Roland Austinat in den Wolken

OnLive: Schöne neue Welt

Vor einem Monat ist in USA der Spielestreaming-Service OnLive gestartet. Roland Austinat war und ist dabei, berichtet von seinen Erfahrungen und wagt einen Ausblick auf die Brave New World des Computerspielens. Lest die Kolumne besser nicht, falls ihr euch kürzlich einen neuen Spiele-PC gekauft oder selbst gebastelt habt...
Roland Austinat 8. August 2010 - 14:01 — vor 3 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
Der Lieblingsfeind aller PC-Spieler? Ganz klar, Spielkonsolen wie Microsofts Xbox 360 und Sonys PlayStation 3, vielleicht auch noch Nintendos Wii. Denn mit der Tatsache, dass PC-Spiele im US-Einzelhandel sowie in weiten Teilen der restlichen Welt nur noch ein Nischendasein fristen, konnte ich bislang mühelos meine Leser in Deutschland gegen mich aufbringen. Dort zählt das Schrauben, Installieren und Basteln am heimischen PC immer noch mehr als das Einschalten einer Konsole. Dabei ist mein Herz für alle Systeme offen -- netto verbringe ich nicht zuletzt dank etlicher MMOs noch immer mehr Zeit am PC als an der Spielkonsole. Aber wenn ich die Wahl habe, nehme ich tendenziell doch lieber bequem vor dem Fernseher Platz und das Gamepad in die Hand.
 
Niedergang hochgezüchteter PC-Boliden
 
Bereit für den nächsten Zankapfel? Mit OnLive ging hier in den USA vor gut einem Monat ein Online-Spieledienst an den Start, der den Niedergang hoch gezüchteter PC-Boliden noch beschleunigen könnte. OnLives Erfinder versprechen, dass damit neueste Spiele ohne 3D-Karte flüssig laufen sollen. Die Kunden des Dienstes verbinden sich dazu per 6-MBit-Breitband-Internet (oder schneller) mit dem nächstgelegenen OnLive-Rechenzentrum, in dem derzeit rund zwei Dutzend Spiele bereitstehen: Titel wie Lego Harry Potter: Year 1-4, Assassin's Creed 2, Splinter Cell: Conviction, Just Cause 2 und Borderlands. Die steuert man von PC oder Mac quasi fern, die Grafik wird vom OnLive-Computer dann über einen Kompressionsrechner und das Internet auf den heimischen Monitor gestreamt. Deswegen benötigt euer PC keinerlei 3D-Grafikfähigkeiten. Geplant, doch noch Zukunftsmusik ist zudem die "OnLive-Konsole" -- eine kleine Schachtel, die zwischen Router und Fernseher Platz nimmt. Richtig, dann braucht man zum Spielen gar keinen PC mehr.
 
Wie sicher viele von euch habe auch ich mich gefragt: Kann die Nummer klappen? Verderben mir bei schnellen Shootern und Rennspielen nicht Lag-Verzögerungen den Spielspaß? Und wie pixelig ist die HD-Auflösung 720p (1280 mal 720 Bildpunkte) zusammen mit Kompressionsartefakten wirklich? Der Reihe nach: OnLive funktioniert. Sowohl auf meinem Spiele-PC als auch meinem zwei Jahre MacBook mit integrierter Chipsatz-Grafik. Lag ist so gut wie nicht zu spüren, selbst Borderlands und Unreal Tournament 3 sausen nur so über den Bildschirm. Allerdings: In einem Action-Adventure wie Splinter Cell: Conviction und Assassin's Creed 2 verwischen Menüs und Grafikdetails gelegentlich schon ein wenig, wenn viele Feinheiten schnell und gleichzeitig dargestellt werden wollen.
 
Ein Segen für die Spielehersteller
 
Für Spielehersteller ist OnLive ein echter Segen: Keine Raubkopierer mehr, keine Verluste durch Gebrauchtverkäufe. Endkunden müssen sich ihrerseits nicht mit ewigen PC-Aufrüstungen herumschlagen, bekommen immer die aktuellsten Versionen und speichern ihre Spielstände direkt auf dem Server ab. Hat der Dienst also wirklich keinen Haken, von der nicht immer ganz messerscharfen Grafik abgesehen? Nun, zum einen will OnLive nach einem derzeit kostenfreien ersten Jahr auch eine monatliche Grundgebühr verlangen. Damit könnten brandneue Titel teurer als im Laden werden -- das wäre ein Unding! OnLive-Chef Steve Perlman kündigte dann auch unlängst an, dass man ausgewählte OnLive-Spiele beziehungsweise -Demos auch ohne Grundgebühr nutzen könne -- dann aber auf die Community-Features wie Freundeslisten, Nachrichten und das Speichern von Videoclips besonders spektakulärer Spielszenen verzichten müsse.
 
Ihr erwerbt für euer Geld lediglich ein Nutzungsrecht am Spiel
Zum anderen -- und das stört mich persönlich am meisten -- bekommt man für rund fünf 5 bis 60 Dollar weder eine physische noch eine digitale Kopie eines Spiels: Ihr erwerbt für euer Geld lediglich ein Nutzungsrecht am Spiel. So wie bei einem Kinobesuch, von dem einem lediglich eine Eintrittskarte bleibt. Oder bei einer Fernsehserie, wobei man die immerhin noch privat mitschneiden kann. Obendrein verspricht OnLive keine ewige Zugriffsmöglichkeit auf derartig erworbene Titel, sondern garantiert derzeit nur drei Jahre Unterstützung. Das klingt auf den ersten Blick schlimmer, als es ist. Denn mal ehrlich: Spielt ihr alle Spiele nach ihrem Kauf mehrere Jahre lang? Wer hat da noch Zeit für frischen Nachschub? Sicher, über Valves Online-Dienst Steam erworbene Titel kann ich immer noch daheim sichern, doch wie sieht es bei MMOs aus? Wenn Blizzard eines Tages die Server von World of WarCraft abschaltet, heißt es: Außer Spaß und Spesen nichts gewesen.
 
Die Konkurrenz schläft nicht
 
Eins ist sicher: Bekommt OnLive die Kinderkrankheiten Grafikqualität und Preisstruktur einmal in den Griff, besitzt der Dienst das Potenzial, den Spielemarkt gewaltig umzukrempeln. Davon gehen auch Designer-Veteranen wie David Perry und Louis Castle aus. Perry arbeitet mit Gaikai an einem direkten Konkurrenten zu OnLive, während Castles InstantAction noch den Download auf die heimische Festplatte voraussetzt -- jedoch soll man noch während desselben losspielen können.

Ob mir diese Entwicklung gefällt, weiß ich nicht so recht. Schließlich halte ich noch immer gerne eine Schachtel in der Hand, auch wenn darin selten mehr als eine DVD und ein dünnes, schwarzweiß gedrucktes Installationsheftchen stecken. Wie geht es euch?
 
Herzliche Grüße aus der Zukunft,
 
Euer Roland Austinat

Abfuehrung
Kanonengießer 13 Koop-Gamer - 1652 EXP - 8. August 2010 - 14:08 #

Ich bin Haptiker und brauche meine Amaray :) Ich stehe dem Service weiterhin skeptisch gegenüber.

Vidar 17 Shapeshifter - 8974 EXP - 8. August 2010 - 14:14 #

Ich brauchs weiterhin nicht dafür ists zu teuer und zu unsicher (dass das spiel nach nem Jahr auch noch da bleibt)
Zumal solang es keine vernünftige Auflösung anbietet ists eh ein No Go

Ditze 12 Trollwächter - 949 EXP - 8. August 2010 - 14:15 #

Es ist immer die Frage was kostet der Spass. Vor kurzen zickte mein DSL rum, daher bin ich schon froh einige Sachen "off-line" zu haben und auch benutzen zu können.

nitramred (unregistriert) 8. August 2010 - 14:18 #

Wie bei allen Online-Diensten ist auch hier wie erwähnt der größte Haken die Verfügbarkeit: Sind Internet-Anbindung oder Dienst mal nicht verfügbar, hat sich's ausgespielt. Vielleicht muss man sich einfach damit abfinden, dass Medien jedweder Art (Bücher, Filme, Spiele) in Zukunft keinen "Besitz" mehr darstellen werden, sondern tatsächlich nur noch durch "Nutzungsrechte" verfügbar sind. Aber dann wenigstens - so ich das denn möchte - auf Lebenszeit!

Dragor 14 Komm-Experte - 2007 EXP - 8. August 2010 - 14:25 #

Mir fehlt bei sowas die Möglichkeit, Mods zu Spielen auf meiner Festplatte zu installieren. Mir würden die Hires-Texturen in Oblivion schon sehr fehlen oder auch neue Quests usw. Wenn sich Onlive wirklich durchsetzt, sehe ich für die Mod-Community Schwarz.

Sok4R 14 Komm-Experte - 2432 EXP - 8. August 2010 - 14:37 #

Mit Mods und ähnlichen ist dann natürlich vorbei, aber auch mit Cheatern - des einen Freud, des andren Leid. Und da sogar schon die Modding-Urgesteine von id Software kein SDK für Rage anbieten wollen, weil das angeblich zu komplex für Hobby-Entwickler ist stellt sich mir die Frage, wo die ihren Nachwuchs herholen wollen. Viele ehemalige Modder und Mapper arbeiten heuten in der Spieleindustrie, ohne die Mods währen sie wahrscheinlich nie dahin gekommen. An Referenzmaterial kann man dann auch nix mehr mitschicken, vorrausgesetzt, das OnLive & Co den Martk beherschen (und wenn es technisch gut funktioniert ist das imho nur eine Frage der Zeit, da viele die Vorteile des Systems auf seiten der Entwickler und Publisher zu finden sind).

Suzume 13 Koop-Gamer - 1462 EXP - 9. August 2010 - 0:55 #

Kann ich so unterschreiben. Dem Problem fehlenden/schlecht ausgebildeten Nachwuchses begegnen Entwickler womöglich schon in naher Zukunft durch die heutigen Konsolengenerationen.
Das ist aber noch nicht alles. Vielen erwachsenen Spielern wird die Zeit und Lust fehlen, sich im 3-Jahres-Turnus ein neues Spiel zu suchen, dem sie frönen können. Ihnen reicht womöglich das eine besondere Spiel völlig aus, um glücklich zu sein - das beherrschen sie und dahinter steht gegebenenfalls ein gut ausebautes, funktionierendes soziales Netzwerk.

Man kann nur hoffen, dass sich die Publisher diese beiden Zielgruppen näher anschauen bzw. nicht aus den Augen verlieren... denn ich bin überzeugt, dass auch mit diesen Kunden auf Dauer Gewinne erzielt werden können.

Daniel (unregistriert) 8. August 2010 - 14:31 #

Hi, schöner Beitrag. Braucht es für das Streamen einen Client den man installiert oder geht das schon über den Browser?

Werd' die Sache im Auge behalten...

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 9:49 #

Hi Daniel, man braucht eine kleine Client-Software - gerade mal ein paar hundert KByte groß. Die übernimmt dann den Verbindungsaufbau und Datenaustausch mit OnLive.

Larnak 19 Megatalent - Abo - 14862 EXP - 8. August 2010 - 14:52 #

Ich habe damit in erster Linie das gleiche Problem, was ich mit Online-Aktivierungen und CO habe: Ich spiele ältere Spiele auch noch 10 bis 15 Jahre nach Release.
Ich möchte mich gerne darauf verlassen, dass das funktioniert.
Auch Mods und Fan-Erweiterungen bzw. die daraus entstehenden Communities sind für mich heute ein wichtiger Teil vieler Spiele.

In dieser "schönen neuen Welt" geht all das nicht mehr.

Die anderen Punkte wie Preise und Grafikqualität kommen da noch dazu. Außerdem habe ich auch gern einen "richtigen" PC unterm Schreibtisch stehen ;)

Suzume 13 Koop-Gamer - 1462 EXP - 9. August 2010 - 1:11 #

Dito. Eine Option für OnLive wäre es wohl, nach Ablaufen ihres Supports für ein Spiel allen Kunden eine Kopie des Datenträgers zu überlassen (kann ja herunterladbar sein... z.B. als iso) inklusive den Profilen (Spielstände etc.) - das würde zumindest denen noch eine Chance geben, das Spiel zu spielen, die auch nach dem "Verfallsdatum" ihrem Spiel die Treue halten wollen.

Cohen 15 Kenner - 3915 EXP - 8. August 2010 - 15:00 #

Nicht nur Grafikqualität und Preisstruktur müssen sie in den Griff bekommen, auch die Auswahl der Spiele.

Was bringt es mir, wenn ich für die Spiele A, B, und C keine flotte Grafikkarte brauche, dann aber für Spiel E, F und G doch wieder, da sie bei OnLive nicht angeboten werden? Der jetzige "Game Catalog" ist doch ein Witz.

Und $50 für den FullPlay-Pass von Just Cause 2? Gestern ist meine Retailversion für 10 Pfund angekommen, noch 2-3 weitere Spiele, und man hat das Geld für die ach so teure Grafikkarte raus.

Für Gelegenheitsspieler oder auch als Serviceangebot von Hotelketten mag das System ja recht interessant sein, für Vielspieler ist aber keine Alternative (und wird es dieses Jahrzehnt vermutlich auch nicht werden)... da müsste sich die Preisstruktur schon SEHR ändern (z.B. extrem günstige WeekendDeals wie bei Steam im Bereich 1 - 9 Dollar oder die FreeAppADay-Aktion in Apples AppStore).

Sok4R 14 Komm-Experte - 2432 EXP - 8. August 2010 - 16:39 #

Ist beim Steam ähnlich: da steht CoD6 immernoch für 59,99€ drin, obwohls bei Amazon & Co weniger als die hälfte kostet (26,90€ aktuell).

