Knut Gollert meint:

Jugendschutz? Mach's selber! Meinung

USK? PEGI? WTF? Wer braucht diese Diskussion? Der Schutz der kleinen Gamer vor verrohenden Inhalten gehört dahin, wo er greifen muss: nach Hause! Das findet zumindest Knut Gollert. Und er praktiziert den privaten Jugendschutz erfolgreich.
Jörg Langer 5. September 2009 - 18:56 — vor 7 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
Eigentlich ist vollkommen egal, welches Logo auf welcher Verpackung klebt, wie groß es ist und welche Farbe es hat. Allein auf die Zahl sollte es ankommen, die der Oma schlichtweg helfen soll, ihrem Enkel nicht die Katze im Sack zu kaufen. Oder den Zombie am Glockenseil. Oder so was wie „Alarm im Darm“ (ja, gibt’s wirklich). Das macht man bei Brettspielen auch. „Von 6-99 Jahren“ heißt, dass der vierjährige Hans-Rüdiger den Halma-Verschnitt ganz einfach noch nicht kapiert. Hilfreich ist so eine Alters-Angabe also, wenn man den Inhalt selbst nicht kennt, den Kleinen aber dennoch eine sinnvolle und spielbare Freude machen will.
 
Hilfe bei der Kaufentscheidung? Fail!
 
Doch leider leider funktioniert das bei Computerspielen und der USK überhaupt nicht. Denn die USK-Besiegelung spricht keine Empfehlung aus, ab wann ein Spiel denn geeignet wäre. Stattdessen schnappt sich die Berliner Selbstkontroll-GmbH jedes Produkt und – O-Ton – „bewertet es nach den Grundsätzen der USK im Hinblick auf Jugendschutz und Strafrecht.“ Ob der Inhalt pädagogisch sinnvoll passt, wird nicht geprüft. So kommt dann auch ein „ab 0 Jahren freigegeben“ für EAs „Fußballmanager 10“ zustande. Ich würde Hans-Rüdiger mit seinen stolzen 4 Jahren wirklich gern sehen, wie er mit Eintracht Sumpfing deutscher Meister wird, weil er die Killer-Taktik schlechthin entwickelt und den internationalen Transfermarkt in der Hand hat.
 
Wirksamer Schutz vor unpassenden Inhalten? Fail!
 
... und hat beim Einkauf gekonnt das 18er Siegel verdeckt.
Doch dies ist nur ein kleiner Makel. Die USK prüft einfach nur, wie böse die Inhalte der unterhaltungswilligen Datenträger sind. Das ist für Oma ja auch schon mal ein ganz guter Anhaltspunkt. Für die Politik und das deutsche Recht ist das Thema Jugendschutz bei Unterhaltungssoftware hiermit erledigt. Für viele Medien-Kollegen ebenfalls. Das Spiel ist über den Ladentisch gegangen, Verkäuferin Ursula hat gesehen, dass Oma älter als 18 Jahre ist und schon gehört das neue „GTA“ dem halbwüchsigen Klaus-Peter. Das ist nämlich Hans-Rüdigers großer Bruder. Der ist mit seinen 13 Jahren schon fast erwachsen, in Omas Augen auch. Und hat beim Einkauf gekonnt das 18er-Siegel verdeckt. Sicher ist sicher. Das geht ganz flott, wenn man seiner Großmutter ein bisschen Honig ums Maul schmiert. Wenn das mit Oma mal nicht so klappt, dann borgt sich Klaus-Peter seine Spiele halt von Kumpel Mark. Der hat sogar schon Prototype. In der voll blutigen Version! Tja, da ist dann mal wieder etwas an der USK vorbei gegangen.
 
Butter bei die Fische: Pass halt selbst auf Dein Kind auf!
 
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Eltern haben eine Aufsichtspflicht und die endet nicht in den eigenen vier Wänden. Wenn die Papas und Mamas dieser Welt etwas sorgfältiger auf die Freizeitbeschäftigungen ihrer Kids schauen würden, wäre alles viel einfacher. Es würde ebenfalls helfen, wenn sie sich für das, was die Sprösslinge in ihrem Zimmer veranstalten, ansatzweise interessieren würden. Klingt abgedroschen, ist aber die einzig wirksame Methode.
 
