Jörg Langer meint:

Digital-Spielekauf? Mieser als sein Ruf Meinung

Eigentlich sieht sich Jörg Langer als hipper Early Adopter, der sich freudig erregt auf neue Trends einlässt und auch gerne gutes Geld gegen Komfort eintauscht. Eigentlich ist Jörg auch ein Fürsprecher für Digitale Spieledistribution. Eigentlich...
Jörg Langer 27. Mai 2009 - 15:18 — vor 7 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
Ich weiß noch, wie ich meinen Erstkontakt mit Digitaler Distribution hatte. Steam war gerade "richtig" gelauncht, und ich schob die von Vivendi zugeschickte Half-Life-2-DVD ins Laufwerk. Das Spiel installierte, ich spreche aus der Erinnerung, mehrere Gigabyte, richtete Steam ein, aktualisierte Steam. Und dann aktualisierte Steam die Half-Life-2-Installation. Und das dauerte viele Stunden. Ich hab nicht zugeschaut die ganze Zeit, aber vermutlich aktualisierte danach Half-Life-2 nochmal seinerseits Steam, Steam aktualisierte meinen PC, der PC aktualisierte unsere Küchengeräte, und seitdem weiß Valve, was wir im Kühlschrank haben. Ab und zu schickt mir Doug Lombardi seitdem Einkaufsratschläge oder weist mich auf ein "Milch dieses Wochenende kostenlos"-Angebot hin.

Ab und zu schickt mir Doug Lombardi seitdem Einkaufsratschläge
Vielleicht bin ich ja ein altmodischer Mensch, aber vor Steam glaubte ich, dass ein Produkt zu funktionieren habe, wenn man es auspackt und in Betrieb nimmt. Ich glaubte, dass nach der Installation von einer DVD die wesentlichen Dateien eines Spiels auf dem Rechner sein müssten. Aber das waren ja nur die Anfänge! Jede Technologie benötigt Zeit, um zu reifen, seht euch nur diese Website an. So vergingen also die Jahre, ich vergaß, dass mein Kühlschrank jede Nacht mit seinem Führungsagenten in Bellevue, Washington, telefonierte, und dass Valve seine Energieeffizienz mit der aller anderen Kühlschränke im Steam-Netzwerk verglich. Neue Digitalvertriebe machten auf, Metaboli, Gamesload, Direct2Drive, Impulse, und wie sie alle heißen, und manchmal gingen sie auch wieder ein, Gruß an Triton (Prey). Nicht zu vergessen Virtual Console Games, DLC auf PS3 oder Xbox 360. Und ab und zu mal einen Film, der mir dann gleich auf die Xbox oder den Laptop gestreamt wird.

Und was ist heute?

Und ist es nicht schön, seine Spielebibliothek theoretisch überall dabei zu haben?
Im Jahre 2009 ist Steam nicht mehr das Feindbild der Spieler, die Publisher haben den Faktor "fest eingebauter Kopierschutz" entdeckt, das Angebot ist relativ groß geworden -- darunter Independent-Spiele, die als normale Schachtel wohl nie erschienen wären. Und ist es nicht schön, seine Spielebibliothek theoretisch überall dabei zu haben? So dachte ich lange, mit dieser positiven Grundeinstellung schrieb ich Artikel über den neuen Vertriebsweg. Dann kam der Moment, an dem ich Empire Total War in einer Vorab-Downloadtestversion bekam, sprich: als Code. Rund 15 GByte musste ich downloaden, bis das Spiel endlich startete. Allerdings war die Vorversion, die damals von allen Magazinen zum Testen verwendet wurde, noch wesentlich verbuggter als das, was kurz danach in den Handel kam. Um überhaupt weiter spielen zu können, sah ich mich gezwungen, die deutsche Version durch die englische zu ersetzen. Ratet mal... genau: Die 15 GByte mussten nochmal downgeloadet werden, denn anders ließ sich die Sprache nicht umstellen!

Einige Monate vergingen, und vor ein paar Tagen wollte ich dann Empire Total War erneut installieren. Ich will ja gerüstet sein, wenn der nächste Patch endlich See-Invasionen zu einer erlebbaren Situation macht. Längst habe ich das Spiel als Retailpackung, also schob ich die erste von zwei DVDs ins Laufwerk eines nagelneuen Rechners. Seltsam schnell war die Installation vorüber, und ich musste auch keine DVD nachlegen. Schon wurde Steam aktiv. Und begann, 15 GB downzuloaden. Sorry, was genau war nochmal gleich drauf auf der DVD? Wieso habe ich die eingelegt, wieso liegt die überhaupt in der Packung? Nicht, dass der Download schnell gegangen wäre: "Kann keine Verbindung zum Steam-Service herstellen" oder so ähnlich, beschied mich das kleine grüngraue Steam-Fenster. Erst nach 20 Minuten begann der Download, der viele, viele Stunden dauerte. Zufällig kam ich wieder zum PC, als gerade alles runtergeladen schien. Ich startete das Spiel. "Spielstart wird vorbereitet. Aktualisiere...... 0%" stand dort. Und zwar minutenlang. Dann stand hinten "1%". Und dann ging ich schlafen.

Entschuldigt die ausschweifenden Erklärungen, aber ich will doch das Folgende richtig verstanden wissen: SO GEHT DAS NICHT! Es gibt bereits Technologien, da lädt ein Spiel nur die ersten 10 Prozent runter, und kann dann gestartet werden. Wieso geht das beim Marktführer für Digitalen Vertrieb nicht? Wieso ignoriert Steam völlig, dass ich garantiert 90% der immer noch aktuellen Dateien auf einer DVD liegen habe, und aktualisiert folgerichtig nur die maximal 10%, die seitdem gepatcht wurden? Nicht, dass andere Download-Services keine Probleme hätten. Denkt nur an Demigod und Impulse, bei dem ein verfrühter Laden-Release dazu führte, dass erst die Fachjournalisten nicht die Vorversion spielen konnten und danach die Endkunden nicht reinkamen. Immerhin hat sich Stardock/Impulse bei den Spielern entschuldigt. Steam, so mein aktueller Eindruck, müsste sich bei jedem Programmstart dafür entschuldigen, dass es existiert.

