Mick Schnelle über GTA 5 & Co.

Verloren in Offenen Welten Meinung

Mick Schnelle schreibt seit seligen Amiga-Joker- und PC-Joker-Zeiten, arbeitete später für PC Player und GameStar. Seit einigen Jahren ist er freiberuflicher Autor und beschäftigt sich verstärkt mit anderen Themenbereichen. Für GamersGlobal steuert er immer wieder Tests bei und Kolumnen wie die folgende – heute zum Thema "Open World".
Mick Schnelle 9. November 2013 - 17:24 — vor 3 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
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Alles begann so um 1985 und schuld war David Braben. Ich spielte Elite auf dem C64, durchflog Sternensysteme, die noch keines Spielers Auge gesehen hatte und befand mich, ohne es zu ahnen, im allerersten Freie-Welt-Spiel meines Lebens. Richtige Missionen gab es nur eine Handvoll, und eine davon habe ich kräftig vermasselt: Ich sollte ein unsichtbares Raumschiff verfolgen und das war plötzlich weg – unauffindbar – wurde nie wieder gesehen. Es mag etwas pingelig klingen, aber damit war für mich die Luft aus dem Spiel raus. Egal, was ich danach tat, egal, wie viele Rangaufstiege ich noch erlebte, stets nagte das Gefühl an mir, etwas nicht erledigt und zu Ende gebracht zu haben.

Viele Offene-Welt-Spiele gab es in den folgenden Jahren nicht
Elite landete auf meinem „Spiel ich nicht mehr“-Stapel und sollte für lange Zeit mein letztes Offene-Welt-Spiel gewesen sein. Das war auch weiter kein Problem, denn so viele davon gab es in den folgenden 20 Jahren auch nicht, wenn man das eine oder andere epische Rollenspiel nicht dazu zählt. Und wenn doch ein waschechtes Open World wie etwa Outcast erschien, ignorierte ich es einfach. Wobei bei dem Science-Fictionspiel von Infogrames noch dazu kam, dass man mit Eigennamen und unverständlichen Spezialbegriffen in den Wahnsinn getrieben wurde. Ich bevorzugte Titel, die mir die Welt Stück für Stück zeigten, wenn möglich an eine spannende Story gebunden. Die Ultima-Serie zum Beispiel ist auch heute noch ein Paradebeispiel dafür, wie man dem Spieler eine weitläufige, mit Abenteuern vollgepackte Welt präsentiert, ohne ihn gleich mit Details zu überfordern.

Doch die Welt ist heute eine andere. Spiele mit einer frei begehbaren, oftmals riesigen Welt sind mittlerweile fast schon Standard, und GTA 5 ist ihr aktueller König, ach was, Gottkaiser. Gefühlt jede dritte Spieleankündigung für die Nextgen-Konsolen ist ein Open-World-Titel, selbst Phantom Pain verändert die altehrwürdige Pathos-Action-Schleich-Formel von Metal Gear Solid entsprechend. Und ja, dieses Genre vermittelt mit all seinen Details und den schier unendlichen Möglichkeiten schon eine gewisse Faszination. Ich genieße es beispielsweise nach wie vor, durch Liberty City zu streifen. Habe Spaß daran, das mittelalterliche Jerusalem zu entdecken oder mich durch die Dschungelwelt von Far Cry 3 zu arbeiten. Und ja, wenn man dabei auf etwas Ungewöhnliches stößt, in dunklen Ecken Wertvolles findet oder auch nur einen lang gesuchten Panther erlegt, wird das eingebaute Jäger-und-Sammler-Gen schon befriedigt.

Das Verlorene-unsichtbare-Raumschiff-Syndrom stellt sich ein
Trotzdem stellt sich bei mir irgendwann das „Verlorene unsichtbare Raumschiff“-Syndrom ein – und zwar schneller, als mir lieb ist. Diese latente Befürchtung, ständig irgendetwas Spannendes zu verpassen, was gerade an anderer Stelle passiert. Einen unheimlich tollen und wichtigen Gegenstand zu übersehen, der an Stellen liegt, die ich nicht mal gefunden habe. Stimmt schon, es gibt ja praktisch immer Missionen in der freien Welt, die von freundlichen Entwicklern entworfen wurden, um mich wie an einer Schnur durchs Spiel zu leiten. Aber Fazits wie „Neben der zehnstündigen Kampagne dauert es weitere 30 Stunden, bis man alle Geheimnisse aufgedeckt hat“, mit der die lieben Kollegen gern ihre Testberichte beenden, bestätigen alle meine Befürchtungen: Dreimal mehr Zeug und Kram außerhalb des eigentlichen Spiels. Lauter Sachen, die ich alle übersehen könnte. Und dann beginne ich in meiner Panik jeden noch so weit entfernten Ort wieder und wieder zu durchsuchen. Flackert da nicht was in den Schatten? Ist an der Klippe wirklich das Ende der Welt?

Warum Entwickler einen Großteil ihrer Mühe darauf verschwenden, sich an Nebensächlichkeiten abzuarbeiten...
Wer jetzt sagt, „Genau das macht ja den Reiz aus“, kennt mich nicht. Mir macht es keinen Spaß, durch die leere Pampa zu laufen, in der absolut nichts zu finden ist, nur auf die schiere Möglichkeit hin, dass dort doch nach zweistündiger
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Wanderung das Schwert der unglaublichen Stärke und Wahrheit und Wasweißichnoch zu finden ist, mit dem die zweite Nebenmission endlich lösbar wird. Mir bleibt es unverständlich, warum Entwickler einen Großteil ihrer Mühe und Projektzeit darauf verschwenden, sich an Nebensächlichkeiten abzuarbeiten, statt das alles in die Story zu integrieren und es so von einer Nebensache in etwas Bedeutendes zu verwandeln.
 
Warum heißt es nicht „Die Story dauert 40 Stunden und zeigt wirklich alles, was im Spiel steckt!“ Ich lese doch auch kein Buch, bei dem die spannenden Sachen irgendwo in den Fußnoten versteckt wurden. Oder erlebe die besten Momente eines Films im Bonusmaterial auf der DVD. Liebe Entwickler, bitte gebt mir das Gefühl zurück, ein Spiel vollständig erlebt zu haben! Nehmt mir dieses nagende unangenehme Gefühl der Unvollständigkeit. Denn nichts, absolut gar nichts geht über das Wissen, etwas richtig gemacht, selbst gelöst zu haben, ohne die Hälfte zu übersehen. Etwas ganz und gar zu Ende gebracht zu haben.

Und damit meine ich eben nicht einen 100%-Erfüllungsgrad bei GTA 5.

Euer Mick Schnelle
Abfuehrung
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17.09.2013
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Mick Schnelle 9. November 2013 - 17:24 — vor 3 Jahren aktualisiert
Jörg Langer Chefredakteur - P - 324509 - 9. November 2013 - 17:31 #

Viel Spaß beim Lesen! Und lasst eure eigene Meinung zum Thema Open World hören...

Aloha2 (unregistriert) 11. November 2013 - 1:29 #

Die offene Welt von Outcast wurde von Infogrames veröffentlicht, nicht von Ubisoft. Weiß nicht, wo die Schwierigkeit liegt, das nochmal zu recherchieren und zu korrigieren, wenn man schon darauf hingewiesen wird. Steht sogar in eurem eigenen Steckbrief.

Aber ich hatte auch schon mal darauf hingewiesen, dass Fighter Within von Daoka, ehemals AMA (Advanced Mobile Applications), entwickelt wurde, und nicht von Ubisoft. Da sitzt zwar auch mal wieder ein Guillemot drin, ist aber trotzdem ein eigenständiges Unternehmen. Aber scheinbar ist das Spiel zu unbedeutend, um dort Detailpflege reinzustecken, daher wurde der Hinweis auch als "kein Fehler" abgestempelt. ;)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324509 - 11. November 2013 - 10:31 #

Hallo Aloha2, deine Fehleranzeige bezüglich Infogrames/Ubisoft steht auf "offen", das heißt eben nicht, dass wir das abtun, sonst stünde dort "Kein Fehler". Was du mit deinem zweiten Hinweis meinst, weiß ich nicht, aber du kannst sicher sein, dass wir solche Infos haben wollen und sie auch bearbeiten. Wenn das einmal nicht geschieht, kann das viele Gründe haben, unter anderem schlichtes Übersehen.

HolladieWaldfee (unregistriert) 9. November 2013 - 17:37 #

Auch ich betrachte den zunehmenden Open-World Trend zunehmend skeptisch. Nicht, dass ich grundsätzlich was gegen dieses Genre hätte, ganz und gar nicht. Ich fürchte einfach, dass auf diese Weise die Story an Bedeutung verliert. Anscheineind reicht es heutzutage nicht mehr, einfach nur ein gutes Spiel mit einer tollen Story zu entwickeln, nein, Open-World scheint mittlerweile zum guten Ton zu gehören. Und ich glaube einfach nicht, dass ein Open World-Spiel mit 50+ Stunden genauso spannend ist wie ein 15h Spiel mit Fokus auf einer guten Geschichte, egal, was sich die Witcher-Macher auch vornehmen.
Ganz abgesehen davon, dass mich Open-World auch vom zeitlichen Aufwand her doch etwas abschreckt.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 9. November 2013 - 22:53 #

Nicht jeder will durchgängig an der Leine geführt werden.

HolladieWaldfee (unregistriert) 10. November 2013 - 17:20 #

Hat auch niemand behauptet. Und zu sagen, alles was nicht Open-World ist, würde automatisch den Spieler an die Leine nehmen, halte ich doch für eine sehr gewagte Aussage.

PatStone99 15 Kenner - 3629 - 21. Januar 2014 - 14:43 #

Fable 3 hat da einen guten Mittelweg zu bieten. Natürlich ist das Spiel kein Open World, aber es bietet einem die Möglichkeit nach Beenden der Story alle ausgelassenen Missionen nachzuholen.

Sciron 19 Megatalent - P - 15787 - 9. November 2013 - 17:50 #

Open World ist eben relativ leicht zu designen. Riesige Map, dann mal schnell überall was zum aufsammeln, erobern oder zerstören hingeklatscht und schon ist die Hälfte geschafft. Der Sammeltrieb des Spielers erledigt dann Rest. Damit kann man Schwächen im Design oft leicht vertuschen, weil der Spieler ja dennoch motiviert ist und die Gesamtspielzeit massig nach oben geht.

Aufgefallen ist mir das stark bei Far Cry 3. An sich eigentlich recht spaßig, aber die Map wirkt total unmotivert mit Kram zugeklatscht. Ähnlich ist es bei Just Cause 2. Macht wirklich ne zeitlang Laune, aber nach dem 40. befreiten Random-Dorf ist auch irgendwann mal Schluss. Lieber alles ne Nummer kleiner, aber dafür lebendiger und individueller (Gothic > Morrowind).

Vielleicht ist "Linearität" bei Entwicklern mittlerweile auch ein Unwort geworden, weil es oft mit langweiligem und überraschungsarmen Spielablauf gleichgesetzt wird. Dabei hat das eine mit dem anderen nix zu tun. Nur lässt sich bei Open World eben die Spielzeit leichter aufblasen.

Fisch 14 Komm-Experte - 2662 - 9. November 2013 - 18:01 #

Dann läuft man aber Gefahr, daß der Spieler beim Hin- und Herlaufen und Einsammeln der verteilten Güter so stark geworden ist, daß bei der Rückkehr in den Storyverlauf die Gegner keine echte Herausforderung mehr darstellen.

