Mick Schnelle meint:

Ich will den Spiele-TÜV

GamersGlobal-Kolumnist Mick Schnelle fährt selten Auto, findet den TÜV aber trotzdem klasse. So klasse, dass er sich ernsthaft überlegt, ob man nicht einen Spiele-TÜV einführen sollte -- um die Spielewelt vor Bug-Auswüchsen Wie ArmA 2 und anderen zu schützen.
Mick Schnelle 13. Juli 2009 - 21:45 — vor 2 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
Arma 2 ab 6,98 € bei Amazon.de kaufen.
Jeder kennt es, jeder hasst es und trotzdem passiert es immer wieder. Nach wie vor kommen Spiele auf den Markt, die nicht mal die erste halbe Stunde fehlerfrei laufen. Oder die gar gleich den Dienst verweigern. Dann vergießen Entwickler und Publisher gern Krokodilstränen, geloben Besserung und bieten als besondere Leistung gleich den ersten Patch zum Releasetag an, der meist auch keine Besserung bringt.

Ich fordere deshalb den Spiele-TÜV.

Den Begriff habe ich bewusst so hochtrabend gewählt, denn mir schwebt wirklich eine behördenähnliche Gesellschaft vor, die nach eindeutigen Vorgaben alle eingereichten Spiele auf unterschiedlichsten Systemen stur und gnadenlos durchtestet. Dabei handelt es sich stets um die finale Version inklusive eventuell vorhandenem Kopierschutz, exakt so, wie das Spiel auch in der Packung liegt. Wessen Spiele dabei durchfallen, bekommt exakt sechs Wochen zum Nachbessern, dann muss er es erneut vorlegen. Fällt es noch mal durch, wird das TÜV-Siegel auf ewig verweigert.
 
Die Mär vom Systemwirrwar
 
Die alte Mär von den zahllosen Systemen und Konfigurationen...
Oh, ich höre schon die Gegenargumente. Die alte Mär von den zahllosen Systemen und Konfigurationen, die die armen Spieleproduzenten gar nicht alle austesten könnten. Dieses Argument mag in alten MS-DOS-Tagen wirklich mal gegolten haben. Doch heute stimmt es schlicht und einfach nicht mehr. Wieviele wichtige Hersteller von Grafikkarten gibt es denn zum Beispiel? Genau, zwei. Und wie viele Treiber gibt es, einige Notebook-Ausnahmen außen vor gelassen? Auch zwei. Um das meiste kümmert sich DirectX sowieso automatisch. Wo also liegt das Problem? Früher, als es wirklich mal zig Kombinationen von Grafik- und Soundkarten gegeben hat, alle mit eigenem MS-DOS-Treiber, dazu ein wildes Konglomerat von CD-ROM-Laufwerken mit und ohne SCSI-Controller und inkompatiblen Prozessoren war die Fehlerquote in Spielen übrigens deutlich niedriger.
 
Die Macht der Märkte
 
Natürlich kann man keinen Hersteller dazu zwingen sein Spiel diesem Test zu unterziehen. Doch wenn die Kunden darauf achten und nur Spiele mit Siegel kaufen, wenn große Handelsketten wie Metro (Saturn und MediaMarkt) oder Amazon nur noch Spiele mit TÜV-Siegel in die (Online-) Regale stellen, dann werden die Produzenten fix reagieren. Ein positiver Nebeneffekt wäre, dass niemand mehr Spiele in letzter Sekunde eine halbe Stunde vor Abgabe ins Presswerk fertigschustert oder so was gar von vornherein einplant. Denn auch die Annahme von Spielen würde exakten Regeln folgen. Jeder zu prüfende Titel müsste spätestens sechs Wochen vor Release dem TÜV vorliegen. Denn eins der Hauptprobleme bei der Spieleentwicklung ist häufig ein unrealistischer Zeitplan, der von vornherein darauf ausgelegt ist, dass nach Release Fehler per Patch bereinigt werden. Diese Fehlerquelle wäre damit also auch gleich ausgeschaltet
 
Heilsamer Zwang
 
Und da das scheußliche USK-Logo eh schon die Packung verunziert...
Ja, ich weiß, das klingt arg nach Bevormundung und Behörde. Doch ich glaube, dieser indirekte Zwang über die Märkte ist leider nötig, um all den böhmischen Kamikazeentwicklern und anderen Schnellschuss-Produzenten beikommen zu können. Und ich rede nicht nur von ArmA 2, jenem traurigen Höhepunkt in Sachen "unfertiges Spiel auf den Markt werfen" der letzten Zeit. Ich könnte diverse andere nennen, darunter hoch gelobte wie Empire: Total War. Die Spieleentwicklung würde auf heilsame Weise entschleunigt, was letztlich der Qualität zu Gute käme. Und da das scheußliche USK-Logo eh schon jedes Packungsmotiv ruiniert, würde ein zusätzliches TÜV-Logo sicherlich auch niemanden mehr stören. Ganz im Gegenteil, ich würde darauf achten und alle anderen Titel einfach links liegen lassen. Wer macht mit?

Sagt mir in den Kommentaren, ob ihr meine Idee für umsetzbar haltet -- oder für unnötig!


Euer Mick Schnelle

Abfuehrung
FoDooG 10 Kommunikator - 481 - 13. Juli 2009 - 21:52 #

/signed Problem sehe ich nur, dass der Markt sich nie darauf "einlassen" bzw. hinentwickeln wird. Gibt einfach genug Leute, die trotz Vorgeschichten Spiele vorbestellen oder sofort am Release-tag die Packung vom formschön gestapelten Display reissen. Und denen wird auch ein Gütesiegel egal sein. Gehyped bleibt gehyped ;)

Phoenix 16 Übertalent - 4126 - 14. Juli 2009 - 20:11 #

100% /sign

Es gibt einfach spiele die in die Höchsten Höhen gehyped werden, da hilft ein schöner Stempel am Ranld auch nichts...