Zur generellen Rüge

Wieso geben sie diesen Kostenvorteil nicht an ihre Kunden weiter?
Aber jetzt weg von meinem persönlichen Frust mit Steam und hin zu einer generellen Rüge: Wieso sind Digitaldistributions-Spiele nicht günstiger als die Retailfassung? Und zwar mindestens 10 Euro günstiger! Wer keine Packung im Regal stehen hat, muss mit Wartezeiten rechnen, vergisst vielleicht mal sein Passwort, er kann das Programm oft nicht weiterverkaufen, und schlimmstenfalls macht der Betreiber dicht, und das Spiel lässt sich gar nicht mehr nutzen. Okay, dafür komme ich auch am Sonntag an ein neues Spiel (wenn ich den Download frühzeitig starte), und in der Regel werden Patches automatisch aufgespielt. Aber das wiegt doch nicht die Nachteile wie ein fehlendes Handbuch auf! Hersteller sowie Digitalplattformbetreiber haben geringere Kosten auf diesem Weg, als wenn sie Packungen, Booklets und Datenträger produzieren und konfektionieren, und danach noch dem Lkw- oder Frachtschiff-Besitzer, dem Großhändler und dem Händler ihre Prozente zahlen. Wieso geben sie diesen Kostenvorteil nicht an ihre Kunden weiter?


Digitalvertriebsspiele sind zu teuer. Denn das Risiko wird auf den User abgewälzt, beziehungsweise diesem werden selbst dann die negativen Aspekte aufgebürdet, wenn er eigentlich die Retail-Version gekauft  hat. 10 Euro weniger, da bliebe immer noch genug für Valve sowie Hersteller und Entwickler über. Und die Digitalkunden würden eine Art eingebautes Schmerzensgeld für die Misshandlung ihrer Freizeit erhalten, die jederzeit eintreten kann. Wie installiere ich nochmal im Urlaub ein Steam-Spiel, wenn ich keinen Internetanschluss habe? 10 Euro weniger, das wäre eine faire Sache. Ich könnte das eine oder andere Eigentlich aus dem Vorspann streichen. Und den Kühlschrank wieder ans Stromnetz anschließen. Was meint ihr?

Euer Jörg Langer









 
Abfuehrung
Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 27. Mai 2009 - 19:03 #

Hi Jörg, du hast vollkommen recht. Wobei ich auch denke, dass Steam nicht die Zukunft sein wird. Mir gefällt das System von "Guild Wars" ganz gut, d.h. das bestimmte Inhalte von einer Art intelligenten Streaming-Technologie unterstützt werden.

Von diesen kompletten Downloads halte ich nicht viel.

Überhaupt mag ich Spiele besitzen, spielen und verkaufen wann ich will. Das geht eben bei Steam und Online-Aktivierungen kaum noch.

Apropos verkaufen, mein Original-"Wasteland" gebe ich nicht mehr her ;)

Und, spannender Artikel :)

Und einen kleinen Schreibfehler entdeckt ;)

Bei "Zur generellen Rüge"

Wer keine Packung im Regal stehen hat, muss mit Wartezeiten rechnen, vergisst vielleicht mal sein Passwort, er kann das Programm oft nicht weiterverkaufen, und schlimmstenfalls macht der Betreiber dicht, und das Spiel lässt sich gar nicht mehr nurzen.

Das letzte Wort soll wohl nutzen heißen :).

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323798 - 27. Mai 2009 - 19:06 #

Du kennst das schöne alt-schwäbische Wort Nurzen nicht? Ich nurze, du nurzt, er nurztet, wir werden genurzt haben? Also wirklich... (nee, ein Fehler, korrigiere ich sofort).

timtim 04 Talent - 13 - 27. Mai 2009 - 19:29 #

Eine Seite wie GG, die ja wohl auch irgendwie eine Art Community sein soll, DERART mit mies gephotoshoppten Fotos von sich selber vollzukleistern, ist...

... aussagekräftig.

Hier zeigt einer, was er eigentlich im Sinn hat.

Name 27. Mai 2009 - 19:41 #

Zwingt dich ja keiner hier unterwegs zu sein. :P Und tschüß. :)

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 27. Mai 2009 - 21:46 #

Ja, unsere Grafikabteilung war grad Porsches kaufen, wie bitten untertänigst um Entschuldigung.

Ich find das Bild gut. Hat Jörg stundenlang Zeit, um photozushoppen? Der hat ja wichtiges zu tun.

hoetz 10 Kommunikator - 485 - 27. Mai 2009 - 19:31 #

Bei Dawn of War 2 musste ich die gleiche Misere wie du mit Empire: Total War mitmachen. Installation von DVD und dann noch Daten nachziehen? Ouch. Ausserdem sind die Euro Preise auf Steam eine Frechheit und natürlich nervt eine weitere Anwendungsschicht bevor ich den Startscreen meines Spiels sehe doch sehr.
Impulse oder GOG.com sind meine Lieblinge in dem Sektor, wenngleich sie auch vergleichsweise "indie" sind.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6662 - 27. Mai 2009 - 19:43 #

Ich finde das eigentlich nicht so schlimm, was mir viel mehr Sorgen macht ist, dass ich die Spiele dann irgendwann wenn der Service nicht mehr existiert nicht mehr spielen kann. Meine alten Atarispiele von 1989 kann ich (sofern die Disketten noch gehen) immer noch spielen wenn ich mag. Oder Bladerunner. Oder C&C 1.

Mein altes SNES kann ich auch einfach ausgraben und ein Modul reinstecken.

Aber was ist mit den Sachen, die ich nur per Download erworben hab...? Wenn die Wii irgendwann mal die vorvorletzte Konsolengeneration ist?

Roland Austinat Freier Redakteur - 3303 - 24. Juni 2009 - 5:27 #

Steam-Spiele kannst Du immerhin noch lokal speichern.

Bei Konsolen-Download-Titeln hast Du die Hersteller durchschaut: Die darfst Du Dir in zwei Generationen einfach noch einmal kaufen. Hurra!

Rondrer (unregistriert) 27. Mai 2009 - 19:53 #

Also zu der Sache mit den Preisen kann ich nur vollkommen zustimmen, das ist schon irgendwie ne Frechheit. Und das Problem ist nicht nur, dass die Spiele das Gleiche kosten wie im Laden, sondern oft sogar mehr (insbesondere wenn sie schon länger auf dem Markt sind und im Retail schon im Preis gesunken sind... Online merkt man davon oft nichts)

Aber so wie ich bei der Preisproblematik zustimme, muss ich beim ersten Punkt widersprechen. Erstmal find ich es ziemlich überzogen wegen 2 Beispielen direkt so mit dem Holzhammer über den kompletten online-Vertrieb und insbesondere Steam herzuziehen. Vorallem wenn man den erwähnten anderen Artikel in betracht zieht ist das für mich mehr als unverständlich.
Dann nochmal konkret zu Empire: Total War: In einer Vorabversion läuft nicht alles rund? Oha, das ist bestimmt was ganz neues. Und dass es nicht von DVD installiert wird, sondern runtergeladen werden musste ist ein BUG und kann relativ leicht umgangen werden (siehe offizielle FAQ).
Daran, dass man bei HL2 beim release noch großartig was herunterladen musste kann ich mich nicht erinnern. Das kann allerdings auch an meinem mangelnden Erinnerungsvermögen liegen.

