Steffen Itterheim packt aus

Die Magie der Raubkopie

Steffen Itterheim, selbst Game Designer, schreibt uns: "Über Raubkopien wird viel geredet aber wenig nachgedacht. Sie sind je nach Standpunkt mal ein Segen oder ein Fluch, aber immer Anlass für hitzige Diskussionen. Ich habe versucht, einige der Argumente beider Seiten ins rechte Licht zu rücken, sprich: der Realität anzunähern."
GamingHorror 17. Dezember 2009 - 12:53 — vor 6 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
Stellt euch vor, ihr fahrt Bahn aber löst kein Ticket - obwohl doch jeder weiß, dass raubfahren verboten ist. Oder ihr zahlt keine GEZ-Gebühr und schaut trotzdem fern – oder besonders böse: ihr schaut gar kein fern und habt den Fernseher nur für die Konsole und zahlt trotzdem nicht – wie dem auch sei: wir alle wissen das dies raubsehen ist. Aber ich glaube kaum einer würde sich aufregen, dass wir dem Lokführer seinen Arbeitsplatz zunichte machen oder das öffentlich-rechtliche Fernsehen seiner unabhängigen Berichterstattung nicht mehr nachkommen könne. Vor allem nicht, wenn ich da an Frontal 21 denke.

"Raubkopieren" ist genau betrachtet ein absurder Begriff

Bevor ich zur Sache komme, wollte ich damit veranschaulichen wie absurd der Begriff „raubkopieren“ im Grunde ist. Eine Raubkopie erlaubt die Nutzung einer Software als Kopie, das Original bleibt erhalten und wird niemandem weggenommen oder gar gewaltsam entrissen. Korrekterweise müsste es also „schwarzkopieren“ oder "schwarzbrennen" oder für Spiele eigentlich noch treffender schwarzspielen heißen

Korrekterweise müsste es also für Spiele eigentlich 'schwarzspielen' heißen
Denn: Raub ist Diebstahl mit Gewaltandrohung oder -Anwendung. Und Diebstahl bedeutet, ich nehme jemandem etwas weg was dieser dann nicht mehr hat. Wenn ich die Spiele-DVD eines Freundes entwende, bin ich ein Dieb. Haue ich ihm dabei eins über die Rübe, ein Räuber. Wenn er sie mir aber mit seinem DVD-Brenner kopiert, ist er ein Raubkopierer. Man könnte auch Datenvergewaltiger dazu sagen, das wäre von der Begrifflichkeit her genauso falsch. Gegenüber der Rechtsverletzung durch Raub oder Diebstahl hat er dabei auch keine schlotternden Knie, keine Angst erwischt zu werden, kein schlechtes Gewissen. Und wenn er gewisse Züge von Menschlichkeit besitzt, dann freut er sich sogar darüber einem Freund einen Gefallen getan zu haben. Was zuhause geschieht, bleibt unter Freunden und Familie und das Unrechtsbewusstsein vor der Tür. Natürlich hat der Freund nun gegen das Urheberrecht verstoßen, doch weder Gewalt angewendet noch mir oder sich etwas weggenommen. Diebstahl oder gar Raub war es keiner. Trotzdem ist es natürlich eine Rechtsverletzung und somit strafbar.

Aber nicht etwa aus dem Grund, das man Diebstahl am Publisher oder Entwickler begeht – die können ihre Software ja weiterhin verkaufen. Tatsächlich dürfte die Nutzung von Raubkopien noch sehr viel eher unter Betrug fallen – analog zum Schwarzfahren und Schwarzsehen. Ich denke dabei an Vortäuschung falscher Tatsachen, nämlich, dass man vorgibt, das Spiel rechtmäßig erworben zu haben. Mitunter auch, um Kundenservice in Anspruch zu nehmen oder Onlinedienste, die dem Urheber Kosten verursachen.

Knackpunkt: Kollateralschäden

Und hier sehe ich den eigentlichen Knackpunkt: die moderne Raubkopie an sich richtet längst nicht den größten Schaden an durch den möglicherweise ausbleibenden Kauf der legal erhältlichen Version. Ohnehin würden die wenigsten Raubkopierer die legale Version kaufen, selbst wenn es gar keinen anderen Weg gäbe – doch dazu später mehr. Natürlich verursachen die Kopien tatsächliche Kosten in teils nicht unerheblichem Maße. Ein iPhone-Indie-Spiel mit Online-Komponente, das zu 95% von Raubkopierern genutzt wird, wird dem Entwickler die monatliche Zahlung seines Servers zu einer sehr schmerzhaften Angelegenheit werden lassen. Vergleichbar mit den Kriegen aus den letzten Jahrzehnten, deren nachfolgende "Friedenssicherung" in der Regel mehr Todesopfer forderte als der Krieg selbst, verursacht die Raubkopie ihren Schaden im Nachhinein und schleichend.

Pinch Media hat festgestellt, dass nur jeder 200ste Raubkopierer (ich bleibe beim falschen Begriff, um die Diskussion nicht zu erschweren) einer seiner Apps jemals nachträglich das Original kauft. Angesichts solcher Zahlen, wie selten man einen Raubkopierer zum Kauf einer Software selbst im Niedrigpreis-Bereich bewegen kann, bin ich überzeugt, dass die Anwesenheit der Raubkopierer nur einen geringen Einfluss auf den tatsächlichen Markt haben. Gänzlich ohne Raubkopierer würde der Softwaremarkt aus meiner Sicht kaum anders aussehen, als jetzt mit Raubkopierern. Die Software hätte weniger, dafür ausschließlich ehrliche Nutzer. Von den tatsächlichen Ladendieben einmal abgesehen. Aber sie hätte eben auch eine geringere Verbreitung, denn die Raubkopierer sind – puff – einfach weg und mit ihnen ein Teil der Nutzerbasis. Vielleicht bleibt jeder zweihundertste Raubkopierer noch als ehrlicher Käufer übrig, aber längst nicht für jede Software, denn nun muss auch der Raubkopierer seine Nutzung moderieren – das Geld und vielleicht auch die Zeit reicht eben nicht für die monatlich dutzendfach kopierten Spiele. Er wird selektiver, spielt weniger Titel länger. So, wie es alle anderen ehrlichen Softwarekäufer derzeit tun.

Raubkopierer als Preistreiber?

Eine Firma, die Preiserhöhungen mit Raubkopien begründet, sagt nicht die ganze Wahrheit.
Ob nun die Preise mit oder ohne Raubkopierer höher oder niedriger wären, dafür finden sich erstaunlicherweise Begründungen für jedwege vorstellbare Kombination. Keine davon überzeugt mich, denn das ist um den heißen Preis, äh, Brei herumgeredet. Ich weiß nur: wir leben in einer Welt mit Raubkopien und mit den Preisen die wir alle kennen. Meines Wissens wurde noch nie eine Software teurer oder billiger verkauft, allein wegen der Raubkopierer. Schon seit Computer-Urzeiten wurden Preiserhöhungen recht fadenscheinig mit der steigenden Anzahl an Raubkopien begründet. Aus meiner Sicht ist es dabei vollkommen irrsinnig, ausgerechnet die legalen Nutzer für das Fehlverhalten anderer zur Kasse zu bitten und dabei gleichzeitig durch den höheren Preis – ohne eben höhere Qualität abzuliefern – die Attraktivität der Raubkopie weiter zu erhöhen. Es läuft auch dem Prinzip Angebot und Nachfrage zuwider, schließlich ist die Nachfrage ja offensichtlich da. Eine Firma, die Preiserhöhungen mit Raubkopien begründet, sagt zumindest nicht die ganze Wahrheit.

Manche beissen sich an den Piraten die Zähne aus. Andere an den nicht vollständig funktionierenden Cracks dank holländischer Installationsanleitung.

Raubkopierer sind keine potentiellen Käufer

Der große Fehler, der bei der Betrachtung von Raubkopien gemacht wird, ist zu glauben oder zu behaupten, dass die Raubkopierer ein Teil des adressierbaren Marktes sind. Die Annahme, dass Raubkopierer potentielle Käufer sind, ist nur in Ausnahmefällen richtig. Damit meine ich, das eine Person zwar sowohl Originale als auch Raubkopien kaufen oder nutzen mag, aber die allerwenigsten eine bereits genutzte Raubkopie durch das Original ersetzen werden. Zumindest nicht, weil sie das Spiel für wertvoll finden und die Entwickler belohnen wollen. Wenn Kopie durch Original ersetzt wird, dann fast immer, weil erstere Mängel aufweist. Etwa ein nicht vollständig entfernter Kopierschutz, ein Crack, der zu unerklärlichen Fehlern führt, oder nicht nutzbare Online-Features. Nur wenn das Original kann, was der Crack verwehrt, wird gekauft. Da man auf dem iPhone weder Cracks braucht noch Angst haben muss vor Trojanern noch vom Onlinemodus ausgeschlossen wird, fällt das Kopieren auf dem iPhone besonders bedenkenlos aus. Obwohl man damit faktisch kaum Geld sparen kann, die meisten iPhone-Spiele kosten ja kaum etwas.

Den oft übersehenen Schaden, den Raubkopierer auch an sich selbst anrichten, sehe ich in der oftmals absurden Legitimation des Kopierens. So hört man immer wieder die folgende Schutzbehauptung: „Wenn die Spiele besser wären, würde ich auch öfter mal eins kaufen!“ Ach so, aber die eigene Zeit investiert man dann doch gerne in das im Umkehrschluss schlechte Spiel? Selten ist mal jemand ehrlich genug und sagt: „Ich hab dieses Jahr wieder mindestens 300€ gespart weil ich 6 raubkopierte Spiele tatsächlich längere Zeit gespielt habe.“ Für die Mehrzahl der Raubkopierer dürfte das doch der vorrangige Grund sein, warum man kopiert. Es kostet nichts und ist zudem bequem und schnell.

Kostenlos, bequem und schnell


Und genau diese Kosten-Nutzen Rechnung müssten alle ehrlich zugeben, die Raubkopien nutzen – hier sollte man nicht mit Heroismus und Freiheitsgedanken und ohnehin stinkreichen Megakonzernen argumentieren! Alles ausprobieren zu können, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen, das steht doch zusammen mit der Bequemlichkeit, die so ein Download zusätzlich anbietet, im Vordergrund. Ob der kopierte Titel jetzt Schrott ist oder ein Toptitel, oder vom Indie Entwickler oder vom Publisher-Konglomerat A. oder E. ist vollkommen unerheblich. Wer macht sich beim Kopieren darüber schon Gedanken?

Trotzdem ist man bei einem gekauften Spiel eher bereit, diesem noch eine zweite Chance zu geben.
Dann gibt es zudem noch so eine interessante, psychologische Seite mit dem „Besitztum“ oder genauer gesagt: mit der Entscheidung zum Kauf. Jeder hat es schon mal erlebt, das ein Freund Schrott gekauft hat aber nicht müde wird es gut zu reden. Wir haben uns alle schon ähnlich verhalten, ohne das wir uns dessen bewusst waren. Die menschliche Eigenart, einer einmal getroffenen Entscheidung treu zu bleiben um unter anderem sein Gesicht zu wahren, ist ein besonders mächtiges Instrument dem schwer entgegenzuwirken ist. Wenn man sich also Spiele kauft, werden die guten automatisch besser, und die schlechten sind dann gar nicht mal so schlecht – immerhin habe ich in diese Produkte Geld investiert, man wird nachsichtiger und investiert etwas mehr Zeit. Natürlich kann der Schuss auch nach hinten losgehen und sich furchtbar ärgern, für so einen Schrott auch noch Geld ausgegeben zu haben. Trotzdem ist man bei einem gekauften Spiel eher bereit, diesem noch eine zweite Chance zu geben – es sei denn, man hat so viele Alternativen, dass man diesen Fehlkauf einfach als Verlust abschreiben kann. Dann sollte man das auch tun, und nicht argumentieren, dass dies ein Grund sei zu rauben, brandschatzen, plündern, vergewaltigen, rädern, vierteilen ... kopieren. Nein, verglichen mit dem vorangegangen Aktivitäten ist kopieren harmlos. Aber, das will ich mit den vorangegangenen Zeilen belegen, es führt leider zu Unehrlichkeit.

Sind dagegen alle Spiele ohnehin kopiert, kann man leicht die Wertschätzung für die Spiele verlieren. So kommt es, das man im Laufe der Zeit immer weniger Spiele kauft, und immer mehr bis ausschließlich kopiert. Und durch den Überkonsum kann man, wie auch bei Drogen, in eine Teufelsspirale geraten. Man will immer mehr und mehr und ist gewohnt, das Neueste und Beste schon gestern zu bekommen. Dabei verliert sich schnell mal das Besondere des Spielerlebnisses im desensibilisierenden Überkonsum. Dann wird selbst an Toptiteln in lächerlichster Form kritisiert und bemängelt – „GTA 4 hat keine Fahrräder mehr? Das kauf ich nicht!“ Das dient wiederum als Rechtfertigung, warum die Kopie so wichtig sei, nur so könne man sich ein vollständiges Urteil bilden. Blödsinn, das Problem liegt doch an anderer Stelle, und da haben sich die Kopierer selbst ein Ei gelegt. 

Kein Rückgaberecht für Datenträger – warum eigentlich?

Aber die Katze im Sack kauft mensch tatsächlich ungern
Aber bleiben wir kurz bei dem Argument mit dem "vollständigen Urteil". In der Tat erscheinen immer öfter gar keine Demos mehr zu Spielen oder erst nach Release -- dass Radon Labs zu ihrem Drakensang – Am Fluss der Zeit zwei Monate vor Release eine Demo veröffentlicht, ist GamersGlobal bereits eine News wert. Weil das so selten geworden ist. Aber die Katze im Sack kauft mensch tatsächlich ungern. Deshalb tut sich der Handel meines Erachtens keinen Gefallen damit, geöffnete Datenträger nicht wieder zurückzunehmen. Der Softwarefachhandel erlaubt kein munteres Ausprobieren, wohl aus Angst, durch Raubkopien zum reinen Videospielverleih zu mutieren. Und natürlich, weil so ein Spiel heutzutage schon mal in einem Tag durchgespielt sein kann, oder der Händler nicht sicherstellen kann, dass der CD Key nicht weiter verwendet wird. Aber genau dieses Rückgaberecht wäre eine willkommene Möglichkeit, Spiele und andere Software bedenkenlos anspielen und bei Gefallen natürlich behalten zu können. Wie das in der Praxis gehen könnte, kann ich nicht sagen, also schlagt mich nicht. Wahrscheinlich müssen wir bis zum reinen Onlinevertrieb damit leben, dass die Entwickler stattdessen aufwändig erstellte Demos abliefern müssen und die darauf verwendete Zeit natürlich der Entwicklung des fertigen Produkts fehlt. Weswegen, siehe oben, Demos gerne erst nach Release veröffentlicht werden.

Krücke Demoversion

Ein Grund mehr, die Zukunft in der digitalen Distribution zu sehen
Demos halte ich für eine absolute Krückenlösung, insbesondere, wenn sie erst nach Veröffentlichung des Spiels erscheinen. Warum sollte ich mir eine beschnittene Spielfassung ansehen, um in der Vollversion noch mal dasselbe zu spielen? Und wenn es mir gefällt, dann kann ich bislang nur in Ausnahmefällen per Knopfdruck die Vollversion frei schalten und einfach weiterspielen. Ein Grund mehr, die Zukunft in der digitalen Distribution zu sehen, wo tatsächlich die Vollversion auch gleichzeitig die Demo ist. Dass das für beide Parteien wunderbar funktioniert, zeigen beispielsweise die Xbox Live Arcade-Spiele. Doch derzeit hat die Raubkopie als vollständig funktionierende Demo noch einen zu großen Reiz in sich, eben gleich weiterspielen zu können. Da gibt es keine Kaufaufforderung mehr, die uns ins Gewissen reden könnte. Und das ist das eigentliche Problem: Hat man einmal die Vollversion als Raubkopie, animiert einen allerhöchstens noch die Seriennummer für den Online-Modus oder andere fehlende Features zum Kauf. Reine Offline-Spiele haben da also besonders schlechte Karten, werden allenfalls zufällig nachgekauft, wenn man sie Monate später auf dem Grabbeltisch sieht.