Crizzo 18 Doppel-Voter - 10817 - 13. Juli 2009 - 22:04 #

Problem: ohne Zwang braucht man nicht auf den Handel hoffen, denn verkaufen tun sich diese Bug-Wüsten bisher trotzdem prima.

Zweitens was machen kleine Projekte bei einem TÜV-Zwang, wenn sie sich diesen nicht leisten können? Wahrscheinlich in der Versenkung verschwinden.
Das TÜV-Logo würde das Cover noch mehr entstellen, sind wir nicht genug durch das USK-Logo, Windows-Live, PEGI und was sonst alles drauf ist geplagt?

Eigentlich brauchen wir (alle Spieler) nicht jammern. Mit unserer Kaufkraft und Kaufentscheidung haben wir schon immer die Macht in den Händen, aber viel zu wenige nutzen sie.
Würden unfertige Spiele stärker durch Presse und Käufer abgestraft, brauchen wir auch keinen TÜV. Aber so akzeptieren wir diese Politik der "unfertigen Spiele" und habe sie zu dem gemacht was sie ist.

PS: Wieso läuft der Artikel unter Arma2 und nicht unter Branche?

Sermon 12 Trollwächter - 857 - 14. Juli 2009 - 19:30 #

Zwar ist es ohne Zweifel die Aufgabe eines Spielemagazins u. a. auf unfertige und bugverseuchte Spiele aufmerksam zu machen, jedoch wage ich zu bezweifeln, daß die Mehrheit der Spieler die einschlägige Fachpresse überhaupt liest, wodurch die meisten Käufer sicher erst nach dem Kauf auf ein derartiges Problem aufmerksam werden. Es müssten halt die Käufer konsequent die Spiele zum Händler zurückbringen, anstatt auf den Patch zu warten, damit sich die Situation bessert.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 10817 - 15. Juli 2009 - 12:24 #

Dass manche Leute eine Vollpreis-Spiel kaufen, ohne sich vorher zu informieren und dann nicht mal das verbuggte Spiel zurückbringen...was soll man dazu noch sagen?

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 15. Juli 2009 - 13:24 #

dazu kann man sagen das es nicht die Aufgabe des Käufers sein sollte diese Form von Qualitätskontrolle machen zu müssen. Genau deswegen wird ja eine Institution gefordert die dies für einen übernimmt.

Natürlich kann man als aufgeweckter Bürger immer selber dafür sorgen, aber Kundenfreundlichkeit sieht ja wohl anders aus.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 13. Juli 2009 - 22:27 #

Was verstehst du unter "kleineren Projekten"? Jeder der bei Media Markt & Co. präsent sein will, hat sowieso einen Publisher, der diese Kosten aufbringen müsste. Der könnte das ja auf den Preis umlegen. Ich glaube nicht, daß mehr als 50 Cent pro Spiel nötig wären, wenn überhaupt.
Und natürlich sind die Spieler gefordert, die aktiv nach dem TÜV-Logo fragen müssen.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 10817 - 14. Juli 2009 - 10:31 #

Projekte die z.B. nur Online verfügbar sind oder beim Release schon für 20€ über die Theke gehen.
Und "nur" 50cent pro Spiel sind bei einem Verkauf von 20.000 Exemplaren schon stolze 10.000€, die vielleicht das Gehalt von zwei Mitarbeitern für die Entwicklung über ein paar Monate finanzieren sollten. ;)

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 13. Juli 2009 - 22:29 #

Und wenn vorab Pressemeldungen wie "Spiel XY wurde TÜV-Logo verweigert" rauskommen, wäre das ja ein deutliches Warnsignal.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29320 - 13. Juli 2009 - 22:36 #

Naja, es gibt schon noch Treiberprobleme, teils von Seiten die man als Spieleentwickler nicht berücksichtigt.

So läuft Drakensang unter Windows7 64Bit nicht, wenn ein Speedlink Competition Pro USB Joystick eingesteckt ist. Krank? Ja.

Ansonsten halte ich die Einführung für eine unabhängige Qualitätssicherung (aber dann bitte WELTWEIT) für eine sehr gute aber leider undurchführbare Idee.

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 - 14. Juli 2009 - 1:54 #

Bei NWN2 gab es ähnliche Probleme im Zusammenhang mit einer Asus-Software, die eigentlich von Asus speziell für Spieler entwickelt wurde.

Suzume 14 Komm-Experte - 1802 - 15. Juli 2009 - 0:59 #

Und es müssen noch immer unterschiedliche Grafikkartengenerationen berücksichtigt werden.
Ein 32bit Depthrendertarget mag auf einer aktuellen Karte funktionieren. Auf einer älteren könnte das aber schon wieder zu einer Exception führen.
Nur 2 Hersteller? Ja. Nur 2 Platinen? Nein.
Überhaupt machte mir der Artikelschreiber eher den Eindruck, dass er sich aufgrund kürzlich angestauten Frustes (ArmA 2?) mal etwas Luft verschaffen musste. Nur schade, dass den Behauptungen (O-Ton: "früher war alles besser") keine Zahlen folgten.

grunerkaktus 06 Bewerter - 60 - 13. Juli 2009 - 23:51 #

so ein spiele tüv wäre ganz in ordnung denke ich. aber: wer will das denn bezahlen in einer welt wo es killerspieledebatten gibt? idee: gut, umsetzung: nicht wirklich möglich; zumindest in so einer gesellschaft. aber wenn mich jemand fürs testen bezahlt: oh ja ich wäre dabei ;)

Tante Bernd (unregistriert) 14. Juli 2009 - 2:30 #

"Spiele-TÜV" braucht kein Mensch!

Einfach die gesetzliche Gewährleistung auch auf Videospiele ausweiten und gut ist. Denn wenn man ein verbugtes (nicht fehlerfreies) Spiel genauso problemlos zurückbringen kann wie jeden x-beliebigen anderen, fehlerhaften Gegenstand, dann werden Entwickler/Publisher in Zukunft von ganz alleine zusehen nur noch möglichst fehlerfreie Spiele zu veröffentlichen, spätestens dann, wenn die ersten 10.000 Exemplare eines unfertigen Spiels retour kommen.