Alles in allem bleibt zu sagen: Ich will nicht bestreiten, dass es zu Fehlern kam, aber ich kann diese Generalverdammung einfach nicht verstehen. Fehler passieren und das hat nichts mit dem Digitalvertrieb zu tun. Wieviele Spiele gab es, die sich in der Ladenversion nicht installieren/starten/spielen liesen? Hat man dafür die CD/DVD an sich verantwortlich gemacht? Ich glaube kaum.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323798 - 27. Mai 2009 - 20:15 #

Danke, dass du mich aufklärst, dass bei einer Vorabversion nicht alles rund laufen kann. Das wusste ich noch nicht. Doch, wusste ich schon, aber die Vorgeschichte fand ich wichtig, um zu erklären, wieso ich so gefrustet bin: Mittlerweile habe ich 45 GB an Daten runtergeladen für und wegen Empire...

Danke auch für den Hinweis, dass ich in irgendein FAQ schauen soll, wenn ich ein Spiel installiere. Es mag an falschen Erwartungen bei mir liegen, aber ich will nur ein Spiel installieren, keine Weltraummission unternehmen.

Wenn mein nächstes Auto sich nicht starten lässt, nachdem es angeliefert wurde, muss ich mir dann von der Werkstatt sagen lassen, dass ich schuldhaft nicht nachgesschaut habe, wie ich den Wagen kurzschließen hätte können? Wäre doch ganz einfach gewesen!

Es geht mir genau um diese Kundenfeindlichkeit, die du zu erdulden offensichtlich bereit bist. Ich halt nicht.

Rondrer (unregistriert) 27. Mai 2009 - 23:03 #

Ich hab mich wohl undeutlich ausgedrückt, oder du hast mich falsch verstanden.
"Es geht mir genau um diese Kundenfeindlichkeit, die du zu erdulden offensichtlich bereit bist."
Darum geht es doch garnicht! Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn du dich darüber aufregst, wenn es einfach nicht so funktioniert wie es soll. Mein Punkt ist, dass das nicht zwingenderweise was mit dem digitalen Vertrieb zu tun haben muss, gegen den du hier wetterst. Wie ich schon geschrieben hab gibt es genug Spiele, die auf konventionellen Weg vertrieben werden und die ohne Patch (oder irgendwelchen Workarounds) fast oder sogar komplett unspielbar sind. Wenn ich mit so einem Spiel jetzt im Urlaub bin und keinen Internetanschluss hab, kann ichs auch nicht spielen. Der Unterschied dabei ist, dass ich bei einem Steam-Spiel weiß, dass ich Internetzugriff brauche (weils auf der Packung steht) bei dem anderen Spiel merk ich das erst wenns zu spät ist.
Beides(dein Problem, wie auch mein Konstruiertes) sind Dinge, die einfach nicht passieren dürfen. Aber Probleme solcher Artgab es auch schon zu Zeiten, als noch niemand an digitale Distribution gedacht hat. Es äußert sich zwar auf andere Weise aber das grundlegende Problem ist doch das gleiche: Mangelnde QA. Und das hat nichts damit zu tun ob ein Spiel "offline" oder "online" vertrieben wird.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323798 - 27. Mai 2009 - 23:17 #

Finde ich schon: Diverse der aufgezählten Probleme (kein Handbuch, kein Wiederverkauf, lange Wartezeit) haben direkt mit dem Digitalvertrieb zu tun. Dass etwas einfach nicht funktioniert, weil die CD kaputt ist, ist etwas völlig anderes (und mir ehrlich gesagt in ca. 25 Jahren als Spieler selbst bei den Datasetten-Tapes früher so gut wie nie passiert, und mit CDs vielleicht eins, zweimal).

Aber bevor wir jetzt den ganzen Abend mit den Hufen im Sand scharren: Eine "Meinung" ist eine Form des Berichts, der nicht den Anspruch erhebt, fair zu sein oder objektiv, ganz im Gegenteil. Ich rege mich gerade über die Schwächen des Digitalvertriebs im allgemeinen und über die Kombi Empire/Steam im Besonderen auf, und habe das zu Papier gebracht. Das heißt aber nicht, dass ich den Digitalvertrieb grundsätzlich ablehne oder runtermachen möchte -- wie gesagt, ich kam ja eher aus der sehr positiven Ecke...

André Pitz 15 Kenner - 2976 - 27. Mai 2009 - 22:13 #

Bei HL2 ging es mir auch so. Ich hatte damals noch ein 56k-Modem und konnte das Spiel nach einer halben Stunde starten (den Ansturm direkt bei Release habe ich umgangen, weil ich erst zwei Tage später zum installieren gekommen bin). Vllt hatte ich auch nur Glück, wer weiß...

SocialHazard 14 Komm-Experte - 2258 - 27. Mai 2009 - 19:54 #

Am geilsten war vor einigen Wochen. Da kam ein Update für Half Life Epsiode 2 raus und bei mir ist der Steam Server zusammengebrochen. Aber als ich meine Orange Box installiert habe, hatte ich ne ähnliche Download Situation. ist irgendwie richtig doof :-(

Fierran 07 Dual-Talent - 100 - 27. Mai 2009 - 20:15 #

Was mich bei Steam aktuell am meisten stört, sind die langsamen Downloadgeschwindigkeiten. Ab und an bricht er auch komplett ab, und man muss per Hand anhalten und neu starten. Einen richtig guten Online Vertrieb finde ich GOG.com, besonders weil es keinerlei Kopierschutz gibt. Die Installationsdateien kann man einfach auf dem USB Stick mit in die Ferien nehmen und immer und überall installieren.

Roland Austinat Freier Redakteur - 3303 - 24. Juni 2009 - 5:33 #

Das muss aber an den deutschen (?) Steam-Servern liegen. Bei mir und meiner 6-MBit-Leitung rauschen die Daten vom US-Server oft mit 600, 700 KByte pro Sekunde durch die Leitung.

opifex 08 Versteher - 223 - 27. Mai 2009 - 20:36 #

Hm ich kann die meiste Kritik an Steam nicht nachvollziehen. Ich bekomme vollen Speed rein und das sind ca 1,3MB/s. Das Autopatchen find ich ist etwas was alle Spiele haben sollten. Und das Freunde System von Steam ist eh Klasse.

Ich glaube Empire ist da einfach ein schlechtes Beispiel und deshalb sollte man nicht Steam komplett verteufeln.

Der Kritik an der Preispolitik kann ich aber zustimmen. Teilweise bekommt man die Spiele günstiger mit Verpackung und Handbuch im Internet als bei Steam selbst. Dafür kann man sich ohne Aufwand bei Steam schöne Mods zu seinen Spielen runterladen und die sind in kürzester Zeit Betriebsbereit !