Raubkopierer sind pragmatische Geldsparer – nichts weiter

Meine Bitte an alle Raubkopierer da draußen: Bleibt bitte wenigstens ehrlich! Ich kann als Game Designer nachvollziehen, wenn einer sagt, dass er sich damit viel Geld sparen und einfach alles ausprobieren kann. Zumindest aus wirtschaftlicher Sicht ist das ein verständlicher Standpunkt. Illegal zwar, aber genauso ist schwarzfahren und schwarzsehen und kiffen illegal, und dennoch gehört es für viele zum Alltag. Wer ohne Raubkopien ist, werfe den ersten Stein. Und frage sich dann, ob er auch niemals schwarzgefahren ist, immer brav GEZ für alle Geräte bezahlt hat und noch nie an einem Joint genuckelt hat.

Fragt euch dann aber bitte auch ganz ehrlich, liebe Raubkopierer, welches Spiel ihr ohne die Möglichkeit, an eine Raubkopie ranzukommen, doch gekauft hättet. Dann könnt ihr den Schaden, den ihr anrichtet, tatsächlich beziffern. Ich kenne sogar Leute, die würden heute noch keine Xbox 360 besitzen, wenn es nicht die Möglichkeit gäbe, die Spiele dafür einfach kopieren zu können. Die von diesen Leuten nach zwei Jahren inzwischen legal erworbenen Spiele lassen sich zwar an einer Hand abzählen, aber immerhin: Manchmal ist ein wenig ja besser als gar nichts. So rum kann und darf man das auch mal sehen, wenn man es nicht als Rechtfertigung fürs Kopieren missbraucht. Im übrigen verstehe ich die besonders hoch erhobenen Zeigefinger mancher Moralapostel nicht. Wenn unter Entwickler-Kollegen Kopien ausgetauscht werden, und einer dann meint, er müsse seine Kollegen darauf hinweisen, dass sie sich ihren eigenen Arbeitsplatz kaputtmachen würden, dann darf man schon mal giftig zurückfragen: „Wieso? Das Spiel ist doch gar nicht von uns.“ Nach der ersten Reaktion (blöd aus der Wäsche gucken) ging es dem Moralapostel dann nur noch ums Prinzip und Überzeugung, nicht mehr um einen Dialog und Verständnis. In dieser Hinsicht sind mir wirklich beide Lager der Prinzipienreiter zuwider. Nein, es gibt keine Rechtfertigung für und schon gar kein Recht auf Raubkopien. Aber ja, es gibt nun mal Raubkopien und wir alle (naja, zumindest sehr viele) tun es.

Die doppelte Scheinheiligkeit: Raubkopierer machen es natürlich nicht aus finanziellen Gründen und Hersteller drohen legalen Kunden mit Piraterie-Preiszuschlag.

Ohne Raubkopien allerhöchstens 10% Mehreinnahmen


In Einzelfällen beträgt der Raubkopie-Anteil 95% und mehr.
Wenn beide Seiten ehrlich wären und die Daten und Fakten zusammentragen und nüchtern betrachten würden, dann wäre die Mär von der bösen, arbeitsplatzvernichtenden Raubkopie ebenso schnell gestorben wie der Heroismus und der Robin-Hood’sche Freiheitsgedanke, der mit dem Download angeblich einhergeht. Gesellschaftskritik durch Urheberrechtsverletzung? Also wirklich. Ganz ohne Folgen sind die Raubkopien sicher nicht, auch wenn der von Firmenseite genannte wirtschaftliche Schaden mesit vollkommen übertrieben ist. In einer Welt ohne Raubkopien dürften die interessantesten Produkte mit aller-allerhöchstens 10% Mehreinnahmen rechnen, und das finde ich schon hoch gegriffen. Umso absurder ist es, das ausgerechnet im Unter-5-Euro-Bereich auf dem iPhone die Rate der Raubkopien laut Entwickler Pinch Media mindestens 60% beträgt. In Einzelfällen beträgt der Raubkopie-Anteil sogar 95% und mehr, so etwa bei Fishlabs neuestem Rennspiel Rally Master Pro 3D am Erstverkaufstag.

Gleichzeitig gibt es Plattformen, die komplett frei von Raubkopien sind und dem App Store in grundlegenden Dingen ähneln. Und trotzdem alles andere als lukrativ sind. Ich denke dabei an die Xbox Live Indie Games, immerhin könnten die an geschätzte 10 bis 15 Millionen Xbox-Live-Mitglieder verkauft werden. Nur vier Indie-Games haben bislang Umsätzen jenseits der 50.000 US Dollar geschafft. Die meisten jedoch bleiben unter 5.000 US Dollar Umsatz. Davon kann nicht einmal ein einzelner Entwickler leben, geschweige denn ein Team. Die Gründe für diesen Misserfolg dürften im fehlenden Marketing und der Platzierung der Indie Games in einer Unter-Unterkategorie, aber vor allem im Umfeld zu finden sein: während im App Store aufgrund der Hardwarebeschränkungen und des offenen Systems sich Indie- und Internationale Entwickler auf Augenhöhe gegenüberstehen, müssen Xbox-Live-Indie-Entwickler zwangsläufig gegen die Arcade- und Vollpreistitel anstinken, und sehen im Vergleich dazu auch ziemlich alt aus. Demzufolge schaut man mal neugierig rein, testet ein paar Spiele an -- und kommt nicht mehr wieder.

Viele Entwickler sagen: "Piraterie geht mir am A.... vorbei!"

Meine Game-Designer-Kollegen, die ebenfalls für das iPhone entwickeln, sagen zu dem Thema Piraterie übrigens nur: „Piraterie? Interessiert mich nicht, geht mir am A... vorbei!“. Arcen Games, Entwickler von AI Wars, benutzen kein DRM, weil sie ihre ehrlichen Kunden nicht wie potenzielle Diebe behandeln wollen, nur um es den unvermeidlichen Raubkopierern etwas schwerer zu machen. Ähnlich halten es viele Indie-Entwickler und zeigen damit auch, was sie auszeichnet: gegen den Strom zu schwimmen.

Ich persönlich würde es gerne anders ausdrücken: Raubkopierer existieren nicht! Und zwar weil ich sie nicht als Teil des Marktes ansehe und somit in meinen Augen keine potentiellen Kunden sind. Ich werde als iPhone Entwickler trotzdem das Nötigste tun, um es den Raubkopierern nicht zu einfach zu machen. Denn wenn das iPhone eines zeigt, dann das: Es wird dort besonders stark kopiert, wo es besonders einfach ist. Fürs iPhone braucht man nämlich nur einmal eine Software installieren und ausführen – auf dem PC muss man schon mit (in der Regel trojanerverseuchten) Cracks und holländischen Installations-Anleitungen kämpfen, auf der Xbox 360 sogar seine Box öffnen, wobei die Garantie flöten geht und man Gefahr läuft, von Xbox Live ausgeschlossen zu werden. Während es auf dem iPhone mindestens 60% sind, wissen wir zwar über den PC wenig Einheitliches aber doch so viel, das Raubkopien vor allem dann eine negative Rolle spielen, wenn das Spiel noch vor dem Erstverkaufstag im Internet zum download bereit steht. Für die Xbox 360 wissen wir jedoch – wegen der angeblich 1 Million kürzlich gesperrter Konsolen – das die Rate der Modder wie auch schon bei der ersten Xbox bei vermutlich rund 3% liegt. Und die Playstation 3 hat gar keine Raubkopierer, da darf man auch gern mal laut nachdenken, warum ein System gänzlich ohne Raubkopien trotzdem nicht deutlich besser dasteht als der Konkurrent...
das Marketing und der Preis?

Raubkopien sind normal

Bei all dem Gezanke um die Bösartigkeit und Schlimmhaftigkeit von Raubkopien und Raubkopierern fehlt mir bisher von beiden Seiten die Aussage: Raubkopien sind doch normal. Nichts besonderes. Alltag. Bitte weitergehen, hier gibt’s nichts zu sehen und genau genommen endet mein Kommentar an dieser Stelle.

Zum Schluss aber noch ein paar Gedankenexperimente: Wie würde es sich wohl verhalten, wenn man zum Runterladen einer Raubkopie an die nächste Straßenlaterne gehen müsste, um die dort vorhandene Internetleitung anzuzapfen, weil man nur über deren Datenleitungen an Raubkopien käme? Oder wenn man seine Raubkopien nur noch beim Dealer am Hauptbahnhof bekäme, ab 23.00 Uhr? Oder wenn einem die Softwareindustrie jedes Jahr einen Brief schicken würde, um seine Angaben zu den im Haushalt vorhandenen spielfähigen Computern und Spielkonsolen zu aktualisieren?

Raubkopien existieren einfach, sie sind lästig, jeder wünscht sie sich weg – dabei sind sie ein Bestandteil jeden Softwaremarktes. Also müssen wir mit ihnen leben. Gelegentlich haben sie auch ein paar positive Effekte, ohne das man darüber jetzt Arien singen möchte: ohne sie bekämen bestimmte Produkte oder Personen ein paar News/Interviews weniger, ohne sie wäre der Online-Vertrieb von Spielen nicht so stark vorangetrieben worden, ohne sie hätte ich diesen Artikel nie geschrieben. Und ohne sie würde es euch nicht in den Fingern kribbeln, die vollkommen unlogischen Schlussfolgerungen meinerseits in einem Kommentar aufzudecken. Nur zu!

Autor: Steffen Itterheim (www.steffenitterheim.de)

Abfuehrung
SirDalamar 14 Komm-Experte - 2035 - 23. Dezember 2009 - 21:50 #

"welches Spiel ihr ohne die Möglichkeit, an eine Raubkopie ranzukommen, doch gekauft hättet"
Nun ja, ich habe alle meine Raubkopien gelöscht und durch gekaufte Versionen ersetzt. Und das schon vor (recht vielen) Jahren. Genauso sieht's bei Musik aus: Was ich früher unrechtmäßig besessen habe, steht jetzt in meinem Regal. Das liegt aber nicht an meiner übermäßig moralischen Ader - ich bin einfach leidenschaftlicher Sammler (wobei ich mir deutlich mehr Musik als Spiele kaufe).
Manche Punkte sind vom lieben Herrn Itterheim etwas stark überzeichnet worden, aber trotzdem kann ich bei vielen Punkten zustimmen.
Was am Ende für mich persönlich übrig bleibt: Es gibt kaum noch Demo Versionen, und ich kaufe mir immer weniger Spiele. Daran sind die Entwickler selber schuld, denn früher hat mich so manche Demo geködert. Da ich aber weder viel Zeit noch viel Geld habe, verlasse ich mich oft auf die gehypten Spiele und die durchschnittliche Meinung der Presse. Probespielen kann ich ja fast gar nichts mehr.

Loco 17 Shapeshifter - 7983 - 23. Dezember 2009 - 22:01 #

Sehe ich ähnlich, die Entwickler kümmern sich nicht merh um Demoversionen nur noch wenige Firmen machen wirklich Bugfixing und Qualitätssicherung (Als beispiel mal Bioware denen man "fast" blind vertrauen kann, obwohl sie in letzter Zeit (seit ea) immer schlechter bzw. unfertiger werden) Dazu kommen dann noch Debakel wie ein GTA4 oder ein Gothic 3 welche schlichtweg unverschämt sind. Spiele sind zu teuer, zu unfertig, man kann sie nicht testen magels Demo usw. usw. Auch mich haben damals die einen oder anderen Demos dazu gebracht Spiele doch zu kaufen gerade auch bei spielen die man eher nicht anschauen würde aber durch langeweile und die Demo dann doch mal ansah. Als FAZIT: Die Hersteller kümmern sich zu wenig um das Produkt sondern kloppen nur noch alles lieblos auf den Markt um Geld zu scheffeln, SO funktioniert das aber leider nicht bzw. nicht auf lange Sicht.

GamingHorror Game Designer - 968 - 29. Dezember 2009 - 23:36 #

Hier liegt das Problem im immer härter umkämpften AAA Markt. Diese Spiele (und damit die Spieler) werden immer anspruchsvoller und nach und nach gehen daran Firmen zugrunde, die aus verschiedensten (aber meist eine Kombination mehrerer) Gründe es nicht mehr fertigbringen, die nötige Qualität zu liefern. Eins der Hauptprobleme sind natürlich steigende Komplexität sowohl vom Spiel (und auch bei der Demo-Erstellung) als auch von den Firmenstrukturen, da man ja auch immer mehr Mitarbeiter beschäftigt.

Der Spielemarkt geht klar in Richtung Service-Games (MMOs, Webgames & starke Multiplayer-Titel) - wo Raubkopierer interessanterweise wenig ausrichten können - oder aber casual games, die die Raubkopierer nicht interessieren. Ich denke das sich in 10 Jahren das "Raubkopieren" zwangsläufig zu einer Nischentätigkeit entwickeln wird. Sowas wie Mass Effect und Fallout 3 werden wir dann vergebens als reinen Offlinetitel suchen, selbst wenn man es vorzugsweise weiterhin alleine spielt.

zegge 14 Komm-Experte - 2217 - 23. Dezember 2009 - 22:04 #

Gut geschriebener, meiner Meinung nach schlüssiger Artikel. Bei mir schließt sich Raubkopieren schon aus, wegen des Sammler-Aspekts, sehe halt gerne die Packungen im Regal stehen.
Und wenn man sich weniger Spiel kauft, kann man sie viel länger genießen, anstatt jeden aktuellen Titel sofort zu haben.
Alles in Allem sollten die Entwickler nicht die Käufer durch DRM oder sonstiges bestrafen, sondern eher die Raubkopierer mit Online-Features oder Ähnlichem dazu locken, das Spiel zu kaufen.
Das alles steht schon im Artikel, aber ich wollts auch mal selber sagen :D
Zeigt nur, dass du mir aus der Seele sprichst !

bam 15 Kenner - 2757 - 23. Dezember 2009 - 22:10 #

Guter Kommentar. Ich denke dass das Thema Raubkopien hier (für einen Kommentar) sehr umfassend dargestellt wurde ohne irgend einem Lager (pro/contra) zu verfallen.

Persönlich kann ich dazu nur sagen, dass ich niemanden kenne der nicht schonmal in irgend einer Art raubkopiert (der Begriff hat sich einfach eingebürgert) hat. Es gehört einfach zu digitalen Medien und das lässt sich eben auch nicht ändern.

Aus Produktionssicht haben digitale Medien aber eben auch Vorteile die die Industrie gerne vorenthält oder für selbstverständlich nimmt. Im Gegensatz (hier bezieh ich mich auf die Daten, nicht auf die Datenträger) zu "herkömmlichen Produkten" gibt es z.B. keinen Produktionsauschuss, in der Regel keine fehlerhaften Produkte die vom Kunden umgetauscht werden, keine Notwendigkeit für großartige Garantie-/Gewährleistungsumtäusche und viele andere Kosten die physische Güter betreffen, Produktionskosten sind fast reine Entwicklungskosten (Kosten für Datenträger oder dem digitalen Vertrieb sind verschwindend gering), somit kostet jede weitere Kopie praktisch nichts: Gewinne sind theoretisch unbegrenzt möglich ohne große neue Kosten auf sich zu nehmen.

Digitale Medien ist nicht die eierlegende Wollmilchsau, die einem Unternehmen quasi unbegrenzte Vorteile verschafft. Die Nachteile bzw. nicht wünschenswerte Eigenschaften - Raubkopien - kommen quasi mit dem "Territorium" und damit muss man leben. Letztendlich haben Entwickler damit wohl auch weniger Probleme als die Publisher bzw. Manager welchen der Markt der Computerspiele eher fremd ist.

GamingHorror Game Designer - 968 - 29. Dezember 2009 - 23:44 #

Produktionsausschuss: schon so mancher Gold Master wurde versehentlich mit der Beta-Version bedruckt oder hatte andere schwerwiegende Fehler, was eine Rückrufaktion zur Folge hat.

Fehlerhafte Software kann vom Kunden hierzulande gar nicht erst umgetauscht werden. Datenträger sind vom Umtausch ausgeschlossen. Da kann man höchstens auf Kulanz des Händlers hoffen. In Amerika geht das aber!

Ansonsten hast du Recht, mein Eindruck ist auch das die Entwickler sich an den Raubkopien weniger stören als die, die letztlich die DVD in den Laden stellen, also der Publisher. Die kriegen das in den Bilanzen direkt zu spüren (meinen sie zumindest).

Sephix 13 Koop-Gamer - 1452 - 23. Dezember 2009 - 22:09 #

Als ich gelesen habe, dass ein Artikel zu dem Thema erscheint, war ich ziemlich skeptisch, da immer mit dem Unwort Raubkopie um sich geworfen wird und kaum einer kapiert, wie sinnfrei dieses Wort ist. Nach dem Lesen sind die Bedenken dahin.

