Mick Schnelles Spendenaufruf

Notopfer für Bobby Meinung

Mick Schnelle schreibt seit erinnerungsverklärten Amiga- und PC-Joker-Zeiten über Computerspiele, war bei PC Player und GameStar mit an Bord, übersetzt heute außerdem WoW-Romane (und andere) ins Deutsche -- und hat sich über all die Jahre eines bewahrt: eine eigene Meinung. Heute beschäftigt er sich mit Activisions Bobby Kotick.
Mick Schnelle 10. Januar 2011 - 21:31 — vor 6 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
Die Zeitungen haben ihre 76fache Dioxin-Grenzwertüberschreitung, aber wir haben Bobby Kotick
Der Jahresanfang ist nachrichtentechnisch naturgemäß eine eher beschauliche Zeit. Der Silvesterkater ist noch nicht so ganz weg, Schnee und Eis legen den Verkehr lahm, und nur die Bahn kommt an. Haha! Auf jeden Fall ist es nicht weiter verwunderlich, dass es schon ein paar polychlorierte Dibenzofurane im Federvieh und seinen Eiern braucht, damit wenigstens ein bisschen Panikmache möglich ist. Damit die Medien nicht aus Verzweiflung Christian Wulffs Sylvesteransprache erneut in allen Einzelheiten sezieren müssen! Wie viel besser geht es da uns Fachjournalisten mit Spezialisierung auf digitales Entertainment. Die Nachrichtenmagazine und Tageszeitungen haben ihre 76fache Dioxin-Grenzwertüberschreitung, aber wir haben Bobby Kotick! Den immer so nett lächelnden Activision-CEO und Springteufel, der mit einer einzigen Bemerkung die Kolumnen der nächsten Wochen zu füllen weiß.
 
Oh, wie schön ist Kanada
 
Was ist dieses Mal passiert? Nun, England muss sparen und streicht deshalb irgendwann mal angekündigte Steuererleichterungen für die dortig ansässige Spielebranche. Und schwupps meldet sich Mister Kotick zu Wort. Rund 600 Menschen arbeiten für ihn und seine Firma Activision Blizzard in England. Und die durften nun aus der Presse erfahren, dass ihr Oberboss diese Entscheidung für einen riesigen Fehler hält. Gut, das ist nicht weiter schlimm, würde ich an seiner Stelle auch. Wer freut sich schon über gestrichene Subventionen? Doch so richtig die Hutkrempe geht einem beim Lesen erst hoch, wenn Kotick in derselben Verlautbarung gleich die wenig verhohlene Drohung hinterhersetzt, dass China, Singapur oder Kanada „deutlich umfangreichere Incentive-Programme“ anböten -- und er sich schließlich zu einem „Es gibt so viele andere Orte, die unsere Branche unterstützen“ versteigt. Auf gut Deutsch: "Gebt uns durch Steuererleichterungen Kohle, oder wir schmeißen hier jeden raus und machen‘s woanders billiger!“
 
So ist’s Business eben
 
Jetzt kommen gleich die ersten Mahner, Besserwisser und VWL-Studenten...
Ja, ja, ich weiß, jetzt kommen gleich die ersten Mahner, Besserwisser und VWL-Studenten, die voller Verständnis gleich darauf verweisen, so gehe es in einer globalisierten Welt eben zu. Das müsse so sein, freie Märkte, Wirtschaftsförderung, Hightech-Cluster und so weiter. Und es sei ja eben leider so im Big Business, dass jeder eben alles immer zum günstigsten Preis bekommen wolle. Klar, auch menschliche Arbeitskraft ist ja nur ein Ware. Sicher, sicher, der brave Programmiersklave in Shanghai arbeitet eben deutlich billiger als der überbezahlte englische Spieleexperte. Diese Argumentation kenne ich, tausend Mal schon gehört und leider auch mindestens genauso oft schon erlebt, wie sie gnadenlos umgesetzt wurde. Aaaber: Diese Tür schwingt bekanntlich in zwei Richtungen..
 
Notopfer für Milliardäre?
 
Sie wollen Globalisierung mit dem günstigsten Preis, Mister Kotick? Sie glauben wirklich, ein zig Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das, wie Sie gern und oft verkünden, Rekordumsätze macht, bräuchte staatliche Förderung? Müssen englische Hausfrauen ihr Tafelsilber versetzen und ihre Männer auf den abendlichen Umtrunk verzichten, damit ein Notopfer für Activision gebracht werden kann? Ach, lassen wir die armen Engländer einmal auf ihrer Insel: Wollen Sie letztlich unser aller (Steuer-) Geld, damit Sie in Ihrer Großzügigkeit eine Handvoll Arbeitsplätze spendieren und nicht irgendwelche unterbezahlten Fernostler ausbeuten? Soll es so sein?
 
Dann hätte ich einen Vorschlag: Wie wäre es, wenn Sie tatsächlich Ihre Produktion abziehen, wir uns die überflüssige Förderung extrem gut florierender Unternehmen sparen und dafür eine schicke Sondersteuer einführen, die all jene Spieleproduzenten betrifft, die hiesige Arbeitsplätze nach Billigstan verlegen? Pi mal Daumen 25 Prozent Strafzoll fände ich passend. Dann könnten Sie ja mal sehen, wie sich Ihre Bilanzen entwickeln. Dieses Geld könnte dann wiederum ins hiesige soziale Netz fließen. Mehr Hartz-4-Kohle, damit Computerspiele erschwinglich bleiben, zum Beispiel. Ein fairer Tausch, oder? Arbeitsplätze gegen Geld. Denn letztlich ist es doch genau das, was Sie selber gerade fordern. Nur diesmal in umgekehrter Richtung. Blöd nur, dass Ihre dann teureren Spiele weniger oft gekauft werden dürften als diejenigen, die brav im Westen produziert wurden. Und dass ein Call of Duty 8 aus Sicht einer chinesischen Spezialeinheit und mit einer ein ganz klein wenig in den Manga-Stil changierenden Grafik vielleicht nicht ganz so gut ankommt bei den westlichen Spielern wie eines aus US-Produktion?
 
... den Koticks dieser Welt die Lust auf Verlagerungen ins Weit-entfernt-und-billig-Land zu verhageln
Okay, es wäre ein deutlich unfreierer Handel. Und man muss ja nicht gleich wegen ein paar Raffgeiern aus Übersee den Welt-Sozialismus ausrufen. Doch die ernsthafte Bereitschaft der Industriestaaten, solche Steuern einzuführen (und natürlich nicht nur im Spielebereich) würde voll und ganz ausreichen, um den Koticks dieser Welt die Lust auf Kostenoptimierungen durch Verlagerungen ins gerade angesagte Weit-entfernt-und-billig-Land zu verhageln. Jeder Firmenchef, der rechnen kann, würde es sich genau überlegen, ob er Schutzzölle im einen Markt riskiert, um anderswo vier Cent in der Produktion einzusparen.  

Oder bin ich einfach zu naiv mit meiner simplen Sicht des Gebens und Nehmens? Sagt es mir!

Euer Mick Schnelle
 
 

Abfuehrung
Makariel 19 Megatalent - P - 13845 - 10. Januar 2011 - 21:43 #

Ich persönlich glaube ja das Bobby Kotick's Aussage mehr ein Schuss vor den Bug der UK Regierung die Steuererleichterungen angekündigt hat war, als eine Absichtserklärung. Im Gegensatz zu Energieriesen oder Banken haben Videospiel-Publisher ja (noch) keine besondere Lobby um ihre Interessen zu vertreten. Da muss dann halt mal in den Medien um Aufmerksamkeit buhlen. Nebeneffekt: schon wieder redet jeder über Bobby. Für die PR sind ja schlechte Nachrichten nach wie vor besser als gar keine Nachrichten, in dem Sinne wieder ein Ziel erreicht.

qu4d (unregistriert) 10. Januar 2011 - 21:43 #

Mensch Mick :)

Silvester! Nich mit dem tollen Ypsilon ;)

Nemi 11 Forenversteher - 655 - 10. Januar 2011 - 22:01 #

*applaus* mehr sag ich nicht ^^

uLu_MuLu 14 Komm-Experte - 1908 - 10. Januar 2011 - 22:09 #

Das Bild ist einfach nur *epic*...

Anonymous (unregistriert) 10. Januar 2011 - 22:14 #

Peanuts!

Die drei grössten IT-Dienstleister in Indien haben jeweils
100 000 Mitarbeiter und wachsen vermutlich jeden Monat um
weitere 1000 Mitarbeiter.
So schnell kann man gar nicht gucken, wie wieder 700 Arbeitsplätze
nach Asien verlagert werden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Kultur dort auf die Spiele
abfärbt.

Nervige Musik und heilige Kühe?
In allen Shootern wird ewig Rücksprache mit dem Boss gehalten,
wie in Metal Gear Solid, um sich jede Aktion genehmigen zu lassen?

Schutzzölle sind übrigens keine Anwort, schon gar nicht
im digitalen Zeitalter.

Starslammer 15 Kenner - 2757 - 10. Januar 2011 - 22:39 #

Eine nicht ganz unbekannter Spieledistributor hatte auch mal gedacht, billig ein Addon zu einer bekannten Rollenspielreihe in Indien produzieren zu lassen, welches dann noch mehr Bugs hatte als das Hauptprogramm. Und der Käufer war dann so unverschämt, dieses Machwerk (wie auch die kommenden) im Regal stehen zu lassen, so dass die Firma in diesem Jahr Insolvenz anmelden musste.

Böse Welt !

Togi 11 Forenversteher - 567 - 10. Januar 2011 - 23:35 #

Daran haben die in Indien aber keine Schuld, bzw. nur eine geringe.

