Roland Austinat fragt:

"Nichts für Erwachsene?"

Unser eigentlich in San Francisco lebender Autor war auf Deutschlandreise und ist auf alte Games-Bekannte gestoßen, die kaum oder nicht mehr spielen. Wieso? Sind Computerspiele im Großen und Ganzen nichts für Erwachsene? Roland Austinat sagt Ja: Auch fast 40 Jahre nach ihrer Erfindung seien Games nicht wirklich für Erwachsene gemacht.
Roland Austinat 17. Oktober 2009 - 20:11 — vor 6 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
Vor genau vier Wochen gab's bei mir ein Wiedersehen mit alten Kampfgefährten -- nicht etwa aus der Zeitschriften-, sondern der Schulzeit: Ein Abi-Treffen war angesagt. Zwar hatten sich die meisten Teilnehmer im Vergleich zu früher optisch nur unwesentlich verändert, doch so gut wie niemand, so stellte sich heraus,  verbringt seine Freizeit noch mit PC- und Videospielen. Und dass, obwohl wir zu Schulzeiten stundenlang Listings aus Magazinen wie 64'er und Happy Computer abgetippt hatten -- egal, ob die daraus resultierenden Spiele dann etwas taugten oder nicht. Ja, liebe jüngeren Computerspiele, vor den Demo-Datenträgern und vor dem Internet hat man Programme und Spiele abgetippt. Zeilenweise, mit Prüfsumme.

Wo ist die Begeisterung hin?

Auf jeden Fall: Von der Begeisterung, die meine Freunde und mich damals zu Zak-McCracken-Telefonkonferenzen trieb, ist bei ihnen nicht mehr viel übrig geblieben. Ich finde es interessant, dass PC- und Videospiele auch 29 Jahre nach Pac-Man beziehungsweise 37 Jahre nach Pong ein relatives Nischendasein fristen beziehungsweise als Kinderkram abgetan werden. Moment, höre ich da jetzt etliche Leser protestieren, Grand Theft Auto, Halo und Mario seien doch echte Massenthemen? Sicher, sicher. Doch wer spielt die denn? Wie alt sind die Spieler? Und wenn Spiele so etabliert sind, warum schreibt dann die Branche in diesem Jahr zweistellige Minuszahlen, weil eben die großen Hits des Vorjahres fehlen? Selbst Nintendos Wii-Verkaufszahlen sind rückläufig.
 
Natürlich brauchen manche Dinge wie eine kulturelle Breitendurchdringung von Videospielen Zeit. Aber sind knapp 40 Jahre nicht langsam genug? Nehmen wir die Filmindustrie, mit der die Häuptlinge von Hard- und Software-Firmen ihr Geschäft immer gerne vergleichen. 40 Jahre nach den ersten Vorführungen der Gebrüder Lumière gingen die Oscar-Verleihungen in Hollywood bereits in die siebte Runde. Doch die Spielebranche hat noch immer keine ernstzunehmende, fernsehtaugliche Preisverleihung hervorgebracht. Sie sind eben kein Massenthema: In die ersten Filme strömten nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern Menschen aller Altersschichten, um sich von heranbrausenden Stummfilm-Lokomotiven das Fürchten lehren zu lassen. Und nach 40 Jahren hatten sich schon zahlreiche Filmkategorien wie Dokumentarfilm, Film Noir, Komödie, Historien-Epos, Western und zahlreiche andere etabliert.

Dieselben Themen nach fast 40 Jahren
 
In der Spielebranche geht es nach knapp 40 Jahren immer noch vorwiegend darum, Außerirdische, Fantasy-Monster, Ganoven und Polizisten um die Ecke zu bringen, Rennautos und Sportteams zu lenken oder so geschickt wie möglich von einem Ort zum anderen zu gelangen. Kein Wunder also, dass von meinen Freunden keiner mehr spielt -- ich würde auch nicht mehr ins Kino gehen, wenn dort nur noch Action-, Sport- oder Parkour-Filme gezeigt würden.
 
Wenn nur die ins Kino gingen, die Film-Zeitschriften studieren ...
Manche Vertreter der Spiele-Industrie ziehen spätestens jetzt Statistiken aus der Tasche, nach denen der durchschnittliche Spieler weiblich und mindestens 70 Jahre alt ist. Doch warum sehe ich dann so wenig zum Thema in den Medien, die von Leuten jenseits ihrer 20er gesehen, gehört und gelesen werden? Warum findet die überwiegende Mehrheit aller Berichte zu PC- und Videospielen in Print- und Online-Fachmagazinen statt, die von der breiten Masse (und vielen Spielern!) überhaupt nicht gelesen werden? Wenn nur die ins Kino gingen, die Film-Zeitschriften studieren, wären die Besucherzahlen in den Lichtspielhäusern nicht viel größer als die Verkaufszahlen von PC- und Videospielen.
 
Wenn Spiele sich zu einem akzeptierten Massenmedium entwickeln sollen, dann müssen sie auch in akzeptierten Massenmedien stattfinden. Nur haben diese Medien verständlicherweise kein Interesse daran, über ein Spiel zu berichten, das sich von seinem Vorgänger durch fünf neue Waffen oder sieben neue Levels unterscheidet und dessen Chefentwickler in einem Interview ein abwehrendes "Ich war's nicht, das war alles Teamarbeit" murmeln. Die neuesten Werke von Steven Spielberg, Brad Pitt oder Megan Fox sind da verständlicherweise spannender, wenn auch nicht immer gehaltvoller -- immerhin steht da eine mehr oder weniger attraktive Person im Vordergrund, mit der man sprechen und über die man schreiben kann. Doch die Vorzeige-VIPs der Spieleszene -- und es sind wenig genug -- kennt in den allgemeinen Medien kein Mensch.
 
Ich habe keine Lösung -- aber vielleicht ihr?
 
Wer jetzt erwartet, dass ich eine Lösung für dieses Wahrnehmungsproblem aus der Schublade ziehe, den muss ich leider enttäuschen. Über dieses Thema haben sich schon viele Leute Gedanken gemacht, allesamt bestimmt viel schlauer als ich. Nintendo probiert ja immerhin seit ein paar Jahren, mit der Wii-Konsole beziehungsweise dem DS neue Käuferschichten zu erreichen. Doch den Willen, wirklich etwas für Erwachsene zu entwickeln beziehungsweise diese Entwicklungen in "erwachsenen" Medien vorzustellen, kann ich nirgendwo entdecken. Sicher, mit zunehmendem Alter wetteifern immer mehr Dinge um unsere freie Zeit: Beruf, Familie, Haus, das ganze Programm. Aber wir besitzen immer noch so viel Freizeit wie keine Generation vor uns. Warum sollte die nicht auch für PC- und Videospiele genutzt werden? Was müssen Spiele leisten, um mit Büchern, Fernsehen und Kino zu konkurrieren? Und wie können sie jenseits von Mord und Totschlag auf sich aufmerksam machen?
 
Ich freue mich auf Eure Kommentare -- und verratet doch auch immer euer Alter. Das hilft, die Antworten einzuordnen. Und ich fände es schön, noch Leser jenseits der 35 begrüßen zu können...
 
Euer Roland Austinat (39, Videospieler seit 29 Jahren)

Abfuehrung
Jörg Langer Chefredakteur - Premium - 314265 EXP - 17. Oktober 2009 - 20:40 #

[Ich bin 37 und spiele seit etwa 30 Jahren]

Ich stimme dir zwar zu, dass Spiele noch längst nicht dieselbe Durchdringung aller Bevölkerungsschichten haben wie Filme, aber das liegt aus meiner Sicht nur zum kleineren Teil an den Themen, sondern daran, dass Filme viel leichter zu konsumieren sind. Aus drei Gründen:

1. Filme gibt es nicht nur im Kino (Wie viele ältere Leute trifft man dort? Das sind doch auch vor allem Jugendliche und junge Erwachsene!), sondern im Fernsehen, auf DVD, Videokassette, ...

2. Filme sind billiger (nicht pro Zeiteinheit, aber pro Film) -- im Fernsehen sind sie quasi kostenlos

3. Ich muss zum Anschauen eines Films nicht mehr können, als meinen Leib ins Kino zu schleppen oder aufs Sofa, und im letzteren Fall noch den Fernseher einschalten.

Sicher, erwachsene Themen (und ich rede, wie du, nicht von "18+", sondern von den tatsächlichen Inhalten) eher selten sind in Spielen. Der Bereich Herz-Schmerz-Liebe-Tod etwa, ohne den in Filmen nichts liefe, ist fast gänzlich ausgeklammert. Aber etwa Dragon Age, das ich gerade mit Vergnügen spiele, hat ganz deutlich einen erwachsenen Einschlag. Doch da die Spiele noch nicht in alle Bevölkerungsschichten vorgedrungen sind, lohnt es sich wohl einfach noch nicht, auch Nischen zu bedienen, und komplizierte Themen aufzugreifen.

Im Massenmarkt angekommen aber sind Spiele aus meiner Sicht -- denn der definiert sich vor allem über Umsatzzahlen. Und da haben die Spiele die Filme längst geschlagen (nicht aber, und da verweise ich auf die obigen drei Punkte, wenn man Kino + DVDs + TV rechnet).

Der nächste Schritt wird sein, dass sie immer mehr auch als Kunstform anerkannt werden. Und dass über erst seit kurzem verfügbare, günstige Vertriebswege (vor allem Digital Download) und Plattformen (iPhone, Browserspiele) auch Leute Spiele machen können, die eher von der künstlerischen Seite als von der monetären kommen.

Johannes Mario Simmel 13 Koop-Gamer - 1563 EXP - 17. Oktober 2009 - 20:52 #

Du spielst Dragon Age? Dann dürfen wir uns ja bald auf einen GG Test freuen! :)

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:21 #

Ins Kino gehen nicht nur hier in den USA viele ältere Leute - auch in Deutschland berichten mir meine Eltern regelmäßig, was sie im Kino oder Theater oder Musical gesehen haben.

Ein Kinofilm kostet mit Parken, Popcorn und Cola für zwei Personen schon mal locker $20, $25 oder Euro. Dafür kriegt man zwei Premium-Download-Spiele oder ein Gebrauchtes, das man deutlich länger spielen kann.

Klar ist das Konsumieren von Filmen passiver, doch ohne dafür Zeit mitzubringen, geht es auch nicht. Eine Staffel einer Fernsehserie ist doch deutlich länger als mindestens 50 Prozent aller Spiele.

Hmm. Trotzdem sind Spiele noch kein Massenthema.

Bibliothekar 11 Forenversteher - 770 EXP - 18. Oktober 2009 - 10:57 #

Mit Verlaub wenn zwei Leute gleichzeitig spielen wollen legst du für neue Spiele mal eben 80 - 100 Euro auf den Tisch, für Konsolenspiele eher 120. Das ist doch ein "kleiner" Unterschied zu den 15 - 20 Euro für zwei Personen um ins Kino zu gehen.

Was fehlt ist das Drama. Spiele haben sich bisher nahezu ausschließlich in Technischer Hinsicht weiterentwickelt. Und die Spielezeitschriften und Internetseiten sind auch immer wieder hellauf begeistert wenn wieder 20 Polygone mehr auf dem Bildschirm zu sehen sind.
So kommt es dann auch das Spiele wie Half Life 2 in den Himmel gelobt werden, aber für Leute die auch nur einen Funken Anspruch haben nahezu überhaupt keine Geschichte liefern oder eine Entwicklung präsentieren.

Das war mir mit 18 auch noch einigermaßen egal. Heute nicht mehr. Viele Spiele sind damit heute für mich sehr wenig mit Emotionen verbunden (Ausnahmen gibt es glücklicherweise immer wieder).

Adrenalin kann die Spieleindustrie gut hervorrufen und theoretisch auch Humor ansprechen.
Aber Freude, Trauer, Wut, Mitleid sieht man nur extrem selten.

Transformers 1 & 2 hatten mehr Drama / Emotionen als 95% aller Spiele zusammen.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 18. Oktober 2009 - 12:12 #

Hm, du meinst also das Spiele nicht zum allgemeinen Kulturgut unserer Gesellschaft wird bisher, weil die Spiele zu teuer sind? Wäre eine mögliche Erklärung. Allerdings in Japan gehören Spiele zum Kulturgut eher als hier. Vielleicht liegt es auch am Preis, aber auch an den Spielen selbst, und an dem Ruf von Spielen? Und an der deutschen Mentalität?

Bibliothekar 11 Forenversteher - 770 EXP - 18. Oktober 2009 - 17:06 #

Ähhh das mit dem Preis war eigentlich nur eine Klarstellung. Und was soll immer dieser Schwachsinn mit dem Kulturgut?
Ich hab momentan das Gefühl das die Spielegemeinschaft aus einem Rudel pampiger Kinder besteht die alle beleidigt mit dem Fuß aufstampfen und vor sich hinbrabeln "Manno ich will aber das Spiele auch Kulturgut sind!"
Alles was der Mensch in Eigenleistung schafft ist Kulturgut, kommt mal wieder auf den Teppich.
Aber darum ging es ja auch nicht im Artikel.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 19. Oktober 2009 - 23:08 #

"Alles was der Mensch in Eigenleistung schafft ist Kulturgut"

BILD, Frauentausch, Germany´s Next Topmodel, Barbara Salesch, Kerner...

Armes Deutschland.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2199 EXP - 18. Oktober 2009 - 16:03 #

Hui, du gehst ja teuer ins Kino. Ich zahl da immer um die 6€. Und für das Geld bekomm ich nicht wirklich viele gute Spiele...

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29244 EXP - 17. Oktober 2009 - 20:42 #

Ich glaube, ich WILL gar keine Erwachsenenspiele haben, wie auch immer die aussehen mögen. Es sei denn, Dragon Age wäre tatsächlich damit gemeint. Aber mit "Spiel für Erwachsene" verbinde ich weniger Spaß, warum auch immer. Excel vielleicht?