Ein gelungener Artikel, bei dem ich viele Punkte der Meinung doch Teile.
Auch schön, dass so etwas mal jemand aus der Branche schreibt und es eben nicht mit Hassparolen gegen Schwarzkopierer füllt ;)

Ich selbst hab früher (zu PlayStation 1-Zeiten) auch viel kopiert (fast ausscließlich), seit Jahren kauf ich mir alle Games, die mich interessieren – auch alte Kopien wurden und werden gegen Originale ersetzt. Dauert zwar immer länger, bis ich die dann wirklich habe, aber umso schöner, wenn sie dann endlich im Regal stehen.
Bis vor einer Weile hab ich auch noch mein R4 aufm DS genutzt, um die Games anzutesten. Da hab ich mir viele Fehlkäufe erspart, aber auch einige Perlen entdeckt. Mittlerweile ist nur noch Homebrew auf der Karte, da haben auch die Demos im Nintendo Kanal ihren Teil zu beigetragen.

General_Kolenga 15 Kenner - 2835 - 23. Dezember 2009 - 22:12 #

Sehr schöner Artikel! Trozdem würde ich in einem, meiner Meinung nach sehr zentralem, Punkt widersprechen: Raubkopierer sind sehr wohl potentielle Kunden!
Beispiel: Tim wartet seit einem halben Jahr auf Spiel X. Spiel X erscheint! Endlich! Nun könnte Tim Morgens in die Stadt fahren, für 50€ das Spiel kaufen und wieder heimfahren. Dann könnte er das Spiel spielen. oder es über eine Downloadplattform downloaden, das dauert und es kostet ebenfalls 50€. Er könnte es aber auch raubkopieren, da bezahlt er keinen Cent und ist ratz fatz fertig. Ich glaube, dieser Aspekt ist etwas vernachlässigt- es kostet nicht nur nichts, es geht auch schneller und man muss nicht das Haus, nicht mal seinen Schreibtischstuhl, verlassen(gut, das muss man bei zB Steam auch nicht, aber das kostet Geld und dauert länger als eine Raubkopie).
Es ist eben so viel einfacher, bei Langeweile oder plötzlich aufkeimender Spielelust nicht in den Laden zu rennen und auch kein Geld zu ezahlen, sondern einfach mal raubzukopieren.

Traurig, aber wahr.

GamingHorror Game Designer - 968 - 29. Dezember 2009 - 23:56 #

Ich glaube ich verstehe was du sagen willst, beschreibst aber genau warum ich Raubkopierer eben nicht als Kunden ansehe. Es ist eben zu bequem, einen Tag früher draussen, usw.

Wenn ich jetzt zufällig der Entwickler des einen Spiels (von 4) bin die sich besagter Kunde im Jahr kauft und den Rest nur kopiert, bestätigt diese Ausnahme doch eher die Regel. Wenn er 4 Spiele kauft aber 40 kopiert, dann ist dieser Kunde nur noch ein 10-prozentiger Käufer ums mal so zu sagen. Sprich: die Wahrscheinlichkeit, das er mein Spiel kauft, liegt bei 10% und damit so gering das ich ihn nicht mehr als Käufer ansehen kann. Wenn er es doch kauft muss man es als Bonus ansehen aber es gibt ganz andere Dinge die viel grössere Schwankungen auslösen können, sei es eine schlechte Wertung in einem bekannten Magazin oder ein Youtube Video das plötzlich jeder wie blöde verlinkt und das Produkt erst bekannt macht.

Die Chance zu erhöhen das ein gelegentlich kaufender Raubkopierer auch tatsächlich kauft, geht in erster Linie über eine herausragende Qualität und am besten verbunden mit Online-Modi die zum Spiel passen und in der Raubkopie nicht funktionieren werden. Wenn man die Möglichkeit nicht hat kann man die Raubkopierer auch einfach als nicht existent ansehen. Es gibt trotzdem genug ehrliche Käufer, man muss sich nur im Klaren sein das der Spielemarkt ein hart umkämpfter Markt ist und ganz andere Dinge für den Erfolg wichtig sind als sich über Raubkopierer allzuviel Gedanken zu machen.

Stefan1904 30 Pro-Gamer - P - 128500 - 23. Dezember 2009 - 22:18 #

Was in diesem Zusammenhang interessant wäre: Würde der von der Spieleindustrie gewünschte Wegfall des Gebrauchtmarktes die Anzahl der Raubkopien eher erhöhen oder nicht?

bam 15 Kenner - 2757 - 23. Dezember 2009 - 22:57 #

Ich bezweifel, auch wenn ich keine genauen Zahlen habe, dass der Gebrauchtmarkt überhaupt großen Einfluss auf den Gesamtmarkt und ebenso auf die Raubkopien hat. Wenn man den Gebrauchtmarkt auf Tausch und Verkauf im Internet sowie Läden wie Gamestop begschränkt, dann wird die Rate da nicht sehr groß sein.

Das kann man nämlich an den Verkaufszahlen ablesen. Spiele verkaufen sich (ähnlich wie Filme oder Musik) mengenmäßig zum Großteil in den ersten Wochen nach der Veröffentlichung. Selbstverständlich "boomt" der Gebrauchtmarkt erst einige Zeit nach Release, weil eben dann erst Erstkäufer das Spiel gespielt haben und zum Verkauf anbieten. Somit kollidiert der Gebrauchtspielmarkt kaum mit den anfänglich wichtigen Verkaufszahlen.

Mit den Raubkopien verhält es sich eben ähnlich zum Normalverkauf. Ist ein Spiel gerade draußen ist die Nachfrage am höchsten, auch auf dem "Raubkopiermarkt" und nimmt eben stetig ab.

Tendenziell denke ich nicht, dass sich die Anzahl der Raubkopien erheblich steigern würde, auch wenn man das nur schwer messen kann.
Käufer von Gebrauchtspielen sind immernoch Käufer und müssen das jeweilige Produkt nicht bei Release haben. Diese können also ebenso auf erste Budgetversionen warten, welche in den gleichen Preisregionen spielen. (Frühe Budgetversionen wären also das effektivste Mittel wenn man dem Gebrauchtspielmarkt entgegenwirken will)

Genauere Analysen wirds dazu wohl auch nicht geben, weil höchstens Läden wie Gamestop und Co. an den Zahlen interessiert sein werden. Die Publisher sind ja so oder so unberührt von den Gebrauchtspielkäufen und -verkäufen.

Stefan1904 30 Pro-Gamer - P - 128500 - 23. Dezember 2009 - 23:39 #

Aber GameStop soll in den USA den größten Umsatz mit Gebrauchtspielen machen und nicht mit Neuware. Da würde ich die Relevanz nicht unterschätzen.

Bratwurstbubi 05 Spieler - 58 - 24. Dezember 2009 - 1:04 #

Richtig und erste Reaktion darauf seitens der Publisher konnte man jetzt bei Dragon Age sehen. Der zusätzliche NPC ist nur für Erstkäufer kostenlos, Gebrauchtkäufer müssen ihn für 15$ nachkaufen.

DRM und Installationsbeschränkungen gehen in die selbe Richtung. Vordergründig werden zwar die Raubkopierer genannt, tatsächlich gehts aber gegen den Gebrauchtspielemarkt, denn das DRM und Kopierschutz gegen Kopien nichts bringen wissen die Publisher selbst, sone Beschränkung auf 3 Installationen, im "Optimalfall" noch mit Bindung an nen persönlichen Account, macht den ungeliebten Gebrauchtspielehändlern aber definitiv nen Strich durch die Rechnung, da solch ein Spiel nicht mehr ohne weiteres weiterverkauft werden kann.

In Deutschland/Europa ist der Gebrauchtspielemarkt noch nicht wirklich relevant, aber in Amerika hat ihn Gamestop fest in der Hand und macht damit Millionenumsätze. Und diese Umsätze würden die Publisher natürlich gerne ihn ihrer eigenen Tasche haben, was auch nachvollziehbar ist, da Gamestop letztendlich nen Parasit ist der sich an anderer Leute Arbeit bereichert.

Anonymous (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 16:54 #

Was heißt hier "Parasit"? Ein Gebrauchtwagenhändler oder ebay haben doch auch ihre Berechtigung, obwohl sie keine eigenen Waren produzieren? Man geht dorthin, weil man zu faul ist, selbst auf den Flohmarkt zu stehen und es zwischen Omas Stricksocken und gebrauchten Tassen zu verhökern. Wenn die Leute, nur weil sie zu bequem sind, lieber mit den Kleckerles-Beträgen von Gamestop zufrieden sind, selbst schuld. Niemand wird gezwungen dort zu verkaufen, aber viele scheinen mit dem Gegenwert zufrieden zu sein. Wenn die Software-Publisher auf einmal versuchen wollen, das zu unterbinden, dann arbeiten sie wieder einmal am Interesse des Kunden vorbei. Ich glaube nicht, daß alle Gebrauchtkäufer plötzlich zu Neukäufern werden, und ich glaub auch nicht, dass sie für den zusätzlichen Begleiter von Dragon Age die 15 € kaufen. Die warten eher auf die Game of the Year oder Ultimate Edition für 25 €. Dann sind auch die ganzen Bugs weitestgehend draußen und die Highend Hardware erschwinglicher.

Bratwurstbubi 05 Spieler - 58 - 25. Dezember 2009 - 20:39 #

Das "parasitäre" ist meiner Meinung nach der Umfang in dem sie daran verdienen, der mit dem Privatverkauf auf Ebay oder dem Autohändler um die Ecke nicht zu vergleichen ist.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 3. Januar 2010 - 0:14 #

Zumal die Gebrauchtwagenhändler natürlich ihre Ware in der Regel ordentlich einkaufen, von Jemandem, der das Auto vorab ordentlich erworben hat und Eigner des Fahrzeugs war, und nicht einfach ohne zu bezahlen irgendwoher "runterladen".
Ein Spiel gebraucht zu verkaufen ist ja mit Verbreitung von Schwarzkopien einer Software garnicht zu vergleichen.

bam 15 Kenner - 2757 - 24. Dezember 2009 - 3:16 #

Gamestop macht natürlich in den USA großen Umsatz mit Gebrauchtspielen, aber das ist nur ein minimaler Umsatz des weltweiten Gesamtmarktes. Da muss man immer aufpassen. Wirklich relevant ist der Gebrauchtspielemarkt nicht oder nur minimal. Sicherlich wird man versuchen diesen einzudämmen, aber Primärziel ist das nicht.

Bratwurstbubi 05 Spieler - 58 - 24. Dezember 2009 - 10:41 #

Gamestop hatte 2007 nur durch Gebrauchtspieleverkäufe nen Bruttoverdienst von 877 Millionen US-Dollar zu verzeichnen und das ist durchaus ne Hausnummer die die Publisher nicht ignorieren oder als "wenig relevant" einstufen werden.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 0:02 #

Richtig. Ich glaube kein Publisher mit Rang und Namen hat nicht einige Strategien am Laufen oder in Vorbereitung die aktiv den Gebrauchtmarkt eindämmen oder komplett umgehen sollen. Deswegen erfreuen sich u.a. auch die Webgames und solche Spiele, die eben mit Nutzergebundenem DLC arbeiten (MMOs und "Sammelspiele") grösserer Beliebtheit. Zumindest bei den Publishern.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 3. Januar 2010 - 0:19 #

Brutoverdienst ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungenauer Begriff. Umsatz oder Gewinn würden genauer beschreiben was Du meinst. Der Anteil vom Gesamtumsatz wäre interessant.

Anonymous (unregistriert) 23. Dezember 2009 - 23:59 #

Spiele verkaufen sich in der Budgetphase mindestens noch einmal so oft wie in der Vollpreisphase. Oder hat sich noch niemand gefragt, wie ein Kackprogramm wie Dungeon Lords auf über 1,5 Millionen verkaufte Exemplare gekommen ist? Das sind die Grabbeltischeangebote und Heft-DVDs der Magazine. Auf genau diesen Markt zielen die Unternehmen mit ihren restriktiven Nutzungsbedingungen ab, auf den sogenannten "long tail". Das Google-Prinzip ist langsam auch bei den eingesessenen Unternehmen durchgesickert und man erhofft sich auch über langfristige Verkäufe wenigstens ein paar Dollar zu verdienen. Interplay betreibt das seit Jahren übrigens recht erfolgreich.

bam 15 Kenner - 2757 - 24. Dezember 2009 - 3:33 #

Das mag für manche Spiele gelten, aber nicht im Durchschnitt und schon gar nicht bei den Megasellern.

Ich kann da gern mal ein paar relevante Spiele rausgreifen, die Daten sind von vgchartz.com

Beispiel 1: Modern Warfare 2 (Xbox 360)
Verkauft sich in Woche 1 4,9mio. mal; Woche 2 830.000; Woche 3 626.000; Woche 4 385.000; Woche 5 453.000 (Weihnachtsgeschäft).
Die Tendenz ist also stark abnehmend.

Beispiel 2: Infamous (PS3)
Woche 1 275.000; Woche 2 146.00; ... ; Woche 10 27.000
Tendenz ebenso stark abnehmend.

Beispiel 3: Mass Effect (Xbox 360)
Woche 1 394.000; Woche 2 271.00; ... ; Woche 10 35.000
s.o.

Das sind nur ein paar Beispiele, diese Entwicklung ist aber die Regel. Die ersten Wochen machen Prozentual in den meisten Fällen die überwiegende Masse des Umsatzes aus.

Längerfristig sinkt der Verkaufspreis und selbst mit zeitweise ansteigenden Verkaufszahlen sinkt der Umsatz unaufhaltsam.
Sicherlich lassen sich durch viele Aktionen wie: Budgetversionen, Spieleheftbeilagen, Collections usw. noch Geld verdienen, aber das große Geld macht man damit eben nicht. Die Aussage dass man damit aber nochmal soviel Geld verdient wie in den ersten Wochen ist einfach nicht richtig.

Wie oben schon erläutert kollidieren Raubkopien und Gebrauchtspielemarkt nur schwach, da die Verbreitung der Raubkopien und das runterladen dieser mit den Verkaufszahlen korrelieren.

Anonymous (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 16:43 #

Ich sagte nicht, dass sie sich umsatzmäßig nochmal so oft verkaufen, sondern mengenmäßig. Ich glaube nicht, dass die ganzen Gebrauchtkäufer dadurch plötzlich zu Neukäufern werden. Die Rechnung ist genauso Banane wie der mit der Raubkopie = nicht verkauftes Original. Die Leute gehören eher zu den Budgetkäufern.

Modern Warfare halte ich für das falsche Beispiel, denn das Spiel mit dem besten Verkaufsstart aller Zeiten ist sicherlich nicht repräsentativ. Interessanter wäre beispielsweise Max Payne 2, das es immer noch in der Softwarepyramide gibt, oder die ganzen Titel aus der Green Pepper Edition. Jörg hatte einmal einen interessanten Titel in seinem Blog zum Thema Budgetmarkt.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 0:07 #

Dungeon Lords ist übrigens ein prima Beispiel für ein Spiel, das in aller Munde ist/war - viele hunderttausend habens wohl runtergeladen - aber kaum einer spielte es mehr als nur "an". Die Server waren soweit ich mich damit befasst habe bis auf 5-10 andere Spieler verwaist. Das mag vielleicht auch mit den Qualitätsmängeln zusammenhängen, vermutlich wurde das Spiel aber einfach "zu gut" beworben ohne das es die nötige Substanz hatte Spieler auch zu binden.

Neon 09 Triple-Talent - 335 - 24. Dezember 2009 - 7:29 #

Ohne den Gebrauchtmarkt würde der Erstverkauf aber länger auf höherem Niveau bleiben. Insofern ist gerade die Tatsache, dass sich so viele Spiele in den ersten Wochen nach Release verkauft werden ein Argument für die Bedeutung des Gebrauchtmarktes, nicht dagegen.

bam 15 Kenner - 2757 - 24. Dezember 2009 - 11:46 #

Dazu müsstest du aber irgendwelche Zahlen haben, die da signifikante (!) Verkäufe belegen. Ich habe jedenfalls keine Zahlen zum Gebrauchtspielemarkt. Wenn man aber gängige und logische Annahmen zu rate zieht, dann ist ja wohl klar, dass sich die Spieleverkäufe identisch ohne Gebrauchtspielemarkt entwickeln würden: Nämlich ein stetiger Negativtrend für das Produkt.