Nicol_Bolas 12 Trollwächter - 831 - 14. Juli 2009 - 4:26 #

Hm, ist GamersGlobal nicht der Spiele-TÜV? Man kann doch Reviews lesen, bevor man sich was kauft. Ansonsten ist man selber Schuld.

Ein "Siegel verweigert" würde ne Menge Arbeitsplätze kosten, das Risiko will dann keiner eingehen, schwupps gibt es weniger Spiele.

Eins noch mit einem zwinkernden Auge vorweg: Qualitätsanspruch und TÜV sind so unglaublich typisch deutsch, das gibt es in vielen anderen Ländern einfach nicht. Wenn es in Amiland für Autos keinen TÜV gibt, warum dann für Spiele?

Und eins noch weil ich es mir nicht verkneifen kann: Bugs sind und bleiben ein PC-Problem. Warum, weiss ich nicht, aber mir fällt spontan kein verbugtes Nintendo-Spiel seit 1986 ein... (wer da mehr weiss darf mir auch freundlich auf die Sprünge helfen)

LivingC 13 Koop-Gamer - P - 1608 - 14. Juli 2009 - 13:26 #

Nintendo hat schon Spiele mit kleineren Bugs veröffentlicht. Bei Super Mario 64 werden mit Glitches neue Speedruns aufgestellt. Auch bei The Legend of Zelda: Ocarina of Time gibt es Versionen 1.1 und 1.2. Doch diese sind so klein, dass es fast keiner merkt.

Bei den Konsolen stellt kein Publisher die Spiele in übertragenden Sinne selbst her. Die Spiele werden an Nintendo, Sony oder Microsoft gegeben, damit die Konsolenanbieter die prüfen und freigeben können. Dies war eine der großen Lehren nach dem Video Game Crash von 1983. Darum gibt es noch bei Nintendo auf der Verpackung das "Seal of Quality".

Im Amiland darf man elektronische Geräte nur verkaufen, die den "FCC Rules" entsprechen. (FCC = Federal Communications Commission) In der Türkei wird gerade der TÜV Türk eingeführt.

Aber wenn der TÜV jetzt für Spiele zuständig sein soll, muss der TÜV erst ein paar Normen entwerfen, die dann durch Gremien gehen müssen, damit letztendlich nach 5 Jahren eine EN DIN entsteht.

Wenn man zu ToyRUS geht, möchte man auch sicher sein, dass das gekaufte Spielzeug funktioniert. Muss man oder sollte man deswegen extra eine Zeitschrift kaufen?

ALF2097 10 Kommunikator - P - 434 - 14. Juli 2009 - 7:30 #

Jeder Spiele-Test erfüllt doch die gleichen Aufgaben und zeigt Mängel auf. Das klingt in meinen Augen stark nach DDR und Kontrolle von oben.

Starslammer 15 Kenner - P - 2728 - 14. Juli 2009 - 7:50 #

Wobei mir gerade bei Blockbustern wie GTA IV, Gothic 3, etc. und einigen Printmedien aufgefallen ist, dass dort solche Bugs gerne verschwiegen werden, die Wertung trotzdem super ausfällt und erst im Folgeheft dann erwähnt wird, dass dieses Spiel doch viele Probleme machen.

Eigentlich sollte dies mit in der Bewertung einfliessen und davor gewarnt werden oder diese erst einmal auszusetzen, bis die Bugs ausgemerzt sind.

Schlimm ist es dann, wenn die Publisher nach dem Kauf, ihre bugbelasteten Spiele nicht mehr patchen wollen. Man denke nur an Gothic 3 und Anno 1504, bei dem heute noch auf die MP-Version wartet. (Weswegen ich heute Jowood-Spiele eher meide, egal wie gut sie klingen !)

Die sollten sich mal ein Beispiel an den "Witcher"-Machern und Blizzard nehmen, die sogar nach Jahren ihre Spiele aktualisieren und noch zusätzliche Extras mit einbauen.

Ralph 11 Forenversteher - 642 - 14. Juli 2009 - 9:17 #

Also ich kann mich da nur meinen Vorrednern anschließen. Wir haben doch einen Spieletüv. In meinem Fall ist das die Game-Star und GamersGlobal. Und da drausen gibt es ja noch genug andere Hefte und Sites, die man nach belieben nutzen kann.

Und wenn Heute jemand ein Arma2 kauft, dann wusste er vorher worauf er sich einlässt, oder er war dumm genug sich ein Spiel zu kaufen ohne sich vorher zu informieren. Und das trifft wohl auf kaum einen Spieler zu, wie ich vermute.

Fakt ist leider - und da sind wir wieder beim Schlagwort "gehyped" - daß sich Spieler eben Titel kaufen, weil sie darauf heiß gemacht wurden. Und dann sind ihnen meistens die Fehler ergal - vorerst zumindest. Im Nachhinein ärgert man sich zwar unter Umständen, aber dann ist der Kauf ja bereits geschehen. Übrigens, wisst Ihr, daß hype nicht nur "Medienrummel", sondern auch "Schwindel" heißt. Sehr bezeichnend, finde ich...

Ich denke, daß ein TÜV in der Form nichts ändern würde. Wird um ein Spiel genug Rummel gemacht, wirds gekauft, egal ob viele oder wenige Bugs. Auch ein TÜV mach die Spieler nicht mündiger, als sie jetzt sind. Was vielleicht einen Versuch wert ist, wäre, wenn sich die Redakteure - und sei es nur im persönlichen Meinungskasten - zu dem Thema wirklich äussern. So in dem Stil "XXX ist zwar von der Idee her ein tolles Spiel, ich würde aber aufgrund der massiven Bugs von einem Kauf abraten". So klare Worte werden bislang nicht gesprochen, und würden dem ein oder anderen vielleicht die Augen öffnen.