Und das, wo ich auch schon seit knapp 25 Jahren spiele.

Jörg Langer Chefredakteur - Premium - 314265 EXP - 17. Oktober 2009 - 20:44 #

Aber dein Alter willst du nicht verraten? Feigling... :-)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29244 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:20 #

Den zusätzlichen Klick in mein Profil gönne ich der Gamersglobal-Statistik ;) ..

Camaro 18 Doppel-Voter - 9321 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:41 #

Fällt das nicht irgendwie unter "Cheaten"? Sich so künstlich in der Statistik nach oben hiefen zu lassen? ^^

Ich meine, ich könnte jetzt verraten, das du §" bist, aber das wäre gemein! ;-)

Christoph 17 Shapeshifter - Premium - 6465 EXP - 26. Oktober 2009 - 19:07 #

"dass du §" bist" - das ist ja gemein! ;)

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6406 EXP - 17. Oktober 2009 - 22:12 #

Ich kann Jörg komplett Recht geben: Dragon Age ist ein Spiel, das wirklich erwachsen wirkt. Und das liegt nicht daran, dass literweise Blut spritzt und es Sex gibt, sondern an der Erzählweise, am Storytelling. Ist sehr gut und für ein Spiel außergewöhnlich gut gemacht.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 18. Oktober 2009 - 12:10 #

Kommt ja auch von Bioware...;)

Apokalypse 17 Shapeshifter - 6613 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:09 #

19 Jahre

Videospiele sind im Vergleich mit Filmen komplizierter.

Kino: Man geht hin, bezahlt und setzt sich hin und genießt den Film für ca. 2h.

Spiel: Ersteinmal braucht man eine Konsole/PC (hohe Anschaffungskosten) dann braucht man das eigentliche Spiel. (Wieder Kosten) Dann spielt man es, für mehrere Stunden und Tage. Ich meine, dass erwachsene Menschen, die zuvor mit dem Medium Spiele bisher noch nicht in Kontakt gekommen sind, die Kosten scheuen und keine Lust entwickeln, dass Spiel zu spielen, denn das erfordert ein Maß an Einarbeitung und Geduld. Ein Film guckt man einfach, fertig.

Darüber hinaus sind einige Filme anspruchsvoller auf eine Ebene, die ein Spiele noch nie erreicht hat. Das hat Jörg in Punkt 3 schon geschrieben. Tiefgründige Geschichten sind selten zu finden. Fast alle Spiele sind auf Spielspaß ausgelegt. Deswegen ist es schwer, Filme und Spiele zu vergleichen.

Spiele werden sich vielleicht in vielen Jahren als Massenmedium etablieren. Ob sie aber jemals so populär werden wie Filme, bleibt fraglich. Ich würde spontan sagen, nein.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:19 #

Hey, müssen denn Spiele immer *Spaß* machen? Sind alle Kinofilme Schenkelklopfer? Nein. Ein Krimi mag ein paar lustige Sequenzen haben, doch das ändert ja nichts an der Stimmung. Wo sind die Spiel-Equivalente zu Seven, American Beauty, The Sixth Sense, Die zwölf Geschworenen, Fight Club und Konsorten?

Apokalypse 17 Shapeshifter - 6613 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:48 #

Und sich ein solchen Krimi-Film zu sehen, macht Spaß. Klar, es gibt auch spaßige Krimi-Spiele. Ein Film, der aber als Grundlage ein Thema hat, wie zum Beispiel Flüchtlinge und deren Gedanken, leiden und der Kampf ums Überleben, so etwas, ist anspruchsvoll für den Kino-Gänger und kann meines erachtens nicht mit Spaß verbunden werden und somit kann eine solche Thematik, niemals als Spiel rauskommen. Das trifft auf alle Filme zu, die zum Nachdenken anregen sollen.

Und ja, Spiele müssen Spaß machen, das ist die Grundlage auf der jedes Spiel basiert.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:14 #

Es gibt so viele Emotionen, die beim Geschichten erzählen aufkommen. Spaß ist da doch nur eine von vielen.

Die Frage, ob ein Spiel Spaß machen muss, möchte ich hinterfragen. Wie sieht es denn bei Gesellschaftsspielen aus? Mensch ärgere dich nicht, Schach, Skat, Monopoly - da gibt es einen Gewinner, alle anderen verlieren. Macht denen das Verlieren Spaß? Wenn ja, kann man nicht eine eigentlich negative Angelegenheit (das Verlieren) in einem Spiel einbauen und das Spiel trotzdem unterhaltsam gestalten? Was, wenn der Held in einem Action-Adventure am Ende des Spiels stirbt, aber damit die Welt oder ein paar Personen, die ihm nahe stehen, rettet? Ist das nicht ein viel befriedigerendes, lehrreicheres Ende?

Worth2die4 13 Koop-Gamer - 1329 EXP - 18. Oktober 2009 - 12:10 #

Also in Mass Effect z.B. gibt es eine Szene, wo man sich entscheiden muss, welches deiner Teammitglieder gleich sterben wird, und welches überleben wird...

Und da ich z.B. alle beide sehr gerne mochte, war das eine Situation, die durchaus Emotionen weckt.

Auch in z.B. The Witcher findet man erwachsenes Story Telling.

Oder man vergesse das fabelhafte MAFIA nicht !!!

Selbst GTA 4 hat Storytelling-technisch einen riesen Sprung gemacht. Vom sinnlosen, evtl bei jugendlichen coolen Gangsta-Hauptcharakter hin zu einem Einwanderer mit Kriegshintergrund, der versucht klar zu kommen. Zwar nicht bierernst, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.

Und Ja, ich stimme zu, dass ein "Spiel für Erwachsene" nicht der Gewalt-index-aufkleber außendrauf ausmacht...

Denn solche Spiele werden auch lieber von Jugendlichen konsumiert, die sich dann ja so männlich vorkommen, wenn sie mit 15 oder 16 ein Spiel "ab 18" spielen...

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:31 #

GTA4 ist ein guter Punkt. Ich habe von vielen gehört, die das gespielt haben, dass die Story in der Tat erwachsen ist - und dass dann die Action auf der Straße dagegen typisch action-überzeichnet ist und nicht so ganz dazu passt. Aber es scheint, als bewege sich die Reihe in die richtige Richtung.

bolle 17 Shapeshifter - 7553 EXP - 18. Oktober 2009 - 14:32 #

Spiele wie Operation Flashpoint oder Fahrenheit sind mehr spannend als lustig.

Porter 05 Spieler - 2981 EXP - 19. Oktober 2009 - 10:28 #

ARMA2 !!!

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:30 #

Alle drei gute Punkte. Zwei sind Shooter, die sind sicher nicht inhärent lustig. Aber Spaß machen sie doch schon, oder nicht?

Andererseits machen Filme wie Schindler's Liste oder Once were Warriors ja nun keinen Spaß, sind aber großes Kino.

Horst 02 Sammler - 2 EXP - 24. Oktober 2009 - 21:15 #

Natürlich macht Schindler's Liste auch Spaß. Der Film ist spannend, intellektuell anregend und künstlerich-ästhetisch interessant. Die Auseinandersetzung mit dem Film ist es, die Spaß macht. Eine erwachsene Auseinandersetzung mit Spielen findet in Deutschland dagegen fast überhaupt nicht statt, auch nicht in den Spielemedien.

"Spiele für Erwachsene" gibt es durchaus. Ich spiele momentan zum Beispiel "The Path" auf meinem Laptop: http://thepath-game.com/
Ein interessantes Spiel, künstlerich anspruchsvoll, aber kein Spiel im traditionellen Sinne. Der Reiz von The Path liegt in der Auseinandersetzung mit dem Spiel. Also warum werden nicht einfach mal die "erwachsenen" Spiele, die es gibt, auf Gamers Global besprochen? Das wäre doch mal eine Idee für eine interessante Kolumne und sicherlich produktiver als die Zeit für verbitterte Kommentare über die pubertäre Spielebranche aufzuwenden. ;)

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 25. Oktober 2009 - 1:58 #

Danke für den Tipp - muss mir "The Path" wirklich mal ansehen.

Verbittert sollte der Kommentar eigentlich nicht sein, sondern eher etwas entmutigt darüber, dass sich die Dinge so super langsam entwickeln, wenn überhaupt.

Vidar 18 Doppel-Voter - 11817 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:28 #

also eines muss ich echt mal fragen wo sind denn Filme so anders als spiele?
80% der filme laufen im selben Schema ab nehmen wir mal Action filme... Böse buben bedrohen die welt/Amerika usw, ein "held" lernt ne trulla kennen beide verlieben sich, damit die frauen auch ins kino gehn, und beide retten nebenbei die welt.... bei 10% der filme verlieben sie sich ned xD
das könnte ich nun auch mit andren Genres des Film weiterführen ^^

filme die wirklich gute geschichten erzählen kann man auch an der hand abzählen eben genau wie in spielen...
ansonsten gibts auch nur die klischeehaften und emotional übertriebenen geschichten....

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:15 #

Es gibt eigentlich jede Menge Filme, die eine gute Geschichte erzählen. Nur bekommen die nicht zwangsläufig immer riesige Marketingbudgets mit auf den Weg. Und manchmal dann sogar doch, siehe meine oben erwähnten Beispiele.

Camaro 18 Doppel-Voter - 9321 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:39 #

[25 1/2 - habe vor geschätzten 17-19 Jahren (so Beginn Gameboy/SNES) das erste Video- und vor geschätzten 13 Jahren das erste Computerspiel gespielt]

Ich denke das es auch daran liegen kann, dass sich viele Erwachsene gar nicht so sehr mit dem Thema Video-/Computerspiele auskennen. Sieht man ja auch bei den vielen "Killerspiel"-Diskussionen. Und darüber informieren will sich dann auch niemand so wirklich, weil es -- im Vergleich mit den anderen Medien -- mit sehr hohen Kosten verbunden sein kann! Zum einen braucht man entsprechende Hardware für Computerspiele. Und diese muss man immer wieder erneuern, wenn man die aktuellen Spiele genießen will!

Mit den aktuellen Konsolen kenne ich mich zwar nicht so gut aus (hat bei mir und meinen Brüdern beim GameCube aufgehört), aber ich denke hier liegt es daran, dass man zwar nicht mehr ganz so häufig die Konsole wechseln muss um aktuell zu bleiben, dafür aber fast nur mit einem Gamepad spielen kann. Und das liegt bzw. reizt vielleicht nicht jeden!

Beim Kinobesuch braucht man sich keine teure Hardware anschaffen, bei Fernsehen und DVD zwar schon, aber diese braucht man nicht unbedingt regelmäßig aufrüsten, da auch auf einen 20 Jahre alten Fernseher heutige Filme geschaut werden können. Dort sehen diese zwar nicht ganz so berauschend aus wie auf einen modernen Fernseher, aber im Vergleich zum PC ruckeln die Filme nicht! Zudem ist ein Fernseher viel eher ein Gemeinschaftsmedium, da man hier mit der gesamten Familie, den Freunden oder sonstwem zusammen die DVD, einen Spielfilm oder das Länderspiel schauen kann. Und das ohne -- wie bei den Video- oder Computerspielen -- noch teure zusätzliche Hardware kaufen zu müssen.

Ich kann mir vorstellen, dass die Zeit noch kommen wird, wo es auch noch ältere Spieler geben wird. Diese wachsen vielleicht gerade heran oder werden mit der nächsten Generation heranwachsen, aber sie wird kommen. Außerdem wird irgendwann der "Höchstpunkt" erreicht sein, ab dem es eigentlich nicht mehr nötig sein wird, neuere Hardware kaufen zu müssen, weil eh nicht mehr so viel schönere Grafik möglich ist. Und irgendwann wird diese Hardware in jedem Standardcomputer stecken, den jede Familie zu Hause hat.

So... das ist alles, was mir gerade spontan dazu eingefallen ist. ;-)

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:17 #

"Ich denke das es auch daran liegen kann, dass sich viele Erwachsene gar nicht so sehr mit dem Thema Video-/Computerspiele auskennen."

Doch die Spielebranche behauptet doch immer das Gegenteil - dass nämlich langsam in allen Positionen des Lebens Menschen sitzen, die mit Spielen groß geworden sind. Und das stimmt, das sind sie. Immerhin sind seit Pong ja knapp 40 Jahre vergangen. Nur: Weil Menschen mit Videospielen aufgewachsen sind, bedeutet es ja nicht, dass sie immer noch damit zu tun haben (wollen). Die Gründe dafür interessieren mich, das fände ich ein spannendes Forschungsthema.

Camaro 18 Doppel-Voter - 9321 EXP - 18. Oktober 2009 - 14:09 #

Das könnte vielleicht etwas mit den Interessen zu tun haben.

Ist jetzt vielleicht ein blödes Beispiel, aber wenn ich an freien Tagen mal die Fernsehprogramme durchzappe und sehe, was heutzutage an Kindersendungen laufen, da kann ich manchmal nur mit dem Kopf schütteln. Da fand ich die Serien zu meines Kindheit noch interessanter und lehrreicher, aber da kann ich mich auch einfach nur täuschen! Aber auch hier sieht man, dass sich die Interessen wohl geändert haben müssen. Genauso scheint es auch bei den Computerspielen zu sein. Die heutige Spiele treffen wohl einfach nicht mehr das Interesse aller älteren Gamer. Die Spiele machen einfach nicht mehr den Reiz aus, den sie früher gemacht haben.