Die Frage ist natürlich ob der Gebrauchtspielemarkt wirklich signifikant Spieleverkäufe hemmt. Ich persönlich bezweifel es eben. Man müsste nurmal die Anzahl der Gesamtverkäufe mit der Anzahl der Tausch- und Gebrauchtverkaufgeschäfte vergleichen; die Anzahl großer Gebrauchtspieleketten ist allerdings relativ klein im Vergleich zu normalen Verkaufsläden was eben darauf schließen lässt dass der Gebrauchtspielemarkt prozentual relativ klein ist.

Neon 09 Triple-Talent - 335 - 24. Dezember 2009 - 7:25 #

Erhöhen natürlich. Aber das ist aus Sicht der Industrie natürlich nicht der Punkt. Die fragt sich: erhöhen sich dadurch unsere Einnahmen? Und diese Frage ist wohl zu bejaen.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 23. Dezember 2009 - 22:34 #

Sehr gut.
*Daumen hoch!*

Lightning (unregistriert) 23. Dezember 2009 - 23:48 #

Sehr guter Kommentar. Ich kann mich der Meinung (fast) vollständig anschließen. Möchte aber noch etwas in den Raum schmeißen. Hab zu meiner Schulzeit min (!) 8 Stunden vor dem PC gehockt und hatte die Spiele extrem schnell durchgespielt und brauchte dringend Nachschub hatte aber nicht genug finanzielle Mittel ! Also Kopien aufm Schulhof getauscht (DSl hatte kaum einer). Heute habe ich genug Geld und bekomme noch, gerade momentan, z.B. von Steam oder Pyramide sehr gute Spiele hinterher geworfen (wirklich!) Allerdings fehlt mir jetzt die Zeit, da man durch Arbeit u.a. genug beschäftigt ist. Ich "raubmord-kopiere" auch keine Musik mehr sondern besorge mir lieber qualitativ hochwertige im Original (Download oder im Handel). Die Zeiten ändern sich !

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7766 - 23. Dezember 2009 - 23:50 #

Ich lese jetzt schon öfter von "Pinch Media" und dem 90% Raub. Ich glaube Boris hatte dazu auch schon einen extra Psalm abgelassen der auch gut Kommentiert wurde, aber um auf "Pinch Media" zurückzukommen: Bei TapToPlay, die haben mehr ahnung von dem Apps Zeugs als meiner einer, haben sie sich auch gedanken gemacht und da wird dann diese Exorbitante %zahl etwas zusammen gestaucht.

Wer mag, lese hier: http://www.taptoplay.de/2009/12/11/piraterie-im-appstore-ein-phantomproblem/

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29370 - 24. Dezember 2009 - 0:23 #

Steam (als brachenvertretendes Beispiel genannt) verringert Schwarzkopien! Das ist meine Aussage zum Thema. Wer ein Spiel flott haben will und es sich leisten kann, lädt es sich bei Steam. Keine Suche nach Cracks, keine Serial-Probleme, funktionierender Onlinemodus, Patches funktionieren auch und man kommt genauso schnell an das Spiel, als wenn man es sich bei bösen Plattformen illegal herunterlädt. Oft sogar schneller, wenn ich mich an lange vergangene Bittorrent-Zeiten erinnere (warum zur Hölle hat NIE jemand das letzte Prozent der Datei? ;)).

Vidar 18 Doppel-Voter - 12064 - 24. Dezember 2009 - 1:23 #

naja heutzutae geht auch viel über rapidshare und co ein premacc kostet sehr wenig und hat man es genauso schnell wenn man wirklich will...
Patches und support stimmt natürlich...

zT....das man grade auch ohne kopierschutz erfolgreich sein kann sah man an Sins of a Solar Empire... kein einzigen kopierschutz und nach kurzer zeit ne halbe millionen abgesetzt (auf Pc wohlgemerkt)
Raubkopiererei darf man nicht untern tisch kehren und nicht unterschätzen aber schuldig machen sollte man ihn auch nicht!
bestes beispiel Crytek angeblich hat sich crysis und co wegen der raubkpierer überhaupt nicht verkauft und dennoch können sie millionen in neue studios (einkäufe) investieren... da liegt doch auch iwo ein fehler... glaube teilweise wirds schlimmer geredet als es wirklich ist...

dennoch kauft eure spiele ned downloade

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 3. Januar 2010 - 0:25 #

"bestes beispiel Crytek"
Machst Du denen jetzt nen Vorwurf, daß sie trotz geringer Einnahmen Millionenbeträge investieren? Sowas zeugt aber doch beim besten Willen nicht von gewaltigen Eigenkapital-Ressourcen, sondern nur davon, daß Crytek mit seinen Produkten und den Vermarktungsprognosen die kreditgebenden Banken überzeugt hat!

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2199 - 24. Dezember 2009 - 12:38 #

Mit Rapidshare Premiumaccount hat man es noch schneller, Cracks sind bereits auf den Images vorhanden...und man muss Steam nicht starten xD

Rondrer (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 14:07 #

Wieso noch schneller? Also ich sauge von Steam idR (mal ausgenommen von großen Rabattaktionen wie im Moment, bei denen der Downloadspeed bei den populären Spielen doch ziemlich einknickt) immer mit fullspeed (16Mbit). Schneller kann das auch über illegale Quellen nicht gehen. Und dann muss ichs bei Steam nicht auchnoch entpacken, installieren etc.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 0:17 #

Bei Steam kaufe ich allerdings keine Vollpreistitel mehr, zumal ich am PC de facto nicht mehr spiele. Ich hab mir mit dem Warhammer 40k für 50€ die Finger verbrannt. Nach 3 Missionen hatte ich genug von dem Spiel - musste dann aber feststellen das ich es weder zurückgeben noch weiterveräussern kann. Da ich mich mit Steam nie so bewusst befasst habe hat mir das die Augen geöffnet. Hätte ich stattdessen wie üblich bei Amazon bestellt und 1-2 Tage gewartet, hätte ich nach dem eBay Verkauf vermutlich nur 10€ in den Sand gesetzt.

Solange ich bei Steam ein Spiel nicht innerhalb von 3 Tagen nach dem Kauf wieder "zurückgeben" kann werde ich das nicht mehr für Titel, die auch im Laden stehen, nutzen.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 3. Januar 2010 - 0:22 #

Darum bevorzuge ich bislang auch (gern hochwertige) Verpackungen mit Spiel und ggf. schönen Beilagen.

Anonymous (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 0:23 #

Wunderschöner Artikel - vielen Dank!

Ich halte Schwarzspieler auf dem iPhone für ziemlich naiv.
Software auf einem Gerät, das per Definition dauern mit dem
Internet verbunden ist, kann sehr einfach prüfen, ob
auf dem Gerät eine unlizensierte Version läuft.
Man stelle sich einmal vor, die Geräte würden alle
gesperrt, oder der Preis des Spiels (zur Strafe der
doppelte Preis!) wird mit der nächsten Telefonrechnung
abgebucht.
Auf dem iPhone schwarzspielen, ist wie Schwarzfahren im
Taxi - das kann nicht funktionieren. Und beim iPhone
hat man dem Taxifahrer die Personalien oder die Kreditkarte
schon vor Fahrtantritt geben - da hilft es nix auch noch
so schnell wegzurennen ...

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 0:23 #

Das iPhone ist nicht permanent mit dem Internet verbunden, noch baut es selbsttätig eine Verbindung auf (das muss die App veranlassen) und es gibt auch kein gemeinsam genutztes Netz wie Xbox Live über das sich einfach feststellen liesse ob das Gerät verändert wurde.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 3. Januar 2010 - 0:28 #

Da sollte Apple aber vielleicht dran arbeiten, um den Entwicklern das iPhone künftig als eine noch bessere Vermarktungsplattform zu verkaufen. Und ich glaube das ist das iPhone ganz primär. ;)

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24906 - 24. Dezember 2009 - 2:53 #

Eine wirklich guter "Meinung", vor allem von einem "Betroffenen". Erfreulich, dass mal mit dem Mythos "böse Raubkopierer machen Entwickler kaputt" aufräumt.

Mir fehlt allerdings bei den ganzen Betrachtungen immer ein bisschen die Ungerechtigkeit, die zwischen den Käufern und nicht-Käufern entsteht. Ich meine, grundsätzlich ist mir ja relativ egal, wenn EA das Geld für eine Raubkopie fehlt, die hätten's eigentlich sowieso nicht anders verdient. Gut, es geht auch um die Entwickler, die Herzblut in ihr Spiel gesteckt haben und auch davon leben möchten, aber dieser Aspekt verliert dank der Praktiken vieler Publisher an Relevanz. Wenn man betrachtet, dass einige Studios zum "Dank" für ein gutes Programm gleich mal geschlossen werden...

Trotzdem stören mich Raubkopien sehr. Aber eben nicht, weil den Publishern das Geld fehlt. Sondern weil mir das Geld fehlt - Geld, was ich für das Programm bewusst ausgegeben habe, um das Recht zu bekommen, es nutzen zu können. Und 50 Euro sind nicht wenig, schon gar nicht für gering/ gar nicht Verdiener.
Dann sehe ich, wie das Programm eigentlich auch jeder andere nutzt. Ohne zu bezahlen selbstverständlich. Das sieht für mich dann in etwa so aus: Jeder hat die Möglichkeit, das Spiel zu spielen - aber nur ein paar wenige (unter anderem ich) sind dumm genug, dafür Geld zu bezahlen.
Mit Gerechtigkeit hat das nichts mehr zu tun.

Mein Gegenüber, der Schwarzspieler, hat in dem Fall nämlich noch 50 Euro in der Tasche. Und kann davon zum Beispiel ein paar mal ins Kino gehen. Wobei er das vielleicht auch "schwarz" erledigt. Oder er fährt jemanden besuchen. Wobei - hier könnte er auch schwarz fahren.
Fakt ist: Mein Gegenüber hat noch einen ganzen Haufen mehr Geld in der Tasche als ich, wenn wir von gleich wenig Anfangskapital ausgehen. Er hat das gleiche Spielerlebnis wie ich - und 50 Euro mehr. Da kann er schon ordentlich von Feiern gehen - während ich daneben stehe und leer ausgehe.

Ich sehe daher Raubkopierer (oder Schwarzspieler) durchaus als gesellschaftliches Problem an - wieso müssen die nicht zahlen und bekommen das gleiche wie ich, während ich dafür 50 Euro hingelegt habe? Und wieso ist sich dessen niemand bewusst?
Schon das ist für mich als ehrlicher Käufer ein Grund, etwas gegen Raubkopierer zu haben.

Schwarzspieler verhalten sich nicht in erster Linie herablassend den Entwicklern/ Publishern gegenüber, sondern den ehrlichen Käufern - ihren Mitmenschen und Freunden - gegenüber.
Und ich sehe schon den ersten, der dann meint "Wieso sind wir herablassend, wenn DU doch so dumm bist, dafür Geld zu bezahlen?!"...

Allerdings bedeutet das für mich auch, wenn ich an so einem Punkt stehe, dass ich äußerst empfindlich gegenüber diversen Fiesheiten der Publisher gegenüber ehrlichen Kunden bin. Hey ihr Tölpel, wacht mal auf! ICH bin so dumm und ZAHLE GELD für euch. Und ihr habt jetzt nichts besseres zu tun, als euch nicht um meine Probleme zu kümmern? Mir einen idiotischen Kopierschutz vor die Nase zu setzen? mich mit Aktivierungen und Freischaltungs-Betteleien zu nerven?
Unter den Umständen brauche ich nicht mehr lange, bis es für mich heißt:
"Na danke, nächstes mal fahre auch ich schwarz."

.

Das wäre, als würde GG sagen "Wir haben ein tolles Abo. Die Werbung wird dabei natürlich verdoppelt. Außerdem dürft ihr nur noch 2 mal am Tag hier vorbeischauen. Und die Videos müsst ihr euch erst übers Telefon bei unserem Support freischalten lassen, der für euch jederzeit am Mittwoch zwischen 7 und 9 Uhr erreichbar ist".

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 0:25 #

Gut gespro... geschrieben!

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 3. Januar 2010 - 0:38 #

Ich beziehe mich hauptsächlich auf Deinen zweiten Absatz wenn ich ich sage: Ich bin da nicht ganz überzeugt. Die Entwickler machen doch Abkommen mit Publishern WEIL sie hoffen vom professionellen Netzwerk eines starken Publishers so weit zu profitieren, daß sie vom Absatz ihres Produkts leben können. Und grad EA steht in dem Ruf ein sehr fähiger und leistungsstarker Partner für die Entwickler zu sein. Für diesen Ruf hat grad EA in den vergangenen Jahren und Monaten viel getan.
Wenn Du jetzt sagst, Du unterstützt EA nicht und das damit begründest, daß EA Stellen gestrichen und Studios geschlossen UND vll noch in den letzten zehn Jahren(!) eine miese Produktpolitik gemacht hat (was ja auch stimmt und woraufhin EA seinen Kurs geändert hat), dann bestrafst Du letztlich doch genau die Entwickler und Studios, die auf EA angewiesen sind.
Die Verantwortung dafür, ob ich und Du als ehrliche Kunden vom Kopierschutz und sonstigen Umsatzsicherungsmaßnahmen genervt sind, liegt ursächlich nicht bei Hersteller und Publisher sondern bei den PIRATEN!
*ay!*

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24906 - 3. Januar 2010 - 23:16 #

Darum, ob ich irgendwelche Produkte boykottiere geht es ja nicht. Ich wollte nur betonen, dass es mir relativ egal ist, wenn große Publisher wie z.B. EA unter Raubkopien leiden - denn die haben es zum Teil nicht besser verdient mit dem, was sie mit den Produkten oder ihren Mitarbeitern machen. Man beachte: zum Teil ;)

Die Bindung zwischen Publisher und Entwickler ist für Entwickler meiner Ansicht nach nur deshalb wichtig, weil ein Entwickler nicht die finanziellen Möglichkeiten hat, das Produkt überhaupt bis zur Veröffentlichung zu bringen - das Veröffentlichen selbst wird in unserer Zeit immer "leichter", da das Internet vergleichsweise wenig aufwändig ist.

Aber das führt ein bisschen weit weg vom Thema und von dem, was ich eigentlich sagen wollte, das war nur ein kleiner Einschub ;)

Patrick 15 Kenner - 3955 - 24. Dezember 2009 - 5:36 #

Ich denke es ist Teil eines Zyklus. Jeder, der ein Hobby intensiv betreibt, will keine Unsummen ausgeben.
Das macht man eine Zeit und dann schafft man es nicht mehr, findet legale Alternativen oder lässt das Hobby ganz sein.
Aktiv wird zum Glück auch eher gegen die großen Fische vorgegangen. Allerdings habe ich nichts für die Leute übrig, die es sich leisten können und jeden kram Kopieren. Seien es Filme oder Spiele. Man schaut sich eh nicht alles an was die Leitung hergibt. In meinem Freundeskreis ist es leider traurige Realität, dass sie ihre Konsolen als erstes mit Chips ausstatten. Moralisch kommt man dann in einen Engpass, zum einen möchte man mit den Kumpels zocken und hat auch dabei Spass aber zum anderen weiß man, dass es eben illegale Kopien sind.
Ich hoffe, dass ändert sich bald - zumindest im Freundeskreis.

Der letzte Gedankengang: Was am Schlimmsten ist und was eigentlich der Tot einer jeden Firma sein sollte: Seriennummern, unnötige Registrierungen und Onlineabfragen. Niemand will unter Generalverdacht gestellt werden. Ich kann es auch nicht leiden, wenn die Kontrolleure in Zivil in den Öffentlichen zugange sind.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2199 - 24. Dezember 2009 - 12:47 #

Zumal der Kopierer mitlerweile Keygeneratoren mitbekommt die ihre Keys direkt ins Abfragefenster eintragen.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 0:31 #

Bei vielen Hobbies entwickelt es sich doch so, das man bei tieferer Kenntnis der Materie sich entweder in zwei Richtungen entwickelt:

1) man wird zum Pro und kauft verstärkt Qualtitätsware die ihren Preis hat aber dafür kaum Wünsche offen lässt
2) man wird erfinderisch, bastelt mal was selber, tauscht sich mit anderen aus wo es was günstig gibt, sucht auf ebay, usw.

Oder eine Mischung aus beidem, je nachdem wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen und um was es gerade geht.

