiel online gespielt werden bzw gibt es keinen langen Single Player Part mehr. Ich vermisse die Tage zu zweit vor einem Rechner zu sitzen und ein spiel wo es auf Spielspass drauf ankommt zu spielen. Ich suche vergebens ordentliche Spiele die ich wenn ich freunde bei mir habe anmachen kann. Klar WII U bieten da ein paar. Diablo 3 kann man auf einer Konsole auch sehr nett zusammen spielen. Aber es kommt mir vor als ob es ausgestorben ist. Ich glaube diese "Erfahrung" die ich als Kind gemacht habe, meinen Kumpel der neben mir sitzt anzuschreien oder gemütlich mit der Freundin anstelle eines Films die Konsole anzumachen und was zu daddeln fehlt der Jugend. Online - das ist was alle wollen. Call of Duty, Battlefront, WoW, nur noch online - keine Physikalische Präsenz des Individium. Wenn man nichts anderes kennengelernt hat ist das die Welt die man liebt und egal wie sehr man sich anstrengt man wird nicht diese Erfahrung machen weil man in einer anderen Generation ist. Ich kenne mit 4 Jahren WOW online zocken. Aber es ist nicht das gleiche für mich. Und CoD kann ich leider immer noch nichts abgewinnen.
Was ich damit sagen will, klar ihr seit noch eine generation über mir aber grade das finde ich gut. Die Mischung macht es. Ich will die Meinung von jemanden lesen oder hören, der so denkt bzw die "Erfahrung" gemacht hat wie ich. Für mich zb bekommt SW:Battlefront nur 1/10 Sterne und das weil es so fantastisch aussieht. Vielleicht war das der Gedanke den die jüngere Generation hatte als sie meinte wie können diese "Alten" den überhaupt noch Spieletesten. Auch wenn ich das Statement von Heinrich zu VR etwas zu kritisch fand, lese ich sehr gerne von eurer Generation die Meinung zu Games&Co. Den wenn man "gekauft" jemanden zuschreiben kann dann eher der jungen Generation - erinnere mich noch an den Vorfall von Lets Playern und wenn man weis was Gronkh so haben will damit er in einer Sendung hallo sagt weis man das grade diese Personen aufs Geld schauen.
An dieser Stelle danke für eure Tests und freu mich auf die nächsten 15Jahre von euch zu lesen ;)

nitroblade 12 Trollwächter - 962 - 22. Januar 2016 - 8:50 #

Und dennoch, denn ich bin nun auch immerhin schon 32 :D, wird es sicherlich bei den Senioren so sein, dass man sich über ein altes Sahnebonbon in neuer Verpackung und Design kaum so sehr freut wie über eine komplett neue Kreation.
Ach wieder ein FPS, wieder ein Strategiespiel oder MMORPG....alle Jahre wieder der gleiche Kram, neue Grafik, neue Konsole, neue Kids ... gleiches Gameplay und gleiche Abzocke.

All das hat mir über die Jahre die Spielfreude schon fast versaut, daher hab ich aufgehört jedem Titel hinterher zurennen und Lüftsprünge zu machen wenn etwas neu angekündigt wird. (mich hat Fallout 4 kalt gelassen, kaum Neuerungen)Diablo-Fan bin ich nun auch nicht mehr nach dem D3 Desaster.

Inzwischen gibt es Titel von einzelnen Entwicklern die ich lieber spiele als nochmal nen Trible A von EA....

Auch das Geschäft der Spiele bringt kaum spannendes, auf der letzten Gamescom (die nun wirklich zum Absurdum mutierte in den letzten Jahren) konnte ich mit einigen Entwicklern reden und habe gefragt warum nicht mal neue Wege gegangen werden....finale Antwort (Spieleschmieden bleiben hier ausgeblendet): "Weils einfach läuft..."

Weil viele Spieler selbst nach 20 Jahren das Konzept der Industrie nicht erkannt haben und immer noch den großen das Geld hinterherwerfen.......und hypen was das Zeug hält...........

Und wehe man erwähnt dass man irgendein neues Game doof findet weil die Entwickler einen Abzocken oder das Gameplay alt ist, dann ist man direkt der Buhmann.

Patch3r 02 Sammler - 8 - 23. Mai 2016 - 20:05 #

Ich kann deine Argumentation gut nachvollziehen, über die Jahrzehnte bin ich auch eher gelassener geworden.
Hoffe allerdings, dass deine Einschätzung zum VR Hype nicht zutrifft. Bei diesem Thema bin ich das erste mal seit langem wieder richtig Feuer und Flamme!

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