Anonymous (unregistriert) 11. Januar 2011 - 7:04 #

Eine ähnliche Geschichte kann vermutlich jede Firma
erzählen, die IT nach Asien auslagert, aber hält
sie das davon ab?
Bis die Probleme die Geschäftsleitung erreichen, sind
die Krawatten doch schon lange weitergezogen.

Die Indern schämen sich auch nicht, ein Projekt
als Erfolg zu bezeichnen (im Zeitplan und im Budget),
obwohl die in Indien seit Monaten jedes Wochenende
unbezahlt durchgearbeitet haben. Ja, 33% über Budget
und Zeit sind immer noch nicht schlecht. Für so
ein "pünktliches" Projekt bekommen eine Menge
Leute in Indien und hier fette Bonuszahlungen,
aber nicht die Leute, die ihre Freizeit geopfert haben.
Die kommen zur Belohnung gleich ins nächste knappe Projekt.

Arno Nühm 15 Kenner - - 2799 - 10. Januar 2011 - 22:20 #

WORD!
:-)

Anonymous (unregistriert) 10. Januar 2011 - 22:25 #

Du schreibst gut. und lustig lesen lässt sich das auch.

Sepp (unregistriert) 10. Januar 2011 - 22:26 #

also zum einen würde ich einen artikel lieber einmal korrektur lesen, bevor ich ihn absende.

zum anderen ist das teaserbild einfach stellvertretend für den artikel: auf der einen seite ein geschniegelter, erfolgreicher geschäftsmann. auf der anderen seite ein frustrierter ex-spieleredakteur, dessen beste zeiten schon lange vorbei sind, und welcher sich mit wow-romanen und überflüssigen kolumnen über wasser zu halten versucht.

über den inhalt dieser kolumne erspare ich mir mal jeglichen kommentar. polemischer geht es kaum.

ganz großes kino...

Shatter 09 Triple-Talent - 273 - 10. Januar 2011 - 22:31 #

"über den inhalt dieser kolumne erspare ich mir mal jeglichen kommentar"
"polemischer geht es kaum."

sry bro, b2 trollschool

Anonymous (unregistriert) 10. Januar 2011 - 22:53 #

[auf der einen seite ein geschniegelter, erfolgreicher geschäftsmann. auf der anderen seite ein frustrierter ex-spieleredakteur]

Manche Leute verwechseln doch tatsächlich ein schwieriges falsches Lächeln und nen teuren Anzug mit Integrität. Dieser Ceo macht sein Geld mit Kleingläubigkeit, Schwarzseherei und einer Atmosphäre der Angst, und er schadet jedem Spiel und presst jedem Studio das Leben aus solange er kann. Und wenn er das nicht kann verklagt er oder droht. Schöne Vorbilder hast du Sepp. Dieser Typ ist nicht besser als die Leitung von Foxconn.

rastaxx 16 Übertalent - P - 4666 - 10. Januar 2011 - 22:53 #

bevor ich einen kommentar absende, würde ich mir gedanken über den tonfall bzw. die ausdrucksweise machen. deine kritik ist in dieser form absolut nicht angebracht.

Anonymous (unregistriert) 11. Januar 2011 - 13:36 #

Wieder was gelernt, dass Mick WoW-Romane übersetzt wusste
ich noch nicht ...

Erheiternd, dass erfahrene Spieler anmeckern, wenn zu wenig,
zu viel, oder inkonsequent lokalisiert wird, den Fehler
dann aber prompt selber machen (amazon; Im Strom der Dunkelheit;
Kommentare; Doomhammer/Schicksalshammer).

Shatter 09 Triple-Talent - 273 - 10. Januar 2011 - 22:29 #

Ich find den Artikel zu tendenziös geschrieben.

Die Verlagerung nach Kanada oder gewisse US-Bundesstaaten wird erst angesprochen, das Beispiel dreht sich dann aber wieder um Shanghai und bedient das Bild des Asiatischen Sklavenarbeiters.

Und dann wird das Feindbild des gierigen Unternehmen wieder beschworen, Gewinne Einfahren und tatsächlich die Frechheit besitzen noch nicht genug zu haben. Dabei kann man das ganze auch andersrum betrachten: Warum hat England die Förderung eigentlich begonnen? Natürlich gehts da um einen Standortvorteil. Aber wenn ich mir meine Freunde kaufe, muss mir klar sein was passiert wenn ich keins mehr habe (oder ausgeben will).

Jörg Langer Chefredakteur - P - 335722 - 11. Januar 2011 - 0:37 #

Hi Shatter, eine Meinung kann eigentlich gar nicht "tendenziös" sein, da sie anders als ein Report oder eine Analyse nicht objektiv sein will, sondern sich früh für einen Standpunkt entscheidet und dann diesen vertritt. Sie kann einseitig sein und sie muss subjektiv sein, aber doch bitte nicht "tendenziös", also Objektivität vortäuschend, aber heimlich oder durch Weglassen von Fakten eine Seite bevorteilend.

Shatter 09 Triple-Talent - 273 - 12. Januar 2011 - 16:13 #

Mal nachgefragt: Kann eine Meinung tatsächlich nicht tendenziös sein oder ist sie es immer und das Wort von daher überflüssig)? Meines Wissens nach bedeutet das Wort nämlich: einseitig, parteiisch, voreingenommen, und zwar nicht unbedingt heimlich.
Natürlich stelle ich an eine Meinung nicht die gleichen Anspruch wie an einen Artikel. Aber muss das bedeuten, dass sich (in meinen Augen) überhaupt nicht mit einem anderen Standpunkt auseinandergesetzt wurde?

An die anderen: Darf ich also auf eine Meinung nicht Inhaltlich eingehen? Schöne neue Welt...

Karsten Scholz Freier Redakteur - 11251 - 11. Januar 2011 - 10:10 #

Das Zauberwort heißt K-O-L-U-M-N-E....passiert aber auch auf anderen Seiten, dass einzelne User einen Meinungsbeitrag mit einem objektiven Artikel verwechseln.

Larnak 21 Motivator - P - 25873 - 11. Januar 2011 - 11:31 #

Soweit ich weiß, hatte die Förderung noch gar nicht begonnen, sie war nur angekündigt.
Davon abgesehen ist das natürlich gemäß einer Kolumne subjektiv und einseitig und nicht unbedingt argumentativ bis ins letzte Detail, trotzdem entbehrt das Geschriebene nicht einer gewissen Wahrheit.
Aber (das bezieht sich jetzt nicht auf dich) es ist natürlich nur eine "überflüssige Kolumne", da hat Sepp natürlich völlig Recht. Wie man so etwas nur durchlesen kann! Schämen sollten wir uns, jawoll.

bam 15 Kenner - 2757 - 10. Januar 2011 - 22:46 #

Schön dass die Argumentation von BWLern/VWLern schon tausend mal gehört wurde; das sollte einem doch zu denken geben. Man sollte doch bitte nicht Wissenschaftler eines Fachgebiets ignorieren, das ist ein wirtschaftswissenschaftliches Thema, also sollte man bitte auch die entsprechende Wissenschaft beachten. Man hört ja wohl auch auf einen Arzt, wenns ums Thema Medizin geht.

Jeder vernünftige Wirtschaftswissenschaftler oder Student dieser wird sicherlich nicht nur sagen: Klare sache, weniger Kosten = mehr Gewinne. Das funktioniert so nicht. Es ist durchaus klar, dass die Verlegung von Standorten in Billiglohnländer mit Qualitätseinbußen einher gehen kann.

Wenn man nun aber von einem Land wie Kanada spricht, dann sieht das ganze doch vollkommen anders aus. Kanada bietet steuerliche Vorteile und es gibt nun wirklich keinen Grund, warum ein Standort in Kanada nun schlechter ist als einer in England. Genau deswegen sind Länder wie Kanada mit steurlichen Vorteilen sehr interessant.
Es geht eben nicht darum, nun mal eben die Kosten zu senken, sondern _langfristig_ Kosten unten zu halten, damit man überhaupt Gewinne macht. Activision geht es jetzt gut, das kann in ein paar Jahren ganz anders aussehen und dann ist es selbstverständlich vom Vorteil, wenn man die Kosten unten hält und das Geld nicht einfach zum Fenster rausschmeißt.

Letztendlich haben wir es hier aber mit einem ganz anderen Thema zu tun. Nur wer sich öffentlich beschwert wird von Presse und damit auch Politikern wahrgenommen. Warum sollten sich Kotick und Activision Blizzard mit der Streichung einer angedachten Steuererleichterung zufrieden geben? Ist es nicht ganz natürlich, dass man sich dagegen wehrt?

Aber irgendwie passt das ganze mal wieder zum allgemeinen Anti-Acitivision bzw. Anti-Kotick-Tonus, viel Substanz ist da eben nicht dahinter.

Niko 16 Übertalent - 5024 - 10. Januar 2011 - 23:06 #

Ich stimme dir zu.

Gerade weil man in die Videospielbranche Kanada einer der wichtigsten Standorte ist, ist das ganze Argument etwas hinfällig. Man muss nur mal schauen welche große Schmieden der Branche in Kanada stehen (BioWare, Ubisoft, EA etc.). Wenn England für Activision/Blizzard zu teuer wird, dann geht man halt nach Kanada. Der Qualität wird es nicht schaden und meist wird den Arbeitnehmern ja auch noch ein Angebot gemacht ala "Ihr könnt gerne mit nach Kanada kommen." Ich würde es auch nicht anders machen als Chef einer großen Firma. Es geht schließlich auch darum die Aktionäre glücklich zu halten, sonst ist man seinen Posten an der Spitze einer Firma schneller los als man schauen kann.