Ich glaube 1) funktioniert bei Software nicht, weil es nicht von Spiel X mehrere Versionen verschiedener Hersteller gibt, es sei denn man betrachtet nur grob bestimmte Genres wie z.b. Multiplayer FPS. Einzige Ausnahme die aber auch nicht selten die Kunden verprellt: Special Editions mit Extra-Beilagen (die keiner braucht).

Und 2) führt letztlich zum Gebrauchtmarkt, Verleih und Raubkopien die den Publishern kein Geld in die Kassen spülen.

Anonymous (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 5:38 #

Bitte nicht GEZ-Verweigerer und Raubkopierer in einen Topf werfen. Erstere wollen einfach nicht für etwas bezahlen, das sie nicht bestellt haben und auch nicht benutzen. Das ist moralisch absolut vertretbar, "raubkopieren" dagegen nicht.

Anonymous (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 16:58 #

Wer keinen Fernseher, kein Radio, kein internetfähiges Handy und keinen Computer mit Internetzugang hat, der muss auch keine GEZ-Gebühr zahlen. Gesetzliche Regelungen sind eben der rechtliche Rahmen, ein Verstoß dagegen bleibt ein rechtlicher Verstoß.

Neon 09 Triple-Talent - 335 - 24. Dezember 2009 - 8:05 #

1. Ich kann die Behauptung nicht teilen, dass sich die Raubkopierer(*) nie oder fast nie legal Software kaufen würden, wenn sie nicht kopieren könnten. So lange nur ein Spiel kopiergeschützt ist und sie auf andere Spiele ausweichen können, mag das der Fall sein. Wären aber alle Spiele oder wenigstens die wichtigsten Blockbuster geschützt, sähe die Welt ganz anders aus.

Starke Indizien dafür gibt es immerhin haufenweise: Warum sind Konsolen so viel attraktivere Plattformen? hat der Erfolg von WoW (sogar in China!!!) vieleicht etwas damit zu tun, dass man das Spiel nicht gleichwertig illegal spielen kann? Warum hat die Musikindustrie durch Raubkopierer so viel Schaden genommen? Offensichtlich gab es vor der Prä-MP3-Ära noch mehr Menschen, die für deren Produkte Geld ausgegeben haben.

2. Wer Raubkopien akzeptiert, der akzeptiert auch eine Welt, in der der Ehrliche der Dumme ist. Denn der Ehrliche Käufer bezahlt den ganzen illegalen Nutzern ihre Freizeitgestaltung. Allein deshalb habe ich Verständnis dafür, wenn die Industrie nach wirksamen Schutzmaßnahmen sucht.

3. Leider vergessen auch viele, die auf die bösen Konzerne schimpfen, dass es bei der Frage nicht allein um deren Gewinne geht. Mit höheren Einnahmen von spielen wüchsen auch schnell die Budgets für neue Spieleprojekte, möglicherweise gäbe es auch eher mehr Entwicklungen. Es gäbe dann mehr Arbeitsplätze in der Spieleindustrie und für die ehrlichen Käufer eine größere Auswahl oder bessere, weil mit mehr Geld produzierte Spiele. Auch dieses Szenario verhindern Raubkopierer.

(*) Ich verwende den Begriff Raubkopierer bewusst, weil es sich dabei um einen gebräuchlichen und verständlichen Begriff handelt. Als umgangssprachlicher Begriff muss er sich auch nicht an juristische Definitionen halten. Die Kritik an dem Wort soll mMn ausschließlich dazu dienen, den Sachverhalt kleinzureden.

bam 15 Kenner - 2757 - 24. Dezember 2009 - 12:00 #

Zu 1: Gerade WoW ist da ein Sonderfall bzw. MMOs allgemein (aber auch hier gibt es "Piratenserver" und Raubkopien). In China spielt man für gewöhnlich in Internetcafes. D.h. die Leute kaufen die Spiele nicht, sondern bezahlen einen geringen Betrag für die Spielzeit direkt im Cafe.

Es ist fraglich ob die Industrie überhaupt Schaden nimmt (auf die gesamte Industrie bezogen, im Einzelfall natürlich schon). "Raubkopien" gab es schon mit Kasetten auf denen man sich aus dem Radio Songs aufgenommen hat. Filme wurden ebenso auf Kasetten aufgenommen. Das sind Gegebenheiten die es schon so lange gibt wie es einen Heimanwendermarkt für die entsprechenden Medien gibt. Die Industrie hat sich doch prächtig entwickelt und durch das Internet und die Computerverbreitung gerade extrem profitiert.

Zu 2: Gegebenheiten muss man akzeptieren. Akzeptieren bedeutet nicht, dass man nicht dagegen Angehen soll, natürlich ist es in Ordnung, dass die Industrie dagegen angeht. Aber man braucht sich da keine Illusionen machen: Raubkopien wird es eben immer geben und statt nur Schutzmaßnahmen, Einschränkungen und Verbote anzuwenden, sollte man durch neue Distributionswege und einer anderen Preispolitik gegen halten: Davon profitiert man nur.

Zu 3: Es ist eben zweifelhaft ob bei plötzlichem Wegfall der Möglichkeit des Raubkopierens wirklich (viel) mehr gekauft werden würde. Die Möglichkeit des Raubkopierens sorgt nämliche dafür, dass man viel mehr konsumiert als man sonst konsumieren würde (man zahlt ja schließlich nichts). Hat man diese Möglichkeit nicht mehr, dann muss man sich als Konsument wieder fragen ob und wieviel Geld man für ein Produkt ausgeben will und wieviele Produkte man sich überhaupt leisten kann.

Neon 09 Triple-Talent - 335 - 24. Dezember 2009 - 16:27 #

Klar kann man den Erfolg von WoW, den Niedergang der Musikindustrie oder den Trend zu Konsolen jeweils anders erklären. Es läßt sich vieleicht nicht eindeutig beweisen, dass die fehlende Möglichkeit zu illegalen Nutzung den Erfolg beeinflußt, man kann es aber auch nicht sicher ausschließen. Man kann aber ein Muster erkennen und die Bedeutung einigermaßen abschätzen.

Raubkopien auf Musikkassetten und Ähnliches mag es schon lange gebeben haben, hatten aber immer so viele Mängel, dass Menschen doch noch zur Ladenversion gegriffen haben: Sie ware umständlich anzufertigen, hatten schlechtere Tonqualität, vollständigen Alben waren ohne weiters nicht verfügbar, etc. pp.

Niedrigere Preise würden vieleicht zu leicht höheren Verkäufen führen, aber für die Industrie würde sich das kaum lohnen. Eine gute Balance zwischen Absatzmenge und Preis zu finden lernt jeder BWL-Student im Grundstudium, den Publishern sind entsprechende Analysen und Methoden sicher auch bekannt. Ansonsten reagiert die Industrie ja auf das Problem: Mit Plastikgitarren, Multiplayerfokus, Abo-Modellen und Casual-Spielen. Das ist leider nicht gerade das, was ich mir wünschen würde.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2199 - 24. Dezember 2009 - 12:50 #

Du gehst also auch davon aus, dass eine Kopie einem gekauften Spiel entspricht? Das halte ich nämlich für Schwachsinn...

Neon 09 Triple-Talent - 335 - 24. Dezember 2009 - 16:36 #

Sicher würde nicht jede Raubkopie auch wirklich gekauft werden. Es würden aber auch nicht nur eine von 1000 Raubkopien gekauft werden, wie das manchmal behauptet wird.

Man schaue sich die Musikindustrie an: Wie viele CDs wurden 1995 im Jahr insgesamt verkauft? Und wie viele 2009? Die Differenz in Prozent entspricht wohl ungefähr dem Schaden durch Raubkopien. Und ich schätze mal die Spieleindustrie könnte um den gleichen Anteil zulegen, bekäme sie das Raubkopieproblem in den Griff.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 27. Dezember 2009 - 23:43 #

Dann musst du dir aber mal überlegen, wie viele CDs 1995 erschienen sind, und wie viele 2009. Es wird immer einfacher, CDs mit einem guten Sound und einem geringen Budget zu veröffentlichen. Die schiere Masse, die es mittlerweile am Markt gibt, verhindert eben auch den unglaublich großen Verkauf einzelner Alben. Aber genug vom Off-Topic-Gelaber ;)

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 0:58 #

1) Konsolen sind attraktiv weil sie einfach zu benutzen sind. Ganz simpel: Disc rein, Spiel starten. Dazu kommt das Joypads und Wohnzimmer-Couch viel bequemer sind als Schreibtisch und (im besten Fall) Bürostuhl.

Der WoW Erfolg ist in erster Linie einer wegen der sozialen Komponente und der absolut hohen Qualität damals wie heute, die den Spielern Freude an einem MMO vermitteln konnte anstatt ihn alle Nase lang zu bestrafen. Raubkopien und illegale WoW Server gibt es übrigens auch und das schon sehr lange, doch fehlt es denen an der kritischen Masse, der Attraktion wirklich in einer lebendigen Welt mitzuspielen.

Die Musikindustrie hat viele technische Neuerungen, unter anderem MP3s, schlichtweg verschlafen. Das es trotzdem möglich ist äusserst erfolgreich Musik online zu verkaufen zeigt iTunes als prominentestes Beispiel. Erst durch deren Erfolg setzte langsam ein Umdenken ein das es nicht um die Raubkopierer geht sondern darum, das die Leute ihre Musik anders konsumieren möchten. Auf Knopfdruck, jederzeit, überall und selektiv für kleines Geld.

Vor 20 Jahren war es einfach noch "hipper" sich Kassetten und CDs zu kaufen. Heute reicht vielen die Beschallung durch vielfältigste (freie) Webradios vollkommen aus.

2) Das ist wirklich ein Problem, wenn sich der ehrliche Käufer ernsthaft fragen muss ob er sich das Geld nicht auch besser sparen sollte wie es sein Nachbar tut, der letztlich dann den gleichen Spielspass hat. Zumal er den ja auch einfach mal Fragen könnte ob er ihm nicht die DVD kopieren könnte, immerhin hat er ihm letztens eine Packung Eier geliehen. Hier liegt es aber an der Industrie den Mehrwert für den Käufer zu schaffen, anstatt ihn auch noch durch Eingabe der schwer auffindbaren und schlecht entzifferbaren 40-stelligen Seriennummer zu nötigen. Die Entwicklung zur einheitlichen DVD Box hat IMHO dazu beigetragen zumindest den Sammelwert der Packungen zu drücken.

Erste Ansätze gibt es, z.b. zusätzliche Inhalte bei Kauf der Collector's Edition (besonderes Pet, mehr Waffen von anfang an, usw.). Mir geht das aber noch nicht weit genug die Käufer zu differenzieren, und funktioniert auch nur bei Online-Titeln die mit Raubkopien eh nicht oder nur marginal funktionieren.

3) Tut mir Leid aber das ist reines Wunschdenken und IMHO auch nicht die Schuld der Raubkopierer. Wenn es stimmt was ich behaupte, nämlich maximal 10% Mehreinnahmen bei einem Spitzentitel (und das ist die Ausnahme) dann wird man von diesem zusätzlichem Budget nicht gerade Berge versetzen können.

Ums mal so auszudrücken: ich denke jeder in einer herkömmlichen Industriezweig würde sich wünschen, das es bei den Transportwegen keine Verspätungen, Unfälle und Transportschäden gäbe. Dann könnte man mehr Geld verdienen und bessere Produkte herstellen. Nur wird das nie passieren, und genauso verhält es sich mit Raubkopien. Es sind quasi die Transportverluste die entstehen wenn man Software veröffentlicht, egal auf welchem Weg (Laden oder Download, wobei es im Laden natürlich auch zu "echten" Transportschäden kommen kann).

DerMilchmann 10 Kommunikator - 507 - 24. Dezember 2009 - 11:59 #

Großartiger Artikel.

MrXentric 10 Kommunikator - 383 - 24. Dezember 2009 - 12:52 #

Dazu hab ich natürlich auch eine Meinung, aber da die auch etwas ausführlicher währe verschieb ich das Kommentarschreiben auf nachher, muss noch arbeiten :D

Detlef (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 13:04 #

Vor ein paar Tagen habe ich eine Unterlassungserklärung von einer Anwaltskanzlei bekommen und soll 650 euro zahlen. Ich war so dämlich meinen Nachbar zu vertrauen und hab ihn durch meine Leitung mitsurfen lassen.
Ein verwandter von meinem Kumpel ist Rechtsanwalt und er meinte, einfach ignorieren, die schicken danach zwar etliche Drohbriefe, aber am Schluß passiert gar nichts.

Ich hab zwar dadurch Glück, aber kein Wunder das Menschen illegal kopieren wie verrückt da sie nichts zu befürchten haben, außer wenn sie damit Geld gemacht haben.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 1:02 #

Ich bin kein Anwalt aber ich würde das nicht ignorieren! Stattdessen die 650€ vom Nachbarn bezahlen lassen, schliesslich sind das seine Kosten - vor allem wenn dem Schreiben zu entnehmen ist was runtergeladen wurde und besagter Nachbar besitzt diese Dateien.

Das Problem bei den Mahnungen ist, das die nicht bei jedem Anwalt einfach unter den Tisch fallen. Es ist einfach automatisierte Mahnbriefe zu schreiben aber wer dann nicht zahlt verursacht evtl. noch höheren Aufwand der sich meist nicht rechnet, somit kann es sein das die Sache damit erledigt ist. Hat der Anwalt aber eine gute Beziehung zum Inkassobüro kanns nochmal richtig teuer werden, ohne es aussitzen zu können!

Worth2die4 13 Koop-Gamer - 1329 - 24. Dezember 2009 - 13:36 #

Guter Artikel, kann meine eigene Meinung zu dem Thema an vielen Stellen herauslesen.

Der Autor hat auch gut verstanden, wo die Problematik begründet liegt.

Von mir ein 1+

krodi (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 14:54 #

Sehr guter Kommentar, Steffen! Nun will ich auch noch ein paar Gedankenfetzen einwerfen:

1) Das Problem am Raubkopieren ist, dass es als "cool" und gesellschaftsfähig angesehen wird. Erzähle mal auf einer Party, dass du locker jedes Game / jeden Film / jedes Musikstück der Welt besorgen kannst, und schon hast du neue Freunde, die von dir etwas gebrannt haben wollen. Erzähle aber mal auf der gleichen Party, dass du Autos klaust und kopierte Geldscheine in den Umlauf bringst - und schon bist du unten durch. So lange Raubkopierer ein postives Ansehen haben, wird sich an der Kopiersituation leider nichts verändern. Es wird kopiert, weil es "jeder" macht. Wenn morgen das Knacken von Autos „OK“ ist, wird es dann „jeder“ machen? Ich befürchte: Ja! So sind wir Menschen. Gut und Böse und somit Moral sind ziemlich relativ.

2) „Der Robin-Hood-Kopierer gegen die das böse, böse Publisher-Imperium“ - auch eine Sache, die man oft hört.“ Die Publisher verdienen doch die große Kohle durch Ausbeutung, jetzt zeig ich’s denen, indem ich ihre Produkte kopiere“. So ein Blödsinn!!! Mann kann lange darüber streiten, wie manche Top-Manager agieren und wie Publisher mit dem Geld umgehen. Aber: Publisher sind kein Sozialamt! Sie haben nichts zu verschenken. Sie sind Unternehmen, die Geld erwirtschaften müssen. Ohne Moos nix los. Und ohne Geld auch keine Arbeitsplätze – und kein Geld für die Angestellten. Und ohne Angestellten keine Spiele. So einfach ist die Rechnung.
Ok, es gibt ja noch Freeware. Aber die ist selten so gut wie ein mit Geld produziertes AAA-Produkt. Und was haben wir davon, wenn Entwickler am Hungertuch nagen bzw. auf Sozialhilfe angewiesen sind? Nichts! Nur mit guter Bezahlung kann es gute Produkte, Innovationen und Fortschritt geben. Warum sind viele Ost-Spiele so unausgegoren, verbuggt und hinken der aktuellen Technologie nach? Weil es den Entwicklern an Geld, Erfahrung und Equipment fehlt. Top-Programmierer kosten nunmal Geld, Highend-PCs auch – und ein Motion-Capturing-Studio oder professionelle Sprecher sowieso!!!