Nobiag 04 Talent - 37 EXP - 8. August 2010 - 14:51 #

Ich finde Onlive in der Theorie richtig klasse, vorallem da ich nachdem ich komplett auf mac umgestiegen bin doch gemerkt hab dass mir pc spiele ein bisschen fehlen (kein bock mit bootcamp immer neuzustarten und so^^).
Aber ich finde allgemein die Preise bei solchen Geschichten völlig überzogen. Nicht nur bei Onlive, sondern allgemein bei digitalen Medien im Vergleich zu den greifbaren Box Versionen (man schaue sich mal die Preise an die man bei itunes für Filme zahlt). Aber die Nachfrage bestimmt das Angebot und wenn das so viele Kunden mit sich machen lassen, dann werden sich die Preise nie ändern. Gibt zwar auch positive Beispiele wie z.B. Steam oder der Apple Appstore, aber bei den meisten Anbietern ist mir der Verzicht auf eine Verpackung, die Sicherheit das Produkt immer benutzen zu können und einen eventueller Wiederverkaufswert nicht den Preis wert der verlangt wird (so eben auch bei Onlive... schade eigentlich :( ).

Sven 17 Shapeshifter - Abo - 8185 EXP - 8. August 2010 - 16:08 #

> Denn mal ehrlich: Spielt ihr alle Spiele nach ihrem Kauf mehrere Jahre lang?

Nein, aber einige davon und diese immer wieder mal gerne.

Seid froh darüber, dass die Videospiele eurer Jugend heutzutage größtenteils ohne nennenswerte technische Hürden zugänglich sind - das ist der Grund, wieso wir, die nachfolgende Generation, eure langjährige Pionierarbeit im Spiele-Journalismus tatsächlich auch begreifen und ehren können. Die heutige Jugend, die Steam benutzt, Siedler 7 oder C&C4 spielt, wird keine legale Chance mehr bekommen, die Faszination dieser Software der nächsten Generation zu demonstrieren. Wäre diese Kolumne tatsächlich erschienen, wenn es Steam & Co. schon vor 20 Jahren gegeben hätte? Hätte man euch, aus rein wirtschaftlichen Gründen, mittlerweile den Zugang zu euren Lieblingsspielen untersagt, würdet ihr hier ernsthaft für einen solchen Dienst eintreten?

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 9:52 #

Sven, ich trete ja nicht per se für den Dienst ein, sondern berichte meinungshaft darüber. Ich hab doch auch geschrieben, dass ich gerne noch weiter Schachteln in meinen Regalen stehen habe. Allerdings darf man bei aller Vergangenheitsverklärung - auch berechtigt! - nicht vergessen, dass die Technik fortschreitet. Wie viele Menschen kaufen sich heute noch CDs? Wenn es da eine narrensichere Methode gäbe, um Spiele zu streamen, würden die großen Hersteller da eher heute als morgen drauf aufspringen. In anderen Ländern wie etwa Taiwan gibt es fast nur noch Online-Titel, da kaufst Du für ein paar Euro den Klienten im Supermarkt und lädst dann den Rest runter.

Carsten 18 Doppel-Voter - Abo - 11976 EXP - 9. August 2010 - 10:12 #

Der CD-Vergleich hinkt aber. Denn die MP3s, die ich runterlade, kann ich (DRM-Freiheit vorausgesetzt) auch in Jahren noch abspielen, wann immer ich will.

Ich selbst finde den Dienst auch spannend und würde ihn sicher auch ausprobieren, die Preisgestaltung ist meiner Meinung nach aber einfach eine Frechheit, wie du, Roland, ja auch schreibst. De facto müssen wir uns damit abfinden, dass wir unsere Spiele nicht mehr in Form von optischen Datenträgern kaufen, sondern eben aus Wolken und Dampf beziehen. Und das ist eine Entwicklung, die mir nicht schmeckt. Gerne schlage ich bei Steam-Schnäppchen zu, aber für 40 Euro und mehr will ich was in der Hand haben. I want my damn Amaray! (Und das schlimme ist: Vor ein paar Jahren hätte der letzte Satz noch geheißen: I want my damn Pappschachtel!)

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:35 #

Dann lass uns einen Kinobesuch nehmen. Inklusive Anreise, Getränk und Popcorn sind wir da schon bei 20 Euro. Wenn OnLive die Preisgestaltung auf die Reihe kriegt und in ähnliche Regionen vorstößt, also 20, 30 Euro - wie sähe es dann aus?

Carsten 18 Doppel-Voter - Abo - 11976 EXP - 10. August 2010 - 12:13 #

Wäre mir immer noch zu viel. Meine Schmerzgrenze läge da bei 10 Euro. Wenn ich das Spiel nur miete, dann müssen mir die Publisher eben entgegenkommen. Und am besten geht das über den Preis.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 10. August 2010 - 21:12 #

Ach, der Preis. Was meinst Du, was die ganzen Leute machen, die ihr iPhone jailbreaken? Die knallen sich ein-Euro-Apps auf das Gerät, raubkopiert natürlich. Von daher wette ich, dass sich auch bei zehn Euro noch Leute beschweren würden.

Thomas Barth 19 Megatalent - Abo - 18597 EXP - 8. August 2010 - 15:03 #

Ähm, ja ich spiele meine Spiele noch nach Jahren. Gerade habe ich mir das 7 Jahre alte Beyond Good and Evil über Steam gekauft, welches ich bei OnLive nicht mehr spielen könnte. Der Vergleich mit World of Warcraft hinkt auch ganz schön hinterher. Blizzard und auch Steam haben bereits bewiesen, dass sie etabliert auf dem Markt sind, während OnLive nicht mehr als eine handvoll Kunden hat. Warum wird ausserdem nur vom Niedergang des PCs gesprochen? Kann OnLive denn keine Konsolentitel darstellen? Wenn mich nicht alles täuscht, wurde vor dem Release von OnLive sogar behauptet, dass dieses jetzt die letzte Konsolengeneration ist, da es zukünftig nur noch solche Services wie OnLive geben wird. Plötzlich sind es nur noch die PC-Spieler die sich Sorgen machen müssen? Was kommt dann als nächstes? Nur noch alle Intel-CPU-Besitzer müssen sich sorgen machen?

Meiner Meinung nach wird OnLive zwar weiterhin existieren, aber nicht mehr eine Randgruppen Erscheinung sein. Als Plattformen wird es dann die aktuelle Microsoft, Sony und Nintendo Konsole geben, während da noch die PC-Spieler und die Stream-Spieler sein werden. Alle Konsolen werden sich von der Architektur ein wenig angleichen, welches es den Programmierern ermöglicht, ihre Spiele auf allen Plattformen anzubieten. Dann geht es auch nicht mehr um Exklusivtitel, da man sich das nicht mehr leisten kann, sondern nur noch um zeitliche Exklusivität.

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 8. August 2010 - 16:47 #

Und wie der MMO-Vergleich hinkt.

Diese funktionieren generell nur mit vielen Mitspielern, während ich für einen Shooter nur ein paar Freunde brauche, um Spaß zu haben. Z.B. zocken wir immer noch alle paar Monate einige Runden SoF2.
Von SP-Spielen ganz zu schweigen.

Darum ist es falsch zu sagen, Mietsoftware wäre ok, weil man MMOs in 20 Jahren schließlich auch nicht mehr spielen könnte.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 9:54 #

"Der Vergleich mit World of Warcraft hinkt auch ganz schön hinterher. Blizzard und auch Steam haben bereits bewiesen"

Du hast den Vergleich nicht verstanden. Ich will damit sagen, dass man bei MMOs auch nichts auf der heimischen Festplatte hat - und der Willkür der Hersteller ausgeliefert ist. Sind die Server einmal unten, bleiben sie unten.

Was die kommenden Konsolengenerationen angeht: Wundere Dich nicht, wenn die alle mit sehr, sehr großen Festplatten ausgeliefert werden, um Downloads zu speichern oder gleich ihre Daten von einem Server streamen.

DarkMark 14 Komm-Experte - 2020 EXP - 9. August 2010 - 11:20 #

Hier war "World of Warcraft" vielleicht schon aufgrund seines anhaltenden Erfolges ein schlechtes Beispiel. Deutlicher wird es vielleicht bei "Tabula Rasa" oder "Auto Assault". Diese MMO's wurden nach relativ kurzer Zeit vom Netz genommen, meine TR-Schachtel schaue ich noch heute oft sehnsüchtig an.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:37 #

Nein, das war ganz bewusst gewählt. Denn gerade ob seines anhaltenden Erfolges ist auch bei World of WarCraft nicht sicher, ob es in 15 Jahren die Server noch gibt. Abgesehen davon, dass man in 15 Jahren mal eben 2700 Euro Monatsgebühren gezahlt hat.

Hinkelbob 12 Trollwächter - 1136 EXP - 8. August 2010 - 15:08 #

stehe dazu wie viele andere
positiv: -kein teurer PC
-keine cheater

negativ: -keine mods
-keine "feste Sache" (CD o.ä.)
-ständige onlineverbindung
-zu hohe Preise

hoffentlich setzt sich das nicht durch ist meine Meinung dazu

Dennis Ziesecke 21 Motivator - 25887 EXP - 8. August 2010 - 15:14 #

Ich war immer großer Freund von Onlinediensten und glücklich über meine Steam-Spielesammlung. Doch dann habe ich kurz vor einem Umzug meinen PC neu installieren müssen (ohne Backups der Steam-Games zu haben) und nach dem Umzug für über einen Monat nur schnarchiges GPRS-Mobilnetz. Der Monat hat mich dann doch arg nachdenken lassen, wie abhängig ich mich von hoher Bandbreite gemacht habe..

gun (unregistriert) 9. August 2010 - 11:32 #

Hat aber gedauert :p

Sciron 18 Doppel-Voter - Abo - 11205 EXP - 8. August 2010 - 15:46 #

Ich bin ja jetzt schon etwas zerknittert wenn ich mir über PSN oder XBL Arcade-Titel kaufe und damit quasi "nur" die Lizenz erwerbe und nix festes in der Hand habe. Deshalb kommt für mich sowas wie OnLive gar nicht in Frage.

Spiele gehören auf ne Disc, und die gehört samt schicker Verpackung ins Regal. So bin ich's seit über 20 Jahren gewohnt und so will ich's auch weiterhin haben. Hoffe ich kling jetzt nicht wie ein biestiger Alt-Zocker ;).

Sok4R 14 Komm-Experte - 2432 EXP - 8. August 2010 - 16:42 #

ganz ehrlich - ich bin der selben Meinung, aber die Zeit, in der Spiele in großen Packungen mit gedruckten Handbüchern und evtl. noch kleinen Extras zu haben waren und nicht "Collectors Edition" oder ähnlich hießen sind vorbei. Echt traurig dass heute im normalfall nur noch die DVD und ein Zetteln mit dem CD-Key in der kleinen DVD-Box sind, manchmal noch ein Handbuch mit < 20 Seiten, davon die hälfte die EULA. Da kann ich mir die Spiele auch gleich online kaufen, vor allem, wenn sie (wie bei DOW2 oder Civ5) sowieso die aktivierung via Steam vorraussetzten.

Sciron 18 Doppel-Voter - Abo - 11205 EXP - 8. August 2010 - 17:02 #

Das mit der Verpackung stimmt wohl. Meistens ist dann nicht nur der Inhalt ziemlich fade, sondern das Cover wird einem durch das gigantische USK-Logo gleich mitversaut (Und lange nicht jedes Spiel hat'n Wendecover).

Mir kommt es vor allem auf 2 Dinge an.

1. Ich will nen physischen Datenträger, damit ich das Teil auch nach längerer Zeit mal wieder rauskramen, oder einfach mal jemandem mitgeben kann (vorrausgesetzt natürlich es gibt kein Installationslimit).

2. Wenn ich ne permanente Internetverbindung zum zocken brauche, ist mir das einfach suspekt. Das hat ja schon Ubisoft mit ihrem neuen Kopierschutz zum Standard erklärt. Ich komm mir da einfach überwacht vor. Vielleicht bin ich ja in der hinsicht etwas paranoid, aber ich hab da die Befürchtung das auf irgendwelchen Servern mein Zockverhalten registriert und analysiert wird. Egal ob zu Marktforschungszwecken oder was auch immer.

Tante Bernd (unregistriert) 8. August 2010 - 20:54 #

Wobei ich jetzt XBL- oder PSN-Titel nicht so dramatisch finde, da ich hier ja eben nicht nur ne Lizenz erwerbe, sondern sich die Daten auch auf meiner Festplatte befinden, ich sie sogar als Kopie auf nem USB-Stick speichern kann und so das Spiel auch weiterhin zocken kann, selbst wenn MS/Sony sich entscheiden sollten das Spiel aus dem Programm zu nehmen.

Im Gegensatz zu diesem Onlive, bei dem ich zu 100% vom Anbieter abhängig bin.

MichaelK. (unregistriert) 8. August 2010 - 15:47 #

Ich finde das ganze zwar innovativ, aber letztendlich ist der ganze Online Schmuh einfach nur Abzocke und eine Sauerei. Die Firmen wollen alle unser bestes - nämlich unser Geld - aber sie wollen uns JA nix geben, was wir behalten könnten. So gehts aber net. Außerdem will ich einen Grund haben um meinen PC aufrüsten zu können.

DELK 16 Übertalent - 5388 EXP - 8. August 2010 - 15:47 #

> Denn mal ehrlich: Spielt ihr alle Spiele nach ihrem Kauf mehrere Jahre lang?

Nein. Aber derzeit spiele ich beispielsweise Dark Forces. Und das ist keine drei, sondern Fünfzehn Jahre her. Von daher werd ich mir sowas ganz bestimmt nicht anschaffen, mal abgesehen davon, dass ich vom verlangten Internetanschluss meilenweit entfernt bin.