Sciron 19 Megatalent - P - 15787 - 9. November 2013 - 18:08 #

Ich weiss nicht worauf du dich jetzt genau beziehst. Generell ist es aber meist so, dass die Gegner der Hauptstory schwächer sind, als optionale Feinde/Bosse, da es ja Spieler gibt, die nur dem Hauptpfad folgen und die der Rest gar nicht interessiert (warum auch immer). Diese würde man dann künstlich zum grinden zwingen und das wird meist vermieden.

Fisch 14 Komm-Experte - 2662 - 9. November 2013 - 19:19 #

Schwache Hauptgegner erscheinen doch nocht schwächer, wenn man inzwischen nebenher aufgerüstet hat. Wenn es Nebenquests sind, dann kann es sein, daß man bei zu starken Gegnern den Spieler verprellt, denn den Hinweis, man möge erst die Story verfolgen, um stark genug zu sein für die Dinge abseits des Weges, gibt einem ja keiner. Sind es aber reine Fundsachen (eine Truhe hier, eine dort, Heilkräuter en gros, en masse und en détail, ein Goldstück hier und da), dann sammelt man sich unter Umständen "stärker" als von der Story her gedacht - dann ist es aber nicht mehr fordernd.

Nehmen wir als Beispiel RPGs: finde ich abseits der Story sehr starke Waffen (die man auch nutzen kann), dann werden Gegner zu Spielzeug, die mit der Ausstattung nach der reinen Story-Ausbeute vielleicht als leicht herausfordernd angesehen werden können.

Oder bei anderem Feld: finde ich früh ein Scharfschützengewehr mit hinreichend Munition, dann muß ich eine Aufgabe nicht mehr mit direktem Feindkontakt im Nahkampf lösen, sondern putze die Gegner in aller Ruhe und ohne Gefahr weg.

Oder eben Geld und Rohstoffe sind nicht mehr ein knappes Gut, was beim Händler sonst zu Konflikten (Medipack oder Munition - oder doch die bessere Waffe?) führt, sondern Krösus geht shoppen ...

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 9. November 2013 - 23:01 #

Über die Quests findest du die vielen Verstecken Sachen in der Regel schneller.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 9. November 2013 - 22:55 #

Es geht ja nicht um die riesige map sondern darum, dass du selber alles aufdecken kannst.

Karston Marston 11 Forenversteher - 841 - 10. November 2013 - 17:50 #

Eben. Das Entdecken ist wichtiger Teil des Erlebens. Das Erleben ist wichtige Grundlage einer Geschichte.

So oder so: Ein Erlebnis zu simulieren, welches man nicht in der Wirklichkeit haben kann oder haben sollte, ist der Reiz an der Technologie. Warum sollte es keine entspannten oder entschleunigten Erlebnisse ermöglichen dürfen, nur weil es im Kern ein Actionspiel ist?

vicbrother (unregistriert) 11. November 2013 - 10:08 #

Mick sieht einfach nur die Story - vielleicht sollte er ins Kino gehen oder Hard Rain bzw. Mass Effekt spielen? Open World, das lebt vom Entdecken und von der lebendigen Welt.

In Skyrim ging mir zB mein Pferd durch und ich musste es wieder einfangen, oder auch der Riese, der mich, gerade nach dem Erschlagen eines Drachen über diesen gebeugt, aus dem Nichts kommend, 20m in die Wolkenwelt von Skyrim schleuderte. Das sind Momente an die ich mich gerne erinnere und nur mit der Spielmechanik in Open-World-Spielen passieren.

Nachtfischer 16 Übertalent - 5482 - 17. November 2013 - 1:55 #

Naja, die Story ist halt auch da. Nur nicht befriedigend. Umgekehrt könnte die Open-World viel konsequenter umgesetzt sein, wenn man nicht die unterliegenden Restriktionen der festgelegten Handlung hätte. Es ist nicht Fisch, nicht Fleisch, gibt aber vor, beides zu sein.

vicbrother (unregistriert) 18. November 2013 - 11:18 #

Open World könnte besser sein, das stimmt. Skyrim zB könnte bedrohter wirken, aber man hat das Gefühl, dass die Bevölkerung die Drachen nicht wahrnimmt. Es gibt keine Flucht, jeder redet von seinen Problemen.

Wenn der Spieler die Welt wirklich persistent verändern kann und alle Bewohner ihn auf die große Aufgabe hinweisen, weil es jeden einzelnen in der Welt betrifft, dann kommt auch mehr fahrt und Spannung auf. Diese Chance hat Skyrim verschenkt.

Sciron 19 Megatalent - P - 15787 - 10. November 2013 - 20:24 #

Ne, es geht darum, dass ich gar keinen Bock habe eine große, sterile Welt zu erforschen und darauf läuft es bei fast allen Open World-Titeln, die mit größe Punkten wollen, eben raus.

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1740 - 11. November 2013 - 10:28 #

Leidige Folge des "Hat zu wenig Spielzeit!"-Geschreis. Wie du schon schreibst, kann ich so leicht die Gesamtspielzeit aufblasen, ohne unverhältnismäßig viel Arbeit ins Spiel zu stecken.

Horphaz 18 Doppel-Voter - - 12784 - 9. November 2013 - 17:50 #

Schön zu sehen, dass es einem nicht als einzigen so geht! :)

Aladan 21 Motivator - - 28726 - 10. November 2013 - 11:41 #

Ja, ich kenne dieses Gefühl auch nur zu gut, daher lassen mich viele Open World Titel auch absolut kalt.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6688 - 9. November 2013 - 17:51 #

Armer Mick. :/ Scheint so als hätte ich Glück, da sich bei mir nie so ein Gefühl einstellt. Ich bin nicht so der Completionist und kann GTA 5 richtig genießen, mir hat lange kein Spiel so viel Spaß gemacht.

vicbrother (unregistriert) 9. November 2013 - 18:03 #

Wer mit diesem Perfektionstrieb spielt, wird in keinem Spiel glücklich. Was aber wahr ist, ist dass RPG sich weiterhin auf die sieben Grundquests konzentriert und die Entscheidungsbäume sehr linear verlaufen. Das Genre braucht einen Neustart.

Fisch 14 Komm-Experte - 2662 - 9. November 2013 - 18:05 #

Man kann das deutliche "Mehr" an Spielzeit auch anders als Mick interpretieren - nicht als "da ist noch das dreifache versteckt", sondern als "ich mußte jetzt noch x Stunden durch die Gegend stiefeln, um den vermaledeiten letzten Gegenstand zu finden, den die Entwickler in einem Mausloch versteckt haben, welches von einem Stein verdeckt wird, so daß man es eigentlich nicht sieht".

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73398 - 9. November 2013 - 18:20 #

Das Gute an Open Worlds für mich ist, daß ich mich frei bewegen und mir meine Herangehensweise frei einteilen kann, z.B. mache ich diese Mission jetzt oder irgendwann später. Mache ich überhaupt eine Mission oder erkunde einfach etwas diese Welt. Das Schlechte an dem Genre ist, wenn man wirklich nicht auf diese 100% aus ist, und quasi unnötig Stunden dafür verbrät, z.B. 100 versteckte und schwer erreichbare Sammelobjekte dafür einzusammeln o.ä. und deswegen jeden Millimeter dieser offenen Welt abgrast, hat man ständig das Gefühl, man hat was verpaßt, übersehen oder nicht erlebt. Und das ist wirklich ein doofes Gefühl. Ergo, wenn ich schon zig Stunden in einem Offene-Welt-Spiel verbringe, dann bitte wirklich sinnvoll und nicht, um z.B. irgendwelchen depperten Achievements für Sammelobjekte, Monsterstunts oder Tauben hinterherzujagen, um ein Spiel 100%ig "abzuschließen".

Exec 14 Komm-Experte - P - 1822 - 9. November 2013 - 23:48 #

Genau das trifft's. Das beschriebene Problem ist nicht auf Open World Titel beschränkt. Ursache des Problems sind eindeutig die Achievements.

joernfranz (unregistriert) 10. November 2013 - 9:48 #

Aber auch nur wenn einem die Achievements wichtig sind. Für mich sind die z. B. völlig egal, insofern ist sehe ich Open World eher als Vorteil denn als Nachteil. So kann ich das Hauptspiel in 15 Stunden abschließen und wenn ich dann noch Lust habe noch mal die gleiche Zeit in Nebenquests und Erkundungen stecken. Also eine schöne Wahlmöglichkeit für mich als Spieler. Blöd ist es natürlich, wenn die Spielwelt einfach nur groß ist und keinen richtigen Mehrwert bietet. Wenn dann noch unnötig lange Laufwege hinzukommen ist klar, warum man die Welt so groß gemacht hat. Das ein solcher Umfang dann für Achievement Jäger nervig ist, kann ich verstehen.

Maximilian John Community-Event-Team - 9978 - 10. November 2013 - 20:16 #

Achviments kann man auch ausblenden und/oder ignorieren. Dann hat man das Problem nicht mehr. Unnötigen Sammelkram gab es btw. vor Achivments.

Cubi 17 Shapeshifter - 6113 - 12. November 2013 - 0:59 #

Naja, Achievements sind im Grunde auch nur eine Art Belohnung für eine erfüllte Herausforderung. Zugegeben: Im Kern eher eine recht sinnlose, da es meist ja nur eine kleine Grafik ist um sich mit anderen zu vergleichen und/oder zu messen.
Es sind eben generell die Belohnungen, die einen Spieler dazu bewegen sollen auf Entdeckungsreise zu gehen. Ob es nun Achievements sind oder die goldene Truhe mit dem tollen Schwert ist dabei hinfällig.

Ich persönlich mag Open-World, wenn mich das Spiel nicht zwingt alles erforschen zu müssen. Dann hab ich auch nicht das Gefühl irgendetwas zu verpassen.
Übrigens ein hervorragender Artikel, Mick. Vielen Dank.

xxxxx (unregistriert) 9. November 2013 - 18:24 #

Open-World wird leider auch inflationär als Begriff eingesetzt. Für mich bedeutet es in allen Genres, dass da eine Welt ist, die tatsächlich von meinen Entscheidungen abhängig ist und zumindest zu einem gewissen Teil von ihnen geprägt wird.

Bei GTA5 beschränkt sich OW im Grunde nur darauf, dass ich mich mit meiner Spielfigur quer durch die Spielwelt bewegen kann, statt durch einen Schlauchlevel - mich aber letztlich doch in einer Schlauchstory befinde, die mir genau diktiert was ich zu tun habe.

McSpain 21 Motivator - 27019 - 10. November 2013 - 11:15 #

Open World und Sandbox sind eben naheliegend aber grundverschiedene Konzepte.

xxxxx (unregistriert) 10. November 2013 - 19:50 #

Naja wenn man es mit den Begriffen schon so genau nimmt, dann ist GTA5 für mich nur "free-roaming" und zwischen diesem und "sandbox" wäre dann "open-world" einzuordnen.
Die Betonung liegt auf "für mich", denn letztlich gibt es ja kein Gesetz zur Festlegung dieser Begriffe und zumindest im Spielebereich haben sie eben Marketingcharakter, und jeder kann sie einfach an sein Produkt dranpappen.