3) „Ich kaufe keine Games, denn die sind ja eh nur langweilig, innovationslos und eine Fortsetzung vom letzten Jahr.“ – da hat Steffen schon ein gutes Argument gebracht: warum kopierst du dann ein schlechtes Game und spielst es dann auch noch? Und was die Innovationen bzw außergewöhnliche Spiele angeht: da gab und gibt es viele davon, sogar von den großen Publishern. Spore, Mirror’s Edge, Brütal Legend, NOLF, um nur mal ein paar Namen zu nennen. Und wer hat’s gekauft? Fast niemand! Warum? Weil die Games einerseits wahrscheinlich zu außergewöhnlich waren. Und weil viele davon wie blöde kopiert wurden. Wir leben im Kapitalismus, da regeln Angebot und Nachfrage den Markt. Wenn sich jedes Jahr ein neues FIFA oder CoD wie verrückt verkauft, dann wird es jedes Jahr einen neuen Teil geben. Und wenn niemand ein Mirror’s Edge kauft, dann wird’s eben kaum bis keine Innovationen mehr geben. So einfach ist das! Also: Wenn ihr Innovationen wollt, dann KAUFT sie!

4) „Spiele sind voll die Abzocke“. So ein Blödsinn! Spiele sind Konsumgüter, d.h., wir können ohne Games überleben ohne zu sterben (auch wenn viele WoW-Addicts etwas anderes behaupten werden ;)! Wenn ich mir aufgrund von Spekulationen und übertriebenen Preisen keine Heizung mehr leisten kann, dann ist das Abzocke, weil jemand meine abhängige Situation ausnutzt! Rein physeologisch MUSS man sich aber kein neues Game kaufen, hier spielt euch die Psyche einen Trick. Wenn ich aber denkt, ich brauche ein MW2 zum Glücklichsein, dann muss ich eben dafür bezahlen! So einfach ist das. Kopiere ich das Game, verschaffe ich mir einen unfairen, illegalen Vorteil zu meinen Gunsten! Böse, böse.

So, mir würden noch weitere Argumente gegen das raubkopieren einfallen, aber ich belasse es mal bei diesen Punkten.

Anonymous (unregistriert) 24. Dezember 2009 - 17:09 #

zu 1) Weil es eben kein Diebstahl ist. Man entwendet nichts, es verschwindet nichts, man macht eine Kopie. Wenn keiner auf der Party zufällig der Entwickler / Künstler / etc. des Produktes ist, wird niemand geschädigt. Selbst wenn doch, viele Entwickler / Künstler würden doch selbst für unentgeldlich "Autorenexemplare" in ihrem Umfeld verteilen. Man geht auf der Party auch nicht hin und sagt "Ich hab einen Riesenfileserver im Netzt stehen, wo täglich 5 Terabyte Raubkopien runtergeladen werden und ich mach mega Asche damit". Wenn du das sagst, dann würden dich die Leute durchaus schief anschauen. Solang man das aber nur für sich tut und nicht gewerblich macht, kommt auch niemand wirklich zu Schaden und stört daher auch niemanden.

Herms 10 Kommunikator - P - 456 - 24. Dezember 2009 - 15:05 #

Bezüglich der immer weniger werdenden Demos: Es gibt einen Gegentrend auf dem iPhone, seit inner purchases möglich sind. Es werden Basistitel kostenlos veröffentlicht. Diese kommen mit ein paar 'Leveln' einer Demo-Version nahe. Wer den Rest spielen möchte, kann sich die weiteren Level zum kostenlosen Basisspiel dazu kaufen.

Und genau an der Stelle kann sich niemand mehr herausreden. Man kauft keine Katze im Sack. Man hat den Titel angespielt. Und wenn einem dieser gefallen hat, kauft man den Rest nach. Wer dann noch schwarzspielt ...

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 1:05 #

Trotzdem argumentiert die "Gegenseite" damit das der App Store "kaputt" sei und eben keine automatischen Demos anbietet - ich denke denen schwebt sowas wie ein generelles Zeitlimit bei den Xbox Live Indie Games vor.

Es haben ja auch nur lächerliche 50% der Apps eine "lite" version und man muss vor dem Kauf des 1,59 Apps unbedingt vorher selbst angetestet haben. (das war jetzt Sarkasmus)

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7766 - 24. Dezember 2009 - 16:23 #

Ich kann gut Nachvollziehen warum DRM, Kopierschutz & Co. da sind - was ich nicht Nachvollziehen kann, warum man dann als Ehrlicher Käufer quasi gegängelt und vereimert wird. Da hat man sich eine Musik-CD* gekauft und wird auf spez. Abspielgeräte verpflichtet. Will man das auch noch als MP3 heißt es meistens draufzahlen. Spielt man dann einen von diesen U-Guitar-Band-Rock-Hero-Tap-Tap-Dance-Sing-Musik-Games, zahlt man für den selben Song nochmal - pro Version eines Spiels. Mit einer Original DVD* darf man sich dann den Unskippbaren "Raubkopier nicht!" Slogan reinziehen und wird dann erstmal durch die halbe Produktpalette von Anbieter X geleitet, wieder ohne eine Möglichkeit das zu Überspringen. Ist man dann endlich am Film angekommen, sind schon mal einige Minuten verstrichen. Bei Spielen habe ich dann Zwangsanmeldungen, Programme die im Hintergrund meines Rechners irgendwelche perfiden Dinge anstellen, Rückruf Software, Rootkits usw usf. Dass das Spiel dann erst im Pre-Beta-Stadium ist und man als Käufer quasi zum Tester degradiert wird, macht die ganze Sache auch nicht viel Feierlicher. Von der Mode, Spiele nur X mal Installieren zu dürfen, mit einer Hoffnung auf einen "Fix" nach X Patches ganz zu schweigen - oder die Firma knippst die Server aus und man steht mit einem Spiel da, was nix mehr taugt.

Klar, selbst wenn die Produktanbieter super Perfekt, super Nett und die Software Top-Programmiert wäre, würde es Raubkopien geben. Mein Fazit aus dem Dilemma? Keine Neuware mehr. Da kann man warten bis der Dongle abgeschaltet ist, die Preise fallen und die Bugs, die schon zum Release-Start hätten gar nicht auftauchen dürfen, verschwunden sind.

Ich frag mich, wann der Slogan "Der Kunde ist König" abgeschafft wurde. ;)

* Merke: Einiges ist zwecks Veranschauung übertrieben dargestellt

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 1:10 #

Dieser "Vorspann" bei DVDs nervt mich schon seit es DVDs gibt. Dabei wärs kein Hexenwerk nach 3 Sekunden schon das Hauptmenü anzuzeigen, und die ganzen Warnungen und Logos (wie gehabt) einfach vor den Hauptfilm einzuspielen.

Viele kleinere DVD Produktionen machen das so und ich finde das äusserst angenehm.

melone 06 Bewerter - 1512 - 25. Dezember 2009 - 13:09 #

Einige Gedanken hierzu meinerseits:

Schwarzfahren, Schwarzsehen und ein vermeintliches Schwarzpielen ist nicht unbedingt direkt vergleichbar, allein schon wegen des Dienstleistungscharakters - nur gewissen Spielearten teilen sich diesen Aspekt.

iPhonespiel werden über iTunes vertrieben, ergo gibt es keine relevanten zusätzlichen Serverkosten. Die üblichen Zusatzinformationen können auch problemlos über Massenhoster vertrieben werden.

Einige Raubkopien kommen auch dort zum Einsatz wo es keine Cracks oder NoCDPatches gibt, lustigerweise erst nachdem man das Produkt redlich erworben hat. Es sei an der Stelle auch erwähnt, daß gerade die Trojanerverseuchung auf schlechten Releasesites einige Sonntagskopierer zurück zum Original geführt hat - diese Lästigkeit ist bei einer gewissen Nutzerschicht effektiver als der eigentliche Kopierschutz.

Zum Trugschluß, daß Preiserhöhungen generell zu mehr Erlöß führen, gab's ja bereits langatmige Diskussionen. Ich habe es wiederholt erlebt, daß man mit fairen Angeboten in Kombination mit Sonderaktionen (sowohl auf der Special Edition Seite wie auch bei der Jetzt hau-ma's-raus-Aktionen) am Besten fährt. Es gibt auch das noch relativ unentdeckte Land der flexiblen Preisgestaltung!

Ein Rückgaberecht wär in einigen Fällen sinvoll.

Was ich bei Menschen, die noch genügend Zeit haben, immer noch sehe ist folgendes Schema: Spiele die einem wirklich gut gefallen, werden auch gekauft. Die Spiele die okay sind, die man aber nicht unbedingt haben muß, werden zwar kopiert und gespielt, aber nicht unbedingt gekauft - hier könnte mehr Qualität helfen, sofern's auch im Fokus des Spielers ist. Bei jemand der nur mal über den Tellerrand schielen will, wird's weniger helfen. Insgesamt hilft Qualität aber doch, weil's die Motivation und das schlechte Gewissen erhöht. Qualität bietet mehr Argumente als die leider oftmals üblichen Belanglosigkeiten.

Je nach Nutzerschicht gibt es auch ein solidarisches Verhalten gegenüber Indies; da kopiert man gerne mal Titel großer Publisher, unterstützt mit seinem Budget aber dafür kleinere Unternehmen.

Ich finde Demoversionen gut, wenn es sich um eine zeitlich begrenzte Vollversion handelt oder wenn es keine redundanten Daten sind und sich die Demo zum Vollversion erweitern läßt - Digitale Distribution läßt grüßen.

Einige der Probleme sind der Sammlertrieb der vor allem bei Jugendlichen noch sehr stark ausgeprägt ist, die Fülle an Veröfentlichungen und schon auch das Preis/Leistungsverhältnis, da auch viel Schrott.

Gründe für Mißerfolge im Indiebereich sind mannigfaltig und einen eigenen interessanen Artikel wert. Es gibt einige Fehler, die viele immer wieder gerne machen.

Raubkopierer sind aber doch auch mögliche zukünftige Kunden, man kopiert meist nicht sein Leben lang, meist ist es eine Lebensabschnittsphase.

Konsolen arbeiten nach wie vor nach dem Prinzip: Du gibst mir eine Beteiligung, dafür stelle ich dir eine möglichst raubkopierfreie definierte große Plattform zur Verfügung. Zudem ziehen manche Konsolen aufgrund ihres Preises, ihrer technischer Möglichkeiten und ihres Images halt auf bestimmte Zielgruppen ab und diese Verhalten sich auch entsprechend.

Ich mag den Begriff Raubkopie; wenigstens noch etwas Verruchtes im Videospielbereich. Früher gab`s noch Läden die warben mit "Videospiele und etc.". :O)

Clickmaster 13 Koop-Gamer - - 1218 - 24. Dezember 2009 - 20:24 #

Für Schwarzsehen habe ich noch Verständnis, sofern es sich im Rahmen hält. Wenn jemand kein TV schaut oder nur wenig und er nicht einsieht, für Marianne und Michael (oder andere Grausamkeiten) zu bezahlen, ist das ok.

Aber bei Filmen, Musik und Spielen gibt es für mich keine Ausnahmen. Nur weil ein Game "schlecht" ist, hat man noch lange kein Recht, es zu kopieren.

Jedem Raubkopierer wünsche ich mal nen Jobverlust, der aus einer Firmeninsolvenz eines Medienunternehmens resultiert.

Richtig asozial sind die Leute, die grundsätzlich kein Geld für Medien ausgeben, um sich für das Geld was anderes zu kaufen. Man bescheißt die Software-, Film-, Spiele- und Musikbranche um eine Menge Geld mit der Ausrede "Ich hätte es ja sowieso nicht gekauft."

Ich kann auch nicht einfach im Edeka regelmäßig meine Lebensmittel rausschmuggeln, damit ich mir nen 7er BMW kaufen kann.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 1:19 #

Dann würdest du ja den Edeka tatsächlich bestehlen. Raubkopien sind aber kein Diebstahl, sondern eine Urheberrechtsverletzung. Das sind zwei paar Schuhe, und nicht nur aus Sicht der Paragraphenreuter.

Was die Insolvenzen angehen: ich kann mich nicht an eine Insolvenz erinnern die daraus resultierte das die Umsätze eingebrochen sind, und das insbesondere wegen stark steigender Raubkopieraktivitäten. Stattdessen sind es regelmässig Missmanagement und Fehlplanungen die zu solchen Katastrophen führen, so wie das aussieht eben auch was zuletzt bei Ascaron passiert ist.

Andere Entlassungswellen haben ihre Ursachen in weltweiten Krisen wie die im vergangenen Jahr, aufgrund dessen wurden viele Studios geschlossen oder mussten Insolvenz anmelden da kein Publisher ihre Spiele finanzieren wollte.

Die Raubkopierer haben auf solche wirtschaftlichen Miseren und erst Recht den tatsächlichen Entlassungen von Mitarbeitern meiner Ansicht nach keinen nennenswerten Einfluss, wenn überhaupt.

B0rnX 08 Versteher - 210 - 24. Dezember 2009 - 22:41 #

Ich denke das größte Problem liegt in unserer Gesellschaft.
Es geht immer nur darum, wer das neuste hat ist auch wer,
egal worum es geht, Auto, Technik, Klamotten, Software etc. pp.

Da wir auch hier in unserem "reichen" Deutschland auf dem Wege sind dass es bald nur noch "arm" oder "reich" gibt und die Scheere immer weiter auseinander klappt, wird viel geschaut wo gespart werden kann.
Nicht umsonst werden in jedem noch so kleinem Kaff immer mehr Billigketten aus dem Boden gestampft. Und warum ? Na, weil die Nachfrage einfach da ist.

Aber gut, zum Thema zurück:
"RaubKopieren" ist : Volkssport, gesellschaftsfähig, kostet nichts und Freunde gibts bei Weitergabe noch hinzu.
Zudem ist das Risiko dabei erwischt zu werden extrem gering.
Allerdings wird dieses Risiko in der letzten Zeit immer größer bzw. immer mehr Leuten bewußt. Würde es offizielle Statistiken dazu geben sollten diese das auch belegen können.
Wie ich das sehe ist die Software Industrie auf dem richtigen Weg mit technischen Hilfsmitteln gegen das Problem anzugehen. Was jetzt nicht heißt das ich mich als ehrlicher Spieler freue mit den ganzen Schutzmaßnahmen rumplagen zu müssen, aber wenn es halt hilft hab ich nichts dagegen.
Aber, es muß sich im Rahmen halten. Spiele z.B. die nur eine begrenzte Anzahl von Installationen erlauben werdet Ihr nicht auf meinem Wunschzettel finden. Denn, was ich gekauft habe möchte ich auch so oft benutzen wie ich es will.
Ich zock mich öfter mal durch meine Spielesammlung, wenn es die Zeit zuläßt. Villeicht liegt es auch daran das ich nicht dem Trend hinterherrenne und immer die neusten Spiele haben muß. Das letzte Spiel welches ich mir direkt nach dem Release gekauft habe ist World in Conflict und das ist jetzt schon einige Zeit her.
Und das auch nur weil mich das Spiel durch die Beta überzeugt hatte, sonst kann ich auch 3 Monate warten und somit ordentlich sparen.
Um zum Schluß zu kommen, wer rechtlich geschütztes "Material" "raubkopiert" gehört bestraft PUNKT

Massimo 07 Dual-Talent - 138 - 25. Dezember 2009 - 1:47 #

Zunächst mal, Super Kolumne, vorallem einmal differenziert und nicht schwarz/weiß gefärbt.

Vorallem der Aspekt des immer geringer werdenden Wertschätzens eines Spiels trifft zu 100% zu. Ich selbst kaufte mir 2003 meinen ersten eigenen PC, war vorher Konsolero, und als ich für mich selbst die Pros und Contras bezüglich der PC Anschaffung abgezählt habe, hab ich ganz klar gesagt: "Dann brauch ich für die Spiele ja nichts mehr bezahlen".

Wenn ich als PS2 Spieler zu Freunden kam die spindelweise sämtliche PC Spiele rumliegen hatten während ich stolze 60 Tacken pro Game berappen musste, kam ich mir irgendwie schon fast wie der Dumme im Raum vor. Als ich dann selbst meinen Rechner hatte war es schließlich das normalste der Welt dass man Kopien bekam, weitergab und natürlich auch spielte. Das hat sich mit der Zeit vollkommen legitimisiert, ohne großartig drüber nachzudenken hieß es dann "Ja, ich hab grad das und das bekommen/gezogen, kann ich dir brennen, brenn du mir dafür mal dieses und jenes.." Ging halt zu einfach und war auch noch bequem, hat ja außerdem jeder gemacht(soll jetzt kein Argument sein). Aber das Spielen an sich war irgendwann nicht mehr so "genüsslich" weil man ein Spiel nach dem anderen angefangen hat ohne tiefer reinzublicken, man wollte ja alle gleich ausprobieren und mehr Zeit hatte man ja dadurch auch nicht. Man nimmt sich keine Zeit mehr Welten zu erkunden, Sachen auszuprobieren und bekommt irgendwann eine ungeduldige und nörgelige Einstellung dem Zocken gegenüber, wie´s ja auch schon ziemlich treffend in der Kolumne beschrieben wurde.