Togi 11 Forenversteher - 567 EXP - 8. August 2010 - 16:00 #

"Mit OnLive ging hier in den USA vor gut einem Monat ein Online-Spieledienst an den Start, der den Niedergang hoch gezüchteter PC-Boliden noch beschleunigen könnte."
Zu behaupten der Pc würde sowieso untergehen ist ein wenig überzogen.

"Aber wenn ich die Wahl habe, nehme ich tendenziell doch lieber bequem vor dem Fernseher Platz und das Gamepad in die Hand. "
Ja schön und setz mich lieber in meine Stuhl vorn Monitor. Who cares? Als ob es allgemeingütlig wäre, dass sich alle lieber in die Couch setzten.
Zudem gerade weil ich ein Gamepad in die Hand nehmen müsste, setzte ich mich lieber vorn Pc. Maus&Tastatur > Gamepad.

Ich spiele Spiele auch noch Jahre nach ihrem Release, vorallem wegen dem Lan Modus. Der fehlt schlicht weg bei viele neueren Titeln, bzw. ist unbrauchbar. Für jeden aus der Familie [5 P.] ein Exemplar von Anno zu kaufen würde summa sumarum 250 € machen. Nur damit man über Lan zusammenspielen kann.
Überhaupt wird der Lan Modus nicht angesprochen. Folgende Frage:
"Hat der Dienst also wirklich keinen Haken, von der nicht immer ganz messerscharfen Grafik abgesehen?"
Erledigt sich dann von selbst. Ja hat es, kein Lan Modus. Und wird dieser 'Dienst', wenn man es so nennen möchte, sich durchsetzen, wie kreativ werden dann wohl die Publisher/Entwickler sein? Schon jetzt wird ein Fifa/PES/CoD nach dem anderen rausgehaun, wenn man jetzt auch noch auf die 'neuen' Versionen angewiesen ist, weil man die alten nicht mehr Spielen kann, wie viel Mühe werden sich die großen Publisher/Entwickler machen? Selbiges mit DLC's, keine Mods heißt keine Alternativen, bzw. keine Konkurenz für die Entwickler/Publisher.
Zudem jeder kennt das Internet und seine Probleme. Steam zeigt es mir immer wieder. 'Login nicht möglich' warum? Tja einfach so weil Steam nicht will. Dann Login möglich, yes endlich, also schnell Spiel starten. Halt warum ist das nicht mehr in meiner Liste? Ja danke ich darf das Spiel nochmal installieren. Wie es bei Onlive aussehen könnte, kann man sich denke ich selbst erschließen.

Also ein wenig zu sehr aus der Sicht eines Konsolen Spielers geschrieben. Konsolen Fanboy möchte ich jetzt nicht sagen, aber manchmal nah dran.

mal 09 Triple-Talent - 325 EXP - 8. August 2010 - 16:04 #

onlive und co kommt für mich nicht in frage
selbst wenn es sich durchsetzen sollte, was ich nicht hoffe, wird es mit sicherheit immer alternativen geben
ich spiele sehr oft auch gern mal ein altes spiel, wenn auch vieleicht nicht komplett
die möglichkeit möchte ich mir nicht nehmen lassen
genauso wie ich auch onlineplattformen meide, wo die spiele fast immer teurer sind wie im laden, für mich absolut unverständlich wer dort trotzdem zuschlägt

Limper 16 Übertalent - 4326 EXP - 8. August 2010 - 16:05 #

Naja bei dem Ganzen darf man nicht vergessen, dass man möglichst niedrige Latenz braucht. Also steht der OnLive Server nicht in der eigenen Stadt kann man schnelle Spiele nicht mehr wirklich spielen, siehe FAQ von OnLive: 'The lower the better, but if your "ping" result is much more than 25 msec, we do not recommend using it for online gaming.' Für mich ist es ohnehin nicht so interessant da ich lieber einen eigenen PC habe.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 9:59 #

Die kontinentalen USA sind von den OnLive-Rechenzentren abgedeckt - da muss der Server noch nicht mal in der eigenen Stadt stehen. Der Ping als solcher wird auch von anderen Sachen beeinflusst, die auf dem PC laufen. Wenn ich alle möglichen anderen Downloads (neuer Cataclysm-Beta-Client, heh) laufen habe, kriegt OnLive auch nicht immer eine gute Verbindung hin.

Cohen 15 Kenner - 3915 EXP - 9. August 2010 - 19:33 #

Das kommt ja noch hinzu, in manche Haushalten sollen sich ja mehrere Personen einen Internetanschluss teilen. Wenn dan ein anderes Familienmitglied einen Download startet, ein YouTube- (oder GamersGlobal)-Video anschaut oder sich auch noch bei OnLive einwählt, sieht es vermutlich übel aus.

Anonymous (unregistriert) 8. August 2010 - 16:11 #

Generell finde ich sowas gar nicht so schlecht, aber die Preismodelle gefallen mir einfach nicht. Man sollte das noch stärker in die Dienstleistungssegment schieben. Ich fände es beispielweise interessanter, wenn man sich Spielzeit anstatt einzelner Spiele kauft. Beispielsweise zahlt man 60 € und bekommt dafür 60 Stunden Spielzeit, die man dann mit allen im Katalog befindlichen Spielen verdaddeln darf. So ein Modell fände ich gar nicht schlecht, soweit das Verhältnis von Spielzeit und Preis vernünftig wäre.

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 8. August 2010 - 16:33 #

Insert Coin 2.0

Ohne mich!

bananenboot256 13 Koop-Gamer - 1241 EXP - 8. August 2010 - 16:42 #

Ich vermute, dass es OnLive gerade in Deutschland, wie in den anderen verbliebenen PC-Hochburgen schwer haben wird.

Hier muss man sich ja schon schräg angucken lassen, wenn man jemandem erzählt, dass man Call of Duty zocke... und zwar auf der Xbox :-D

In den USA und anderen Ländern, wo die Konsole den PC in Sachen Gaming übertrifft könnte OnLive zu einem Granatenerfolge werden, wenn (!) der Preis angepasst wird (damit meine ich nicht das monatliche Abo, das ist in Ordnung, sondern den Preis für das Spiel an sich, da man im Prinzip weniger Leistung bekommt, als wenn man das Spiel korrekt erwirbt, nicht nur ein Nutzungsrecht) und der Spielekatalog massiv erweitert wird.

Weiter oben hat es jemand schon gesagt: Wenn man für Spiel X seinen PC trotzdem erweitern muss, oder sich eine Konsole kaufen muss, da es nicht auf OnLive erhältlich ist wäre es beknackt überhaupt über OnLive zu spielen.

kj

Anonymous (unregistriert) 8. August 2010 - 16:53 #

Nur um auf die Frage zu Antworten, ob ich die meisten meiner Spiele länger als 3 Jahre spiele.
JA!

Erst einmal sind viele meiner Spiele keine Vollpreisneutitel. Die haben dann oft schon 1 bis 2 Jahre auf dem Buckel bevor ich sie mir zulege.
Viele davon krame ich immer wieder raus.
Dazu kommt, 80 bis 90% der Spiele, die in meinem Regal stehen sind älter als 3 Jahre und ich hole sie immer wieder hervor. Zumindestens die einen größeren Teil von Ihnen.
Oder anders gesagt, zuletzt gespielt:
Kohan, CoD, Medieval 2, Dark Messiah of M&M und FEAR.

Das schlimmste, was einem Medium wie den Spielen passieren kann ist digitales Vergessen.
Wer schaut sich denn keine 20 Jahre alten Filme an. Selbst der Chaplin dackelt noch über die Mattscheibe. Jetzt stelle man sich vor, 3 Jahre nach seinem Erscheinen ist ein Spiel weg.
Na das ist doch eine schöne neue Welt.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 9:58 #

Interessanter Vergleich, was die Filme angeht. Wir kennen heute nur einen Bruchteil aller Filme, die jemals gedreht worden sind. Selbst meine Großeltern wollten keien Schwarzweißfilme mehr im Fernsehen sehen, dazu kommen tausende von Filmen, die etwa in Indien gedreht werden. Sehr viele Leute schauen sich keine 20 Jahre alten Filme an. Sprich mal mit Mittzwanzigern, die gucken Dich verdutzt an, wenn Du von Star Trek mit Kirk und Spock sprichst. Und das Zeugs gibt es noch ausreichend online und als Blu-ray. ;)

Anonymous (unregistriert) 9. August 2010 - 11:54 #

Wir kennen heute auch nur einen Bruchteil aller Spiele. Schau einfach nur mal nach Russland. Oder den ganzen Quatsch den die Bibelritter so produzieren.
Trotzdem ist es so, dass es Klassiker gibt die selbst die Mittzehner kennen. Frag da doch mal nach Star Wars (um wieder den Sprung zu den Filmen zu schaffen).
Ich weiß. Größte Marke und so.

Aber gehen wir jetzt mal davon aus, dass das OnLivesystem auch dort greift.
Dann gibt es Ep 4 bis 6 schlicht nicht mehr. Oder besser, du kommst nicht so einfach ran. Bestenfalls vielleicht bei ganz kleinen Randgruppenversorgern. Aber an sonsten kennt es keine Sau mehr weil man es nirgens bekommt.

Und 20 Jahre alte Filme. Das sind Filme von 1990. Überleg mal wie weit das von den Schwarzweißfilmen von vor 80 Jahren entfernt ist. Und selbst die werden noch geschaut.
Auch Serien, RTL2 läßt grade wieder das A-Team rotieren. Auf Kabel1 kommt zur besten Sendezeit *hust* noch das ganz alte Star Trek. Und Pro7 hat grade die Simpsons wieder bei Staffel 4 starten lassen. Von wann ist die? Die ersten 3 zeigen dabei, was das vergessen bringt.

Und wenn es nach OnLive geht, dann gibt es nicht mal mehr Titanic ;) (nicht das ich den Film mag).
Wir sprechen bei einem solchen System davon, ein Verfallsdatum für von dir gekaufte Produkte einzuführen. Und wir sprechen nicht von Lebensmitteln sondern von Unterhaltungsgütern.

Ich hätte auch Bücher nehmen können. Da gibt es so eines, dass in Teilen mittlerweile - vorsichtig geschätzt - an die 4000 Jahre auf dem Buckel haben dürfte aber noch heute ein Bestseller ist. Obwohl es schon jeder kennt ;).
Aber selbst die ersten Potterbücher wären bei Onlive schon aus dem Angebot entschwunden. Und wohin? Wenn es kein "Oldionlive" gibt, bei dem ich alles noch mal kaufen darf, dann ins digitale Nirvana.

Oder wie wäre es mit Musik. Bach. Ein Wort. Heute bekannt. Mit einem solchen System. "Wer?".
Du kannst mir jetzt nicht erzählen, dass deine Eltern oder Großeltern sich nicht gerne Filme aus ihren jungen Jahren ansehen. Oder Musik aus der Zeit hören. Die werden mit dem heutigen Pop so viel anfangen können wie ich. Das sie nicht nur die Marx brothers und Chaplin im TV sehen wollen ist klar. Aber alleine schon meine Eltern schauen sich gerne die Märchenfilme aus dem Ostblock an. Allesamt weit über 20 Jahre alt.

Das vergessen von Kulturgütern von der Masse ist alltäglich. Es gibt so viele Zeichnungen, Niederschriften und Musikstücke, dass kein Mensch alleine da den Überblick behalten kann. Das nicht mehr darauf zu greifen zu können von Interessierten ist eine Katastrophe. Und die wird mit einem solchen System eingeführt.

Wie du schon sagst, es mag das ganze Zeug dann auch später noch geben. Aber wie sicher ist das? Wenn es keiner kennt. Wenn die Datenträger verschwinden. Was dann. Dann bleiben den Kennern die Torrents und das wars.
Schöne neue Welt. Dir wird vorgeschrieben was du noch aus den Medien nutzen kannst.
Nimm die rosa Brille in Herzchenform ab. Es ist eine Entwicklung. Aber bei weitem keine gute. Zumindestens nicht für den Verbraucher.

Im übrigen, OnLive kann die Konsolen genauso wegkicken wie den PC. Nur werden sich BigN, Sony und MS dagegen stemmen wie sie nur können. Daher bitte nicht ganz so einseitig.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:41 #

"Wir sprechen bei einem solchen System davon, ein Verfallsdatum für von dir gekaufte Produkte einzuführen. Und wir sprechen nicht von Lebensmitteln sondern von Unterhaltungsgütern."

Ganz persönlich glaube ich, dass die bei OnLive die drei Jahre genommen haben, um etwaigen Klagen der US-Amerikaner vorzubeugen. Wer weiß, ob es a) OnLive in drei Jahren noch gibt und b) die Spiele nicht noch länger verfügbar sind. Mit Nutzungsrechten über drei Jahre sind die immerhin auf der sicheren Seite.

"Ich hätte auch Bücher nehmen können. Da gibt es so eines, dass in Teilen mittlerweile - vorsichtig geschätzt - an die 4000 Jahre auf dem Buckel haben dürfte aber noch heute ein Bestseller ist. Obwohl es schon jeder kennt ;)."

Schau Dir mal Deine Bücher an. Wenn darunter Taschenbücher sind, die nicht auf säurefreiem Papier gedruckt worden sind, haben sich deren Seiten nach ein paar Jahrzehnten schon prima verfärbt oder gar aufgelöst. Vom Klebstoff am Buchrücken mal ganz zu schweigen.

"Wie du schon sagst, es mag das ganze Zeug dann auch später noch geben. Aber wie sicher ist das? Wenn es keiner kennt. Wenn die Datenträger verschwinden. Was dann. Dann bleiben den Kennern die Torrents und das wars. Schöne neue Welt. Dir wird vorgeschrieben was du noch aus den Medien nutzen kannst. Nimm die rosa Brille in Herzchenform ab. Es ist eine Entwicklung. Aber bei weitem keine gute. Zumindestens nicht für den Verbraucher."