Was natürlich eines der Positiv-Beispiele der Branche ist, wie ja schon Starslammer sagte, ist Diablo 2. Da arbeitet der Entwickeler bereits auf Hochtouren an Teil 3, und kündigt dennoch einen Patch für den 9 Jahre alten (!) zweiten Teil an...

Atomsk 16 Übertalent - 4877 - 14. Juli 2009 - 9:17 #

Ich denke auch nicht, dass diese Art der 'Bevormundung' sonderlich sinnvoll wäre. Es gibt heutzutage doch so viele Möglichkeiten, sich vorab über ein Spiel zu informieren, dass kaum noch jemand einfach blind irgendwas kaufen muss. Und wenn er es doch tut und vom Spiel enttäuscht ist, wird er es kein zweites Mal tun (und falls doch, hat er es nicht besser verdient...). Dass der Markt sowas letztlich selbst regelt, sieht man zB an der Skepsis 'Risen' gegenüber.

melone 06 Bewerter - 1512 - 14. Juli 2009 - 10:13 #

Die Mär über die Mär vom Systemwirrwar oder: Leider ist's halt doch nicht so einfach.

Erstens gibt es drei große Garfikchiphersteller: Intel, nVIDIA und ATI.

Zweitens interessieren die restlichen Hersteller beispielsweise immer noch für Spiele abseits der Blockbuster, wie z.b. die Casual Games oder Genres die weniger auf Eye-Candy setzen.

Drittens sind Treiber mal mehr und mal weniger Fehler behaftet.

Viertens enstehen weitere Problematiken aus der Kombination zwischen Treiber, Hardware und Plattform. Sprich, ein und derselbe Treiber läuft nicht unbedingt gleich auf verschiedenen Grafikkartengenerationen, geschweige denn auf einer anderen Plattform - beispielsweise OpenGL auf Windows und OS X, Karte X auf Win oder OS X oder DirectX Funktionalität auf PC und Xbox 360.

Fünftens wachsen für gewisse Spiele die Ansprüche und die Komplexität rasanter, als dies durch bessere Entwicklungswerkzeuge aufgefangen werden kann und auch für Middleware gilt: Je komplexer, desto fehleranfälliger.

Sechstens sollen sowohl neue Karten ausgenutzt wie auch Fallbacks für ältere Karten bereitgestellt werden.

Je nach Situation des Entwicklers gibt es hier unterschiedliche Ansatzpunkte wie z.B. längere Entwicklungszeiten in Kauf zu nehmen, bessere Tools verwenden, einfachere Spielkonzepte umsetzen, mehr auf die Funktionalität fokussieren, Selbstbeschränkungen beim Aufwand (Grafik, Vertonung, etc.) oder den unterstützten Plattformen. All dies unter den Gesichtspunkten, ob man sich's auch leisten kann, wie's um die Firmenphilosophie generell bestellt ist oder ob man Aktionäre eher kurz- oder langfristig glücklich machen will.

Jedes Spiel weiß hier sicherlich seine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Für viele Entwickler wäre es gut, sich auch wieder auf etwas einfachere Titel zu besinnen. Frage ist, wie's der Markt halt aufnimmt.

Bernd (unregistriert) 14. Juli 2009 - 10:23 #

zu 1.)
Intel stellt keine richtigen Grafikkarten her, nur Onboard- Chips für Net-, Notebooks und Bürorechner. Und die Intel Chips sind nicht zum Spielen gedacht, sondern zum Arbeiten!

2.)
Da stimme ich dir zu

3.) Direct X und Windows ist der Standart für Spielrechner, OSX ist für Spielerechner (noch) nicht zu gebrauchen!

4.)Standards für einen Spielrechner:

Cpu Core 2 & AMD X2/X3/X4
Gpu Radeon & Geforce
Ram DDR2 oder DDR3

die Fehlerrate bei den übrigen Bauteilen tendiert gegen Null, und beim PC gibt es zum Glück keinen Ring of Death
Und Open GL ist im Moment kein Vergleich zu Direct X, wird ja auch kaum unterstützt

5.)Stimme ich dir zu, aber ich finde das sollte nicht auf den zahlenden Kunden abgewälzt werde, beim nächsten Spiel zahlt der Kunde dann nämlich nicht mehr

6.)Ati und Nividia Karten haben alle den selben firmeneigenen Treiber, und es verlangt niemand das ein Crysis noch auf einer Geforce 3 läuft!

melone 06 Bewerter - 1512 - 14. Juli 2009 - 17:27 #

1) Ich schrieb "Grafikchip", nicht "Grafikkarte". Intels Grafikchips wurden/werden in einer Vielzahl von Rechnern, gerade im Notebook Segment, eingebaut. Entgegen Deiner Aussage, siehe Hardwarestatistiken zu diversen Titeln bzw. Middleware werden sie nicht nur im Büroalltag, sondern auch fleißig zum Spielen eingesetzt.

3) Auch, wenn du bei Windows bleibst hast Du schon wieder kleine aber feine Unterschiede zwischen XP und Vista, sprich Anpassungen beim Code oder an der Middleware. Dann willst du vielleicht noch DirextX10 unter Vista speziell unterstützen, etc.

4) Diese Spezifikation mag für einen Titel stimmen, sie ist aber in keinster Wiese eine Richtline für Spiele generell. Genausowenig wie, daß OpenGL keine Verwendung findet. Gerade Entwickler, die auf gesunde Verkaufszahlen auf dem Mac, neben Windows, hoffen setzen darauf.

5) Ja, sehe ich auch so, deshalb würde ich bei manch Titel zum einfacheren Spiel tendieren.