Ich habe dann sogar für ca 1 Jahr das Interesse an Games größtenteils verloren und nur noch sporadisch gespielt. Mit der X-box360 und mittlerweile wieder dem PC hab ich´s nun mittlerweile so geregelt dass ich mir im Jahr eben nur noch 3-4 Vollpreistitel kaufe(für mehr reicht die Zeit eh kaum noch) und die dafür wieder intensiv spiele. Hier und da mal bei Steam was geschossen, macht einen ja mittlerweile auch nicht arm. Steam finde ich kommt, blöd wie´s erstmal klingt, Raubkopierern sogar sehr entgegen. Wer von diesem "Muss Spiel bei Release haben" Spleen wegkommt hat da mMn keinen Grund mehr illegal zu laden wenn er zu hohe Preise als Rechtfertigung für´s Kopieren vorschiebt.

Geben wird es Raubkopien aber immer, es ist einfach nicht zu unterbinden, und ich halte es auch für bedenklich dass inzwischen jedes 2. Spiel von sämtlichen Magazinen/Websites derart gepusht wird dass vorallem jüngeren Spielern suggeriert wird es ist überlebenswichtig, zBsp Modern Warfare 2 spätestens zu Release zu besitzen. Ich weiß nicht ob ich mir das einbilde, aber das war auch nicht immer so extrem.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 1:24 #

Dabei fällt mir ein: wer dem "alles ausprobieren" auf dem PC frönt und dabei Raubkopien nutzt, hat dann auch sehr schnell sein System "gealtert". Einfach weil mit jeder Installation einiges an Müll ins System eingepfriemelt wird, das den Rechner im Laufe der Zeit immer unzuverlässiger werden lässt. Dazu kommen natürlich noch im worst case die Trojaner und Backdoors der Cracks, die schnell sehr viel schlimmeres verunstalten können.

Letztlich hat man dann auch bald nicht mehr besonders große Freude an seinem Rechner, egal mit welcher Software. Und daran ist meist nicht Windows Schuld, es ist nur der "Messenger", der Nachrichtenüberbringer auf den man dann gerne einschiesst. Dabei kann es selten was dafür.

lümmel (unregistriert) 25. Dezember 2009 - 5:29 #

moin moin

ich glaube das problem is die natur des menschen. wir holen seit urzeiten alles was geht aus unseren werkzeugen(computer,internet)raus, wenn wir das nicht täten wären wir nicht dort wo wir jetzt sind.

mfg lümmel

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 25. Dezember 2009 - 8:55 #

Ein wirklich guter und interessanter Artikel.
Und ja, natürlich ist es ein Problem in der Gesellschaft.
Hier in Amerika sind sich viele Leute nicht einmal mehr bewusst, dass Spiele gratis herunterladen nicht legal ist...

krodi (unregistriert) 25. Dezember 2009 - 13:10 #

Was das Thema DRM und so angeht: Ich kann Publisher/Entwickler verstehen, dass sie so etwas einbauen. Klar, die Dinger werden schnell geknackt, aber ganz einfach muss man es den Raubkopierern auch nicht machen. Stellt euch mal vor, es gäbe keine Schlösser oder Sicherheitssysteme bei Autos - dann würden doch auch bestimmt viel mehr geklaut werden, weil jeder Depp sich mal schnell nen Porsche schnappen könnte!
Oder Überwachungskameras in Läden. Ohne die Dinger wäre die "Mitnahmerate" doch viel höher.

Man muss eben die Menschen vor den Menschen beschützen!

MichaelK. (unregistriert) 25. Dezember 2009 - 19:03 #

Beim Auto hast du deinen Schlüssel und du kontrollierst alles. Was wäre aber, wenn dein Auto sich erstmal ins Internet zum Server vom Hersteller verbinden müsste um die legalität deines Schlüssels zu prüfen und dein Auto würde nicht fahren, weil der Server sich aufgehängt hat? ;)

Aber wieso hat die Playstation 3 eigentlich keine Raubkopien und warum hat Microsoft das System noch nicht analysiert und "raubkopiert"? ;)

insanelygreat 08 Versteher - 165 - 25. Dezember 2009 - 23:54 #

Sehr schöner Artikel, der Gedanke, dass es schlecht ist seine ehrlichen Kunden zu bestrafen und damit die Kopierer wenn's gut geht 2 Stunden länger aufzuhalten hat leider noch nicht die Runde gemacht.

Im Vergleich zu den meisten Leuten hier bin ich vermutlich ein alter Zausel. Als ich noch zur Schule ging habe ich fast ausschließlich kopierte Spiele gespielt. Eine wesentliche Komponente war dabei auch die Quelle. Mit der Zeit wusste ich wer einen ähnlichen Geschmack hat wie ich. Dadurch war eine Art Vorschlagssystem gegeben mit dem man auch von Spielen gehört hat, die man vorher nicht mal kannte. Wohlgemerkt das war in einer Zeit ohne Internet. Heute sieht das anders aus (schick mal 'nen Link) Ein schlechtes Gewissen hatte ich praktisch nie, ich hatte schlicht kein Geld für so viele Spiele, möchte aber in Nachhinein auf kaum eines verzichtet haben. Vielleicht könnte man ja einen Mengenrabatt für treue Kunden einrichten.

An die Seite der Hersteller sei gesagt: Hier gibt es in meinen Augen nur einen Weg, und der heißt Qualität und ist steinig und kostet Zeit. Ein New Super Mario auf der Wii habe ich am ersten Tag gekauft weil ich einfach weiß dass Mario für Qualität steht. Ähnlich war es früher mit Lucasarts. Wenn zumindest darüber nachgedacht wird ein Spiel zu kaufen führt das am ehesten zum Erfolg.

Houseputz (unregistriert) 26. Dezember 2009 - 16:58 #

Ganz guter Artikel, aber was genau packt Steffen Itterheim jetzt eigentlich aus???

krodi (unregistriert) 26. Dezember 2009 - 18:12 #

@insanelygreat: Qualität ist leider auch kein Schlüssel gegen Raubkopien! Die meisten Games heutzutage haben eine Qualität und ein derart hohes Niveau gepaart mit extrem langem Spielspaß, wie es noch nie in der Geschichte der Games zuvor gegeben hat! Trotzdem wird wie blöde kopiert und getauscht.

@Anonymus: "Weil es eben kein Diebstahl ist." - OK, es ist vielleicht im rechtlichen Sinne kein Diebstahl (Steffen hat die Unterschiede ja ganz gut erklärt), aber illegal bleibt illegal. Und ob du es nun Diebstahl, Raub oder witzig "dezentrale Sicherheitskopie" nennst - man hat dafür nichts bezahlt, aber trotzdem konsumiert! Und das ist nicht rechtens! Was ist, wenn es einfacher wäre, heimlich ins Kino zu kommen? Wenn du den Film anschaust, hast du auch nichts haptisches gestohlen und auch nichts kopiert - aber kostenlos konsumiert. Und der Produzent hat den Film trotzdem für teures Geld entwickeln müssen.

Wie gesagt denke, ich ist bei der ganzen Sache die fehlende Moral der Knackpunkt. Das kopieren/sharen wird verharmlost. Dass da aber am Ende Arbeitsplätze vernichtet und superguter Künstler in den Ruin getrieben werden (und auch Innovationen und neue Techniken verloren gehen bzw ausgebremst werden), das bedenken die wenigsten. Leider!

Grundy 04 Talent - 24 - 28. Dezember 2009 - 3:24 #

Das Thema Raubkopien ist äußerst komplex.
Das Raubkopien illegal sind ist klar, über den moralischen Aspekt lässt sich trefflich streiten, abseits von den üblichen reflexhaften Pro- und Contra Meinungen.
Was hingegen definitiv feststeht ist, das es kaum valides Datenmaterial gibt, das eindeutig belegt das Raubkopien wirklich die Industrie in dem Ausmaß schädigt, in der es propagiert wird.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 1:28 #

Ich erinner mich das mal ein Publisher (Take 2 oder so?) einen Test gefahren hat und dasselbe Spiel mal mit, und mal ohne Kopierschutz veröffentlicht hat. Meines Wissens ohne nennenswertes Ergebnis.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 31959 - 28. Dezember 2009 - 13:20 #

Großartiger Artikel über ein heikles Thema, das von allen Seiten betrachtet wird. Schön, dass ein "Insider" hier die Kopien nicht gurndsätzlich verteufelt, sondern nüchtern betrachtet.

Nur eine Kleinigkeit ist mir sauer aufgestoßen:
"...warum ein System gänzlich ohne Raubkopien trotzdem nicht deutlich besser dasteht WIE der Konkurrent..."
ALS bitte! In der Umgangssprache ist man diesen Fehler ja leider schon gewohnt, aber in einem Artikel hier will ich das wirklich nicht sehen.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 1:30 #

Sei froh das ich nicht sowas in der Art gesagt habe: "das wo die Playstation tun tut". Da tritzten mich meine Kollegen jedesmal wenn ich mit dem "wo" und "tun" Sätze verundeutscht habe. Aber für mich ist das normaler Sprachgebrauch. :)

mKay 05 Spieler - 49 - 28. Dezember 2009 - 14:39 #

Während dem Lesen des Beitrags sind mir ziemlich viele Gedanken durch den Kopf geschossen und ich hoffe, dass ich alle aufschreiben kann, bevor ich sie vergesse... ich probiers einfach mal:

Raubkopien auf dem Computer haebn viele Gründe, nicht nur, dass man sich damit Geld spart. Kinder oder Jugendliche unter 18 downloaden illegal Spiele, weil Ihnen diese im Laden nicht ausgehändigt werden.

Beim iPhone ist das Problem wohl ähnlich. Die meisten Nutzer des iPhones sind wahrscheinlich unter 18 Jahren und haben noch kein Konto, geschweige denn eine Kreditkarte. Und wenn das Guthaben der Prepaid-Karten durch Musikdownloads verbraucht ist, "muss" man wohl das App, das man unbedingt ausprobieren möchte, illegal downloaden...

Doch auch die Qualität der Spiele ist ein Grund dafür, zwar nur in wenigen Fällen, doch es werden immer mehr. Gothic 3 etwa ist als ein komplett unfertiges Spiel am Markt erschienen und erst nach etwa einem halben Jahr konnte man es irgendwie spielen. Götterdämmerung war da noch viel schlechter... Ich habe es mir in der Vidiothek ausgeborgt und nach etwa 10 Minuten Spielzeit hat es mir bereits gereicht, da ich zwei Abstürze und einen Bluescreen verzeichnen konnte.
Meiner Meinung anch ist es da Schade ums Geld und in diesem Fall kann ich Raubkopierer auch verstehen...

krodi (unregistriert) 29. Dezember 2009 - 14:41 #

Wenn ein Spiel schlecht und/oder unspielbar ist - warum muss man es kopieren, um es dann doch zu spielen? Da kann man doch auf die kompetente Meinung von Fachmagazinen oder Webseiten (hallo, Gamersglobal) hören und sich dann nach einem halben Jahr und zahlreichen Patches das Game für einen Budget-Preis kaufen - und schon hat man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 1:34 #

Nach einem halben Jahr sind die, die Raubkopieren, doch schon einen Zug weiter und das Spiel dann Schnee von gestern.

Für Gelegenheitsspieler kann das sehr wohl eine gute Strategie sein, setzt aber voraus das man eine gewisse ... ähm ... Antifanatik-Einrichtung hat. "Ja, es ist zwar das neue XXX aber das ist in 6 Monaten immer noch genauso gut." Wer sich auf diese Art selbst Überzeugen kann fährt wohl mit der Strategie ganz gut und ich wage zu behaupten das so jemand auch keine Probleme hat, seinen Diätplan einzuhalten. ;)

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 31959 - 7. Januar 2010 - 17:46 #

Diät ist leider viel schwieriger. :-( Dabei muss man ja ganz auf das leckre Essen verzichten und kriegt es nicht irgndwann später günstiger. Ich bin bei Spielen in letzter Zeit vom "Muss ich sofort haben!"-Trip weggekommen und denke eher: "Oh, das gibt es jetzt günstig und hat mich schon lange interessiert, das kaufe ich jetzt mal." Ist aber auch einfacher, weil ich meinen PC schon ewig nicht aufgerüstet habe.

hgwonline (unregistriert) 30. Dezember 2009 - 13:17 #

also sehr interessanter bericht, klingt fast so wie die aussage von dieter bohlen über die illegalen mp3 downloads (zu finden auf youtube...).

raubkopieren ist geldsparend, in unserer gesellschaftsklasse leider immer mehr unausweichlich, wer kann schon noch 100€ für ein game im monat ausgeben. ich jedenfalls kaufe mir mittlerweile die spiele lieber aus UK, da bezahlt man für die ps3 version von mirrors edge zum beispiel im moment schon nur noch umgerechnete 7€! da ist mir doch die sprache auf dem cover egal, wenn ich den selben spielspaß in deutscher sprache auf der blu-ray geboten bekomme als würde ich mir das game hier für 60€ kaufen.

dieser trend mit den billigimporten wird auch immer grösser, wie lange das anhält kann ich nicht sagen, denke aber das es teilweise schon nicht mehr feierlich ist wenn ein game bei uns zu beginn an 59€ kostet und in UK schon in der pre-order phase für schlappe 24€ zu erhalten ist (ich nehme als beispiel mal mini ninjas für die ps3). der titel war vor allem in den UK schon um fast einen monat früher zu kaufen als in deutschland.

so ähnlich verhält es sich auch mit raubkopierern, denke ich jedenfalls. der drang danach ein gutes game für 0 und nada zu erhalten ist so groß und beschert ein glücksgefühl als würde man das game geschenkt bekommen. mit etwas glück auch noch vor release, was will man mehr?!

warum aber die entwickler es immer noch nicht schaffen einen kopierschutz zu entwickeln der nicht so einfach zu knacken ist, verstehe ich bis heute nicht. klar sollte er den ehrlichen käufern nicht groß auffallen!

ich jedenfalls denke das die beste möglichkeit gegen sowas vorzugehen sowas wie eine game-flatrate ist. 30€ im monat und man kann legal die spiele downloaden und zocken die man will. so wird die zukunft aussehen auch wenn der betrag wohl weit höher als bei 30€ anfangen wird.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7766 - 30. Dezember 2009 - 15:19 #

Weil kein Kopierschutz unknackbar ist. Wenn das Programm auf deinem Rechner tickert, kann man jederzeit im Speicher nachsehen was wie wo gerade passiert - zumindest für Fachkundige. Deswegen gibt es ja dieses lustige Wettrüsten im Copyright Markt, zum Leidwesen der Käufer. Den um das durchschauen und entschlüsseln zu unterbinden muss der Rechner entsprechend gewürgt werden, was einige PCs damit danken das sie abstürzen oder zu Einfallstoren für Trojaner und Co. werden.

Die einzige Chance um das wirklich in den Griff zu bekommen ist ala MMO's. Willst Du Online gehen, brauchst du einen Account, hast du keinen, nützt dir das Spiel nichts.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Dezember 2009 - 19:20 #

Einen funktionierenden Kopierschutz der mit dem Datenträger selbst ausgeliefert wird, kann es gar nicht geben. Da der Kopierschutz auch nur ein Programm ist und entsprechend analysiert werden kann, und selbst verschlüsselte Programmteile letztlich (wie der Kommentator drüber schon gesagt hat) unverschlüsselt im Speicher vorliegen müssen, lässt sich solch ein Programm mit entsprechendem Aufwand leicht knacken.

Dabei hält sich der Aufwand bei den guten Crackern im engen Aufwand, ein paar Stunden oder ein halber Tag wenns hochkommt sind die Regel. Meist wird auch nur der Aufruf des Kopierschutzes an passender Stelle einfach rausgepatcht, oder die ohnehin weitverbreitete Kopierschutzsoftware mit Standardtools einfach lahmgelegt.