Ich seh das ja selbst bei mir. Wenn ich eine persönliche Hitliste erstellen müsste, würden auf den ersten Plätzen aller Wahrscheinlichkeit nach ältere Spiele fallen, mit denen ich quasi groß geworden bin! Daran sieht man es ja, dass es nicht unbedingt auf die Grafik ankommen muss. Was aber ein Siedler 2 (das Original), Transport Tycoon Deluxe, Age of Empires 1 & 2, etc. anders gemacht haben als die Spiele von Heute, kann ich nicht genau sagen. Sie haben einen einfach irgendwie gefesselt!

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 1:01 #

"Ist jetzt vielleicht ein blödes Beispiel, aber wenn ich an freien Tagen mal die Fernsehprogramme durchzappe und sehe, was heutzutage an Kindersendungen laufen, da kann ich manchmal nur mit dem Kopf schütteln. Da fand ich die Serien zu meines Kindheit noch interessanter und lehrreicher, aber da kann ich mich auch einfach nur täuschen! Aber auch hier sieht man, dass sich die Interessen wohl geändert haben müssen."

Nicht unbedingt. Wir haben Zeichentrick-Zeugs wie Wickie, Captain Future, Kimba, der weiße Löwe oder Heidi gesehen. Nur lagen denen alle mehr oder weniger hochwertige Literatur zugrunde. Bei den Teletubbies weiß ich das nicht so recht. ;)

Das Interesse an guter Unterhaltung ist seit eh und je vorhanden. Manchmal klappt das ohne Geschichte (Geschicklichkeits-, Sport-, Actionspiele), mal mit (Adventures, Rollenspiele, Action-Adventures). Nur kann mir immer noch keiner erklären, warum das Interesse daran schlagartig erlischt, wenn es um Spiele geht. Menschen über 40 lesen doch auch noch Bücher, schauen fern oder gehen ins Kino.

DarthMajor 14 Komm-Experte - Premium - 2130 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:49 #

27 Jahre
Ich muss teilweise meinem Vorredner Apokalypse zustimmen, Spiele sind gegenüber Filme einfach komplizierter. Bei Filmen weis man wie lange der Film dauert und braucht nichts weiter dabei tun als sich berieseln zu lassen. Und der Zugang zu diesem Medium steht in so gut wie jedem Haushalt und veraltet nicht so schnell wie bei Videospielen.
Videospiele haben z.Z. halt den Nachteil das es nur noch um schöner, schneller, besser geht (= steigende Hardwareanforderung = neue Hardware nötig) und kaum um Inhalte.
Die Lösung dieses Problems dürften Episodenspiele (ala Sam & Max) mit Erwachsenenthemen sein, sind relativ schnell und günstig für den Entwickler herzustellen, der Spieler hat überschaubar lange Spiele die auf fast jeder Hardware laufen und relativ günstig sind.
Nur über was es geht oder wie so ein Spiel für Erwachsene aussehen sollte habe ich keine Vorstellung.

sieben 08 Versteher - 181 EXP - 17. Oktober 2009 - 21:58 #

42 jahre, selbständig, verheiratet, zwei kinder, und ich spiele immer noch.
allerdings haupsächlich "erwachsene" spiele, momentan spiele ich risen.
die meisten spiele richten sich allerdings haupsächlich an ein jugendliches publikum, weniger was die inhalte betrifft sondern eher von der spielmechanik, das gilt für den gesamten bereich der egoshooter.

gerade gelegenheitsspieler, und viele erwachsene sind das mehr oder minder zwagsläufig, sind damit komplett überfordert.

eine lösung bietet lediglich der faktor zeit, irgendwann werden spiele konsumiert wie heute filme (natal), sie werden zum mainstream.

gruss

VikingBK1981 18 Doppel-Voter - Premium - 12111 EXP - 17. Oktober 2009 - 22:29 #

Ich denke schon das Spielen Spaß machen sollte. Sei es weil wir ein Erfolgserlebnis haben oder weil uns die eigentliche Tat Spaß macht.
Ich weiß auch nicht wie Titel für Erwachsene aussehen sollen. Wenn es auf ein Game zutreffen könnte dann vielleicht auf Heavy Rain. Ich denke die Geschichte könnte reifere Inhalte bieten wie andere Games. Die Frage ist aber wieviele das Game kaufen werden?!
Ich selber bin 28 und Vater und zocke noch genauso gerne wie früher. Und ich denke andere Länder haben gezeigt das Games zu einen Massenmedium werden können. Man muss sich nur mal Korea anschauen. Und da geht es nicht mal um einfach zugängliche Games.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 17. Oktober 2009 - 22:40 #

39 Jahre, seit 27 Jahren Gamer, verheiratet, ein Kind und auch ich spiele immer noch. Ich mag natürlich am liebsten "erwachsene" Spiele, aber auch Zelda und Mario finde ich noch faszinierend. Was mich bei den "erwachsenen" Spielen oft sehr stört und auch teilweise einfach abtörnt ist die flache Story mit Klischee Charakteren zum einen und zum anderen die "Waffenporno" Fixiertheit einiger Entwickler. So kann ich z.B. Gears of War überhaupt nichts abgewinnen. Es sieht fantastisch aus, aber die Muskelbepackten Superhelden sind doch eher etwas was pubertierende US-Teenage/College Boys toll finden.
Mir fehlen tatsächlich epische spannende Geschichten, jenseits des vierten Fortsetzungs Aufgusses.
Spiele für Erwachsene (und nicht das was ihr grad denkt, ihr kleinen Schweinchen) sollte es viel mehr geben.

Generell aber bin ich der Meinung, das die Problematik weitgehend ein deutsches Problem ist. Die Deutschen wollen keinen Spaß haben. Das würde ja einem nichts bringen. Weils kindisch ist.
In anderen Ländern haben Videospiele eine Selbstständlichkeit erreicht von der unsereins nur träumen kann. Gerade auch die Diskussion hierzulande wegen der "Killerspiele" von denen keiner so genau weiß, was das nun eigentlich sein sollen, haben das Thema Videospiele auch nicht unbedingt weitergebracht. Immerhin, ja GTA4...darüber wurde auch im Fernsehen neutral berichtet. Aber jenseits davon? Gibt es außer "Game On" auf MTV noch eine Fernsehsendung über Videospiele?
In Deutschland wird Gaming erst dann aktzeptiert sein, wenn E-Sports Ergebnisse in den Nachrichten neutral erwähnt werden und Spiele Empfehlungen genauso selbstverständlich in den Tageszeitungen zu lesen sind, wie Film Empfehlungen. Immerhin...in der Hamburger Morgenpost gibt es Dienstags in einer Beilage immer eine Videospiel Empfehlung. Fernsehtips aber jeden Tag.
Und bis dahin müßen die großen Publisher es endlich begreifen, daß sie einen Massenmarkt auch nur mit großen Stories, die auch Liebe, Lust und Humor enthalten dürfen, erreichen können. Und nicht nur mit dummen "Casual Games".

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:20 #

"In anderen Ländern haben Videospiele eine Selbstständlichkeit erreicht von der unsereins nur träumen kann. Gerade auch die Diskussion hierzulande wegen der "Killerspiele" von denen keiner so genau weiß, was das nun eigentlich sein sollen, haben das Thema Videospiele auch nicht unbedingt weitergebracht."

Zwei sehr spannende Punkte. In welchen Ländern denn? Wenn oft Korea genannt wird, dann bezieht sich das eigentlich hauptsächlich auf StarCraft.

Die Diskussion über Spielinhalte findet auch in anderen Ländern wie England, Australien und den USA statt. Ehrlich.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 18. Oktober 2009 - 12:19 #

Japan? Aber dein zweiter Punkt stimmt. Die Diskussion findet statt, aber meiner Ansicht nach haben Videospiele in z.B. Kanada und Frankreich schon einen festeren Stand. Nicht umsonst wird dort die Spieleindustrie mit erheblichen Subventionen gefördert. Deutschland hat da total den Trend verpasst. Im Gegenteil droht doch Cryware sogar den Standort Deutschland zu verlassen ob der drohenden "Killerspiel"-Gesetzgebung. Und andere Firmen könnten folgen. Sofern es in Deutschland überhaupt noch Entwickler/Publisher gibt.

Mit anderen Worten, Gaming hat in Deutschland vor allem durch die Massenmedien das "Killerspiele" Image weg und entsprechend keine Chance.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:33 #

Ich würde mir Japan auch ehrlich wünschen. Aber - war noch nie dort - sind wirklich alle Japaner Comic-Leser, Anime-Gucker und Videospieler?

Eine Studie darüber wäre schön, um das Argument endlich mal zu be- oder entkräftigen.

Maulwurfn Community-Moderator - Premium - 11060 EXP - 17. Oktober 2009 - 22:59 #

Fast 36 und ca 28 Video/Computerspieljahre auf dem Tacho.
Ein grosser Teil meiner Freizeit geht für die Daddelei drauf, und daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Fernsehen kann da nicht mithalten, die Zeit die ich vor dem Fernseher passiv verbringe, geht sehr in Richtung nicht messbar. Kino beschränke ich auf wenige Abende im Jahr, mir gehen die Kinogänger mit ihrer ständigen Labberei auf den Nerv. So kann ich keinen Film geniessen.
Für Erwachsene gemacht, oder nicht, ist völlig egal. Hauptsache man hat Spass daran.
Nintendo macht gerade alles, nur keine Spiele für Erwachsene, und trotzdem sind es meistens Erwachsene Casualgamer die eine Wii zuhause stehen haben.

Anonymous (unregistriert) 17. Oktober 2009 - 23:07 #

23, spiele seit 16 Jahren.

Ich stimme mit den anderen Kommentaren weitesgehend überein. Die geringere Leichtigkeit im Zugang ist sicherlich eine Popularitäts-Hürde für die Spiele. Zuerst brauche ich einen PC (den ich auch bedienen kann), dann ein Spiel (das auch funktionieren muss), und dann die Einübung in die Spielmechanik (die nicht gleich beim ersten Mal gelingen muss).
Ich würde aber nicht Filme oder Musik mit Spiele vergleichen. Beide Unterhaltungsarten werden passiv konsumiert. Um ein Spiel zu konsumieren, muss ich aktiv sein. Spiele brauchen meine volle Aufmerksamkeit, aber wann konzentriert man sich schon bewusst auf Musik? Musik begleitet irgendeine andere Handlung von Putzen bis Tanzen. Die größte Ähnlichkeit eines Spiels ist schon zum Film, aber höchstens dahingehend, dass beide visuell eine Geschichte zu erzählen versuchen. Wie gesagt, auch Filme schaue ich mir einfach an und muss nicht mehr tun. Noch dazu haben aber Filme auch einen gesellschaftlichen Faktor. Ins Kino geht man selten alleine. Es wird nicht Werbung gemacht für die DVD, die man sich alleine zu Hause ansehen kann, sondern den Film im Kino, den man meistens mit Bekannten sich anschaut. Sicherlich gibts den Multiplayer und Lan-Parties, aber der größte Teil der Spieler ist doch weiterhin alleine vorm PC. Es stellt sich natürlich die Frage: Würden mehr Leute spielen, wenn Computerspiele nicht nur Werbung für Spieler sondern auch für alle machen würden?
Die Frage nach den Erwachsenen-Spielen ist die Frage nach Huhn oder Ei. Was war zuerst? Was fehlt? Die Erwachsenen-Spiele oder Erwachsene, die spielen?
Ich persönlich finde, es gibt Fortschritte. 40-jährigen können behaupten, sie sind mit dem Computer groß geworden, weil es ihn nun mittlerweile schon lang genug gibt. Der Computer an sich hat die Welt vollkommen durchdrungen. Und auch die Zahl der Spieler steigt, die auch nach Ehe und Kind spielen. Roland ist 39, Jörg 37, schau ich mir das Alter bei einigen der Kommentaren hier an, dann finde ich, ist das doch ein gutes Zeichen. Wie wäre der Altersdurchschnitt hier vor 10 Jahren gewesen? Das Klientel wird definitiv älter und das wird sich auch auf dem Markt früher oder später durchsetzen.
Ich denke, es ist auf dem richtigen Weg. Und je realistischer die Spiele werden, desto zugänglicher werden sie auch für die Menschen, und diese Entwicklung ist unaufhaltsam, weil das Abbild der Realität doch von jeher das Ziel war und ist.
Irgendwann, denke ich, wird das Spiel den Film ablösen. Wenn mir eine komplett realistische Welt vorgekaukelt werden kann und ich mit Freunden dort die Handlungsträger spiele, dann brauche ich keinen Film mehr. Dann spielen wir. Und zwar richtig :-)

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:24 #

Klaro, wir werden alle älter. Aber wir unterhalten uns hier auf den Seiten eines Spiele-Fachmagazins im Internet, wenn wir es mal so ausdrücken wollen. Kein Breitenmedium, sorry Jörg, auch, wenn ich mir das wünschen würde.

"Noch dazu haben aber Filme auch einen gesellschaftlichen Faktor. Ins Kino geht man selten alleine. Es wird nicht Werbung gemacht für die DVD, die man sich alleine zu Hause ansehen kann, sondern den Film im Kino, den man meistens mit Bekannten sich anschaut. Sicherlich gibts den Multiplayer und Lan-Parties, aber der größte Teil der Spieler ist doch weiterhin alleine vorm PC."

Ich glaube, dass die Mehrzahl der PC-Spieler heutzutage mit anderen Spielern unterwegs ist. Nehmen wir doch MMOs, oder auch Facebook- und kostenlose Browserspiele. Klassische Singleplayertitel? Hmm. Selbst die Sims leben von ihrer zugegebenermaßen asynchronen Spielergemeinschaft, die untereinander Inhalte austauschen.