6) Derselbe Treiber kann auf diversen Generationen unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen, da mußt du nicht bis zu einer GeForce 3 zurückgehen.

peo 07 Dual-Talent - 128 - 14. Juli 2009 - 9:53 #

Ein Tüv ist eine schöne Idee aber nicht wirklich durchsetztbar. Wir alle haben es in der Hand, kaufen wir es oder nicht. Aber vorher muessen wir ja wissen warum und weshalb es nicht geht. Da verlange ich von jeder guten Spielezeitschrift oder Spiele-Test-Seite das die das ding anständig testen. Okey bei ARMA2 war es wirklich extrem, das hat man es aus jeder Ecke gehört, das das Ding überhaupt nicht läuft. Bei Gothic auch, aber trotzdem haben es Leute gekauft. Und ich muss sagen bei GTA4 hab ich nicht auf die Warnungen gehört und bei mir lief das Spiel ohne jegliche Probleme. Kein TÜV aber ein Testverfahren das auf gewissen Standards setzte und das ich im Internet oder in Zeitschriften sehen kann - ob das Ding Probleme macht oder nicht!

Gerd Meinert (unregistriert) 14. Juli 2009 - 9:53 #

Yes, endlich jemand der die richtige Meinung vertritt! Guter Artikel vom Mick!

Auch bei Konsolenspielen stößt mir die Bugdichte mittlerweile sauer auf, immer mehr Spiele ruckeln oder hängen sich auch auf der Xbox ab und zu auf. Jedoch meistens dann wann ich es nicht brauchen kann! Oder bei Forza 2 gab es einen Bug bei dem ich immer vom letzten Platz aus startete, egal wie meine vorherige Platzierung war. Auch das Überspiel GTA 4 hat beim Fahren durch die Straßen manchmal extrem geruckelt und hatte viele Grafikfehler (Schlechte Schatten, Flimmern, Weichzeichner) und das auf Xbox!!

Und wegen den vielen Hardwarekonfigurationen des PCs als Grund muss ich auch lachen: Im Moment gibt es bei Grafik und Prozessoren jeweils 2 Standards. AMD Phenom und Intel Core 2 bzw Radeon und Geforce. Und acu diese teilen sich überwiegend dieselben Befehlssätze! Auch hat die Fehleranfälligkeit im letzten Jahrzehnt aufgrund verbesserter Produktionszyklen der Hardware sehr abgenommen! Auch Ram und andere Laufwerke laufen sehr stabil, hatte im letzten Jahr genau einen Absturz. Unterschiedliche Hardware nehmen die Hersteller meist als Ausrede für ihre Bugs & Zeitmangel! Außerdem verlangt auch niemand dass ein aktuelles Spiel noch auf nem Pentium 2 laufen muss.

Scytale (unregistriert) 14. Juli 2009 - 10:24 #

Natürlich fände ich es gut, wenn der Anteil der bis zur unspielbarkeit verbuggten Spiele verringert werden könnte. Aber ein TÜV-Logo würde rein gar nichts bringen. Erstens, wenn der Endverbraucher auf eventuelle TÜV-Logos achten würde, wieso schafft er es heute nicht, sich über verbuggte Spiele im Vorfeld zu informieren? Man suche einfach schnell einen Test auf Gamersglobal oder ähnliches. Zum Zweiten wäre ein Spiele-TÜV ineffektiv, da im Endeffekt keine staatliche Institution diese Aufgabe übernehmen würde, da, im Gegensatz zur USK, der Verbraucher nicht gefährdet wird. Wenn ein Spiel trotz erfüllter Systemanforderungen nicht läuft, gibt man es eben zurück. Es würde also darauf zulaufen, dass die großen Publisher selbst diese Siegel vergeben werden, und was das für eine Aussagekraft haben soll, kann sich ja jeder selbst denken. Denken wir an z.B. an Gothic 3 und das Addon; dazu ist der einzige Mechanismus, der schlechte Spiele verhindert, das besonne Kaufen von Spielen. Wenn das Spiel scheisse ist, kaufen sich das weniger. Im falle von Gothic 3 tut mir das leid, da ich ein großer Fan der Serie war. Und wenn ein ARMA2 Mist ist, dann kaufe ich das eben nicht. Dann wartet man eben auf eine bessere Alternative... Operation Flashpoint könnte es ja besser machen...
Abgesehen davon hatte ich früher wesentlich mehr Probleme mit verbuggten Spielen, ich meine absolut-unspielbar-Bugs. Das hat sich nach meinem Gefühl gebessert, dafür gibt es aber mehr Flüchtigkeitsbugs, die nicht so schwerwiegend sind, aber ärgerlich.
Meine Kauf-strategie ist einfach die, auf ne Goldedition zu warten, das spart jede menge Geld, Nerven und das Support-Foren abgrasen.

Bibliothekar (unregistriert) 14. Juli 2009 - 10:24 #

Moin,

ich würd die Idee noch etwas erweitern. Spiele welche das TÜV-Spielesiegel erhalten werden vor Ersatzansprüchen wenn doch mal was schiefgeht geschützt. (Natürlich gelten bestehende Kundenrechte wie Umtausch etc. weiterhin)
Bei Spielen ohne TÜV-Spielesiegel muss der Hersteller das Spiel jederzeit wieder zurücknehmen und dem Kunden Kaufpreis + Rücksendeversand erstatten. Es sei den der Hersteller kann nachweisen, dass das SPiel beim Kunden läuft. Die Beweispflicht liegt jedoch beim Hersteller und dem Kunden darf keine größere Belastung entstehen.

Selbst wenn dann nur noch 20% aller Spiele auf dem Markt erscheinen, die 20% wären dann ziemlich sicher spielbar ohne große Probleme.

Gruß

LivingC 13 Koop-Gamer - P - 1608 - 14. Juli 2009 - 10:47 #

Wir brauchen kein Spiele-TÜV. Wir brauchen sauberes Software-Engineering in der Spiele-Industrie.

Nicht umsonst heißt es, dass 90% des Umfanges 10% der Zeit benötigt, aber die letzten 10% des Umfanges 90% der Zeit braucht. Wenn man in anderen Industriebereichen so schlampig programmieren wie in der Spiele-Industrie würde, dann wären viele Firmen wegen Schadensersatzklagen pleite.

Es gibt genügend Engineering-Modelle, die eine vernünfige Qualitätssicherung bei jedem Arbeitsschritt ermöglichen. Hier muss ein Paradigmenwechsel stattfinden.