Warum man überhaupt Kopierschutz einsetzt bzw. eingesetzt hat: es verhindert zumindest wirkungsvoll das ein x-beliebiger Kunde die DVD in seinen Brenner einlegt und im Brennprogramm auf "Copy" oder "Clone" klickt und das dann in einer funktionierenden Kopie resultiert. Nur dumm das die PC Fachmagazine mittlerweile alle paar Monate neue "So kopiere ich wirklich alles" Anleitungen rausbringt, wieviel Schutz das wirklich bietet steht also in den Sternen.

Kopierschutz kann nur zusammen mit Hardware funktionieren, die Xbox 360 ist da schon sehr weit nur leider vergass man dabei wohl das DVD Laufwerk. Das ist bei der Playstation 3 besser gelöst, entsprechend bis heute noch nicht geknackt. Der wichtigste Vorteil der Konsolen: hier werden Programme nicht nur verschlüsselt ausgeliefert sondern liegen auch verschlüsselt im Speicher vor, bestimmte Teile sogar mit Verschlüsselungen die für jede Konsole spezifisch ist. Da das gesamte ent- und verschlüsseln in der CPU selbst geschieht und auf allen Datenleitungen im Hauptspeicher sowie dem Speicher selbst einfach keine Programmteile unverschlüsselt vorliegen, lässt sich da auch nichts hacken. Die Schutzsysteme künftiger Konsolen werden aller Wahrscheinlichkeit nach für die Möglichkeiten der Cracker soweit fortgeschritten sein, das es auch für die Besten praktisch unmöglich sein wird ins System einzudringen. An der PS3 beissen sie sich schon heute die Zähne aus, dabei sind deren Schutzmechanismen nur geringfügig besser als die der 360. Wie gesagt: Achillesferse DVD Laufwerk, sonst gäbs auch auf der 360 heute noch keine Raubkopien.

hgwonline (unregistriert) 31. Dezember 2009 - 10:58 #

ich meine mich an gewisse kopierschutzarten zu erinnern die neben dem spiel noch einen plan, würfel usw beiliegen haben, davon waren einige bei denen ich bis heute nicht wüsste wie man die sonst lösen soll wenn man die teile nicht wirklich legal erworben hätte!

und zu den ganzen cd abverkauf gerede von 1995 und 2009 bitte ich mal zu überdenken wieviele mp3s mittlerweile auch legal erworben werden! durch flatrates wie napster 10€ oder saturn album 4,99€ oder oder oder verkaufen sich auch völlig legal und nicht in geringen massen mp3s und ganze cds. der gedanke was im schrank stehen haben zu müssen hat danke der 15.000 mp3 modelle im supermarkt, media markt und co ein umdenken gefunden! ganz klar das deshalb die cd verkäufe nachgelassen haben!

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7766 - 2. Januar 2010 - 16:31 #

Pläne kann man kopieren, Würfel & Codes kann man "Rauspatchen". Es gibt schon einige knifflige Dinge, die da so angestellt werden aber ein guter Cracker sagt dem Programm einfach er soll das Überspringen. Schon haben die Programmierer wertvolle Zeit verschwendet um einen Schutz zu entwickeln, den andere mühelos einfach ausschalten.

Ist und bleib ein Wettrüsten - den der Käufer immer verliert.

krodi (unregistriert) 30. Dezember 2009 - 16:16 #

da man gegen raubkopierer nicht bestehen kann, gibt es ja mittlerweile schon einen erfolgreichen trend: free2play-games! für beide seiten kann das die beste lösung sein. die gamer, weil sie erstmals eine zeit lang ein game antesten können, und für die entwickler, weil sie relativ sicher gegen kopien sind.

doch das prinzip lässt sich nicht auf jedes spielprinzip und jedes genre übertragen. was ist die lösung? kleine preise wie beim iphone? für die meisten entwickler ist diese preispolitik allerdings nicht lohnenswert. zumal - wie es steffen bereist schreibt - auch hier eine extrem hohe anzahl an kopien vorherrscht.

im grunde liegt es an einem selbst: wie moralisch und fair bin ich? wer sich immer alles umsonst besorgt, muss sich nicht wundern, wenn er eines tages ohne job dasteht, weil ein anderer seine tätigkeit billiger oder kostenlos besorgt hat!
eine moderne welt ohne geldfluss kann nicht existieren!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 318068 - 1. Januar 2010 - 20:03 #

Naja, bislang gibt es noch kein Free2play-Game, das es mit den Besten in seinem gewählten Genre aufnehmen könnte.

hgwonline (unregistriert) 31. Dezember 2009 - 11:05 #

ich zitiere mal eine news aus gamezone . d e

selten so gelacht über diese news zur batman pc version :D

"Während Konsolenspieler schon seit einiger Zeit in den Genuss des neuesten Batman Abenteuers kommen können, müssen sich PC Spieler bekanntlich noch bis zum 18. September gedulden. Um die Wartezeit zu verkürzen, sind heute einige amüsante Fakten zum Kopierschutz der PC Version von Batman: Arkham Asylum bekannt geworden.

Gerade im Bereich der Computerspiele ist der Kopierschutz ein oft diskutiertes Thema. Nun hat sich Eidos für Batman einen besondere Art des Kopierschutzes einfallen lassen. Wie es aussieht, kann Batman bei einer illegal beschafften Version von Batman: Arkham Asylum nicht gleiten. Im Klartext heißt dies, dass Batman seinen Umhang nicht auffalten kann und die Spielfigur wie ein Stein auf den Boden fällt

Aufgekommen ist die ganze Geschichte, da sich ein User im offiziellen Support-Forum über eben jene Tatsache beschwert hat. Die Administratoren waren Anfangs sichtlich irritiert, wie ein Nutzer sich jetzt schon über die PC Version beschweren kann, da diese noch gar nicht auf dem Markt ist, bis ein Administrator mit folgenden Worten Licht ins Dunkel brachte:

"Das Problem, welches du entdeckt hast, ist eine Falle im verwendeten Kopierschutz, um Leute auszuschließen, die gecrackte Versionen des Spiels kostenlos heruntergeladen haben. Es ist kein Bug im Spiel-Code, sondern ein Bug in deinem Moral-Code."

Eine recht humoristische Antwort, wenn man die Umstände bedenkt."

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 3. Januar 2010 - 0:07 #

Darüber freue ich mich. :)

Hieronymus1983 06 Bewerter - 63 - 3. Januar 2010 - 0:03 #

Muahaha. Die Antwort fetzt :D

Zu Demo als Krücke: Kommt immer auf das Spiel drauf an. Bei Demigod konnte man die Hälfte der Demigods spielen, danach war mir klar, das kauf ich im Original. Allerdings sind solche Beschneidungen, die trotzdem in der Demo den ganzen Spielspaß erhalten, eher schwierig zu machen bei den meisten Spielen.

Gecko 13 Koop-Gamer - 1518 - 12. Januar 2010 - 13:38 #

Interessanter Artikel, der das - zwar oft besprochene Thema - Raubkopie noch mal umfassend und etwas anders beleuchtet.

Demos sind ein gutes Stichwort - die Entwickler scheinen zunehmend den Aufwand zu scheuen, oder Angst zu haben, dass ihr Spiel nachher nicht mehr gekauft wird.
Zumindest ginge bei regelmäßigen Demos aber ein Argument der Raubkopierer verloren, wie viele sich dann umstellen ist eine andere Geschichte.
Viele aber, die aus dem angeblichen Grund des Ausprobierens downloaden, werden dann schon mal rein aus Bequemlichkeit nicht mehr kaufen.

Auch gut das es erwähnt wurde - der Online Vertrieb ist sicher besonders auch durch die Raubkopien bei den Publishern so beliebt.
Durch einen reinen Online Vertrieb wie XBox Live Arcade sind Raubkopien nun mal ja nicht mehr möglich.
Die Hersteller sind schon auf diesen Weg gekommen und das wird sich jetzt schleichend fortsetzen.

Was noch erwähnt werden sollte - einige Indie Entwickler z.B. haben es einfach "verdient" das man ihre Produkte auch käuflich erwirbt, denn diese sind auch auf jede verkaufte Kopie tatsächlich angewiesen.
Da bringt auch nur ein wenig Umsatzsteigerung sicher was.

Anonymous (unregistriert) 27. Januar 2010 - 18:29 #

Perfekter Artikel! Ich sags ganz offen: auch ich habe nicht alles rechtmäßig erworben, und immer waren es zwei Gründe, die mich abgehalten haben:
1. Der Preis.
2. Es gibt keinen Onlinemodus, also ist der Spass zeitlich fixiert.

Spiele der 2. Kategorie habe ich dann meist später gekauft, meistens in Bundles wie z.b. C&C: First Decade.
Und nix für ungut: wenn ein Speil mehr als 40€ kostet, darf ich da mal fragen, was sich die Entwickler bei der Preisbildung gedacht haben? Mag ja sein, dass das die Kosten sind, aber den Preis dann dementsprechend anzusetzen, ist nicht gerade klug. So kalkuliert man sich aus dem Markt heraus. Die Käufer sind ja nicht für den Markt da, sondern umgekehrt. Macht einen angemessenen Preis und orientiert Euch nicht ausschließlich an den Kosten. Ihr werdet Euch wundern, wenn gute Arbeit geleistet worden ist, deckt ihr auch mit nem niedrigeren Preis die Kosten.

Mit meinen oben genannten Kategorien bin ich weitgehend gut gefahren, es war lediglich ein Fehlschlag dabei, der daraus resultierte, dass die Zeitschriften ein Onlinegame toll fanden, aber die meisten Spieler sich nicht dafür interessierten und so das Spiel starb. Shit happens!

Anonymous (unregistriert) 16. Februar 2010 - 23:36 #

Wenn vor dem Kino niemand mehr die Tickets kontrollieren würde, würde das Kino über kurz oder lang Verlust machen.
Wenn in der Bahn niemand mehr die Tickets kontrolliert, würde die Bahn über kurz oder lang Verlust machen.
Wenn man ohne Angst vor Strafe die neuesten Spiele runterladen kann, wird die Industrie über kurz oder lang Verlust machen.
Je leichter das Erschleichen von Leistungen funktioniert, desto höher der Schaden.
Ich kann der Schlussfolgerung des Autors also nicht zustimmen.
Raubkopien sind aber nicht Schuld an den viel zu hohen Preisen für Spiele (eine Film-BluRay kostet 20, eine Spiel-BluRay kostet 70 Euro, das ist einfach nur absurd, selbst wenn man einkalkuliert dass viele Filme schon vorher im Kino Umsatz gemacht haben). Spiele waren schon immer teuer, am Anfang vor allem weil die Module so teuer in der Produktion waren und niemand es sich leisten konnte auf hunderttausenden Modulen sitzenzubleiben. Leider hat niemand beim Sprung ins CD/DVD Alter die Preise der Spiele angepasst. Für diese Gier zahlen Microsoft und Nintendo in dieser Generation den Preis, Sony hat hingegen bei der PS3 aus den Fehlern bei der PSP gelernt.

GamingHorror Game Designer - 968 - 23. März 2010 - 1:10 #

Das Kino kann wegen der geringen Besucherzahl jeden kontrollieren. Die Bahn kann nur noch Stichproben durchführen. Die Spieleindustrie kann bestenfalls herausrechnen, wieviel % eines Spiels raubkopiert wurde - z.B. anhand eingegebener illegaler Seriennummern oder Prüfung auf Raubkopie und Übertragung dieser Informationen beim hochladen des Highscores.

Insofern existiert dieser Zustand bereits. Entwickler und Publisher können nicht kontrollieren, sie können nur Schutzmaßnahmen ergreifen. Es sei denn es handelt sich um ein Online-Spiel, wo man den Zugang durch die Seriennummer sehr viel besser kontrollieren kann, aber nicht ausschliessen kann das die Raubkopierer einfach auf ebenfalls gecrackte Server ausweichen.

Beim Sprung von Modul zu CD/DVD haben sich schlagartig auch die Entwicklungskosten erhöht, was den Preisunterschied CD/DVD zu Modul schnell zunichte gemacht hat. Wo MS und Nintendo gieren während Sony gelernt hat, sehe ich nicht? Für ein PS3 Spiel zahlt man noch am ehesten den höchsten Preis bei einem Multiplattform Spiel, und wenn es nur 2-3€ Unterschied sind.

Anonymous (unregistriert) 8. März 2010 - 0:21 #

Eigentlich stimme ich dem Widerspruch bei "Wären die Spiele
besser, würde ich sie auch kaufen" zu, aber auf der anderen
Seite kaufe auch ich mittelmässige Spiele für 5 Euro auf dem
Wühltisch. Eigentlich ist auch dafür meine Zeit zu schade ...

GamingHorror Game Designer - 968 - 13. Mai 2010 - 0:26 #

Raubkopien falsch verstanden
schöner Artikel von Wolfire
http://kotaku.com/5533615/another-view-of-video-game-piracy

Henke 15 Kenner - 3636 - 23. Juli 2010 - 5:25 #

Ein gut recherchierter und mit spitzer Feder die Raubkopierer-Problematik auf den Punkt bringender Artikel, lieber Steffen.

Eigentlich ist dem nicht mehr viel hinzuzufügen, außer folgendem:

1) Ich selber besitze eine Sammlung von knapp 200 Spielen (für diverse Systeme), ich gebe hier auch offen und freimütig zu, das davon nur circa 90 Prozent Originale sind. Auf die restlichen 10 Prozent bin ich nicht unbedingt stolz, denn...

2) ...eine Raubkopie ist etwas, womit man weder angeben kann noch sollte; ich denke, nichts ist peinlicher, seinen Freunden zu sagen : "Hey, ich hab Spiel XY auf Ultrahart durchgezockt!" - "Super, leihst Du es mir?" und ihnen dann eine mit Wachsmalstift bekrakelte DVD in Hand zu drücken.

3) Raubkopie hin oder her: Es gibt nichts angenehmeres, als ein Spiel in Originalverpackung zu besitzen(dazu eine gedruckte Anleitung). Dafür gebe ich dann auch gerne Geld aus.

4) Wenn (PC)Spiele neu erscheinen, so kosten sie mit durchschnittlich 50€ sehr viel Geld, sind in 90% der Fälle voll von Programmfehlern oder verlangen eine Online-Registrierung (hallo Ubisoft :-P). Alles Dinge, die mich vom Sofortkauf abhalten... warte dann doch lieber die gepatchte Game-Of-The-Year-Edition ab, die zu einem moderaten Preis eine stabil laufende Version inklusive aller DLCs enthält.

Ich persönlich denke, man sollte sich lieber einige wenige Software-Perlen (á la Bioshock, Deus Ex oder Fallout3) ins Regal stellen, als auf Krampf jedes Spiel besitzen zu wollen. Auch hier gilt (wie auch beim Sex): Qualität geht über Quantität

MfG Henke

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 82019 - 22. Juli 2011 - 3:52 #

Aha, ich gehöre wohl einer Minderheit an wenn ich ein Game erstmal "schwarzspiele" und wenn ichs für gut befinde dann das Original ganz legal (nach-)kaufe? Oder wenn mich der katastrophale Kopierschutz eines gekauften Exemplares dermaßen nervt, dass ich lieber ein Crack besorge um es in aller Ruhe spielen zu können? Kommt denn sowas wirklich nicht öfter vor? Naja, dem Aspekt -Wertschätzung- muss ich wohl zunicken, da könnte was dran sein. Kopierte Games können schon des öfteren an "Wert" verlieren oder nichts "Besonderes" mehr sein.
Im Großen und Ganzen ein schöner Artikel.

Radolph (unregistriert) 22. April 2012 - 17:25 #

Ungerecht ist das Urheberschutzgesetz allgemein. Ein nomalerabeiter kann seine Arbeit nicht einfach vervielfältigen. Die Künstler sollten ihr Geld dann eher mit Konzerten verdienen, das wäre evtl. gerechter. Oder aber für jede Kopie eine Maschinensteuer zahlen. Einer der Rasenmäht könnte in Zukunft auch automatische Rasenmäher nutzen. Das ganze Gesetz des Urheberschutz muß weg, es ist unfair und ungerecht wenn der Gesetzgeber sich aus bequemlichkeit dort einmischt. Gottlieb Wendehals hat sein Lied in 5 Minuten geschrieben, und ist dadurch zum Millionär geworden, es ist genauso falsch wie alle Glücksspiele wie Lotto auch wenn sie durch die Presse/Staat legalisiert werden und alle das nachplappern. Es ist besser eine Lösung wie mit vorzeitigen Spenden (Stromberg) ein Film zu drehen, statt einem Schauspieler ein paar Millionen zu geben und den anderen Schauspielern ihre Chance zu verbauen.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)