Du machst den gleichen Fehler, den hier so viele Kommentatoren machen. Du gehst davon aus, dass ich OnLive super und toll finde, obwohl ich lediglich darüber berichte. Deswegen muss ich gar keine rosa Brille absetzen, die habe ich gar nicht erst auf.

Anonymous (unregistriert) 10. August 2010 - 18:20 #

Das mit der Zeitangabe mag ja so sein. Trotzdem befinden wir uns mit dem System in einem Zustand, der dafür sorgt, dass dir jederzeit das Licht im Spiel ausgeknipst werden kann. Die Frage ist halt immer, wie lange ist OnLive bereit dir die Nutzungsrechte einzuräumen. Für das was du eigentlich sonst auf Lebenszeit erwerben kannst (auf das die DVD ewig halte, ich weiß...)

Und bei den Büchern, meinst du das Vergilben? Bei meinen Eltern stehen Bücher von 1860. Wo ist dabei das Problem. Du kannst das Buch doch trotzdem noch nutzen. Auch wenn die Seiten etwas lose sitzen.
Außerdem werden die meisten Bücher in der Xten Auflage neu rausgebracht. Und so lange die Schrift auf dem Papier nicht verwischt ist macht es doch nichts, wenn die Verpackung etwas gelitten hat.
Bei Spielen ist mir das direkt bisher nur bei Lucas Arts Adventures aufgefallen. An sonsten ist doch nach wenigen Jahren schon Schicht im Schacht was die Veröffentlich betrifft. Jetzt mal GoG außen vor gelassen, ist ja relativ neu.

Wenn du da jetzt auch noch ein System hast wie OnLive. Dann kannst du davon ausgehen, dass alles was kein Superdupermegaüberklassiker ist nie mehr auf der Welt gesehen wurd. Aber wie viele Spiele gibt es, die sich nicht gut verkauften und heute absolute Klassiker sind. Ich sag mal System Shock und Thief. Überragend waren die Verkäufe von Looking Glass nie. Heute sind sie Kult.
Bei Büchern gehe ich in entsprechende Läden und bekomme alte gebrauche Exemplare. Bei Spielen... Alleine durch die neuen DRM Regeln müßten die Anbieter ihre Spiele noch Jahrhunderte Anbieten. An sonsten sind sie einfach weg.
Wers glaubt.

Und es mag sein, dass du es anders gemeint hast. Aber gemeint und wie es rüberkommt sind 2 Paar Schuhe. Der Artikel ließt sich, als wenn du die Entwicklung durchaus begrüßt und dich darauf freust. Er wirkt einfach etwas einseitig. Es mag sein, dass die Intention anders war. Aber es kommt nun einmal darauf an, wie der Leser den Artikel versteht. Vielleicht wäre es hier besser gewesen noch mal andere zu fragen, welchen Eindruck der Artikel macht.
Und wenn schon mehrere den Artikel als durchaus einseitig erachte. Oder sehr viel mehr. Dann könnte es doch sein, dass er wirklich einseitig wirkt. Auch wenn die Intention anders war.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 10. August 2010 - 21:34 #

"Trotzdem befinden wir uns mit dem System in einem Zustand, der dafür sorgt, dass dir jederzeit das Licht im Spiel ausgeknipst werden kann. Die Frage ist halt immer, wie lange ist OnLive bereit dir die Nutzungsrechte einzuräumen. Für das was du eigentlich sonst auf Lebenszeit erwerben kannst (auf das die DVD ewig halte, ich weiß...)"

Das kann Amazon mit dem Kindle (Bücher) genauso wie Apple mit dem iPhone (Apps). Das ist ja die Crux der ganzen digitalen Geschichte und schon eine weitere Kolumne wert. Aber darauf kam es ja in dieser nicht an.

"Außerdem werden die meisten Bücher in der Xten Auflage neu rausgebracht. "

Das heißt, dass Du Dir sie dann nochmal kaufst. Gute Lösung. ;) Dass viele Bücher, Filme und CDs eben nicht neu aufgelegt werden, verschweigt der Fachmann.

"Bei Büchern gehe ich in entsprechende Läden und bekomme alte gebrauche Exemplare. Bei Spielen... Alleine durch die neuen DRM Regeln müßten die Anbieter ihre Spiele noch Jahrhunderte Anbieten. An sonsten sind sie einfach weg."

Buchläden machen in Zeiten von Amazon am laufenden Band zu. Leider.

Wie gesagt: Ich bin der letzte, der hurra schreit, weil es keine physikalischen Medien mehr gibt, ehrlich. Aber das ist ein Trend, vor dem man seine Augen nicht mehr verschließen kann. Wer etwas dagegen tun will, kann höchstens Spiele etc. zum Verkaufsstart erwerben - wenn die für fünf Euro verramscht werden, hat der Hersteller längst nichts mehr davon.

Anonymous (unregistriert) 10. August 2010 - 22:33 #

Ich kenne den Crux von DRM. Aber wenn es Hart auf Hart kommt finde ich für jedes Steamspiel einen Crack im Netz. Die Daten habe ich ja noch. Ich kann sie nur nicht offiziell nutzen. Bei Onlive hab ich nichts. Daher will ich immernoch was physisches. Wobei es nicht so sein sollte wie bei Mount and Blade Warband, wo nur der Steamclient auf eine DVD gepresst wurde.
OnLive ist wirklich DRM in seiner höchsten Form. Reine Vermietung zum Vollpreis. Nein, sogar für mehr Geld im Endeffekt. Bei Appstore und Kindle nicht anders als beim Marketplace und PSN+ (oder wie das heißt). Ein Grund für mich davon nichts zu verwenden. Mir kommt ja nicht mal Steam auf den Rechner.

Das mit dem Neuauflegen der Bücher war eher ein Beispiel dafür, wie lange andere Medien noch auf dem Markt sind. Es erinnert sich sicherlich noch ein Großteil mit Schrecken an Antigone ;). Wenn du es mal weit nach der Veröffentlichung willst, bei einem Onlive kannst du es knicken wenn es kein Bestseller war. Wahrscheinlich selbst wenn es einer war. Ubi will sicherlich nicht AC1 verkaufen wenn 3 draußen ist.

Und das vieles nicht neu aufgelegt wird, habe ich das echt auch nicht versteckt geschrieben? Dann kommst du aber im normalfall noch gebraucht ran. Wie heißen die Gebrauchläden. Archivare warens nicht...
Zumindestens wenn es sich um ein physisches Medium handelt.

Und du würdest dich wundern was noch alles als Neu auf dem Büchermarkt zu erhalten ist... Zu entsprechend gepfefferten Preisen zumeist da nur in Kleinsauflage.
Und ja, kleine Buchläden machen leider zu. Aber nicht die Buchläden allgemein. Besonders diese eine große Kette namens Thalia expanidert aggressiv. Ob man sie nun mag oder nicht. Wenn, dann würde ich heute eher einen Buchladen aufmachen als einen Spieleladen ;).

Und der wirkliche Witz ist ja, dass es den Herstellern egal ist ob jetzt mehr zum Verkaufsstart gekauft wird oder nicht. Digital bringt einfach mehr Dividende. Erstkäufer im Laden hin oder her. Und dazu gibts noch eine schöne Kontenbindung.
Ich warte darauf, dass Fifa auf Onlive verkauft wird. Dann wird pünktlich zum Verkaufsstart von Fifa 2020 Fifa 2019 eingestellt. Man braucht ja die Serverkapazität ;).

Außerdem besteht da noch das Problem, was ich nicht mag kauf ich nicht. Zu Ramschpreisen kaufe ich nur, wenn ich mir nicht sicher bin ob es überhaupt gefällt. Aber der Singsang über Spielequalität damals und heute ist auch eine eigene Kolumne wert.

Immerhin hast du dich etwas klarer Positioniert. Was in der Kolumne nicht so zum tragen kommt.

Und auch wenn Digital ein Trend ist. War das Hörbuch auch. und die CD. Und das Vernsehen mit DVD.
Buch, Kino, Radio, Schallplatte. Gibts heute alle noch. Zwar nicht mehr in der absoluten Bedeutung wie damals. Aber nicht verschwunden. Daher glaube ich nicht, dass es garkeine physikalischen Medien mehr geben wird.
Auch weil man wohl irgendwann festellen wird wie hoch die Wertschätzung der Kunden bei diesen Medien ist. Das Nutzungsrecht an etwas imaginären zu haben ist auch für viele junge Menschen etwas sehr gewöhnungsbedürftig.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 13. August 2010 - 9:06 #

"Auch weil man wohl irgendwann festellen wird wie hoch die Wertschätzung der Kunden bei diesen Medien ist. Das Nutzungsrecht an etwas imaginären zu haben ist auch für viele junge Menschen etwas sehr gewöhnungsbedürftig."

Glaubst Du wirklich? Ich hab da meine Zweifel. Ich kenne hier Leute, nur wenige Jahre jünger als ich und damit ja schon eine Generation "weiter" als die aktuellen Teenager, die sich kein PC-Spiel mehr kaufen, wenn es nicht auf Steam erscheint. Eine etwa gleichaltrige Freundin, die pro Monat mindestens vier Bücher liest, ist schon länger auf den Kindle umgestiegen. Ich bin mir nicht sicher, ob physikalische Medien noch so der Kracher sind, bei den meisten Leuten. Selbst mein Vater digitalisiert gerade Jahrzehnte von Dias, um die danach wegzuwerfen (!).

B4ck7p 14 Komm-Experte - 2411 EXP - 8. August 2010 - 17:09 #

Ich wünsche OnLive Spielern viel Spaß in Regionen und Ländern die nicht über eine Bombenleitung verfügen.

Und nach dem Debakel letzte Woche mit MW2 und Steam auch allen Leuten die ihre Spiele lieber ungeschnitten spielen oder auch mal importieren.

Sorry für die Ausdrucksweise, aber OnLive bekommt von mir nichts anderes als einen dicken Mittelfinger!

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 EXP - 8. August 2010 - 17:19 #

Ich verstehe nicht, warum diese Kolume so PC-"feindlich" geschrieben ist. Es sollte doch eigentlich um diesen Service gehen - die ersten 2 Sätze lauteten aber: "Der Lieblingsfeind aller PC-Spieler? Ganz klar, Spielkonsolen wie Microsofts Xbox 360 und Sonys PlayStation 3, vielleicht auch noch Nintendos Wii." Der Autor provoziert doch hier bewusst eine Nebendiskussion (am deutlichsten zu sehen am Satz "Bereit für den nächsten Zankapfel?") darüber welches Gerät besser zum Zocken geeignet ist, dabei betrifft der OnLive-Service doch auch Konsolenspiele. Sowieso: die Frage "Konsole oder PC?" ist doch ein Thema wo sich erfahrungsgemäß die Geschmäcker scheiden und wo jeder für sich selber eine Entscheidung treffen muss. Was soll das?

Wolsga 13 Koop-Gamer - 1515 EXP - 8. August 2010 - 17:22 #

Ich will nicht mir irgendeinem zentralen Internet-Hirn spielen,
ich will meinen eigenen Rechner und meine Schachtel ;)

Tr1nity Community-Moderator - Abo - 57676 EXP - 8. August 2010 - 17:59 #

Ich hab von dem OnLive von Anfang an nichts gehalten und dabei bleibe ich.

John of Gaunt Community-Moderator - Abo - 34270 EXP - 8. August 2010 - 19:42 #

Sehe ich auch so.

Daeif 19 Megatalent - 13401 EXP - 8. August 2010 - 18:04 #

Der Knackpunkt für mich ist einfach die Tatsache, dass ein Spiel drei Jahre nach Release weg ist. Auch, wenn es sich kitschig anhören mag: Mich mich sind Spiele ein Kulturgut, dass es zu schützen gilt und das jeder Generation so umfangreich wie nur möglich angeboten werden muss. Ich finde es schon schlimm genug, dass es mittlerweile manch älteres Windows-Spiel auf neueren Windows-Versionen nicht mehr macht (teilweise auch damalige Top-Titel), und diese Politik beschleunigt das ganze nur. OnLive ist damit nichts für mich.

Anonymous (unregistriert) 8. August 2010 - 18:06 #

Stehe dem ganzen sehr skeptisch gegenüber. Aber für Multiplayerspiele kann ich mir vorstellen, dass es sich durchsetzt. Man stelle sich vor, man spielt Counter-Strike und keiner auf dem Server cheatet!

Anonymous (unregistriert) 8. August 2010 - 18:19 #

In ein paar jahren bringt google warscheinlich "youplay" raus. direkt im browser und natürlich mit gewohnter youtube qualität.

Ich hab nix gegen downloads und co. aber nur streamen ist doof einfach weil wenn die pleite gehen kann ichs net mehr spielen.

Ich fände ne kombie lösung am besten du dowloadest ein spiel. Lässt deinem pc so gut wie er kann alles berechnen und der Rest wird gestreamt damit man High Res Grafik hat auch auf nem mittelklasse pc.

aber ob sowas funzt....

gangsta (unregistriert) 8. August 2010 - 18:24 #

es wird sich so oder so durchsetzen und in einigen Jahren ganz normaler Alltag sein. So wird es kommen.