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 27. Mai 2009 - 21:07 #

Hmmm, also Autopatchen muss nicht immer gut sein. Es gab auch schon Patches die verschlimmbessert haben...

Wi5in 14 Komm-Experte - 2682 - 27. Mai 2009 - 20:43 #

Ich kann die Kritik an Steam sehr gut nachvollziehen. Vor allem als ich mir Left 4 Dead kaufte und dann ne Stunde nur aktualisiert habe. Also da ist für mich noch keine Zukunft erreicht.

Christian Witte 15 Kenner - 3167 - 27. Mai 2009 - 21:15 #

Ach wenn das mal nicht passend ist, da ich gerade Steam gelesen habe, dachte ich mir, starte es doch mal und schau, was es diese Woche im Angebot gibt. Nun, die Aktualisierung fing an und gleich danach eine kryptische Fehlermeldung, mit der man mal rein garnichts anzufangen weiß und ich habe zumindest Fachinformatiker gelernt und bin daher kein totaler DAU ;)

Ok, also wo findet man Hilfe? Richtig, ab ins Forum, dort gab es dann im Support bereich auch gleich mehr als genug Threads zu dieser kryptischen Fehlermeldung und deren Fehlerbehebung. Man soll also easy für jeden mit dem Registry-Editor einen Unterordner von Steam löschen und anschließend die Steam.dll und noch eine registry-Datei im Verzeichnis von Steam. Geklappt hat dies alles, aber für 0815 User sicher nicht ganz einfach und der Tipp kam übrigens natürlich selbst von einem User.

Zurück zum direkten Thema:

Ich bin im Grunde nicht völlig dagegen, es ist schon praktisch, wenn mal ein Feiertag ist oder ein Sonntag und man dennoch ein Spiel haben möchte, aber ansonsten ist mir dann die normale Box doch lieber, einfach wegen "Ich hab etwas in der Hand". Außerdem sehe ich es ebenfalls meist nicht ein den gleichen Preis oder sogar oft mehr als im Handel zu bezahlen. Die Gründe wurden ja bereits in der Kolumne genannt.

Empire ist aber Allgemein wohl ein bösartiges Beispiel, bei mir hat das Aktualisierung auch Ewigkeiten gedauert, da es eben direkt zum Release war und kräftig gezogen wurde. Der Wechsel auf Server außerhalb von Deutschland hat zumindest ein wenig mehr Geschwindigkeit gebracht und das trotz VDSL. Nicht zu vergessen die ganze Prozedure mit Windows Live und Steam, wenn ich dann noch x Dienste im Hintergrund laufen lassen muss und mich bei 20 Sachen registrieren muss, bevor ich mal zum spielen komme, vergeht es mir dann doch auch.

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 27. Mai 2009 - 23:28 #

Kritik an Steam? Ja gerne, viel, her damit!
Ich geb ja zu, dass ich die Orange Box, Left 4 Dead, World of Goo, The Maw, Zeno Clash, The Path, Garrys Mod und und und durch Steams shop gekauft habe, aber alle bei Aktionen. Ok Ok, The Maw, Zeno Clash, The Path und alle die anderen Indi Games wären eh nie im Laden aufgetaucht, aber die Orange Box für 15€ wo sie im Laden für noch 30€ und die einzelnen Spiele für jeweils 15€ zu bekommen sind ist doch ein Super Angebot. Left 4 Dead für 22€ anstatt der (inzwischen) 30€, World of Goo für 5€ ... es sind jetzt sicher nicht die Preise minus Verpackung und Extras, aber die Aktionen bringen echte Schnäppchen mit sich.
Natürlich kann man über die Stabilität (is das blöde Ding schon wieder abgekratzt), die Reaktionsgeschwindigkeit (warum braucht das blöde Ding 5 Minuten um sich einzuloggen) und die Downloadgeschwindigkeit (wie konnte der auf einmal von 2,5mb/s auf 4kb/s runterfallen!?) streiten (und sich vor allem ärgern), aber ich bekomme meine Updates regelmäßig, muss nicht immer erst auf 15 verschiedenen Seiten suchen (wovon ich mich bei 7 kostenlos und 5 kostenpflichtig anmelden muss) bis ich die aktuelle Spiele-Version und den passenden Patch finde.
Steam hat noch großes Verbesserungspotential aber imho ist es bisher das Beste was es gibt im Digital-Distributions-Markt.

scoutee 03 Kontributor - 7 - 28. Mai 2009 - 0:06 #

45gb - ein spiel? ist schon wahnsinnig wieviel daten heute ein spiel braucht. und das dann auch noch "online" "geladen"? ach, wie die zeit vergeht...

...naja, aber wehe dann klappt was nicht! :-)

Sensei 10 Kommunikator - 358 - 28. Mai 2009 - 0:53 #

Ein weiterer wichtiger Pluspunkt bei Steam sind auch die Wochenendaktionen. Allein in den letzten 6 Wochen konnte ich so kostenlos (und relativ unproblematisch) ins kurzweilige Left4Dead und ganz ordentliche TeamFortress2 reinschnuppern. In Zeiten in denen nur zu jedem gefühlten zehnten Toptitel eine Demo erscheint ein eindeutiger Pluspunkt.

Außerdem: OrangeBox für 9,99€!!! ist es doch fast schon alleine wert dass man Steam installiert.

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 28. Mai 2009 - 1:07 #

Ganz ehrlich Steam ist ein Klasse Programm.
Im Store findet man super angebote und auch ungewöhnliche spiele wie zB "The Path".
Und das wichtigste ich hab keinen nervigen Kopierschutz mit dem ich erst jahre kämpfen muss bis ich das spiel spielen kann.
Allerdings ist die downloadzeit über steam teilweise ein echter witz.

Das grösste manko an steam ist aber das es den gebrauchten spiele markt zerstört und das steam accounts in schöner regelmässigkeit gehackt werden und man dann in der zeit in der man sich mit dem support rumschlägt nicht zocken kann.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 28. Mai 2009 - 8:03 #

Danke für diesen Artikel! Ich habe noch nie etwas über steam geladen, aber ich werd's in naher Zukunft auch nicht tun.

Erfahrungen mit Gigabyte-großen Downloads habe ich nur z.B. mit Herr der Ringe online, wo man auch immer wieder ewige "Kapitel" oder "Bücher" nachladen muß, bevor's weitergeht. Das nervt schon genug, und da hat man sogar sehr viel Inhalt schon vorab von der DVD installiert, und wenn es nur die Version "1.0" ist.