Und ich freue mich auch schon auf den Tag, an dem das Holodeck Wirklichkeit wird.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 18. Oktober 2009 - 13:11 #

Also ich hab viele, sehr viele Arbeitskollegen, ebensoviele Frauen wie Männer, die sich am Wochenende, oder abends nach der Arbeits online zu einer Partie WoW verabreden. Insofern pflichte ich Roland bei. Miteinander spielen ist sicherlich ein Trend, der auch vor allem mit der Verbreitung von Breitbandanschlüßen zu tun hat. Ich denke das Microsoft mit Ihrem Live Service da durchaus ein heißes Eisen im Feuer hat. Die 360 ist ein Medienserver mittlerweile, mit diversen Diensten, wie Download Service für Spiele und Filme (auch wenn das Angebot in Deutschland noch sehr sehr bescheiden ist) und mit Natal könnte das Ganze nochmal ordentlich gepusht werden. Vor allem da Natal auch mit jedem PC läuft. Wenn Microsoft schlau ist, streamen sie auch Netradio Stationen zukünftig und bieten endlich auch einen Browser an.

VikingBK1981 18 Doppel-Voter - Premium - 12111 EXP - 17. Oktober 2009 - 23:08 #

Also Fernsehen schaue ich auch sehr selten. Außer meine Frau bekommt die Fernbedienung in die Finger. Kino ab und zu, obwohl es mir meistens viel zu teuer geworden ist.

deregglfinger 09 Triple-Talent - 307 EXP - 17. Oktober 2009 - 23:34 #

Für mich, 29 Jahre alt und seit fast 22 Jahren Gamer, war das letzte Jahr eines des Wandels. Zuerst habe ich es aufgegeben, Spiele und Konsolen zu sammeln. Momentan habe ich nur eine PS3 mit ca. 40 Titeln, nen Gamecube mit 12, ne PS2 mit 15, nen DSi mit ca. 35 Titeln und auf dem PC laufen Point&Clicks und ein paar MMOs (LotRo, WOW, RoM).
Meine XBOX360 und Wii mussten weichen, da ich bemerkte, dass ich kaum noch ein Spiel auch wirklich durchspiele. Und unter deiesen Umständen reicht dann auch ein aktuelles System (ich sammle ja auch noch Filme).

Ich habe dann lange überlegt, worin dieser neue Umstand (des nicht Durchspielens) begründet ist.
Das liegt einerseits daran, dass mich die Gamerscores und die Trophies stören, da ich mich dabei einem "Leistungsdruck" ausgesetzt fühle (das ist jetzt ganz subjektiv) den ich bei einem Hobby, welches ich zur Entspannung zum Spaß ausübe einfach nicht haben will.
Ein zweiter Punkt ist, dass kaum ein aktueller (Blockbuster-) Titel Wert legt, auf eine bis ins letzte Detail ausgefeilte Story. Es scheint mir so, dass in den letzten Jahren hauptsächlich die Spielmechanik im Vordergrund lag, nicht aber glaubhafte Charaktere und eine interessante Geschichte.
Natürlich gibt es da heute auch Ausnahmnem (z.B. BouT, Whispered World...) und auch Blockbuster, die mich wirklich fesseln (Arkham Asylum, Dead Space, Uncharted 2); aber gemessen an der Menge an Titeln die ich spiele, sind diejenigen, die einen bleibenden Nachdruck bei mir hinterlassen (erwähnt seien: Baphomets Fluch 1&2, Legend of Kyrandia-Reihe, Monley Island 1-3, Sam & Max, Zelda:Occarina of Time, die Ace Attorney-Reihe, Mirror's Edge) eher gering.
Ein dritter Punkt ist die mangelnde Möglichkeit vor einer Konsole im lokalen Multiplayer zu spielen (eine PS3 kann sieben Pads verwalten, aber kaum ein Spiel unterstützt lokalen MP). Ich erinnere mich gerne an alte Amiga- und Atari Ste-Zeiten zurück.
Was hatten meine Spezis und ich Gaudi dabei, zu dritt oder zu viert z.B. Chaos Engine und Co. im zu zocken. Die heutige Multiplayer-Welt ist mir einfach zu unpersönlich geworden.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:27 #

"Was hatten meine Spezis und ich Gaudi dabei, zu dritt oder zu viert z.B. Chaos Engine und Co. im zu zocken."

Ich erinnere mich an Decathlon oder Summer Games - das war große Gaudi an einer Konsole. Oder Space Shuttle fürs Atari 2600: Ein Freund von mir am Steuer-Joystick, ich mit der Konsole auf dem Schoß, die diversen Klappen und Fahrwerke bedienend.

Das finde ich heute in MMOs - da geht es inzwischen nicht mehr so sehr um die superbeste Rüstung, sondern da macht es Spaß, mit Leuten, die man kennt, Faxen zu machen und existierende Inhalte quasi nebenbei zu erledigen. Meine Zeit mit Singleplayer-Titeln ist in den letzten Jahren rapide gesunken.

deLuxe 04 Talent - 22 EXP - 17. Oktober 2009 - 23:41 #

29 Jahre, seit 17 Jahren Spieler, verlobt, zwei Hunde

Ich spiele weniger... ich kaufe kaum noch Spiele und auch meine Freundeskreis hat andere Interessen.
Früher hat man noch jedes WE zusammen gehockt (ja, wirklich... die junge Generation kennt das gar nicht mehr, nix Internet zocken, Rechner abbauen und bei Kumpels wieder aufbauen ^^) und bis in die Nacht gezockt.
Und in meinem Freundeskreis wird auch wesentlich weniger bzw. gar nicht mehr gezockt. Die Prioritäten werden anders gelegt. Früher wurde jeder Pfennig in neue Hardware und Spiele gesteckt...
ein Kumpel hat sich sogar seinen Urlaub in Hardware (TV-Laden mit PC-Ecke) auszahlen lassen.
Vielleicht sind wir anders, aber die meisten "coolen" Spiele sprechen uns gar nicht mehr an. Wir haben schon öfters darüber gesprochen, dass diese ganze U18/Ü18 Problematik meistens von denen besprochen wird, die eigentlich die Spiele eh nicht spielen dürften.

Nach einem harten Arbeitstag besteht auch gar nicht mehr die Lust sich in eine tiefgreifende Story einzuarbeiten, irgendwelche Handbücher auswendig zu lernen (für nen Flugsim o.ä.), geschweige denn uns von irgendwelchen pubertierenden auf Game-Servern beleidigen zu lassen.

Je weniger Zeit man hat, desto weniger hat man auch Lust sich mit Kopierschutzfehlern, Patches oder schlecht programmierten Spielen auseinander zu setzen.
Dann doch lieber ne Konsole... Spiel rein, starten, fertig.

Gerade mit Freunden machen die "verfluchten Casual Games" richtig Spaß. Für uns sind die "erwachsener" als irgendwelche blödsinnigen Ballerspiele.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29244 EXP - 17. Oktober 2009 - 23:47 #

Auch wenn du andeutest, dass man nach einen Arbeitstag keine Lust mehr auf Story und intensive Handlung im Spiel hat - ich würde zum Beispiel Ultima 5, 6 und alle 7ten Teile (...) als hervorragende Erwachsenenspiele einstufen. Gerade WEIL sie eine intensive Handlung haben und damit viele jüngere Spieler vielleicht sogar überfordern würden.

Anonymous (unregistriert) 17. Oktober 2009 - 23:51 #

Solche Spiele sind viel zu kompliziert und umständlich zu bedienen, als dass man sich damit entspannen kann. Spiele müssen so einfach wie Bücher, Filme und Musik werden, damit sie wirklich Mainstream werden. Das ist aber so einfach wie im Sommer mit Schlittschuhen über den See zu fahren.

deLuxe 04 Talent - 22 EXP - 18. Oktober 2009 - 10:17 #

Story schon, Alan Wake hätte mich z.B. so auf den ersten Blick interessiert , weil es für mich eher wie ein "spielbarer Film" wirkte.
Ich will damit auch nicht sagen das Ultima nicht eher für Erwachsene ist, das sehe ich auch so. Aber hier geht es darum warum anscheinend viele sich von Spielen später abwenden und ich glaube das Ultima und ähnliche Spiele sehr intensive Spiele sind für die man Zeit benötigt.
Aber ich habe eben keine Lust mich in irgendeine Fantasy-Welt einarbeiten zu müssen... bei einigen Spielen ist es ja so das man storymässig auf die Vorgänger zurück greift oder auf ein "Universum" über das sich der Spieler erstmal informieren muss (DSA o.ä.).

Teilweise werden Spiele ja noch unnötig durch Entfernungen in die Länge gezogen wie bei Stalker oder Far Cry 2.
Oder haben wi FC2 noch nichtmal eine Story.

Ich frage mich wen man damit ansprechen will? FC2 als Ü18-Titel... hier ziehlt man gewollt auf eine jüngere Käuferschicht, wobei das auch fragwürdig ist aufgrund der Altersbeschränkung.

Manchmal habe ich das Gefühl Entwickler halten Spieler für blöd und einfältig.
Mal abgesehen davon das man glaubt einem fallen keine Fehler auf oder stören keine Beta-Vollversionen, scheint man auch zu glauben den Spieler nur mit 2. Weltkriegs- oder Monsterszenarien an den Monitor zu kriegen.
Ehrlich gesagt ödet es mich total an immer wieder die gleichen Schlachten in unterschiedlichen Spielen zu sehen.
Zumindest bei mir fördert dieser Aspekt das steigende Desinteresse an PC-Spielen.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:28 #

"Früher hat man noch jedes WE zusammen gehockt (ja, wirklich... die junge Generation kennt das gar nicht mehr, nix Internet zocken, Rechner abbauen und bei Kumpels wieder aufbauen ^^) und bis in die Nacht gezockt."

Hey, ich bin vor Jahrzehnten mit dem C-64 und der Floppy in je einer Satteltasche quer durch die Stadt geradelt, um dann mit nem Kumpel zusammen bei ihm zu zocken. ;)

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 18. Oktober 2009 - 13:14 #

Ich auch. Erst mit dem C64...wobei wir dann zu dritt meistens immer M.U.L.E. gezockt haben, oder IK+...und später dann zu dritt am Amiga Bards Tale...oder Ports of Call...mit anderen Worten...Multiplayer war und ist in. Wobei spannende Single Player Spiele (Elite) auch nie zu verachten waren und sind.

PARALAX (unregistriert) 22. Oktober 2009 - 20:35 #

Ach ja...das waren noch Zeiten. In Zeiten von Onlinegaming vermisse ich genau dieses Gefühl. Und ich glaube kein Onlinespiel der Welt, könnte mir dieses Gefühl jemals zurück geben.

PARALAX (unregistriert) 22. Oktober 2009 - 20:36 #

Ach ja...das waren noch Zeiten. In Zeiten von Onlinegaming vermisse ich genau dieses Gefühl. Und ich glaube kein Onlinespiel der Welt, könnte mir dieses Gefühl jemals zurück geben.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:46 #

Gute Frage. Onlinespiele kommen dem aber schon sehr nahe, auch wenn man sich nicht gegenseitig auf der Coach in die Rippen boxen kann, wenn man gerade mal knapp verloren hat.

jeppo 09 Triple-Talent - 287 EXP - 18. Oktober 2009 - 1:02 #

40Jahre, PC- Konsolenspieler seit 28Jahren
Spiel bleibt Spiel ob Mario, Solitair, Half Life, Megaman, Eve, ob sogenanntes Kinder-" oder "Erwachsenenspiel".

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 EXP - 18. Oktober 2009 - 1:09 #

Bei MTV gibt es dieses Jahr die zweiten MTV Game Awards, bei der durchaus auch prominente Gesichter der Branche auftreten. In Verbindung mit Game One haben es die Computerspiele auch ins Mainstream-Fernsehen gebracht. Das ist noch nicht unbedingt bis Arte und 3Sat durchgedrungen, aber es wird auf den Hauptsendern zumindest über Computerspiele berichtet.

Werbung zu Spielehard- und -software erscheint in den Werbeblöcken der allgemeinen Sender (letztes mir bekannte Beispiel: Need for Speed Shift, aber auch die ganzen Casual Games von Bigpoint)

Ich glaube mich auch erinnern zu können, daß in Berichten rund um Gamescom und ähnliche Ereignisse auch bekannte Designer zu Wort kommen (afaik Molyneaux). Natürlich kennt die nicht jeder, aber warum auch? Fernsehen und Kino war ein halbes Jahrhundert lang das Leitmedium. Natürlich genießen seine Repräsrentanten, die ja zum Teil noch aus der Zeit vor der "Internetrevolution", DSL und Web 2.0 stammen, höhere Prestige. Wieviele Spieldesigner haben wirklich 20 Jahre auf dem Buckel und haben dabei soviele Erfolge produziert wie Ridley Scott? Ist es Aufgabe eines Designers, sich so gut zu präsentieren, wie ein Schauspieler es tun muss?

Daß Filme im Fernsehen prominent vertreten sind, wen wundert's? Es ist quasi das gleiche Medium. Ob ich meinen Hintern in einen großen Kinosaal schleppen muss oder in den Wohnzimmersessel, die Technik ist ähnlich. Ein Spiel lebt davon, es selbst bedienen zu können, nicht so sehr, darüber zu reden. Bei einem Computerspiel kann man nur den Bildschirm abfilmen, aber es gewinnt durch die körperliche Präsenz eines Moderators nur wenig Mehrwert an Information. Es geht sogar eher was verloren. Es geht nicht um ferne Dinge, die ich sonst nie mitbekommen würde, Personen, denen ich sonst nie nahe käme oder Orte, die nur schwer zu erreichen sind. Nahezu alle Spiele sind nur einen Klick von mir entfernt. Ich will selbst spielen, nicht anderen beim Spielen zuschauen. Einzig eSport-Events könnte man sich als Sendung vorstellen.