Trax 14 Komm-Experte - 2035 EXP - 8. August 2010 - 19:05 #

Für mich klingt das wie ein absolutes Horrorszenario. Wenn ich mir vorstelle, was für tolle "kundenfreundliche" Features man mit solchen Diensten erschaffen könnte, wird mir ganz anders.
Einfach mal abwarten und schauen, ob sich diese Systeme in Zukunft am Massenmarkt durchsetzen werden.
Sollten solche restriktiven Systeme irgendwann einmal unumgänglich werden um zu spielen, werde ich mehr Zeit für andere Dinge haben und nur noch sporadisch Retrosachen spielen ^^

-Stephan- 10 Kommunikator - 513 EXP - 8. August 2010 - 19:09 #

Ich werde es meiden. Der Hersteller hat ja alles in der Hand, kann jederzeit den Server abmelden, dann hat sich das. Ich will meine Spiele jederzeit dann spielen, wann ich es möchte. Wozu soll ich mir ein Vollpreisspiel (glaubt ja wohl keiner das die Hersteller jetzt runter gehen mit den Preisen weil der Handel nicht mehr dazwischen ist) kaufen was ich nur so lange spielen kann wie der Hersteller meint es würde ihm Gewinn bringen. Nein, danke. Und noch hab ich Hoffnung das sich das nicht durchsetzt; Firmen wie Nintendo wollen weiterhin auf dem "alten" Wege Spiele rausbringen, Sonys PSPGo hat sich als solch ein Flop erwiesen als das man direkt mal zehn Spiele kostenlos beilegen muss, es scheint also als gäbe es selbst bei Gamern Grenzen. Und die bestimmen, wie es damit zukünftig aussieht. Wer bereit ist jeden Preis zu zahlen und dem es auch egal ist das er das jeweilige Spiel nur so und so lange spielen kann, der möge sich später auch nicht über irgendwelcher solcher Sachen aufregen.

maddccat 17 Shapeshifter - 7691 EXP - 8. August 2010 - 19:40 #

OnLive? OhneMich!

Zerberus77 11 Forenversteher - Abo - 639 EXP - 8. August 2010 - 20:28 #

Bitte den 3. Satz im 1. Absatz noch mal überprüfen. Ich glaube, da fehlt "der PC".

Einerseits begrüße ich die zunehmende Vernetzung der Welt, andererseits macht mir die Entwicklung auch Sorgen. Wir werden damit immer abhängiger von den Anbietern - wenn die den Server abstellen, ist Schluß! Immer mehr PC-Funktionen werden ins Internet verlagert (Speicherplatz, Programme, Spiele ...). Damit entwickelt er sich zurück zu den "dummen" Terminals der 70er. Dabei wurde der PC doch geschaffen, damit die Menschen Computer unabhängig und nach ihren eigenen Vorstellungen benutzen können.

finality 08 Versteher - 150 EXP - 8. August 2010 - 20:37 #

Die Konkurrenz von Gamersglobal schläft glückklicherweise auch nicht... Und die schreiben keine "Wir hypen mal Onlive" Artikel. Der Autor scheint wirklich auf einer Onlive Wolke zu schweben. Es wurden ja auchnur solche Unwichtigen Dinge weggelassen wie:

"Wenn das Abo endet, darf OnLive nach derzeitigen Geschäftsbedingungen den Account und die Nutzungsrechte an den bezahlten Titeln nach einem Jahr löschen."

Hey, Super! Ich zahl ja gerne zweimal! Also bei wem da nicht die Alarmglocken leuten kann ich leider auch nicht mehr helfen. Für Spieler ist OnLive ein Tritt in den A.... Ich hoffe dass sich die Spieler nicht verarschen lassen und dieser Quatsch so schnell verschwindet wie er aufgekommen ist.

Zerberus77 11 Forenversteher - Abo - 639 EXP - 8. August 2010 - 20:46 #

Ich kann hier keinen Hype erkennen! Er schreibt lediglich, dass OnLive gut funktioniert und die PC-Spiele-Welt erschüttern könnte. Das Preis-Modell betrachtet er durchaus kritisch.

Kleiner Tipp: Den Hype-Vorwurf nicht zu sehr hypen. ;-)

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 9. August 2010 - 10:23 #

Andere Berichte über OnLive bemängelten durchaus eine spürbare Latenz, sowie deutliche Grafik-Artefakte. Wobei diese Geschichten stark Standort- und Verbindungsabhängig sind, darum möchte ich hier nichts unterstellen.

Aber dieser unsinnige MMO-Vergleich in Sachen Langzeitverfügbarkeit kam bei mir auch so rüber, als suche man unbedingt noch positive Punkte.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:43 #

"Aber dieser unsinnige MMO-Vergleich in Sachen Langzeitverfügbarkeit kam bei mir auch so rüber, als suche man unbedingt noch positive Punkte."

Ahoi, und nochmal zum Mitschreiben: Ich wollte darauf hinweisen, dass es zahlreiche Produkte gibt, bei denen man nichts in der Hand hält, nachdem gezahlt wurde:

- Kino
- Theater
- Konzert
- Oper
- Online-Rollenspiel

etc. pp.

Das hat mit dem Suchen positiver Punkte nix zu tun!

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 9. August 2010 - 23:00 #

Natürlich gibt es diese Dinge. Aber das tut nichts zur Sache, oder soll ich jetzt Produkte aufzählen, die ich nach dem Kauf in der Hand habe? Bücher, DVDs, Bilder? Dieses Aufwiegen und Vergleichen ist Unsinn, genau wie der MMO-Vergleich.

Es geht darum: Wenn ich heute ein (DRM-freies) Spiel im Laden kaufe, habe ich etwas in der Hand und OnLive will dies ändern.
Das ist der Knackpunkt, der vielen nicht schmeckt.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 10. August 2010 - 21:20 #

Du bist lustig, wenn ich Argumente liefer, kommt von Dir ein "das tut nichts zur Sache."

Deswegen stoppe ich diesen Dialogzweig jetzt einfach, nicht ohne zu sagen: Der Fortschritt kommt. Das mag vielen nicht schmecken. Aber es wird passieren. In zehn Jahren wird nur noch ein Bruchteil der Menschen Wing Commander oder ähnliches kennen geschweige denn spielen wollen. Dafür wird die digitale Distribution vorherrschend sein. Und selbst Dienste wie Steam gaukeln einem nur einen scheinbaren Besitz vor - wenn die nicht mehr wollen, dann kannst Du auch Deine herunter geladenen Spiele nicht mehr starten.

ACHTUNG: Ob ich das *persönlich* gut finde oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das sind lediglich die Fakten, die sich selbst ein durchschnittlich informierter Mensch selbst zusammen reimen kann.

Die Trennung von Fakten und Emotionen scheint nicht so vielen Menschen zu gelingen.

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 11. August 2010 - 0:03 #

Ein Kinobesuch ist ein Vergleich, kein Argument für oder gegen Mietsoftware.

Deinen überheblichen Unterton kannst Du Dir sparen. Die Musikindustrie ist schon mit ähnlichen Modellen baden gegangen - ohne Infrastrukturprobleme. DRM ist in der Musik weitgehend kein Thema mehr, außer man kauft bei Apple. So klar wie Du Dir die "Fakten" zusammen reimst, sind sie noch nicht.

Aufreger wie der Ubi-Launcher, oder aktuell die Steam-MW2 Geschichte, läuten vielleicht irgendwann ein Umdenken bei den Spielern ein, weg von DRM.

Denn mit einem hast Du Recht: Ob Steam, OnLive oder Ubi-Launcher - es ist alles das Selbe: Ohne Hersteller sind solche Spiele unbrauchbar und darum kaufe ich nichts, was in irgendeiner Form DRM behaftet ist.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 13. August 2010 - 9:07 #

Die Trennung von Fakten und Emotionen scheint nicht so vielen Menschen zu gelingen.

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 13. August 2010 - 9:47 #

Copy + Paste falsch verwendet?

Tr1nity Community-Moderator - Abo - 57676 EXP - 8. August 2010 - 21:11 #

"Die Konkurrenz von Gamersglobal schläft glückklicherweise auch nicht... Und die schreiben keine "Wir hypen mal Onlive" Artikel. Der Autor scheint wirklich auf einer Onlive Wolke zu schweben. Es wurden ja auchnur solche Unwichtigen Dinge weggelassen wie:

"Wenn das Abo endet, darf OnLive nach derzeitigen Geschäftsbedingungen den Account und die Nutzungsrechte an den bezahlten Titeln nach einem Jahr löschen.""

Diesbezüglich war GamersGlobal sogar schon schneller als die Konkurrenz:
http://www.gamersglobal.de/news/24105

Dieser Artikel ist zudem ja nur ein Erfahrungsbericht - kein Test - des Autors zu OnLive. Da sind die Nutzungsbedingungen für uns erstmal passé, da der Dienst in Deutschland nicht mal vorhanden ist und sich a) diese entsprechend ändern könnten und b) wer weiß ob in Deutschland OnLive überhaupt ein Thema wird.

Jörg Langer Chefredakteur - Abo - 248745 EXP - 9. August 2010 - 10:08 #

Dir scheint das grundsätzliche Wesen eines Artikels, über dem "Meinung" steht und der mit großen Anführungszeichen beginnt, nicht ganz klar zu sein.

Raven 13 Koop-Gamer - 1274 EXP - 8. August 2010 - 21:14 #

Kann mir alles gestohlen bleiben. Ich will meine Eurobox mit dickem Handbuch, Datenträger und ohne OnlineDRM.

Kraten85 (unregistriert) 8. August 2010 - 21:34 #

und wie soll dies mit zukünftigen Spielen aussehen, die ohnehin mit deren eigenen DRM der Hersteller sowieso an ein Spielekonto gebunden werden müssen. so scheint ja der Trend zu sein?

Jadiger 15 Kenner - 2864 EXP - 8. August 2010 - 22:18 #

Denke das wird eher ein Problem der Konsolen werden. Weil die Auflösung bestimmt keinen Pc-Spieler überzeugen kann. Und der PC ja immer mit hohen anschafungs Kosten angeprangert wird. Aber Konsolen oder Onlive ja soviel billiger sind. Was aber dann bei Spielen auch wieder reinkommt Und Grafikkarten kosten gar nicht soviel ausser man kauft immer das Top Model.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 10:02 #

Wie schon weiter oben in den Kommentaren geschrieben, kann ich mir gut vorstellen, dass gerade die Konsolenhersteller sich OnLive & Co. sehr genau ansehen, bevor sie ihre nächste Konsolengeneration planen.

fragpad 12 Trollwächter - Abo - 1168 EXP - 8. August 2010 - 22:31 #

Es ist ja im Prinzip ein Traum füe die Entwickler. Sie müßten nur für eine Plattform entwickeln, keine Kopien, keine Gebrauchtware...
Aber ganz abgesehen davon das ich dem Konzept sehr kritisch gegenüber stehe, kann ich mir nicht vorstellen, daß sie das technisch überhaupt hinbekommen. Spätestens wenn sie Erfolg haben sollten, werden sie Unmengen an Rechnenleistung und vor allem wahnwitzig viel Bandbreite brauchen. Wenn ich mir vorstelle sie rechnen für zig Millionen Spieler jeweils "ihr Game" und verteilen das mit 24 FPS auf die Endgeräte - holla.
Sollte das schiefgehen, währ ich zufrieden ;)

Crizzo Community-Moderator - Abo - 9779 EXP - 8. August 2010 - 23:10 #

Hoffentlich kommt das nur parallel und nicht als Ersatz.
Denn:
1. Ich hab nicht so schnelles Internet
2. Ich will meine Packung, meine Sammlung
3. Ich will ein Spiel haben und es auch in 5 Jahren noch spielen können.
4. Kann man Spiele auf dem heimischen PC mit Sicherheit besser anpassen, wenn einem bestimmte Optik-Feature usw. nicht gefallen und ähnliches (Fenstermodus)...

:)

AticAtac 13 Koop-Gamer - 1711 EXP - 9. August 2010 - 0:11 #

OnLive gibt einen Blick auf die Zukunft. Auch wenn es scheitern sollte, dieser Online Trend wird sich nicht mehr aufhalten.

Das Rad der Zeit dreht sich weiter.

Paxy 11 Forenversteher - Abo - 764 EXP - 9. August 2010 - 11:23 #

Klingt für mich alles wie das Schallplatte und CD Problem.

Ja die alte PLatte was war das nicht schön du hattest ein großes Cover da war manchmal sogar noch mehr drin als nur die.
Das knacken gehört einfach dazu der Klang ist einfach natürlicher usw. usw.

Dagegen die CD : Wer braucht schon sowas, alles zu klein man bekommt ja nix für sein Geld nur diese lieblose plastikhülle usw. usw.

Die Schallplatte ist zwar nicht wirklich tot aber nur noch ein ausgewähltes Völkchen hält sie in Ehren.
Versuch mal einem nach 1990 geborenen eine Schallplatte in die Hände zu drücken, mehr als sie wie eine frisbeescheibe dem Hund nachzuwerfen haben die nicht drauf (was ist das? Riesen Lakritz ? OT: mein kleiner Bruder). Warum auch, es ist nicht mehr Zeitgemäß und die CD ist einfach bequemer.

Das gleiche wird hier auch passieren.

Der Prozess ist ja schon schleichend in Gang. Die Industrie sieht was es für sie an vorteilen bringt und drückt uns langsam aber sicher in die gewünschte Richtung. Die nächste Generation wird uns einfach belächeln und - Zack - wars das mit DVD Boxen und Collectors Editions.

Kleine heruntergekommene Spieleläden die sich "Uwe's Gaminghölle" (ehemals Uwe's Plattenlädchen ) nennen, verkaufen noch altmodische Boxed versionen.

Es ist einfach zu verlockend etwas anbieten zu können, das keiner kopieren kann, das immer in meinem besitz bleibt und das ich handhaben kann wie ich möchte.

Onlive bietet diese Chance und wir werden diese Kröte schlucken müssen.Plötzlich wird die verantwortliche Industrie Millionen in den Ausbau der Struckturen buttern. Deutschland wird da kein Dörfchen mehr ohne DSL oder schneller haben. Geld wird da sein.