Jadiger 16 Übertalent - 4892 - 9. November 2013 - 18:26 #

Die meisten Spiele verlieren doch sobald die Hauptstory durch ist ihren Spaß. Warum sollte man jedes Ufo Teil in einem Gta suchen oder in einem Farcry jede Quest machen?
Man macht ja auch nicht in einem MMO alle Quest in einem Gebiet nur weil sie da sind man macht sie halt bis es weiter geht. Das es unerledigte Sachen gibt stört mich überhaupt nicht und oft hat man ja schon das nächste Spiel das darauf wartet gezockt zu werden.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 9. November 2013 - 23:14 #

Es geht ja darum die Welt hinter dem Spiel zu verstehen und die verstehst du eben nur dann wenn du alles aufgedeckt hast.

Jadiger 16 Übertalent - 4892 - 12. November 2013 - 11:49 #

Also ich soll meine Zeit verschwenden um dumme Suche teile Sachen zumachen. Das machen Nichtmal 1% der Leute die sowas Spielen es gibt genug andere Spiele wo man mehr Spaß haben kann.

Skotty 11 Forenversteher - 659 - 9. November 2013 - 18:30 #

Also ich kann das gar nicht nachvollziehen. Gut, bei Elite ist nun wirklich sehr wenig besonderes passiert. Vieles kannte man nur vom Hörensagen. Ich empfinde Open World eigentlich meist als große Bereicherung. Da wird so richtig der Entdeckergeist angefacht.
Hier trend sich allerdings die Spreu vom Weizen: Die Welt muß auch entsprechend gefüllt sein. Oblivion oder Gothic 4 sind da absolute Negativbeispiele. Zwar ist man relativ frei wohin man gehen kann, alles macht aber einen generischen, toten und lieblos hingeklatschten Eindruck. Ist die Welt entsprechend designt wie bei Ultima, Gothic, Fallout 3 oder auch Skyrim (mit Einschränkungen ähnlich wie bei Oblivion) dann ist das das Größte. Ich hatte sehr selten mal den Eindruck etwas verpaßt zu haben, wie Mick das beschreibt. Und wenn, dann spielt man eben nochmal. Angesichts der freien Möglichkeiten macht das immerwieder Spaß, sofern das Spiel das hergibt. Und gerade das ist eben die Kunst! Ich finde es mittlerweile furchtbar, wenn ich eingeengt bin und nur vorher festgelegte Pfade beschreiten kann. Dann wandert das Spiel recht schnell in die Tonne. Vernünftiges Open World verwöhnt da sehr (gerade Ultima, Gothic, Fallout3 oder Skyrim). Das Problem ist natürlich, daß man das nichtmal eben eine halbe Stunde spielen kann, sondern sich länger damit beschäftigen muß, um nicht den Überblick zu verlieren. Aber auch da gibt es Mechaniken, die sowas abfangen können.
Ich möchten Open World in keiner Weise mehr missen (sofern es denn vernünftig umgesetzt ist). Alles andere ist Murks und tötet meist jegliche Atmosphäre.

insaneRyu 13 Koop-Gamer - P - 1396 - 9. November 2013 - 18:30 #

Mir gehts zum Glück nicht so wie dem Autor. Wenn es die eine oder andere Nebenaufgabe in Spielen gibt finde ich das durchaus toll, aber hauptsächlich interessiert mich immer die Story.
Zusätzlich kommt hinzu, dass die meisten Open World Spiele dann keine wirklich motivierenden Nebenaufgaben haben. Da bekommt man dann je 50x "Jage Tier X" "Finde Gegenstand Y" "Eskorierte Karavane Z" oder eine Kombination davon. Dann lieber jedes Aufgabe nur einmal, aber dafür mit NPCs die eine glaubhaft ihre Motivation für die Aufgabe erklären.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9254 - 9. November 2013 - 18:49 #

Ich verstehe das nicht. Du verpasst doch nichts, wenn man nicht die ganze Welt absucht. Die Open-World ist genau das, was du meinst, das es nicht ist: Sie ist die Bonus-DVD, sie ist die Fußnote. Es ist nichts besonderes mehr, das war die Hauptstory.

Wenn man die Storymissionen durch hat, hat man das Spiel durch. Der Rest ist Bonus. Und so sollte man ihn auch handhaben. Man verpasst nichts, sondern entdeckt mehr.

Selbst bei einem CoD werden die wenigsten das Spiel auf 100% gespielt haben, sprich alle Laptops oder was auch immer gefunden, auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad geschafft etc.

Es ist einfach die eigene Einstellung zu den Spielen. Wie Jadiger schon sagt, man sollte sich an unerledigten Sachen nicht stören. Die gibt es in jedem Spiel. Nur nimmt man die wahrscheinlich nicht wahr, wenn es einem nicht vor die Nase gehalten wird mit: Du hast x% vom Spiel geschafft. Und ich glaube das ist eher das Problem. Wenn nichts angezeigt wird hat man nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, auch wenn es nur Bonus ist.

Aladan 21 Motivator - - 28726 - 10. November 2013 - 11:54 #

Es geht hier ja nicht um "Laptops finden" oder ähnliches, sondern um interessante Geschichten. Diese verpasst man, wenn man sich nur auf die Hauptstory konzentriert und mir geht es da wie Mick. Ich fühle mich dann, als hätte ich was verpasst und damit ist für mich jeglicher Spielspaß in dem Titel verloren.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9254 - 10. November 2013 - 17:35 #

Woher weißt du denn, dass du etwas verpasst hast? Wieso konzentrierst du dich nur auf die Hauptstory?

lolaldanee 13 Koop-Gamer - 1236 - 9. November 2013 - 19:08 #

mir geht es wie mick, ich kann mit den wenigsten open world spielen was anfangen, genau aus diesem grund
es gibt allerdings ein paar ausnahmen, Gothic1 und Risen1 z.b. waren im genau richtigen verhältnis open world - die gehören für mich zu den besten spielen aller zeiten
auch die gta spiele gefallen mir eigentlich sehr gut, weil sie im kern halt doch recht linear sind, und das drumherum zwar nett, aber doch eher selten spielentscheidend ist, es aber auch großen spaß macht mal z.b. die taxi missionen zu erledigen wenn man es denn machen will
ein anderes spiel in dem die balance sehr gut passt ist freelancer, eigentlich sehr linear, aber immer genug zu entdecken dass auch das spaß macht

die absoluten negativ beispiele sind für mich morrowind und oblivion, bei skyrim war es dann wenigstens ein bisschen besser
ich verlieren an diesen spielen super schnell die lust weil einfach der rote faden fehlt

Aladan 21 Motivator - - 28726 - 10. November 2013 - 11:57 #

Aye, geht mir absolut genauso.

Die Elder Scrolls Serie ist für mich ein typisches Beispiel für "zu viel".

Gerade in Skyrim wird man dafür sogar bestraft, wenn man nur dem roten Faden folgt (der wirklich ziemlich langweilig ist). Alle interessanten Geschichten werden abseits der Hauptstory erzählt und wenn man sich auf die Hauptstory konzentriert, verpasst man defintiv etwas.

Und egal welches Open World Spiel. Keines konnte Erfolgsgefühle und das "mittendrin" auslösen, wie ein Mass Effect, Dragon Age, Kingdoms of Amalur, The Witcher usw.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 9. November 2013 - 19:05 #

Kann ich nachvollziehen.
Mir ist oft egal ob ich was verpasse.
Skyrim hab ich am anfang noch alles gemacht aber irgendwann war ich so angeödet das ich schnell durch die Story durch bin.
Schwäche in meinen augen liegt bei den OW schlicht und ergreifend das in 80% der Aufgaben nichts erzählt wird, die inszenierung ist auch meist Mist und das Gefühl etwas zu schaffen hat man auch nicht.

Habe lieber eine enge Welt mit wenig Nebenquests wenn die dafür auch nen sinn haben.

Inso 15 Kenner - P - 3561 - 9. November 2013 - 19:06 #

Ohne Open-World-Spiele wüsst ich gar nicht mehr wo ich abends mal Halbafk unterwegs sein sollte, wenn ich mal nicht so die Energie und volle Konzentration hab. In Driver:SF, dem alten NFS:MW oder GTA4 friedlich mit dem Wagen einfach nen bissi zu "cruisen" ist da einfach optimal, man kann frei Schnauze rumprobieren ohne das der Level danebengeht, und sich sein eigenes Tempo suchen. Lineare Spiele haben selten einen Free-Roam-Modus, da gehts direkt wieder um diktierte Ziele und Effizienz. Auch Minecraft kann man herrlich nebeher laufen lassen, hier und da nen bischen basteln oder verfeinern, ohne direkt immer nen "mach mal dies und das" im Nacken zu haben.
Erfahrungsgemäß hat man bei OW dann auch oft nicht das Gefühl, nur von einem "Skript" in´s nächste zu laufen, es fühlt sich beim Spielen viel freier an, und gerade dieses "die Mission muss jetzt soundso gelöst werden weil der Designer das halt so entschieden hat" drängt sich einem viel seltener auf.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 9. November 2013 - 19:25 #

Lies doch mal Pratchett, da sind die tollen Sachen tatsächlich in den Fußnoten versteckt :D .

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86555 - 9. November 2013 - 19:29 #

Hast ja recht, alter Haudegen! :)

Freiheitscamper (unregistriert) 9. November 2013 - 19:44 #

Sehe ich ähnlich. Ein Spiel muss für mich ein abgeschlossen sein. Spiele, die kaum abschließbar sind, bereiten mir psychische Probleme. Lieber eine Kampagne mit klar definiertem Anfang und Ende.

Peter (unregistriert) 9. November 2013 - 19:58 #

Dieses Gefühl ich-hab-was-übersehen-das-geht-mir-auf-den-Keks ist doch eher ein menschliches Problem wofür das Spiel nichts kann und hat nichts mit Open World-Titeln zu tun.

Klar gibts Open-World-Titel, die den Erfolg mit viel Latscherei und Sucherei verknüpfen. Nur ist das doch eigentlich ein ganz anderes Problem. Jede übersehene Nebenquest, jedes übersehene Relikt der unglaublichen Großartigkeit kann dieses Gefühl hervor rufen. Dafür braucht es keinen Open World Titel.

Würde man die Konsequenz aus Micks Kritik ziehen, müsste der Spieler zwangsläufig durch den kompletten Inhalt geführt werden. Jeder Ansatz von Erkundung und Ausprobieren wird damit im Keim erstickt. Wohin führt das? Zum Abschalten. Man muss sich keinen Kopf machen, das Spiel zieht mich schon durch.

Schlussendlich sollte man sich eher die Frage stellen: Soll ich das Spiel beschuldigen, dass ich was übersehen/nicht geschafft habe oder ist das nicht eher mein Problem zu akzeptieren, dass es eben schief gegangen ist. Schlussendlich ist auch dies Bestandteil eines Erlebnisses und gerade heutzutage schreit doch die Gamerwelt nach Konsequenzen im Handeln, erwachsenen Geschichten und großen Dramen. Die Gradwanderung ist schmal und schwer auszubalancieren, aber das Risiko eines solchen Fehlschlags komplett zu entfernen (wie Mick es oben gefordert hat) halte ich für einen schweren Fehler.