Mein Fazit: Mehr Beta-Tester und eine excellente Qualitätssicherung!

raumich 16 Übertalent - 4673 - 14. Juli 2009 - 11:07 #

Wir sind doch selber Schuld wenn wir uns Software kaufen, die nicht richtig funktioniert. Es ist ja nicht so das es genug Wege gäbe, sich im Vorfeld zu informieren.

Im Gegenteil: Was ist denn damals passiert?

Gothic3 bekam einen Leseraward der Gamestar-Leser. Bei der Verleihung nimmt der Hauptprogrammierer diesen in Empfang und entschuldigt sich noch auf der Bühne, das sie ein doch so fehlerbehaftetes Produkt auf den Markt gebracht haben.

Eigentlich hätte das Ding nie gekauft werden dürfen. Zumindest hätten es die Spieler/Leser nicht wählen dürfen. Aber so war es doch ein Freibrief für alle Programmierer, ebenfalls minderwertige/unfertige Software auf den Markt bringen zu dürfen. Nach dem Motto: Die Spieler sind schon zufrieden. Hauptsache es wird nachträglich gepatcht.

Wären die Spieler mündig und würden erwachsen entscheiden (was kaputtes kauf ich nicht), dann bräuchten wir gar keinen Tüv! Dann würden sich die Hersteller gar wagen etwas auf den Markt zu bringen, was fehlerbehaftet ist.

Außerdem: Die PC-Situation ist schon schlimm genug was Raubkopierer angeht. Eine weitere zwischengeschaltete Instanz brächte nur weitere Lücken im System. Spätestens dann gäbe es womöglich alle Spiele schon mehrere Wochen vor dem eigentlichen Release im Netz. Ob das den Spielefirmen so recht wäre?

Sempai (unregistriert) 14. Juli 2009 - 11:49 #

Wie so oft hat Mick voll und ganz recht. Leider scheint es so zu sein, dass viele Entwickler und Publisher wollen, dass die Spieler endgültig alle zu Konsolen wechseln, denn dann spart man sich die angeblich anstrengende und mies laufende PC-Sparte ganz. Als Spieler kann man nur seine Euphorie bremsen und erstmal eine Woche lang Berichte von Spielern des Titels x lesen, bis man weiß, ob sich ein Kauf zu dem Zeitpunkt lohnt oder man besser erstmal die Version 1.5 in einem halben Jahr kauft.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317050 - 14. Juli 2009 - 11:57 #

Ich glaube, kein Entwickler bringt freiwllig ein Spiel zu früh raus. Oft sind es die Publisher, die auf die Einhaltung von Deadlines drängen -- aus ihrer Sicht mit gutem Grund. Das Schöne an Micks Idee (die ich persönlich für nicht-verwirklichbar halte) ist ja eben: Wenn man die Publisher zwingen würde (bzw. der Handel und die Endkunden), das TÜV-Zeichen zu verwenden, und wenn es dann wirklich eine 6-Wochen-Frist zum Nachbessern gäbe, könnte das die Qualität am Release-Tag auf jeden Fall heben. Im Prinzip wäre das aber nichts anderes, als was die Konsolen-Firstpartys eh schon mit den Publishern machen: Wenn ein Spiel fertig ist, wird es bei Sony, Nintendo oder Microsoft eingereicht, quality-assured (mit zumeist heftigen Extrakosten, wenn erneut und erneut vorgelegt werden muss) und dann veröffentlicht. Aber selbst Konsolentitel sind ja nicht mehr frei von Patches...

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 14. Juli 2009 - 12:10 #

Ich finde die Idee gut, es wäre mal an der Zeit das nicht mehr die Marketing-Abteilung oder der Publisher bestimmt wann ein Spiel fertig ist.

Das Problem das ich daran sehe ist das der Spiele-TüV nur eine deutsche Institution wäre, die Releases in Deutschland zusätzlich erschwert und den eh nicht ganz einfachen deutschen Markt noch unbequemer macht.

Das einzig sinnvolle wäre wenn dies auf einem weltweiten Level operieren würde.

iStone (unregistriert) 14. Juli 2009 - 12:42 #

Das ist so eine Sache... aus Sicht der Entwickler kann immer noch +X Monate/Jahre an einem Spiel gefeilt werden. Kann hier noch was angepasst, da noch was verbessert werden. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das natürlich nicht machbar. Um weitere X-Monate/Jahre Entwicklung zu refinanzieren muss sich das Spiel dadurch deutlich besser verkaufen. Das wird nicht in jedem Fall dadurch passieren, das weniger Fehler/mehr Features vorhanden sind... Leider, aber so ist die wirtschaftliche Realität. Ein TÜV ist auch so eine Sache. Was genau und wie soll getestet werden? Auf welchen Konfigurationen, etc? Nur ob es "läuft" oder ob es "Dead Ends" gibt? Wie viele Leute sollen das Spiel wie lange testen? Es hat eine Grund warum diverse Leute bei QA sitzen. Es kann so viel passieren, jeder spielt anders. Das alles zu durchleuchten dauert enorm viel Zeit. Wer will den "TÜV" bezahlen? Wer will sein „fertiges“ Spiel weitere X-Wochen für einen externen TÜV verzögern? Letztendlich müsste eine Finale Version / Release Candidate dafür herangezogen werden, was bedeutet das ein Spiel X-Wochen auf "Halde" liegt und kein Geld einbringt. TÜV ist eine schöne Vorstellung -so sehr mich die Frechheit mancher Hersteller auch ärgert was die Anzahl der Bugs betrifft- die leider nichts mit der Realität in der wir leben zu tun hat. Ist nun mal so. Und fehlerfrei ist Software nie. Ist in letzter Zeit auch ein bissele komplexer geworden das ganze... Als Konsument ist mein TÜV mein Geldbeutel. Ein Spiel wird nicht gekauft, wenn es als zu fehlerbehaftet bekannt ist. Zumindest nicht bis ein geeigneter Patch bereit steht. DAS ist der einzig funktionierende TÜV ;-) Der aber wieder von uns selbst ausgehebelt wird, wenn es keiner kauft, aber alle spielen...anderes Thema.

uninvited 04 Talent - 37 - 14. Juli 2009 - 12:52 #

Allein die Forderung ist vernichtend. Ich sehe staatliche Stellen nach Geldern und Pöstchen lechzen. Beamte werden angesetzt, es wird nicht nur geprüft ob spielbar, sondern ob Gefahr für Leib und Leben besteht. Und wenn die Spiele 6 Wochen vor Release den Beamten vorliegen, ist nicht gesagt, das 6 Wochen nach Release der TÜV damit durch ist. Hat Mick Schnelle eigentlich schon mal einen Antrag auf Umbau beim lokalen Bauamt eingereicht ?