Ich sehe das OnLive vieles einfacher macht und es wird schwer werden dagegen anzugehen oder nachfolgende davon zu überzeugen das eine Festplatte kein Regal ersetzen kann.

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1403 EXP - 9. August 2010 - 12:00 #

Kann mich dem nur anschließen. Für die Spieleindustrie ist das quasi der heilige Gral und der ultimative Kopierschutz.

Persönlich muss ich sagen, dass ich mit 10 Euro pro Monat an Nutzungsgebühren leben könnte. Dafür muss ich nicht mehr alle 2 Jahre meinen PC aufrüsten / ersetzen.

Paxy 11 Forenversteher - Abo - 764 EXP - 9. August 2010 - 14:13 #

Im Prinzip habe ich auch kein Problem damit.

Ich zahle meine Grundgebühr und darf alles spielen was kommt (angeboten wird) ist für mich eine Art MMO/Videothek prinzip.
Je nach Spiel und Angebot, nach Zeit usw. kommen halt kosten dazu.

Problem ist einfach nur wenn ich den Vollpreis zahlen soll für ein Produkt das ich nicht uneingeschränkt nutzen darf.

Ich kauf doch nicht ein Buch oder einen Film und darf nach mehreren jahren nicht mehr reinsehen...wasn das fürn Schrott?

Wenn spiele Kulturgut sein sollen, dann schmeißt man so etwas nicht einfach weg wie irgendwelche andern Konsumgüter. Die gehören aufbewahrt und Kulturgüter gehören im endeffekt allen nicht nur dem schöpfer. Wofür zeigt er es denn sonst?

Naja aber darum gings hier in der Kolumne eigentlich ja nicht.

Wird OnLive die Spieleindustrie umkrempeln und den PC unnötig machen?
Aber sicher das (wie die sich schon die Hände reiben, ich kann die wundgescheuerten Innenflächen schon riechen)!

Der PC wird aber noch ein paar Jährchen haben, bis zu dem Zeitpunkt wo die Bastlerei sowieso ein Ende haben wird. Spätestens bei Online Betriebssystemen ist Datenverbindung > Kiste.

my 2 cent

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 EXP - 9. August 2010 - 14:46 #

Den Vergleich würd ich nicht ziehen, denn von Schallplatte zur CD war es nur ein Formatwechsel, vom Privat-PC zu OnLive ist was ganz anderes: der völlige Verzicht auf Eigentum hin zu dem Erwerb von Nutzungslizensen.
Ob es sich in Zukunft durchsetzt hängt von unserem Verhalten ab: wenn keiner auf das Angebot eingeht kann es sich auch nicht durchsetzten.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:45 #

Dann lass uns den Vergleich weiter ziehen:

Schallplatte - CD - MP3 - Pandora (oder andere Internet-Musik-Streamer).

General_Kolenga 14 Komm-Experte - 2565 EXP - 9. August 2010 - 11:54 #

"Spielt ihr alle Spiele nach ihrem Kauf mehrere Jahre lang?"
Ja!
Denn ich bin jemand, der ein Spiel mal spielt, dann ins Regal stellt und in unregelmäßigen Zeitabständen wieder herruaskramt und dann wieder ein paar Wochen spielt, bis es dann manchmal ein halbes Jahr wieder im Regal steht. Und schon allein deshalb gefällt mir OnLive nicht.

alterspassvogel 10 Kommunikator - 438 EXP - 9. August 2010 - 12:15 #

Kein Service für mich. Spiele zu gern Master of Orion 2. Alt aber immer noch gut oder das ganz alte Wing Commander 3 und 4. Sollte sich das durchsetzen gibt es genug alte Spiele die ich mir dann günstig kaufen kann um sie endlich zu spielen.

Anonymous (unregistriert) 9. August 2010 - 12:29 #

Dieser "Service", sollte er sich durchsetzen, könnte aber auch Einfluss auf andere Industriezweige haben. Spinnen wir mal ein wenig: Entwickelt Nvidia oder AMD noch neue supermoderne mit immer besserer Grafikdarstellung versehene Grafikkarten wenn diese nicht mehr benötigt werden? Ich denke nicht, wenn diese Käuferschicht durch OnLive wegbrechen würde. Genauso wird es den Herstellern von Konsolen und PC-Systemen gehen. Warum sollte man sich sowas kaufen wenn es auch über OnLive geht. Ich denke OnLive wird als zusätzlicher Vertriebskanal bestand haben aber die vorhandenen, auch zukünftig, nicht ersetzen. Dafür haben zu viele Konzerne und Firmen zu viel Geld zu verlieren.

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1403 EXP - 9. August 2010 - 13:30 #

Hmm, warum sollten sich die Spielepublisher für die Hardwarehersteller interessieren?

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:47 #

Warum sollten die nicht weiter Hardware entwickeln? In den Rechenzentren der Cloud-Gaming-Anbieter stehen doch PCs, auf denen 3D-Grafik-Titel laufen müssen.

Spielefirmen gewinnen mit Cloud Gaming - die müssen ja keine physikalischen Vertriebswege (Transport, Läden, Lager, Herstellung) mehr bezahlen.

Anonymous (unregistriert) 9. August 2010 - 15:08 #

Also ich schätze auch als Konsument digitale Distribution: bei mir stapeln sich die Spiele und Filme vielfach in die Höhe und ich sehe, dass ich etwas wo ich nur kann digital erwerbe
Es sind bei mir wahre Medienberge welche ich abzubauen versuche. Tagtäglich
Der Wiederkauf fällt dann zwar weg, aber ich verkaufe auch um Platz zu schaffen
Da mag ich aber (auch) eine krasse Minderheit sein, weil ich Spiele und Filme so wie ich und andere Leute wohl wenn dann nur Bücher behandeln. Das heißt ich les nicht eines nach dem anderen durch sondern viele gleichzeitig. Sehr viele, über viele viele Jahre
<
Darüber hinaus bevorzuge ich digitale Distribution auch als Rezipient, weil ich keine Datenträger wechseln brauche und schneller von einem Medium zum anderen sogar gelangen kann dadurch
Ich freu mich auch schon riesig bis Sony dieses Arthouse-Filmportal veröffentlicht, hoffentlich auch in Österreich – hab mich vor einigen Monaten dort schonmal registriert, weil über den PC längere Videos gucken mag ich einfach nicht
<
Hier sehe ich auch den einzigen Nutzen und Vorteil der Existenz von Raubkopien, und zwar nicht in den schändlichen Kopien selbst welche ich weiterhin für Verbrechen halte, sondern in deren Infrastruktur. Dort wo es diese Kopien gibt, gibt es für gewöhnlich nämlich auch anderes illegales, jedoch solches welches es woanders nicht gibt, und zwar weil sich zu wenige Leute offenkundig dafür interessieren. Es gibt so viele seltene und ältere Filme, die nirgendwo oder kaum je veröffentlicht worden sind – wohl einfach aus Mangel an Pflege und Interesse eben. Aber irgendjemand hatte mal eine Kopie, irgendwann gab es mal ein Band, eine Fernsehausstrahlung, und das stellen die Leute dann ins Netz und verbreiten so tatsächlich Kultur. Ja das ist Kulturverbreitung. Manches davon gibt es zwar auch auf Youtube zum Beispiel in voller Länge zu sehen, weil sich sowieso niemand rechtlich darum kümmert auch oder gar keiner heutzutage berechtigt Rechte dazu einfordern kann, illegal ist deren Verbreitung jedoch irgendwie so oder so, aber Youtube gibt auch ein prüdes Amerika wieder – also löschen die auch vieles aus Europa zum Beispiel. Deshalb sehe ich ACTA mittlerweile auch als kulturelle Bedrohung an, zwar so nur über Umwege, aber ACTA wird auch das betreffen.
<
Von der (Videospiel-)Industrieseite denk ich wird wie Michael Pachter es auch sieht über kurz oder lang es nur mehr digitale Distribution geben. Das Medium Videospiel im Zentrum wird sich demnach so wandeln wie vielleicht dereinst die Wochenschauen zum Fernsehen wechselten
Alles wird, wie im Fall der Fälle jetzt schon, über Konten nur mehr verbunden sein – viel, immer mehr und am Ende wohl auch nur mehr, als Cloud
So wird sich die elektronische Medienlandschaft auch als solche wandeln. Irgendwann wird es nur noch Bildschirme geben, trotz Manfred Spitzer, und dazugehörige Breitband-Anbindungen. Irgendwelche set-tops oder halt Konsolen und Computer. Vielleicht noch Boxen die heute unbekannt sind. Das Fernsehen wie man es heute kennt wird dann verschwinden, und zwar so, dass es die IT-Medien-resistenten Leute gar nicht merken. Die und ihre Ressentiments, deren Hass, gegen interaktive(re) Medien sterben irgendwann dann auch mal wirklich aus, aber ich fürchte nicht so wie man es sich heutzutage vielleicht mancherorts wünscht… Der politische Einfluss des Print, der traditionellen Eliten auch im Netz, sowie des Rundfunks der für mich bedrohlichsten Figur von heute in Deutschland, Norbert Schneider, wird für viele Generationen wie ich fürchte noch bestehen bleiben. Da werden immer wieder Leute auch nachkommen. Vielleicht wird sich manches abbauen, die Piraten in den Bundestag einziehen und die Multitude verstärkt werden, ein generelles Umdenken sehe ich aber nicht kommen.
Ich denke Sony wird auf der diesjährigen Gamescom eine (noch) massive(re) Kooperation mit dem ZDF ankündigen (über seine Playstation-Marke). Weiß irgendwer hier aus Deutschland eigentlich was darüber? Die Kooperation wurde ja schon letztes Jahr, oder gar im Jahr davor, angekündigt.
Deutschland mag sich da meinem Vernehmen nach auch technisch nur nicht ändern, wohin das führt kann ich naturgemäß noch nicht sagen, aber diese Resistenz dagegen erscheint mir mittlerweile schon eine Besonderheit zu sein. Vielleicht deutet sie doch darauf hin, dass gerade den Spielen bald mit noch mehr Restriktionen und der Gewalt des Staates begegnet wird, noch brutaler als über die Indizierungen und Beschlagnahmungen jetzt schon – also doch in Richtung (Total-)Verbote.
Sie hängt natürlich grundsätzlich mit der eher geringen Verbreitung von Kreditkarten zusammen, sowie einer gewissen Aversion gegen (traditionelle) Videospiel-Controller, vor allem gegen größere wie jenen der Xbox 360 – irgendwie scheint die Playstation 3 auch akzeptabler zu sein, aber dennoch find ich sollte man sich das einmal überlegen.

Starslammer 14 Komm-Experte - Abo - 2203 EXP - 9. August 2010 - 15:26 #

Gerade für die Spieleklassiker, welche auf den heutigen Systemen nur noch mit Schwierigkeiten oder gar nicht mehr laufen, wäre Onlive eine recht gute Alternative als große Internet-Spieledatenbank. Nur sollte das dann auch eher als Abosystem laufen, bei der man im Monat bezahlt aber auch auf mehrere Spiele zugreifen kann, also nicht nur den Betrag für ein Spiel, was dann noch teurer ist als physisch im Laden.

Gerade bei Steam habe ich einige Klassiker heruntergeladen, leider gerade bei Deus Ex auch Probleme mit dem aktuellen OS, so dass ich es nicht zu laufen bekomme.

Ich denke, dann könnte das Onlive-System interessant werden. Da aber jetzt schon wieder andere Firmen mit ähnlichen Ideen und eigener Hardware wieder sich in den Markt drängen, als ein Standard zu setzen, wird es genauso mager mit der Auswahl der Spiele sein, wie hierzulande die digitalen Videotheken mit eingeschränkten Verleihern auf der 360 und PS3. Da werden wieder einige Firmen mit den Anbietern zusammenarbeiten mit der Einschränkung dass es bei der Konkurrenz nicht veröffentlicht wird. Ist also genauso schrottig, wie die HDTV-Sender die ihre eigene Settop-Box für eigenen Abosender anbieten, so dass der HDTV-Fan theoretisch einen Settop-Boxturm hätte inkl. Minikraftwerk für die Stromversorgung, sollte er sich darauf einlassen.

Anonymous (unregistriert) 9. August 2010 - 15:26 #

Die Verkaufszahlen von XBLA und PSN Titel sind ziemlich ernüchternd, kein Wunder fühlt man sich als Käufer wie ein Raubkopierer der nichts in der Hand hat, sondern nur die Daten auf der Platte.
Die PSP GO hat bewiesen, dass der Markt soetwas ablehnt. OnLive wird floppen, da bin ich mir sicher.

Anonymous (unregistriert) 9. August 2010 - 15:38 #

Ich glaube einfach nicht, dass OnLive technisch funktionieren wird,
der Aufwand im Rechenzentrum von OnLive ist einfach viel zu hoch,
weil Spieler in der Regel alle zur gleichen Zeit spielen wollen.

Zu den Stoßzeiten (Nachmittag, Wochenende (mit Regen)) muss
da für jeden Spieler der sich anmeldet auch ein Spiele-PC
mit dem richtigen Spiel auf der Platte frei sein und das Netz
muss Luft haben, um die zusätzlichen Daten ohne Lag transportieren
zu können, sonst sind die Kunden ganz schnell wieder weg.

D.h. aber auch, dass jeder Spieler am Ende über seine
Gebühren mehr als einen kompletten Spiele-PC, das Netz und die Spiele
bezahlen muss.

Aber nehmen wir an, die vermieten ihre ungenutzten Kapazitäten
tagsüber und in der Nacht (-> Cloud Computing) an Firmenkunden,
um die Kosten für die Spieler zu senken.
Warum sollten die ihre Kapazitäten noch an "arme" Spieler
vermieten, wenn "reiche" Firmen da viel mehr zahlen, weil
sie an den Kapazitäten im Rechenzentrum interessiert sind.