Despair 16 Übertalent - 4437 - 9. November 2013 - 20:15 #

Ich mag Open World á la Gothic: Ich kann theoretisch überall hingehen, beiße aber in Gebieten, die ich erst später bereisen soll, relativ zügig ins Gras. Man wird also durchs Spiel geführt, kann aber auch mal vom vorgegebenen Pfad abweichen. Oblivion hingegen ist mit seinen mitlevelnden Gegnern und vielen generischen Quests eher ein Beispiel dafür, wie man Open World nicht gestalten sollte.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 12. November 2013 - 15:52 #

Ganz genau... Oblivion habe ich schnell drangegeben, dagegen Gothic 1+2 und auch Risen sehr ausgiebig gespielt.

Roboterpunk 16 Übertalent - P - 4282 - 10. November 2013 - 9:12 #

Um hier mal etwas gegen den Strom zu schwimmen: Ich liebe Open World. Trotzdem muss ich Mick teilweise recht geben. Es muss schon ein verdammt gutes Spiel sein, das mich zum Open-World-Completionist werden lässt. Far Cry 3, Batman: Arkham City und die Assassins Creed-Reihe haben es nicht geschafft, mich über die Story hinaus zu motivieren. Es gab schlichtweg nichts mehr zu tun, das Spass gemacht hätte. Ganz anders GTA, wo das Gameplay einfach so toll war, dass ich Stunden über Stunden in Nebenaktivitäten stecken mochte. Ganz zu schweigen von Gothic, Oblivion oder Skyrim. Auch noch die letzte Quest zu lösen, Höhle zu finden und Ecke zu erkunden - was gibt es schöneres? Und dass der Autor Outcast nicht spielen wollte, schockierend ;).

Drakhgard 12 Trollwächter - 996 - 9. November 2013 - 20:27 #

Meine Meinung zu Open World:
Es ist nur gut, wenn es richtig gemacht wurde. Wenn man zusammenhanglos eine Welt hinklatscht und letzten Endes mit einer schlecht umgesetzten Physik-Engine, gähnender Leere und sich zu stark wiederholendem Inhalt zu kämpfen hat, dann sind mir gut durchdachte gescriptete Schlauch-Level lieber. Selbst bei RPGs. Zumindest, wenn es erlaubt ist, diese Schlauch-Level frei vor- und zurückzubereisen. Im Grunde spreche ich hier von Metroidvania-Spielen - das Prinzip gefällt mir nämlich sehr gut und stellt eine tolle Alternative zu Open World dar (wobei Metroidvania Spiele wohl mehr ein Mischmasch aus Schlauchlevel und Open World sind, streng genommen)

Open World funktioniert nur, wenn jeder Quadratmeter der Spielwelt liebevoll bearbeitet wurde.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2201 - 9. November 2013 - 20:58 #

Ich mag kein Open World, weil ich Single-Player Spiele hauptsächlich der Story wegen spiele (undankbare Sache wenn man gleichzeitig Filme und Serien verfolgt). Und die Story funktioniert in einem geführten, klaren Rahmen einfach besser. Aufgaben, die sich sinnlos anfühlen und nichts zur Story beitragen, lasse ich ohnehin schon immer links liegen. Nebenmissionen fühlen sich nämlich meistens wie daylies in WoW an. Nein danke.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10736 - 9. November 2013 - 21:09 #

Wenn ich open world spielen will, dann spiele ich open world. Sonst spiele ich eben eine andere Art Spiel.

Grundsätzlich machen mir open world Spiele wie Skyrim meist eine Menge Spaß. Das Ende ist aber meistens eher unbefriedigend, ganz besonders, wenn es kein Ende war. Man kann ja noch weiter rumlaufen und alles mögliche Entdecken...

Tyntose 13 Koop-Gamer - 1677 - 9. November 2013 - 21:11 #

Nun gut, ich habe bisher kein einziges GTA beendet, da die Geschichte unter meiner Wahrnehmung stattfindet und das Freischalten der Areale die einzige größere Spielmotivation darstellt - um eben überall mal gewesen zu sein. Bei Far Cry 2 und 3 bin ich aus den selben Gründen nach einiger Zeit ausgestiegen. Skyrim hingegen fühlt sich mit einem gewissen Abstand immer wieder frisch an und dann hänge ich wieder für 10-20 Stunden drin - weil die Welt doch recht heterogen wirkt, abgesehen von den Dialogen. Ähnlich verhält es sich bei Sacred (lese da selten Questtexte), Fallout 3/NV oder auch Miasmata. Ein Ausflug in Just Cause war hingegen nach 30 Minuten beendet - fühlte sich an wie Tetris mit runden Steinen, nicht so mein Fall... ;)
Die größten Spieleerlebnisse hatte ich überwiegend in Spielwelten der Formel: Halboffen + gutes Storytelling - wie z.B. Metal Gear Solid, Beyond Good & Evil, FFX, The Witcher 1/2, Tomb Raider (Reboot), Mass Effect 1. Also halboffen im Sinne von es gibt ein konkretes Areal zu erkunden, man kann solange Forschen und Sammeln wie man möchte und dann weiterziehen um die lineare Story voranzutreiben bzw. im späteren Spielverlauf zurückkehren.
Also Zustimmung! (=

Westfale 10 Kommunikator - P - 520 - 9. November 2013 - 21:35 #

Ich sehe da Unterschiede zwischen den Open-World Spielen.

Während ein GTA5 für mich nur ein Hin- und Hergeschicke zwischen den Missionen um das Spiel künstlich zu verlängern und ich nach der Hauptgeschichte nur alle direkt anwählbaren Nebenaufgaben erledigt habe, fühlt sich bei mir ein Skyrim ganz anders an.

Da entdeckt man die Welt wirklich. Ob man jetzt einen Unhold für eine geisterhafte Stimme durch einen Dungeon jagt, um am Ende ein Schwert zu erhalten, das vor einem schwebt und in der Sonne glänzt oder man sich nach einem Kampf gegen Vampire man sich langsam auch in einen verwandelt, ist einfach klasse und da reicht ein GTA lange nicht heran.

Bei GTA5 hatte ich Anfangs schon Angst, bei den anderen Charakteren etwas zu verpassen, bis man halt den Mechanismus dahinter mitbekommt.
Und mit so einem Sammelwahn-Müll hat man mich noch nie bekommen, egal ob Tauben erschießen oder Briefschnipsel sammeln.
Ich schaue auch nur meist nur die Filme auf Blu-Rays an, ohne Making-of, Interviews usw.

Sebab 08 Versteher - 208 - 9. November 2013 - 22:13 #

GTA oder auch TES finde ich aufgrund der stimmigen Welt hervorragend.
Far Cry 3 hat mich jedoch nach 8 Stunden einfach nur noch genervt. Ständig hatte ich das Gefühl etwas zu verpassen wenn ich nicht die zigtausend Beutekisten und Trophäen abklappere. Die sind einfach zu zahlreich in diesem Spiel verteilt. Das hat mich auch bei AC3 etwas gestört, aber da war es nicht so extrem weil einfach der "Bewegungsflow" der Spielfigur mit Rennen, Klettern etc. gut gelungen ist.
Hinzu kommt bei Far Cry 3 dass die Inseln nicht wirklich viel hergeben. Während sich in GTA die Viertel unterscheiden oder ich in Skyrim durch Schneelandschaften, Wälder, Sumpfgebiete etc. laufe, hat man in FC3 nur dieses verdammte Tropensetting. Das ödet mich nach einer Zeit einfach an. Das hat das erste Far Cry in dieser Hinsicht besser gemacht.
Wenn man schon eine große Welt hat, sollte man die auch gescheit mit Handlung füllen. Die "Sammelojekte" die in diversen Spielen zu hauf in der Spielwelt verteilt sind, wirken so als ob der leere Raum der da ist einfach gefüllt werden muss damit die Welt eben nicht leer erscheint. Das Ergebnis ist oft aber eher öde.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 9. November 2013 - 22:16 #

GTA V war nun wirklich kein OpenWorld-Spiel in dem man etwas verpassen konnte, sondern ein herumfahren für schlauchartige Level. Dark Souls dagegen ist ein richtiges OpenWorld-Spiel, bei dem man auch schnell etwas übersehen kann und das Weicheier da nichts zu suchen haben, sollte mittlerweile jedem klar sein. ;-)

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20303 - 9. November 2013 - 22:27 #

Danke, Mick. Mir ergeht es exakt genau so. Es hat wirklich lange gedauert, alle Quests in Morrowind zu finden und zu erledigen. Dass ist nicht Herrscher aller drei Häuser gleichzeitig werden konnte, nagt noch immer an mir und der Gedanke, dass Oblivion und Skyrim noch größer sind, macht mich nicht glücklich. Da kann ich nicht spielen, sondern habe das Gefühl zu arbeiten.

eQuinOx (unregistriert) 9. November 2013 - 22:27 #

Quote Mick: "Mir macht es keinen Spaß, durch die leere Pampa zu laufen, in der absolut nichts zu finden ist, nur auf die schiere Möglichkeit hin, dass dort doch nach zweistündiger Wanderung das Schwert der unglaublichen Stärke und Wahrheit und Wasweißichnoch zu finden, mit dem die zweite Nebenmission endlich lösbar wird."

In diesem Satz steckt der Knackpunkt. Nur ziehst Du, Mick, meiner Meinung nach den falschen Schluss daraus. Das Problem lautet nicht "Open World", sondern "es macht keinen Spaß, 2 Stunden zu wandern, um einen Gegenstand zu finden"! Die Spielmechanik hinter vielen Open World Games stimmt einfach nicht. Zwar motivieren Storyschnippsel, Levelaufstiege, Itemfunde und Grafik eine Zeit lang, aber die Kernmechanik ist schnell öde.

Warum macht GTA5 als Open-World mehr Spaß? Na, weil wir Auto fahren! Die Mechanik dahinter ist ein Rennspiel und Rennautofahren machen für sich alleine Spaß. Die Mechanik hinter vielen Open-World-RPG/FPS ist... Marathonlaufen. Marathonlaufen macht aber für sich alleine keinen Spaß! Schon nicht auf den größten Maps von Battlefield, aber erst Recht nicht auf endlosgroßen Open-World-Maps!

Die Lösung lautet daher nicht "schafft Open-World ab", sondern "erfindet eine zu Open-World passende Spielmechanik, die aus sich heraus motiviert". Minecraft hat das getan - und funktioniert als (oder trotz) Open-World sogar ganz ohne Story, ganz ohne Ziel. Ein Spiel wie Skyrim würde besser funktionieren, wenn man im Laufe des Spiels so etwas wie Drachenflug (=> als anspruchsvoller Flugsimulator) oder High-Speed-Levitation (=> mit Trägheit und Powerslide wir in einer Rallysimulation) erlernen könnte, damit das dröge Marathonlaufen aufhört. Die in RPGs gerne verwendeten Sprungtore bringen aber wenig, denn erstens verpasse ich da ja die schicken Landschaften und zweitens ist es noch anspruchsloser als Laufen.

lolaldanee 13 Koop-Gamer - 1236 - 10. November 2013 - 1:27 #

sehr guter kommentar! volle zustimmung

floppi 22 AAA-Gamer - - 32813 - 10. November 2013 - 19:53 #

Guter Kommentar, das kann ich so unterschreiben. Ein Grund warum ich GTA gerne gespielt habe in Red Dead Redemption aber nur alle paar Wochen mal für ein Stündchen reinschaue ist schlicht: Autofahren durch eine volle Welt macht Spaß, Reiten durch ödes Land nicht.