Anonymous (unregistriert) 10. Januar 2011 - 23:36 #

Ich denke, Kotick bekommt für sein QQ genau die Missachtung die er verdient, weil wahrscheinlich die Steuererleichterungen die er fordert im Jahr locker aus seinem Jahresbonus beglichen werden könnten. Oder meint ihr die 600 Mitarbeiterfirma braucht im Jahr mehr als 5 Mio?

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5941 - 10. Januar 2011 - 23:44 #

Warum nimmst du ausschließlich die Sichtweise des Firmenchefs an, statt die, die du sowieso innehast: Die des Betroffenen? Denn das betrifft uns alle als Steuerzahler, England ist nur ein exemplarisches Beispiel. Wenn Arbeitsplätze nur noch im Tausch gegen Subventionen zu haben sind, sollte man unbedingt gegensteuern. Das kostet sonst unser aller Geld. Da sind Sonderzölle ein probates Mittel.

Niko 16 Übertalent - 5024 - 11. Januar 2011 - 1:53 #

Es ist nun einmal eine wirtschaftliche Entscheidung. Sowas gibt es doch schon seit 100 Jahre.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11131 - 11. Januar 2011 - 11:16 #

Nur weil es eine Sache schon lange gibt, macht es sie doch nicht besser. ;) Jeder hier könnte wohl eine lange Liste schreiben, was schon ewig auf der Welt ist und trotzdem nichts taugt. ;)

Niko 16 Übertalent - 5024 - 11. Januar 2011 - 15:08 #

Sie ist aber nun einmal normal. Es geht um Gewinnoptimierung und 99% der Leute hier würden vermutlich ähnlich handeln ... einfach weil es richtig ist. Die Aktionäre müssen fröhlich gehalten werden, ansonsten bist du schnell weg vom Fenster.

Age 19 Megatalent - P - 13988 - 11. Januar 2011 - 16:27 #

Und da haben wir doch einen Teil des Problems. Shareholder-Value ist wichtiger als die eigentliche Firma und ihre Werte und Mitarbeiter. Ich hab über die Jahre meines Arbeitens viele "Manager" von Koticks schlag als oberste "Herrführer" erlebt. Den ging es hauptsächlich darum die eigenen Taschen voll zu packen (Massenentlassungen = besserer Kurs = mehr Boni) und sich dann zu verpissen, die interessiert es einen Dreck was mit den Leuten oder der Firma passiert. Irgendwann ist dann ein Grad erreicht wo man die Firma so abgewrackt hat, dass die Bonzen davon profitiert haben und die Mitarbeiter auf der Straße sitzen. Aber es interessiert ja die meisten Menschen auch nicht. Hauptsache sie haben das neuste iPhone zum Rumzeigen auch wenn sie am besten dafür noch Schulden machen... Kurz empören wenn irgendwo wieder tausende Leute rausgeschmissen werden und dann weiter in die heile Welt amerikanischen Liebesschnulzen.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Januar 2011 - 17:19 #

Und wo das IPhone herkommt wissen wir ja auch ;)
Ja die Koticks gibt es überall, mir wurde mal von einem Chef erzählt der musste das Weihnachtsgeld der Mitarbeiter streichen hat auch prompt vom Weihnachtsmann einen neuen Porsche für sein gutes Vorhaben die Firma zu retten bekommen. Auf die Reaktionen der Mitarbeiter gehe ich nicht weiter ein, lasst eurer Phantasie freien Lauf :)

Niko 16 Übertalent - 5024 - 12. Januar 2011 - 9:30 #

Das klingt jetzt allerdings extra dramatisiert (; Ich wollte nur sagen, dass so nunmal die Wirtschaft funktioniert und hier keiner von uns anders handeln würde bzw. könnte.

Age 19 Megatalent - P - 13988 - 12. Januar 2011 - 17:49 #

Ne, dass ist Realität und hab ich schon genau so erlebt. Am Ende ist es alles eine Frage der eigenen Moral und Gier. Leider steht bei den meisten Menschen die Gier über der Moral...

Niko 16 Übertalent - 5024 - 12. Januar 2011 - 17:52 #

Welche Wahl hast du? Meist wird den Leuten doch auch angeboten "Ihr könnt mit nach Kanada.". Das ist zwar immer noch blöde, aber immerhin nicht moralisch verwerflich.

Age 19 Megatalent - P - 13988 - 13. Januar 2011 - 1:47 #

Wie welche Wahl ich habe? Meine Würde zählt mehr als Kapital. Und doch das ist auch moralisch verwerflich weil es irgendwo Erpressung ist, allerdings rede ich hier von dem Fall wenn es darum geht statt 12 Fantastiliarden lieber 13 Fantastiliarden Gewinn machen zu wollen (müssen...) und nicht von tatsächlich notwendigen Gründen zur Sanierung eines Konzerns o.ä.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5941 - 10. Januar 2011 - 23:48 #

Ob man BWL wirklich als Wissenschaft bezeichnen kann? Immer diese als "alternativlos" bezeichneten Dogmen wie das hohe Lied von der freien Wirtschaft. Wohin die uns alle geführt hat, haben wir alle ja vor nicht allzu lanmger Zeit selbst erlebt... Ohne Regulierung überlassen wir die Welt den Koticks... und das kann keiner wollen.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10776 - 11. Januar 2011 - 12:19 #

Da stimme ich zu.

Es wird zudem auch eigentlich höchste Zeit, dass die Menschen lernen, ihre Stars und Idole, die überall ihr Geld verdienen und dann aber beschließen, in einem anderem Land wie Monaco zu leben, wo sie weniger Steuern zahlen müssen, nicht mit Achtung und Verehrung zu belohnen sondern mit Dreck zu bewerfen. Es sind unsere Kinder, denen das Geld später fehlen wird.

Beispielauszug aus Wikipedia (zu Michael Schumacher):

Michael und Corinna Schumacher haben zwei Kinder. Die Familie wohnte ab 1996 in der Schweiz, in Vufflens-le-Château. Als einen der Gründe für diesen Wohnsitz nennt Michael Schumacher ein „vernünftiges Steuerabkommen“ mit der Schweiz. Er erklärte hierzu:

„An der Schweiz hat mich gereizt, dass ich ein vernünftiges Steuerabkommen aushandeln konnte. In Deutschland sind sie ja selber dumm, wenn sie mir kein Angebot machen und dafür gänzlich auf meine Steuergelder verzichten“

Stimmt, wir sind dumm. Er hat ja auch das Recht auf eine Sonderbehandlung hier in Deutschland, weil er ja viel Geld verdient. Altenpfleger und Müllwagenfahrer zahlen dann zwar irgendwann mehr, aber Hauptsache der Star der dummen Deutschen (hat er selber ja so gesagt) wird reicher und reicher. Warum jubelt dem Mann überhaupt noch ein deutscher zu? Warum kaufen deutsche Schumacher-Fanartikel? Die Antwort ist einfach: Der Großteil der Deutschen ist tatsächlich dumm.

anonymer Onkel (unregistriert) 11. Januar 2011 - 12:46 #

Man kann sich schon fragen, ob die Begründer der Studienrichtung diese aus gutem Grund nicht BWW nannten, sondern BWL, was sich eher nach einem Kurs an der Fachhochschule als nach Wissenschaft anhört.
Ich würde der BWL allerdings schon den Status einer Wissenschaft zuerkennen, würde mir aber wünschen, dass sich deren Wissenschaftler und Anwender entsprechend verhalten.
In jeder Naturwissenschaft stellt man Thesen auf Grund von z.B. Beobachtungen auf und versucht sie dann zu widerlegen. Jede wissenschaftliche Erkenntnis gilt nur bis zu ihrer Widerlegung oder ihrer Verfeinerung. Kein Naturwissenschaftler würde auf die Richtigkeit der neuesten Urknalltheorie sein gesamtes Vermögen setzen, er akzeptiert einfach nur, dass er derzeit(!) keine bessere und plausiblere Erklärung parat hat.
Der Wirtschaftswissenschaftler setzt zwar nicht sein Vermögen auf die Richtigkeit der Theorien, dafür aber das Vermögen ganzer Volkswirtschaften. Und fällt dann aus allen Wolken, wenn sich eine Theorie als nicht haltbar erweist.

bam 15 Kenner - 2757 - 11. Januar 2011 - 13:39 #

Neben der BWL gibt es ja auch die VWL und zusammengefasst bezeichnet man die Studienrichtung als Wirtschaftswissenschaft.

Die Theoriebildung ist sehr wissenschaftlich. Gerade weil man nur sehr begrenzt "Experimente" durchführen kann, lebt die Wirtschaftswissenschaft nunmal von Beobachtungen der realen Welt. Es gibt zahlreiche Theorien für ein und den selben Sachverhalt und man grenzt diese, dann anhand der Beobachtungen voneinander ab. Manche Theorien erklären einen Sachverhalt z.B. sehr schön kurzfristig, andere eher längerfristig.

Genau wie sonst auch handeln die Individuen aber nicht zwingend gemäß der Theorie. Politiker handeln wider den Ratschlägen der Wissenschaftler und Unternehmer handeln oft zu kurzsichtig. Man kann aber wohl kaum davon sprechen, dass die Erklärungen nicht funktionieren würden. Die Finanzblase bzw. das Platzen dieser in den USA ist durchaus prognostiziert worden, nur hört da nunmal keiner auf solche Warnungen.