Für mich kommen downloads nur in Frage, wenn es um kleine und ohnehin billigere Spiele wie PuzzleQuest oder World of Goo geht. Die 100 MB (haha!) sind schnell geladen, das Geld ließe sich notfalls aber auch dann verschmerzen, wenn ich mal - wie Du richtig schreibst - ein Paßwort vergesse, die Festplatte hin ist oder der Betreiber das Spiel einstellt. Mal abgesehen davon, daß solche "kleinen" Spiele kein komplexes Regelwerk haben, für das ich immer unbedingt ein echtes Handbuch will. Das kann ich nämlich auch vor dem Einschlafen im Bett lesen.

Das ist quasi wie eine Bestellung bei Pixmania im Ausland ohne deutsche Ansprechpartner: im Prinzip gar nicht, und allenfalls für so wenig Geld wie ich notfalls auch aus dem Fenster werfen würde.

Name 28. Mai 2009 - 8:52 #

Bei den Themen Digitaler Distribution, Updates und DRM gibt es Licht und Schatten, einige Beispiele fallen die mir hierzu spontan einfallen:

1) Die Installation von NWN2 dauerte bei mir eine gefühlte Ewigkeit - mehrere Stunden - bis die auf meiner DVD enthaltene Version alle Patches eingespielt hatte. Nervig: All die Patches wollen nacheinander, manuell bestätigt, heruntergeladen, dekomprimiert und installiert werden, sprich es dauert und man muß diesem Prozedere auch noch beiwohnen.

2) Bioshock hinterläßt mit dem DRM System und der Onlinefreischaltung einen schalen Beigeschmack - obwohl ich die DVD besitze!

3) Bei TTG fühle ich mich dagegen, zumindest was den Digitalen Vertrieb anbelangt, gut aufgehoben und fair behandelt. Zu dem Zugang, über den sich alle bezahlten Inhalte wiederholt herunterladen lassen, erhält man - sofern erwünscht - nach Ablauf einer Season zum Versandkostenpreis die DVD mit all den Spielen sowie einige weitere Gimmicks. Preislich läuft dies auf einen Betrag hinaus, den man so auch im Laden entrichtet hätte, sprich samt der DVD ist es in Ordnung, ansonsten wär's im direkten Vergleich zu teuer.

4) Digitale Distribution von Sharewaretiteln segelte bei mir oftmals unter dem Motto: Klein aber Fein.

5) Ein Spiel für's iPodTouch/iPohone über iTunes zu kaufen - es gibt übrigens auch ein paar sehr Gute - macht einen Heidenspaß, da es so kinderleicht ist und die Preise im Vergleich zu anderen Konsolenspielen weitaus attraktiver sind, so daß man auch experimentellen Spielen aufgeschlossener gegenübersteht.

...

Wie anfangs erwähnt gibt's hier Licht und Schatten. Kleinere Hersteller können hier oftmals aufgrund der größeren Flexibilität punkten. Mit iTunes steht ein auch noch verbesserungsfähiges aber schon recht gutes Vertriebsmodell zumindest für das iPodTouch/iPhone zur Verfügung. Die Großen tun sich je nach Spiel manchmal etwas schwer und es gibt einige Ansatzpunkte für Verbesserungen.

Ich hoffe mal, daß dies im Laufe der Zeit erkannt und die richtigen Schritte eingeleitet werden und sie ihre Angebote/Technik/Lizenzen weiter verbessern bzw. überdenken. Ansonsten kaufe ich bei solchen Titeln lieber weiterhin die DVD im Laden um die Ecke. Dies erspart mir das Herunterladen, ich bekomme mehr für mein Geld, kann mit Leuten quatschen, habe das Backup schon in Form einer DVD zur Hand. Je nach Spiel ist eventuell noch ein Besuch bei GameCopyWorld fällig, aber insgesamt ist das oftmals der geringere Widerstand.

Dabei hätte die Digitale Distribution auch so einige Vorteile: Sie könnte preisgünstiger, schneller und umweltfreundlicher sein.

Name 28. Mai 2009 - 10:09 #

jow hi erstmal..
Jörg...ich hatte meine Empire DVD erst offline installiert..15GB von DVD dann einfach zum aktivieren online gegangen...mmmh hab keine probs mit Steam hehehe...machmal Stürzte Empire immer ab..2 Tage gewartet kam ein schöner Patch und alles funtzte wieder...aber 45Gb wofür???moment 18,2 Gb aber das sind dann auch 2 Spiele Zeno Clash und Empire...dann haste noch mehr von Steam richtig??!!

mal was anderes ...wird das Terrorcamp in Köln eigentlich gestoppt??...
(GAMESCON)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323798 - 28. Mai 2009 - 10:42 #

3 x 15 GB = 45 GB. Es werden sicher einige mehr gewesen sein in Wahrheit wegen Aktualisierungen.

Madcow 18 Doppel-Voter - 11400 - 28. Mai 2009 - 11:50 #

Also Steam könnte ruhig schneller laufen.
Und Offline (sprich auf LAN Parties) zickt es auch massiv rum :(
Wegen Handbüchern müsste Steam eigentlich nur mal nen Verknüpfung herstellen. Bei Dawn of War 2 lag es als PDF irgendwo in den vielen Ordnern von Steam versteckt.
Aber Games groß über Steam kaufen ist auch nicht mein Ding.
Lieber ne DVD in der Hand.

Khayet 13 Koop-Gamer - 1300 - 28. Mai 2009 - 14:47 #

"Im Jahre 2009 ist Steam ist nicht mehr" Ich glaube, da ist ein 'ist' zu viel. ;)

Christoph Hofmann Redakteur - 55130 - 28. Mai 2009 - 17:09 #

ist behoben - danke für den Hinweis

LordHelmchenHL 11 Forenversteher - 770 - 28. Mai 2009 - 15:09 #

Steam ist der Grund warum ich nie HL2 gespielt habe und wohl auch nicht werde. HL1 hat mir wirklich sehr gut gefallen, aber Steam oder ähnliches wird bei mir (wenn es sich vermeiden läßt) so schnell nicht laufen.

errol 10 Kommunikator - 398 - 28. Mai 2009 - 15:10 #

Ich hatte das Glück, das das Installieren des Spieles von den beiden DVDs geklappt hat und nur der Patch geladen wurde.

Legatus 10 Kommunikator - P - 514 - 28. Mai 2009 - 16:43 #

Mir als "CD/DVD-Schlampe" hilft Steam ungemein. Nach spätestens 3 Monaten sind die Originalen CDs bei mir einfach mal weg oder zerkratzt oder der CD-Key ist samt Anleitung verschwunden. Hier hilft mir Steam ungemein da ich es auch nach dem 12ten Neuinstall meines Betriebssystems einfach nur draufpacken muss, alle Spiele anklicken und ne Nacht durchlaufen lassen. Bei Raten von 1 mb/s reicht das völlig um mal ebend alle Titel die ich bei Steam habe zu installieren.