Mad Squ 11 Forenversteher - 661 - 9. November 2013 - 22:49 #

Die Meinung kann ich überhaupt nicht teilen! Grade gut gemachte open world Spiele wie z.B. GTA IV (5 kenne ich noch nicht, da ich PCler bin) bieten doch vor allem eine besondere Umgebung, in er man einfach Dinge tun kann, die in einer normalen Stadt nicht möglich sind. Allein darum geht es. Nicht darum, wichtige Spielinhalte vor dem Spieler zu verstecken.

gg-grinder 08 Versteher - 203 - 9. November 2013 - 22:51 #

Ich habe auch einen gewissen Grad von Gaming OCD, und muss immer alle fitzels Nebenquests erledigen, und habe schon ganze Kapitel neu gestartet, weil ich eine einzelne Sache übersehen habe.
Aber irgendwie kommt das bei mir nur bei linearen Spielen durch, bei Open World Titeln, nichts dergleichen. Bei Morrowind oder Skyrim ganze Gilden links liegen zu lassen ist absolut kein Problem.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 9. November 2013 - 23:08 #

Du musst die gesamte Karte aufdecken. Dann findest du auch alles.

Desotho 15 Kenner - P - 3215 - 10. November 2013 - 0:00 #

Jeder ist anders gestrickt, aber woher überhaupt dieser manische Zwang alles gesehn haben zu müssen?

Mag als Spieleredakteur anders sein, aber als ich angefangen habe zu zocken da habe ich fast nichts durchgespielt.
Ich habe nicht das Ende von Super Mario, Mega Man II oder Turrican gesehen. Und ich finde es nicht schlimm.

Ähnliches beobachte ich in Guild Wars 2. Alle 2 WOchen kommt neuer Contant, alte Sachen verschwinden wieder.
Und die Leute geraten in Panik weil sie angst haben nicht alle Erfolge machen zu können.
Na und? Dann verpasse ich halt mal was. Sowas kommt vor, im "echten" Leben noch viel häufiger als in nem Spiel.

Viele Leute würden sich einen Gefallen tun, entspannter an alles ranzugehen.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8039 - 10. November 2013 - 0:49 #

Für mich zählt bei einem guten Spiel: "Der Weg ist das Ziel".

Ich backe mir gerne meine eigene Geschichte oder lasse mich einfach so treiben. Feste Storypfade sind mir mittlerweile zuwider, dafür sind die Geschichten einfach zu Lau.

Selbst der "Genre-Primus" Bioware mit seinen Mass Effects, Dragon Ages und Co. würde in Film oder Buchform doch keinen hinterm Ofen hervorlocken. Oder gerademal an nem verregneten Sonntag.

Seit DLC ist es mir auch nicht mehr so wichtig alles zu sehen. Die Art von "Ich hab alles gefunden!" ist ja quasi unmöglich geworfen, wenn man den Publishern nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag Geld in den Rachen werfen möchte.

So gesehen, gehts mir genau andersrum als Mick. Auch wenn GTA mich irgendwie nicht mehr anmachen kann (zu Release gekauft, 2 1/2 Stunden gespielt).

Open World FTW! :)

Triton 16 Übertalent - P - 5290 - 10. November 2013 - 8:41 #

"Für mich zählt bei einem guten Spiel: "Der Weg ist das Ziel"."

Genau so sehe ich es auch. Ich nehme mal SWTOR als Beispiel, auch wenn es in meinen Augen ein Mehrspielerspiel als ein MMO war, halt wegen der nicht wirklichen vorhandenen Open World. Wer einfach Blind hoch gelevelt hat und so nicht in sein Char eingetaucht ist, der hat sehr viel des Charmes des Spiels links liegen gelassen.

Und so ist es bei vielen MMOs, statt die Welt mit den anderen Gilden Mitgliedern in ruhe zu erkunden, wollen viele einfach nur zum Highlevel kommen. Das ist, ist ja ein Magazin für Erwachsene hier, wie Sex ohne Vorspiel.

Von der schönen Seite des Lebens zu den schlechte - dem Krieg. Es gibt seit 2001 ein Amerikanischen wenig bekanntes FPSMMO namens Battleground Europe. Dort Spielt man in Westeuropa, die Map ist halben so groß wie Westeuropa in der Realität, auch gibt es keine Instanzen.

In diesem Spiel entscheide die Spieler welche Stadt angegriffen wird. Wie man zum Ziel kommt, womit man angreift das kann jeder selbst entscheiden. Durch die Open World aber hat man im Bereich der Taktik viel mehr Optionen. Wer meint Blind zum Ziel auf der Straße fahren zu müssen, ist meist das erste Opfer. Wer aber Umwege fährt um dem Gegner in die Flanke zu fallen, der brauch vielleicht 3, 4 mal länger zum Ziel aber siegt dafür.

Ich wenigstens freue mich auf Star Citizen, dort entscheide ich was ich machen möchte um meine Credits zu verdienen. Auch gibt es dort kein gelevel oder irgendwelche Skills - was hoffentlich viel levelgeile Kids vom Spiel fernhält. Denn dort ist der Weg das Ziel, da es dort kein Ziel gibt.

WizKid 14 Komm-Experte - 2092 - 10. November 2013 - 7:55 #

Ich hab damals alle Missionen bei Elite auf dem C64 geschafft. Ich war jung und hatte die Zeit ;)
Wenn ich mich richtig erinner, bekam man zum Dank die Militärläserwaffen wenn man das Schiff zerstörte.
Verzweifelt war ich damals aber an der Mission mit den Fellknäuelviechern, die eine Anlehnung an die legendäre Folge von Star Trek-TOS mit den Trippels waren.
Da kam erst mein Vater auf die Idee das man sie irgendwie umbringen muss, bis wir dann endlich auf die Sonne kamen. Für mich nach wie vor einer der besten Spielideen die ich jemals erlebt habe. Knapp dran ist Metal Gear Solid wo man gegen den Telepathen kämpfte.

Ansonsten bin ich voll bei Dir Mick. Auch ich tu mich immer wieder schwer mit Open World Titel. Wenn ich bei Assassins Creed:Brotherhood kurz vor dem letzten Kapitel stehe und angeblich nur 68% geschafft habe, hab ich das Gefühl, daß ich das Meiste übersehen haben könnte.

Auch werde ich immer von der vollen Größe dieser Welten erschlagen.
Man muß bei diesen Spielen Kompromisse eingehen und dazu bin ich oft nicht fähig.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 10. November 2013 - 1:50 #

Lineare Spiele finde ich mittlerweile sehr sehr fad, ich liebe open World, weil es mir erlaubt, meinen Weg selbst zu wählen. Dieses durch die Story gezogen werden ist meiner nicht würdig! Natürlich, wenn Open World schlecht gemacht ist und nur aufgesetzt, wird es schnell zur Tortur. Das ganze Spiel muss auf diese Freiheit ausgelegt sein. Man muss selber motiviert sein, irgendwo hin zu laufen. Oder es lassen, wenn man keine Lust hat. Gutes Beispiel: Flashpoint, Arma und DayZ. Geh ich in die Stadt? Und jetzt den direkten Weg? Oder doch lieber durch den Wald? In diesen Spielen ist Open World zentraler Teil des Gameplay, und auch sinnvoll. Und auch wenn ich dann etwas verpasse, vielleicht einen Hubschrauber, der irgendwo steht, oder eine andere Waffe, so war es trotzdem viel viel interessanter, als hätte mich ein Modern Warfare an 3 Checkpoints vorbeigezogen.

Mick sagt:"Liebe Entwickler, bitte gebt mir das Gefühl zurück, ein Spiel vollständig erlebt zu haben!"

Ich sage "Liebe Entwickler, bitte zwingt mich nicht, jeden Mist, den ihr in das Spiel gezwängt habt, erleben zu müssen."

vicbrother (unregistriert) 11. November 2013 - 10:19 #

Guter Kommentar: Lineare Spiele sind eben keine guten Spiele, eben weil mein Entscheidungsbaum sehr klein ist.

hardobi (unregistriert) 10. November 2013 - 2:20 #

Hey Mick,

schön mal wieder von dir zu lesen!

Ich finde du siehst das schon ganz richtig, aber ich denke auch:
Mach dich nicht fertig :D!

Du bist doch sicher niemand von den Leuten der jedem Achivment hinterher jagt und ein Spiel auf 100% durchzockt, nur um noch 2 Artworks freizuschalten. Mir persönlich reicht es z.B. in den meisten Fällen die Hauptstory durchzuspielen, weil ich für die restlichen Herausforderungen, Bonusmissionen, DLC's etc. eh keine Zeit habe. Und so sehe ich das auch bei Open World Titeln.
Da mach ich mit solange es Spaß macht und gerade bei GTA 5 macht es viel Spaß, aber du verpasst auch nichts essentielles wenn du nur die Hauptmissionen spielst.

Warum kann ich das so pauschal sagen?!
Meiner Meinung nach hat sich die Spielentwicklung in den letzten 10 Jahren so professionalisiert das kein Hersteller den Fehler mehr macht, dir die "wirklichen" Highlights (während der Hauptstory) vorzuenthalten. Das "belege" ich mit der statistischen Erhebung die vor einiger Zeit, seitens der Hersteller, geäußert wurde das immer weniger Spieler ihre Games auch durchzocken.
Das heißt der Entwickler kann es sich gar nicht mehr erlauben die "Sahnestücke" zu "verstecken", denn er will ja größtmöglich positive Resonanz. Somit glaube ich das all der Bonus nur für die Leute ist die einfach etwas länger sich mit dem Game beschäftigen wollen, bzw. man ein wenig mit dem Gesamtumfang prahlen kann.
Also, machs wie ich, genießen solange es Spaß macht :).

Skeptiker (unregistriert) 10. November 2013 - 6:27 #

Eine DVD, bei der das Bonusmaterial mir den Film versaut hat, ist Tatsächlich...Liebe. Die Bonusszenen sind so gut, dass man sie im normalen Filmschnitt total vermisst.

Speziell in den 80ern waren Spielbücher populär, bei denen die Handlung verzweigt, je nachdem welche Entscheidung man trifft, oder welche Zahl man würfelt. Bei diesen Büchern hat man immerhin noch die Chance, alles zu lesen, weil der Inhalt dem Spieler ja offen liegt. So richtig Spaß macht die Sache aber nicht. Man kauft ein Buch mit 300 Seiten, liest davon 200 und dann ist man eigentlich fertig. Bleiben irgendwie 100 Seiten Müll und Umweltverschmutzung. Es hat vielleicht seinen guten Grund, dass diese Bücher (in Papierform) wieder verschwunden sind und der Buchmarkt zu mindestens 99% aus linearen Büchern besteht.
Bei Videospielen habe ich auch keinen Spaß daran, mir die alternativen Enden oder Handlungsstränge anzusehen, sofern das überhaupt auf einfache Art und Weise möglich ist, was es leider bei den meisten Spielen nicht ist. Anders als bei den Spielbüchern werden diese Inhalte nämlich geradezu vor dem Spieler versteckt.
Da habe ich 50 Euro für ein Spiel gezahlt, dessen MP-Teil mich null interessiert und somit schon 20 Euro zu viel bezahlt. Dann darf ich nur 70% des Story-Teils sehen, weil sich die anderen 30% in alternativen Handlungssträngen vor mir verstecken. Warum muss ich dann 30 Euro zahlen und nicht nur 21 Euro ...