Ein TÜV-Siegel ist ebenfalls Verschwendung an Ressourcen. Mal ehrlich, wer blickt in den schier endlosen Weiten von Siegeln noch durch, orientiert sich danach. Früher (ja, damals als alles besser war und das Kino nur 50 Pfennige kostete...) gab es Spielezeitschriften, da waren keine Beamte am Werk, sondern Praktiker. Das hatte schon etwas TÜV an sich.

Der TÜV hat aber stattzufinden: Im Kopf der Käufer - jeder für sich selbst.

Aber der Beitrag war eh als Satire gedacht, oder ? :-)

iStone (unregistriert) 14. Juli 2009 - 13:21 #

Kontroverse Themen ansprechen. Zurücklehnen. Feedback einsammeln ^^
Ne, ich mag das. Hab Spaß dabei :-)

Rondrer (unregistriert) 14. Juli 2009 - 18:00 #

Dir ist hoffentlich bewusst, dass der TÜV KEINE staatliche Einrichtung ist und schon garkeine Beamten dort arbeiten?

GamingHorror Game Designer - 968 - 14. Juli 2009 - 13:12 #

Grundsätzlich eine interessante Idee, aber die "Mär vom Systemwirrwar" ist mir viel zu vereinfacht dargestellt.

Ja, es gibt prinzipiell nur 2 ernstzunehmende Hersteller von Grafikchips. Meint man jedenfalls, das Intels integrierte Grafik weiterhin den größten Marktanteil besitzt ist vermutlich weniger bekannt. Aber mal davon abgesehen, das es nur 2 Treiber geben soll ist nicht ernst gemeint, oder? Es gibt von jedem Treiber eine Vielzahl von Treiberversionen mit unterschiedlichen features (und bugs), und Gamer sind dazu (leider) auch gern bereit sich die Beta und modifizierten Treiber von Guru3D und ähnlichen Seiten zu installieren.

Und genau genommen ist auch die Hardware höchst unterschiedlich. Derselbe Chipsatz aber hat mal 32, 24, 16 oder gar nur 8 Shader Einheiten. Dazu 384, 512, 768 oder 1024 MB Videospeicher. Diverse Einstellungen wie Anti-Aliasing und Anisotropic Filtering und weitere, die sich alle auf Leistung und teilweise Eigenschaften der Grafikhardware auswirken - bekannt dürfte der Fall sein das man häufig wählen muss zwischen HDR rendering oder Anti-Aliasing. So leicht ist es wirklich nicht eine moderne Engine auf jeder Hardware zuzuschneidern, auch wenn DirectX eine große Hilfe ist.

Nicht zuletzt sind fast 50% aller Crashes von Windows Vista durch Treiber von Nvidia, Ati und Intel verursacht:
http://arstechnica.com/hardware/news/2008/03/vista-capable-lawsuit-paints-picture-of-buggy-nvidia-drivers.ars

iStone (unregistriert) 14. Juli 2009 - 13:23 #

Nicht zu vergessen die "3 Frames mehr" Tweaking/Overclocking/Hastenichtgesehen Fraktion...

Tchibo 13 Koop-Gamer - 1448 - 14. Juli 2009 - 15:40 #

Also Mick.. .ich glaube auch, das du dir das mit deiner SystemMär etwas zu einfach gemacht hast.

klar.. lade ich mir nur noch ein Paket bei Nvidia/Ati runter.. .aber da is doch nich EIN Treiber drin... da sind ALLE TREIBER ALLER Grafikkarten drin.. sonst wäre das ding ja auch nich 200MB groß, das vereinfacht das handling für den Anwender.... aber deshalb gleich auf einfache Systemlandschaften zu schließen, da hätte ich mehr erwartet.

Weiterhin solltest du doch als erfahrener Spieleredakteur wissen, das du schon der SpieleTüv bist.
ABER ... nur der liebe Gott ist halt nicht bestechlich...
das ist menschlich...

und wieder einmal ertönt der Ruf nach einer Gamerlobby.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 10817 - 14. Juli 2009 - 15:44 #

Der Treiber ist von ATI z.B. ist nur ca. 37MB groß.

Junkfoot 13 Koop-Gamer - P - 1523 - 15. Juli 2009 - 5:17 #

Die Leute können auch ohne TÜV-Siegel ihre Konsequenzen ziehen und verbuggte Müllspiele einfach nicht kaufen, so wie ich beispielsweise Stalker Clear Sky oder Gothic 3 Götterdämmerung. Die Empehlung hierzu erhalten sie ja hoffentlich auf gamersglobal ;)

Anonymous (unregistriert) 15. Juli 2009 - 16:53 #

Als Testplatform schlage ich Wine vor - mit Wine kann man Windows-Spiele
unter Linux spielen, weil alle Schnittstellen, z.B. DirectX, neu
implementiert wurden. Je besser ein Spiel programmiert wurde, desto höher
auch die Wahrscheinlichkeit, dass es unter Wine läuft.
Wenn es unter Wine nicht läuft, haben die irgendwas verbockt und das
Spiel gehört zurück ins Trockendock!

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 15. Juli 2009 - 20:35 #

Finde ich vertretbar, die Idee. Unwahrscheinlich, aber durchaus vertretbar.