Mein Großer ist 14. Gerade geworden. Der darf nicht spielen, was er will. Sondern das, was ich ihm erlaube zu spielen. Das ist ziemlich einfach. Und relativ gut kontrollierbar. Verheimlichen können einem die Jungs sowieso nichts – dazu sind sie zu unaufmerksam und viel zu unordentlich.
 
Sicherlich bin ich in einer anderen Position, da ich weiß, womit mein Sohnemann in den jeweiligen Spielen konfrontiert wird. Da haben es nicht spielende Eltern etwas schwerer. Sich mal – offen oder ganz unbemerkt – hinter den Spross zu stellen und abzuchecken, was der denn da macht, ist aber auch für Nichtspieler kein Problem. Klar, das ist anstrengend. Und könnte ja von der eigenen „Zeitung-lesen-und-Tagesschau-glotzen“-Freizeit abgehen. Aber so ist das eben, wenn man sich entschieden hat, aus kleinen Menschen große zu machen. Aus kleinen Ergüssen erwächst große Verantwortung. Oder wie war das?
 
Hilfe, mein Bub is' süchtig!
 
Es gibt in WoW eine herrlich einfach zu bedienende elterliche Freigabe.
Doch nicht nur Inhalte sollten sich die Erziehungsberechtigten zu Herzen nehmen, auch die Dauer der Spielerei ist von nicht ganz geringer Bedeutung. Gerade wenn es in Richtung MMO geht und die Kleinen erstmals an der Droge lecken dürfen. Meiner ist – wie der Papa – WoW-fixiert. Und jetzt nehmen wir mal allen Kritikern und Suchtpräventions-Aposteln den Wind aus den Segeln: Es gibt in WoW eine herrlich einfach zu bedienende elterliche Freigabe. Da klickt man einfach nur an, wann der Spross raiden darf. Und schon klappt es mit der Schule. Ist ja auch ein herrliches Druckmittel, so ein ruck-zuck eingekürzter WoW-Zeitplan. Der oft unterschätzte Vorteil: Man bringt das Kind damit in den Einzugbereich der Droge MMO. Aber kontrolliert. Es lernt damit umzugehen. Es lernt, dass andere Dinge wichtiger sein könnten. Es lernt, dass man gerne mal mehrere Stunden am Stück "on" sein kann, nächsten Tag aber genauso gern den Nachmittag lang E-Gitarre spielt. Das ist echte Sucht-Prävention: „Mama's Best – Natural & Homemade“ sozusagen.
 
Und wir Großen?
 
Zu guter Letzt das leidige Thema und ein Aufruf an die deutsche Politik: Hört doch bitte endlich auf, die Erwachsenen zu gängeln. Spiele, die blutig oder brutal sind, sollen von mündigen Bürgern gespielt werden können. Wenn es denn gewünscht ist. Die schauen schließlich auch gern den letzten Rambo oder Mel Gibsons Regie-Machwerke, die an Härte schwer zu übertreffen sind. Die jetzige Praxis, dass Publisher ihre Produkte in unserem schönen deutschen Land sogar ganz stecken lassen, nur aus Angst, nicht mal ein 18er Siegel zu bekommen, ist ein Witz. Und in Zeiten eines ganz heftig zusammen gewachsenen Europas auch eine Ohrfeige für den deutschen Handel. Der hat schon genug Probleme. Aber das gehört in eine ganz andere Kolumne.
 
Fröhliches – auch zukünftiges – Erziehen wünscht

Papa Knut

Abfuehrung
Razyl 18 Doppel-Voter - 9226 - 5. September 2009 - 20:00 #

Erstmals: Super Kolumne und dazu ein sehr gutes Thema. Auch das Problem wird wunderbar erkannt und erklärt.
Und Sie haben zudem auch Recht in der Tatsache, dass Eltern ihren Kindern, besonders bei MMO´s, ein wenig mehr über die Schulter schauen sollten. Denn das sich Leute verlieren in Welten wie WoW ist ja längst keine unbedeutende Sache mehr.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12256 - 5. September 2009 - 20:08 #

generell geb ich dir recht nur bei eines muss ich auch sagen wenn er zb spiele ab 18 zuhause nicht spielen darf wird ers bestimmt mal woanders spielen glaube das kann man auf kurz oder lang gar nicht verhindern...
aber da kommt man dann wieder auf die andren eltern zurück^^

finde auch das anstatt verschärfung der gesetze man lieber mal die leute RICHTIG aufklären soll zb über die medien da die leute eh alles fressen was dort rausgeschallt kommt! Und sie mal an ihre Pflicht erinnern aber selbst der elternverband sagt dass dies der staat machen soll -.-

und natürlich kontrollen des alters an der kasse auch wirklich durchführen auch wenn es wirklich zugeht, denn da sieht man häufig das ausnahmen gemacht werden....