Skeptiker (unregistriert) 10. November 2013 - 6:36 #

Eine Anekdote dazu noch: ich saß neulich mit einer Arbeitskollegin zusammen und erfreut haben wir festgestellt, dass wir beide Skürüm gespielt haben. Aber schon nach der Einleitung ist das Spiel verzweigt, ohne das uns das bewusst war. Damit war es dann auch aus mit dem angenehmen Erfahrungsaustausch, weil wir ab da eigentlich zwei völlig andere Spiele gespielt haben.

Mario Donick 14 Komm-Experte - 2324 - 10. November 2013 - 10:40 #

Aber gerade das könnte doch zu interessanten Gesprächen führen! Und vielleicht sogar Lust machen, das Spiel nochmal zu spielen, um die vom anderen berichteten Dinge ebenfalls zu erleben. Da könnte man sich dann sogar hinterher drüber weiter austauschen.

Noodles 21 Motivator - P - 30232 - 11. November 2013 - 15:32 #

Hm, das ist doch grade toll, wenn man sich über ein Spiel unterhält, aber jeder von Erlebnissen erzählen kann, die der Andere nicht hatte.

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 10. November 2013 - 16:38 #

"...warum Entwickler einen Großteil ihrer Mühe und Projektzeit darauf verschwenden, sich an Nebensächlichkeiten abzuarbeiten..."

Hallo Mick!

Ist das alles nicht einfach nur Geschmacksache?
Für mich ist der Reiz und die Befriedigung, oder auch der Stolz, etwas -wirklich- selbst entdeckt zu haben, in einem gut gemachten OW-Spiel deutlich größer, als die Befriedigung, wenn mich ein blinkender Pfeil (innerhalb der Story) dort hingeführt hat.

Aber ich denk, ich verstehe genau was Du meinst. Mir gings auch schon so. Aber nicht bei jedem Open-World-Spiel. -Echte- Open-World (Wie Outcast oder Skyrim) haben einen ganz eigenen Reiz. Da gehts eben nicht um die Hauptstory allein, manchem Spieler sogar überhaupt nicht.
Das "nicht alles entdeckt"-Gefühl habe ich bei einer anderen Art von Spiel viel eher. Und zwar bei Semi-Open-World, wie z.B. Metroidvania-Ähnlichen Systemen.. Und auch dort ist es (für mich) nicht so schlimm, daß ich aufhören muss - zumindest falls das Spiel richtig gut ist :)

Triton 16 Übertalent - P - 5290 - 10. November 2013 - 8:12 #

Als reiner Onlinespieler gehört für mich eine Open World einfach dazu. In einem guten Spiel sollten die Spieler selbst die Geschichte schreiben. Ich nehme mal Star Citizen, dort wird man sich entscheiden können was man machen möchte. Entweder man übernimmt Missionen oder man fliegt frei herum, man hat kein Nachteil wenn man es richtig angeht.

Da es dort auch nicht diesen gelevel Quatsch gibt, geht es nur darum sein Spaß zu haben. Ob man jetzt seine UEC's (Ingame Währung) als Händler, Kopfgeldjäger, Pirat oder wie auch immer verdienen will, das kann jeder selbst entscheiden. Diese Freiheit ist in den letzten Jahren einfach verloren gegangen.

Viel Onlinespiele nehmen den Spieler viel zu viel an die Hand. Mir auch unverständlich warum viele darauf stehen. Der nächste Schritt wäre das mein gleich ein Bot für seinen Char aktiviert und man wie im Film einfach zuschaut.

Pomme 16 Übertalent - P - 5964 - 10. November 2013 - 9:26 #

Kann ich verstehen. Ich habe ja schon einen kleinen Motivationsknick, wenn es in einem Spiel an jeder Ecke Fäßer oder Kisten gibt, die ich öffnen oder zerschlagen soll, weil ja was drin versteckt sein *könnte*. Will ich nicht. Ich will durch die Welt ziehen und etwa im Rollenspiel fantastischen Realismus genießen. Das geht nicht, wenn ich Fässer kaputt machen muss.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4668 - 10. November 2013 - 9:50 #

Open World kann Vorteile haben. Wenn ich in Skyrim für ein Quest von A nach B laufe und zwischendurch eine Festung oder Höhle sehe, erkunde ich die gerne. Leider war Skyrim diesbezüglich sehr enttäuschend, weil es nach den ersten Höhlen und Festungen nichts neues mehr zu entdecken gab, es sah einfach alles gleich aus, keine neuen Gegner, keinen neuen Rätsel (abgesehen davon, dass es überhaupt keine Rätsel gab), nur sinnlose Lauferei. Da brauche ich auch kein Open World, wenn alles Gute eh nur in Quests passiert.

Auch will ich keine Suchspiele spielen; in Fallout 3 beispielsweise war ich als Faustkämpfer unterwegs und fragte mich bald, wo es denn gute Waffen gäbe. Die Antwort lieferte nur Google, ein Crafting-Rezept läge gut versteckt auf einem Campingplatz mitten im Nirgendwo. Wie hoch sind die Chancen, dass ich das zufällig mal gefunden hätte? Fast null. Irgendwelche Hinweise im Spiel habe ich dafür nicht gefunden oder, noch besser, von den NPCs bekommen "Hey, du hast einen interessanten Kampfstil. Es gab da mal einen Trapper auf dem und dem Campingplatz, der hatte da was tolles..." Leider Fehlanzeige.

Aber bei Open World habe ich wenigstens die Wahl, was ich mitnehme und was ich liegen lasse. Schlimmer finde ich da exklusive Inhalte je nach Entscheidung, Beispiel Witcher 2. Ich glaube es war der 2. oder 3. Akt, den man in 2 komplett verschiedenen Gebieten spielen konnte und das jeweils andere sah man nur kurz im Verlauf einer Quest. Angeblich soll das den Wiederspielwert fördern, aber ich spiele ein 50-Stunden-Spiel nicht zweimal, um 40 Stunden alte Inhalte abzugrasen. Wenn es eine (Haupt-)Story gibt, sollte man sie als Spieler auch komplett erleben können, und zwar schon beim ersten Mal.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6535 - 10. November 2013 - 10:36 #

Ich stimme Mick sowas von zu. Ich bin allgemein mehr ein Fan eines dicken, roten Fadens (sprich eines Mass Effects), als einer offenen Welt, die mich irgendwo reinwirft und sagt: "Mach halt mal" (so wie Elderscrolls). Ich will einen tollen Roman von tausend Seiten genießen, nicht zehnmal hundertseitige Kurzgeschichten. Was ich außerdem nicht mehr brauche, sind Spiele, die mir durch die Sammelei von tausendem Kleinkram 40, 60 oder mehr Stunden aufhalsen wollen. Das war noch toll, als ich Schüler oder ALG I-Empfänger war, heute habe ich zum Zocken ein Zeitkontingent x, das ich mit einem soliden 20-stündigem Spiel durchaus gut füllen kann. Ich will ja nicht monatelang ein- und denselben Titel spielen.

PS: Gerade daher bin ich auch kein Endgamegrinder in WoW mehr. Die Levelphase macht Spaß, aber danach ist Sense.

Mario Donick 14 Komm-Experte - 2324 - 10. November 2013 - 10:44 #

Open World gefällt mir, weil ich die vom Spiel dargestellte Welt als stimmungsvolle Kulisse für eigene Geschichten (die parallel in Tagebuchform auf Papier stattfinden) oder für virtuelle "Urlaubsreisen" (= Landschaft angucken, Hintergrundmusik hören, entspannen) benutze.

Die Missionen oder Geschichten, die das Spiel selbst anbietet, sehe ich dann ebenfalls nur als Teil dieser Kulisse, mit dem ich weiter nichts zu tun haben muss, wenn ich nicht will.

GarbornValOrden 12 Trollwächter - P - 926 - 10. November 2013 - 10:51 #

Da wird genau das beschrieben, wie es mir geht mit den Assassins Creed´s und Far Cry 3´s der Welt so geht. Da gibt es noch eine Nebenquest, ja, mach ich, später, vielleicht.Ich verliere entweder die Hauptquest aus den Augen oder ich habe das Gefühl etwas zu verpassen, wenn ich die Nebenquests links liegen lasse. Und irgendwann hab ich keine Lust mehr dazu. Das Spiel verstaubt in der Steam-Bibliothek. Danke Mick Schnelle, durch diesen Artikel ist mir noch einmal ganz bewusst geworden, das ich nicht mit meiner Meinung alleine bin. Ich finde die oben stehenden Spiele sonst sehr gut, aber für mich ist es zu "open" und dadurch zu groß.

Nero-mh 04 Talent - 20 - 10. November 2013 - 11:08 #

Eine sehr schön geschrieben Kolumne! Ich hatte früher auch ein derartiges Problem beim Durchforsten von offenen Welten, aber irgendwann, als ich generell weniger Zeit für Videospiele hatte, habe ich mir dann gesagt "Genieß einfach das Spiel. Tu nur noch das, worauf du Lust hast." und seitdem habe ich nicht mehr solche Probleme. Ich würde Ihnen aber, wenn sie nach wie vor ein solches Problem haben, empfehlen einmal "Mafia 2" auszuprobieren. Das Spiel hat zwar eine offene Welt, aber in der Zeit, in der sie den Story-Modus absolvieren, sehen und erleben sie alles, was sie können.

Fozzie 12 Trollwächter - 1015 - 10. November 2013 - 11:52 #

Mir geht das ganz ähnlich, wie Mick. Es gibt schlicht dieses "Übersättigungsgefühl" bei Open World, wo tatsächlich irgendwann alles beliebig erscheint. Ein Problem, das mich etwa an den Bethesda-RPGs schon immer gestört hat, auch wenn Skyrim es etwas länger kaschieren konnte als die Vorgänger. Und auch ich mag es nicht, Spielinhalte bewusst ignorieren zu müssen, um nicht gelangweilt zu werden und die Spielzeit unnötig hinzuziehen. Nicht-lineare Elemente funktionieren für meine persönliche Herangehensweise besser, wenn sie in einem gewissen Rahmen gehalten werden, wie etwa bei Deus Ex oder auch Jagged Alliance 2. Genug Freiheit für mich, aber auch genug "Grenzen", an denen ich mich entlanghangeln kann und die mir deutlich machen, ob ich nun tatsächlich alles ausgeschöpft habe. Auch die Baldur's Gate Reihe ist dafür ein gutes Beispiel.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11694 - 10. November 2013 - 12:47 #

Sehe ich weniger skeptisch, normalerweise findet man ja alle Elemente und "das beste" in der Hauptstory integriert. Wer in Far Cry 3 nur der Hauptstory folgt, verpasst eigentlich nichts entscheidendes. Ähnlich in Skyrim, bei dem sich die Nebenquests und Dungeons nach einer Weile auch ähneln. Also wüsste kein Spiel, bei dem man, wenn man die Open World nicht 100% abgegrast hat, irgendwas extrem wichtiges verpassen würde. Und wer unbedingt will, bekommt ja Hilfen mit Karten, Hinweis-Pfeile usw, um auch ja nicht zufällig was zu verpassen.