Klar gibt es immer mal wieder Frustmomente wenn ich dann doch mal ne Originale DVD finde und diese zum installieren nutze, und dann das halbe Spiel nochmal per Steam nachgeladen wird. Aber das kann ich durchaus verschmerzen.

Name 28. Mai 2009 - 18:04 #

Haudi Jörg,

das Argument, dass kein Handbuch geliefert wird als Nachteil zu sehen ist so nicht ganz richtig. Immerhin gibt es heute bei den wenigsten Spielen noch ein wirkliches Handbuch. Meistens handelt es sich nur um eine Zettelsammlung wo eine Telefonnummer drauf steht, und erklärt wird wie man die DVD ins Laufwerk schieben soll.

Als Abschluss tönt dann meistens: "Wenn Sie weitere Fragen haben, schauen sie im Internet unter ea.com nach, oder kontaktieren sie unseren Kundensupport (für nur 1,19€ aus dem deutschen Festnetz)"

Also das kann ich mir sparen. Generell muss ich dir aber Recht geben, dass am System sicher noch viel optimiert werden kann. Gerade das passende Splitten der Spiele, um schon nach 10% beginnen zu können, würde Sinn machen.

Zum Thema Preis bei Steam: Oft sind die Titel tatsächlich genauso teuer wie im Laden um die Ecke. Doch richten man auch im Retail-Markt seine Augen auf Sonderangebote (außer man will natürlich sofort am Releasetag ein Spiel erwerben). Da gibts mal Stalker Clear Sky für 15€ im Saturn, oder DoW2 für 29€ im Mediamarkt. Meist kaufe ich auch eben zu solchen Angebotspreisen. Steam hat da in letzter zeit weit aufgeholt. Als Beispiel die letzten Angebote zu UT3, L4D oder TFT2. Alle um bis zu 50% gesenkt. Dazu regelmäßig kostenlose Addons zu den Valve-Spielen.

Also so richtig übertriebene Geldgier zu unterstellen, wäre falsch. Solche Parolen dann eher Richtung EA Store. Da gibt es wirklich solche Anwandlungen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323798 - 28. Mai 2009 - 18:38 #

Beim Handbuch muss ich dir teilweise Recht geben, aber das ist eine eigene Kolumne wert :-)

Steam: Ich unterstelle niemandem Geldgier, jeder nimmt das, was er bekommen kann. Mir geht es darum, dass die Spiele generell 10 Euro günstiger sein müssten als im Laden, damit das Verhältnis stimmt. Ich wette, selbst dann bleibt beim Hersteller (bei einem Retail-Preis von 50 oder 60 Euro, also 40 oder 50 bei der Digitalen Variante) noch mehr hängen.

Name 29. Mai 2009 - 13:38 #

Die Industrie wird niemals freiwillig die Preise für Onlinedownloads senken.

1. Werden Preise auf Grundlage der Zahlungsbereitschaft der Kunden festgelegt, nicht aufgrund von Kostenüberlegungen.
2. Möchte man nicht den Einkommensanteil, den Kunden für Spiele verwenden, verringern. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Menge des Geldes, welches bei der Industrie landet mittelfristig abnimmt.

Name 28. Mai 2009 - 21:33 #

3. Abschnitt, Zeile 8: So dach[t]e ...

Guter Artikel. Ich selbst habe gar keine Erfahrung mit online gekauften (oder eher "gemieteten") Spielen, kann dazu also nichts sagen. Das wird auch so bleiben. Ich will etwas in der Hand haben, meine Spiele jederzeit wieder verkaufen können und nicht dem Risiko ausgesetzt zu sein, sie irgendwann einfach nicht mehr installieren/spielen zu können. Zudem mag ich Verpackungen und Handbücher (bei RPGs sind diese auch heute noch meist ganz anständig). Ich kaufe auch immer noch CDs und keine MP3s. Bin zwar noch relativ jung (22), aber in dieser Hinsicht absolut altmodisch.

Was ich aber am Digitalvertrieb interessant finde, ist der Umweltaspekt. Was denkt ihr (ich bin da ein absoluter Laie): Ist die Energieeinsparung gross bei Digitalvertrieb (Server 24/7) gegenüber materieller Produktion+Versand oder hält sich das die Waage oder ist der Stromverbrauch durch die Server am Ende sogar umweltschädlicher?

Ich weiss, PC-Spiele (und vor allem Computerhardware ansich) sind ein Hobby, die sowieso nicht gerade dazu beitragen, dass unser Planet so lebensfreundlich bleibt, wie er ist, aber mich interessiert dieser Aspekt trotzdem.

LEiCHENBERG 13 Koop-Gamer - P - 1788 - 28. Mai 2009 - 23:52 #

Netter Artikel, Jörg. Ich kann Deine Meinung sehr gut verstehen und nachvollziehen. Das Problem ist vermutlich auch, dass sich zu viele Leute damit zufrieden geben, wie es derzeit läuft; solange Steam und Konsorten mit solchen Geschäftsmodellen profit rausschlagen, wird sich das System nicht ändern. Es ist wie immer, es muss erst knallen.

Sinnvoll wäre ein System, bei dem der Nutzer ein Spiel seinen Bedürfnissen entsprechend nutzen kann. Also beim Kauf nicht an ein Benutzerkonto des Anbieters gebunden wird, entscheiden kann, ob er eine physische Kopie mit drum und dran bekommen möchte oder auch die Installationsart selbst wählen kann ect. ..

Schade, dass die Entwickler ihre Anstrengungen nicht dahingehend lenken, zumindest bisher.

GingerGraveCat (unregistriert) 29. Mai 2009 - 9:20 #

Ich hoffe sehr, dass es nicht passieren wird, dass Spiele nur noch digital erworben werden können. Ich hab gern eine Schachtel im Schrank und wenn ich spielen will wird das Spiel einfach eingelegt und gespielt. Leider gibt es Spiele, wie z.B. Half Life 2, die sich nur online aktivieren lassen und sollte Steam mal nicht mehr verfügbar sein kann ich nicht mehr spielen.

Es gibt aber einen Punkt, wo für mich der digitale Verkauf Sinn macht. Independent Spiele wie World of Goo oder Crayon Physics können so Ihr Produkt recht günstig und mit wesentlich geringerem Risiko an den Markt bringen und so werden wir über diesen Weg bestimmt sehr schöne Spiele Perlen bekommen, die es sonst nie gegeben hätte.

Ein Punkt sollte aber auch noch erwähnt werden. Es gibt schließlich ja noch viele PC Spiele die keine Internet Aktivierung brauchen, aber teilweise so verbugt sind, dass diese ohne Patch nicht spielbar sind (Beispiel Stalker). Und dieser Patch muss natürlich online heruntergeladen werden, oder man muss ein Spielemagazin kaufen, wo der Patch der Begierde auf der Heft CD/DVD enthalten ist. Warum ich das an dieser Stelle erwähne, hat es doch eigentlich nichts mit digitalem Spielevertrieb zu tun. Es ist aber auf dem PC leider der Fall, dass ohne Internet kaum noch Spiele vernünftig spielbar sind.