Hinzu kommt das eigentliche Problem des Mediums Fernsehen. Mein Konsumverhalten hat sich radikal verändert. Ich habe nicht immer die Zeit, um soundsoviel Uhr vor der Glotze zu sitzen. Ich hab mittlerweile einen Hardware-Recorder gekauft, um Dinge kurzzeitig aufzunehmen und dann abspielen zu können, wenn ich mich wirklich mal wieder ein paar Minuten vor die Glotze hocke, was immer seltener vorkommt. Ich genieße das Online-Angebot von ARD und ZDF. So kann ich Tagesschau und heute Journal immer anschauen, auch wenn ich mal 10 Minuten später von der Arbeit zurückkomme oder mit Freunden abends weggehe. Was bringt mir also eine Sendung im Fernsehen? Online habe ich rund um die Uhr alle Informationen von verschiedensten Quellen und stehe nicht unter Termindruck.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:32 #

"Bei MTV gibt es dieses Jahr die zweiten MTV Game Awards, bei der durchaus auch prominente Gesichter der Branche auftreten."

Wenn ich meinen Eltern Namen wie Spielberg, Pitt und Jolie nenne, wissen die, wer das ist, ohne gleich deren Filme gesehen haben zu müssen. Wenn ich von Spector, Garriott, Molyneux und Lanning spreche, haben die keine Ahnung.

Bei Filmen sind die Schauspieler und Regisseure spannend. Bei Spielen, nun, da entsprechen die Designer den Regisseuren. Die Helden = Schauspieler sind ja nur virtuell vorhanden. Lara Croft war da eine der wenigen Ausnahmen, die es auf diverse Zeitschriftencover geschafft haben.

Aber die breite Mehrzahl der Kinogänger interessiert sich ja nicht dafür, wer am Film mitgearbeitet hat - sonst würden die beim Abspann lesend sitzen bleiben. Warum sollte das bei Spielen dann anders sein?

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 EXP - 18. Oktober 2009 - 11:47 #

Weil Schauspieler auch die Haupt-Werbeträger sind. Regisseure wirken eher im Hintergrund, die Promotion wird zum allergrößten Teil an den Darstellern festgemacht.

In diesem Fall verhalten sich Spiele eher wie Bücher. Die Autorennamen treten stärker in den Vordergrund. Oder wüßtest Du sofort, wer mit William von Baskerville gemeint ist? Wenn ich Umberto Eco sage, dürften bei wesentlich mehr Leuten die Glocken klingeln.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 18. Oktober 2009 - 13:16 #

Naja...MTV...ist das schon Mainstream? Die Klingeltondauersendung...guckt das überhaupt noch jemand? Ich schon seit Jahren nicht mehr...

Jörg Langer Chefredakteur - Premium - 314265 EXP - 18. Oktober 2009 - 20:11 #

Nicht bei den Großen der Regisseurszunft: Viele Leute gehen in Filme, weil sie von einem Ridley Scott, Steven Spielberg, Michael Mann oder Lars von Trier stammen, weil sie den jeweiligen Stil einfach mögen.

Im übrigen würde ich behaupten, dass jeder, der mit "Umberto Eco" etwas anfangen kann, auch mit "William von Baskerville" etwas anfangen kann...

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 19. Oktober 2009 - 23:16 #

Naja...ich hab mir (jedenfalls zum Teil) heute Brütal Legend geholt, weils von Tim Schafer ist...nur der geht halt nicht zu einer Oscar Verleihung und läßt sich mit irgendwelchen Models in der Gala ablichten. Die Entwickler Szene ist doch eher bescheiden, mal abgesehen von Cliffy B...oder? Und leiht sich ein Computerspiel mal einen bekannten Schauspieler, wird der sicherlich nicht bei Wetten das ein Interview geben, ganz im Gegenteil...
Bis die Entwickler einen Kult Status wie Schriftsteller oder Regisseure erreichen, werden noch viele Bits durchs Internet verschoben werden.

Und derzeit haben in der Szene auch eher Firmen einen Kult Status. Bioware. Blizzard. Bungie. Aber die Leute dahinter? Fällt mir nicht ein Name ein.

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 EXP - 21. Oktober 2009 - 22:03 #

Tim Schafer im Spiegel-Online-Interview: http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,656086,00.html

Erschienen diese Woche, angekündigt auf der Startseite. Ist für mich Mainstream. Spiegel.de gehört zu den meistgeklickten Seiten im deutschsprachigen Web.

Dan Houser wurde dort auch schon interviewt. Ebenfalls auf der Startseite angepriesen.

MTV ist Mainstream. Vielleicht nicht mehr bei der Zielgruppe Ü30, darunter gibt es aber durchaus Leute, die ab und zu reinschauen. Ehrlich gesagt rechne ich aber auch nicht damit, daß Leute Ü40 noch zu Coregamern werden, wenn sie es bislang noch nicht waren. Diese Menschen haben längst andere Hobbies gefunden, denen sie sie 1000 mal lieber hingeben. Sie verstehen Spiele mitunter auch nicht, wie ich in einem faszinierenden Versuch feststellen durfte. Bin beim Versuch, einer 39jährigen Person das Autofahren in GTA 4 beizubringen, kläglich gescheitert. Die Testperson konnte die Steuerung vom Controller auf den Bildschirm gedanklich nicht umsetzen. Dadurch ist natürlich gleich mal das ganze Spiel gestorben. Das Problem liegt bei der Präzision der Steuerung und das räumliche Vorstellungsvermögen. Dadurch sind schonmal drei, vier Genres von vorneherein gestorben.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:40 #

Die Zeiten, in denen ein Entwickler wie ein Autor ganz alleine an einem Werk arbeiten kann, sind allerdings vorbei - trotz Xbox Live Arcade, dem PlayStation Store und dessen Wii-Pendant.

Lass uns ein kleines Quiz veranstalten. Sag doch mal, welche Autoren Dir hier als einfällt, ohne Google:

- Pitfall
- The Secret of Monkey Island
- Indiana Jones and the Fate of Atlantis
- Civilization
- Wing Commander
- Sonic the Hedgehog

Und jezt die hier:

- FIFA Soccer
- World of WarCraft
- Die Siedler
- Need for Speed
- Guitar Hero

Merkst Du, dass sich Spiele heute eher noch viel weniger wie Bücher verhalten? ;)

Anonymous ORIGINAL (unregistriert) 18. Oktober 2009 - 10:11 #

[27 Jahre, Student (vorher Ausbildung), Freundin, Sport, C64 aufwärts]
Wenn ich durch eine Computergeschäft schlender, und die Cover einiger Spiele sehe, dann fühle ich mich nicht angesprochen. Muskelbepackte Testosteronbomber die mit einer Wumme alles niedermähen - sorry, aber dafür bin ich zu alt.
Die Spiele sind meiner Meinung nach nicht ernst genug - ernst im Sinne einer spannenden, "realisitischen" Handlung. Es geht nur noch um Grafik, Technik - was sich auch in Hardwarekosten niederschlägt. Auch für diese "ich will der Beste, Schnellste, Klügste, was weiß ich sein" geht mir bei vielen Spielen auf die Nerven. Alternativlosigkeit bei spielerischen Entscheidungen (also innerhalb eines Spiels), kaum kritische Konfrontationen mit der eigenen Handlung. Knights of the old Republic war da interessant... Viele Hauptcharaktere sind meist auch "junge Spunde" die ganz groß rauskommen. Damit kann man sich irgendwie nicht mehr identifizieren. Hmm, welches Hobbies gelten eigentlich als "Erwachsen"?

Junkfoot 13 Koop-Gamer - Premium - 1523 EXP - 18. Oktober 2009 - 10:54 #

(29 Jahre, davon 24 Jahre "dabei")

Mal überlegen, man wird "erwachsen"... meistens kommt dabei eine Frau plus ein bis X Kinder mit rum und gerade PC-Spiele sind dann ja doch meistens etwas wenig Kooperatives, bei dem man Alleine vor dem Rechner sitzt. Das wird dann zeitmäßig (leider Gottes) doch etwas knapp und man kommt nur noch selten dazu (wie ich selber gerade mit einer Träne im Knopfloch feststelle), da man die Zeit dann doch lieber (je nachdem, wie süchtig man ist :D ) mit der Familie verbringen will. Und längst nicht jeder Lebensgefährte ist so liberal eingestellt, dass er es verstehen würde, dass der Andere jeden Abend lieber vor der Kiste sitzt, als gemütlich zusammen auf dem Sofa.

... und wieder einmal fällt einem auf, wieviel Zeit man in der vorigen Lebensphase eigentlich hatte (als Student, als Schüler, als Kindergartenkind ... )

melone 06 Bewerter - 1512 EXP - 18. Oktober 2009 - 13:44 #

40, keine Ahnung seit wann ich genau spiele, aber ich hab mit den ersten Ein-Spiele-Handhelds (Links/Rechts-Spielprinzip und festen Grafiken, dann kamen Arcades, das VCS2600, ...) angefangen Videospiele zu spielen.

Zu dem Thema fallen mir folgende *hust* Punkte ein:

Spielinhalte zielen oftmals nicht auf intelligente Erwachsene als Zielgruppe ab. Demzufolge bleiben die immer gleichen, oftmals kindisch, flach und klischeehaft aufbereitete Themen. Desweiteren hat man ja auch vieles schon gespielt: Wer bereits in über zwanzig Spielen durch einen Lüftungsschacht gekrochen ist; wir verstehen uns? Für Inhalte die vorwiegend <20 Jährige zum Kreischen bringen, mag ich weder Geld noch Zeit aufwenden. Sogenannte Erwachsenentitel sind dann wieder für eine Typus von Erwachsenen gemacht, dem ich auch nicht zu entsprechen scheine.

Lange Rede kurzer Sinn: Wirklich interessante Inhalte sind kaum zu sichten, dafür umso mehr Pseudoerwachsenentitel, die wirklich Erwachsene oftmals nicht mehr ernst nehmen können. Popcorn Science Fiction a la Riddick vs. Space Odyssey 2001 halt. Ein gutes Buch oder Hörspiel ist hier weitaus befriedigender.

Während man einen schlechten Film irgendwie gerade noch über sich ergehen lassen kann, ist der zeitliche und finanzielle Aufwand bei einem Spiel weitaus größer; demzufolge scheut man ein ums anderen mal die Investition.

Es gibt so viele alternative Freizeitmöglichkeiten, deren man sich als Jugendlicher auch nicht bewußt ist, die aber später umso attraktiver werden. Durch die begrenzte Zeit, entfällt so abermals - Erwachsene haben i.A. ja bereits weniger Zeit zum Spielen - weniger Zeit auf das Spielen.

Zum Glück gibt's ja aber auch Spiele die gar nicht mehr sein wollen als spaßige Unterhaltung, ich denke da an die Komplexität und Abstraktion alter Arcades, C64 oder einiger Amiga Titel. Spiele diesen Typus machen auch heute noch Spaß.

Meinesachtens hat die Spieleindustrie mitunter vergessen, daß es eigentlich um Spaß, Unterhaltung und Neugier (ein Spielerlebnis abseits der Realität) geht, andererseits aber noch nicht die Reife für faszinierende Inhalte erlangt. Viele Titel werden zwar immer aufwendiger und komlexer, bleiben inhaltlich aber pubertär. Ausnahmen bestätigen die Regel. Schöne Überraschungen steuert die Indieecke bei.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 EXP - 18. Oktober 2009 - 13:20 #

Ich glaube: Leute bis 40 spielen. Weil es Spiele seit 40 Jahren gibt und seit dem gespielt wurde. Über 40 dürfte es genau deswegen eine verschwindende Minderheit sein. Richtig im "Mainstream" der konsumorientierten Medien angekommen sein werden Videospiele spätestens, wenn die erste Spieler-Generation die 70 erreicht. Das wäre dann um 2030, eher schon früher.

Ich rechne fest damit, damit, daß Videospiele in einem gewissen Maß schon in meinem Leben, ich bin jetzt 28, weiterhin eine Rolle spielen werden. Allerdings sind Spiele bisher nicht in dem Maß ein allgemein zugängliches Gemeinschaftserlebnis wie Kino oder Video. Das hat etwas damit zu tun, daß man Spiele nicht in 90 Minuten "anschaut". Sondern über Tage oder Wochen spielt. Das geht nicht im Kreis der Familie. Oder an einem Abend mit Freunden.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:45 #

Mein Opa hat mit über 70 noch gespielt. Mein Vater ist seit den 80ern PC-Spieler.

Sport- und sonstige Action-Spiele lassen sich doch prima in 90 Minuten spielen. Wii Sports und Co. sind doch die Familienzusammenführer schlechthin. Rollenspiele mit über 100 Stunden Spieldauer sind da natürlich etwas anderes. Und was habe ich mit Freunden schon abends alles gespielt. :)

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 18. Oktober 2009 - 13:34 #

"Viele Titel werden zwar immer aufwendiger, bleiben inhaltlich aber pubertär. Ausnahmen bestätigen die Regel. Schöne Überraschungen steuert die Indieecke bei."

Vollste Zustimmung.
Gibt kaum Hoffnungsschimmer, außer Alpha Protocoll und Alan Wake. Aber das ist auch schon wieder alles eher Shoot&Run. Gabs da nicht mal einen Titel der nach einem Erdbeben oder so spielt und wo man anschließend überleben muß? Wie hieß der denn noch...Survive oder so...von Ubisoft?