Ich persönlich fände OnLive für Konsolenspiele interessant, weil
man sich dann nicht extra die entsprechende Konsole kaufen muss.
Aber da sind die Probleme noch viel grösser. Kein Hersteller
wird da seinen Kopierschutz opfern, d.h. jede Konsole stellt
nur ein (DVD-)Spiel zur Verfügung. Das Video- und Audiosignal
abzugreifen ist bei Konsolen aufwändiger und die Speicherstände im
ganzen Rechenzentrum verteilt automatisiert zu Laden und zu
Sichern, da machen wir bei Konsolen noch ein ganz anderes
Faß auf ...

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:52 #

"Zu den Stoßzeiten (Nachmittag, Wochenende (mit Regen)) muss
da für jeden Spieler der sich anmeldet auch ein Spiele-PC
mit dem richtigen Spiel auf der Platte frei sein und das Netz
muss Luft haben, um die zusätzlichen Daten ohne Lag transportieren
zu können, sonst sind die Kunden ganz schnell wieder weg."

Das funktioniert ja derzeit. Ich habe noch nie erlebt, dass ich ein Spiel in OnLive nicht spielen konnte.

Physikalisch auch daran denken, dass wir nicht von "normalen" PCs reden - in solchen Serverparks sind Blade-Rechner, die nur die notwendigen Komponenten enthalten, gestapelt. Vielleicht virtualisiert OnLive sogar pro Rechner eine Handvoll Accounts, bei 720p wäre das durchaus möglich. Nur lassen die niemanden in die Karten gucken.

Anonymous (unregistriert) 10. August 2010 - 0:44 #

Über die Möglichkeit von Blades oder aber High-End Servern mit mehreren PCIe-Steckplätzen habe ich auch schon
nachgedacht, halte in Verbindung mit OnLive aber für unrealistisch:

Blades sind in der Regel viel teurer als vergleichbare
Tower und haben ganz einfache Grafikchipsätze drauf, weil
die schon so genug Abwärme erzeugen. Blades liefern viel CPU-Leistung (und Hitze) auf wenig Platz und ohne Kabelsalat. Spieletaugliche Grafik habe ich bei Blades noch nicht gesehen (noch mehr Hitze auf engem Raum).

Richtig dicke High-End Server mit mehreren CPUs und
sogar mehreren PCIe-Steckplätzen könnten in der Theorie
mit mehreren Grafikkarten bestückt werden und mehrere
Spiele gleichzeitig ausführen. Aber auch hier zahlt man
für die reine Hardware viel mehr als für eine
vergleichbare Menge an normalen Spiele-PCs.
Gegen Virtualisierung spricht bei dieser Lösung die
derzeit mangelnde Unterstützung von Grafik im Gastsystem.
Ich habe noch keinen Grafiktreiber gesehen, der
taugliche Grafikbeschleunigung liefert - Wine unter
Linux funktioniert da um Längen besser.
Bleibt als Option die gleichzeitige Ausführung mehrerer
Spiele vom gleichen Windows aus. Auch das halte ich
wegen fehlender Unterstützung durch die Spiele für
unrealistisch.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass für jeden
aktiven Spieler da im Rechenzentrum auch ein
eigener Spiele-PC mit ordentlicher Grafikkarte
ackern muss. Das ist die kompatibelste und billigste
Lösung.

Faerwynn 16 Übertalent - Abo - 4182 EXP - 9. August 2010 - 15:54 #

Find ich vollkommen uninteressant. Ich will das Spiel besitzen und auch nach 5 oder 10 Jahren rauskramen können. Ja, ich tue das. Hab letztens erst wieder mal Super Mario World auf dem SNES durchgespielt. Wenn OnLive irgendwann dicht macht kann ich eben nicht etwas nochmal spielen für das ich dann 50 euro gelatzt habe.

matthias 11 Forenversteher - 773 EXP - 9. August 2010 - 16:48 #

spiel x braucht hardware y um top zu laufen. die hardware hat nun der spieler bezahlt oder die von onlive, die ihr geld aber auch vom spieler wiederhaben wollen. im endeffekt bezahlen also doch noch immer spieler die hardware... vorteil?
kopien verhindern sie nicht. im moment werden spiele vom presswerk herraus kopiert und ins netz gestellt, dann wird halt bei den serverfarmen, von denen es einige geben muss, geklaut. so oder so gibs die spiele in digitaler form.
etwas hat mich im test aber richtig verwundert. beim thema lag heißt es "Lag ist so gut wie nicht zu spüren, selbst Borderlands und Unreal Tournament 3 sausen nur so über den Bildschirm.". ich stolpere in letzter zeit häufig in diversen foren über beiträge, in denen leute lag und fps nicht auseinanderhalten können. 'lag? ich hab die ganze zeit 60fps!...' - der satz im artikel klingt fast ähnlich für mich. ich hoffe der autor kennt den unterschied und hat sich nur etwas ungenau ausgedrückt. mich würde gerade dieser punkt wirklich interessieren, da ich bisher der felsenfesten meinung bin, das dieses system heftigst lagt und das in jedem bereich.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:54 #

Danke, guter Punkt.

Ich spreche in der Tat von Lag und nicht von Frames pro Sekunde - ob das jetzt 30 oder 60 sind, macht für mich nicht den größten Unterschied. Mir kommt es vor allem darauf an, dass ein Spiel nicht ins Stottern kommt beziehungsweise hakt, wenn meine Steuerdaten nicht schnell genug an den Server und dann wieder zurück übermittelt werden.

matthias 11 Forenversteher - 773 EXP - 10. August 2010 - 21:05 #

muss wahrscheinlich jeder für sich selbst rausfinden.

bei nem ping von 50ms würde halt jede aktion 1/10 sekunde verspätet auf den bildschirm erscheinen. ich denke mal das wird dann jeder anders empfinden. für den einen flüssig, für den anderen verzögert.

ich merke den unterschied, ob ein spiel mit 30 oder 60fps läuft. nicht weil animationen flüssiger laufen würden, sondern wie schnell das ganze spiel reagiert. eine 360grad drehung läuft mit steigendem fps viel geschmeidiger. auf der anderen seite kann ichs nicht nachvollziehen, wie andere es merken, wenn eine maus über funk oder kabel läuft, für manche ist funk aber ein no go.

deshalb bin ich so dran interessiert, wie spieler den eingabelag empfinden, den es ja zwangsläufig gibt in diesem system. hab halt schon gelesen, das manche die steuerung als schwammig empfunden haben.

Anonymous (unregistriert) 9. August 2010 - 17:17 #

Die wenigsten Spiele kaufe ich noch ofenfrisch zum vollen Preis
(im günstigen Ausland).
Das sind dann vielleicht auch die Spiele, in die ich wirklich
viel Zeit investiere und andere Dinge liegen lasse.

Die Mehrheit der Spiele, und ich rede hier nicht von Gurken, sondern
von 80er/90er Wertungen, kaufe ich aber vom Wühltisch, spiele
sie oft nur kurz an und hole sie erst wieder aus dem Regal, wenn
ich Lust und Zeit habe - oft Jahre später.

Die begrenzte "Haltbarkeit" auf OnLive sehe ich daher sehr
kritisch.

Es wäre natürlich toll, wenn ich unterwegs meine High-End-Spiele
auf dem Smartphone weiterzocken könnte (Zug, Flughafen, etc).
Aber die Bandbreite bei UMTS ist begrenzt, wenn da im gleichen
Zug noch ein paar Leute mit UMTS-Flatrate sitzen - derzeit für
20 Euro/Monat zu haben - dann geht die Bandbreite ganz
schnell in den Keller.

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 9. August 2010 - 18:08 #

Selbst wenn es technisch funktionieren würde - auf dem Smartphone High-End PC-Games zocken? Die müssten schon angepasst sein, sonst würde man schon Menüs oder Texte auf den kleinen Displays kaum lesen können. Von der Steuerung ganz zu schweigen.

Dann lieber gleich für Smartphones entwickelte Versionen, und für die braucht es kein OnLive.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:55 #

Steve Perlman hat auf der diesjährigen GDC Crysis auf einem iPhone gespielt - über OnLive. Natürlich grauenhaft, was die Steuerung angeht, aber es funktioniert. ;)

Claus 21 Motivator - Abo - 29660 EXP - 9. August 2010 - 20:14 #

Ein schöner, interessanter und auch gut geschriebener Kommentar.
Vielen Dank dafür an Roland Austinat und GamersGlobal.

Meiner Meinung nach wäre es eine sehr schöne sache, wenn sie Dienste wie das erwähnte OnLive durchsetzen könnten.

Warum?

Ich will nur spielen. Was ich eigentlich nicht will, ist ein PC, eine Konsole oder irgendetwas anderes.

Nicht mal der Fehrnseher muss nun umbedingt MIR gehören. Selbst den, bzw. dessen Leistung, würde ich gegen Gebühr erwerben wollen.

Das hätte den charmanten Vorteil, dass a) weniger Umwelt zerstört bzq. verschwendet wird und b) ich in regelmäßogen Abständen das beste am Markt vorhandene Leistungspotential erhalten könnte.

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 9. August 2010 - 21:01 #

Und mit OnLive benötigst Du keine Hardware? Ob die gemietet oder gekauft im Wohnzimmer steht, ist der Umwelt egal.

Mein letzter TV hat nach 21(!) Jahren den Geist aufgegeben. Du willst in regelmäßigen Abständen das neuste Modell auf den Tisch bekommen - wer verbraucht da wohl mehr Ressourcen?

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 9. August 2010 - 22:57 #

Du brauchst, wenn die OnLive-Macher ihre Pläne verwirklichen können, am Ende tatsächlich nur noch einen Fernseher (Flachbild-TVs sollen in den letzten Jahren in Mode gekommen sein, hab ich mir sagen lassen) und einen Internetzugang.

Die Mini-Konsole, die den Datenstrom zwischen Server und TV regelt, gibt es dann mit einem Controller zusammen vom Cloud-Gaming-Anbieter.

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 9. August 2010 - 23:06 #

Das mag ja sein, irgendeine Hardware musst Du (zu unseren Lebzeiten ;) ) aber immer da stehen haben. Und ob die gemietet oder gekauft wird, ist der Umwelt egal. Gerätesharing (z.B. mit der Nachbarin) würde da eher etwas bringen... *ggg*

Claus 21 Motivator - Abo - 29660 EXP - 9. August 2010 - 23:37 #

Das ist -so schön die imaginäre Nachbarin auch sein mag- nicht ganz richtig.

DENN: wenn die Hersteller sagen wir mal eines TV-Gerätes (oder was auch immer) ständig im Besitz des TV-Gerätes blieben, dann würden die das Gerät vermutlich nicht so billig wie möglich herstellen, sondern deutlich mehr Wert auf hochwertige Bauteile legen, die am Ende eines Einsatz-Zyklus ganz oder teilweise wiederverwertet werden können.

Verkäuft der Hersteller an mich, den Endkunden, hat er aus den verschiedensten Gründen ein Interesse daran, möglichst billig herzustellen (und damit der Umwelt die kalte Schulter zu zeigen).

Da gibt es ganz interessante Ansätze, durch ein völlig neues Wirtschaften der Umwelt als auch der Wirtschaft Vorteile zu verschaffen.

Denn es bleibt dabei: eigentlich will ich spielen (bzw. fernsehen), und nicht Geräte besitzen.

Sobald das mal neu und im großen Stil angepackt wird, könnten wir alle davon profitieren.

Koffeinpumpe 14 Komm-Experte - 2420 EXP - 10. August 2010 - 9:12 #

Die Nachbarin war nur ein imaginäres Beispiel. ;)

Du sagtest: „ich in regelmäßigen Abständen das beste am Markt vorhandene Leistungspotential erhalten könnte.“

Das hört sich für mich nicht danach an, als solle ein Mietgerät möglichst lange halten und darum hochwertig sein. Denn was könnte man großartig z.B. an einer OnLive-Konsole oder an einem TV wiederverwerten?

Man könnte höchstens recyceln und das ist Energie- und Umwelttechnisch nur suboptimal. Dein Vorschlag erinnert eher an die Praxis der Handyprovider, die alle 2 Jahre neue Geräte verschleudern. Das ist alles andere als Umweltfreundlich und die Geräte sind nur für einen kurzen Lebenszyklus ausgelegt.

Da investiere ich lieber in hochwertige Geräte und entscheide selber, ob und wann ich sie ersetze. Recycelt werden sie anschließend genauso. Im Moment ist übrigens mein olles Handy an der Reihe, welches jetzt nach (erst) 6 Jahren den Geist aufgibt. Aber immer noch besser (und viel günstiger), als alle 2 Jahre ein funktionierendes zu ersetzen.

Du hast scheinbar ein neues Weltbild vor Augen, aber eine Spiele-Enteignung (worum es bei OnLive letztlich geht)hilft da nicht. Denn selbst auf Miethardware könnte man weiterhin Spiele zumindest digital besitzen, ohne die Umwelt zu belasten.

Claus 21 Motivator - Abo - 29660 EXP - 10. August 2010 - 20:41 #

Naja, wenn der Hersteller auf hochwertige, einfach zu recycelnde Bauteile setzen würde, anstelle auf möglichst billig, möglichst bald kaputt, dann würde das ganz sicher der Umwelt zugute kommen.
Es muss sich für den Hersteller einfach nur wirtschaftlich lohnen, neu zu denken und andere Wege zu gehen.
Das mit dem Weltbild vor Augen verdanke ich der Deutschen Bahn.
Irgendwann mal, während einer der häufigen und mutunter langwierigen Verspätungen (mein Zug stand mal "etwas" länger auf der Strecke, kam ich mit einigen Mitreisenden ins Gepsräch.