RaPe 08 Versteher - 228 - 16. Juli 2009 - 21:00 #

Die Vorderung nach einem Spiele-TÜV ist vom Inhalt her ja nicht neu. Man erinnere sich nur an die vor kurzem geforderte Garantie für PC-und Videospiele seitens einer EU-Kommission.
Wenn diese Garantie tatsächlich EU-weit kommt, sind die Auswirkungen auf den Hersteller ähnlich wie bei einem TÜV.
Die hier von einigen vertretene Meinung, dass Zeitschriften wie PC Games, Gamestar u.s.w. praktisch der TÜV sind, hält der Praxis leider nicht stand. Man erinnere sich nur an Gothic 3, was für eine gute Wertung das Spiel trotz seiner vielen Macken von letzterem Magazin bekommen hat.
Abgesehen davon, lesen die meisten Spieler die entsprechenden Magazine gar nicht oder informieren sich auch nicht im Internet.

hoellenbewohner 10 Kommunikator - 389 - 20. Juli 2009 - 0:18 #

wie steht der liebe mick eigentlich hierzu?

http://forum.pcplayer.de/viewtopic.php?p=22604&highlight=schnellebr%25FCdern#22604

*Falsche Voraussetzung: Die Hefte-Macher müssen die Auflage maximieren, und verstehen ihre Produkte ausdrücklich NICHT als Verbraucher-Informationsdruckwerke, sondern als Unterhaltungs-Zeitschriften (ganz ehrlich! Ich hab's aus den Schnelle-Brüdern verbal 'rausgeprügelt). Um zu unterhalten, braucht man aber keine harten Fakten, sondern muß nur vor der Konkurrenz etwas zum Thema absondern.*

GamingHorror Game Designer - 968 - 23. Juli 2009 - 1:07 #

Ich finde das gehört nicht hierher.

Methos93 09 Triple-Talent - 232 - 23. Juli 2009 - 0:42 #

Ich finde die Idee Klasse!
Ich will nur nochmal an Gothic 3 erinnern....mein bisher größtes Trauma!
Ich meine: Es ist schon frustrierend wenn man ein neues Spiel einlegt in seinen futuristischen Quadcore einlegt und das Spiel nur als Diashow abläuft...

GamingHorror Game Designer - 968 - 23. Juli 2009 - 1:06 #

Gothic 3 war ja auch nicht auf Multiprozessor optimiert, schon gar nicht vier. Das war damals eine vergleichsweise neue Technik, da kann man den Entwicklern keinen Vorwurf machen. Das es so verbugged war war die eigentliche Katastrophe.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 19. September 2009 - 23:50 #

Hmm, eine staatliche Stelle wird sich dem wohl nicht annehmen. Ein privates Institut könnte das machen. Nur wer sollte das finanzieren? Und ist die Unabhängigkeit dann gewährleistet? Fragen über Fragen.

Hat sich das System nicht bewährt, daß Nutzer andere im Internet über ihre Eindrücke informieren und sich die so ein recht gutes Bild von dem Produkt machen können?

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 78875 - 3. August 2011 - 3:38 #

Brilliante Idee!

MrNiceKai (unregistriert) 9. Juni 2013 - 10:11 #

Ich mach mit - und zwar richtig.

Nie wieder geld für Spiele, die halbfertig und völlig unoptimiert auf den Markt kommen.
Spiele zu opotimieren und für PC und Konsolen gleichermaßen spielbar machen ist KEIN Zaubertrick, sondern eine ausgereifte Technik, die vorhanden ist und funktioniert.
Mittlerweile ist es gang und gebe, ein unfertiges Produkt auf den Markt zu werfen, um die nächsten 2 jahre darann herumzudoktern oder eher gar ncihts mehr zu machen, da das geld, unser Geld, ja schon auf dem Konto ist.
Aber der heutige Spieler ist ja scheinbar dumm oder eher zu flegmatisch geworden und bei ständig neuen Games, wird das unspielbare einfach im Datenmüll verschwinden.
Schluß mit lustig sag ich - das ist ja schon Betrugsversuch und sollte eigentlich rechtliche nachverfolgung mit sich ziehen.
Oh bitte, wenn ich dann lese, das die Industrie das nicht gerne sieht und kleine Produktionen außen vor stehen, dann ist das völlig unüberlegt und ein nciht haltbare Aussage.
Wer läßt sich schon gerne beim bescheißen erwischen und kleine Produktionen liefern teilweise sehr gute, ausgereifte Artikel ab - naja, TheWarZ zum beispiel mal ausgenommen.
Lasst Euch doch nciht verarschen oder das Geld aus der Taasche nehmen, ich kann einfach nciht glauben, was ich hier teilweise lese.
Der Kunde ist König - hiess es mal. Mittlerweile ist es aber wohl so, dass das Unternehmen König darinn ist unfertige Produkte zu vertreiben.
Der König ist tot, es lebe der König - NEIN! Ganz klar Nein.
Und wenn Euch Euer Geld nciht lieb und teuer ist, dann seid doch so gut, erspart Euchd en Ärger und überweist es an mich. Ich kauf mir das Game dann und Ärger mich für Euch. euer Geld seid ihr dann zwar auch los, aber ihr musstet Euch nicht Ärgern und bekommt keinen frühzeitigen Herzinfarkt.
Nein, nein und nochmals nein.
Mein vater sagte mir mal: "Du kannst alles verkaufen. Jeden Tag steht ein Dummer auf, der es kaufen wird. Du musst ihn nur finden."
Soll ich beim anblick der Menschheitsgeschichte und der guten soliden Schulausbildung die wir heute geniessen dürfen wirklich annehmen, das wir, also ihr und ich, dumm sind? Oder noch schlimmer, die Dummen bleiben wollen??? Nööö, oder?

MrNiceKai (unregistriert) 9. Juni 2013 - 10:15 #

Sorry für die vielen nicht-Großschreibungen, meine Shifttaste ist defekt.
Statt Preview zum Gegenlesen hab ich Speichern gedrückt. Peinsam....

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