Letztendlich Verhalten sich Unternehmen nunmal ein wenig wie Kinder oder schlimmer. Setzt man ihnen keine Grenzen, dann stellen sie nunmal genug Unsinn an. Unternehmen sind "egoistisch" und wollen das beste für sich.

Es hat aber eben schon seinen Grund, warum die Spieleentwicklung hauptsächlich in den USA/Kanada stattfindet, oder eben in Asien bzw. Russland/Osteuropa; aber eben weniger in Europa selber. Die Standortkosten sind nicht nur hoch, sondern die Förderung seitens der einzelnen Staaten ist eben kaum vorhanden. Da besteht definitiv Handlungsbedarf seitens der Politik, wenn man von dieser Branche profitieren will und dort Arbeitsplätze schaffen will. Anscheinend besteht da aber kein großes Interesse dran und deswegen gibts dann ein ähnliches Statement wie dieses von Kotick.

Ganesh 16 Übertalent - 4975 - 11. Januar 2011 - 13:58 #

Das Problem der diversen Wirtschaftswissenschaften scheint von außen betrachtet eher eins damit zu sein, dass man sich nicht entscheiden kann, ob man normativ oder deskriptiv forschen will. Beides gleichzeitig geht schlecht. Ich kann nicht einerseits die Mechanismen der Weltwirtschaft entschlüsseln und den darin Handelnden Beratung anbieten, weil die Ratschläge Einfluss auf das eigentlich zu untersuchende System haben.
Ebenfalls schwierig dürfte es sein, dem Staat ein handeln in diesem Wirtschaftssystem zuweisen zu wollen, ohne eine wirklich sinnvolle Theorie vom Staat zu entwickeln...

Man könnte auch in Europa einfach von anderen Brachen profitieren. Das ist kein Weltuntergang - Globalisierung bedeutet auch weltweite Arbeitsteilung.

Togi 11 Forenversteher - 567 - 11. Januar 2011 - 0:03 #

"Aber irgendwie passt das ganze mal wieder zum allgemeinen Anti-Acitivision bzw. Anti-Kotick-Tonus, viel Substanz ist da eben nicht dahinter."
Achso. Nicht viel Substanz, aber immerhin doch etwas oder? Also steckt in dem 'Anti-Acitivision bzw. Anti-Kotick-Tonus' doch etwas wahres. Zudem steht hinter dem Pro-Activision bzw. Pro-Kotick-Tonus, auch nicht viel mehr. Das Argument ist immer 'Ja verständlich, weil Unternehmen will/muss sparen'. Im Grunde hast du auch nicht viel mehr gesagt, no offence, mehr muss man dazu auch nicht sagen.
Also in beidem steckt etwas Wahrheit. Warum nicht beides zusammen führen ? Sicher müssen Unternehmen Kosten einsparen, lieber so, als wenn dann in 2 Jahren alles pleite geht und mehr als 600 Arbeitsplätze verloren gehen. Dennoch sollte man nicht Kapitalismus pur betreiben, ein wenig Sozialismus geht auch, ohne dass man Pleite geht. Ein Mittelweg finden, vielleicht auch mal darüber nachdenken, wie man so erfolgreich wurde. Durch krankhafte Habgier oder durch Können? Wer gute Spiele macht, der fährt auch die entsprechenden Gewinne ein [auch hier wäre ein Weg zwischen Mainstream und Qualität nicht schlecht]. Dann kann man auch eine gestrichene Steuererleichterung verkraften.
Im übrigen lässt sich die verständliche Kritik an der Streichung der Steuererleichterung auch etwas weniger aggressiv ausdrücken. Denn wie bei der Sache mit C&C [EA: nach dem Spiel seid ihr entlassen], spuckt man hier den Mitarbeitern öffentlich ins Gesicht. Der Unterschied zwischen Sklave und Arbeiter ist der Respekt, der ihm entgegen gebracht wird.

Karsten Scholz Freier Redakteur - 11251 - 11. Januar 2011 - 10:19 #

"Wer gute Spiele macht, der fährt auch die entsprechenden Gewinne ein."

Ob der gute Bernd Beyreuther und die Jungs von ehemals Radon Labs das auch so sehen?! Die beiden Drakensang-Titel waren wirklich gut und trotzdem drohte die Insolvenz. Gehört leider doch immer noch einiges andere zu einer rentablen Firmenstrategie. Aber bin ansonsten deiner Meinung....gerade nach dem der Kapitalismus die letzte Krise geprägt hat, sollte eine sozial geprägte Verantwortung in den Köpfen der führenden Unternehmer die Personalpolitik steuern.

Larnak 21 Motivator - P - 25873 - 11. Januar 2011 - 11:37 #

Naja, dein Zitat ist eben nur beim Kunden noch nicht angekommen - dem muss man eben erst nochmal beibringen, Qualität auch zu kaufen :D

bam 15 Kenner - 2757 - 11. Januar 2011 - 13:12 #

Das Problem an der Sache ist eben global. Die Gesamtwirtschaft diktiert ein streben nach Effizienz. Das ist der größte Vorteil des Kapitalismus, jeder Wirtschaftsteilnehmer will für sich das beste und am Ende geht es allen insgesamt besser (natürlich nicht zwingend gleichverteilt). Genau dafür gibt es eben die Soziale Marktwirtschaft, die alle im Idealfall "gleicher" stellen sollte.

Rein vom Wirtschaftsverständnis (wenn man einen möglichst hohen Wirtschaftsoutput haben will) her sind Subventionierungen, eher hinderlich als förderlich. Aber gerade hier hat ein Staat die Chance die Arbeitsplätze von 600 Leuten im eigenen Land zu sichern, wenn man zu einer Subventionierung/Förderung greift. Genau solche Mittel sind nunmal legitim, wenn es um die Soziale Marktwirtschaft geht, genau dafür ist der Staat da.

Man kann ein Unternehmen nicht dafür Verantwortlich machen, dass es so handelt wie es die Gesamtwirtschaft diktiert. Pfeifft Activision auf Minimierung der Kosten, wird es dem Unternehmen langfristig schlechter gehen. Das bedeutet gleichzeitig, dass es Konkurrenzunternehmen wesentlich besser geht und irgendwann kostet das auch den Arbeitnehmern bei Activision ihren Job: Es ist nur ein längerfristiger Prozess, als eine Standortverlegung.

Würden nun alle Marktteilnehmer gleich handeln, dann wäre das gar kein Problem. Genau dafür sind aber eben die Staaten verantwortlich, welche entsprechende Gesetze erlassen. Steuererleichterungen machen durchaus Sinn, denn diese stellen nicht nur einen Anreiz zur Beibehaltung des Standorts dar, sondern machen den Standort für weitere Unternehmen attraktiv, was mehr Arbeitsplätze schaffen kann.
Wir haben es hier ja mit keiner Subventionierung einer unprofitablen Branche, wie z.B. Kohleindustrie, zu tun, sondern mit einer boomende Branche.

Z 12 Trollwächter - 1009 - 11. Januar 2011 - 4:00 #

"Der Firma geht's zwar hervorragend und wir fahren satte Gewinne ein, aber sicherheitshalber, man weiß ja nie, schmeissen wir mal alle raus und verlagern nach Kanada, weil's da billiger ist. Und den Kunden versuchen wir auch jeden Cent aus der Tasche zu ziehen. Wir leben schließlich in der Marktwirtschaft, ist ja nicht verboten."

Meinst du das ungefähr so? Ist das dein Weltbild, was wir teilen sollen? Die ökonomischen Rahmenbedingungen auf dieser Welt sind kein Naturgesetz und werden immer noch von Menschen beeinflusst und geschaffen. Und das in Zukunft hoffentlich durch welche mit mehr Weitsicht als Leute wie Kotick (oder Fuld, der ähnlich vorlaut war). Solche Leute prahlen mit sauberen Bilanzen, hinterlassen der Allgemeinheit aber verbrannte Erde. Und da lob ich mir einen Mick, der darauf hinweist.

Und bitte mal die Wirtschaftwissenschaften nicht mit dem "Mir-ist-alles-scheissegal"-Kapitalismus in einen Topf werfen. Letzterer ist nur eine Ausprägung aller möglichen Wirtschaftsordnungen und wird auch und gerade unter nämlichen Wissenschaftlern kritisch diskutiert.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3262 - 11. Januar 2011 - 10:08 #

Guter Kommentar!
Wer das herauspressen jeden Cents Profits, ohne Rücksicht auf Verluste gut findet, hat entweder Glück gehabt und ist bislang noch nicht selber unter die Walze geraten, oder gehört zu dem Promille derer, die (in D) davon profitieren.

Jedes Unternehmen will und muss Gewinn machen, aber Gier war noch nie gut.

bam 15 Kenner - 2757 - 11. Januar 2011 - 13:24 #

So meine ich das absolut nicht, habe ich auch nicht so geschrieben.
Es geht eben nicht um kurzfristige Kosteneinsparungen und kurzfristige Gewinne, sondern um ein langfristig vernünftiges Wirtschaften. Das ist eben kein "Mir-ist-alles-scheissegal"-Kapitalismus.

Kotick beweist gerade Weitsicht, genau deswegen geht es Activision Blizzard so gut. Man kann ja von dem Kerl halten was man will, aber ihm kurzsichtiges wirtschaften (also schlechtes wirtschaften) zu unterstellen ist absurd.

Nochmal: Es geht hier keineswegs darum einen Standort zu verlegen um mal eben Kosten einzusparen. Es geht darum langfristig an Standorten zu entwickeln, die kostenminimal sind, aber zugleich die Entwicklungsqualität nicht beeinträchtigen. Schlechte Spiele verkaufen sich nicht, das wäre alles andere als wirtschaftlich.