Gadeiros 15 Kenner - 3061 - 5. September 2009 - 20:24 #

1. das teaserbild aus der news ist nicht uncut :P
2. ja, leider hat der knut recht.. viel zu viele eltern lassen sich an der nase rumführen oder sie ignorieren es.
3. indizierungen sind wichtig. weil wenn ein spiel indiziert ist, wirds in deutschland nichtmehr beworben und nichtmehr offen in den laden gestellt. das heißt: entweder unter der ladentheke kaufen oder import. und bei beidem werden die meisten kinder hoffentlich die eltern brauchen.
4. es ist natürlich bei knut gollert eine besondere situation- er weiß einfach, was derzeit für spiele rumgehen und hat sicher genug wissen, um den spielekonsum der kinder zu kontrollieren. die meisten anderen eltern haben da nie ne chance zu- da verwalten doch meistens die kinder als admin den hauseigenen hobel.

p.s. "Verheimlichen können einem die Jungs sowieso nichts – dazu sind sie zu unaufmerksam und viel zu unordentlich." tss.. gemein. wenn das die kinder lesen ;)

Vidar 18 Doppel-Voter - 12256 - 5. September 2009 - 20:38 #

zu 3.

nein indizierungen wären eigentlich nicht nötig auch die strenge der usk wäre nicht notwendig wenn das jetzige system funktionieren würde und die leute sich darum auch wirklich kümmern würdn

Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 5. September 2009 - 21:00 #

"entweder unter der ladentheke kaufen oder import. und bei beidem werden die meisten kinder hoffentlich die eltern brauchen."
Braucht man, klar aber die meisten Titel aus UK haben eine geringere Einstufung als in De und normalerweise auch kein USK Siegel, da kann man einfach mal sagen: das ist in DE ab 12 und zeigt dann einen anderen Titel vor

Gadeiros 15 Kenner - 3061 - 6. September 2009 - 6:22 #

uhm.. aber hierzulande indizierte titel sind selten im ausland ab 12. was hier indiziert wird hat auch im ausland sicher ein vergleichbares ab 18. da sehe ich kein problem der eltern. da muss auch nur über die schulter geschaut werden, was es da für eine einschätzung trägt.

Lawkii 11 Forenversteher - 584 - 5. September 2009 - 20:44 #

Tolle Kolumne, fand ich großartig zu lesen und bin in eigentlich allen Punkten ganz deiner Meinung.

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 5. September 2009 - 22:37 #

Muss meinen Vorrednern absolut zustimmen: Eine sehr schöne, gut zu lesende und kluge Kolumne!

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 6. September 2009 - 0:49 #

Leute, wo bleiben die Punkte?? Diese Kolumne hat's wirklich verdient!
Sehr unterhaltsam zu lesen, informativ und auf den Punkt gebracht.

Kai 14 Komm-Experte - 2329 - 6. September 2009 - 5:58 #

FullAck, genauso machen wir es auch bei uns zu Hause, und es gibt keinerlei Probleme. Wobei es in unserem Tochterhaushalt wohl noch etwas einfacher ist. Denn irgendwie haben Mädchen schon von sich aus keinen Bedarf an Gewaltspielen, und so brauche ich bei uns nur die Zeiten zu kontrollieren, nicht die Inhalte. Meine eigenen wenigen Gewalt- Spiele und Filme sind natürlich trotzdem sicher verwahrt, um zufällige Versuchungen zu verhindern.

Punisher 19 Megatalent - P - 13365 - 6. September 2009 - 11:14 #

Großartige Kolumne.