Politician 12 Trollwächter - 1107 - 10. November 2013 - 13:07 #

Ich sehe das Problem bei Open World eher an anderer Stelle wie Mick. Ich mag es durchaus, wenn Spiele Dinge zum entdecken bieten,die man auch verpassen kann. Das Problem bei Open World ist, dass diese nie wirklich realistisch wirkt und die Betätigungsmöglichkeit sehr stark nach Schema F laufen. Gerade bei Read Dead Redemption war das ständige Auftauchen sich wiederhohlender Zufallsmissionen extrem nervig. Spielerisch sind Open World Titel meist repetiv und arten schnell in Arbeit aus.
Außerdem ist es bei Open World schwieriger einen fordernden ausgewogenen Schwierigkeitsgrad zu schaffen ohne auf billige tricks zurückzugreifen. Ich mag deshalb Spiele, die Open World begrenzen. Content verpassen ist für mich eher kein Problem. Wobei man auch sagen muss, dass heutige Open World Spiele ihren Content so offensichtlich präsentieren, dass kaum wirklicher Entdeckerdrang entsteht.

vicbrother (unregistriert) 11. November 2013 - 10:53 #

Der Schwierigkeitsgrad wird besser balanciert, wenn es nicht mehr um das Steigern von Zahlen (zB Schwert +20) sondern um Fähigkeiten und Boni-/Mali-Eigenschaften geht (zB Doppelschlag und Schwert mit Flammenangriff dafür -10 physikalischer Schaden).

Der Vorteil bei Entdeckungsspielen ist, dass man auch kleine Abstecher in eine andere Welt machen kann.

Pitzilla 18 Doppel-Voter - - 11146 - 10. November 2013 - 13:14 #

Also nur noch Open World wäre mir auch nicht recht. Ich mag GTA V sehr und ich finde, das Spiel schafft es sehr gut, dass drumherum als optional zu verkaufen, so dass ich eben nicht ständig das Gefühl habe, etwas verpasst zu haben.
Aber dann brauch ich auch wieder die knackigen, linearen Games, die dafür bombastisch inszeniert sind. Ich möchte kein Last of Us, Uncharted oder BioShock missen.
Für mich machts die Mischung!

Ultrabonz 14 Komm-Experte - 2316 - 10. November 2013 - 13:16 #

Ich sage nur: Mafia 2.

lis (unregistriert) 10. November 2013 - 13:43 #

Ja? Was ist damit? :o

Feyd Braybrook (unregistriert) 10. November 2013 - 14:52 #

Es ist ein Irrtum, zu glauben, Komplexität käme durch schiere Masse.
Die eigentliche Stärke von Computerspielen, die Interaktivität, verkommt hier Orientierungslosigkeit. Klar, ich kann bei Skyrim so ziemlich jeden Gegenstand aufnehmen, aber bei meinen Streifzügen durch das Land läuft mir immer wieder derselbe Fuchs über den Weg.
Jetzt sagt der eine oder andere: na, da hast du in anderen Spielen aber weit mehr Wiederholungen.
Stimmt, aber die geben gar nicht vor, eine angeblich reale Welt durch Masse aufzubauen. Die simulieren genau soviel Welt, wie nötig ist und lassen der Spielidee mehr Raum.
https://feydbraybrook.wordpress.com/2012/12/29/bruce-lee-das-wahre-drachenblut-8-bit-pixelhaufen-hangen-skyrim-ab/

IhrName (unregistriert) 10. November 2013 - 14:52 #

Kann ich vertehen, geht mir aber nicht so.
Der erste Reiz an Open World ist das man eine zu einem gewissen Grad individuelle Geschichte erlebt die man anhand der Dinge die man in der Welt tut sich selbst erzählt.
Der zweite Reiz ist das Gefühl das man die Welt erforschen kann und Dinge entdecken kann ohen das man mir riesigen Pfeilen und in golden Lettern abgezeigt bekommt "Guck mal hier, hier genau hier, das ist ein tolles Gehimnis"!
Der dritte Reiz ist das man eben nicht nur eine Geschichte nachspielt wie als würde man dem stringenten Erzählstrang eines Buches, Films oder einer Serie folgen, sondern das man in der Tat mit einer Welt "spielen" kann und die Regeln nach denen sie funktioniert ebtdecken, ausloten und für sich nutzen kann. Oder kurz gesagt Script vs. Simulation.

Namer (unregistriert) 10. November 2013 - 15:31 #

das beste open-world spiel war sowieso gothic 3.
keine ironie, ich fand den 3.teil am besten designt und am liebevollsten gemacht.
da kann sich skyrim was abschaun

außerdem sehr gelungen was gestaltung und abwechslung betrifft: guild wars 2

achja, eine hauptstory brauch ich bei open world sowieso nicht.
wenn dann mach ich die ganz am ende, wenn ich aaaallles erkundet habe

Woldeus 14 Komm-Experte - P - 1865 - 10. November 2013 - 15:43 #

da eh schon fast alles gessagt wurde, noch schnell eine anmerkung meinerseits:
open world wird erst wirklich fesseln, sobald das spiel auch immersion bietet.
so gut wie jedes OW spiel fühlt sich "leblos" an, weil die welt immer gleich weiterläuft, egal was man als held erreicht und verändert. deshalb fühle ich mihc in solchen spielen auch immer mehr als geist als ein individum in einer anderen welt.
es sollte eig. ein OW grundsatz sein, dass die welt darauf reagiert, wenn ich z.b. ihren könig öffentlich getötet habe. passiert aber eig. nie.

das erste und letzte open world spiel, das ich heute noch richtig genießen kann ist nach wie vor gothic I + II.
diese spiele bieten heute noch mehr immersion, als all die 500mil $ projekte...und sei es nur, weil ich spielerisch sinnlose gegenstände wie z.b. den besen zum fegen und die säge zum sägen benutzen kann.

auf das spiel, in dem ich dann endlich mal wahllos bäume fällen darf, muss ich wohl noch warten *zu lord british schiel*

nachtrag:
mir ist klar, dass man in g2 alle orcs um das alte lager töten kann und die übermächtigen palas drinnen immer noch vor ihnen angst haben;)

Feyd Braybrook (unregistriert) 10. November 2013 - 16:31 #

Aber wäre die Simulation eines Königsmordes überhaupt sinnvoll?

Wäre das nicht so, als würde man eine Geschichte erzählen, in dem der König einen bittet, das Land vor dem bösen Zauberer zu retten, und der Zuhörer würde darauf insistieren, dass der König stattdessen sterben soll?

Ich kann diese Gleichsetzung von Interaktionsfreiheit und Qualität nicht nachvollziehen. Oder anders gesagt: warum sollte man den "Guten" in einem Spiel töten wollen?

Da verselbständigt sich der eigentlich gute Gedanke von Gestaltungsfreiheit. Das war früher mal ganz OK, da mangels Speicher der Handlungsspielraum in Spielen bis zur Diktatur verkümmert ist (Spass hats doch trotzdem meistens gemacht, oder?). Heutzutage läuft das alles völlig aus dem Ruder, wie ich finde. Ich habe mich in Skyrim furchtbar gelangweilt. Anstatt des 40. Dungeons (die sich übrigens alle ähnlich sehen) hätte ich mir gewünscht, die quälend langen, immer gleichen Schmiede-Animationen ausblenden zu können.

Aber so viel Freiheit darf dann doch nicht sein.

Kenner der Episoden 19 Megatalent - P - 16664 - 10. November 2013 - 16:36 #

Warum schreibt Mick nicht einfach, dass er mit Openworld-Spielerfahrungen nichts anfangen kann? Ist doch kein Problem. Man kann doch einfach Komplettierer sein und sagen, dass einem das vollständige Erforschen von großen Welten zu lange dauert. Jeder geht ganz subjektiv an seine Spiele heran. Ich auch.

Stattdessen werden Openworld-Spiele hier für etwas kritisiert, das sie einfach ausmacht. Gute Openworld-Spiele sind nunmal i.d.R. hauptsächlich Erkundungsspiele. Der Weg ist das Ziel. Die Spiele dafür zu kritisieren halte ich für fehlgeleitet. Das sind halt Sandkästen, wie kann man ihnen da quasi ihr großes Maß an spielerischer Freiheit ankreiden? "Ich könnte etwas verpassen!", ja und?

Das Problem sehe ich eher, dass viele Entwickler/Publisher mit dem Konzept nicht konsequent genug sind und eben oft noch die halbherzige Haupthandlung oder die Sammelquests für Komplettierer als Aufguss dazuliefern, obwohl das dem Spiel meistens eher schadet. Das alles unter einen Hut zu kriegen ist unglaublich schwierig. Dann lieber auf eine Sache konzentrieren, die man erreichen will, und diese gut umsetzen, statt mehrere Konzepte mittelmäßig umzusetzen.

Josef K. (unregistriert) 10. November 2013 - 17:11 #

Deutlich schwächerer Kommentar als von Herrn Leib zu dem Thema.

Josef K. (unregistriert) 10. November 2013 - 17:12 #

Hoppeln Leib natürlich.

MichaelK. 11 Forenversteher - P - 552 - 10. November 2013 - 17:25 #

Ich finde es kommt drauf an. GTA macht alles in sofern richtig, in dem man auf der Karte immer weiß wo man hin muss und wo man Missionen findet, während es auch durchaus Schlauchshooter gibt, wo man in einem kleinen abgesteckten Bereich sich einen Wolf sucht, weil man keinen Hinweis bekommt, wo es weiter geht.

totalwarzone 13 Koop-Gamer - 1554 - 10. November 2013 - 18:33 #

Der Artikel war ne Gute idee, aber leider zu kurz. Ich mag open World auch, aber es stimmt, wenns zuviel wird, bekommt man das Gefühl, etwas nicht erledigt zu haben, Mituznter wird man unruhig und hetzt umher, obwohl das garnicht gewollt ist.

vicbrother (unregistriert) 11. November 2013 - 10:55 #

Das ist ein Artikel? Ich dachte das wäre ein Draft...

floppi 22 AAA-Gamer - - 32813 - 10. November 2013 - 19:56 #

Sehe ich im Prinzip ähnlich, allerdings versuche ich seit dem Achievement-Kram im großen Stile nicht mehr zwanghaft Spiele komplett durchzuspielen. Ich spiele solange mir ein Spiel Spaß macht und ich spiele auch nur das, was mir Spaß macht. Gibt es in einem Spiel zu viel Inhalt, der mir keinen Spaß bereitet, ist das einfach kein Spiel für mich und ich lasse es im Regal liegen. So einfach kann es sein.

Maximilian John Community-Event-Team - 9978 - 10. November 2013 - 20:12 #

Also ich kann dem Artikel nur widersprechen. Genau das, was Mick stört, ist im Grunde das, was den Reiz einer offenen Spielwelt ausmacht: Das Erkunden, das Entdecken, die Freiheit. Viel optionler Kram, der eben nicht notwendig ist. Das ist halt das Genre. Wer das nicht mag soll was anderes spielen, gibt mehr als genug Spiele, die keine oder nur eine bedingt offene Spielwelt haben. Das ist doch gerade das was Videospiele zu einer Kunstform macht: Die Vielfalt.

FPS-Player (unregistriert) 10. November 2013 - 21:35 #

Komisch, bei mir ist es genau anders. Mir ist wurscht, wieviele Nebensächlichkeiten in Spielen auf mich warten. Die meisten finde ich in den Beschreibungen eh langweilig und wenn sie nicht zum direkten lösen der Hauptmission(en) dienen, können die Geheimnisse ruhig ebendas bleiben. Open World definiere ich für mich persönlich so, das ich JEDEN Winkel in der Spielwelt abfahren, bzw. erlaufen kann. MUSS ich aber nicht. Ich gehe im realen Leben ja auch nicht in den Wald, weil ich noch irgendwas für mein 10-jähriges Ich, welches damals die Falltür in Opas Haus nicht öffnen konnte, brauche.
Wobei die Begrifflichkeit sowieso irreführend ist. Irgendwann ist auch mal Open-World zu Ende. Anstatt immer weiter gehen zu können (das sich alles in irgendeiner Weise per Codezeilen neu errechnet und immer anders aussieht), werde ich ausgebremst, weil ich nicht mehr weiterkomme.