Erstes Ziel eines Unternehmens ist nicht der maximale Gewinn, sondern der "Selbsterhalt". Das mag in der Neuzeit für viele Manager nicht gelten, bei Activision aber gilt das definitiv. Man hat sich seit dem Zusammenschluss mit Vivendi zum Umsatzsstärksten Publisher gemausert und arbeitet daran diese Stellung auch beizubehalten. Bisher sieht es nicht dannach aus, dass sich daran etwas ändern wird.

Morkar (unregistriert) 11. Januar 2011 - 10:14 #

Grundsätzlich kann ich dir zustimmen. Alle Modelle "beweisen" das ja. Allerdings geht es hier nicht um Modelle, Zahlen und Statistiken. Hinter diesen Arbeitsplätzen stecken Menschen und jeder "Chef" sollte auch die moralische Integrität haben sich der sozialen Verantwortung gegenüber diesen Menschen bewusst zu sein. Und mit Verantwortung sind Taten gefragt, nicht nur hohle Motivationsreden wenn man Leistung will.

Aber ein Kotick bekommt ja nicht mal die Motivationsfloskeln hin. Im Gegenteil, er verteilt seinen Mitarbeitern in England damit Schläge ins Gesicht. Es ist für mich ein absolute Frechheit als Firmenchef aufzutreten und seinen Mitarbeitern zu sagen - oh halt, er sagt es ihnen ja nicht mal direkt sondern über die Presse - dass sie entlassen werden könnten weil man mal gerade keine Steuererleichterung bekommt. Da ist es egal ob er die Arbeitsplätze nach China, Indien oder Kanada verlagert.

Abgesehen davon bin ich davon überzeugt, dass es gerade in einer kreativen Branche ausgesprochen wichtig ist, Mitarbeiter zu haben, die gerne für einen arbeiten. Alles andere ist Gift und schadet dem Endprodukt letztlich. Vielleicht nicht in 3-5 Jahren, aber in ca. 10 Jahren wird die Firma mit dieser Taktik Gewinneinbrüche einfahren. Das kann Kotick dann natürlich schon egal sein...

Larnak 21 Motivator - P - 25873 - 11. Januar 2011 - 11:40 #

Gerade langfristig funktioniert doch die Perspektive "Weg aus dem teuren Westen" nicht. Gut, Kanada ist bei der Spielebranche natürlich eine Ausnahme.
Trotzdem: Wenn langfristig die Arbeitsplätze im 'Westen' verschwänden, verschwände hier auch der Absatzmarkt für die günstig hergestellten Produkte, die sich in Billigstan trotzdem niemand leisten kann. Bestenfalls kann man also von "mittelfristig Kosten senken" sprechen, wenn Unternehmen im großen Stil diese Taktik verfolgen.

Leider ist es ja nur auch so, dass es einige Unternehmen gibt, die das verstanden haben. Warum "leider" fragt man sich jetzt vielleicht. Nun, ganz einfach: Weil die, die es noch nicht verstanden haben, sich hier auf Kosten eben der, die es verstanden haben, bereichern können.

Anonymous (unregistriert) 12. Januar 2011 - 0:48 #

Ha ha, 'Wirtschaftswissenschaft'!, hu, huuhuu, hii.

Sorry, bei diesem Wort bekomme ich regelmäßig einen Lachkrampf. Ohne Frage gibt es einige wenige akademische Fachbereiche, die sich in weiten Teilen Wissenschaft nennen dürfen, da sie auf relativ unabänderlichen Fakten beruhen. es sei denn man wäre Gott. Physik und Chemie kommen einem spontan in den Sinn, und selbst da wird es in den jeweils gerade aktuellen Grenzbereichen schon eher esotorisch.

Aber 'Wirtschaftswissenschft'? Hu, ha, hiii, hii. Sorry, ich kann es einfach nicht ohne Lachkrampf schreiben. Das ist eine noch größere Ansammlung von unbewiesenen und unbeweisbaren, sich permanet widersprechenden und teils nachgerade absurden Theorien als Homöopathie und Astrologie zusammengenommen. Beides Fachgebiete, die wohl nur sehr wenige Menschen als Wissenschaft bezeichnen würden.

Wie kann man etwas als Wissenschaft bezeichnen, bei dem es diametral gegensätzliche Modelle, Denkschulen, ja Weltsichten gibt? Die Situation wäre vergleichbar mit einer Physik, in der die einen meinen, Gravitation wirke anziehend, während andere das Gegenteil behaupten. Oder einer Chemie, in der eine Hälfte der Chemiker die Auffassung vertritt, wasser bestünde aus zwei Teilen Strontium und einem Teil Uran.

'Wirtschaftswissenschaften' sind nichts weiter als mathematisch (wobei es bei den meisten 'Wissenschaftlern' hier gerade mal bis Dreisatz und Prozentrechnung reicht) verbrämte Religionssurrogate, deren einziger Sinn und Zweck darin besteht, bestimmte politische Ansichten (in welche Richtung auch immer) vorgeblich wissenschftlich zu legitimieren.

Mit Wissenschaft hat das nicht das Geringste zu tun. Umso mehr mit Pharisäertum, purem Zynismus und - im Falle der tatsächlich Gläubigen - nahezu grenzenloser Dummheit.

ads (unregistriert) 19. Januar 2011 - 20:48 #

BWL und VWL mögen Wissenschaften sein, allerdings alles andere als exakte. Und manch eine Uni steht nicht gerade in dem Ruf ohne ideologische Scheuklappen an ihre Arbeit zu gehen. Aber im Prinzip hast du schon recht, die Kritik an der VWL ist etwas gar pauschal. Micks Ärger über gewisse (pseudo) VWLer kann ich aber schon verstehen, hab auch schon mit genügend Erstsemesterstudenten der VWL und BWL diskutiert, die glaubten die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, aber eigentlich nur wussten das der Markt frei und die Steuern niedrig sein müssen.

Was mir aber schon zu denken gibt: miliardenschwere Unternehmen müssen von Papa Staat Geld bekommen, sonst drohen sie gleich mal mit dem Wegzug. Was passiert wenn diese Praxis sich konsequent durchsetzt? Jede Firma mit ein bisschen Lobby bekommt Geld vom Steuerzahler, ob sie es nun braucht oder nicht? Und am Schluss landet die Kohle bei den Herren Aktionären und Managern, super, nette Umverteilung von Unten nach Oben. Genau was es braucht.

SirSyco 09 Triple-Talent - 248 - 10. Januar 2011 - 23:10 #

an die 600 leute die das betrifft denkt, selbstverständlich, keiner.
und um die gehts _eigentlich_.
aber _eigentlich_ hat ja b.k. recht, denn man ist ja mobil und flexibel heutzutage.
da könnte man _eigentlich_ mal eben umziehen um etwas steuern zu sparen.
denn _eigentlich_ gehts ja nur darum steuern zu sparen und mehr gewinn einzufahren.

man könnte das ganze ja _eigentlich_ auch mal menschlicher betrachten und sagen: "_eigentlich_ müssen wir nicht zwingend umziehen, weil unsere aktionäre _eigentlich_ schon genug kohle haben."

ich bin kein gutmensch der nicht weiß wie die moderne wirtschaft funktioniert.
aber man kann 5 auch mal gerade sein lassen.
und das mein ich allgemein und nicht nur auf activision bezogen.
die raffgier, welche manche firmen an den tag legen ist auf dauer kontraproduktiv.

hätten menschen wie b.k. mehr soziale kompetenzen, wären wir heute bedeutend weiter.

aber ist reine spekulation jetzt.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 11. Januar 2011 - 13:05 #

"_eigentlich_ müssen wir nicht zwingend umziehen, weil unsere aktionäre _eigentlich_ schon genug kohle haben."

Das systemimmanente Problem dabei ist ja leider auch, dass für Aktionäre ethisches Handeln kein Kriterium ist. Belohnt wird, was Profit macht; etwaige Auswirkungen aufs Gemeinwohl sind irrelevant. Sogar Menschenleben sind irrelevant.
Man stelle sich zum Beispiel mal vor, Union Carbide würde plötzlich eine Pressekonferenz anzetteln, auf der bekanntgegeben wird, dass man sich endlich zur vollen Verantwortung für die Chemiekatastrophe im indischen Bhopal bekennt und soundsoviel Milliarden für Stiftungen zur Spätfolgenbetreuung (oder sowas ähnliches) bereitstellen werde. Was würde dann wohl mit dem Aktienkurs des Konzerns passieren...?

SirSyco 09 Triple-Talent - 248 - 12. Januar 2011 - 0:20 #

Geld regiert die Welt stimmt halt...

"„Erlaube mir das Geld einer Nation herauszugeben und zu kontrollieren, dann ist es mir egal wer die Gesetze macht.“
- Amschel Rothschild

Wer "macht" das Geld -> Private Banken.
Wer kontrolliert das Geld -> Konzerne.

Wer etwas anderes behauptet der verschließt doch die Augen vor der Wahrheit.

DAS IST DIE URSACHE.
Alles folgende sind Sympthome unter denen viele Leiden müssen und relativ gesehen wenige profitieren.

Beispiel:
"Deutschland: Hier ist das Gehalt eines in den oberen 10 % liegenden Verdieners dreimal so hoch wie das eines in den unteren 10 % liegenden gering verdienenden Arbeitnehmers."