Aus diesem Grund hab ich neben meinem PC auch eine Konsole stehen. Dort funktioniert es wenigstens noch so einfach dass ich ein Spiel einlege und es startet und läuft. Sind die Ladezeiten zu lang oder das ständige lesen des Laufwerks zu laut wird das Spiel einfach auf die Festplatte installiert. Es gibt nur noch wenige Spiele die bei mir auf dem PC laufen. Vorwiegend die, die es nicht auf Konsolen gibt und dort durch das Gamepad nicht zu steuern sind, wie z.B. Guild Wars.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Spiele auf die lästige Internet Aktivierung verzichten und dass Spiele weiterhin in schönen Schachteln und nicht nur digital verkauft werden. Am besten alles fehlerfrei, dass ein Patch nicht nötig ist, um das Spiel zum laufen zu bekommen.

Name 29. Mai 2009 - 11:02 #

Zuzüglich zu den oben bereits genannten Argumenten, bleibt mir als volljährigem Importzocker ohnehin nichts anderes übrig, als auf die Downloadfunktion von Steam zu verzichten. Es besteht schlicht nicht die Möglichkeit, von einem deutschen Account aus, ein ungeschnittenes L4D, Orange Box etcpp zu beziehen. Da nützen mir auch die tollen Rabatte nichts.

Zup 10 Kommunikator - 506 - 30. Mai 2009 - 8:28 #

Solange Steam keine ernsthafte Konkurrenz bekommt, wird es kaum günstigere Preise geben. Sobald die ersten Alternativen am Horizont erscheinen, die auch von den Spielern angenommen werden, geht es dann über den Preis und wir Spieler profitieren davon. Das wäre mit jedem anderen Produkt ähnlich. Trotzdem ist jeder Käufer mündig genug, für sich selber zu entscheiden, ob und wofür er Steam benutzen möchte, oder nicht.

Ich persönlich nutze es in erster Linie für Casual Games (z.b. Plants vs Zombies) oder wirklich gute Budget-Titel Angebote. Vollpreisspiele bin ich ebenfalls nicht bereit zu kaufen.

Von der technischen Seite sind das Lernprozesse, die leider der Kunde durchleben muss. Solche Kapriolen wie z.b. beim erwähnten Total War wird es bestimmt in dieser Form nicht nochmal geben.

Man kann Steam auf jeden Fall nicht vorwerfen, dass es sich nicht weiterentwickelt. Natürlich nicht unbedingt in einem von uns gewünschten Tempo. Aber auch hier wieder: Konkurrenz würde das Geschäft beleben ...

cyril25376 09 Triple-Talent - 239 - 30. Mai 2009 - 10:02 #

Jörg, ich kann Dir nur voll und ganz zu stimmen. Wenn mir ein Spiel nicht gefällt möchte ich es weiter verkaufen. Daher bwerde ich keine Spiele, Steam benötigen kaufen

ALF2097 10 Kommunikator - 434 - 31. Mai 2009 - 10:41 #

Ich bin sogar noch altmodischer, ich möchte die Verpackung im Regal haben. Allerdings hat Steam auch etwas, wenn einem am Wochenende langweilig ist.

Steam ist teilweise auch teurer als Amazon. Siehe zum Beispiel Empire Total War. AMazon: EUR 35 und bei Steam EUR 50.

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 1. Juni 2009 - 4:18 #

in der englischen Wikipedia gibt es eine schöne Sammlung der Kritik an Steam. Das größte Problem das ich mit Steam habe ist das Steam einfach viel zu neugierig ist, das werden Daten übertragen die Valve überhaupt nichts angeht, daher bleibt Steam aus meinem System raus.

mein größtes Problem mit digitaler Distribution ist die fehlende Schachtel im Regal. Ich hab quer in meiner Wohnung hunderte von Spielen der letzten 20 Jahre verteilt. Ich habe aber auch in den letzten paar Jahren hier und da Spiele online gekauft, mittlerweile habe ich ein paar Jahre später, selbst die Namen dieser Spiele vergessen, da fehlt mir einfach was.

roshi 13 Koop-Gamer - 1610 - 15. Juni 2009 - 22:45 #

ja puh ich kann dem artikel auch nur zustimmen. noch schlimmer an der ganzen steamsache finde ich aber, man will schnell mal ne runde spielen hal ep2 oder so und zack erstmal muss steam das spiel aktualiesieren.....ka ob das dann ein autoupdate patch was auch immer is, aber aus ner schnellen runde in der mittagspause wird dann nix. irgendwie will ich doch selbst entscheiden wann ich die zeit habe ein spiel zu patchen.

Ravenier (unregistriert) 16. Juni 2009 - 5:28 #

Mit Steam hab ich auch so meine erfahrungen gemacht

Für Half Life 2 erstmals isntalliert und mir ist die freude am Spiel dadurch vergangen, jedesmal muss man online sein (Steam mag sich wohl nicht selbst in den offlinemodus stellen und versteckt dieses extra gerne mal :) ) und vor jedem Start immer am Patchen. 5% 10% 15% aktualisiert.... ok wäre es einmal in der woche das wäre zu verkraften aber bei jedem Start, ganz egal ob man es an einem Tag zweimal startet, egal erstmal aktualiesieren.

Jahre Später, der frust über steam war vergessen wollte ich mir mal Fear 2 angucken... und da war der hass wieder da, noch größer.
Dazu kahm noch ein "steam konte das Spel nicht starten"-Fehler
und irgendwie wurde Steam so ne richtige Werbe-Spam-Grube, überall ein fensterchen hier und dort wo mir Rabatten für Spieledownloads geworben wird.... nach einer woche (fear 2 vielleocht 3 mal gespielt) hatte ich die Nase voll, mensch ich wollt doch nur Spiele und nicht 30% meiner Zeit vor dem Rechner mit Steam aktualisieren/Laden/bugs verbringen

Sempai (unregistriert) 17. Juni 2009 - 17:11 #

Ich bin zwar auch modern, bei Medien aber ein Freund von handfesten Dingen. Ich will Zeitschriften und Zeitungen aus Papier, nicht angestrengt am Bildschirm lesen. Ich will volle DVDs bei Serien und nicht auf die Problemlösung beim aktuellen Streamingportal warten. Und ich will Spiele auf einer DVDs und keine halbleere Schachtel mit dem Hinweis, 10 gig downloaden zu müssen - gerade in den Provinzen wie Nordhessen bei DSL 1000 ein Krampf. Und vor allem will ich keine 50 €uro für etwas zahlen, das a) nicht wirklich vorhanden ist und b) mir eigentlich gar nicht richtig gehört.