Madcow 18 Doppel-Voter - 11400 EXP - 18. Oktober 2009 - 13:45 #

[25, seit '86 Zocker Atari 2600Jr., in Beziehung, Student mit abgeschlossener Ausbildung]
Wollen wir überhaupt eine so große Durchdringung in der Bevölkerung? Ist es nicht gerade diese Gradwanderung zwischen Mainstream und Nische die das Videospielen ausmacht? Ich will nicht von der Metzgerin beim Aufschnittkaufen erzählt bekommen wie sie letztens Street Fighter 4 auf höchster Schwierigkeitsstufe gemeistert hat. (Wobei die Vorstellung amüsant ist *g*) Wir befinden uns momentan in einer Situation wo Videospiele mitunter mit einem Lächeln akzeptiert werden und das ist doch mehr als ausreichend. Je mehr sich die Videosielekultur der allgemeinen Kultur nähert, umso mehr Mist nimmt sie auch an und verblödet. Sicher kann man Japan als Gegenbeispiel nennen, wo diese Fusion klappt, aber da is die gesamte Bevölkerung technologieverliebt.

Gründe für die Nicht-Durchdringung gibt es viele, wie bestimmt zahlreiche Vorredner geschrieben haben.
Massentauglich ist, was passiv oder mit geringen Aufwand zu tätigen ist.
Massentauglich ist, was spotbillig ist.
Massentauglich ist, für jeden uneingeschränkt zugänglich ist.
Und das sind Videospiele nur zum Teil oder gar nicht.

Ich hab sogar ganz einfache Tips für das Leben als Gamer und wie ihr euch in der Gesellschaft bewegt.
1. Erweitert euren Spielehorizont. Mit nem CS oder komplexen Strategiespiel könnt ihr wohl kaum jemand begeistern?
2. Macht aus Videospielen keine Wissenschaft, was leider an jeder Ecke des Videospieljournalismus oder sonst wo voll im Trend liegt. Habt Spaß an den Spielen und versucht das auch auszustrahlen.
3. Macht euch keinen großen Kopp darum wie Leute euer Hobby sehen. Ihr könnts nicht allen Recht machen und die besten Sachen entstehen eh zufällig.

Gott jetzt hab ich doch so viel Zeit mit dem schreiben dieses ollen Textes zugebracht :D Ich befolg mal lieber meine eigenen Tips und genieß den Sonntag.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:48 #

"Ich will nicht von der Metzgerin beim Aufschnittkaufen erzählt bekommen wie sie letztens Street Fighter 4 auf höchster Schwierigkeitsstufe gemeistert hat."

Dann darfst Du aber auch nicht schimpfen, wenn die Metzgerin ihren Kunden erzählt, dass Du einer dieser Shooter-Fans bist, die für die ganzen Amokläufe verantwortlich sind. ;)

Anonymous (unregistriert) 18. Oktober 2009 - 13:49 #

I am Alive, soll glaube ich irgendwann 2010 released werden

Fozzie 12 Trollwächter - 1015 EXP - 18. Oktober 2009 - 14:16 #

Ich bin 28, Spieler seit ca. 21 Jahren (nach Tetris uns SimCity kam der Farbmonitor und damit Lemmings und später Monkey Island - danach gab es kein Zurück mehr...).

Ich denke, das "Dilemma" liegt darin, dass Computerspiele versuchen, zwei sehr unterschiedliche "Bedürfnisse" zu befriedigen: den Spaß am Spiel und das Erlebnis währenddessen. Bei ersterem geht es um die "Mechanik", das Spielprinzip, das begeistern soll und bei dem Videospiele gegenüber Brettspielen den zusätzlichen Nachteil haben, dass die Bedienung passend und zugänglich sein muss. Das Problem hierbei ist im Endeffekt ein Überangebot an Spielen. Wer soll die alle kaufen? Man hat ja auch nicht 30 verschieden betitelte Mensch-ärgere-dich-nicht-Varianten im Regal liegen. Eine reicht völlig und es macht immer wieder Spaß, es zu spielen, ähnliches gilt für klassische Kartenspiele wie etwa Skat.

Wie also sieht es mit dem "Erlebnis" aus? Da ist, wie auch schon von vielen erwähnt wurde, die Spielmechanik eher eine Hürde, weil sie den Zugang zum Erlebnis und den Ablauf der Ereignisse limitiert. Das wissen "Nicht-Spieler" und scheuen allein deswegen davor zurück, es zu probieren. Gerade auch, wenn sie vielleicht schon ein paar frustrierende Erfahrungen gemacht haben. Als Vergleich: ich schaue mir hin und wieder ganz gerne Snooker im Fernsehen an, aber selbst treffe ich mit einem Queue höchstens die Augen unschuldiger Passanten. Und es wäre für einen aktiven Snookerspieler sicher auch schwierig, mich davon zu überzeugen, dass die neue, ergonomische Konstruktion des Spielgeräts, das ich mir für 60€ kaufen kann, daran vielleicht etwas ändert.

Um also die Zielgruppe der "Erlebnisorientierten Spieler" zu erweitern, muss dabei der Anteil an Spielmechanik zurückgefahren werden, doch das ist meines Erachtens der falsche Weg. In erster Linie soll mich die Spielmechanik begeistern, sonst braucht es kein Spiel zu sein. Eine gut gemachte Geschichte, die von interessanten Charakteren bevölkert wird, ist natürlich mehr als begrüßenswert, sie darf aber das Spiel an sich nicht zu sehr in den Hintergrund treten lassen. Ich meine damit nicht einmal Extrembeispiele wie den FMV-Murks aus den 90ern, sondern auch viele aktuellere Titel, die allein vom Genre her eher "storylastig" sind, nämlich Adventures und Rollenspiele. Denn gerade die Spiele, die in den letzten Jahren wegen ihrer Story besonders gelobt wurden, versagen meines Erachtens beim spielerischen Anteil.

Baldur's Gate 2 war so ziemlich das letzte Rollenspiel, dass ich vor allem deswegen weitergezockt habe, weil es als *Spiel* Spaß gemacht hat. Oben drauf kam außerdem noch eine spannende und epische Geschichte - so sieht der Optimalfall aus. Danach ging es eigentlich bergab. Bereits bei Neverwinter Nights hatte ich nach einer Weile den Eindruck, dass mein Wirken an der Maus eher eine Überbrückungshandlung zur nächsten Skript-Dialog-Sequenz war. Ebenso KotOR und die jeweiligen Nachfolger. Die vormals wunderbar taktischen Kämpfe, die genau den richtigen Knobelfaktor hatten, wurden entweder zu einer größtenteils selbst ablaufenden kurzen Prügelsequenz oder zu langwieriger Fummelarbeit - je nach Optionseinstellung der Begleiter-KI. Auf die Spitze hat es dann Jade Empire getrieben. Die Spielmechanik war lächerlich unterkomplex, Kämpfen und Umherlaufen waren bald nur noch lästige Pflichtaufgaben auf dem Weg zum nächsten Plotpoint. Zugegeben - ich habe es wegen der Story durchgespielt, aber als der Abspann lief, wünschte ich mir eigentlich, das Programm wäre komplett von selbst abgelaufen und hätte mir das Controller-Gefummel erspart. Ein Spiel ist nun mal kein Film und es hat auch keinen Zweck, es zum "besseren Film" hochstilisieren zu wollen. Warum also die "Nichtspieler" mit (selbst rudimentärer) Steuerung und Regelmechanik abschrecken und die Spieler mit selbigem anöden?

Damit ist es am Ende niemandem recht gemacht und vor allem Erwachsene bringen ihre knapp bemessene Freizeit dann lieber mit etwas anderem zu. Da könnte die Medienpräsenz von Spielen mit toller Geschichte noch so groß sein, wer sich nicht mit einem Spiel beschäftigen will, wird weiterhin lieber Filme oder Bücher zur Unterhaltung heranziehen. Brettspiele für Erwachsene gibt es auch schon ewig, aber kaum jemand beschwert sich ernsthaft darüber, dass sie nicht genug öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Die meisten Leute, denen ich z.B. "Junta" schmackhaft machen möchte, winken nach einem kurzen Blick auf die Regeln ab. Oder wie oft hört man von seinen Bekannten "Lass uns mal wieder eine Partie Shogun spielen!"?

Ich will damit keineswegs sagen, dass die Geschichte von Spielen vollkommen egal ist, aber man muss einfach anerkennen, dass Spielmechanik nicht auf so breiter Ebene anschlussfähig ist, wie die reine Erzählung einer Geschichte. Vor allem nicht, wenn man diese dem Spiel auch noch "abtrotzen" muss, weil es sich etwa um ein Open-World-Game handelt.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:51 #

"Man hat ja auch nicht 30 verschieden betitelte Mensch-ärgere-dich-nicht-Varianten im Regal liegen. Eine reicht völlig und es macht immer wieder Spaß, es zu spielen, ähnliches gilt für klassische Kartenspiele wie etwa Skat."

Ein Spitzenpunkt! Wenn ich daheim bei meinen Eltern bin, spielen wir abends sehr oft Rummikub oder rätseln gemeinsam bei "Wer wird Millionär?" im Fernsehen mit. Beides jahre- bis jahrzehntealte Spiele. Machen aber immer noch so viel Spaß wie am ersten Tag.

Vielleicht sind MMOs deswegen so beliebt - die Regeln ändern sich nicht, dass ist eher wie ein Brettspiel, dass man immer wieder hervorkramt, weil sich mit den Monaten die Farben des Spielfeldes und die Form der Figuren ändern.

Claus (unregistriert) 18. Oktober 2009 - 17:01 #

38 Jahre, seit 32 Jahren Konsument von Videospielen (1977, Grundig Fernseher mit Pong, "Fußball" und "Tennis" und Drehcontrollern.

Das entscheidende Minus der Computer- bzw. Video-Spiele sind die fehlenden Inhalte. Das wurde hier auch schon mehrfach beschrieben.

Ich habe in 32 Jahre Spielekonsum nur zwei bis drei Spiele in die Finger bekommen, die mich emotional ernsthaft berührt haben.
Un das waren Adventures.

Alle anderen Spielegattungen (ausgenommen einmal historische Simulationen bzw. knochentrockende Strategiespiele) versuchen seit Jahrzehnten nur noch mit Eye-Candys den Kunden zum Kauf zu motivieren.

Dieses Verhalten wird von der Fachpresse auch gefördert und honoriert.
"Veraltete" Grafik oder "Veraltete Engine" führt zu Abwertungen.

Ich habe immer davon geträumt, dass funktionierende Spiele mit mehr bzw. tiefschürfernderem Inhalt statt mit jährlichen Grafikupdates auf den Markt gebracht werden. Pustekuchen.

Stattdessen werden immer hohlere, hübschere Programme am Fließband gefertigt.

Zum Thema, dass Spieler die Fachpresse nicht lesen, möchte ich nur anmerken, dass die Ursachen doch bekannt sein dürften:
die Fachprese ist einfach nicht (mehr) lesenswert.

Wer Praktikanten, 20-jährige Quereinsteiger und grundätzlich nur "deb billigeb Jakob" beschäftigt statt Qualitätsjournalismus zu praktizieren bzw. zu bezahlen soll sich bitte nicht erstaunt zeigen, wenn das Endprodukt nach Jahren des Qualitätsverfalls nicht mehr gekauft wird. Ich persönlich habe bis Mitte der 90er Jahre mitunter drei Spielemagazine pro Monat gekauft. Jetzt seit mehreren Jahren gar keins mehr. Es lohnt sich einfach nicht.

Was müsste sich ändern, um Computerspiele auf das Niveau von Kinofilmen zu helfen?

Zwei, drei Ideen hätte ich ja da:
a)
weg mit den gefühlten Trilliarden verschiedenen Plattformen.
Kino ist Kino. Videospiel ist Wii, PS3, Xbox, DS, PSP, ....
Ich kann kein Spiel einfach kaufen. Ich muss auch ständig die Hardware bezahlen oder selber nachrüsten. Das ist ein Elend, das in der Filmwirtschaft der Kinobetreiber übernimmt.
Konsolen müssten also entwerde umsonst oder zu äußerst geringen Leasingkosten ausgegeben werden. Und es sollte besser nur ein zwei Industriestandards geben.
Ich will keine Konsole besitzen, ich will doch nur spielen!

b)
Rührt mich in Spielen auch mal zu Tränen, bringt mich zum Lachen, lasst mich tiefe Sympathien zu meinen Spielfiguren entwickeln.
Liebe, Hofnnung, Trauer, Wut, glucksendes Lachen, you get the picture.

c)
Mehr und vor allem bessere Tutorials, die der Spieler besser auch nicht als solche wahrnimmt, statt keine oder Pdf-Anleitungen, die die Hälfte der Spielmechanismen nicht, unvollständig oder falsch erklären.

d)
Qualitätsstandards einführen und einhalten, die "Patches" unnötig machen. Dem Kunden für Patches dinanzielle Gutschriften erteilen.
Wenn die Bahn für Verspätungen zahlt, was müsste dann ein Softwareproduzent bzw. Distributor tun, wenn er ein eindeutig unfertiges Produkt verkauft?
Wann sind wir das letzte Mal ins Kino gegangen und mussten dann vor Ort noch beim Schnitt des Films, beim Justieren des Projektors oder beim Abfüllen des Popkorns selber Hand anlegen?

Jörg Langer Chefredakteur - Premium - 314265 EXP - 18. Oktober 2009 - 20:12 #

Hi Claas, genau damit fing es auch bei mir an, und kurz darauf, glaube ich, noch mit einem KOSMOS Experimentiercomputer :-)

Claus 28 Endgamer - - 100670 EXP - 23. Oktober 2009 - 12:19 #

Experimentiercomputer, nicht schlecht.
Bei uns gab es da erst Anfang der 80er Jahre wieder neues zu berichten: Space Panic, ein kleines Handheld, dass immerhin 4 besuch- wie bespielebare Räume anbot.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 19. Oktober 2009 - 23:18 #

Claus, du hast ja sooo recht!

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:54 #

"Wann sind wir das letzte Mal ins Kino gegangen und mussten dann vor Ort noch beim Schnitt des Films, beim Justieren des Projektors oder beim Abfüllen des Popkorns selber Hand anlegen?"

Ganz großer Beitrag, kann allem mich verneigend zustimmen.