Lösung:
"Allgemein ist zu sagen, dass Länder mit relativ hohen gesetzlichen oder tarifvertraglichen Mindestlöhnen eine geringere Spreizung der personellen Lohnstruktur aufweisen. Das hat den Vorteil, dass ein bestimmtes Entlohnungsniveau gewährleistet ist."
NACHTEIL:
"Allerdings führt dieser Sachverhalt häufig zum Wegfall von gering produktiven Arbeitsplätzen was die Arbeitslosigkeit von gering qualifizierten Arbeitnehmern erhöht und zusätzlich enorme Barrieren bei der Arbeitssuche entstehen lässt." [alle Zitate aus Wikipedia!!]
LÖSUNG:
Bildung.
Aber hey, brauchen wir nicht. Wir investieren in AKW's (stellvertretend jetzt für langfristig sinnlose investitionen), fördern Förderbandjobs (MiniJOBs, 1-Euro-JOBs, 400 EuroJOBs), legen Statistiken nach belieben aus (aktuell: Arbeitslosenzahlen) und handeln gegen den Willen des Volkes ("Stuttgart 21", Europapolitik, "Verteidigungs"politik).

Somit wäre es meiner Logik nach durchaus ein probates Mittel zu regulieren. Nennt sich auch _soziale_ Marktwirtschaft.
Scheidet aber aus. Zitat siehe oben.

Regierung, wollt ihr mich verarschen?

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9883 - 10. Januar 2011 - 23:15 #

Über die Einführung solcher Schutzzölle hatte ich auch schon mal gedacht. Wäre lustig zu sehen, was passiert, wenn das in der EU eingeführt würde und Blizz plötzlich ihr wichtigester Markt wegbricht...

Und zum Argument Aktionäre glücklich machen: Warum ist eigentlich noch keiner drauf gekommen, die Börsen zu schließen? ;-)

Dragonborn (unregistriert) 10. Januar 2011 - 23:15 #

Okay Mick, ich sags dir! (wenn du darum bittest).

Es ist grundsätzlich vollkommen ok für jede Firma, auch westliche, überall auf der Welt Arbeitsplätze zu haben. Soweit stimmen wir hoffentlich überein. Was mir nicht ganz klar ist, ob du dich einfach über Activision aufregst (Nach dem Motto: "Wie können die es wagen...!") oder ob du grundsätzlich kein Problem mit denen hättest, wenn nur die englische Regierung gelassen antworten würde. Ich glaube das tut sie in gewisser Weise, indem sie Kotick ignoriert und warum auch nicht, wegen 600 Arbeitsplätzen überdenkt doch kein Land seine Steuerpolitik. Anders gesagt: Wenn nur Kotick kreischt, jucken in London niemandem die Ohren. Gesetzt den Fall du ärgerst dich einfach über Koticks Kaltherzigkeit und mangelnde Moral: Ich kanns nachvollziehen. Aber andererseits ist er doch auch nur einer von vielen, die deutlich sehen: Woanders ists günstiger, also sollte ich einfach alles umsiedeln. Und ich werde mich nicht über diese einzelne Person aufregen, die ich überhaupt nicht kenne, und deren genannte Aussagen nur eins zeigen: Kalten Geschäftssinn. Der zeigt sich auch in Koticks versuchten Einfluss auf die englische Steuerpolitik, aber sowas hat er doch nicht erfunden. Es scheint mir eher die Standardforderung der Wirtschaft jeden Landes zu sein, zum "Erhalten der Wettbewerbsfähikeit!", du weisst schon... Was mich am meisten interessiert, ist, warum du dich gerade über Kotick aufregst, während diese ganze Sache im Allgemeinen eher nichts mit Spielen zu tun hat. Zu der Extra-Zoll-Idee würde ich nur zustimmen, wenn ausnahmslos jedes in Billiglohnländern hergestellte Produkt mit diesem Zoll belegt werden würde. Und die Einnahmen daraus müssten dann in die Hilfen für die Arbeiter in den genannten Billiglohnländern fließen. Falls so ein Zoll nähmlich nur auf bestimmte Waren (wie Spiele) gelegt würde, wäre das eine Art Subventionierung von Jobs, die wir haben wollen. So nach dem Motto: "Wir denken und ihr näht/baut/klebt zusammen.".

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5941 - 10. Januar 2011 - 23:41 #

@Dragonborn: Genauso legitim ist es in einem Wirtschaftsraum die eigenen Interessen zu wahren. Sprich mit Zöllen bzw. Abgaben den Markt zu regeln. Und wieso sollte dieses Geld denn in die Billiglohnländer gehen? Schließlich sind die ja letztlich auch die Nutznießer dieser "Ich produziere da, wo es am billigsten ist"-Politik?
Ich rege mich übrigens nicht speziell über den Herrn Kotick auf, sondern über das ganze Gehabe diverser Wirtschaftslenker. Mister Kotik bot nur diese Woche den passenden Aufhänger dafür.

Larnak 21 Motivator - P - 25873 - 11. Januar 2011 - 11:44 #

Das Geld sollte wohl deshalb dorthin gehen, weil zwar die Länder profitieren (Sprich: Vor allem Regierungen, Diktatoren, Machthaber, Firmenvertreter, andere Vermögensbesitzer), nicht aber die Arbeiter, die tatsächlich die billige Arbeit machen müssen. In vielen Fällen werden die immer noch zu unmenschlichen Bedingungen "gehalten" (anders kann man es wohl nicht mehr nennen).

@Dragonborn: Es geht ja um "die Koticks dieser Welt", nicht nur um Kotick :D

ads (unregistriert) 19. Januar 2011 - 20:58 #

Die Arbeiter sollen also billiger Produzieren, aber hinten rum geben wir ihnen dann wieder mehr Geld um ihre Lebensbedingungen zu verbessern? Dann können wir ihnen ja gleich von Anfang an einen anständigen Preis bezahlen oder weiter bei uns produzieren lassen.

flow7 (unregistriert) 10. Januar 2011 - 23:45 #

Dickes WORD!!!

llg 13 Koop-Gamer - 1341 - 10. Januar 2011 - 23:54 #

Im Zweifelsfall könnte man doch auch einfach Koticks Posten outsourcen, da würde man sicherlich auch noch die eine oder andere Rupie einsparen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 335722 - 11. Januar 2011 - 0:40 #

Das hat im Kleinen in der aktuellen (glaube ich) brand eins eine südamerikanische Agenturchefin gemacht: Sie hat sich selbst wegrationalisiert, als das Geld nicht mehr für alle Mitarbeiter reichte, die Geschäftsführung teilen sich nun die 10 Mitarbeiter. Klitzekleiner Schönheitsfehler bei der Selbstlosigkeitsparabel ist nur: Sie ist wohl immer noch Besitzerin des Ladens...

llg 13 Koop-Gamer - 1341 - 11. Januar 2011 - 0:49 #

Stimmt, jetzt, wo du es schreibst... ich erinnere mich daran, auch im letzten (?) Spiegel etwas darüber gelesen zu haben.
Aber selbst, wenn die Selbstlosigkeit nicht vollkommen war, sie hat immerhin geschafft, niemanden feuern zu müssen. Man sollte seine Altruismus-Ansprüche nicht zu hoch schrauben... anderseits sollten wir bei Bobby natürlich genau darauf achten, dass so ein unglaubliches Versäumnis in seinem Fall nicht vorkommt.

Larnak 21 Motivator - P - 25873 - 11. Januar 2011 - 11:46 #

Also schon mal fleißig Aktien kaufen, damit uns dann am Ende der Laden gehört, nicht ihm? :D

llg 13 Koop-Gamer - 1341 - 11. Januar 2011 - 22:35 #

Genau. GG übernimmt endlich, wird ja auch Zeit.

hoschi 13 Koop-Gamer - 1484 - 11. Januar 2011 - 0:10 #

Die geschilderten Tatsachen sind inhaltlich an sich mehr oder weniger richtig, aber sich darüber aufzuregen ist meiner Meinung nach etwas heuchlerisch.
Denn das ganze trifft doch auf alle anderen Industriezweige auch zu, sogar noch viel mehr. Was will man dagegen machen? z.B. etwa keine Elektronik-Geräte mehr kaufen weil sie aus Fernost kommen? Macht doch auch keiner und der Herr Schnelle auch nicht.
Warum sollte es dann im global gesehen wirtschaftlich eher unbedeuteten Spiele-Bereich so sein...

BremerMüller (unregistriert) 11. Januar 2011 - 0:59 #

Joa MW2 ist und bleibt beschissen. Sie hätten Koticks Gesicht auf die Packung drucken sollen um vor dieser Verarsche zu warnen.

volcatius (unregistriert) 11. Januar 2011 - 1:26 #

Der Staat sollte sich nicht erpressen lassen, denn das weckt sicherlich weitere Begehrlichkeiten.
Wohin das führt, kann man hier zu Lande bei den irrsinnigen Auswüchsen für Kohlebergbau und der Landwirtschaft beobachten.

Auf der einen Seite einen strikten Sparkurs fahren, Tausende Beschäftigte entlassen und Gehälter kürzen, auf der anderen Seite Privilegien für eine Handvoll Leute erhalten? Das lässt sich wohl kaum vermitteln.

Interessant wäre aber zu erfahren, wie hoch diese Subventionen waren.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Januar 2011 - 2:50 #

Wobei ich gerade diese Beispiele nicht gleichsetzen würde mit Computerspielen. Oder möchtest du in einem Staat leben dessen Grundbedarf an Nahrungsmitteln von Ausland ABHÄNGIG ist ? Ähnlich sieht es doch mit der Kohle aus, die Umwelt rettet man dadurch nicht, denn andere Länder werden weiterhin unter schlechteren Bedingungen und mit veralteten Filtersystem Kohle abbauen und verarbeiten. Und dann wohl noch mehr, da die Deutschen ab und zu auch mal was brauchen.