Nett, dass der Staat beim Jugendschutz hilft, aber Erziehung bleibt Elternsache. Ich bin mit neuen Games auch seltenst allein vor der Kiste gesessen - obwohl die Problematik am VCS nocht nicht so ausgeprägt war. ;-)

Anti 11 Forenversteher - 751 - 6. September 2009 - 12:13 #

Ganz einfach mal zum Thema "Jugend"-Schutz. Ich bin junge 13 Jahre alt, habe trotzdem meinen High-Level Charakter in World of Warcraft, spiele regelmäßig ach so brutale "Killerspiele" wie zum Beispiel Left 4 Dead. Und wisst ihr was? Ich habe mein Leben im griff. Ich bin Mitglied in der Johanniter Jugend, ich nehme regelmäßig Gitarren Unterricht, und verbringe auch viel Zeit damit, zu üben. Meine Schulischen Leistungen sind in dem Zusammenhang auch nicht zu verachten, so habe ich zum Beispiel in meinen Hauptfächern einen Durchschnitt von 1,6. Und wisst ihr noch etwas? Meine Eltern kümmern sich auch nicht darum, weil sie wissen, dass sie es nicht müssen. Ich habe mein Leben SELBST im griff. Diese Pauschalisierung, das Spiele die Leistungen und das Reale Leben herunter ziehen, entschuldigt bitte das ich es so ausdrücke, kotzen mich einfach nur noch an.

ganga Community-Moderator - P - 15573 - 6. September 2009 - 12:44 #

Super Kolumne, in meinen Augen die Beste die ich hier bisher gelesen habe. In meinen Augen wäre es auch sinnvoller, Eltern mehr Medienkompetenz zu vermitteln. Die Frage ist nur, wer das bewerkstelligen soll. Kommt dann einmal im halben Jahr der Medienpädagoge in den Kindergarten? Das kann ich mir nur schwer vorstellen, wäre aber eine begrüßenswerte Entwicklung.

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 6. September 2009 - 13:58 #

Super Kolumne! Den Inhalt kann man so voll unterschreiben. Selbst, wenn "Killerspiele" verboten werden sollten - die Kids, deren Eltern nicht aufpassen, kommen trotzdem dran.

@Anti:
Ah, du scheinst so etwas wie ein Ausnahmefall zu sein. Jetzt überleg mal, wie repräsentativ deine Person für die Gesellschaft ist.
Wie viele Jungen im Alter von 13 raiden in WoW, spielen 'Killerspiele' (bis hierhin ists ja noch wahrscheinlich), sind Mitglied in gemeinnützigen Vereinen (Feuerwehr etc. passen da gut als Äquivalent denke ich), nehmen in irgendeiner Weise Unterricht an einem Musikinstrument UND haben einen Notenschnitt von 1,6?
Im übrigen setzt das Wissen deiner Eltern, dass du dein Leben im Griff hast, voraus, dass sie sich kümmern - sonst wüssten sie das ja nicht. Und wenn sie dann sehen, dass du mit Killerspielen kein Problem hast und "dein Leben im Griff" hast - dann ist das doch ok.
Obwohl ich deinen Eltern trotzdem nahelegen würde, dass es in ihrer Pflicht liegt, sich darüber zu informieren, was und wie lange du spielst - so eine Pauschalentschuldigung wie "der kriegt das doch selbst hin" befreit ja nicht aus der Verantwortung.

Und genau das ist der Punkt: Wie sollen denn die Eltern entscheiden, ob ihr Kind mit dem, was es am PC erlebt, klarkommt, wenn sie überhaupt nicht wissen, was dort los ist?
Und das kann nunmal niemand für die Eltern tun, da können noch so viele Gesetze verabschiedet werden.

VikingBK1981 18 Doppel-Voter - P - 12853 - 6. September 2009 - 19:36 #

Ich finde auch das Eltern sich mehr kümmern müssten, was ihre Kids so treiben. Ich habe den Vorteil das mein Sohn erst drei ist, und mir höchstens bei Rennspielen mal zu schauen darf.
Aber auch Eltern die keine Ahnung vom Zocken haben, können nachsehen was ihre Kinder so treiben. Wie schon gesagt reicht da der Blick über die Schulter des Kindes.
Und was die USK angeht, finde ich das System garnicht so schlecht. Ich finde nur das Titel ab 18 nicht geschnitten werden müssten um das Siegel zu bekommen.