Claus (unregistriert) 23. Oktober 2009 - 12:07 #

Wow, danke für die Blumen und das freundliche Überlesen der Legion von Tippfehlern.

VikingBK1981 18 Doppel-Voter - Premium - 12111 EXP - 18. Oktober 2009 - 23:40 #

Also ich denke aber nicht das die Lösung darin besteht das Titel zugänglicher werden müssen. Wo bleibt dann die Herausforderung? Nur noch Games wie auf der Wii?
Ich möchte auch nicht jedes Game mit dem Kino vergleichen. Kino ist am Aussterben und der Gamingbereich nun mal nicht. Ich denke das sich auch nicht alle Film Genre übertragen lassen. Wer will schon einen Serienmörder spielen? Oder sich durch eine Dokumentation spielen? Ich kenne viele die um die 30 sind und immer noch fleißig spielen. Klar verbringt man weniger Zeit vor den Konsolen und PC´s aber das trifft auch auf andere Hobby´s zu.

Porter 05 Spieler - 2981 EXP - 19. Oktober 2009 - 10:57 #

wieder so ein nicht durchdachter Artikel.

die Spieleindustrie ist immernoch sehr Jung, und wirklich nötig scheint es diese auch nicht zu haben in den Massenmedien präsent zu sein, und jeder der gerne! Spielt der weiss auch woher er Informationen bekommen kann, nur wer nach Faierabend lieber sich passiv unterhält der wird auch kein Intresse an einem Computerspiel finden.

die (Video)Spiel Industrie boomt, alles ist OK und wird noch besser.
Die Intressen sind einfach nur versch. und können sich mit der Zeit bei jedem Mensch ändern, und hat man eben erstmal Frau und Kind zuhause, dann ist es schwer 2h lang mal für einen ausführlichen Zock zu verschwinden.
Spiele sind keine Filme, sie sind mehr, da interaktiv, und füllen 10-100x mehr Zeit als ein Buch/Film.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 23. Oktober 2009 - 0:56 #

Das Alter der Spieleindustrie habe ich ja nicht von ungefähr mit dem der Filmbranche verglichen. Die hatte nach 40 Jahren schon ein paar größere Sprünge gemacht.

Sieh es mal so: Wenn sich Hollywood wie die Spielebranche entwickelt hätte, dann hätte es 1940 Stummfilme in HD und 3D gegeben. Ohne Texttafeln.

Spiele dauern heute oft nur noch acht bis zwölf Stunden. An einem Buch liest man ähnlich lange, eine TV-Serie verschlingt noch mehr Zeit.

huhu (unregistriert) 19. Oktober 2009 - 11:01 #

Es ist kein guter Vergleich Kino, DVD und Fernsehen mit Videospielen vergleichen zu wollen, das eine wird komplett passiv konsumiert, im Prinzip sogar nebenbei möglich, das andere wird aktiv genutzt, Zwischensequenzen mal ausgenommen.
Was will man dann noch mehr über Videospiele berichten, die es interesiert finden ,suchen ihre Informationsquellen. Die sich nicht dafür interessieren ist es sowieso egal. Schaut man sich das heutige Fernsehen an mag man garnicht mehr einschalten. Quantität unüberschaubar, Qualität katatrophal, hoffe von dieser Entwicklung bleiben wir bei Videospielen z.T. verschont!

Tyrm 08 Versteher - 151 EXP - 19. Oktober 2009 - 13:02 #

Ich glaube, typische Spiele für erwachsene wären z.B. einigermaßen authentische Aufbauspiele und Adventures, die nicht so sehr auf "gimmickhafte" Rätsel als Mittel zum Zweck setzen, also Spiele, die thematisch an Bereiche aus dem echten Leben erinnern und nicht zu selbstbezogen sind. Das Spielprinzip muss klar und eindeutig sein (also eher weniger ein Genre-Crossover oder super wandlungsfähige Quick-Button-Adventures).
Daran erinnern mich kuriose Erfolge wie der Landwirtschaftssimulator und auch die Sims. Die Zielgruppen sind klar andere als die WoW- und Half Life-Fraktionen, wobei ich es doch eher auf historische Aufbausimulationen und Detektivadventures à la Sherlock Holmes im Mittelalter, alten Rom usw. abgesehen hätte, als aufs Traktorfahren und Kleideraussuchen. Adventure-Spiele sind doch zur Zeit auch eher an Freunde eines bestimmten Humors und absurden Kombinationen von Gegenständen gerichtet. Aufbauspiele lehnen sich zu stark an „kleine lustige Gnome“ und WoW-Grafik an.
Erwachsene Spiele wären nicht unbedingt besser, aber zielgerichteter, traditioneller und weniger abgehoben als die „revolutionären“ Stories und Designs, die zur Zeit vorherrschen.

Portal wäre eigentlich ein hervorragender Erwachsenen-Titel, ist aber thematisch wieder zu nerdig und Spiele-referentiell (Schatten von Half Life). Diese Klarheit des Konzepts scheint aber genau zu passen. Eine Umgebung, eine Situation, eine Aktion, das alles in verschiedenen Variationen mit eher minimalistischen Andeutungen über eine Hintergrundstory (Monologe führender Computer will uns umbringen, Kritzeleien an der Wand, Blick in den Spiegel verrät uns wie wir aussehen und wie es uns geht).
Das wären Spiele, die sofort begreiflich und auch ihrem Medium anerkennenswert sind. Da wird kein anderes Medium simuliert, Aktionen sind kein Selbstzweck, sondern verändern direkt etwas, und gleichzeitig muss man sich nicht näher damit beschäftigen, um loszulegen.
Age of Empires war auch genau die Art von Spiel, die damals einen erwachsenen interessieren konnte. Authentisches Design, realgeschichtliche Hintergründe, und keine pathetische Glorifizierung von Krieg. Ein Blick und man weiß, was man kriegt, ein echter Software-Klassiker.

Die Attraktivität von raumausfüllenden Home-Entertainment-Stationen, die das ganze Wochenende über sämtliche Altersgruppen mit verschiedenen Funktionen und Genres bedient, wird meiner Meinung nach überschätzt.

monokit 14 Komm-Experte - 2086 EXP - 19. Oktober 2009 - 23:23 #

"Portal wäre eigentlich ein hervorragender Erwachsenen-Titel,"

Wieso wäre? Ich finde gerade Portal ist DER Prototyp eines ausgezeichneten hervorragenden Erwachsenenspiels! Tolle Story, Witz, Charme, frisch und unkonventionell erzählt, nimmt sich selbst nicht ganz ernst und rührt mich an, wenn ich meinen Companion dann doch den Flammen opfern muß. Dann das Lied und "The cake is a lie!!!!" Großartige Unterhaltung! Mehr davon!

Neon 09 Triple-Talent - 335 EXP - 24. Oktober 2009 - 23:47 #

Viele richtige Argumente sind ja schon genannt worden:

Die Einstiegshürde bei Spielen ist einfach viel größer als beim Film. Man muss einen größeren Betrag in Spiel und Hardware investieren, man kann sich nicht passiv berieseln lassen...

Ich zweifle immer wenn ich direkt oder indirekt lese, dass erwachsene, ältere Menschen einen so viel ausgereifteren Geschmack hätten. Eher habe ich das Gefühl, dass sie bestimmte Themen wie SciFi, Fantasy, Comic und Spiele allgemein als Kinderquatsch abtun, und dann im Fernsehen zur Unterhaltung nur Krimis, Arztserien und Reality-TV konsumieren. Die erfolgreichsten Erwachsenenspiele sind ja auch Spiele wie Wii Sports, Tiger Woods, Onlinepoker, etc. Und wer kauft denn Spiele wie den Müllabfuhr-Simulator?

Computerspiele sind außerdem ein Zwitter zwischen einem Medium und einer Aktivität. Gegenüber Medien Filmen und Büchern mögen sie wenig erfolgreich aussehen, aber vergleicht man sie mit anderen Hobbys stehen sie gar nicht so schlecht da. Denn wieviele Menschen waren z.B. in ihrer Jugend in einem Sportclub und sind es auch mit 40 noch?

Schade finde ich nur, wenn selbst ehemalige Intensivspieler das Hobby irgendwann komplett aufgeben. Wenn z.B. im Veteranenpodcast die Teilnehmer die großen Blockbuster anscheinend nur noch aus beruflichen Gründen anspielen und sich ansonsten mit Retrothemen oder iPhone-Spielen beschäftigen. Insofern hätten mich schon interessiert, wie die in der Kolumne angesprochenen Abi-Kollegen ihren Interessenwandel denn selber erklären.

Aber irgendwie ist das auch wohl ganz natürlich: Wer mit 18 Fußball noch im Verein gespielt hat, der schaut es sich 20 Jahre später meistens nur noch an und redet darüber, steht aber selten noch regelmäßig selber auf dem Platz.

Xela 02 Sammler - 2 EXP - 26. Oktober 2009 - 21:02 #

(Vorneweg: Ich, Mitte 20, spiele seit ca. 17 Jahren, aber weit nicht mehr so viel, als das z.B. noch mit 16-18 der Fall war.)

Einige in meinen Augen richtige und gute Punkte wurden schon angesprochen. Ich denke, es gibt eine Reihe von Faktoren, die es einfach begünstigen, dass vorwiegend jüngere Leute sich mit PC- und Videospielen beschäftigen. Der Spielemarkt hat darauf in den letzten zehn, fünfzehn Jahren wie ich finde auch durchaus reagiert. Es reicht ja im Grunde schon, mitzubeobachten, welche Leserschichten die Fachpresse ansprechen will und anspricht. Das sind nach meinem Eindruck seit Jahren nicht mehr die Jetzt-Erwachsenen, die all das, was heute als Handy- und Portable-Spielen x-tverwurstet wird noch auf den jeweiligen Originalsystemen gespielt haben. Ich finde, man sieht es vielen Spielen heute deutlich an, dass sich sowohl die Präsentation der Inhalte im Spiel als auch die Präsentation des Spiels der Öffentlichkeit gegenüber an eher jugendliche Käuferschichten wendet. Das muss natürlich nicht heißen, dass sich von so gestalteten Spielen nicht auch einige Erwachsene angesprochen fühlen können – aber wenn sie nicht wesentliche Zielgruppe sind, ist es kein Wunder, wenn die derzeitigen Spiele in ihrer Gestaltung und Präsentation an vielen Erwachsenen vorbeigehen.

Die immer als Unterschied zu Büchern oder Filmen angeführte Interaktivität von Spielen muss ja auch nicht immer nur positiv sein. Eine unübersichtliche Bedienung oder eine hakelige, weil schlecht umgesetzte Steuerung kann ein Spiel ja auch unnötig anstregend und damit frustrierend machen. Auch bedeuten die ganzen Interaktionsmöglichkeiten, die erst mal programmtechnisch realisiert werden müssen, auch immer Fehleranfälligkeit. In Büchern oder Filmen können Charaktere z.B. nicht eben mal ohne ersichtlichen Grund in einem Hügel verschwinden oder daran scheitern, um eine Hausecke herumzugehen. PC- und Videospiele aber erfordern unter Umständen auch, viel Nachsicht gegenüber solchen Programmfehlern zu zeigen, wiewohl die den Spaß beeinträchtigen und das Identifikationsgefühl mit der Spielwelt zumindest kurzzeitig brechen. Hier finde ich es auffällig, dass die Teile einer eher jüngeren Käuferschicht dann durchaus trotzdem das Spiel am Erscheinungstag kaufen, spielen und dann halt mehr oder weniger genügsam auf die ersten, heilenden Patches warten. Ich weiß nicht, ob man unter Erwachsenen massenhaft die gleiche Bereitschaft finden wird, Geld und Zeit in spürbar bis eklatant fehlerhafte Spiele zu investieren.

Der Punkt, der mich persönlich am meisten davon abhält, viel Zeit mit Spielen zu verbringen oder regelmäßig neue Titel zu spielen ist, dass meiner Meinung nach oft so viel Wert auf irgendeine Spaß oder Unterhaltung fördernde Mechanik gelegt wird, dass dabei das Erzählen einer interessanten, tiefgängigen, auch mal die Klischees auslassenden, emotional fordernden Geschichte entweder von vornherein nicht angegangen oder in der Entwicklung vernachlässigt zu werden scheint. Ich will meine Ansicht nicht verallgemeinern, weil es natürlich auch wieder erwachsene Spieler geben wird, denen die Abwesenheit einer Story nichts ausmacht, oder die eine flache, unzureichend oder inkonsequent präsentierte oder abgeschlossene Story nicht daran hindert, sich für ein Spiel zu interessieren oder zu begeistern. Aber ich merke in den letzten Jahren häufiger, dass ich keine Lust mehr habe, Geld oder Zeit in Spiele zu investieren, die keine gute Geschichte erzählen oder sie nicht interessant, glaubhaft oder konsequent bis zum Ende erzählen können.

Ich finde, wenn Spiele gerade den von den Entwicklern stolz vorgetragenen Anspruch (werthaltige Kulturgüter usw.) erfüllen wollen, müssen sie es auch schaffen, mehr zu bieten als die selben gut oder schlecht funktionierenden und umgesetzten Mechanismen, die man vor zehn, 20, 30 oder 40 Jahren auch schon hatte. Einfach, um all die Leute zu erreichen, denen es womöglich nicht reicht, noch einen Ego-Shooter spielen zu können, in dem virtuelle Figuren zu eliminieren sind, noch ein Strategiespiel, in dem irgendwelche Einheiten über Karten zu bewegen, noch ein Rollenspiel, in dem Gegenstände gesammelt und Charaktere auf irgendwelche Statistikwerte hochzuleveln sind. Ich finde, da ist noch ganz viel Potenzial, das selbst als erzählerisch etwas ambitionierter präsentierte Titel (etwa Bioshock oder Fahrenheit) bisher noch nicht genutzt haben.