Bei Kotick geht es doch nur um Gewinnmaximierung, bei den von dir genannten Themen steckt doch weitaus mehr dahinter.

Larnak 21 Motivator - P - 25873 - 11. Januar 2011 - 11:48 #

Wenn ich mich nicht irre, gab es doch die Subventionen nie, sie waren nur geplant - und wurden eben nun durch den Sparkurs wieder aus der Planung herausgenommen.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Januar 2011 - 1:37 #

Ich kann die Englische Regierung absolut verstehen. Sie müssen sparen und das geht leider am einfachsten in Branchen die selbst in Krisenzeiten noch gute Gewinne eingefahren haben. Würde sich England "erpressen" lassen, könnte das fatale Folgen haben. Jedes größere Unternehmen könnte um Steuervergünstigung beten, sobald auch nur die kleinste Möglichkeit besteht die Produktion ins Ausland zu verlagern. Was passiert wenn Menschen wie Kotick sich zum Rudel Versammeln habt man ja an den Aktienmärkten und Banken gesehen...

Herr K ist für mich das Paradebeispiel eines Geldgeilen Ausbeuters.
Jemand der ein Unternehmen führt, deren Umsatz die 1 Milliarde übersteigt droht Regierungen wegen verlorenen Steuererleichterungen? Ein Mann der 15 Mio im Jahr verdient. Und gleichzeitig verkündet man müsse Spielepreise um 10$ erhöhen, weil man ja sonst bald im Armenhaus landet? Und wenn er könnte würden die Preise noch höher sein? Ein Mann der sich öffentlich über Microsoft beschwert, weil sie ihm nicht die Hälfte der XBox Live Einnahmen aushändigen, da schließlich min. 50% nur Gold Member wären wegen seiner Spiele?

Wollen sie vielleicht noch 50% der PC Hardwareumsätze da ja die halbe Welt WoW spielt? Oder fragen sie doch nochmals bei Microsoft nach, schließlich könnten sie ja WoW auch auf Linux umstellen dann würde man ja kein Windows mehr benötigen. Vielleicht gibt es dann noch etwas Taschengeld für jedes verkaufte Microsoft OS ;)

Da der PC und Konsolenmarkt ihnen ja auch nicht genug Wachstum bietet, wollen sie ja auch in andere Richtungen Spiele Entwickeln, falls sie mal Zeit haben kann ich ihnen bestimmt gute Tipps geben wie sie sich auch in den neuen Bereichen direkt unbeliebt machen, wobei sie da mit Sicherheit schon einen Vorabplan haben ;)

Weitere bekannte Aussagen von ihm waren dann noch "Wissen Sie, warum es keinen Spaß macht, bei Activision zu arbeiten? Weil es keinen Spaß machen soll." oder „Wir sind eine Aktiengesellschaft, wir haben ethische Verpflichtungen und das, was sie gemacht haben... ich würde dafür in den Knast wandern“

Ich habe nichts dagegen wenn ein Unternehmen gut geführt wird und Gewinne einfährt, und sich auch sorgen um die Zukunft macht. Aber wenn Activison in den nächsten 10 Jahren Insolvenz anmelden muss, dann liegt das mit Sicherheit nicht an der Englischen Sparpolitik sondern am falschem Management. Aber da Herr K. sich ja ausschließlich in bekannten Wirtschaftsmagazinen und Bänker Konferenzen zu Wort meldet und weniger in Spielemagazinen etc. wird er das wohl wissen. und wie sagte schon Tim Schafer, in der Waffenindustrie wären sie besser aufgehoben. Da würden sie bestimmt noch eine Stelle finden, falls das mit Activision mal nicht mehr klappt.

Ich hoffe man merkt, das ich dem Artikel voll und ganz zustimme ;)

motherlode (unregistriert) 11. Januar 2011 - 3:01 #

Bei mir würde ein Manga Stil übrigens ganz gut ankommen, die Design Änderungen bei Tabula Rasa den Manga Stil herauszunehmen hat mich vor einigen Jahren regelrecht erschrocken ^^

psychodad (unregistriert) 11. Januar 2011 - 4:51 #

Wer schon mal mit Indern oder Chinesen beruflich zu tun hatte, wird wissen, daß Outsourcing von Softwareentwicklung in diese Länder keine echte Alternative ist, wenn man Qualität will.
Der Kotick muß das vielleicht noch lernen.

Makariel 19 Megatalent - P - 13845 - 11. Januar 2011 - 11:08 #

AFAIR will Bobby nach Kanada.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Januar 2011 - 17:25 #

Und wenn er jetzt UK dichtmacht hat er ja auch einen Sündenbock ;)

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11131 - 11. Januar 2011 - 11:28 #

Der Witz dabei ist ja irgendwie. Die Leute werden ja nicht rausgeworfen, weil sie schlechte Arbeit gemacht haben, sondern weil die Rahmenbedingungen für maximalen Gewinn nicht mehr gegeben sind. D.h. hier wird guten Arbeitnehmern einfach vor den Kopf gestoßen, die dann machtlos zu sehen dürfen, wie ihre Arbeitsplätze über Politik- und Managemententscheidung mal ein paar Tausend Kilometer quer über den Globus verlegt worden sind. Möchte mal einen hier hören, der daran persönlich "seine Freude" und "Verständis" hat.
Gleichzeitig gehört Europa neben den USA und Japan wohl immer noch zu größten Absatzmarkt für die Weltwirtschaft, doch es wandern immer mehr Jobs von hier weg in andere Länder. Da sollte man irgendwie einen Weg finden, dass dann hier auch produziert wird, wenn man Produkte hier absetzen will. Ist doch afaik so in den USA, dass dort ein Auto-Hersteller, um seine Autos durch verkaufen zu dürfen, eine Produktionsstätte eröffnen muss oder so.

Tr1nity 27 Spiele-Experte - P - 79819 - 11. Januar 2011 - 12:03 #

Erinnert sich noch einer an die Schließung des Nokia-Werkes in Bochum, weil Nokia die Produktion nach Rumänien (da einfach billiger) verlagerte? 2300 Festangestellte und 1000 Leiharbeiter verloren damals ihren Job. Keiner in Deutschland fand das damals gut - im Gegenteil.

Macht Kotick seine "Drohung" war, wird das gleiche 600 Mitarbeitern in England passieren, die - wie die Mitarbeiter damals in Bochum - nichts dafür können. Sowas nur aufgrund von Gewinnmaximierung auf den Schultern von unbeteiligten Mitarbeitern auszutragen kann und sollte man einfach nicht gut heißen. Wer schuftet denn schließlich dafür, daß es einer Firma gut geht? Danke Mick für diesen Artikel.

Ganesh 16 Übertalent - 4975 - 11. Januar 2011 - 13:17 #

Man sollte bei dem Nokia-Beispiel nicht vergessen, dass das Werk hier in Deutschland jahrelang subventioniert wurde. Ich meine mich auch daran zu erinnern, dass es sehr wohl Verlagerungen von Finnland nach Deutschland gegeben hatte.
Das Beispiel zeigt eher, dass sich Staaten nicht auf einen Subventionierungswettbewerb um die niedrigsten Lohnkosten einlassen sollten. Erfahrungsgemäß können mitteleuropäische Staaten diesen auf lange Sicht nicht gewinnen - bis das aber klar ist, sind schon etliche Steuergelder geflossen, die an anderen Stellen natürlich fehlen.

Age 19 Megatalent - P - 13988 - 11. Januar 2011 - 15:24 #

Richtig, als die Subventionszahlungen eingestellt wurden, wurde eine neues Werk in Rumänien hochgezogen und wenn ich mich nicht täusche gab es dafür Subventionen aus irgendeinem EU-Wirtschaftshilfeaufbauirgendwas-Topf...

Ganesh 16 Übertalent - 4975 - 11. Januar 2011 - 16:07 #

Das es für das Werk in Rumänien Subventionen gab, würde ich mal als gegeben annehmen. Ich wollte bloß darauf verweisen, dass Deutschland, wenn es Lohnkosten drückt, dazu anregt, woanders Arbeitsplätze zu vernichten. Es ist scheinheilig, erst in dem Moment über Subventionen und anschließende Verlagerungen rumzuheulen, in dem Deutschland nicht mehr von einer derartigen Situation profitiert.

Age 19 Megatalent - P - 13988 - 11. Januar 2011 - 16:26 #

Und ich wollte nur darauf aus, dass solche Konzerne einfach solang alles abgrasen wie es geht und dann zur nächsten Weide ziehen. Ähnliche Konkurrenz betreibt man ja sogar im Kleinsten, hier in den Kommunen durch die verschiedenen Hebesätze bei der Gewerbesteuer. Und irgendwie kommt man zu einem Henne-Ei-Prinzip...