Pascal Parvex 10 Kommunikator - 445 - 7. September 2009 - 20:00 #

Gute Kolumne. Hoffentlich schreibt Knut mal wieder für die GameStar.

faldnd 12 Trollwächter - 971 - 8. September 2009 - 9:53 #

Tja. Bin auch Vater und kann Knuts Meinung nachvollziehen und zustimmen. Aber was dann? Es einfach drauf ankommen lassen? Oder einen Elternführerschein einführen? Oder, oder, oder ...

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 9. September 2009 - 14:54 #

Schön geschrieben und ganz meiner Meinung, wir brauchen keine neuen Gesetze sondern bessere Eltern(Aufklärung).

Und das man als erwachsener seine Spiele importieren muss, schadet nur der Wirtschaft, mehr nicht. Völliger Unsinn.

Poledra 18 Doppel-Voter - 12230 - 18. September 2009 - 19:29 #

sehr gute Kolumne.
Wie überall heißt es Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und bei Kindern sind für die Erziehung in erster Linie die Eltern verantwortlich.

deLuxe 04 Talent - 22 - 14. Oktober 2009 - 12:00 #

Nur leider schade das ein Großteil der Eltern bei der Erziehung gnadenlos versagt.
Und das sind dann die Fälle, die in die Schlagzeilen geraten.
Letztens kam im TV eine Reportage in der eine eigentlich (von aussen) ganz normale Familie den 13 jährigen Sohn MoH spielen lassen hat.
"Leider" herrschte in der eigentlich so netten Familie bei Auseinandersetzungen dann auch noch Gewalt. Da prügelt der Vater den Sohnemann und der, weil er es ja nicht anders kennt, antwortet ebenfalls mit Gewalt.

Und weil das ja mit den Menschen und der Vernunft auch im allgemeinen so gut klappt, entfernen wir alle Regeln aus der Straßenverkehrsordnung. Jeder weiß schon was die passende Geschwindigkeit ist und wenn es dann zum Unfall kommt, naja dann sind äussere Einflüsse schuld.

Ich hätte nichts dagegen in einer Welt zu leben die von Vernunft geprägt ist, in der sich Eltern um ihre Kinder kümmern, in der auch Kinder nicht jeden gewalttätigen Kram spielen müssen (aus Prinzip, weils cool ist) und man auf die Mitmenschen Rücksicht nimmt.

Aber wenn ich da so raus schaue, dann erlebe ich genau das Gegenteil.
Eltern die sich, teils aufgrund der finanziellen und dadurch beruflichen Situation, nicht mehr genügend um ihre Kinder kümmern können, rücksichtloses bzw. ich-bezogenes Verhalten und kein Gedanke an die Folgen oder einfach Alternativen zum Dauerzocken.

Wir sind mit einem Lehrerehepaar befreundet. Sie bis zu den Sommerferien an einer Grundschule gewesen und er ist Musiklehrer an einem Gymnasium. Sie ist jetzt in Pension und er kommt bald dahin. Beide sehr jung geblieben und einfach sympathische Menschen (ja... obwohl Lehrer).
Aber wenn man sich anhört was die beiden täglich erleben bzw. erlebt haben, kann man sich echt nur noch wundern.
Selbst im Kindergarten spürt man die Verrohung der Schüler. Und wenn dann der Elternsprechtag kommt, weiß man warum. Problemschüler haben zu 99% problematische Eltern. Und die Verantwortung jetzt einfach auf die Eltern abschieben ist der falsche Weg.

Jeder wird täglich irgendwo persönlich eingeschränkt, weil andere sich nicht korrekt verhalten können. Sei es im Straßenverkehr, sei es bei der Wohnungssuche (Schufa-Auskunft wegen Mietnomaden) oder man findet keine Ferienwohnung mit Hund, weil andere ihren Bello in den Vorgarten der Vermieter k*cken lassen und es nicht wegnehmen.

Nur weil man 18 oder älter ist, heißt es nicht das man jetzt jedes Recht hat das einem nicht beschnitten werden darf und auch die Gesellschaft richtet sich im Prinzip nach den dümmsten bzw. schwächsten und richtet ihre Regeln danach aus.

Darunter müssen dann alle "leiden", Schuld hat aber nicht der Gesetzgeber, sondern diejenigen die ihrer Verantwortung im Leben nicht gerecht werden. Ob Hundehalter, im Straßenverkehr oder bei der Erziehung.

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