General_Kolenga 15 Kenner - 2856 - 10. November 2013 - 22:19 #

Puh, bin ich ja froh, dass es nicht nur mir so geht!
Assassins Creed 3 zum Beispiel wurde mir von all den vielen Nebenmissionen und Entdeckungen vollkommen verdorben, ichd achte mir dann "Hah, das erledige ich alles noch bevor ich die nächste Hauptmission anfange"- aber irgendwann verliert man eben die Lust an diesen monotonen Aufgaben.
Warum ein Spiel mit eienr motvierenden, spannenden Geschichte füllen, wenn 3/4 am Ende doch aus leere und repetiver Monotonie besteht? Das ist doch Augenwischerei!
Ich finde Openworld Content und Nebenqeusts sollten zeitlich und vom Aufwand her mit der Hauptstory zumindest ausgewogen sein.
Mehr ist nicht immer mehr

Labolg Sremag 12 Trollwächter - 1021 - 11. November 2013 - 7:41 #

also ich kann dem Mick seine Meinung nicht teilen.
gerade weil ich kein geradliniges Buch Lese oder einen Film gucke will ich auch an nebenschauplätzen was erleben können, ich möchte entdecken!

Z.B. manche Gildenmissionen in den letzten 3 Elder Scrolls teilen sind oft besser als weite strecken der Hauptkampagne, aber viele SPieler haben die nichtmal gelöst, was zwar schade ist aber vielleicht ein Grund das RPG mal wieder "rauszukramen"

und wenn ich mal was verpasse und später erfahre wo es noch was zu holen gibt, IST DOCH SUPER hab ich direkt einen Grund ein Spiel nochmal zu Spielen, vielleicht diesmal auch mit Mods etc...

prefersteatocoffee (unregistriert) 11. November 2013 - 8:27 #

Der Meinung kann/darf/will ich mich nicht anschließen; wer sich mit Open-World beschäftigt und sich darauf einlässt, der weiß was er bekommt und sollte das auch akzeptieren. Kritisieren darf man allerdings sicherlich Spielmechaniken; also, wie bewege ich mich in einem Open-World-Game, welche Möglichkeiten habe ich zu reisen, wie erhalte ich Informationen über bestimmte Dinge, die es zu entdecken gilt. Gerade Mick Schnelle, der zu einer Zeit Computerspiele gespielt haben könnte, die es einem insoweit nicht unbedingt leicht machen, also z. B. bockschwere Rollenspiele, sollte das wissen.

Alles Weitere ist pp, also persöhnliches Pech.

Mich würde interessieren, ob Herr Schnelle für diese weitere Belanglosigkeit ein Honorar erhalten hat?

Maik 20 Gold-Gamer - - 21510 - 11. November 2013 - 8:47 #

Mir gefällt eine freie Welt. Weil ich nach Lust und Laune umherstreifen kann. Wobei mir vom Entwickler keine Steine in den Weg gelegt werden sollten. So ein Schmu wie bei Witcher 1 (Regionen, die frei begehbar sind, aber durch die Story getrennt) will ich nicht haben. Und ich habe da meine Befürchtungen bei Witcher2, weil in einem Trailer Multi-Regionen steht. Eine Hauptstory muss ich nciht haben, außer sie ist für die Freischaltung von Gebieten verantwortlich, wobei das keine echte offene Welt ist.

supersaidla 15 Kenner - P - 3895 - 11. November 2013 - 9:34 #

Da ist schon was dran Herr Schnelle.

ThokRah 14 Komm-Experte - P - 2043 - 11. November 2013 - 9:40 #

Also ich kann mich einigen Kommentaren hier anschließen: Open World ist Einstellungssache.

Wer auf eher lineare, zu 100% abschließbare Spiele steht, sollte eigentlich die Finger von OW-Spielen lassen. Und dann gibt es auch noch unterschiedliche Definitionen von "Offene Welt".

Ich für meinen Teil liebe Open-World-Titel wie Skyrim oder halb offene Welten wie GTA oder Tomb Raider. Denn dort kann ich selbst entscheiden, was ich wann machen will, oder zumindest zum Teil.
Aber ich verstehe auch Mick Schnelle. Z.B. bei einem Tomb Raider (Reboot) wollte ich unbedingt die 100% erreichen. Es gibt eben die Perfektionisten, denen es ein Graus ist, ein "unvollständiges" Spiel zu hinterlassen. Allerdings haben meiner Meinung nach Achievements nichts mit Open-World zu tun.

Wenn man etwas entspannter an die Sache ran geht und sich einfach damit abfinden kann, auch mal was zu verpassen, sind (gut gemachte) Open-World-Spiele das non-plus-Ultra in Sachen Spielspaß. Zumindest für mich. ;-)

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4301 - 12. November 2013 - 8:16 #

Es geht auch beides. Bei dem guten alten Outcast habe ich komplett Open-World gespielt, habe es aber tatsächlich im 2. oder 3. Anlauf so perfektioniert, dass ich eben alle Haupt- und Nebenaufgaben gelöst habe. Auch das erste Gothic habe ich beim 2. und 3. Anlauf so perfektioniert, dass die Aufgaben in der effizientesten Reihenfolgen gelöst werden, mehrere Aufgaben mit einmal angegangen wurden, um die Laufwege zu verkürzen usw.
Man kann also auch ein Open-World-Spiel wie ein lineares Spiel angehen, nur dass man eben etwas vernetzter und komplexer an die Sache rangeht als bei "Gehe zu Waypoint x und erledige alle Gegner".

Name (unregistriert) 11. November 2013 - 10:58 #

ah herrlich da spielt der schnelle ein genre das offensichtlich nix für ihn ist und dann beschwert er sich und will dass es geändert wird damit es was für ihn ist und bekommt hier auch noch die plattform das zu verbreiten. das ist so als würde ich wollen dass eine flumsimulation zu einem arcade flugspiel gemacht wird damit auch mir es gefällt.

Nachtfischer 16 Übertalent - 5482 - 17. November 2013 - 1:51 #

Nicht ganz. Die Sache ist, dass da schon etwas in dem ganzen Chaos-System drinsteckt, das Mick interessiert. Das Spiel verfolgt es dann aber nicht konsequent zu Ende. Stattdessen versucht es ein Universalsystem zu sein, das jedem irgendwie, aber niemandem so richtig passt. Und das wird hier sehr schön deutlich.

Noodles 21 Motivator - P - 30232 - 11. November 2013 - 15:37 #

Also ich liebe Open-World-Spiele. Ich mag es einfach, dass ich selber entscheiden kann, was ich mache oder wie ich vorgehe. Wenn ich keine Lust auf Story habe, mache ich einfach ein bisschen Blödsinn, mache ein paar Nebenaufgaben oder fahre zum Beispiel bei GTA einfach durch die Gegend und höre Radio. Und wenn ich davon genug habe, mache ich halt wieder weiter mit der Story. Ich hab auch nicht das Gefühl, dass ich etwas verpasse, wenn ich nicht jede Nebenaufgabe löse oder jedes Sammelobjekt finde. Das ist ja das Tolle an Open World: Dass man viele Dinge machen KANN, aber nicht MUSS. :)

Maik 20 Gold-Gamer - - 21510 - 11. November 2013 - 16:08 #

Anders als im echten Leben hat man die Wahl den KANN oder MUSS nicht. Zumindest sollten moderne OpenWorld-Spiele die Wahl nicht haben. Ich stecke immer wieder die NAse in SaintsRow3 rein und fahre mal einfach durch die Gegend oder mache waghalsige Fallschirmsprünge etc. Das will ich von OpenWorld haben.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4301 - 12. November 2013 - 8:13 #

Ich hatte damals beim ersten Mafia-Spiel die Story durchgespielt und danach in der Open-World-Variante mehr Zeit verbracht, als mit der Story, nur um mit den Autos Polizei- und Gangsterjagden zu machen, Taxi zu fahren oder Stunts zu suchen, neue Autos zu sammeln.
In X ist die Story auch wie ein Faden, aber das Hauptziel ist es immer, die Wirtschaft auszubauen, große Fregatten und Kreuzer zu kaufen und einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf aufzubauen und dabei diverse Welten zu entdecken.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4301 - 12. November 2013 - 8:10 #

So geht es mir im echten Leben auch, immer habe ich Angst, etwas verpasst zu haben und selbst in meinem Job, wo ich eine gehörige Portion Wissen erworben habe, weiß ich mit Gewissheit, dass ich nicht alles weiß und überall Spezialgebiete sind, die man noch vertiefen könnte.
So ist das im Leben und da kann ich es auch in einem OpenWorld-Spiel "ertragen".

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 12. November 2013 - 15:59 #

Das "ich habe etwas verpasst" - Gefühl gehört doch auch bei einem "normalen" Rollenspiel schon dazu. Die eine Quest schließt eben die andere aus, und wenn ich eine bestimmte Entscheidung treffe, verschließen sich die Möglichkeiten, die mir eine andere Entscheidung geboten hätte.
Und wenn ich bei Risen von einer Turmspitze aus ein vergessenes Grab entdecke, das sich nur mit einem Flugzauber erreichen lässt, dann macht mir das einfach Spaß, auch wenn ich dort dann nichts als ein wenig Beute finde, die sich höchstens verkaufen lässt.

Awesome Alien (unregistriert) 12. November 2013 - 17:12 #

Tja Mick, da kann wohl nur sagen: Lost in Space ;P

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 13. November 2013 - 1:17 #

Tja. Ich lasse in Torchlight 2 die Urnen grundsätzlich unangetastet. Aus Respekt vor den Toten. Ich trete auch in den Gruften keine Sarkophage um. Außer versehentlich im Schlachtgetümmel, da lässt das sich manchmal nicht vermeiden.

Ich kann das was Mick schreibt sehr gut nachempfinden!! :D

Bigtom 12 Trollwächter - 1028 - 13. November 2013 - 10:11 #

Hmm da ist was dran - Danke an Mick für den guten Beitrag!

Nachtfischer 16 Übertalent - 5482 - 16. November 2013 - 15:51 #

Das Problem ist (mal wieder), dass sich GTA nicht im Klaren darüber ist, was es sein will. Will es die freie und explorative Interaktion eines Spielzeugs ermöglichen? Oder dann doch eine lineare Missionslinie mit Hintergrundgeschichte präsentieren? Oder will es eine Minigame-Sammlung sein? Am Ende ist es irgendwie alles, aber nichts richtig. Wie ein Handschuh in "Universalgröße".

vicbrother (unregistriert) 18. November 2013 - 11:15 #

GTA will nur kassieren. Also möglichst vielen eine Möglichkeit geben sich so zu verhalten, wie sie es sonst nicht können.

Fabian 03 Kontributor - 10 - 28. November 2013 - 17:44 #

super!

Gut und lebendig formuliert, vorallem deine wirklich passenden Beispiele gefallen mir gut. Mehr gibts dazu einfach nicht zu sagen.

Kolki 13 Koop-Gamer - 1245 - 4. Dezember 2014 - 11:33 #

Sehr schöner Artikel! Ich weiß gar nicht, warum ich den erst heute gefunden habe?

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