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Januar 2011 - 20:05 #

Müller"Gen"Milch ist da auch so ein Beispiel.

anonymer Onkel (unregistriert) 11. Januar 2011 - 13:12 #

Die Idee mit den Strafzöllen hatte ich bereits in der zugehörigen News geäußert. Herr Schnelle, meine Anwälte werden sich betreffs Schadensersatzforderungen wegen Ideendiebstahl demnächst mit Ihnen in Verbindung setzen.
Ernsthaft:
Den Koticks dieser Welt will ich keinen Vorwurf machen; sie handeln rational. Aufgabe der Wirtschaftspolitik ist es, diese rationalen Überlegungen dahingehend zu beeinflussen, dass unter dem Strich eine für das betroffene Land wünschenswerte Unternehmensentscheidung herauskommt. Das Unternehmen mit negativen Steuern (Subventionen) zum Bleiben zu bewegen, ist eine Möglichkeit. Genauso möglich ist es aber, das Unternehmen für die Umsiedlung mit positiven Steuern zu bestrafen. Nun haben die Briten das Problem, dass sie Mitglied einer Freihandelszone sind und deswegen nicht unilateral Strafzölle verhängen können. Dass die EU aber wegen 600 Arbeitsplätzen in England drastische Maßnahmen ergreift, wird nicht passieren. Schade eigentlich!
Wünschenswert wäre, würden sich die wichtigsten Industrieländer zusammensetzen und einen Rahmen dafür setzen, was fiskalpolitisch erlaubt ist und was nicht. Nur so kann man verhindern, dass große Konzerne Staaten weiterhin gegeneinander ausspielen.
Da aber eine Harmonisierung der Steuergesetze noch nicht einmal auf EU-Ebene funktioniert, wird das noch für lange Zeit ein Wunschtraum bleiben.

Gecko 13 Koop-Gamer - 1518 - 11. Januar 2011 - 15:20 #

Interessante Kolumne und ich kann dir nur zustimmen!
Androhungen dieser Art können einfach nur aufregen, bzw. ich kann jeden verstehen, den das aufregt.

Dieses Problem als Ganzes - über alle Branchen hinweg - besteht ja schon lange und ich finde es gut das dies auch angesprochen wird.

Klar, irgendwo steckt eine nachvollziehbare, wirtschaftliche Denkweise dahinter - aber es sollte Grenzen geben.
Auf jeden Fall sollte die Politik generell etwas mehr Mut beweisen, was Sanktionen betrifft, denn bis jetzt können bestimmte Unternehmen tun und lassen was Sie wollen.

Gerade bei Activision stellt sich nun wirklich die Frage, ob Sie aktuell Subventionen nötig haben.
Auf Qualität sollte eben auch Wert gelegt werden und in der Tat wird die sicherlich leiden, wenn Titel zu beliebigen Studios transferiert werden.

Anonymous (unregistriert) 11. Januar 2011 - 16:04 #

Schöner Artikel !
Ich muss hier in dem Zusammenhang eine These loswerden:
Grad stand noch auf GG, das mehr Landwirtschaftssimulatoren verkauft wurden als bei wow:Cataclysm geschehen.
Stellen wir uns nur mal einen Moment vor, man könnte bei wow:Cata das Argument Raubkopie bringen. Da wären doch Kotick und Co wieder ihre Standardtextbausteine losgeworden.
Ich denke die meisten Leser wissen worauf ich anspiele.
(Moped, der immer sein pw vergisst -.- )

Jörg Langer Chefredakteur - P - 335722 - 11. Januar 2011 - 17:59 #

Das stimmt so nicht, vielmehr war LWS 11 letztes Jahr das meistverkaufte Spiel im Budgetbereich, und in den Vorjahren war das WoW.

Anonymous (unregistriert) 11. Januar 2011 - 17:52 #

die Sache mit dem Outsourcen von Produktion wird meiner Meinung nach zu kritisch betrachtet. Die BRIC (Brasilien, Russland, Indien, China) sind aufstrebende NAtionen ähnlich wie DEutschland und Japan nach dem 2.WK. Sie suchen ähnlich wie wir und die Japaner zuvor, nach Anteilen am Markt und einer letzendlichen Spezialisierung. In DEutschland sind es Automobile und Großmaschinen, in Japan ebenfalls Automobile und Elektronikprodukte wie Fernseher, Kameras, etc. Deutschland versuchte sich zu seiner Zeit z.B. auch auf dem Elektronikmarkt mit Fernsehern und KAmeras durchzusetzen, verlor seine Stellung aber zugunsten Japans. Dafür bereitete die deutsche Chemie und Pharma Branche den Japanern Kopfzerbrechen. Das die BRIC Länder für sich auch eine globale Stellung in Teilgebieten beanspruchen wollen, steht außer FRage und ist nur rechtens. Wie sich jedoch die industrielle Spezialisierung verschieben wird, steht noch in den Sternen. Man sollte es immer so sehen, das solche Verschiebungen zu einer größeren Qualität und Vielfalt führen. Ich hätte keine PRobleme mit mehr asiatischen (sei es nun indisch oder chinesisch) Spielefirmen. Denn einen frischen Wind in der langsam sehr monoton wirkenden und festgefahrenen Spieleindustrie (s. Sequel Schlachten und Bug-Invasion) kann ich nur begrüßen.
zu Mick Schnelle:
Dein Vorschlag mit den Schutzzöllen ist in einer globalisierenden Welt nicht durchführbar. Die Folgen wäre nicht nur die Auslagerung der Produktion einzelner Titel, sondern sogar die Auslagerung ganzer Firmenhauptquartiere ins Ausland, um den heimischen Auflagen entgehen zu können. So würde man den Schwellenländern die eigene Industrie mitsamt Knowhow auf einem Silbertablet servieren. Das wäre sicherlich keine Entwicklung über Nacht, doch sie würde nichtsdestotrotz stattfinden und die INfrastrukturen verlagern. Schutzzölle wären dann schon aufgrund der WTO Abkommen undenkbar.
Ausserdem! Selbst wenn solche Zölle machbar wären. Wer hindert Kotick daran die Mehrkosten auf den Preis der Titel umzuschichten. Schon heute sind viele bereit für Call of Duty 60 und mehr Euro auszugeben. WArum auch immer?!?! Am Ende würde der kleine Mann die Suppe auslöffeln dürfen.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Januar 2011 - 19:01 #

Vertrieb über eine Digitale Vertriebsform wie Steam und das mit den Zöllen wäre doch eh ein Schuss in den Ofen solange die nicht in DE stehen.

ichus 15 Kenner - 2987 - 11. Januar 2011 - 20:22 #

Wo genau ist jetzt das Problem an seiner Äußerung??

Anonymous (unregistriert) 11. Januar 2011 - 22:35 #

vor nicht all zu langer Zeit hat Google der irischen Regierung drohend den Finger hingestreckt: "wenn ihr uns die Steuern erhöht werden wir böse, schliesslich schleusen wir all unsere europäischen Geschäftsgewinne durch Irland um von den niedrigsten europäischen Steuern zu profitieren und so im Jahr 3 milliarden $$ zu sparen."

Die drohung von Kotick sieht dahin gegen wie der Versuch aus, mal zu sehen wie sich das anfühlt.

zeiteisen 11 Forenversteher - 705 - 12. Januar 2011 - 13:05 #

Bobby sieht aus wie Oliver Kalkove

Linksgamer (unregistriert) 12. Januar 2011 - 15:28 #

Huch, Mick ist also ein Linker! *staun* Hut ab - mit solchen Aussagen riskiert man hierzulande immer noch einiges. Leider.

Und die vermeintliche "Wissenschaft BWL", deren tolle Erkenntnisse gelten ja auch immer nur so lange, wie es den BWLern selbst passt. Jahrelang schwafelt man von "Eigenverantwortung", dass der Staat sich aus allem raushalten soll, und wer aus Gründen der Profitmaximierung entlassen wird, hat eben Pech und kann verrecken. Bis plötzlich... Banken durch eigene, lemminghafte Fehlentscheidungen am Abgrund stehen.

DANN wird plötzlich nach dem Staat gerufen, DANN soll er sich plötzlich gerne einmischen und die Kohle rüberschieben. Von "Eigenverantwortung" keine Spur mehr. Dem Normalbürger werden die Ersparnisse genommen, wenn er entlassen wird - die Banker behalten ihre Villen und kriegen noch Boni, die Milliarden vom Staat sprudeln.

Zum Glück für all die Neoliberalen gibt es kaum Medien, die diesen Widerspruch groß thematisieren. Um so überraschter bin ich, gerade hier sowas zu lesen.

Wunderheiler 20 Gold-Gamer - 20633 - 16. Januar 2011 - 21:17 #

Finde die Forderung grundsätzlich richtig oder nachvollziehbar (genauso könnte man auch gegen Lohndumping vorgehen. Sobald der Vorstand z.B. mehr als das 100fache des Niedrigstverdieners der Firma (inkl. augelagerter ...-Abteilung verdient -> Strafzoll).
Aber wird sind doch auch selber Schuld. Solange alles immer billiger werden muss, bevor es gekauft wird, werden die Firmen Mittel (voller Giftstoffe) und Wege (der Erpressung) finden, um das zu erreichen.

Anonymous (unregistriert) 19. Januar 2011 - 15:17 #

@ Wunderheiler:

Wir "feiern" ja gerade 10 Jahre Euro - ist seit der Einführung denn wirklich irgendwas billiger geworden? Okay, CD-Rohlinge vielleicht... ;)

In den meisten Fällen wird m.E. der Herstellungsprozess verbilligt, die Qualität und Haltbarkeit eines Produkts gesenkt, Arbeitsplätze outgesourct - aber das Produkt trotzdem immer teurer, weil gewisse Gewinnmargen "Pflicht" sind.

Wolsga 13 Koop-Gamer - 1515 - 16. April 2011 - 19:04 #

Am schlimmsten ist es, das sich das Spieldesign dem Umsatz anpassen muß.
Und wenn ein Spiel in der dümmsten Variante am meisten Kohle ausspuckt,
dann wird es so gemacht. Spielspaß ist ein Relikt der Vergangenheit,
wir erleben nur das an Spielspaß was aus finanzkapitalistischer Sicht noch übrig bleibt.

Asto 15 Kenner - 2904 - 20. Juli 2011 - 18:51 #

Ha der wird einem auch immer unsympathischer. Und seine Rolle in dem einen Film macht es nicht besser ;)

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