DarkMark 15 Kenner - 2905 EXP - 28. Oktober 2009 - 12:36 #

(39 Jahre, Spieler seit "Space War" auf dem Atari VCS2600, also irgendwann Ende der 70er)

Hier sind schon viele richtige Sachen gesagt worden, ich teile die Meinung vieler Altersgenossen, was Themen wie "Zugänglichkeit" und "Zeitaufwand" betrifft.

Einen Punkt habe ich hier bisher noch nicht gefunden, der die Bedeutung der Videospiele für "die Gesellschaft im Allgemeinen" vielleicht noch beeinflusst hat. Ich spreche von den Arcades oder Spielhallen, die Mitte der 90er Jahre mit dem endgültigen Durchbruch von PC's und technisch anspruchsvollen Konsolen relativ still und leise von der Bildfläche verschwanden bzw. sich ausschließlich auf die Aufstellung von Münzspielgeräten beschränkten.

In die Daddelhalle zu gehen war damals für uns als junge Erwachsene Mitte 20 ein ähnlich geschätzter Zeitvertreib für einem Samstag Abend wie der Kneipen-, Kino- oder Discobesuch. Neben den Automaten standen da natürlich auch noch Kicker, Flipper und Billiardtische, man konnte sich da ganze Nächte um die Ohren schlagen und zusammen spielen, schnacken und ein paar Tassen Bier trinken.

Würde dieser Markt der Arcade-Automaten noch existieren oder in anderer Form wiederbelebt werden, könnte ich mir durchaus vorstellen, daß der Zeitvertreib "elektronisches Spielen" eine gewisse Massentauglichkeit entwickeln könnte. Eingebettet in ein passendes Ambiente und durch den Einsatz moderner Spielkonzepte (z.B. Multiplayer an großen Tischautomaten oder Projektionsbildschirmen) wäre es durchaus denkbar, hier im Freizeitbereich neue Möglichkeiten zu schaffen und auch dem reiferen Publikum einen unaufwändigen und kostengünstigen Zugang zu diesem Medium zu ermöglichen.

Überlege, ob ich jetzt direkt einen Businessplan schreiben soll... :)

Roland Austinat Freier Redakteur - 3291 EXP - 29. Oktober 2009 - 0:33 #

Jau, Out Run im Schwenk-Automaten, das waren noch Zeiten.

Es gibt allerdings hier in den USA und in Japan noch Spielhallen, die sind aber meist dort zu finden, wo ohnehin Leute freizeittechnisch unterwegs sind. Etwa an den Piers (Pieren? Pierre?) von Santa Monica oder Santa Cruz.

Ein sehr großer Haken der Spielautomaten: die Kosten. Kauf/Miete und Instandhaltung/Wartung verschlingen große Summen. Es gibt zwar seit geraumer Zeit Automaten, die mit einer mehr oder weniger einer Heimkonsole identischen Platine arbeiten, aber dennoch gibt es so richtige Riesenkracher nicht mehr. Street Figher 4 mal außen vor gelassen, den hat selbst Capcom auf der E3 immer in Automatenform vorgestellt.

Oft gab's die Automaten auch nur in verräucherten Kneipen oder spelunkigen Spielhallen, in denen auch Glückspielautomaten an den Wänden hingen. Vielleicht hat sich das Stigma solcher Geräte auch auf die Automaten ausgebreitet?

Christoph 17 Shapeshifter - Premium - 6465 EXP - 6. November 2009 - 12:51 #

Am Santa Monica Pier (ätsch, Plural vermieden!) habe ich auch zuletzt "im Auto gesessen", und zwar genau wegen der guten alten 80er (Jahre, nicht Mopped!) :-)

Claus 28 Endgamer - - 100670 EXP - 31. Oktober 2009 - 23:19 #

Oh, ja, stimmt, sehr guter Punkt.
Von Raiden, Flying Shark, 1942, Tetris, Lichtpistolen, Hydraulikstühle oder gar die fantastische Kugel, die sich komplett drehte, wenn man drinnen saß und Afterburner spielte (gleich beim Start gab es erstmal den Looping).

Ich denke aber mal, dass der Zug endgültig abgefahren ist, solange technisch keine neuen Quantensprünge erzielt werden.

Holodecks, ja, die könnten die Masse der Bevölkerung wieder mit den Videospielen und "Spielhallen" versöhnen, jede Wette.

Make it so & engage!

;)

Tyrm 08 Versteher - 151 EXP - 28. Oktober 2009 - 19:57 #

Ich habe auch schon ein paar mal gehört, dass die Interaktivität in diesem Medium das eigentliche Problem ist. Die wird nämlich so empfunden, dass sie einen in einer unrealistischen, seelenlosen Welt gefangen hält. Da wird kein Interesse geweckt, sondern abgeschreckt. Vielleicht auch eine Verweigerung von etwas, bei dem befürchtet wird, dass es einem am Ende zu gut gefallen könnte, oder das eben zu viel Zeit und Einarbeitung benötigen würde, als einem Medium, das einfach nur unterhalten und entspannen soll, angemessen erscheint.

Nicht zuletzt gibt es da noch den technischen Aspekt, die Preise (ich finde, leider setzt sich immer mehr eine Akzeptanz und sogar eine Förderung von hohen Preisen durch ("das ist es mir wert!"), obwohl ich Vollpreistitel prinzipiell überteuert finde), wie schon mal gesagt die Zeit (dieselbe Zeit mit etwas Fremden erscheint im Voraus länger als mit etwas Vertrautem, auch für Rückkehrer) und eben der spektakuläre Look, der vielleicht gerade noch in Spiefilmen und Stefan Raab-Events erträglich ist.

Anonymous (unregistriert) 31. Oktober 2009 - 4:14 #

40, Spieler bis heute (PC/PS3/Wii/Retro) und Zocker seit kurz nach der Geburt.

Auch ich beobachte (mit Schrecken) diese Abkehr vom Hobby der
Videospiele, sehe dahinter aber andere Mechanismen.
Ich bin immer ganz perplex, wenn man Eltern in meinem Alter auf
Elternabenden das Thema Videospiele erklären will. Mir? Ich meine
meiner Generation? Wollen die mich jetzt veräppeln?

Ich glaube, wir sehen hier Alterungsprozesse ganz unabhängig vom Medium.
Echte (aktiv genutzte) Freizeit, wie Kinder und Jugendliche sie kennen,
nimmt im Alter immer weiter ab. Hier einmal ein paar Beobachtungen:

* Als Kind (oder Heimatstudent) hat man wirklich mehr Freizeit. Der
Arbeitstag geht von 7-15 Uhr, dann ist Schicht. Kein Kochen. Kein
Wäsche waschen. Kein Putzen. Kein Einkaufen. Paradisische Zustände ...

* Die Einarbeitung in komplexe Hobbies ist bei 1-2 Stunden Freizeit an
Wochentagen zu mühselig. Springt man zwischen den Wochenenden, vergisst
man zu viel ( eine Spieletagebuch hilft !). Ich empfehle Ego-Shooter -
klare Erfolge und Fortschritte, keine Lernkurve! Oder Musikspiele
wie Guitar Hero!

* Auch das Interesse für Filme und Filmstars lässt im Alter nach.
Wer geht nach der Zeit an der Uni noch in Programmkinos - ausser
Lehrer? (Schaff ich zeitlich schon gar nicht bis 20.00 Uhr ! )
Was mich das Leben von Hollywood-Stars interessiert? Nicht die Bohne!
Die Filmindustrie als Gegenbeispiel taugt nicht wirklich.

* Man guckt im Fernsehen oder auf DVD alte Klamotten, die man kennt.
Die Beschäftigung mit neuem Zeug ist viel zu mühselig, auch bei der Musik.
("Schalt noch einmal auf VOX. Lass drin, der Film ist gut, den hab
ich schon 3 Mal gesehen!").

* Seichte Unterhaltung ist ab 35-40 gross in Mode. Rasenmähen. Die
200 qm Haus putzen. Kinder ins Bett bringen. Mit dem Hund raus.
Wenig Aufregung, viele kontrollierte Abläufe ( inkl. dem Aufgreifen
früher gehasster Traditionen).

* Die Leute, die heute auf dem ÖR Volksmusik einschalten, waren
jünger als ich, als die Beatles und die Stones berühmt wurden - ich
bin entsetzt! Guck ich mir die Kacke in 30 Jahren auch an - HILLLLFFEEEE !

Ob ich als Rentner endlich die Zeit finde, das Handbuch von Falcon 4.0 zu
lesen - oder lausche ich doch lieber etwas seichter Volksmusik.

Christoph 17 Shapeshifter - Premium - 6465 EXP - 6. November 2009 - 13:01 #

Stimmt teils; ich verstehe die Ansätze und stimme Dir tendenziell zu; aber die Ausprägung ist bei Dir doch schon ziemlich "phlegmatisch" (no offense!) oder Du hast einen wirklich stressigen Job oder sehr viele Kinder ;)
Will sagen: Klar haben wir (bin 37) viel Arbeit und wenig Zeit, verglichen mit früher, und ein paar ernste Verpflichtungen gegenüber Ehepartner etc.
Aber "einarbeiten" muß ich mich in einen Film oder eine DVD kein bißchen, also wieso da den Anschluß verlieren bzw. nicht weitergucken?
Was Spiele angeht: Das stimmt, das Wieder-Reinkommen ist nach ein, zwei oder mal acht Wochen ein echtes Problem bei Rollenspielen und Adventures. "Welche Skills waren das nochmal? Wozu brauche ich diese Felle? War der NPC nun hier oder dort? Ach, mein Heiler war noch gar nicht in dieser Stadt, das hatte ich mit dem Jäger gespielt..."
Insofern sind mir Spiele auch öfter zu umfangreich als früher und ich tendiere zu seichteren ohne viel Nachdenken, bei denen man die reine Spielmechanik schnell kapiert. Das müssen keine casual Browsergames sein, aber heute ist's halt mehr Titan Quest als Baldur's Gate.
Und der Tip mit Guitar Hero ist cool - das hab ich in den USA für 37 Dollar gekauft, aus Spaß, - und bin mit großem Spaß dabei. Vorher hätte ich aber fast gewettet, daß es mir nicht gefallen würde...
Daß ich Volksmusik sehen werde, befürchte ich zwar nicht. Aber die "Verseichtung" von Baldur's Gate hin zu nur-noch-simpel will ich auch bei Spielen unbedingt vermeiden.
Also arbeite ich mich vielleicht doch in Dragon Age ein ;)

Sebastian W. 05 Spieler - 51 EXP - 26. November 2009 - 0:27 #

Geduld, junger Padawan Austinat... ;-)
Im Ernst - kommt doch gerade alles - die Spiele werden doch wirklich immer 'erwachsener' (Max Payne, Fahrenheit, Shadow of Colossus, Dragon Age und und und) und auch die Veranstaltungen und Auszeichnungen der Spielebranche werden immer größer...
Ich glaube wir befinden uns gerade genau in der Phase, wo z.B. die Entscheider in Politik und Wirtschaft von immer mehr Spielern (oder zumindest Personen die mit Spielen aufgewachsen sind) 'infiltriert' werden und so ein 'Umdenken' zwangsläufig stattfindet - das merkt man doch gerade in der Politik zur Zeit sehr stark - wenn auch oft noch in zu kleinen Schritten... Aber wie gesagt: Nur noch ein wenig Geduld...
Achso: Bin 41 und spiele seit ich denken kann bis heute ununterbrochen gerne... (...und freue mich tierisch die ganzen Helden meiner Jugend hier bei GamersGlobal versammelt zu finden! :-))

Makoto-sama 05 Spieler - 52 EXP - 27. November 2009 - 17:25 #

Ich glaube, es ist schwierig, Games einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Und es stellt sich die Frage: Will man das als Spieler überhaupt?

Ich bin übrigens 19 und spiele seit 13 Jahren.

Retro-Fan 04 Talent - 38 EXP - 27. März 2010 - 4:01 #

ich bin 34 und zocke seit knapp 20 jahren.Also ich kenne genuegede Leute jenseits der 20 die zocken,da waer en:
meine Freunde(34,32,32)und mein Onkel(44)zb
Das sind schon 4 alein in meinen bekanntenkreis

Micha (unregistriert) 29. Juli 2010 - 13:52 #

Bin jetzt 42 Jahre und spiele seit gut 10 Jahren. Ich bin was die aktuellen Spiele angeht nicht so auf dem laufenden, da meine Kiste nicht die schnellste ist und ich diese somit nicht zocken kann. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es durchaus spiele gibt, die man als "erwachsen" bezeichnen kann. Beispiel Fahrenheit, Heavy Rain oder Alan Wake.

Was den vergleich mit Film oder Literatur angeht. Ich denke es gibt einfach auch Themen, die als Film oder Buch funktionieren aber nicht als Pc Spiel. Eine Liebesgeschichte z.B würde als Game glaube ich nicht funktionieren. Umgekehrt, ein Film wie "Die Verurteilten" mit Tim Robbins und Morgan Freeman, so eine Thematik wäre durchaus auch als Game
umsetztbar und sicher interessant.

Vielleicht täusche ich mich aber ein wenig habe ich bei der Diskussion auch den Eindruck, als wenn "erwachsen" auch "ernst" meint und ausschließlich das. Ich möchte ne Komödie ebenso sehen wie tragisches oder politisches. Ich will aber auch mal für 2 Stunden in eine andere Welt eintauchen wie in Der Herr der Ringe. Eine Sache noch, jemand schrieb hier von fehlenden Gefühlen; also ich hab schon Trauer und Wut empfunden und ich hab mich auch schon gekrümmt vor lachen(zugegeben wenn auch durch nen Bug).

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