Darunter war eine sehr kluge Frau, die aus ihren Studien und Firmenberatungen berichtet hatte, in denen exakt solche neuen Wege durchgedacht, geplant und betreut werden.

Das war wirklich total interessant, horizonterweiternd und motivierend, sich mal auf den einen oder anderen Gedanken einzulassen.

Was man nicht alles macht, wenn man in einen engen Raum dank der Bahn mit Leidensgenossen sich auszutauschen beginnt.

Alex Althoff 19 Megatalent - 16917 EXP - 10. August 2010 - 8:49 #

Naja...

bin PC Spieler ab 1990. Und spiel heute auch immer wieder gern ein Wing Commander, Populous, Powermonger, Alone in the Dark etc pp. und Populous ist atm 21 Jahre alt Oo

Von daher ist das mit 3 Jahren nur Zugriff ein Schlag ins Auge. Wenn man nach 7 Jahre mal sagt "ach das alte xxx das pack ich mal wieder raus und onlive sagt dann: "sry haben wir vor 3 Jahren weggemacht" dann würd mich das schon extrem ärgern.

Dann bleib ich lieber am PC und es gibt genug Engines die Open Free sind oder es später noch werden (Mod ja atm selber ein Projekt "Mod the Mod" für WC Saga und da wird die Engine immer wieder verbessert, DX11 Support wird kommen usw)

Die ganzen Vorzüge (Gamestar hat ja vor kurzem ne Umfrage gemacht warum man am PC spielt) sind einfach zu deutlich:

- Mod Support: Auch nach 20 Jahren werden immer wieder alte Spiele ausgegraben, verbessert von Fans (Siehe Kings Quest Projekt, Wing Commander Saga, Fate of the Galaxy(X-Wing)usw)

- Aufrüstmöglichkeiten: Bluray? Np Laufwerk dafür kostet 59 Euro. Kann dank mehrere Partitionen Win 7 + XP laufen lassen. Dazu Dosbox. 21 Jahre alte PC games wie neue auf dem Selben Rechner laufen lassen, statt XX Konsolen in der Wohnung

- Community: TS, Facebook, Twitter, ICQ, IRC, Chats usw usw

- Emulatoren: Man kann auf den Rechner dank XXX-Emulatoren alle Spiele von allen Systemen auf den PC laufen lassen. Amiga? C64? Atari 2600? Playstation? Gamecube? Geht alles

- Arbeiten: Works, Excel, Word, Access usw. laufen auch auf einen PC

- Spiele günstiger: PC spiele bekommt man Nachgeworfen (www.gamesgarden.de - ist bei uns in Nürnberg das älteste Geschäft für Games, PC Spiele ab 99 Cent, Anno 1503 in dem Pappschuber gekauft für ganze 1,80. Störber da immer wieder gerne drin und will nix kaufen und doch sind dann 4-5 alte Games in der Tüte :))

- Indiespiele und Entwickler: da kommen kleine Entwickler auch mal zu Ruhm und nicht nur die Activisons die 100 Millionen in eine Entwicklung stecken

- Freeware: mehrere Hundert Spiele und Neuauflagen (zb. Barbarian, IK+, Katakis usw)

usw. usw. usw.

Die Raubkopierer sind ein Prob ja. Aber die gehen das immer falsch an. Software Lösungen kann man immer umgehen. Gegen die ist kein Kraut gewachsen. Einfach ein neues PC Laufwerk bringen (kann auch CD,DVD, BD abspielen)mit nen neuen Format das man nicht kopieren kann und auch kein Brenner anbieten. Fertig. Die Games so entwickeln das die Disk immer eingelegt werden muss (keine Chance das man die auf die HD komplett kopieren kann; und nicht auf ein anderes Format runterkopiert werden kann)

Genau das war ja auch der Grund warum 1993- 1997 ca der PC so gepusht wurde. Rebel Assault, Wing Commander 3 und alle Veröffentlichungen auf CD in der Zeit musste man kaufen oder verzichten. CD Brenner waren erstmal nicht für den kleinen zu haben und als die ersten Brenner für 1000DM + erschienen wars auch zu teuer, Rohlinge hatten Preise von 50 DM /Stück. Da hat es sich einfach net gelohnt. Erst als die Brenner die 500DM Grenze unterschritten hatten und der 10er Pack Rohlinge 50 DM und weniger gekostet haben gings wieder los.

Aber zu Online nochmal zu kommen: Da das Teil die von mir oben genannten Sachen zu 90 % nicht kann bzw. ich nicht nochmal für alte Spiele die ich eh schon hab Geld ausgeb. Nein Danke. Dann lieber permanente I-Net Verbindung zu Ubisoft, Steam, Battle.net, GfWL usw.

und was Sofa angeht: Hab nen 50" Plasma LG, dran ist mein PC gestöbselt und Maus/Tasta ist nun Wireless genauso wie Joystick und XBox 360 Gamepad für PC und sitz 3m ca vor dem 127 cm Bildschirm für CSS oder die andern 1200 Games :P (spielt drauf mal die Games mit 5.1 Soundsystem und 1980x1050 ^^ Ihr werdet nie wieder auf nen 22" Monitor und drunter spielen wollen :)

Legatus 10 Kommunikator - 451 EXP - 12. August 2010 - 17:34 #

OnLive? Für unterwegs mal Zocken im Urlaub würd ich da noch nen bissl Geld ausgeben. Aber ich zahle keine Vollpreise für eine kaum existente Gegenleistung. Schon garnicht monatliche Grundgebühren.

Was das Zocken zu Hause betrifft muss einfach ein PC sein. Und meine Datenträger-Sammlung darf sich gerne auch noch weiterhin vergrößern.

Peter (unregistriert) 14. August 2010 - 10:20 #

Finde die Idee prinzipiell nicht schlecht. Hatte bisher auch oft das Problem, dass mein Notebook neue Spieletitel einfach nicht mitgemacht hat oder sehr heiß gelaufen ist. Da kommt eine Streaming-Technik natürlich dankbar entgegen.
Was mich stört ist die Abhängigkeit. Ich möchte nicht permanent mit einem Internetserver verbunden sein, nur um spielen zu können. Es würde sich ein wenig so anfühlen, als würde man beobachtet werden, was man spielt und wie man spielt, wenngleich ich nicht denke, dass das tatsächlich der Fall sein wird.
Was die Frage betrifft, ob man Spiele nach Jahre immer noch spielt: Ja. Zwar nicht permanent, aber man gerät immer wieder in Phasen, in denen man sich einen 7 Jahre alten Shooter oder sonstwas nochmal installiert und die nächsten 2 Wochen spielt. Das ist ja wie mit Filmen. Man will nicht nur die neuesten Filme sehen, sondern manchmal auch einen alten. Auch gibt es Spiele, bei denen ich finde, dass sie die Zeit gut überdauern. Wenngleich das eben meistens nur klassische PC-Spiele sind. Also eher Strategiespiele oder Manager.
Alles in allem: Die Idee finde ich nicht schlecht, weil beide Seiten, Spieler wie Hersteller, profitieren. Hersteller umgehen das Raubkopierproblem, Spieler das Grafikkartenproblem. Was stört ist das "Nutzungsrecht" und die Tatsache, dass es immer schwerer wird, in einer Welt ohne Internet zu leben.

Ketzerfreund 16 Übertalent - Abo - 5419 EXP - 23. August 2010 - 3:21 #

Eines habe ich hier noch nicht erwähnt gefunden:
In einer hypothetischen OnLive-Only-Welt gäbe es auch keine Importe mehr.
Man würde mich mit einem Server in Deutschland verbinden, auf welchem auch nur die deutschen Versionen lägen. Das hieße, daß ich mit den in vorauseilendem Gehorsam mehr oder weniger sinnvoll zurechtzensierten Versionen vorlieb nehmen müßte (Modern Warfare 1 fällt mir da als erstes ein... Grün statt rot bepinselte Wände in System Shock 2 als nächstes... Die dynamitbepackten Einkaufswagen in C&C-Generäle).

Schon jetzt bekommt man hier angeblich (ich kann das persönlich weder bestätigen, noch dementieren) von Steam eine an Deutschland angepaßte Half-Life-2-Version zwangsaufgedrückt, selbst, wenn man eine aus z.B. Großbritannien importierte Version registriert.

Ganz abgesehen von Sprachversionen... Als Joker ist Mark Hamill einfach unerreicht. :P

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 23. August 2010 - 23:55 #

Danke Dir, sehr guter Punkt. Man könnte natürlich mit IP-Änderungen arbeiten, dann würde aber wegen der Distanz zum Server nix mehr laufen.

Wie sieht das eigentlich im deutschen iTunes-Store aus, müsste doch in Sachen Musik, Serien und Apps ähnlich laufen. Warum beschwert sich da niemand?

Ketzerfreund 16 Übertalent - Abo - 5419 EXP - 24. August 2010 - 1:24 #

Ich habe nach einem Besuch bei Google z.B. diese erhellende Forenunterhaltung gefunden:
http://www.apfeltalk.de/forum/gekauftem-film-sprache-t225229.html

Augenscheinlich werden für einige Filme und Serien in der Tat zwei Audiospuren angeboten, zwischen denen sich umschalten läßt. Letztlich wie bei DVDs, nur zu Untertiteln habe ich nichts finden können. Ich selbst nutze iTunes nicht.

Letztlich läßt sich nur abwarten, wie OnLive bzw. die diese Plattform nutzenden Publisher mit dieser Angelegenheit umgehen. Zumindest die Sprachauswahl könnte ja eventuell wie bei Steam ablaufen.
Was aber weitere Inhalte bzw. das, was bislang als DLC existiert, betrifft, bin ich skeptisch.
Schon bei den Film-DVDs mit ihren Regionen gibt es seit jeher dieses Bonusmaterial in der einen Region, jenes nur in der anderen, wiederum eine andere Region bekommt gar nichts weiter. Bei Spielen gibt es immer öfter den einen DLC nur für die PS3, den anderen nur für den PC usw.
Da sehe ich schon kommen, daß ein ähnlicher Umgang mit Spieleinhalten ganz abgesehen von jugendschutzbedingter Zensur auch auf OnLive, basierend auf Land oder Region, gepflegt werden wird. Schon in den beiden genannten Beispielen DVD und DLC zeigt sich das dringende Bedürfnis der Publisher, uns freundlichst zu empfehlen (lies: vorzuschreiben), was uns gefallen könnte.

Anonymous (unregistriert) 29. September 2010 - 18:54 #

kann da auch nur meine skepsis zum besten geben.
technisch is das ganze enttäuschend für gamer die bisher auf "konservativen" platformen gespielt haben. augrund der bandbreite und input/response-problem ist die auflösung reduziert (720p), die fps sind begrenzt auf 30 und der farbraum ist reduziert. weiterhin gibts zum teil arge kompressionsartefakte bei schnelleren szenen, schnelle action-titel oder renn-spiele leiden darunter grafisch, analoges gilt für den sound. weiterhin entsteht bei dem verfahren eben der schon angesprochene input-lag der sich gerade bei action-mp-titeln deutlich sichtbar macht, auf die unter optimalen umständen ~20ms kommt dann noch eine zusätzliche verzögerung.
anderes problem ist die kostenfrage, will man eine konkurrenz zu retail-games darstellen, muss man für entsprechend weniger leistung auch billiger sein. wie das gehen soll will ich mal sehen, schließlich muss bei deren servern praktisch für jeden titel eine eigene cpu und gpu bereitstehen.
und für die gamer-kultur schlussendlich ist das auch nicht positiv, vorbei wären dann die zeiten von mods oder communites die sich mit alten games beschäftigen (schließlich werden die ja dann von onlive net mehr supported).

Anonymous (unregistriert) 3. Januar 2011 - 16:31 #

Selbst wenn es dafür exklusiv Titel geben würde, würde ein echter PC Spieler beim PC bleiben. Das argument mit der Hardware gibts doch schon über 15 Jahre und die Lösung nennt sich Konsole. Warum sollte also ein "echter" PC Spieler mit Onlive zu locken sein? Onlive wird vielmehr Prozente von den Konsolenspielern ablucksen. Mal abgesehen davon laufen auf Onlive auch nur PC Spiele, weil dort praktisch auch nur PCs stehen, da Konsolen viel zu dumm sind dafür.

Labrador Nelson 21 Motivator - Abo - 30703 EXP - 3. August 2011 - 2:39 #

Also unter Idealbedingungen wäre das System perfekt und ich begeistert!

Kein Geld mehr ausgeben für lästige Aufrüstungen des Rechners. Kein realer Kauf von Games nötig. Immer und überall ist Spielen möglich.

Permanente und ausfallsichere DSL Verbindung vorausgesetzt. Korrekte Altersverifizierung vorausgesetzt. Keine Zensur seitens des Anbieters vorausgesetzt. Verzicht auf Spiel- und Spielerprofil-Erfassung vorausgesetzt. Adequater Preis für den Dienst vorausgesetzt. etc,etc...

Wie gesagt, in einer perfekten Welt.........

Ultrabonz 14 Komm-Experte - 1969 EXP - 27. Februar 2012 - 19:34 #

Das wahre Potential sehe ich darin, dass mit dieser Technologie Spiele hergestellt werden können, die dann auf Supercomputer laufen und zu mir nach Hause gestreamt werden. Somit kriege ich eine Grafikqualität, die auf meinem normalen PC niemals flüssig laufen würde.

Roland Austinat Freier Redakteur - 2906 EXP - 14. März 2012 - 3:11 #

Stimmt. Dann muss nur noch die Übertragungsgeschwindigkeit und der Lag super sein, sonst geht das Spiel aufgrund dessen in die Knie.

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