Anonymous (unregistriert) 21. Juni 2009 - 17:47 #

Mein Problem mit Steam:

Ich kaufte mir vor 2-3 Jahren Half Life als Budget Edition (Der Publisheraufdruck EA hätte mich gleich stutzig machen sollen!).

Bis heute funktioniert das Programm nicht nur, nein, ES LÄSST SICH NICHTMAL INSTALLIEREN! ICH HABE ALLE MÖLGLICHEN TRICKS PROBIERT, STEAM MECKERT IMMER ES BRAUCHT EIN UPDATE, FINDET ABER KEINES!!!!!!!!!!!1

WAS SOLL DAS VALVE???

In diesem Sinne: SUPPORT STEAM GAMES AND YOU SUPPORT EVIL!

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 24. Juni 2009 - 0:22 #

Ich geb's ja zu. Ich kaufe die ComputerBild - aber nur, wenn (wie letzten Monat mit GTR2) interessante Spiele auf der DVD lagern. Ich hab mich sehr gefreut, eine Demo zu Dawn Of War 2 auf der DVD zu finden. Nur: Bevor auch nur ein Byte Demo-Code auf meiner Festplatte landete, wollte sich erstmal Steam installieren. HALLO? Wozu brauche ich Steam, wenn ich eine DEMO zocken will?

Hab den Installationsvorgang abgewürgt und mir die Demo gekniffen, genau wie ich das Spiel an sich im Regal stehen lassen will. Was will ich mit Steam in einem Retail-Game?

Anonymous (unregistriert) 25. Juni 2009 - 16:07 #

Das mit Steam ist wie beim C-64. Der Start eines Spiels dauert (wegen
des Patch-Downloads) 2 Minuten und wenn es läuft, hat man schon wieder
Lust auf ein anderes.

Der wirkliche Skandal bei Steam ist, dass es hinter einem Proxy nicht läuft.
Schon die Installation von Steam geht dann nicht. Gruselig!
Wer geht den mit einem Windows-PC freiwillig ohne Proxy ins Netz?
Ich will ja nicht online spielen, ich will nur installieren!
Grottig, absolut grottig!

Gabriel Engelhardt 06 Bewerter - 72 - 11. August 2009 - 14:03 #

Ich hab lieber das Spiel in der Hand.

FrankThe Tank (unregistriert) 9. September 2009 - 9:48 #

Ich bin mir nicht sicher, ob dies schon erwähnt wurde: Aber wieso sollte das Spiel günstiger sein? OK, es werden Kosten beim Vertrieb, Verpackung, Handbuch usw. eingespart (wie erwähnt). Auf der anderen Seite enstehen neue Kosten: Traffic, Festplattenplatz, Steamhotline, Verbesserung des Clients, Qualitätssicherung der Patches, Communityangebote (Mods) usw.

Vielleicht ist es eine Milchmädchenrechnung, aber man muss auch bedenken das ich ein Spiel bei Steam immer noch 5 Jahre später runterladen kann.

Man sollte aber auch immer die Wahl haben zwischen Steam und Retail, dies war, glaube ich, bei Empire nicht der Fall.

Trype 07 Dual-Talent - 101 - 18. Oktober 2010 - 17:05 #

Ja ich war auch sehr erfreut als ich in der neuen Wohnung die Wartezeit auf die Freischaltung des Internetanschlusses mit dem Singleplayer von Modern Warfare 2 überbrücken wollte...

Claython 16 Übertalent - P - 4593 - 3. September 2011 - 15:41 #

Mich würde ja mal eine aktualisierte Meinung von dir in Bezug auf Steam interessieren.

Zugegeben, lange Zeit war ich ein Verfechter von der Sorte: Wenn ich ein Spiel kaufe möchte ich es auch anfassen können, also her mit der Verpackung.

Was durch die "damals" eingeführten DVD Hüllen keine Relevanz mehr hat, wenn man nicht zu den Limited Editions etc. greifen will.

Steam war mir dementsprechend auch mehr als suspekt, aber im Jahre 2010 war es dann endlich soweit aktiv bei Steam mitzumischen.

Ich suchte, unterwegs, schnell und unkompliziert Jagged Alliance 2 und Steam bot es in einem der gefürchteten Sales zu einem Preis von 3€ an, als Gold Version.

Und so folgten weiter Klassiker, die dank Steam, problemlos auf neuen Rechner funktionieren, die X-Com Reihe oder SEGAS's geniales Comic Zone, um nur ein paar zu nennen.

Was mich vielleicht etwas an Steam stört ist das man nicht auf die internationalen Versionen zugreifen kann, immer noch gibt es die "Gewaltgeminderten Versionen" etc. trotz Altersverifikation und sich die Spiele von einem Bekannten aus den USA "schenken" zu lassen sehen die Herren von Steam auch nicht so gerne und drohen gar mit einer Accountsperrung, ob das rechtlich nicht auf etwas dünnem Eis gebaut wurde sei mal dahingestellt.

Und was die Ersparniss angeht, du hast recht, eigentlich eine Frechheit, aber wie ich feststellen musste kauf ich sehr selten Vollpreistitel bei Steam, dafür gibt es doch die Summer-/Winter-Sales, die Daily-Deals und die neuen Weekend-Deals. Geduld könnte sich also auszahlen.

Um es kurz zu machen, natürlich ist Steam nicht perfekt, ja es gibt Probleme was die Patches angeht und ja bei sogenannten "Must have" Titeln sind die Server einfach überlastet.
Aber momentan sehe ich keine bequemere und "schnellere" Art um an Spiele zu kommen und Steam hat sich ja nun einen ziemlich großen Marktanteil gesichert was auch mit einiger Erfahrung in diesem Vertriebssektor einhergeht, was uns ja im Endeffekt zugute kommt, evtl.

Schauen wir mal was die nächsten 6 Monate bringen nun wo EA mit Origin seine eigene Plattform ins rennen schickt.

Im Rahmen dieses Artikels habe ich mal meine Steamstatistik durchstöbert und musste zu meinem erstaunen feststellen, ich habe schon seit dem 16 Juli 2004 einen Account, muss wohl CS gewesen sein und nun befinden sich auch schon exakt 100 Spiele in der Steambibliothek. ;-)

Wie anfangs schon erwähnt würde ich mich über eine aktualisierte Meinung, evtl sogar mit einer Zukunftsprognose freuen.

Endamon 15 Kenner - 3900 - 21. April 2013 - 13:47 #

Da ist schon viel Wahres dran, mittlerweile ist Steam aber ausgereifter und ich bin sehr zufrieden mit Steam.

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